Vorbereiten für ein Leben in Eigenverantwortung

In vielen Bereichen war und ist die Lebenshilfe Impulsgeber für Politik und Gesellschaft. Das gilt vor allem für den Bereich ‚Wohnen‘, wie die neue Einrichtung am Willinger Weg (Ramersdorf) oder die offen-gemischte Wohngemeinschaft in der Hermann-von-Sicherer Straße (München-Sendling), die vor zwei Jahren öffnete. Doch bereits vor 40 Jahren ging man unkonventionelle Wege, die der Zeit weit voraus waren, wie etwa die Wohneinrichtung am Kiem-Pauli-Weg zeigt.

Im großen Gemeinschaftsraum finden alle Bewohner Platz. In Zeiten von Corona hat sich das geändert.

In einem großen Wohnblock kaufte der Elternverein Lebenshilfe München e.V. mehrere Ein- und Zweizimmerwohnungen, um Menschen mit geistiger Behinderung ein weitgehend selbständiges Leben zu ermöglichen. In die größte Wohnung wurde ein Büro integriert, mit Gemeinschaftsraum, Waschmaschine, Trockner und Küche als zentrale Anlaufstelle. Zentrumsnah, gut erschlossen durch den MVV und die wichtigsten Einrichtungen und Geschäfte fußläufig zu erreichen. Bis heute nimmt die Berliner Straße unter den zehn Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München eine Sonderstellung ein. Gezielt werden die Bewohner für ein selbständiges Leben geschult, so dass dann im Anschluss, soweit möglich, nur noch eine ambulante Betreuung für das Wichtigste und Notwendigste vorgesehen ist. Seit einem Jahr leitet die Heilerziehungspflegerin Lisa Hasenberger die Einrichtung. Wir haben sie in München besucht.

Den Alltag einüben

Zunächst erzählt sie aus dem Alltag, wie das Leben normalerweise am Kiem-Pauli-Weg, und auch in der Berliner Straße, läuft. 20 Menschen mit leichter geistiger Behinderung leben in den beiden Einrichtungen. „Menschen, die hier einziehen, sind eigentlich recht fit. Für sie ist es ein Super-Schritt von einer Stationären Betreuung hin zu einem selbstständig geführtem Leben zu kommen.“ Da wird dann schon mal gemeinsam gelernt, einfache Gerichte selbst zubereitet. Auch das Waschen der eigenen Wäsche und die Reinheit und Ordnung in der eigenen Wohnung zu halten, wird trainiert, ebenso das selbständige Einkaufen. „Es gibt bei uns aber ganz bewusst Zeiten ohne feste Betreuung, damit sie lernen, auch in für sie kniffligen Situationen allein zurecht zu kommen. Freilich lassen wir sie dabei nicht ganz alleine, denn die Rufbereitschaft funktioniert immer.“

Gezielt die Defizite beheben

Und ein Handy hat jeder Bewohner und weiß damit auch umzugehen. Es ist ein wichtiger Teil des Lebens geworden. Wie es sich für eine Wohngruppe gehört, gibt es auch Dienstpläne, für die jeder mal eingeteilt ist. „In wöchentlichen Besprechungen vertiefen wir regulär das Erlebte immer wieder, um gezielt Defizite auszugleichen. Wir trainieren auch für große und kleine Notfälle wie etwa was zu tut ist, wenn ein Feuer ausbricht. Manchmal braucht es auch psychische Hilfe und natürlich sind wir da Ansprechpartner. Mehr in die Praxis geht es bei regelmäßigen Arztbesuchen, die zwar in der Regel allein durchgeführt werden, wir helfen aber gelegentlich bei der Einhaltung der Termine.“

Wenigstens einmal am Tag will man jeden der Bewohner sehen oder sprechen, und sei es nur am Telefon. „Das gibt uns und den Bewohnern Sicherheit. Natürlich berücksichtigen wir die Privatspähre, wenn jemand mal ’seine Ruhe haben will‘. Dann genügt ein einfaches ‚Hallo‘ am Telefon.“ Im großen Gemeinschaftsraum wird gelegentlich auch gemeinsam gegessen, vor allem am Wochenende und in Ferienzeiten, wenn die Arbeit auch in den Lebenshilfe-Werkstätten ruht. „Das war zumindest bisher so der Fall“, schränkt Lisa Hasenberger ein. Doch Corona hat auch für die Bewohner der Berliner Straße und am Kiem-Pauli-Weg viel verändert.

Foto: Lisa Hasenberger leitet mit Maske, Laptop und Ablage die Gruppe. Fotos: Gerd Spranger

Corona ändert alles

„Gemeinsames Essen im Gemeinschaftsraum beschränken wir auf Kleingruppen, wo wir zuvor in einer Runde von bis zu zwölf Leuten zusammen gesessen sind. Menschen mit Behinderung, besonders innerhalb einer Wohngruppe, zählen zu Risikogruppe,“ erklärt die Einrichtungsleiterin. Schwer wogen auch die Kontaktverbote. „Selbst Eltern und Betreuern war ein direkter persönlicher Kontakt innerhalb der Wohngruppe über Wochen hinweg nicht möglich. Das war und ist auch für die Bewohner schwer. Sie verstehen ganz allgemein manche Beschränkungen nicht und je länger die Einschränkungen dauern, je tiefer sitzt der Frust.“ Umgestellt wurde etwa auch der wöchentliche Einkauf für die Gruppe über mehrere Wochen, den die Bewohner sonst selbst erledigten. Das übernahmen eine lange Zeit ehrenamtliche Helfer und waren damit im Wortsinne wirklich eine große Hilfe. „Über den Gruppen-Einkauf hinaus hat ja jeder der Bewohner auch noch persönliche Wünsche. Die Liste also ist lang“, erzählt Lisa Hasenberger.

Wenn die Struktur verloren geht

Ein wichtiger Teil des pädagogischen Konzeptes der Lebenshilfe München sind feste Abläufe, Rituale und Regeln, nach denen das Leben, der Alltag funktioniert. Der Umgang mit Änderungen fällt schwer. Besonders hart traf darum auch die Schließung der Lebenshilfe-Werkstätten über viele Wochen hinweg. „Es fehlte die Struktur, die Beschäftigung ging verloren, der Austausch in und mit der Gruppe und den Betreuern, kurzum, das ganze Leben war auf den Kopf gestellt. Ein menschlicher und pädagogischer Supergau, dem wir uns zu stellen hatten, und wir arbeiteten so gut es ging dagegen an“, erinnert sich Lisa an jene schweren Monate und hofft, dass es kein zweites Mal gibt.

Es ist viel zu organisieren

Es galt jetzt für das Team aus neun Mitarbeitern die Betreuungszeiten von täglich 11 bis 17 Uhr und von 15 bis 21 Uhr auszuweiten und eine Struktur für den langen Alltag zu schaffen, zumindest zeitweise. Unterstützt wurden sie dabei von einer weiteren Kraft und einem ‚Bufdi‘ (aus dem Bundesfreiwilligendienst). „Wir konnten ja auch nicht mit der Gruppe insgesamt arbeiten, wir mussten und müssen immer die Corona-Abstände beachten und natürlich ebenso alle anderen AHA-Regeln. So gab es für uns viel zu besprechen, abzustimmen und zu organisieren.“ Dazu zählen auch der regelmäßige Austausch mit Eltern und Betreuern und ein erhöhter Gesprächsbedarf mit den Bewohnern der Lebenshilfe-Wohneinrichtung in München.

Lebenshilfe München schafft neue Wohnangebote für Menschen mit Behinderung

René Pfeifer, Bereichsleiter ‚Wohnen‘ der Lebenshilfe München vor dem neuen Wohnhaus am Willinger Weg in München. Fotos: Gerd Spranger

Die Lebenshilfe München hat diesen Sommer in Ramersdorf am Willinger Weg ein neues Wohnhaus für 24 Menschen mit Behinderung eröffnet. Es ist das neue Aushängeschild des Elternvereins, denn vom Raumkonzept über die Barrierefreiheit bis hin zum Anspruch auf geräumige Zimmer wurden alle Standards erfüllt, die meisten verfügen noch über einen kleinen Balkon oder eine Terrasse. „Die ersten Überlegungen zur Erneuerung der alten Arztvilla aus den 30er-Jahren, idyllisch und zentral in einer Wohnsiedlung gelegen und seit 1988 Eigentum der Lebenshilfe München, gehen bis auf das Jahr 2012 zurück“, informiert Peter Puhlmann, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München. 2016 entschied dann ein Architektenwettbewerb über den Neubau.

Der Gang weitet sich für eine kleine Sitzgruppe mit hoher heller Glasfront

Die Bewohner fühlen sich wohl in ihrem neuen Zuhause. Bei unserem Besuch der Einrichtung waren einige anwesend, die meisten allerdings in der Lebenshilfe-Werkstatt an ihrem Arbeitsplatz. Sie genießen den schönen sonnigen Garten mit großer Freifläche und frisch angesätem Rasen. Bei unserem Besuch genoss Horst auf seinem Balkon das sommerliche Wetter und beschäftigte sich mit dem Lesen einer Zeitung. Es hielt ihn aber nicht davon ab, sich mit seinen Mitbewohnern im Garten angeregt zu unterhalten. Er freut sich vor allem über die schöne Lage des Anwesens. „Es sind mehrere Haltestellen für Busse und die U-Bahn in der Nähe, auch Geschäfte und der große Ostpark. Es ist schön hier zu wohnen“, äußert er sich sehr zufrieden. Eine andere Bewohnerin freut sich über ihren großen Fernseher im Zimmer und über eine eigene Dusche mit sanitären Einrichtungen, über die jedes Zimmer verfügt.

Renè Pfeifer im Gespräch mit Einrichtungsleiter Klaus Huber.

Zentral in den drei Etagen des Wohnhauses führt ein breiter heller Mittelgang, an dessen Ende eine große Glasfront mit Sitzgelegenheit eingerichtet ist. In der Mitte wurde er mit einem großen Raum hin zum Garten geöffnet, in der den Bewohnern eine gemeinsame Wohnküche zur Verfügung steht. René Pfeifer, Bereichsleiter Wohnen der Lebenshilfe München betont: „Jeder, der eine Wohngemeinschaft kennt weiß, dass die Wohnküche der zentrale Platz der Kommunikation in einer Einrichtung ist. Das Konzept geht auch hier auf. Für privaten Rückzug stehen den Bewohnern ihre großen hellen Zimmer zur Verfügung.“

Ein großer Garten mit Radgarage im Herzen von München.

Für ihn ist es ein immens wichtiger Meilenstein in der Weiterentwicklung der Lebenshilfe München und er bekräftigt: „Wir sind froh 24 Bewohnern einen modernen und adäquaten Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. Mit 24 Bewohnern in drei Wohngruppen ist es auch möglich rund um die Uhr eine Betreuung sicherzustellen, so dass immer eine ausgebildete Fachkraft vor Ort ist.“

Die Hühner in Nachbars Garten picken direkt an der Grenze des großen Grundstücks.

Das zweistöckige Gebäude mit ausgebauten Dachgeschoss fügt sich harmonisch in das Gesamtbild der Siedlung aus den 30er-Jahren ein, in denen kleine Häuschen mit Garten das Bild prägen. Zusätzlichen Raum des neuen Lebenshilfe-Wohnhauses am Willinger Weg bietet der Keller mit Heizung, Wirtschaftsräumen, Lager, einem großen Gemeinschaftsraum und ein eigener Personalraum. Die Lebenshilfe München arbeitet konsequent an neuen Raumkonzepten und Wohnformen für Menschen mit Behinderung.

Auch die Rückseite des Gebäudes ist sehr ansprechend gestaltet.

2005 wurde die Wohneinrichtung in Putzbrunn erweitert, 2015 in der Landsberger Straße eine eigene offene Wohngemeinschaft gegründet und der Ambulante Dienst konsequent ausgebaut. 2016 etablierte sich eine offene Seniorengruppe (TENE) in Putzbrunn, 2018 verwirklicht man eine inklusive Wohngemeinschaft in der Hermann von Sicherer Straße und in Unterschleißheim eine neue Wohneinrichtung für zehn Menschen mit Behinderung, die auch die nächsten zehn Jahre bestehen bleibt.

Weiter stark wachsend ist der Bereich des „Ambulanten Dienstes“, in der vor allem Familien oder allein lebende Menschen mit Behinderung Begleitung, Hilfe und Unterstützung erfahren.

Neue Projekte der Lebenshilfe-Wohnen sind bereits in Vorbereitung.
Wir informieren Sie weiter.

Weitere Links für Sie:

Die TENE in Putzbrunn:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/02/24/besuch-bei-den-tene-senioren-der-lebenshilfe/

Wohngemeinschaft Landsberger Straße:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2015/12/28/wohngemeinschaft-ergaenzt-das-wohnkonzept-der-lebenshilfe/

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/04/14/neue-herausforderung-fuer-die-lebenshilfe-muenchen/

Wohngruppe in Unterschleissheim:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/01/20/wohngruppe-der-lebenshilfe-zieht-nach-unterschleissheim/

Die inklusive Wohngemeinschaft:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2020/02/25/16-monate-inklusive-wg-der-lebenshilfe/

Erweiterung des ambulant betreuten Wohnens:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2014/03/03/lebenshilfe-munchen-erweitert-das-ambulant-betreute-wohnen/

16 Monate inklusive WG der Lebenshilfe

Vor über einem Jahr wurde von der Lebenshilfe München in der Hermann-von-Sicherer Straße in München-Sendling eine inklusive Wohngemeinschaft (WG) eröffnet. Vier StudentInnen und sechs Menschen mit geistiger Behinderung leben gemeinsam in einem Stadthaus mit Garten zusammen. Die Redaktion hat nachgefragt, wie sich dieses Experiment bewährt hat und sich mit der Erziehungswissenschaftlerin und Einrichtungsleiterin Cindy Kirsch unterhalten.

Zum Abschied gab es ein großes Kuchenbuffet von Herrn Weinel, der sich auf diesem Wege für das gute Miteinander bedankt.

Redaktion: „Für die Lebenshilfe München ist diese Form des Zusammenlebens und der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung neu. Was waren die Voraussetzungen, wie hat man sich darauf vorbereitet?“

Cindy Kirsch:
„Wir haben zunächst geschaut, dass wir auf beide Seiten geeignete Kandidaten finden. Die Menschen mit geistiger Behinderung sollen zu einem selbständigen Leben fähig sein und die StudentInnen für die sich ihnen stellenden Herausforderungen. Weiterlesen

Wohngemeinschaft mit Wanders-Lust auf den Wank

Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust
Auch die Inklusive-Wohngemeinschaft freut sich

Den goldenen Herbst ausnutzend, machte sich die Inklusive-Wohngemeinschaft (WG) der Lebenshilfe München zu einem langen Tagesausflug auf nach Garmisch-Patenkirchen zu einem Wandertag. Das Wochenende begann mit einem gemeinsamen Frühstück in der WG, und so startete die Gruppe gestärkt in den Tag. Danach packten wir unsere Sachen und vom Hauptbahnhof München ging es samt Rucksack und Ausrüstung mit dem Zug nach Garmisch-Patenkirchen. Die halbe Stunde Zeit vor Zugabfahrt nutzten wir noch zum Kauf von fünf Butterbrezen beim Bäcker als Stärkung für zwischendurch. Allein die Hinfahrt war für uns alle ein Erlebnis, da wir die wunderschöne Aussicht auf die Berge genossen. Weiterlesen

Junger Judo-Olympiasieger der Lebenshilfe-WG

(gsp) Samuel Dietz ist ein geborener Münchner (Pasing) und seit seinem dritten Lebensjahr ein aktiver Judoka. Seine Mutter förderte früh seine Begeisterung für Sport und Bewegung. Im März ist Samuel Dietz mit 19 Jahren bei den Special Olympics World Summer Games 2019 in Abu Dhabi Judo-Olympiasieger im Schwergewicht geworden. Samuel lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München, macht einen selbstsicheren Eindruck, von einer geistigen Behinderung ist ihm kaum etwas anzumerken.

Olympiasieger mit dem sanften Weg

Groß und durchtrainiert ist er, und erklärt den Judo-Kampfsport als ‚den sanften Weg‘. Es gehe dabei im Wesentlichen um ‚Werfen, Halten und Bodentechnik‘. „Das Würgen und Hebeln ist verboten“, erklärt er. 2016 war er bereits Deutscher Meister und 2018 schaffte er es in London als Vice-Europameister ganz nach oben. Bei seinem Kampf in Abu Dhabi hatte er es nicht leicht. Sein Gegner war um 30 Kilo schwerer. Dennoch konnte er den Kampf mit einem 2 : 1 für sich entscheiden. Weiterlesen

Einweihungsfest: „Wir feiern Inklusion“

Einweihungsfest in der ersten inklusiven
Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München

Mit einem fröhlichen Fest feierte die Lebenshilfe München am 12. April die Eröffnung der inklusiven Wohngemeinschaft in der Hermann-von-Sicherer Straße. Die Bewohner waren bereits ab Oktober letzten Jahres in das Wohnhaus mit Garten in Obersendling eingezogen (siehe Bericht). Inzwischen leben hier vier Studenten mit sechs Menschen mit Behinderung zusammen. Damit das Wohnprojekt gestartet werden konnte, entwickelte die Lebenshilfe München zunächst einmal gemeinsam mit dem Bezirk Oberbayern ein Konzept. Vorbild dafür waren die bereits existierenden Wohngemeinschaften des Vereins Gemeinsam Leben Lernen (GLL).

Viele Spender und Menschen helfen mit

Begrüßung von Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München und Andrea Siemen, Vorsitzende des Vorstands

Die Stadt München half mit einer Anschubfinanzierung über 50.000 Euro. Darüber hinaus beteiligte sich die Stiftung „München hilft“, die Halbauer Stiftung und die Sparda Bank München, zusammen mit anderen Spendern, großzügig an den notwendigen Umbaumaßnahmen. Selbst die Studenten die hier leben leisten ihren Teil. Sie haben sich bereit erklärt, ihre Mitbewohner mit Unterstützungsbedarf im Alltag zu begleiten und ihnen zur Seite zu stehen, falls sie Hilfe benötigen. Weiterlesen

Lebenshilfe gründet eine ambulant betreute inklusive Wohngemeinschaft

(gsp) Einmal mehr zeigt die Lebenshilfe München, dass sie sich den Anforderungen der Zeit stellt, innovative Wege geht und dabei die positive Entwicklung von Menschen mit geistiger Behinderung im Blick hat. Der intensive Ausbau des ambulant betreuten Wohnens der Lebenshilfe München Wohnen GmbH war die letzten Jahre ebenso erfolgreich, wie die vor zwei Jahren gegründete Wohngemeinschaft an der Landsberger Straße. Jetzt wagt sie sich an ein neues Projekt heran, und ist in München damit erst der zweite Träger. Gemeinsam mit vier Studenten sollen jetzt sechs Menschen mit geistiger Behinderung eine Wohngemeinschaft gründen.

Wohnen auf drei Ebenen und ein großer Garten in ruhiger Lage sind beste Voraussetzungen für die neue Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München. Fotos: Gerd Spranger



René Pfeifer, Bereichsleiter der Lebenshilfe München Wohnen GmbH , stellte jetzt gemeinsam mit Daniela Holzmann (Ambulanter Dienst) und Florian Mauch (Einrichtungsleiter) das Projekt in der Wohneinrichtung Hermann-von-Sicherer-Straße vor. Eingeladen dazu waren erste studentische Interessenten mit denen man sich im großen Garten der Einrichtung zusammensetzte. Aktuell wird die Einrichtung renoviert, soll aber bis zum 1. Oktober bezugsfertig sein.

Studenten unterstützten die Betreuung

Studenten wohnen mit den Menschen mit geistiger Behinderung zusammen und unterstützen die Betreuung. „Unsere Bewohner mit Handicap sind zwischen 19 und 35 Jahre alt, und sollen in der WG so normal wie möglich wohnen und leben“, erklärt Pfeifer den vier jungen Studenten die Situation. „Bezahlen brauchen Sie für das Wohnen nichts, übernehmen dafür aber ‚zwei Dienste‘ unter der Woche und sind einmal im Monat am Wochenende anwesend.“  Weiterlesen

Kunst und Musik für Menschen mit geistiger Behinderung

Angebote der Lebenshilfe München in den Wohneinrichtungen
Nonverbal, ohne Worte, sich mit Musik und Kunst ausdrücken

(gsp) Sie sitzen in einer kleinen gemütlichen Runde zusammen und singen Adventslieder, Kinderlieder, einfache Stücke (Gstanzl) und Volkslieder. Die Stimmung könnte nicht besser sein in dem großen, gemütlich eingerichteten Raum. Mit kleinen Rhythmusinstrumenten wird das musikalische Tète-à-tète unterstützt, Musiktherapeut David Westphäling gibt die Melodie auf seiner Gitarre vor. Es sind fast alle Bewohner der Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München in der Packenreiterstraße zusammen. Niemand möchte das Singen und Musizieren mit David missen.

Kommunikation nonverbal für
Menschen mit geistiger Behinderung

Musiktherapie bei der Lebenshilfe München mit David Westphäling

Musiktherapie bei der Lebenshilfe München mit David Westphäling

Er ist seit September 14-tägig in der Wohneinrichtung und seit Juli in der Hofbauernstraße. Einen ersten Zugang zu Menschen mit Behinderung fand er während seines Zivildienstes und hat dann Sozialpädagogik und Musiktherapie studiert. Besonders schätzt er bei den Bewohnern der Lebenshilfe-Wohneinrichtung ihre Kreativität, Ehrlichkeit und ihren Humor. Jeder Mensch finde seinen ganz eigenen Zugang zur Musik, ob beim Trommeln, Singen, Zuhören oder über ein Instrument. David Westphäling will die Runde für seine Gruppe frei und offen halten. „Sie haben ihre eigene Entscheidungskompetenz, finden ihren eigenen Ausdruck der Kommunikation – nonverbal, ohne Worte, mit Musik.“

Es ist aber mehr als eine fröhliche Runde, denn es hilft Menschen mit geistiger Behinderung besonders, wenn sie auf diesem ‚leichten Weg‘ lernen, aus sich herauszugehen. Musik baut Stress ab, lässt einen selbst Gefühle wahrnehmen, die sonst eher verborgen bleiben. „Man lernt neue Seiten an sich kennen“, sagt der Volksmund.  Weiterlesen

Neue Herausforderung für die Lebenshilfe München

Eine Wohngemeinschaft muss zusammenwachsen

Lebenshilfe München

Christian Kerler, Koordinater der Wohnen GmbH der Lebenshilfe München, vor dem neu bezogenen Komplex der zwei Wohngemeinschaften.

(gsp) Es war noch früher Nachmittag, als ich zentrumsnah bei der neuen Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München in der Landsberger Straße klingelte. Ich hatte Glück. Die große Tür zum Innenhof der Wohnanlage wurde geöffnet, denn eigentlich sind alle acht Bewohner berufstätig. Direkt zur Landsberger Straße hin ist ein langgestrecktes, hohes Wohnhaus, das hier zur Rückseite für jede Wohnung einen Balkon hat. Dort, wo früher die Rückgebäude standen, sind jetzt zwei moderne, zweigeschossige Neubauten, in denen die zwei Wohngemeinschaften (WG) untergebracht sind. Vom Lärm bekommt man hier nichts mit, im Gegenteil. Von der langen großen Terrasse der WG ist in nur hundert Metern Entfernung eine schmucke Kirche mit hohem Glockenturm zu sehen, wie er jedes Ortsbild zieren würde, eine Idylle mitten in München.  Weiterlesen

Lebenshilfe München auf Expansionskurs

Fachkräfte gesucht:
Pädagogen, Erzieher und Pflegepersonal

Der gesellschaftliche Wandel ist auch bei einem Verein wie die Lebenshilfe München, der sich seit 55 Jahren für das Wohl von Menschen mit geistiger Behinderung einsetzt, zu spüren. Verstärkt wird dieser Prozess durch die UN-Behindertenrechtskonvention und der immer wiederkehrenden Forderung nach Inklusion in allen Gesellschaftsbereichen. Die Lebenshilfe München hat dabei vor allem in den letzten Jahren neue Angebote und Betreuungsformen aufgebaut, die immer stärker nachgefragt werden. Sie ist auf Expansionskurs.

lebenshilfe_einrichtungen

Die Lebenshilfe München hat viele Gesichter: neue Wohnformen wie die Wohngemeinschaft an der Landsberger Straße (l.) oder die TENE-Seniorenbetreuung in Unterhaching oder die klassischen Wohnhäuser und Einrichtungen wie die Frühförderung in Feldkirchen (r.). Gute Betreuung braucht Fachpersonal.

Zu den stark wachsenden Bereichen zählen die ambulante Betreuung von Menschen mit Behinderung im häuslichen Umfeld, die Schaffung von mehreren Seniorengruppen (TENE) und jüngst die erfolgreiche Besetzung einer Wohngemeinschaft. Hier leben Menschen mit geistiger und mit seelischer Behinderung zusammen und ‚meistern‘ ihr Leben, ihren Alltag selbständig. Unterstützt werden sie dabei für einige Stunden in der Woche für die Erledigungen privater und administrativer Belange. „Was wir jetzt brauchen sind vor allem Fachkräfte“, fordert Geschäftsführer Peter Puhlmann.   Weiterlesen

Noch wenige Plätze in neuer Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München

„Was Menschen mit Behinderung heute leisten ist ganz außerordentlich,“ bekräftigt Christian Kerler von der Lebenshilfe München. „Dazu zählt auch das vermehrt geförderte selbständige Wohnen, wie wir es in der Landsberger Straße anbieten. Die Nachfrage war innerhalb weniger Wochen so groß, dass es jetzt in den bis zu acht Personen starken Wohngemeinschaften nur noch wenige Plätze gibt,“ erklärt Kerler,
Koordinator des Bereichs Wohnen.
landsberger_werb_702
Das Besondere dieser jungen Lebenshilfe Wohngemeinschaft in der Landsberger Straße ist das Miteinander von Menschen mit Behinderung und solchen, die psychisch beeinträchtigt sind. „Wir lassen dabei natürlich niemanden allein. Wir geben Hilfe wo es nötig ist. Das sind in der Regel vier Stunden wöchentlich pro WG-Mitbewohner“, erklärt Daniela Holzmann, Leiterin des ‘Ambulanten Wohnen’.  Weiterlesen

Wohngemeinschaft ergänzt das Wohnkonzept der Lebenshilfe

leh_landsberger

Im Oktober gab es grünes Licht für eine Wohngemeinschaft für Menschen mit geistiger Behinderung in der Landsberger Straße (Westend). Seither sind einige Wochen vergangen und die Räumlichkeiten sind komplett eingerichtet, bis auf die Zimmer der Bewohner. „Die werden von ihnen selbst nach eigenen Wünschen und Vorstellungen gestaltet,“ erklärt Daniela Holzmann, Leiterin des ‚Ambulanten Wohnen‘ bei der Lebenshilfe München.  Weiterlesen

Lebenshilfe München startet betreutes Wohnen im Westend

IMG_0661

Hell und freundlich sind die großen Räume für die neuen Wohngemeinschaften der Lebenshilfe München in Westend an der Landsberger Straße.

Ab Oktober betreut die „Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.“ in der Landsberger Straße zwei Wohngemeinschaften für Personen mit geistiger Behinderung. Ziel ist es, die Bewohner darin zu unterstützen, ihren Fähigkeiten entsprechend selbstständig zu leben. Das Gebäude gehört der MGS ( Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung) und wird von der GWG ( Städtische Wohnungsgesellschaft München) verwaltet. Insgesamt ziehen 16 Bewohner in die beiden Wohngemeinschaften in der Landesberger Straße (Stadtteil Westend) ein.

Ein eigenes Zimmer plus Gemeinschaftsküche

Die zentrale Lage in Nähe zum Karlsplatz/Stachus sorgt dafür, dass die Mieterinnen und Mieter von Anfang an in das soziale Leben der Stadt integriert sind. Jeder Bewohner erhält ein eigenes Zimmer als Rückzugsort. Darüber hinaus gibt es in den rund 270 Quadratmeter großen Wohngemeinschaften jeweils eine weitläufige Küche mit Loggia für gemeinsame Aktivitäten, zwei Bäder und drei Toiletten.  Weiterlesen

Menschen mit Behinderung seit 30 Jahren in Lebensgemeinschaft

Menschen bei der Lebenshilfe München: Bewohner

Lebenshilfe München:
Menschen ein Zuhause geben und sie fördern

Ein lauer Sommerabend im Garten, gepflegtes Grün umgibt uns, die Ruhe wird durch nichts gestört. Der Willinger Weg ist eine der ruhigen Seitenstraßen und Wohngegenden von München, nur einen Kilometer vom Luise Kieselbachplatz entfernt. In dem Haus mit großem Garten wohnen neun Menschen mit Behinderung in einer Wohngemeinschaft zusammen. Sie ist längst zu einer Lebensgemeinschaft geworden, denn die Hälfte von Ihnen ist von Anfang an dabei, seit 1983.

Zu einer echten Lebensgemeinschaft geworden

Gerne sitzt die Wohngemeinschaft gemütlich im ruhigen Garten zusammen. – Foto: Gerd Spranger

Das voll ausgebaute Einfamilienhaus am Willinger Weg ist eines von elf Wohn-Einrichtung der Lebenshilfe München. Bis heute ist es ein zentrales Anliegen, die Selbständigkeit von Menschen mit Behinderung zu fördern. Wie gut das funktioniert, wird in der Hermann von Sicherer Straße schnell deutlich. Die Bewohner kennen sich seit Jahrzehnten, sind ein eingespieltes Team, und die Abläufe sind geregelt. Dafür sorgt das Team der Lebenshilfe München unter der Leitung von Brigitte Steffen.
Weiterlesen