Lebenshilfe fordert: Keine Kürzung für flexible Hilfen für pflegende Angehörige

– Am 12. Mai ist der internationale Tag der Pflege –

Eine deutlichen Appell richtet die Lebenshilfe Bayern zum Tag der Pflege am 12. Mai an die Politik. Sie bekräftigt die Forderung nach flexibler Hilfe für pflegende Angehörige. Barbara Stamm, Vorsitzende der Lebenshilfe-Bayern, begrüßt darum die Online-Petition ´Verhinderungspflege muss flexibel bleiben` ausdrücklich. Die Petition wurde im April vom Netzwerk für Senioren-Assistenz aus dem Kreis Plön bei Kiel gestartet. Sie hat mit über 50.000 Stimmen das Quorum für eine Eingabe in den Petitionsausschuss des Bundestags erreicht.

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Was ist der Hintergrund, warum ist Flexibilität bei der Behindertenpflege so wichtig? Eine Mutter drückt es so aus: „Wenn ich bei der Diakonie einen Betreuungsplatz will, muss ich das ein Jahr im Voraus planen. Mit Flexibilität hat das nichts zu tun.“ Hilfe sollte, wenn es die Situation erfordert, schnell und unkompliziert möglich sein. Diese Entlastung ist aktuell mit der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege mit einem jährlichen Budget von 2.418 Euro möglich. Die Hilfe kann dabei durch Freunde, Nachbarn oder durch Familien-Unterstützende Dienste erbracht werden, auch stundenweise, etwa wenn ein größerer Einkauf oder ein Arztbesuch ansteht.

Das neue Pflegereformgesetz sieht nun aber nur noch 1320 Euro – und damit 1000 Euro weniger – für eine stundenweise Entlastung für Familien und pflegende Angehörige vor. „Die Reform geht damit am Bedarf dieser Familien vorbei“, sind sich viele Fach- und Wohlfahrtsverbände, darunter auch die Lebenshilfe, einig. Insgesamt soll die Verhinderungs- und Kurzzeitpflege zwar auf jährlich 3.300 Euro erhöht werden, doch dürfen davon nur 40 Prozent für eine stundenweise Entlastung eingesetzt werden.

Petition an den Bayerischen Landtag

Lebenshilfe Bayern fordert Assistenz im Krankenhaus

Ein Krankenhaus-Aufenthalt ist für geistig und mehrfach behinderte Menschen meist sehr belastend. Sie brauchen dabei dringend eine Vertrauensperson, die ihnen zur Seite steht und zwischen ihnen und dem Klinik-Personal vermittelt. Das zeigt sich gerade in Zeiten von Corona deutlich. Deshalb fordert die Lebenshilfe Bayern schon lange eine Assistenz im Krankenhaus. Nun hat Landesvorsitzende Barbara Stamm dazu eine Petition an Landtagspräsidentin Ilse Aigner sowie an den Vorsitzenden des Landtagsausschusses für Gesundheit und Pflege, Bernhard Seidenath, übergeben.  Weiterlesen

Lebenshilfe demonstriert in Berlin

Forderung nach voller Teilhabe statt Ausgrenzung
Petition an den Bundestag übergeben

Die Lebenshilfe hat zu einer großen Demonstration in Berlin aufgerufen. Menschen mit Behinderung demonstrieren vor dem Brandenburger Tor für ihre Rechte. Aus allen 500 Orts- und Kreisvereinigungen haben sich über 4000 Teilnehmer angemeldet. Dabei ist die Anreise für Menschen mit Behinderung für die dreistündige Demo eine echte Herausforderung. Und doch demonstrierten dann weit mehr als 7000 Menschen in Berlin für ihre Rechte, für mehr Gleichstellung und Teilhabe statt Ausgrenzung – für ein gerechtes Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III und überreichten mehr als 150.000 Unterschriften.

“Diese 151.698 Unterschriften sind ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung – und für mehr Teilhabe“, sagte Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Die Unterschriften übergab sie um 14.30 Uhr an die Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Kerstin Griese (MdB) und den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses, Dr. Edgar Franke (MdB).   Weiterlesen