Die Selbstbestimmung muss weiter gehen

Ganz neue Erfahrungen und einen intensiven Austausch erlebten die zwei Selbstvertreter der OBA der Lebenshilfe München in der Video-Konferenz.  –  Fotos: Lebenshilfe München

Dennoch bleibt es ein Ziel der Lebenshilfe und auch aller anderen Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und sie auf den Weg dorthin zu fördern. Ein wichtiger Baustein dafür sind ‚Selbstvertretungen‘, in denen sich Menschen mit Behinderung selbst für ihre Belange einsetzten. Solche Selbstvertretungen gibt es etwa im Bereich der OBA, der Wohneinrichtungen oder der Werkstätten.

Bedarf ermitteln und Hilfen bekommen

Der Lebenshilfe Landesverband Bayern hatte jetzt zu einer Tagung unter dem Motto „Selbst-Vertretung geht weiter – na klar!“ geladen. 80 engagierte Menschen mit Behinderungen tauschten sich auf der ersten digitalen Fach-Tagung für Selbstvertreter der Lebenshilfe Bayern aus. Im Mittelpunkt standen die Vorträge von Gastredner Michael Groß (Caritas Nürnberger Land) und Holger Kiesel, Behindertenbeauftragter Bayern. Sie sind überzeugt, dass Selbst-Vertretung auch in Corona-Zeiten weitergehen wird und muss. Wichtig ist aktuell ebenso das Bedarfs-Ermittlungs-Instrument in Bayern. Holger Kiesel informierte, wie man hier auch künftig die Hilfe bekommt, die man braucht.

Bei der Lebenshilfe München nahm für die OBA die Sozialpädagogin Julia Bader teil und mir ihr zwei Selbstvertreterinnen. Als ‚Tagungsort‘ eignete sich der große Gemeinschaftsraum der Einrichtung, wo man bei genügend Platz die Abstandsregeln einhalten kann. Auch an Technik ist die Lebenshilfe München mit großen Bildschirmen gut ausgestattet. „Bei der Einrichtung der Videokonferenz habe ich zunächst Hilfe geleistet, doch dann konnten wir alle teilnehmen. Anfangs war es für die Selbstvertreterinnen ungewohnt, „mit dem Bildschirm zu sprechen“, doch das legte sich nach einer Weile. Die Tagung dauerte einige Stunden und wir wurden alle ermutigt, die Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung weiter voran zu bringen.“

Mehr Informationen dazu finden Sie unter:
https://www.lebenshilfe-bayern.de/aktuelles/

Teilhabe ganz praktisch vermittelt

2020 greifen Neuerungen aus dem Bundes-Teilhabegesetz mit
bedeutsamen Änderungen in den Wohnstätten der Eingliederungshilfe

Die Bewohner-Vertreter der Lebenshilfe München informierten sich über die Neuerungen durch das Bundes-Teilhabegesetz. Aus allen Einrichtungen (München Land Süd, Stadt West und Stadt Mitte) trafen sich die Heimbeiräte und Bewohnersprecher in der Geschäftsstelle. Sie waren der Einladung von René Pfeifer gefolgt, der alle Bewohnervertreter der Wohnen GmbH über die anstehenden Änderungen ab dem 01. Januar 2020 informieren wollte.

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Mal im Ernst, lass uns über Sex reden!

(gsp) Soeben lese ich im Internet gleich auf der Startseite die Überschrift, „Helene Fischer zeigt sich sexy wie nie“. Doch auch so ist klar, wir werden täglich mit ‚Sex‘ konfrontiert, meist geht es um Äußerlichkeiten bis hin zum Spaßfaktor. Doch ‚Sex‘ ist mehr, viel mehr, er ist Ausdruck unserer Persönlichkeit, und die Entwicklung der Sexualität ist ein lebenslanger individueller, geschlechts- und gesellschaftsspezifischer Prozess. Er ist vor allem Teil der persönlichen Entfaltung und der eigenen Identität. Die Lebenshilfe München hat sich dem Thema nun angenommen und mit Rebekka Fuchs M.A. eine versierte Referentin gefunden. Wir veröffentlichen einen Auszug aus ihrem Vortrag.

Gelebte Sexualität von Menschen mit geistiger Behinderung

Mit dem Titel ihres Vortrages, „(Gelebte) Sexualität von Menschen mit geistiger Behinderung – Ist selbstbestimmte Sexualität möglich?“ erweitert sie den Themenkreis auf ein spezifiziertes Feld. Die Behinderung, die Sexualität, wie verhält sich beides zueinander? Die prominente Autorin Prof. Dr. Barbara Ortland bezeichnet „Sexualität als Lebensenergie, die sich des Körpers bedient, aus vielfältigen Quellen gespeist wird, ganz unterschiedliche Ausdrucksformen kennt und in verschiedener Hinsicht sinnvoll ist.“ Mit der Forderung nach mehr Selbstbestimmung, Autonomie und Teilhabe für Menschen mit Behinderung hat das Thema „Sexualität und Behinderung“ besondere Aktualität gewonnen.   Weiterlesen

Ein selbstbestimmtes Leben führen

Menschen begleiten und fördern hin zu mehr Verantwortung

Christian Kerler ist Koordinator bei der Lebenshilfe München für den Bereich ‚Wohnen‘. Er freut sich über die geplante Modernisierung von drei alten Wohnhäusern des Elternvereins in München. „Es leben dort 40 Menschen mit geistiger Behinderung in stationärer Betreuung und das seit 30, 40 Jahren. Was damals ‚guter Standard‘ war, ist heute rückständig. Ich freue mich darum auf große helle Zimmer mit Dusche und WC, auf Barrierefreiheit und einer möglichen Betreuung rund um die Uhr. Wir können sie in einer Einrichtung mit 24 Plätzen anbieten. Das ist für die hier lebenden Menschen ein echter Gewinn.“  Weiterlesen