Neue Bewohnervertretung in Putzbrunn

Das Wohnheim in Putzbrunn erfreut sich über eine aktive und diskussionsfreudige Bewohnerschaft. Seit Beginn wird alle vier Jahre eine Bewohnervertretung gewählt. Dieses Amt wurde immer mit der notwendigen Ernsthaftigkeit ausgefüllt. Die Bewohner*innen bringen immer viele Ideen, kritische Themen und Lösungsvorschläge ein.

Durch die Coronapandemie musste die Wahl verschoben und konnte nun im Juli 2021 endlich durchgeführt werden. Zuvor wurde ein Wahlausschuss gebildet und gefragt wer sich aufstellen lassen möchte, Wir haben Fotos gemacht, Wahlaushänge erstellt und Wahlzettel vorbereitet. Es stellten sich 11 Bewohner zur Wahl und es war zu erkennen, es wird eine spannende Wahl. Jeder fragte sich: „Werde ich gewählt?“

Es fand eine Briefwahl statt, vergleichbar im Ablauf einer Bundestagswahl. Der große Unterschied aber war, auf dem Erklärungsschreiben, den Wahlzetteln und Aushängen waren Fotos und Piktogramme zu sehen. Durch die Piktogramme konnten komplexe Sachverhalte verständlicher gemacht werden. Daher wollen wir auch erwähnen, dass das Wohnheim seit kurzem die Software „Metacom“ nutzt.

Bei schönem Wetter zählten wir am 07. Juli 2021 im Garten die Stimmen aus. Tatsächlich war die Auszählung sehr spannend, da einige Bewohner ’sehr dicht bei einander lagen‘. Die meisten Stimmen erhielten Frau Thalhammer und Herr Butt, sowie Frau Hofmann und Herr Hüttinger. Die große Freude stand allen im Gesicht und Frau Thalhammer war so gerührt, dass sie auch eine Freudenträne vergoss.

Nach den Gratulationen wurde auch ein wenig gefeiert. Renate Bauer, die Leiterin der Lebenshilfe-Wohneinrichtung in Putzbrunn, sagte: „Selbstverständlich grillen wir an einem so freudigen Tag.“ In der anschließenden Woche fand auch gleich die konstituierende Sitzung statt. Herr Hüttinger wurde zum Vorsitzenden gewählt und Frau Thalhammer übernahm das Schreiben des Protokolls. Es wurde über Aufgaben und Ablauf gesprochen, und Termine vereinbart.

Renate Bauer hat zur Unterstützung der Bewohner*innen auch eine Ehrenamtliche gefunden. Sie wird bei den nächsten Terminen dabei sein. Unterstützt wurden die Bewohner*innen durch den Wahlausschuss: Frau Dudenhöffer, Herr Kristöfl und Frau Wolfram.

Wir wünschen der Bewohnervertretung
viel Erfolg bei allen ihren Vorhaben.
Pädagogischer Fachdienst/ Esther Wolfram

Lebenshilfe-Wohnen: das Konzept dem Leben anpassen

Putzbrunn III: versatil (wandlungs-, anpassungsfähig),
um Diversität (Unterschiedlichkeit) unter einem Dach
zu ermöglichen.

In der ersten Folge hat Peter Puhlmann, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, das pädagogische Konzept und Hintergründe zur geplanten neuen Wohneinrichtung der Lebenshilfe vorgestellt. Heute erläutert er die Zusammenhänge und baulichen Maßnahmen.

Putzbrunn III wird der Wohnort für Menschen mit Beeinträchtigungen unter dem Dach der Lebenshilfe München am Lebenshilfe Campus Putzbrunn sein, an welchem, durch die bauliche Konzeption, auf die verschiedenen Bedarfe in verschiedenen Lebensphasen fachlich reagiert werden kann. Eingesetzte digitale Assistenzsysteme werden in erster Linie den Mieter*innen das Leben erleichtern und mehr Sicherheit im sozialen aber auch technischen Sinne geben. Gleichzeitig fördern und unterstützen sie die Kommunikation mit Angehörigen, Dienstleistern und Freunden.

Wohnen den bestehenden Erfordernissen und Bedarfen anpassen

Vor einem Jahr hat die Lebenshilfe am Willinger Weg eine neue Wohneinrichtung mit einem modernen Konzept eröffnet, die in München viel Beachtung fand. Foto: Gerd Spranger

Diese Ausgestaltung der Immobilie soll es ermöglichen, dass die Mieter*innen, unabhängig von Unterstützungsbedarf und Alter, bedarfsgerecht und mit hoher Qualität leben und wohnen können. Um dieses Ziel zu erreichen, muss eine fachliche Durchlässigkeit innerhalb des Hauses erreicht werden. Das bedeutet, die Anzahl und Ausprägung von ausschließlich individual genutzten Appartements wird derart versatil sein, mehrere Appartements zu einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit zugehörigen Gemeinschaftsflächen zusammenzulegen bis dahin, dass diese Wohngemeinschaften auch als gemeinschaftliches Wohnen mit gepoolten Fachleistungen zusammengefasst und ausgelegt werden können – ganz nach den bestehenden Erfordernissen und Bedarfen. Der Pflegebereich im 1. OG könnte somit theoretisch auch über die darüberlegenden Stockwerke ausgedehnt werden, wenn dies in den nächsten Jahrzehnten notwendig werden sollte.

Das Wohnen ist ein Lebensmittelpunkt

Der Lebensbereich Wohnen stellt für viele Menschen mit Behinderung den Lebensmittelpunkt dar, der dem Erfüllen wichtiger Bedürfnisse dient. Es geht nicht nur darum, räumliche und materielle Standards herzustellen, die an die Wohnsituation von Menschen ohne Behinderung angepasst sind, sondern besonders wird im Fokus stehen, den Vorstellungen dieser, uns anvertrauter Menschen gerecht zu werden. Das Wohnkonzept sieht vor, dass jede*r dort lebende Mieter*in, unabhängig von Alter und Unterstützungsbedarf, Inklusion leben kann. Durch die Konzeption und die fachliche Ausrichtung des Assistenzkonzeptes kann jede*r Mieter*in auf die inklusionsfördernden Strukturen der Immobilie zugreifen.

Selbständiges Wohnen bis ins hohe Alter

Durch die mannigfaltige Charakteristik der insgesamt vier Etagen und somit einer hohen Versatilität der gesamten Immobilie ist es möglich, auf die verschiedenen Bedarfe adäquat zu reagieren. In Verbindung mit dem Erdgeschoss und der dort ansässigen Tagesstruktur und den Räumlichkeiten der Physiotherapie können maximale Synergieeffekte auch im Hinblick auf Inklusion erwirkt werden. Insgesamt ist ein durchlässiges Gesamtkonzept des selbständigen Wohnens bis ins hohe Alter umsetzbar.

Teilhabe und Freizeitstruktur

Das Zusammenleben und das Entwickeln gemeinsamer Interessen wirken sich auch auf die Freizeitgestaltung der Gemeinschaft aus. Gemeinsam geplante Ausflüge, Besuche von Veranstaltungen und Projekte verschaffen eine Identität, welche ebenfalls nachhaltige Teilhabe ermöglicht. Insgesamt sollen 55 Menschen einen bedürfnisgerechten und nachhaltigen Wohnort in Putzbrunn III finden. Dabei sind alle gesetzlichen Anforderungen an die bauliche Struktur eines solchen Hauses erfüllt. Alle Zimmer und Wohnungen werden barrierefrei errichtet. Darüber hinaus werden 50 Prozent davon die Anforderungen an rollstuhlgerechtes Wohnen nach DIN – 18040 erfüllen.

Das Erdgeschoss:
Tagesbetreuung und Tagesstruktur

Hier werden Räumlichkeiten für Tagesbetreuung und Tagestruktur (wie Zuverdienst / Förderstätte) sowie für Gemeinschaft und Begegnung geschaffen. Dabei sollen alle Mieter*innen des Hauses (vorwiegend der beiden oberen Geschosse) die Möglichkeit haben ihren Tag zu verbringen, sofern sie nicht oder nicht mehr einer Arbeit oder Beschäftigung außerhalb des Gebäudes nachgehen. Dieses Angebot kann selbstverständlich auch für Menschen mit Behinderung „außerhalb der Lebenshilfe“ genutzt werden.

Eine Praxis für Physiotherapie

Als zweite wichtige Säule entstehen im Erdgeschoß Räumlichkeiten für eine Physiotherapiepraxis. Die Leistungen der Physiotherapie sind für die angestrebte Mieterschaft des Hauses mitunter von großer Bedeutung. Den Mieter*innen ist es so möglich, auf kurzem Weg diese Leistungen abzurufen. Die Physiotherapiepraxis wird ein wichtiger Inklusionsfaktor im Rahmen des gesamten Projektes. Diese Praxis soll auch für Bürger*innen aus Putzbrunn und Umgebung zugänglich sein.

Das erste Obergeschoss
20 Zimmer für Senioren

Dort entstehen 20 Zimmer für Senioren, die bereits einen höheren Unterstützungsbedarf haben. Dieser Bedarf kann sowohl pflegerischer, als auch teilhabebedingter Natur sein. In den Räumlichkeiten des ersten Obergeschosses wird es eine ‚Rund-um-die-Uhr-Betreuung‘ durch pflegerische und auch pädagogische Fachkräfte geben. Alle gesetzlichen Auflagen und Anforderungen an „stationäre“ Einrichtungen nach Pflegewohnqualitätsgesetz werden erfüllt. In den Räumlichkeiten des ersten Obergeschosses soll auch eine Begleitung in der letzten Lebensphase möglich sein.

Zweites und drittes Obergeschoss:
35 Einzelappartements und 13 Wohnungen

In diesen beiden Etagen entstehen zunächst insgesamt 35 Einzelappartements: Im zweiten 22 und im dritten Obergeschoss 13 Wohnungen. Alle Appartements werden mit einem Bad und einer Küche ausgestattet. Somit ist es den Mietern einerseits möglich, selbständig und losgelöst von Gruppenstrukturen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen, andererseits können die Mieter auf die Assistenzdienste der Lebenshilfe zurückgreifen, um eventuelle Unterstützungsbedarfe zu kompensieren. Die im Gedanken der Versalität zu schaffenden weiteren Gemeinschaftsflächen ermöglichen die Bildung von ambulanten Wohngemeinschaften, sowie gemeinschaftlichem Wohnen in den unterschiedlichsten Facetten.

Offene Wohnformen einer neuen Häuslichkeit

Die neuen Wohn- und Bereuungsformen nach dem BTHG (Bundesteilhabegesetz) gewinnen an Dynamik und erlauben neue Entwicklungen, wie wir sie bisher noch nicht kannten. Putzbrunn III schafft nicht nur neue, gewünschte und benötigte offene Wohnformen einer neuen Häuslichkeit – also in Bezug auf Dienst- und Fachleistungen, sondern trägt dazu bei, den in einer nachhaltigen und wertsteigernden Form barrierefreien und sogar rollstuhlgerechten Wohnraum im Landkreis München durch die Lebenshilfe München zu schaffen.

Die versatilen Wohn- und Betreuungsformen sowie der damit einhergehende Quartiersgedanke werden langfristig weiter an Bedeutung gewinnen. Das Projekt Putzbrunn III wird spätestens mit seiner Fertigstellung zum Frühjahr 2024 ein leuchtendes Beispiel für die Zukunft des Wohnens sein – nicht nur für die Lebenshilfe München.

Peter Puhlmann
Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München
Dipl.Päd.Univ. und Sozialbetriebswirt (TWTAG FH M)

Die Zukunft des Wohnens für Erwachsene

Lebenshilfe München: „Zeit für neue Häuslichkeit“

Von Peter Puhlmann –

In den letzten Jahren sprach man von Innovation in Bezug auf ambulante Wohnformen, die aber ihren Erfolg meist nur in hoch selbständigen Wohn- und Betreuungsformen widerspiegelten. Der Kreis der Wohnenden war damit sehr eingeschränkt. Die Forderung nach offenen Wohnformen entspricht den Ansprüchen von Menschen mit geistiger Behinderung – aber insbesondere den Forderungen von Eltern junger Erwachsener mit geistiger Behinderung – die von frühester Kindheit an gefördert wurden und Teilhabe am Leben als etwas Grundsätzliches und Erreichbares ansehen. Es geht heute um die Zukunft des Wohnens für Erwachsene.

Gefördert vom ersten Lebensjahr an

Florian Hahn MdB, Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München, besucht mit Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann die Wohneinrichtung in Putzbrunn.

„Ich will, dass mein Sohn ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben führen kann, auf gar keinen Fall darf die hart erworbene Selbständigkeit meines Sohnes durch ein Behindertenwohnheim verlorengehen, wo ihm alles abgenommen wird. Alle Frühförderung, der Erfolg der Förderschule – alles in Kindheit und Jugend erreichte wäre umsonst gewesen“, so eine Mutter im Gespräch zum Thema, was sie sich ‚vom Wohnen‘ in der Lebenshilfe in Bezug auf Wohnangebote erwartet.

In den 1970er stand Wohnen ‚wie in der Familie‘ im Vordergrund. Kleine Wohnheime, in denen heilpädagogische Fachkräfte wie Eltern der Führsorgepflicht nachkamen. Dies umso mehr, je höher der Hilfegrad aber auch das Alter des/der Heimbewohners*in war. Wie das eigene Zuhause sollte auch das Zuhause der Lebenshilfe für immer sein.

Ansprüche an Lebens- und Wohnkonzepte

Hier wird deutlich, dass die Pluralisierung der Gesellschaft, der Ausdifferenzierung von Lebenslagen und Lebensstilen, die für die unterschiedlichen Lebensphasen mehr und mehr bestimmend werden, einem ständigen Wandel unterzogen sind. Sie soll den unterschiedlichsten Anspruchsgedanken gerecht werden. Diesem muss nun auch bei der Ausgestaltung von Wohnformen für Menschen mit geistiger Behinderung Rechnung getragen werden. Dieses Ziel will ich als Vorstand der Lebenshilfe München mit dem neuen Wohnkonzept an unserem Standort Putzbrunn erreichen.

Dem Grad der Behinderung angepasst

Es ist uns zwar in den letzten acht Jahren gelungen, eine Diversität der Bestandswohnformen zu erreichen, aber jeder unserer Wohnstandorte ist somit spezialisiert und nur bis zu einen bestimmten Grad fähig, sich auf individuelle Veränderungen von Bedürfnissen und Hilfegraden anzupassen. Wie sollen auch Gebäude aus den 1930’er oder 1960’er Jahren barrierefrei – gar Rollstuhlgerecht sein? Zum damaligen Zeitpunkt war dies noch keine bekannte Erforderlichkeit oder gar gesetzliche Vorgabe. So gesehen bietet die Lebenshilfe München ein diverses Wohnen in ganz München an: vom betreuten Einzelwohnen, über Wohnen bei Familien, ambulant betreuten Wohngemeinschaften, inklusiven Wohngemeinschaften zusammen mit Studenten*innen, Trainingswohnstätten zum realen Üben, bis hin zu gemeinschaftlichem Wohnen mit gepoolten Betreuungs- und Hilfeleistungen in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Die Spannweite reicht von erwachsen Menschen mit geistiger Behinderung mit geringer Fähigkeit zur Selbständigkeit bis hin zu Menschen mit Schwerst-Mehrfachbehinderungen [ehemals (voll-)stationäres Wohnen].

Grundsicherung und Fachleistungen

Nach wie vor fehlen geeignete Wohnplätze für Menschen mit geistiger Behinderung und hohem Pflegeaufwand wegen geriatrischer Diagnosen, meist sind es dem hohen Lebensalter geschuldete Einbußen. Es fehlen ebenso altersunabhängige verhaltensbedingte Intensiv-Betreuungsplätze. In diesem Zusammenhang sei auch der Hinweis an den Gesamtkontext erlaubt, dass der Gesetzgeber eben diese Diversität im Bundesteilhabegesetz (BTHG) sucht und umsetzt. Es wird hier ganz klar unterschieden zwischen Mietraum – also der Wohnung von der man Mieter ist aus Mitteln einer zustehenden Grundsicherung – und der davon unabhängigen Dienstleistung – die als Fachleistung nach SGB IX von Trägeren wie der Lebenshilfe München erbracht werden.

Im zweiten Teil des Beitrages stellen wir das neue Wohnprojekt der Lebenshilfe München, Putzbrunn III, vor. Es wurde bereits auf eine Strategiesitzung im Jahr 2013 angedacht.

Peter Puhlmann,
Vorstand & Geschäftsführer der Lebenshilfe München
Dipl.Päd.Univ. und Sozialbetriebswirt (TWTAG FH M)

Erfolgreich etablierte sich eine zweite Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München.
Hier geht’s zum Beitrag: https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2021/02/27/zweite-inklusive-wohngemeinschaft-der-lebenshilfe-muenchen

Viel Zustimmung fand 2020 die neue geschaffene Wohneinrichtung Willinger Weg.
Hier geht’s zum Beitrag: https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2020/11/26/viel-zustimmung-fuer-den-willinger-weg/

Lebenshilfe-Stiftungsvorsitz einstimmig wiederberufen

Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München Florian Hahn, MdB und Stellvertreter Christoph Göbel, Landrat München einstimmig wiederberufen

In der diesjährigen Stiftungsratssitzung, seit langer Zeit in Form einer Präsenzsitzung, standen Neuwahlen des Stiftungsvorstandes und des stellvertretenden Stiftungsvorstandes auf der Tagesordnung der Stiftung Lebenshilfe München. Der Stiftungsrat unter Vorsitz der Aufsichtsratsvorsitzenden des Vereins Lebenshilfe München, Andrea Siemen, beriefen einstimmig Florian Hahn, MdB, als Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes und Christoph Göbel, Landrat Münchens, als seinen Stellvertreter. Als weiterer Stiftungsvorstand des dreiköpfigen Gremiums, wurde bereits letztes Jahr der Geschäftsführende Vorstand der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, berufen.

Die alten und neuen Vorsitzenden der Lebenshilfe-Stiftung. MdB Florian Hahn (l.) und der Münchner Landrat Christoph Göbel.

Menschen für die ideellen Ideen und Projekte der Lebenshilfe gewinnen

Stiftungsratsvorsitzende Andrea Siemen bedankte sich bei den Mitgliedern des Stiftungsrates und dem Stiftungsvorstand für das große ehrenamtliche Engagement, für ihren persönlichen Einsatz, Charity – Veranstaltungen zu Gunsten der Stiftung durchzuführen und Spender für die ideellen Ideen und Projekte als Unterstützer zu gewinnen. Sie betonte die Notwendigkeit, Menschen mit Behinderung auf ihrem Lebensweg zu begleiten und zu unterstützen.

Wandlungsfähiges Wohnkonzept und wertschätzender Wohnraum

„Die Stiftung Lebenshilfe München ist sehr wichtig für die Unterstützung von Menschen mit geistiger Behinderung in der Stadt und in unserem Landkreis München. So gelingt es aktuell, ein neues Wohnkonzept des Vereins Lebenshilfe München in Putzbrunn zu unterstützen, das neben der inklusiven Ausprägung insbesondere Wandlungsfähigkeit in Bezug auf die individuellen Unterstützungsbedürfnisse gewährleistet. Hier finden junge erwachsene Menschen wertschätzenden Wohnraum, der sich bei veränderndem Hilfebedarf und auch bei notwendigem Pflegebedarf anpasst.“, so die Stiftungsratsvorsitzende.

Leider konnten in den letzten Monaten keine publikumswirksamen Veranstaltungen durchgeführt werden, so ist unter anderem auch der bekannte Münchner Stiftungsfrühling pandemiebedingt ausgefallen. Dennoch geht die Stiftung frohen Mutes in die kommenden Monate, denn es muss festgestellt werden, das die der Stiftung fest verbundenen Unterstützer diese nicht vergessen haben. Eine erfolgreiche Stiftungsarbeit kann wieder Fahrt aufnehmen!

Wandersteine und Glückssteine

Die Bewohner der Lebenshilfe Putzbrunn sowie die externen Senioren der TENE (Tageseinrichtung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben) begrüßen den Frühling und haben sich eine farbenfrohe Aktion einfallen lassen. Die Idee entsprang dem Trend der ‚Wandersteine‘, nur dass die Bewohner und externen Senioren keine Wandersteine dekorierten sondern ‚Glückssteine‘.

Mit Liebe bemalt sollen die Steine Glück bringen. Glück, das man gerne weiterreichen darf. Dann werden aus den Glückssteinen richtige Wandersteine. Fotos: Lebenshilfe München

Die Steine sammelten die Bewohner der Wohnstätte und die TENE-Besucher an verschiedenen Stellen in und um München und bemalten sie individuell per Hand. Dabei waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Fertig verziert, legten die Bewohner die Steine an verschiedene Stellen wie beispielsweise in Putzbrunn und Ottobrunn aus.

Die Senioren der TENE von der Lebenshilfe-Einrichtung in Putzbrunn, auf der Suche nach den richtigen Plätzen für die handbemalten Glückssteine. TENE steht für „Tageseinrichtung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben“.

Ziel dieser Aktion ist es, den Findern eine Freude zu bereiten und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Die schön verzierten Handschmeichler sollen den Findern Glück und Freude bringen.

Hast Du einen Stein gefunden – melde Dich!

Solltest du also ein Glückspilz sein und einen der bemalten Steine finden, dann kannst du den Stein wandern lassen oder ihn auch gerne als deinen neuen Glücksstein behalten. Besonders freuen würden sich die Bewohner und die externen Senioren von Putzbrunn, wenn du Ihnen mitteilst wo du den Stein gefunden hast, was dir besonders an ihm gefällt, wo du ihn gegebenenfalls wieder ausgesetzt hast oder wie er dir vielleicht schon Glück gebracht hat?

Hast du einen Stein gefunden, melde dich doch bitte:
E-Mail: TENE.Put@Lebenshilfe-Muenchen.de
Betreff: ‚Glücksstein‘

Jenny Maechler

Solche Glückssteine findet man auch an ganz ungewöhnlichen Orten.

Vor sieben Jahren wurde die TENE in Putzbrunn gegründet. Mehr lesen Sie hier:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/01/21/lebenshilfe-muenchen-mit-tagesbetreuung-fuer-senioren/

Mit 66 Jahren da fängt das Leben an! Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran…

Man muss nicht 66 Jahre alt werden um aus der Werkstatt auszuscheiden. 11 Bewohner der Wohnstätte in Putzbrunn sind seit dem letzten Jahr, nach zum Teil 40 Jahren Arbeit in den wohlverdienten Ruhestand gegangen.

Die Jahre 2020/21 sind geprägt von Corona und so ist der Übergang von Arbeit zur Rente zum Teil sehr ruhig und fast unbemerkt von statten gegangen. Nun konnten wir endlich im Garten offiziell die Verabschiedung aus der Werkstatt und den neuen Status „Rentner“ feiern.

Bei Kaffee und selbstgebackenen Kuchen, mit vielen Geschenken aus Werkstatt und Wohnheim, tauschten schöne Erinnerungen und Episoden aus dem Arbeitsleben den Platz mit Zukunftsgedanken und Ideen für die nun gewonnene Freizeit.

Struktur für den Tag schaffen

Im Rahmen der Tagesstruktur konnten die Bewohner in den letzten Monaten schon Erfahrungen für den neuen Umgang mit Freizeit sammeln. Bisher war dies Corona- bedingt nur gruppenintern möglich. Die Aussicht, dass ab dem Sommer gruppenübergreifende Angebote stattfinden können, beflügelt sowohl Bewohner wie Mitarbeiter. Mit guter Laune und Aussicht auf Erleichterung der Corona-Einschränkungen kehrten die frischgebackenen Rentner mit ihren Betreuern in die Wohngruppen zurück um sich hier weiter feiern zu lassen.

Renate Bauer

Ein Bechstein-Flügel für die Lebenshilfe München

Bereits der Prägedruck des Flügels verrät aus welcher Zeit er stammt: „Pianoforte-Fabrik von C. Bechstein. Hoflieferant seiner Majestät des Kaisers und Königs, seiner königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preußen.“

Die Lebenshilfe München erhielt eine außergewöhnliche Spende, einen 140 Jahre alten Bechstein-Konzertflügel. Wie kam es zu so einer Spende, fragte man sich in der Redaktion und hat bei der Spenderin, Camilla Attenberger-Fino nachgefragt. „Der Flügel stammt von meiner Großmutter Carola Edle Fallot von Gemeiner“, erzählt sie. Sie war in Kirchheim bei München eine bekannte Klavierlehrerin und selbst erinnere ich mich noch an meine Kindheit, als sie bei besonderen Anlässen vorspielte.

Ihr Leben lang unterrichtete sie an der Musikschule, in der VHS oder begleitete selbst ein Kindertheater“, erinnert sich Camilla Attenberger-Fino. Bei ihr steht nun eine räumliche Änderung an und sie findet für den Flügel nicht mehr den richtigen Platz. „So haben wir in der Familie überlegt, was wir mit diesem Erbstück anfangen sollen. Dabei wurde uns klar, dass es Oma gefallen hätte, ihr Instrument aus dem Wohnzimmer wieder mitten in das Leben zu stellen. Es soll möglichst vielen Menschen eine Freude bereiten.“ 

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Florian Hahn MdB vor Ort bei der Lebenshilfe in Putzbrunn

Was bedeutet die Corona-Krise für die Lebenshilfe München e.V. und die Menschen, die dort arbeiten oder betreut werden? Davon hat sich der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Stiftung Lebenshilfe München, Florian Hahn, vor Ort in Putzbrunn bei einem Gespräch mit Geschäftsführer Peter Puhlmann ein Bild gemacht.

Florian Hahn MdB, Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München, im Gespräch mit Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann.

Florian Hahn MdB, Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München, im Gespräch mit Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann.

Während die Werkstätten derzeit geschlossen sind, läuft der Betrieb in den Wohnstätten sehr gut weiter. „Es freut mich, dass die Wohnstätten bisher von Corona verschont geblieben sind – Gott sei Dank“, so Hahn. Viele andere Angebote wie die der Heilpädagogischen Tagesstätten könnten im Moment nicht voll geleistet werden – eine Belastung für diejenigen, die diese dringend wahrnehmen wollen würden, und natürlich für die Mitarbeiter, die nun meist in Kurzarbeit seien, betont der Stiftungsvorsitzende. Geschäftsführer Puhlmann lobte indes das Landratsamt München, dass die Lebenshilfe so hervorragend mit Schutzmaterialien ausgerüstet habe, obwohl allerseits Mangel daran herrsche. Weiterlesen

Die Krise meistern, auch im Zusammenleben

In der Wohneinrichtung der Lebenshilfe München in Putzbrunn leben 51 Menschen mit geistiger Behinderung zusammen, auch in der Corona-Krise. „Sechs Bewohner haben die Eltern zu sich nach Hause geholt. Sie sind wegen der ganzen Situation verunsichert“, informiert Einrichtungsleiterin Renate Bauer. In normalen Zeiten sind die Bewohner tagsüber in den Lebenshilfe-Werkstätten und Förderstätten beschäftigt, die in Putzbrunn gleich gegenüber der Einrichtung liegen. Es herrscht ein reger Austausch über Freunde und Bekannte, dem Sportverein und selbst in der TENE, eine Gruppe von älteren Menschen, zu der auch ‚Auswärtige‘ kommen. Nicht so in Zeiten des Virus Covid-19.

Menschen mit geistiger Behinderung
verstehen die Situation mitunter nicht

„Den Bewohnern fehlt mitunter auch das Verständnis, sie verstehen die Situation nicht“, erklärt Renate Bauer. „Scheiß Corona“ ist zu einem geflügelten Wort geworden und muss für vieles herhalten. Glücklicherweise verfügt die Lebenshilfe-Einrichtung in Putzbrunn über einen eigenen Garten und eine große Terrasse, so dass Spazierengehen immer möglich ist. Man gehe gut mit der Situation um, auch die MitarbeiterInnen, versichert die Einrichtungsleiterin, denn die Gefahr einer Übertragung und Ansteckung ist in der Corona-Krise immer präsent.“ Weiterlesen

Der g’spinnerte Regentropfen

Kennen Sie schon unsere Archiv-Seite im Blog?
Wenn nicht, sollten Sie einmal einen ‚Blick darauf werfen‘.
Sie finden nahezu sämtliche Beiträge aus den Jahren von 2013 bis 2017 in vier Rubriken geordnet.
Jeder Beitrag ist mit Datum versehen (chronologische Reihenfolge) und mit einem Klick auf die Zeile gelangen Sie direkt zum Original-Beitrag. Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen!

 –  Aus dem Archiv  –
Beitrag vom 18.10.2017

 Die TENE in Putzbrunn – eine Tageseinrichtung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben – der Lebenshilfe München, hat in einem Gemeinschaftsprojekt ein ganz besonderes Gedicht geschrieben. Es spricht von der Sehnsucht des Reisens, neuen Erfahrungen und Perspektiven. Begleitet hat das Projekt Eva-Maria Jais.
Sie ist Heilerziehungspflege-Helferin.  

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Startschuss für die Lebenshilfe

Der vom Sportverein ausgerichtete Putzbrunner Herbstlauf ist für die Bewohner der Lebenshilfe-Wohneinrichtung jedes Jahr ein fester Termin. Lange im Voraus freuen sich die Akteure darauf und drehen so manche Trainingsrunde. Zuhause sammeln sich bereits Urkunden, Medaillen und Pokale der letzten Erfolge und auch dieses Jahr wollen die Sportler aus der Wohnstätte 1 in Putzbrunn wieder vorne mit dabei sein. Das seit Jahren schon beständige und bei den Bewohnern sehr beliebte Training dafür findet jeden Freitag unter der Leitung von drei tollen *Ehrenamtlern‘ statt, die selbst Marathonläufer sind. Weiterlesen

Amazon spendet einen Defibrillator für Putzbrunn

N O T F A L L ! – Es geht um Leben oder Tod. Keiner von uns wünscht sich so eine Situation. Und so überreichte Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann den neuen Defibrillator (Defi) für die Wohneinrichtung in Putzbrunn mit den Worten: „Ich hoffe, dass sie dieses Gerät niemals verwenden müssen.“ Und doch ist dieses Gerät wichtig und sollte in allen öffentlichen Einrichtungen hängen.

„Die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbelebung beim rechtzeitigen Einsatz eines Defis liege bei etwa 55 Prozent, ohne das Gerät seien es nur rund 8 Prozent“, bescheinigen Ärzte.  Weiterlesen

Auf der Wies’n in Putzbrunn

Wiesnzeit in München – kleines Oktoberfest in Putzbrunn.

Noch bis zum 06. Oktober läuft in München die große ‚Wiesn‘ 2019. Pünktlich zum Auftakt feierten die Bewohner und Mitarbeiter der Lebenshilfe München in Putzbrunn 2019 bereits im dritten Jahr ihr eigenes kleines Oktoberfest. Die Freude darüber ist groß, denn eigentlich würden sie alle gerne mal auf die ‚große Wiesn‘ gehen, doch das sprengt das kleine Taschengeld-Budget und auch die Begleitung wird bei den Menschenmassen ein großes Problem. So also feiert man in Putzbrunn im große Garten und macht sein eigenes Fass auf. Weiterlesen

25 Jahre Wohnen in Putzbrunn

„Wir schreiben Geschichte … und du bist eine davon“

Das 25-jährige Jubiläum der Lebenshilfe-Wohneinrichtung in Putzbrunn wurde jetzt unter dem Motto gefeiert: „Wir schreiben Geschichte… und du bist eine davon“.

Es kamen Bewohner und Bewohnerinnen, Betreuer und Betreuerinnen (von heute und einst), Eltern, Freunde, Bekannte auf dem Freigelände der Putzbrunner Einrichtung zusammen. Sie tauschten sich über ‚die guten alten Zeiten‘ aus. Für das leibliche Wohl war gesorgt – mit gehaltvollen Hähnchen, frischen Schweinshax’n, stilvoll verzierten Muffins und knackigen Salaten. Wer tanzen wollte, konnte das tun, denn die Rolli-Gang heizte mit den Hits der letzten 25 Jahre richtig ein und sorgte für gute Stimmung.

Natürlich kamen auch die Ehrungen nicht zu kurz. Zwei Mitarbeiter sind seit Eröffnung der Lebenshilfe-Einrichtung dabei und gestalteten maßgeblich die Geschicke des Hauses mit. Geehrt wurden auch 18 Bewohner, die seit Anfang an hier leben. Das ist jeder zweite Bewohner der Wohneinrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Weiterlesen