25 Jahre Wohnen in Putzbrunn

„Wir schreiben Geschichte … und du bist eine davon“

Das 25-jährige Jubiläum der Lebenshilfe-Wohneinrichtung in Putzbrunn wurde jetzt unter dem Motto gefeiert: „Wir schreiben Geschichte… und du bist eine davon“.

Es kamen Bewohner und Bewohnerinnen, Betreuer und Betreuerinnen (von heute und einst), Eltern, Freunde, Bekannte auf dem Freigelände der Putzbrunner Einrichtung zusammen. Sie tauschten sich über ‚die guten alten Zeiten‘ aus. Für das leibliche Wohl war gesorgt – mit gehaltvollen Hähnchen, frischen Schweinshax’n, stilvoll verzierten Muffins und knackigen Salaten. Wer tanzen wollte, konnte das tun, denn die Rolli-Gang heizte mit den Hits der letzten 25 Jahre richtig ein und sorgte für gute Stimmung.

Natürlich kamen auch die Ehrungen nicht zu kurz. Zwei Mitarbeiter sind seit Eröffnung der Lebenshilfe-Einrichtung dabei und gestalteten maßgeblich die Geschicke des Hauses mit. Geehrt wurden auch 18 Bewohner, die seit Anfang an hier leben. Das ist jeder zweite Bewohner der Wohneinrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung.

Bereichsleiter Wohnen, Rene Pfeifer, dankte allen für ihr Engagement und die Treue zu der Einrichtungen, in der man viele persönliche Beziehungen pflegt. „Er kann so schlecht nicht sein, wenn man es so lange an einem Ort aushält,“ scherzt er. Die moderne Einrichtung, mitten im Grün der Waldkolonie gelegen, wurde mehrfach erweitert und ist direkt neben einer Lebenshilfe-Werkstatt gelegen.

Einrichtungsleiterin Renate Bauer überreichte allen einen Gutschein für einen Kegelnachmittag im Gasthaus nebenan und bekräftigte: „25 Jahre irgendwo zu wohnen ist eigentlich keine große Leistung. Doch in dem bescheidenen Rahmen, in dem die großen Dinge des Lebens von anderen geregelt worden sind, ist es schön, einen Ort zu haben, an dem man selbst entscheiden und sich selbstwirksam erleben darf. Das kann nicht laut und oft genug gesagt und gefeiert werden.“ Die Einrichtung der Lebenshilfe München ist ein besonderer Ort zum Leben für besondere Menschen.

Den Tieren im Winter helfen

Am Wochenende rollte die erste Kältewelle über Deutschland hinweg. Bei eisigen Temperaturen wird es auch für die Natur und für viele Tiere hart. Mit ein wenig Hilfe können wir es Ihnen etwas erträglicher machen, etwa mit Vogelfutter und Häuschen. Das wird in der Lebenshilfe-Einrichtung in Putzbrunn schon seit Jahren praktiziert. Die Betreuerin Claudia Andriotis ist hier die treibende Kraft, privat engagiert sie sich auch für den Vogelschutzbund.

Die kleinen Vogelhäuschen hängen hoch, um vor Räubern sicher zu sein.

Dabei profitieren vom „Vogel füttern“ nicht nur die kleinen gefiederten Wesen, sondern auch die Bewohner der Lebenshilfe-Wohneinrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Sieben Gruppen mit je 6 bis 9 Leute werden hier, in der Waldkolonie Putzbrunn, betreut. „Sie beobachten die Tiere von ihren Fenstern aus, geben Rückmeldungen und helfen gerne bei der Versorgung mit,“ erzählt Daniela Dudenhöffer. Nicht nur Vögel, auch kleine Igel werden mitversorgt, manchmal auch Eichhörnchen und natürlich die Hühner, die in einem eigenen Stall gehalten werden.   Weiterlesen

Heilerziehungspfleger schätzen die Mentoren-Ausbildung

Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger/in ist die klassische Berufsausbildung in der Betreuung und der Begleitung von Menschen mit Behinderung. In der Beschreibung des Berufsbildes heißt es: „Heilerziehungspfleger/innen sind für die pädagogische, lebenspraktische und pflegerische Unterstützung und Betreuung von Menschen mit Behinderung zuständig. Sie begleiten die zu Betreuenden stationär und ambulant bei der Bewältigung ihres Alltags.“

Ausbildung zum Heilerziehungspfleger bei der Lebenshilfe

So sind auch in den Einrichtungen der Lebenshilfe München viele Heilerziehungspfleger tätig und finden hier auch einen Ausbildungsplatz. Wie die Berufsbezeichnung bereits andeutet, greifen mehrere Disziplinen ineinander. Hinzu kommt noch der spezielle Umgang mit der ‚Klientel‘, bei der Lebenshilfe München sind dies Menschen mit einer geistigen und häufig auch mit einer körperlichen Behinderung. Sie verlangen einen ganz besonderen Umgang. Es gilt dem allgemeinen und besonderen Bedarf von Menschen mit geistiger Behinderung gerecht zu werden. Hier steht vor allem die Betreuung und Begleitung im Vordergrund. Es geht um Begleitung zur Teilhabe, Assistenz und Personenzentrierung.  Weiterlesen

„Es bereitet selbst viel Freude, anderen eine Freude zu bereiten“

Bewohner der Lebenshilfe München lieben Pferde und das Reiten

Viele Bewohner der Einrichtungen der Lebenshilfe München haben ihr kleines Glück tatsächlich auf dem Rücken der Pferde gefunden. Seit einem Jahr nutzen sie immer wieder ein Angebot von Renate Bauer (Dipl. Reittherapeutin SG-TR), die gute Kontakte zu einem kleinen Bauernhof bei München unterhält und hier Therapeutisches Reiten anbietet.

Für Menschen mit geistiger Behinderung ist es ein ganz besonderer Kontakt, denn Tiere kennen keine Vorurteile, sind direkt, zeigen klar was sie wollen und was nicht. Und so ist es selbst für erfahrene Therapeuten immer wieder spannend, die Begegnung zwischen Mensch und Tier zu erleben. Jüngst begleitete Karin Thaumüller eine Gruppe und auch für sie war es eine Premiere.

Die Körpersprache
sendet eindeutige Zeichen

Sie hat sich intensiv um zwei Damen gekümmert, die mehrfach behindert und in ihrer Persönlichkeit sehr gegensätzlich sind. Die eine eher ruhig und zurückhaltend, die andere plappert schon gerne mal drauf los, vor allem wenn sie aufgeregt ist. „Ich war selbst gespannt, wie die zwei Frauen auf die Tiere reagieren, habe ihre Körpersprache genau beobachtet.Von Ängstlichkeit gegenüber den Pferden aber war keine Spur, höchstens ein kleines, vorsichtiges Zögern zu bemerken.“   Weiterlesen

Der Umgang mit Pferden hilft Menschen mit Behinderung

Lebenshilfe-Bewohner
und ihre Erfahrungen beim Reiten

„Tiere kennen keine Vorurteile, sie sind direkt, zeigen klar was sie wollen und was nicht“, beschreibt Renate Bauer (Dipl. Reittherapeutin SG-TR) von der Lebenshilfe München das besondere Verhältnis von Mensch und Tier. Seit Frühjahr 2016 geht sie alle 14 Tage mit Bewohnern der Wohngruppen zum Reiten. „Menschen mit geistiger Behinderung sind da ganz ähnlich gestrickt. Auch bei ihnen gibt es (fast) keine Vorurteile. Sie nehmen das Gegenüber so wie es ist, ohne Rücksicht auf Alter, Titel oder Geschlecht. Und auch sie sagen klar, was sie wollen, denn verstellen können sie sich nicht wirklich und sehen auch keinen Grund dafür.“   Weiterlesen

Besuch bei den TENE-Senioren der Lebenshilfe

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Ein kurzer Besuch bei den TENE-Senioren in München-Putzbrunn. Es waren nicht alle zwölf Senioren anwesend, doch kamen noch einige Nachzügler und zwei waren im Krankenstand. Gemeinsam hatte man für zehn Personen gekocht. Es gab Rollbraten mit Gemüse und Kartoffelplätzchen. Renate Bauer leitet die TENE-Gruppe in Putzbrunn, die in die Räume der Wohn- und Betreuungseinrichtungen der Lebenshilfe München integriert ist. Wochentags werden von 8 bis 16 Uhr strukturierte Tagesangebote in Form einer aktiven Freizeitgestaltung geboten. Zentraler Fixpunkt ist das gemeinschaftliche Kochen. „Da sind wir mit der Vorbereitung und dem anschließenden Aufräumen drei Stunden intensiv beschäftigt,“ erzählt Renate Bauer. Und alle sind mit Begeisterung dabei, wie auf dem Foto zu sehen ist.

Lesen Sie auch unseren Bericht vom Januar 2016:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/01/21/lebenshilfe-muenchen-mit-tagesbetreuung-fuer-senioren/

Lebenshilfe München mit Tagesbetreuung für Senioren

2014 hat die Lebenshilfe München – als eine der ersten Lebenshilfen in Bayern – für Senioren eine Tagesbetreuung eingerichtet. TENE heißt das Kürzel in Fachkreisen und bedeutet ‚Tagesstruktur für Erwachsene nach dem Erwerbsleben‘. Es ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, das in Senioreneinrichtungen längst gelebte Praxis ist. Bei Menschen mit Behinderung ist dieser Ansatz aber noch relativ jung, vor allem wenn sie bei den Eltern leben oder in kleinen Wohneinheiten betreut werden.

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Christian Kerler, Koordinator des Bereichs Wohnen bei der Lebenshilfe München erklärt: „Vor allem in kleinen Einheiten, wo personelle Ressourcen knapp sind, braucht es strukturelle Angebote für Senioren. Es geht dabei einfach um die Tatsache, dass Menschen mit Behinderung, die über Jahrzehnte z.B. in den Lebenshilfe-Werkstätten gearbeitet haben, nicht in ein mentales Loch fallen. Sie brauchen Ansprache, Beschäftigung und kleine leistbare Aufgaben. Das erhält die mentale und körperliche Gesundheit, beugt Demenz und Vereinsamung vor.“  Weiterlesen