Lebenshilfe: Vom Elternverein hin zu einem gemeinnützigen Wirtschaftsunternehmen

Die Lebenshilfe München wurde vor 60 Jahren gegründet.
Wir haben dies zum Anlass für einen kleinen Rückblick genommen
und veröffentlichen unsere Reportage vom 15.03.2017 erneut.

Vom Anfang der Lebenshilfe bis in die 80er-Jahre

Um die Arbeit der Lebenshilfe München einschätzen und verstehen zu können, hilft ein Blick in die Geschichte. Die spezielle Entwicklung des Elternvereins, der lange auch als Selbstinitiative von betroffenen Eltern wahrgenommen wurde, kam 13 Jahre nach dem Ende der NS-Zeit nicht von ungefähr. Vielen Eltern erschien die Gründung der Lebenshilfe damals als ein “Lichtstrahl im Schattendasein ihrer behinderten Kinder. Eltern ermutigen sich gegenseitig, ihre Kinder nicht mehr zu verstecken, sondern selbstbewusst zu ihnen zu stehen. In zahlreichen Städten und Landkreisen gründen sie Orts- und Kreisvereinigungen der Lebenshilfe und organisieren Hilfe und Förderung.“ (Quelle)

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Lebenshilfe München geht neue Wege

In unserer ersten Folge verfolgten wir den Weg der Lebenshilfe München
von den 60er-Jahren bis in die 80er-Jahre. Im zweiten Teil
standen die 90er-Jahre im Mittelpunkt und mit dem dritten Teil gehen wir
ins nächste Millennium, also bis in das Jahr 2016.

In 50 Jahren viel geleistet und erreicht

Mit Stolz blickte der Elternverein ‚Lebenshilfe-München‚ bei seinem 50jährigen Jubiläum im Jahr 2010 auf viel Geleistetes zurück. In der Jubiläumsschrift war darum zu lesen: „„Es gilt den Bestand zu erhalten, zu verbessern und krisensicher zu machen.“ Das war angesichts von 25 Einrichtungen in Stadt und Landkreis München eine große Aufgabe. Betreut wurden täglich bereits 1500 Kinder und Jugendliche und deren Familien. In der Beratung der Lebenshilfe München jährlich viele hundert Fälle und auch die Frühförderung ist viel in den Familien, in Krankenhäusern und in Kindergärten beratend und helfend tätig.

Verein organisiert sich mit zwei neuen Gesellschaften

Modernisierung und Ausbau der neuen Geschäftsstelle in München/ Giesing war eine große Aufgabe für den Verein. 1997 wurde sie eröffnet.

Die Fülle an Diensten und Aufgaben verlangte aber nach neuen Strukturen. Bereits ab 1997 beschäftigte sich ein eigenes Gremium damit. Zehn Jahre später, 2007 war es dann soweit. Man trennte das laufende Geschäft aus den 10 Wohnstätten organisatorisch vom Verein. Der Besitz an den bestehenden alten Stadthäusern, Wohnungen und der modernen Einrichtung in Putzbrunn verblieb natürlich zu 100 Prozent beim Verein der Lebenshilfe München e.V. Die laufenden Verträge, Einnahmen, Ausgaben und der laufende Betrieb aber wurde in die Hände der „Lebenshilfe München Wohnen gGmbH“ gelegt. Das kleine ‚g‘ bei der GmbH steht für ihre Gemeinnützigkeit.   Weiterlesen

Lebenshilfe: Vom Elternverein hin zu einem gemeinnützigen Wirtschaftsunternehmen

Vom Anfang der Lebenshilfe bis in die 80er-Jahre

Um die Arbeit der Lebenshilfe München einschätzen und verstehen zu können, hilft ein Blick in die Geschichte. Die spezielle Entwicklung des Elternvereins, der lange auch als Selbstinitiative von betroffenen Eltern wahrgenommen wurde, kam 13 Jahre nach dem Ende der NS-Zeit nicht von ungefähr. Vielen Eltern erschien die Gründung der Lebenshilfe damals als ein “Lichtstrahl im Schattendasein ihrer behinderten Kinder. Eltern ermutigen sich gegenseitig, ihre Kinder nicht mehr zu verstecken, sondern selbstbewusst zu ihnen zu stehen. In zahlreichen Städten und Landkreisen gründen sie Orts- und Kreisvereinigungen der Lebenshilfe und organisieren Hilfe und Förderung.“ (Quelle)

In den 60er-Jahren entstanden erste Tageseinrichtungen, Kindergärten und (Sonder-) Schulen. Dahin führte ein langer und harter Weg der Eltern, galten doch Menschen mit geistiger Behinderung als dafür ungeeignet. Heute völlig unvorstellbar, doch damals musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Menschen mit geistiger Behinderung sollten nicht mehr nur verwahrt – etwa in Psychiatrien – und versorgt, sondern gezielt gefördert werden.  Weiterlesen

Lachmuskel trainieren mit Leberkäs und Strapse

Im Theater mit der Lebenshilfe München – Besuch bei der Weiss-blauen Bühne in Pasing

Allein schon der Titel des Theaterstücks ‚Leberkäs und rote Strapse‘ lässt die Komödie erahnen. Leberkäs und rote Strapse, sie mögen nicht wirklich zusammenpassen – oder doch? Auf alle Fälle muss es ein bayerisches Theaterstück sein, denn Leberkäs – der Brotzeitklassiker – ist nun mal ganz bayerisch. Die Rolle der Geschlechter ist klar definiert, nach Leberkäs und rote Strapse, auch das ist echt bayerisch. Zur Aufführung kam das Stück mit der ‚Weiss-blauen Bühne‘ im Gasthof „Zur Post“ am Pasinger Marienplatz, sozusagen direkt im Herzen Bayerns.    Weiterlesen

Neue Leitung in Putzbrunn

(gsp) In der Waldkolonie der Gemeinde Putzbrunn sind die neuesten und größten Wohnstätten der Lebenshilfe München zu finden. In zwei Gebäudekomplexen werden in sieben Gruppen 52 Menschen mit Behinderung betreut. Bis auf einige wenige Rentner sind alle berufstätig, gleich nebenan in der Lebenshilfe-Werkstatt oder im Förderzentrum. Ein Mitarbeiterstab von je 15 Betreuern in zwei Schichten, plus einer Nachtwache, sorgen sich um das Wohl der Bewohner. Seit 15. September ist Christine Wiesenthal-Moser die neue Einrichtungsleiterin.

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Christine Wiesenthal-Moser mit viel Optimismus bei der Arbeit / Foto: gsp

Mit Elan und viel Optimismus geht sie die neue Aufgabe an. Sie ist in München aufgewachsen und verheiratet. Zuletzt war sie Pflegedienstleiterin in einem ambulanten Dienst. „Es ist natürlich immer ‚das große Ganze‘, aber auch viele, viele ‚Kleinigkeiten‘, die erledigt werden wollen. Das heißt auch für mich immer wieder nachfragen, manches mal auch hinterfragen.“ Dabei freut sich Christine über die ‚offene Ohren‘ in der Geschäftsstelle der Lebenshilfe München. Der Teamgeist ist ausgeprägt, und das ist ihr auch in Putzbrunn ganz wichtig.   Weiterlesen

Die Anfänge der Wohnstätten

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Die Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe München, Gerlinde Engelmann, erinnert sich

Im Juli feierte die Wohngemeinschaft an der Hofbauernstraße, unweit von Schloss Blutenburg, ihr 35-Jähriges Bestehen. Es war die erste Wohnstätte der Lebenshilfe München. Gerlinde Engelmann war damals bereits aktiv im Elternverein, seit 1980 im Vorstand. Sie erinnert sich noch gut an die positive Aufbruchstimmung. Bis heute ist sie Ehrenvorsitzende und Trägerin zahlreicher Auszeichnungen, bis hin zum Bundesverdienstkreuz.

„Ja damals war die Lebenshilfe in München noch ein kleiner Verein, doch wir hatten immerhin schon 1000 Mitglieder. Neben einem kleinen Büro gab es noch eine Sekretärin, aber keine Wohnstätten, keine OBA und auch noch keine Elternberatung, zumindest offiziell nicht. Denn geholfen haben wir uns gegenseitig immer“, erinnert sich die Ehrenvorsitzende.     Weiterlesen