Teilhabe ganz praktisch vermittelt

2020 greifen Neuerungen aus dem Bundes-Teilhabegesetz mit
bedeutsamen Änderungen in den Wohnstätten der Eingliederungshilfe

Die Bewohner-Vertreter der Lebenshilfe München informierten sich über die Neuerungen durch das Bundes-Teilhabegesetz. Aus allen Einrichtungen (München Land Süd, Stadt West und Stadt Mitte) trafen sich die Heimbeiräte und Bewohnersprecher in der Geschäftsstelle. Sie waren der Einladung von René Pfeifer gefolgt, der alle Bewohnervertreter der Wohnen GmbH über die anstehenden Änderungen ab dem 01. Januar 2020 informieren wollte.

Interessiert und aufmerksam verfolgten die gewählten Vertreter der BewohnerInnen den Vortrag. René Pfeifer, Bereichsleiter Wohnen, referierte in ‚Leichter Sprache‘ und veranschaulichte seinen Vortrag mit Piktogrammen, so dass er gut verständlich war.

Schwere Worte und leichte Sprache

Es galt schwierige Begriffe wie ‚Maßnahmenpauschale‘, ‚Investitionsbetrag‘ und ‚Grundpauschale‘ zu verstehen, was kein leichtes Unterfangen war. Einfacher war es mit Begriffen wie ‚Gelder für die Mitarbeiter‘, für ‚Miete, Strom, Heizung‘, Ausgaben für Essen und Trinken‘ sowie für das Kleidergeld.

Stefan S. meinte: „So ein Wohnplatz ist ja ganz schön teuer“. Er ist einer der Bewohner-Vertreter aus der Wohneinrichtung München Land Süd (Putzbrunn).

Jessica Z. möchte, dass ihre Miete weiterhin vom Bezirk direkt an die Lebenshilfe gezahlt wird. „Das Geld für Essen und Trinken, Kleidergeld und den Barbetrag möchte ich auf mein Konto überwiesen bekommen“ äußerte sie ihren Wunsch. Jessica Z. aus dem Wohntraining freute sich darauf, erste Informationen über das Bundes-Teilhabegesetz an die Bewohner weitergeben zu können.

Gabriele F. aus der Wohneinrichtung München Stadt West fragte: „Weiß meine gesetzliche Betreuerin auch über die Veränderungen Bescheid?“ Sie war beruhigt zu hören, dass es bereits Informationsveranstaltungen über die bevorstehenden Veränderungen für die gesetzlichen Betreuer und Angehörigen gegeben hat.

Für sich selbst entscheiden können

Jeder Bewohner mit Fragen zum Bundes-Teilhabegesetz kann sich an die Einrichtungsleiter und pädagogischen Fachdienste der Wohneinrichtungen oder direkt an Wohnbereichsleiter René Pfeifer wenden. Er gab jedem Bewohner-Vertreter eine Visitenkarte mit seinen Daten um den Kontakt zu erleichtern.

Gut informiert können die Bewohner jetzt das Gespräch mit ihren gesetzlichen Betreuern aufnehmen und selbst entscheiden. Welche Gelder sollen weiterhin direkt vom Bezirk an die Lebenshilfe München gezahlt werden, oder sollen Teile der Gelder auf das eigene Konto kommen? Er muss dann selbstverantwortlich mit Unterstützung der gesetzlichen Betreuer die Kosten an die Lebenshilfe München überweisen. Die ‚Fachleistung‘ überweist der Bezirk weiterhin direkt an die Lebenshilfe München.

„Es war sehr gut, dass wir über das Thema so gut informiert worden sind. Wir sind sicher, dass wir uns keine Sorgen machen müssen, auch nicht nach Silvester“, so das einstimmige Fazit nach der Veranstaltung.

Mal im Ernst, lass uns über Sex reden!

(gsp) Soeben lese ich im Internet gleich auf der Startseite die Überschrift, „Helene Fischer zeigt sich sexy wie nie“. Doch auch so ist klar, wir werden täglich mit ‚Sex‘ konfrontiert, meist geht es um Äußerlichkeiten bis hin zum Spaßfaktor. Doch ‚Sex‘ ist mehr, viel mehr, er ist Ausdruck unserer Persönlichkeit, und die Entwicklung der Sexualität ist ein lebenslanger individueller, geschlechts- und gesellschaftsspezifischer Prozess. Er ist vor allem Teil der persönlichen Entfaltung und der eigenen Identität. Die Lebenshilfe München hat sich dem Thema nun angenommen und mit Rebekka Fuchs M.A. eine versierte Referentin gefunden. Wir veröffentlichen einen Auszug aus ihrem Vortrag.

Gelebte Sexualität von Menschen mit geistiger Behinderung

Mit dem Titel ihres Vortrages, „(Gelebte) Sexualität von Menschen mit geistiger Behinderung – Ist selbstbestimmte Sexualität möglich?“ erweitert sie den Themenkreis auf ein spezifiziertes Feld. Die Behinderung, die Sexualität, wie verhält sich beides zueinander? Die prominente Autorin Prof. Dr. Barbara Ortland bezeichnet „Sexualität als Lebensenergie, die sich des Körpers bedient, aus vielfältigen Quellen gespeist wird, ganz unterschiedliche Ausdrucksformen kennt und in verschiedener Hinsicht sinnvoll ist.“ Mit der Forderung nach mehr Selbstbestimmung, Autonomie und Teilhabe für Menschen mit Behinderung hat das Thema „Sexualität und Behinderung“ besondere Aktualität gewonnen.   Weiterlesen

Ein selbstbestimmtes Leben führen

Menschen begleiten und fördern hin zu mehr Verantwortung

Christian Kerler ist Koordinator bei der Lebenshilfe München für den Bereich ‚Wohnen‘. Er freut sich über die geplante Modernisierung von drei alten Wohnhäusern des Elternvereins in München. „Es leben dort 40 Menschen mit geistiger Behinderung in stationärer Betreuung und das seit 30, 40 Jahren. Was damals ‚guter Standard‘ war, ist heute rückständig. Ich freue mich darum auf große helle Zimmer mit Dusche und WC, auf Barrierefreiheit und einer möglichen Betreuung rund um die Uhr. Wir können sie in einer Einrichtung mit 24 Plätzen anbieten. Das ist für die hier lebenden Menschen ein echter Gewinn.“  Weiterlesen