60 Jahre Lebenshilfe München: Meilensteine

1960 waren Peter und Gabriele bei den Neugeburten in München die beliebtesten Namen. Es wurde gegen eine zweite Startbahn in Riem demonstriert, die Armut von Rentnern angeprangert, eine Städtepartnerschaft mit Verona geschlossen, Hans-Jochen Vogel wird mit 34 Jahren Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, die Zahl der Gastarbeiter steigt und erste Pläne für eine eigene Studentenstadt entstehen. 1960 gründeten aber auch zwölf Eltern die Lebenshilfe München, in einer Zeit, nur 15 Jahre nach der NS-Schreckensherrschaft, als man Menschen mit Behinderung noch mit vielen Vorbehalten begegnete. Die Lebenshilfe München möchte mit ihrer Chronik „Meilensteine“ darum die besondere Entwicklung des Vereins und das Engagement der Eltern würdigen.

Meilensteine der Lebenshilfe München

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Am 12. Juli des Jahres wird von Mathilde Eller zusammen mit elf Eltern von Menschen mit Behinderung die „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e.V.“ gegründet. Heute heißt der Verein: „Lebenshilfe München e.V. Stadt und Landkreis“, hat rund 1000 Mitglieder und ist damit einer der größten Elternvereinigungen Deutschlands.

Es war ein langer und harter Weg der Eltern, galten doch Menschen mit geistiger Behinderung als dafür ungeeignet. Heute völlig unvorstellbar, doch damals musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Menschen mit geistiger Behinderung sollten nicht mehr nur verwahrt – etwa in Psychiatrien – und versorgt, sondern gezielt gefördert werden.

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Die erste Heilpädagogische Tagesstätte in der Dietlindenstraße wird eröffnet. Vier Jahre später ziehen die MitarbeiterInnen mit den Kindern in angemietete Räumlichkeiten in der Neuherbergstraße.

„Parallel zum Älterwerden der Kinder wuchsen die Angebote der Lebenshilfen in ganz Deutschland, auch in München. In den Heilpädagogischen Tagesstätten etwa betreuen wir die Menschen bis zum 18. Lebensjahr, und die Werkstätten ermöglichen den Einstieg und Verbleib im Berufsleben“, erklärt Peter Puhlmann, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München.

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Gemeinsam mit der Stuttgarter Stiftung für Bildung und Behindertenförderung GmbH wird die Werkstatt in der Scharnitzstraße gegründet. Inzwischen arbeiten insgesamt rund 600 MitarbeiterInnen mit Behinderung in der Werkstatt.
Außerdem wird die Elternberatung als separate Anlaufstelle mit einem eigenen Büro eingerichtet. Zuvor waren Beratungsgespräche nebenbei geleistet worden. Vor einigen Jahren wurde aus der „Elternberatung“ dann die „Angehörigenberatung“ und die Zahl der Beratungen zu unterschiedlichen Anliegen und Fragen beläuft sich inzwischen auf knapp 800 pro Jahr.

Ja damals, bis 1970, war die Lebenshilfe in München noch ein kleiner Verein, doch wir hatten immerhin schon 1000 Mitglieder. Neben einem kleinen Büro gab es noch eine Sekretärin, aber keine Wohnstätten, keine OBA und auch noch keine Elternberatung, zumindest offiziell nicht. Denn geholfen haben wir uns gegenseitig immer“, erinnert sich die Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe München, Gerlinde Englmann.

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Die Mobile Frühförderung beginnt mit ihren Einsätzen für Kinder von der Geburt bis zum Schuleintritt. Heute gibt es vier Frühförderstellen an verschiedenen Standpunkten in der Stadt und im Landkreis München.

Sehr viele Impulse und Fortschritte sind dabei dem unglaublichen Einsatz der betroffenen Eltern geschuldet, sowie den engagierten Pädagogen und Lehrkräften. Auch manches Gesetz, etwa die Novellierung des Bundessozialhilfegesetzes 1974 mit der Einführung eines einheitlichen Behindertenbegriffes, war nötig, um die rechtlichen Rahmenbedingungen und Fördergelder zu erwirken.

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Die Offene Behinderten Arbeit (OBA) nimmt ihren Dienst auf. Über 300 TeilnehmerInnen nehmen auf ganz unterschiedliche Weise an den vielfältigen Angeboten zur Freizeitgestaltung und Bildung für Kinder, Jugendliche und erwachsene Menschen mit Behinderung teil und rund 100 ehrenamtliche MitarbeiterInnen begleiten sie dabei.
Das L.I.E.S.-Heft erscheint erstmals. Mehrmals hat es seither sein Äußeres verändert. Dabei ist es umfangreicher und bunter geworden. Seit 2017 kommt die Mitgliederzeitschrift dreimal im Jahr heraus und wird auch in Ingolstadt und Landsberg a. Lech mit einem jeweils anderen Lokalteil von Lebenshilfe-Mitgliedern gelesen.

Ziel war und ist bis heute natürlich die Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung, aber auch eine Entlastung von Eltern oder Betreuern. „Dabei ist wichtig“, ergänzt Harry Zipf, Leiter der OBA bei der Lebenshilfe München, „unserer Arbeit schafft Inklusion, also das Zusammenführen von Menschen mit und ohne Behinderung, auch wenn damals noch von Integration gesprochen wurde. Die Lebenshilfe war von Anfang an auf einem guten Weg, etwa mit der Gründung erster Freizeitclubs in Giesing, Haidhausen, Obermenzing.“

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Die erste Wohnstätte für erwachsene Menschen mit Behinderung wird in der Hofbauernstraße eröffnet. Inzwischen wohnen etwa 150 Menschen mit geistiger Behinderung in Wohnstätten, Wohngruppen und ambulant betreut in Wohnungen in unterschiedlichen Stadtteilen und im Landkreis.

In den 80er Jahren folgten gleich sechs weitere Häuser und Wohnungen, wo Menschen mit geistiger Behinderung in kleinen Gruppen von bis zu 12 Personen unter Betreuung zusammenleben und ihren Alltag weitgehend selbständig gestalten. Alle Bewohner sind tagsüber in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung berufstätig.
Für den Elternverein bedeutete es nicht nur eine enorme finanzielle Leistung – für jedes der Häuser und Wohnungen bis zu einer Million Deutsche Mark. Es mussten die Objekte gefunden werden, Angebote verglichen, Verhandlungen geführt, Umbauten durchgeführt und letztlich auch die Organisation des Ganzen bis hin zum Bezug und zur Betreuung der Wohngruppen geleistet werden. Es war für die Lebenshilfe Neuland.

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In der Neuherbergstrasse wird eine Heilpädagogische Tagesstätte, eine Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) und eine Schule für Kinder mit geistiger Behinderung gebaut und eröffnet. Heute gibt es vier Heilpädagogische Tagesstätten der Lebenshilfe München, in denen insgesamt etwa 150 Kinder und Jugendliche in kleinen Gruppen betreut und gefördert werden.

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Der Familienentlastende Dienst (heute: Familienunterstützende Dienst) wird eingerichtet, um erstmals individuelle, stundenweise die Begleitung von Angehörigen mit Behinderung zu übernehmen. Heute sind es etwa 330 Familien, die mal mehr, mal weniger intensiv unterstützt werden.

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Die Lebenshilfe München übernimmt die Schulträgerschaft für die Private Schule zur individuellen Lebensbewältigung (heute: Silvia-Görres-Schule mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“) in der Neuherbergstraße.

In den 90er-Jahren war die Lebenshilfe München bereits zu einer großen Organisation angewachsen. Von der Frühförderung, den Heilpädagogischen Tagesstätten (HPT), über die Werkstätten bis hin zu den Wohneinrichtungen, Beratungsdiensten und der Offenen Behindertenarbeit deckte der Elternverein die gesamte ‚Lebens-Wirklichkeit‘ von Menschen mit Behinderung ab. Er gab auch den Eltern Raum und Sicherheit im Streben nach einer bestmöglichen Förderung ihrer Kinder. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landkreis München entwickelte sich gut, man war ihr ein verlässlicher Partner in vielen sozialen Bereichen geworden.

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Nach langer Bauphase zieht die Geschäftsstelle des Vereins mit mehreren Einrichtungen der Lebenshilfe München in die St.-Quirin-Straße.

Am 03. Juli 1997 war die offizielle Eröffnung und am 13. November 1997 hielt die Lebenshilfe München ihre erste Vorstandssitzung in dem neuen Vortragsraum der Zentrale der Lebenshilfe München in der St.-Quirin-Straße ab. „1996 haben 320 Mitarbeiter und 100 Ehrenamtliche für die Einrichtungen und die Offene Behindertenarbeit sehr viel geleistet, hieß es in dem Geschäftsbericht.“

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Die „Stiftung Lebenshilfe München“ wird gegründet. Sie ist aus dem „Förderverein Lebenshilfe München“ hervorgegangen.

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In Putzbrunn wird eine neue Wohnstätte für 18 Erwachsene mit schwerer Mehrfachbehinderung eröffnet.

Bereits 1994 eröffnete man den ersten Komplex. Es hieß dazu: „die Nachfrage nach betreuten Wohnplätzen für Menschen mit geistiger Behinderung war ungebrochen groß. Von 1992 an war der Elternverein neben dem laufenden Betrieb mit dem Bau des großen Wohnheimes in Putzbrunn beschäftigt. 1993 gab es für 34 Wohnplätze 160 Vormerkungen. Die Nachfrage war sehr hoch, auch die Kosten.
„Das Wohnheim Putzbrunn wird mit 6,4 Millionen DM Gesamtkosten abschließen. Rund 1,4 Millionen müssen nachfinanziert werden“, heißt es damals in einer Ausgabe des L.I.E.S. – Heftes. 1994 feierte man dann die Eröffnung der Wohneinrichtung in der Waldkolonie von Putzbrunn, im Landkreis München.

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Gründung der beiden GmbH`s „Kinder und Jugend“ und „Wohnen“.
Die erste Klientin zieht ins Ambulant Betreute Einzelwohnen.

Die Fülle an Diensten und Aufgaben verlangte nach neuen Strukturen. Bereits ab 1997 beschäftigte sich ein eigenes Gremium damit. Zehn Jahre später, 2007 war es dann soweit. Man trennte das laufende Geschäft aus den 10 Wohnstätten organisatorisch vom Verein. Der Besitz an den bestehenden alten Stadthäusern, Wohnungen und der modernen Einrichtung in Putzbrunn verblieb natürlich zu 100 Prozent beim Verein der Lebenshilfe München e.V.. Im Jahr 2012 dann verpflichtete die Lebenshilfe München den Dipl. Pädagogen und Univ. Sozialbetriebswirt Peter Puhlmann als Geschäftsführer. Er bringt die Neuorganisation, die Modernisierung und die neuen Strukturen der Lebenshilfe München entscheidend voran.

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Start der Schulbegleitung für Kinder. Die Nachfrage steigt seither stetig.
Einrichtung der ersten Seniorengruppe mit interner Tagesstruktur und Nachtdienst, also 24-Stunden-Betreuung für Rentner, in der St.-Quirin-Straße.

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Erweiterung der internen Tagesstruktur für Rentner in Wohngruppen und Start einer Tagesstruktur für Erwachsene nach dem Erwerbsleben (TENE) für externe Tagesbesucher in Putzbrunn.
Außerdem startet die Lebenshilfe als einziger Träger in München das neue Konzept „Trainingswohnen“ in den Wohnheimen im Kiem-Pauli-Weg und in der Berliner Straße. Hier leben ab jetzt Menschen mit Behinderung, die auf ihren Umzug in Ambulant Betreutes Wohnen vorbereitet werden.

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Die erste Ambulant Betreute Wohngemeinschaft in der Landsbergerstraße wird eingeweiht.
Das Thema ‚Wohnen‘ ist bei der Lebenshilfe München nicht abgeschlossen. Länger schon ist die Forderung ‚Ambulant vor Stationär‘ aktuell. Es ist darüber hinaus ein weiterer wichtiger Schritt für Menschen mit Behinderung in die Selbständigkeit. Auch für Menschen mit geistiger Behinderung muss die Möglichkeit bestehen, allein etwa in einem Appartement zu leben. Eine Unterstützung und Begleitung erfolgt dann ambulant.

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Die erste inklusive Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München wird in der Hermann-von-Sichererstraße eröffnet.
Ambulanter Pflegedienst der Lebenshilfe München nimmt seine operative Tätigkeit im Wohnbereich auf und steht auch externen Kunden offen.

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Der Neubau im Willinger Weg wird fertiggestellt. Aus dem ehemaligen Wohnhaus wird eine moderne Wohnstätte für 24 Bewohner. Dieser Neubau ist nicht nur barrierefrei, sondern jeder Bewohner hat nun erstmals ein Bad mit Dusche und Toilette in seinem Zimmer.

Weitere Links und Geschichten von der Lebenshilfe München:

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/03/15/lebenshilfe-vom-elternverein-hin-zu-einem-gemeinnuetzigen-wirtschaftsunternehmen/

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/03/28/lebenshilfe-muenchen-gewinnt-an-bedeutung/

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/04/18/lebenshilfe-muenchen-geht-neue-wege/

Neue Leitung für die HPT und die Silvia-Görres-Schule der Lebenshilfe München

Nach vielen Jahren ging Irene Prestele (wie berichtet) als Schulleiterin der Silvia-Görres-Schule in den Ruhestand. Die Stelle ist jetzt mit der Sonderpädagogin Sabine Janowitz neu besetzt. 38 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden in der Einrichtung der Lebenshilfe München unterrichtet und betreut. Sabine Janowitz kennt die Schule, war als Lehrkraft bereits von 2003 bis 2006 in der Einrichtung und zuletzt an der ICP-Förderschule am Luise Kiesselbachplatz. Sie freut sich, wieder an einer privaten Förderschule unterrichten zu können.

Große Räume und neue Möbel für die Silvia-Görres-Schule und HPT der Lebenshilfe München. Im Bild: Esther Wagner (r.), Bereichsleitung der Kinder und Jugend GmbH und die neue HPT-Einrichtungsleiterin Sabine Heidlberger. Fotos: Gerd Spranger
HPT-Leiterin Sabine Heidlberger

„Es gibt hier etwas mehr Spielraum um auf die Kinder einzugehen“, sagt sie. An der Silvia-Görres-Schule werde in erster Linie für das praktische Leben gelernt. „Wir fördern zunächst die Wahrnehmung nach außen und auch die Selbstwahrnehmung. Die Kinder lernen zu spielen und ihr Sozialverhalten zu stärken, denn sie sind meist schwerst-mehrfachbehindert. So stehen häufig nicht allein Mathe und Deutsch, sondern ebenso Kunst, Musik oder das Erleben in der Natur im Vordergrund. Für sie zählen bereits kleine und kleinste Fortschritte.“ Dabei verfügt die Schule über einen großen Garten und Spielplatz. Auch zur ‚Panzerwiese‘ sind es zu Fuß nur wenige Minuten, was den Kindern und Jugendlichen zugute kommt.

Hohe Wandschränke mit viel Platz für Schul-, Spiel- und Bastelmaterial

„Von uns PädagogInnen fordert ‚der Weg der kleinen Schritte‘ viel Geduld, anderseits springt die Freude über, sie ist direkt und unverblümt, es wird viel gelacht.“ Sabine Janowitz nennt praktische Beispiele, wie etwa selbständig aus einem Glas Wasser zu trinken, ein einfaches Puzzle zusammen zu setzen oder etwas in eine Dose zu stecken und aufzubewahren.

In der Silvia-Görres-Schule werden die Kinder und Jugendlichen in je fünf Kleingruppen unterrichtet und betreut. Vormittags nehmen sie am schulischen Unterricht teil und am Nachmittag sind sie in der HPT (Heilpädagogischen Tagesstätte). Auch hier gibt es eine neue Leiterin, nämlich die Sozialpädagogin Sabine Heidlberger. Sie hat berufliche Erfahrung im Blindeninstitut München und in der Lebenshilfe Werkstatt gesammelt. Zuletzt war sie beim Bezirk Oberbayern in der Sozialarbeit tätig.

Auch die Küche ist neu und darf an einer HPT nicht fehlen.

Ihr beruflicher Wunsch war es, wieder im heilpädagogischen Bereich zu arbeiten. Bei ihrer Tätigkeit bei der Lebenshilfe München sammelte sie viele positive Erfahrungen, was den Impuls für ihre Bewerbung gegeben habe, berichtet sie.

Auch Sabine Heidlberger weiß um die vielen kleinen Fortschritte der Menschen mit geistiger Behinderung in ihrer Entwicklung.

Schulleiterin Sabine Janowitz

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„Letztlich gehe es aber darum, ihnen ein gutes Maß an Selbständigkeit zu vermitteln, so viel wie möglich ist.“

Ich freue mich sehr, so Esther Wagner, Bereichsleitung der Kinder und Jugend GmbH, in Sabine Janowitz und Sabine Heidlberger zwei sehr kompetente Leitungen gefunden zu haben, die uns aktiv und mit Herzblut ihre neuen Leitungsaufgaben wahrnehmen.

Der Kampf um seine Rechte

Ein Beitrag der L.I.E.S.-REDAKTION

Langwierige Kämpfe mit Behörden sind leider allzu oft
Alltag für Familien, die Angehörige mit Behinderung haben

– Warum muss es so schwierig sein? –

Grundsicherung für meinen Sohn zum 18. Geburtstag

Mein Sohn (mit Down-Syndrom) wird 18 Jahre alt und ich habe eine lange Liste mit Dingen, die ich jetzt beachten muss. Den Betreuer-Ausweis habe ich bekommen, auf meiner Liste geht es weiter mit Grundsicherung. Ich selber arbeite in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und habe hin und wieder schon einzelne Puzzelstücke über die Rechte und Ansprüche mitbekommen, wenn das Kind 18 Jahre alt wird. Aber wirklich genaue Aussagen hat mir niemand geben können und natürlich habe ich auch selbst versucht, darüber im Internet zu recherchieren. Aber dann dachte ich mir, wer kann es besser wissen als die Mitarbeiter der zuständigen Behörde. Ich rief also beim zuständigen Sozialbürgerhaus an und erklärte die Sachlage. Weiterlesen

Keine Benachteiligung von Menschen mit Behinderung

Zu wenig Personal für Schulbegleitung
Förderunterricht und Betreuung
Keine Benachteiligung von Menschen mit Behinderung

Peter Puhlmann im Gespräch mit MdL Kerstin Celina (l.) und MdL Clauda Köhler (r.).

Noch sind Schüler und Lehrkräfte in Bayern mitten in den Sommerferien. Doch herrscht bei vielen Eltern Unsicherheit, wie sich ein Regelbetrieb im neuen Schuljahr gestaltet. Es ist zu befürchten, dass es weiter zu massiven Einschränkungen kommt. Das gilt besonders für Menschen mit Behinderung. Darum fordern die beiden Landtagsabgeordneten (MdL) der Grünen, Claudia Köhler und Kerstin Celina, Menschen mit Behinderung kein zusätzliches Handicap aufzulegen. Weiterlesen

Sportfest „Sport ohne Grenzen“

Sonne, Spiel, Spaß und … BOB

Wir – das ist die HPT-G aus Unterhaching – fingen unser Schuljahr 2019-2020 gleich ziemlich sportlich an. Wir nahmen im September an einem inklusiven Sportfest des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern e. V. teil. Unter dem Motto „Sport ohne Grenzen“ starteten wir im Team der ‚Erlebte Inklusive Sportschule‘  in Kooperation mit der SG Hausham.  

Es war ein bunter Tag mit vielen Attraktionen wie Kletterturm, Rollstuhlparcours, Wasserspiele, Bogenschießen, Wasserspritzen mit der Feuerwehr und vieles mehr. Gleich zu Beginn ging es mit einer großen Begrüßung mit Tanzvorführung los, wir „Unterhachinger“ wurden sogar extra erwähnt. Weiterlesen

Mit verbesserter Ausbildung hin zu mehr Erfolg

Zu einem zweiten Schülerinnentag trafen sich jetzt Auszubildende, Einrichtungsleiter und Mentoren der Lebenshilfe München. Bereichsleiter der Wohnen GmbH, René Pfeifer, sprach schon beim ersten Treffen von der Bereitschaft zum Dialog. „Auszubildende müssen den Mut und das Selbstbewusstsein haben, Sachverhalte aktiv anzusprechen, etwa wenn sie aus der Schule einen anderen, unter Umständen moderneren Wissensstand mitbringen.“

Eine entspannte Runde und konspirative Gespräche fördern das Teambuilding bei der Lebenshilfe München. Bereichsleiter, Einrichtungsleiter, Mentoren und Auszubildende im Gespräch. Text & Foto: Gerd Spranger

„Ich arbeite gerne mit Menschen und freue mich, wenn ich die kleinen Fortschritte erlebe, die man immer wieder sehen kann,“ bekennt Candy. So wie ihr geht es vielen Menschen, die in Betreuungsberufen tätig sind. Candy aber arbeitet nicht in der Kranken- oder Altenpflege, sondern erlernt den Beruf der Heilerziehungspflegerin bei der Lebenshilfe München. Die meisten Bewohner bei der Lebenshilfe München sind Menschen mit geistiger Behinderung, und fast alle nehmen in den Werkstätten für behinderte Menschen am Arbeitsleben teil.  Weiterlesen

Südkorea lernt von der Lebenshilfe München

Strukturen und Förderprogramme sollen aufgebaut werden

Südkorea lernt von der Lebenshilfe München und besucht mit einer Delegation die Zweigniederlassung der Lebenshilfe-Werkstatt in Putzbrunn. Links der Übersetzer und Leiter der Delegation Dr. Seung-Ryong Kim, mit dem Leiter der Werkstatt (mitte) Dietmar Krinninger und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann (rechts).

Südkorea lernt von der Lebenshilfe München und besucht mit einer Delegation die Zweigniederlassung der Lebenshilfe-Werkstatt in Putzbrunn. Links der Übersetzer und Leiter der Delegation Dr. Seung-Ryong Kim, mit dem Leiter der Werkstatt (mitte) Dietmar Krinninger und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann (rechts).

(gsp) In Deutschland tritt der Staat als Leistungsträger und soziale Organisationen, wie etwa die Lebenshilfe München, als Leistungserbringer auf, wenn es um die Begleitung, Förderung und Integration von Menschen mit Behinderung geht. Ein System und Miteinander, das sich seit über 60 Jahren bewährt hat. Bei der Lebenshilfe München machen sich Delegationen aus ‚Fernost‘ immer wieder gerne ein Bild über das Geleistete. Von Interesse sind ebenso die Strukturen, um die Zusammenhänge zu verstehen. Jetzt war wieder eine Gruppe aus Südkorea zu Gast, mit vier Berufsschullehrern und Vertretern der Integrationsbehörde und der nationalen Arbeitsagentur. Hier sind Leistungserbringer und Leistungsträger in staatlicher Hand vereint.   Weiterlesen

Umzug von HPT und SVE bei der Lebenshilfe München

130 Kinder
in die alte Hachinger Talschule und wieder zurück

Leiterin der HPT der Lebenshilfe München, Sabine Refle, vor dem Gebäude mit renovierungsbedarf.

Die Leiterin der HPT der Lebenshilfe München, Sabine Refle, vor dem Gebäude mit hohem renovierungsbedarf.

Das neue Schuljahr ist erst wenige Wochen alt und es hat immer mit viel Veränderungen zu tun. Neue Klassen und Gruppen müssen zusammenfinden, oft wechseln auch Kollegen und räumliche Verhältnisse. Besonders intensiv war der Neustart bei der Hachinger Talschule, der Umzug in das neue Gebäude. 550 Kinder und 169 Lehrer unterrichten jetzt in dem Neubau gleich neben der alten Schule. Der Landkreis investiert 45 Millionen Euro in die neue Schule.

Für die Lebenshilfe München heißt es ebenfalls einen großen Umzug vorzubereiten. 130 Kinder der HPT/ E und G, sowie das ‚Förderzentrum für geistige Entwicklung‘ ziehen am 2. November in neue Räume. Es sind die alten Räumlichkeiten der Hachinger Talschule. Der Umzug stellt hohe Anforderungen an die Kinder, aber auch an Pädagogen und Betreuer, und ist eine zeitlich begrenzte Lösung.   Weiterlesen

Hoher Informationsbedarf für Menschen mit Behinderung

Zweite Infobörse der Stadt München

Für Stadtrat Christian Müller sei es in München bereits eine gute Tradition viel für Menschen mit Behinderung zu tun. Dies wurde auch bei der Infobörse der Stadt München im Alten Rathaus für Menschen mit Behinderung deutlich, wo Müller den Oberbürgermeister Dieter Reiter vertrat. An 50 Ständen wurde über alles informiert, von der Frühförderung bis zur Schule, Ausbildung und berufliche Perspektiven. Ebenso über Fördermöglichkeiten, Gesundheits- und Freizeitangebote sowie Initiativen, Selbsthilfegruppen, Vereine und Institutionen. Für alle Facetten der Lebensplanung, über Beruf, Bildung und Unterstützung, waren Verbände, Institutionen, Selbsthilfegruppen und Fachleute vor Ort auf der Infobörse in Munich.

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Stadtrat Christian Müller im Interview vor dem Stand der Lebenshilfe München auf der Informationsbörse der Stadt für Menschen mit Behinderung

„Die Besucher fragen meist schon gezielt nach, wissen wonach sie suchen und was sie wollen,“ heißt es aus dem Veranstaltungsbüro. Bürgermeisterin Christine Strobl möchte mit der Veranstaltung dem Gefühl mancher Bürger entgegenwirken, sich im „Dschungel der Informationen zu verlieren“. Sie wünscht sich auch eine bessere Vernetzung der Fachleute untereinander auf dem Weg zu einer inklusiven Stadtgesellschaft in allen Lebensbereichen.  Weiterlesen

OBA: Erfolg mit neuem Musikprojekt

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Musik verbindet Generationen und Kulturen. Musik bring Menschen zusammen in ihrer ganzen Verschiedenartigkeit. Musik lässt zu, öffnet Räume, gibt Raum zum Experimentieren. Die Musikschule in Ismaning formuliert es so: „Unterrichtsstruktur und Inhalte müssen einen Raum schaffen, in dem Verschiedenartigkeit ein Wert für Gemeinsamkeit und nicht für Ausgrenzung ist.“ Musik spielt im Leben vieler Menschen eine große Rolle. Es vergeht wohl fast kein Tag, an dem wir nicht irgendwie Musik hören und meistens macht uns das gute Laune.    Weiterlesen

Was ist für einen Geburtstag wichtig?

Erster Malwettbewerb der Lebenshilfe München Kinder und Jugend GmbH

Der erste Malwettbewerb der Lebenshilfe München war ein voller Erfolg. Jetzt war die Preisverleihung. Alle Kinder und Jugendlichen konnten mitmachen, ob sie in den Frühförderstellen betreut werden, in den Heilpädagogischen Tagesstätten, der Silvia Görres Schule oder bei Programmen des Familienunterstützenden Dienstes. 166 kleine Kunstwerke wurden eingereicht. 

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Auf dem Siegertreppchen (v.l.): die Plätze zwei, eins und drei

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Die Bilder wurden ausgelegt und von den Mitarbeitern der Geschäftsstelle anonym bewertet.   Weiterlesen