Viel Zustimmung für den Willinger Weg

Seit 100 Tagen ist die neue Wohneinrichtung Willinger Weg
der Lebenshilfe München in Betrieb

Der Pädagoge Klaus Huber leitet seit September die nach Umbau und Renovierung neu eröffnete Wohneinrichtung ‚Willinger Weg‘ der Lebenshilfe München. 24 Menschen mit geistiger Behinderung leben dort in drei Wohngruppen zusammen (siehe Bericht). Wir haben bei Klaus Huber nachgefragt, wie es ihm und seinen Bewohner nach 100 Tagen im neuen Zuhause geht. 

Klaus Huber nimmt auf der gemütlichen Sitzecke zum Interview Platz. – Fotos: Gerd Spranger

„Für viele Bewohner war es eine Heimkehr zurück an den Willinger Weg, wo sie in der alten Einrichtung teilweise zehn Jahre und mehr gelebt haben,“ erzählt der Pädagoge. Für zwei Jahre wohnten und lebten sie in Unterschleißheim, wo die Lebenshilfe München eine Etage in einer großen Senioreneinrichtung angepachtet hat. Trotz der Rückkehr der Bewohner zum Willinger Weg bleibt die Einrichtung aber auch dort bestehen, die Nachfrage ist groß. Auch sie leitet Klaus Huber, es leben dort 16 Menschen mit Behinderung. Doch zurück zum Willinger Weg.

„Unsere ‚alt-neuen‘ Bewohner erkannten schnell die Vorzüge der hellen großen Zimmer mit eigenem WC und Bad, wie sie es die letzten Jahre ja auch in Unterschleißheim zur Verfügung hatten. Das Heimweh nach der alten Einrichtung ist eher von romantischer Natur, man erinnert sich eben gerne an schöne Zeiten“, erzählt Klaus Huber. Für ihn ist es ein großer Vorteil auf drei Ebenen je eine Wohngruppe betreuen zu können. „Dabei sind wir ein offenes Haus, was vor allem im Sommer auf der großen Terrasse zu beobachten ist. Und natürlich bestehen über die Gruppen hinweg Freundschaften, man kennt sich seit Jahren und arbeitet meistens auch in der Werkstatt zusammen.“

Für Klaus Huber selbst ist die Umstellung ebenfalls groß. Nachdem für die Lebenshilfe-Wohneinrichtungen vor einigen Jahren wieder Gruppenleiter definiert wurden, war er zuletzt in dieser Funktion im Schichtdienst tätig, wie auch die Jahre zuvor. 13 Jahre lang betreute er Kinder und Jugendliche in einer Einrichtung am Hohenpeißenberg. Jetzt muss er selbst 20 Mitarbeiter für den Willinger Weg und 15 Kräfte in Oberschleißheim organisieren. Er freut sich, „nun die Wochenenden frei zu haben und über geregelte Arbeitszeiten“. Das tut ihm und seiner Familie mit fünf Kindern von drei bis elf Jahren gut, sehr gut“, bekennt er.

Nach drei Monaten haben sich die Bewohner der Lebenshilfe-Wohneinrichtung am Willinger Weg gut eingelebt. Bewährt hat sich die zentral gelegene große Wohnküche als Ort der Kommunikation, aber auch der offene, zum Ende hin verbreiterte Gang. „Zu den bequemen Sitzgruppen haben wir jetzt auf jeder Etage noch einen großen Fernseher und weiteres Mobilar folgt in den nächsten Wochen. Gemeinsame Fernsehabende sind beliebt, auch wenn jeder Bewohner sein eigenes TV-Gerät im Zimmer hat“, erzählt Klaus Huber.

Für das Foto nimmt der Pädagoge Klaus Huber kurz die Maske ab.

Was fehlt, ist noch ein besserer Kontakt zur Nachbarschaft. „Man trifft sich gelegentlich auf der Straße, etwa wenn die Fahrdienste kommen. Die Einschränkungen der Corona-Pandemie aber erlauben keine Initiativen zur Kontaktaufnahme. Selbst auf ein großes Einweihungsfest haben wir bislang verzichten müssen“, gesteht der Pädagoge. Dennoch ist die Eröffnung der Lebenshilfe-Einrichtung mit großem Interesse verfolgt worden. „Wir hatten mehrfach Besuche von Vertretern des Bezirks Oberbayern wie auch von Seiten der Regierung. Auch andere Sozialträger haben sich für den Neubau interessiert“, so erzählt der Bereichsleiter Wohnen der Lebenshilfe München, René Pfeifer.

„Es gilt gewisse Auflagen zu erfüllten und damit auch die Voraussetzungen der Barrierefreiheit. Das Ganze sollte dann noch so gestaltet sein, dass über die Zweckmäßigkeit eine wohnliche Atmosphäre entstehen kann. Man spricht von einem offenen Wohnraumkonzept welches Begegnung und Kommunikation fördern soll. Das ist uns im Willinger Weg gut gelungen, wie mehrfach bestätigt wurde.“

Vorstand und Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann
freut sich über die vielen positiven Rückmeldungen

Für Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, sind die vielen positiven Rückmeldungen im Nachhinein eine Bestätigung es richtig gemacht zu haben. Ganze fünf Jahre nämlich hat es von der Idee zum ersten Entwurf über einen Architektenwettbewerb bis zur Bauausführung gedauert. „Das waren viele kleine Schritte und immer haben wir versucht Bewohner, Nachbarn, Betreuer, Angehörige und Eltern ‚mitzunehmen‘, sie in die Entscheidungsprozesse mit einzubinden. Für sie war es nicht immer leicht, denn die Sorge um das Wohl ‚ihrer Lieben‘ ist ein ständiger Begleiter.“ Besonders freut sich Peter Puhlmann über die große Anerkennung der Regierung von Oberbayern, die den Willinger Weg mehrfach als ein vorbildliches beispielhaftes Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung gewertet hat.

 

Lebenshilfe-Wohneinrichtung in Unterschleißheim ist komplett

Lebenshilfe geht neue Wege

(gsp) Seit Januar 2018 nutzt die Lebenshilfe München eine Wohngruppe des Seniorenzentrum Haus am Valentinspark in Unterschleißheim als äußerst komfortables Ausweichquartier für den anstehenden Neubau im Willinger Weg. Der Paritätische Bayern als Betreibers des Hauses und die Lebenshilfe konnten sich hierbei in einer Win-WIn Situation einig werden. Notwendig wurde der Umzug für die Lebenshilfe München und somit auch für die Bewohner wegen der notwendigen Anpassung des Lebensraums der Klienten im Sinne der bayrischen Ausführungsverordnung des Pflege und Wohnqualitätsgesetzes (AV PfleWoQG). Die in die Jahre gekommenen Wohneinrichtungen in Häusern aus der Gründerzeit entsprechen nicht mehr den verlangten Standards und werden von Grund auf renoviert oder sogar neu gebaut.

Gemütliches Miteinander auf der sonnigen Terrase. Links im Bild Einrichtungsleiter Florian Mauch, Betreuerin Jehona Paljoj und der Betreuer Benjamin Klose (rechts). Text & Foto: gsp

Eigenes Bad mit Dusche und Toilette

Die Bewohner freuen sich durchwegs über die neuen hellen Zimmer und das eigene Bad mit Dusche und Toilette möchten sie heute nicht mehr missen. Ein Komfort, den die alten Wohneinrichtungen nicht bieten konnten. Den zehn Bewohnern aus dem ‚Willinger Weg‘, folgten jetzt weitere fünf Bewohner aus der ‚Hermann-von-Sicherer Straße‘. Mit 15 Bewohnern ist die Wohneinrichtung der Lebenshilfe München im Seniorenzentrum damit voll belegt. Die Redaktion hat sich mit Einrichtungsleiter Florian Mauch unterhalten.  Weiterlesen

Die richtigen Strukturen für eine optimale Betreuung schaffen

Vor 40 Jahren erwarb der damals junge Elternverein „Lebenshilfe München“ die ersten Häuser zur Bildung von Wohngruppen. Die jungen aktiven Eltern wollten ihren Kindern ein möglichst selbständiges Leben in einem guten Umfeld mit begleitender Betreuung bieten. Damit war die Lebenshilfe ihrer Zeit weit voraus, und seitdem ist viel passiert. Die Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München sind seit etwa zehn Jahren in eine eigene „Wohnen GmbH“ zusammengefasst und auch deren Strukturen haben sich inzwischen in mehrfacher Hinsicht geändert.

Das Anliegen aber ist das Gleiche geblieben, den Menschen mit geistiger Behinderung ein gutes Zuhause zu geben, sie zu fördern und zu unterstützen, wenngleich früher viel mehr das Beschützen, Bevormunden und Versorgen im Mittelpunkt stand. „Heute fordern wir von unseren Bewohner mehr Selbsttätigkeit, fördern verstärkter sowie gezielter und trauen ihnen damit auch mehr zu“, erklärt Paul Oberhofer, der die drei Wohngruppen der Lebenshilfe „München Stadt West“ leitet. Auch das ist Teil einer neueren, vor etwa fünf Jahren geschaffenen Struktur, mehrere Wohnstätten zusammen zu legen. Jetzt geht die Lebenshilfe München einen nächsten Schritt, indem sie mit der Einführung von ‚Gruppenleitungen‘ wieder mehr Verantwortung in die Einrichtungen selbst zurückgibt.   Weiterlesen

Wohngruppe der Lebenshilfe zieht nach Unterschleißheim

Das Senioren- und Pflegezentrum ‚Haus am Valentinspark‘ in Unterschleißheim ist nur 200 Meter vom zentralen, schön angelegten Valentinspark entfernt. Der Bus hält direkt vor der Haustür und die S-Bahn fährt im 20-Minuten-Takt nach München. Ab 15. Januar ist es für 10 Bewohner der Lebenshilfewohngruppe vom Willinger Weg für ein bis zwei Jahre ein neues Zuhause.

Das Lebenshilfe-Wohnhaus am Willinger Weg wird abgerissen und neu gebaut. Es erfüllt nicht mehr die Vorgaben des Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqG). Die Gesamtsituation, insbesondere das ganz persönliche Umfeld der Bewohner, soll nachhaltig verbessert werden.   Weiterlesen

Lebenshilfe München schult für den Notfall

 

Bei der Lebenshilfe München bereitet man die Bewohner auf Notfälle vor und schult in  ‚Erster Hilfe‘.

In elf Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München Wohnen GmbH leben Menschen mit geistiger Behinderung in Wohngemeinschaften zusammen. Die Bewohner bestreiten ihren Lebensalltag größten Teils selbständig. Dazu zählen alltägliche Dinge wie kochen, waschen, einkaufen sich kleiden, eben die 100 wichtigen ‚Kleinigkeiten‘. Im Zusammenleben und im Alltag kann es darüber hinaus immer wieder zu kleinen und größeren Notfällen kommen. Dann heißt es richtig zu handeln und kühlen Kopf zu bewahren.   Weiterlesen

Die Anfänge der Wohnstätten

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Die Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe München, Gerlinde Engelmann, erinnert sich

Im Juli feierte die Wohngemeinschaft an der Hofbauernstraße, unweit von Schloss Blutenburg, ihr 35-Jähriges Bestehen. Es war die erste Wohnstätte der Lebenshilfe München. Gerlinde Engelmann war damals bereits aktiv im Elternverein, seit 1980 im Vorstand. Sie erinnert sich noch gut an die positive Aufbruchstimmung. Bis heute ist sie Ehrenvorsitzende und Trägerin zahlreicher Auszeichnungen, bis hin zum Bundesverdienstkreuz.

„Ja damals war die Lebenshilfe in München noch ein kleiner Verein, doch wir hatten immerhin schon 1000 Mitglieder. Neben einem kleinen Büro gab es noch eine Sekretärin, aber keine Wohnstätten, keine OBA und auch noch keine Elternberatung, zumindest offiziell nicht. Denn geholfen haben wir uns gegenseitig immer“, erinnert sich die Ehrenvorsitzende.     Weiterlesen

Lebenshilfe München: 30 Jahre Wohngemeinschaft am Gottfried Böhm Ring

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(gsp) In den 80er Jahren verwirklichte die Lebenshilfe München in kleineren Häusern und größeren Wohneinheiten sieben von heute elf Wohnstätten für Menschen mit geistiger Behinderung. Dabei wurde auf eine gute Stadtlage mit kurzer Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel und Integration im ‚normalen Wohnumfeld‘ wert gelegt. Die Wohngemeinschaft am Gottfried-Böhm-Ring feiert 2014 ihr 30-jähriges Bestehen.    Weiterlesen

Süd-Korea zu Besuch bei der Lebenshilfe München

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Eine Delegation mit 14 Experten aus Südkorea besuchte die Geschäftsstelle, Werkstatt und Wohneinrichtungen der Lebenshilfe in München. Dem „Overseas-Training for Social Workers“ schlossen sich Führungskräfte aus dem Gesundheitsbereich an. Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, informierte ausführlich über Strukturen und Hintergründe des Elternvereins, der einer von über 540 selbständigen Lebenshilfe-Vereinen in Deutschland ist.   

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Senioren-Wohngruppe bei der Lebenshilfe München

Auch immer mehr Menschen mit Behinderung erreichen das Rentenalter – Aktive Hilfe und intensive Betreuung

Längst hat sich die ‚Überalterung der Gesellschaft‘ medienwirksam im allgemeinen Bewusstsein verfestigt. Im Alter nehmen Probleme zu und auf aktive Hilfe angewiesen zu sein, wird für viele Menschen zur Herausforderung. Auch immer mehr Menschen mit Behinderung sind heute im Rentenalter. Sie wissen um die notwendige Hilfe von Anderen, ihre speziellen Herausforderungen liegen anderswo. Die Lebenshilfe München hat jetzt eine eigene Senioren-Wohngruppe eingerichtet, um darauf gezielt einzugehen. Die Einrichtung in der St. Quirin Straße wird seit März 2013 von der Sozialpädagogin Birgit Fleischmann geleitet.    Weiterlesen

Neue Küche für die Wohngruppe der Lebenshilfe München mit Starkoch eingeweiht

Geschäftsführer Peter Puhlmann (l.) mit Starkoch Shane McMahon und Ralf Hammer von der EMC GmbH, dem Sponsor der neuen Küche in der Berliner Straße

Geschäftsführer Peter Puhlmann (l.) mit Starkoch Shane McMahon und Ralf Hammer von der EMC GmbH, dem Sponsor der neuen Küche

Wohngruppe Berliner Straße

Die Wohngruppe der Lebenshilfe München in der Berliner Straße besteht seit 1985, und nach 20 Jahren ist die alte Küche in die Jahre gekommen. Neun Menschen mit geistiger Behinderung wohnen und leben hier zusammen, nutzen gemeinsam die große Wohnküche. Die Investition von 11.000 Euro ist auch für die Lebenshilfe München, mit insgesamt 11 Wohngruppen in München, eine große Ausgabe. Spenden der Firma EMC Deutschland GmbH und der Stiftung der Lebenshilfe München haben nun den lang gehegten Küchenwunsch erfüllt.

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