Der Umgang mit Sehnsüchten …

… und zu wenig professionelle Hilfsangebote

Erfahrungen von Margret Meyer-Brauns,
von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München

Margret Meyer-Brauns berät seit fast zwei Jahrzehnten jährlich bis zu 500 Familien und ihre Angehörigen bei der Lebenshilfe München. Es geht häufig um Alltagsprobleme, um Fragen der Betreuung, Anträge und rechtliche Aspekte, aber auch immer häufiger um das Thema Sucht. Dabei wird nur selten direkt zum Thema Sucht angefragt. „In der Regel ist es so, dass der Wunsch den Betreuten in eine engmaschigere Betreuung zu geben der Anlass ist, uns zu kontaktieren. Und dann ergibt sich im Gespräch, oft auch erst im zweiten stattfindenden Aufsuchen unserer Beratungsstelle, das Thema Sucht“, erklärt Margret Meyer-Brauns.

Dabei wird das Thema von Geschwistern von Menschen mit Behinderung häufiger thematisiert als von den Eltern. Am häufigsten sind es von Adipositas Betroffene, Alkohol kommt an zweiter Stelle und danach der Zigaretten-Konsum, der Angehörigen zu schaffen macht. Beratungen zu anderen Suchtmittel – sei es Marihuana, Kokain, Medikamente, Computer, Kaufsucht – wurden bislang bei der Beratung der Lebenshilfe München nicht angefragt. Margret Meyer-Brauns vermutet dahinter den Mangel an Geld.    Weiterlesen

„Ich habe noch nie einen glücklichen Alkoholiker gesehen“

Vom Spannungsfeld der Lebenshilfe-Einrichtungen sprach Jürgen Hollick vom Bildungswerk des Bayerischen Bezirkstages in seinem Vortrag bei der Lebenshilfe München (siehe Bericht). „Menschen mit geistiger Behinderung soll möglichst viel an Freiheit und Selbstbestimmung gegeben werden. Anderseits obliegt der Lebenshilfe die Fürsorgepflicht und die ist in letzter Konsequenz dominant“, führt er aus.

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Professor Dr. Vitalij Kazin verdeutlicht das Ausmaß von Suchterkrankungen

Aktuell wurde das Thema vor dem Hintergrund der Suchtgefahr, die gesellschaftlich ganz allgemein stark steigend ist, aber auch innerhalb der Lebenshilfe-Einrichtungen. Darum warnte Christian Kerler, Koordinator der Lebenshilfe München für den Bereich Wohnen, vor der ‚großen Freiheit‘.

„Je stärker der Bereich des selbstbestimmten Wohnens ausgebaut wird, desto mehr sind auch Menschen mit geistiger Behinderung allen Aspekten des gesellschaftlichen Zusammenlebens ausgesetzt“, argumentiert er. „Menschen mit geistiger Behinderung können nicht so gut differenzieren und sind auch leicht zu beeinflussen. Wenn dann das gesellschaftliche Umfeld, zum Beispiel in Problemviertel, nicht stimmt, wächst auch die Gefahr durch Suchtmittel stark an.“  Weiterlesen

Die Sucht macht auch vor Menschen mit Behinderung nicht Halt

Die Lebenshilfe München greift mit der Suchtgefahr ein heißes Thema auf

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Menschen sollen in die Gesellschaft eingebunden, ein selbstverständlicher Teil davon sein. Das ist eines der großen Themen bei der aktuellen Flüchtlingskrise und eine Zukunftsaufgabe für Deutschland. Es ist aber auch seit über 50 Jahren ein zentrales Thema der Lebenshilfe. Die Forderungen von Gesellschaft, Interessenverbänden und Politik gehen dabei immer weiter. So soll es künftig immer weniger Einrichtungen der Behindertenhilfe geben, dafür Inklusiv-Kindergärten und Schulen oder auch vermehrt ein betreutes Einzelwohnen für Menschen mit geistiger Behinderung.   Weiterlesen

Vortragsabend SUCHT und Behinderung

Eine Schattenseite von Freiheit und Selbstbestimmung

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens ist eine zentrale Forderung unserer Zeit. Eines der großen Ziele dabei ist die Selbstbestimmung, Menschen sollen für sich selbst entscheiden können und dürfen, auch Menschen mit geistiger Behinderung. Inklusion und Selbstbestimmung haben für diesen Personenkreis aber auch Schattenseiten, formuliert es Christian Kerler von der Lebenshilfe München.   Weiterlesen