16 Monate inklusive WG der Lebenshilfe

Vor über einem Jahr wurde von der Lebenshilfe München in der Hermann-von-Sicherer Straße in München-Sendling eine inklusive Wohngemeinschaft (WG) eröffnet. Vier StudentInnen und sechs Menschen mit geistiger Behinderung leben gemeinsam in einem Stadthaus mit Garten zusammen. Die Redaktion hat nachgefragt, wie sich dieses Experiment bewährt hat und sich mit der Erziehungswissenschaftlerin und Einrichtungsleiterin Cindy Kirsch unterhalten.

Zum Abschied gab es ein großes Kuchenbuffet von Herrn Weinel, der sich auf diesem Wege für das gute Miteinander bedankt.

Redaktion: „Für die Lebenshilfe München ist diese Form des Zusammenlebens und der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung neu. Was waren die Voraussetzungen, wie hat man sich darauf vorbereitet?“

Cindy Kirsch:
„Wir haben zunächst geschaut, dass wir auf beide Seiten geeignete Kandidaten finden. Die Menschen mit geistiger Behinderung sollen zu einem selbständigen Leben fähig sein und die StudentInnen für die sich ihnen stellenden Herausforderungen.

Redaktion: „Herausforderungen für die StudentInnen, welche?“

Cindy Kirsch:
Sie müssen sich nicht um pflegerische Tätigkeiten kümmern, das machen wir mit Fachpersonal von der Lebenshilfe. Sie sollten aber offen und kommunikativ sein, wie es für jede andere WG von Vorteil ist.

Redaktion: „War und ist das ausreichend, wurden die StudentInnen vorbereitet?“

Cindy Kirsch:
„Wir haben die Bewohner natürlich vorab geschult, um ihnen ein ganz allgemeines Verständnis für Menschen mit geistiger Behinderung zu vermitteln. Wir haben sie im Einzelnen aber nicht ‚gebrieft‘, denn den persönlichen und menschlichen Umgang müssen sie selbst bewältigen.“

Redaktion: „Und das hat funktioniert?“

Cindy Kirsch:
„Ja, wir haben bis heute keine Beschwerden erhalten, ganz im Gegenteil. Die Gruppe fand schnell zueinander und das Zusammenleben ist für beide Seiten ein Gewinn. Die Grenzen zwischen StudentInnen und Bewohner sind fließend. Ob gemeinsames Einkaufen, Ausflüge oder zivilisierte Hauspartys – es ist ein harmonisches Miteinander. Auch der WG-Alltag mit allen Aufgaben und Herausforderungen hat sich sehr gut gestaltet. Im Hintergrund steht natürlich das Fachpersonal der Lebenshilfe München.“

Redaktion: „Zwei Bewohnerinnen, Lisa und Sophie, sitzen mit am Tisch. Was sagen sie selbst zur Situation und Entwicklung?“

StudentInnen: „Wir können das nur bestätigen. Unser Verhältnis ist herzlich. Selbst wenn Freunde zu Besuch kommen, sind sie überrascht von unserem guten Miteinander und fragen häufig nach, wie es so ist, das Zusammenleben mit Menschen mit geistiger Behinderung“, erzählen sie lachend. „Es gibt keine Unterschiede. Wir leben zusammen, entscheiden die Dinge gemeinsam und haben viel Spaß miteinander.“

Redaktion: „Was muss man als Bewohner mitbringen“?

StudentInnen: „Man muss offen sein. Aufmerksamkeit ist hier vielleicht der Schlüssel. Aufeinander achthaben, eben in Beziehung leben. Eine angenehme Besonderheit ist dabei die direkte und offene Art von Menschen mit geistiger Behinderung. Da wird häufig nicht lange um eine Sache herum geredet, sondern sie wird unkompliziert und ohne Hintergedanken einfach auf den Punkt gebracht. Das ist aber nicht nachteilig, im Gegenteil. Wir lernen und profitieren davon.“

Redaktion: „Das hört sich gut an. Würden sie erneut in so eine WG einziehen?“

StudentInnen: „Ja, sofort. Leider aber endet in den nächsten Wochen unsere Zeit hier. Das Studium steht vor dem Abschluss und die Reise geht weiter.“

Redaktion: „Für die Lebenshilfe München also ein Erfolgsmodell. Gibt es weitere Projekte in diese Richtung?“

Cindy Kirsch:
„Ja, wir haben bereits die Zusage für ein WG-Projekt in München-Freiham. Hier entsteht ein neues Münchner Vorzeigeprojekt, ein inklusiver Stadtteil. Darüber hinaus plant die Lebenshilfe München weitere Wohngemeinschaften. Das aber ist in München nicht so einfach, denn Wohnraum oder gar ein Haus sind teuer und schwer zu finden.“

Redaktion: Zu dem Interview saßen wir im großen hellen Gemeinschaftsraum der WG zusammen, er hat sich immer mehr zum Lebensmittelpunkt entwickelt. Auch im Untergeschoss gestaltete die WG einen Freizeitraum. Gemeinsame Fernseh- bzw. DVD-Abende stehen hier hoch im Kurs. Mit dem beginnenden Frühjahr ist auch die Terrasse und der Garten wieder ein beliebtes Stück Natur im Herzen von München.

Link: Lesen Sie mehr über die Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München in … unter:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/11/23/eine-inklusive-lebenshilfe-wg-in-obersendling/

Lebenshilfe beim Bowling mit Riverbed Technology

In dieser Jahreszeit kommt die Lebenshilfe München Wohnen GmbH immer häufiger in das Vergnügen, dass sich Unternehmen aus der freien Wirtschaft für die KlientInnen Zeit nehmen, um im Zuge von Social Volunteering-Aktionen einen Mehrwert zu schaffen. Am 11. November hatten KlientInnen und MitarbeiterInnen der Wohngruppen St.-Quirin-Straße großen Spaß beim Bowlen, gemeinsam mit dem Unternehmen Riverbed Technology.

Mit Namensschildern ausgestattet gingen in gemischten Teams KlientInnen, MitarbeiterInnen der Lebenshilfe München Wohnen GmbH und der Firma Riverbed Technology in den Wettkampf, wer mehr Pins zum Fliegen bringt. Die Namensschilder sind für alle Beteiligten wichtig, da es bei so einem sportlichen Event heiß her geht und man die Unterstützung von der Tribüne bei jedem Wurf gebrauchen kann.

Viel Spaß und nicht ganz wichtige Ergebnisse

Schon beim ersten Kennenlernen, also bevor es richtig losging, wurde die Frage der Anrede geklärt. Die Beteiligten waren sich alle sehr schnell einig: „Du“ wäre die richtige Form für diese Veranstaltung. Und so kamen alle Vornamen der Beteiligten auf Namensschilder und die Spiele konnten beginnen. Am Ende waren aber natürlich doch die Ergebnisse unwichtig. Weiterlesen

Neue Ehrenamts-Vertretung bei der Lebenshilfe München

Die OBA der Lebenshilfe München erreicht mit Ihren Angeboten etwa 500 Menschen in und um München. In den wöchentlichen Clubs, bei den Angeboten aus dem Freizeit- und Bildungsprogramm und auf den Reisen verbringen Menschen mit und ohne Behinderung ihre Freizeit zusammen. Das alles ist möglich durch das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. „Mit unseren begleiteten Reisen sind wohl an die 100 Ehrenamtlichen bei uns aktiv“, erzählt die Sozialpädagogin Monika Barbato.

Viel Organisation und Abstimmung

Die neue Ehrenamtlichen-Vertretung der OBA (von links n. r.): Heike Bloching-Schwarz, Angelika Eisele und Dominik Cappello. Nicht im Bild ist Max Kreutzer

Da ist viel Organisation und Abstimmung gefragt. Deswegen wird bei der OBA der Lebenshilfe München schon lange eine eigene Ehrenamts-Vertretung gewählt, die für fünf Jahre im Amt bleibt. Im Januar waren Neuwahlen und die neuen Vorsitzenden, Heike Bloching-Schwarz, Angelika Eisele, Dominik Cappello und Max Kreutzer kamen zu einem ersten Arbeitstreffen gemeinsam mit den Hauptamtlichen zusammen. Die Ehrenamtlichen-Vertretung ist das Bindeglied zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen.   Weiterlesen

Samstag: Münchner Inklusionssportfestival Marienplatz

Am Samstag, 23. Juni 2018 beginnt um 11:00 Uhr auf dem Münchner Marienplatz das erste Münchner Inklusionssportfestival. „Lernen Sie vielseitige Sportarten kennen, staunen Sie bei den Vorführungen von Yoga, Basketball, Fußball, Handball oder bei den Vorführungen auf der großen Showbühne“, heißt es in der Ankündigung.

Dabei geht es nicht so sehr um ‚Show‘, denn im Blickpunkt steht immer der Mensch selbst. Was Menschen mit Behinderung aber zu leisten in der Lage sind, wird im sportlichen Bereich vor allem bei den Paralympics eindrucksvoll gezeigt. Im täglichen Leben, in der Begegnung von ‚Mensch zu Mensch‘, braucht es keine Spitzenleistungen sondern das ganz normale Maß an Spaß und Freude an der Bewegung, am Sport.   Weiterlesen

Spaß, Spiel und Sport beim Schwimmtraining der Lebenshilfe München

Die Wohngruppe der Lebenshilfe München in Giesing ist eine von elf Einrichtungen in Stadt und Landkreis München. Jede Gruppe ist individuell geprägt, den Rahmen stellt die Lebenshilfe und sie lebt häufig vom Engagement der Betreuer. In München-Giesing zählen zum Team von Einrichtungsleiterin Birgit Fleischmann Tatjana Jan und Harald Stinglwagner. Sie betreuen zwei Schwimmgruppen, die Harald Stinglwagner vor 15 Jahren als ‚Spätberufener‘ gegründet hat. Ihr Motto heißt: Spaß, Spiel und Sport und damit leisten sie einen aktiven Beitrag zur Inklusion.

Sein Weg führte ihn über die Bundeswehr und später vom TÜV-Prüfer hin zur Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung. „Für mich war die deutsche Wiedervereinigung eine Zäsur, und später mein Leben lang unter alte Autos zu schauen, war nicht mein Lebensweg. So entschied ich mich zu einem Wechsel in den sozialen Bereich, wo ich heute vor allem mit vielen netten Menschen zusammenarbeite.“ Harald ist dabei vorausschauend, und arbeitet ’nur‘ 32-Stunden die Woche, wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen. „Das erhält den nötigen Freiraum um zur Arbeit, die physisch und mental immer viel fordert, den nötigen Ausgleich zu schaffen.“   Weiterlesen