Führungskräfte-Workshop zum Gesundheitsmanagement

Erster Führungskräfte Workshop zum Gesundheitsmanagement
bei der Lebenshilfe München Wohnen GmbH

In unserem Artikel „Gesundheits-Förderung in der Lebenshilfe München ist Chefsache“ berichteten wir über den besonderen Fokus der gerade bei der Lebenshilfe München Wohnen GmbH auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter gelegt wird. Die vor zwei Jahren installierte Ebene der Gruppenleitungen innerhalb der Organisationsstruktur der Lebenshilfe München besucht gemeinsam mit den ihnen direkt vorgesetzten Einrichtungsleitungen einen dreigliedrigen Führungskräfte-Workshop. Er steht unter dem Motto: Sich selbst und andere gesund führen – wie gelingt das?

In Kooperation mir der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege fand jetzt der erste ganztägige Workshop statt. Schon bei dem einleitenden Zwiegespräch der beiden Coaches, Andrea Beese und Ruth Reichenbach, war klar: Es wird nicht langweilig werden. Und so kam es dann auch.

Zunächst reflektierte die Runde in einer obligatorische Aufschlüsselung grundlegende Begrifflichkeiten wie Gesundheit, Führung und Handlungskompetenz. Es war Ausgangspunkt für weitere Inhalte und Diskussionen, die den neun GruppenleiterInnen und drei EinrichtungsleiterInnen anschaulich und interessant dargeboten wurden. Der interaktive Teil des Workshops ließ allerdings nicht lange auf sich warten.

In mehreren Gruppen wurden die Handlungsfelder ‚Gesundheitsfördernder Führung‘ reflektiert und Impulse zum konkreten operativen Umgang mit ihnen spielerisch erarbeitet. Durch Selbstreflexion und gewinnbringenden fachlichen Input der Coaches vertieften die Teams das individuelle Verständnis der Teilnehmer. Bezeichnend war etwa das Handlungsfeld Kommunikation oder auch das Thema Wertschätzung für eine einheitliche ‚Lebenshilfe-Linie‘. Sie gilt es künftig umzusetzen. Bis zum Schluss war der Tag geprägt von einer wissbegierigen und engagierten Dynamik.

„Für mich war es sowohl als Teilnehmer als auch als Chef von drei weiteren teilnehmenden GruppenleiterInnen durch und durch gelungen. Durch eine strukturierte Selbstreflexion anhand der Handlungsfelder, kann jeder von uns sich professionell als Führungskraft weiter entwickeln und sein Team und sich selbst immer gesünder führen.“ konstatiert Florian Mauch.

Wohngemeinschaft mit Wanders-Lust auf den Wank

Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust
Auch die Inklusive-Wohngemeinschaft freut sich

Den goldenen Herbst ausnutzend, machte sich die Inklusive-Wohngemeinschaft (WG) der Lebenshilfe München zu einem langen Tagesausflug auf nach Garmisch-Patenkirchen zu einem Wandertag. Das Wochenende begann mit einem gemeinsamen Frühstück in der WG, und so startete die Gruppe gestärkt in den Tag. Danach packten wir unsere Sachen und vom Hauptbahnhof München ging es samt Rucksack und Ausrüstung mit dem Zug nach Garmisch-Patenkirchen. Die halbe Stunde Zeit vor Zugabfahrt nutzten wir noch zum Kauf von fünf Butterbrezen beim Bäcker als Stärkung für zwischendurch. Allein die Hinfahrt war für uns alle ein Erlebnis, da wir die wunderschöne Aussicht auf die Berge genossen.

Wir waren voller Erwartung, denn im Internet hatten wir bereits gelesen: „Vom 1.780 Meter hohen Gipfel vis-à-vis der Zugspitze öffnet sich ein sagenhafter Rundblick auf das Ester-, Ammer-, Karwendel- und Wettersteingebirge, hinunter auf Garmisch-Partenkirchen und ins Loisachtal bis an die Grenzen von München.“ (Link)

Vom Bahnhof in Garmisch-Patenkirchen wanderten wir nun knapp drei Kilometer gemütlich zur Wank-Bergbahn, bewunderten die schönen Häuser, die alte Bergbahn mitten in der Stadt und warfen ein paar Blicke in Schaufenster und Geschäfte. Die Zeit verging schnell und wir unterhielten uns gut bei all den Eindrücken, die wir aufnehmen konnten.

Dann kauften wir gemeinsam die Tickets und fuhren mit der Gondelbahn auf den Panoramaberg Wank, hinauf auf 1780 Meter. Oben ging es auf eine halbstündige Panoramawanderung zum Gipfelkreuz, wo wir den Ausblick auch durch ein Fernrohr genossen. Die Bewohner unterhielten sich ausgelassen mit den anderen Wanderern. Der ein oder andere Witz blieb hierbei natürlich nicht aus. Gemeinsam saßen wir alle auf einer Bank um das schöne Wetter und vor allem die wahnsinnig schöne Sonne zu genießen.

Hungrig von dem bisher langen Tag machten wir uns anschließend auf die Suche nach dem Bergrestaurant welches, wie soll es auch anders sein, leider geschlossen hatte. Deshalb ging es für uns wieder mit der Bahn ins Tal, wo wir das nächste Restaurant aufsuchten. Das Angebot im Restaurant war groß. Zum Schluss war auf unserem Tisch von Käsespätzle über Knödel bis hin zum Krustenbraten alles dabei.

Müde, satt und zufrieden ging es danach zu Fuß zurück zum Bahnhof, von wo wir mit dem Zug zurück in die WG fuhren. Naja zumindest zurück zum Bahnhof nach München. Wir können bestätigen, was auf der Homepage angebpriesen wird: Naturkino auf dem Wank, ein Naturschauspiel für Jedermann.

Vor einem Jahr startete die Inklusive Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München. Lesen Sie mehr:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/11/23/eine-inklusive-lebenshilfe-wg-in-obersendling/

 

fbt

Neue Aufgaben für die Lebenshilfen

Fachtagung Wohnen am 26 Oktober

Zu einer Fachtagung, die sich dem Thema „Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und (stark) herausforderndem Verhalten“ widmet, treffen sich Vertreter (Vorstände, Geschäftsführer, Bereichs- und Einrichtungsleiter) der Lebenshilfen in Oberbayern am 26. Oktober in Benediktbeuern. In mehreren Treffen bei der Lebenshilfe München wurden die Inhalte vorbereitet und das Planungsteam verständigte sich über die Inhalte, Ausrichtung und Referenten für die Fachtagung.

Eine Intensiv-Pädagogische Betreuung

Das Vorbereitungsteam des Fachtages Wohnen im Besprechungsraum der Lebenshilfe München von rechts vorne: Barbara Dengler, Lars Heimke, Simon Haberkorn, Thomas Gania, René Pfeifer.

Neben Barbara Dengler und Sibylle Fuhlbrügge vom Lebenshilfe Landesverband Bayern, waren auch Thomas Gania (Lebenshilfe Weilheim), Simon Haberkorn (Lebenshilfe Berchtesgadener Land) und Lars Heimke (Lebenshilfe Starnberg) teil der Arbeitsgruppe. Für die Lebenshilfe München nahm Bereichsleiter Wohnen René Pfeifer an den Sitzungen teil. Pfeifer greift auf einen großen spezialisierten Wissens- und Erfahrungsschatz im Bereich intensivpädagogische Betreuung zurück und hat dieses Thema bereits bei der Lebenshilfe München Wohnen GmbH in Bewegung gebracht.

„Es gibt erste fachlich-konzeptionelle Überlegungen, die jedoch noch in den Anfängen sind. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich über alle Hierarchie-Ebenen der Wohnen GmbH hinweg mit dem Thema ‚Intensiv-Pädagogische Betreuung von Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen’“, informiert René Pfeifer. Die Fachtagung in Benediktbeuern will Impulse bei den Vertretern der Lebenshilfen setzen, um Konzepte für Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen zu entwickeln und zu implementieren.

Es gibt Bedarf an spezialisierten Wohnplätzen

René Pfeifer: „Auch und gerade für Menschen mit geistiger Behinderungen und herausfordernden Verhaltensweisen ist spezialisiertes Fachwissen notwendig. Dieser Personenkreis wird immer größer und der Bedarf im Großraum München an intensivpädagogischen Wohnplätzen ist immens hoch. Das zeigt die Struktur der Aufnahmeanfragen ganz eindeutig. Diesem Gesichtspunkt kommt eine noch größere Bedeutung zu, wenn man beachtet, dass die Lebenshilfe München ein derartiges Angebot derzeit gar nicht vorhält.“

PINO: das Netzwerk für Intensiv-Wohnen

Neben den Lebenshilfen in Oberbayern gibt es auch zusätzliche Arbeitsgruppen mit Vertretern des Kostenträgers, der Wissenschaft und den Leistungserbringern aus ganz Oberbayern. So soll noch in diesem Jahr ein oberbayerisches Netzwerk Intensivbetreuung entstehen. Im Projekt „Intensivwohnen Netzwerk Oberbayern“ (kurz PINO) wirkt die Lebenshilfe München als Netzwerkpartner mit. Der erste Vortrag der Fachtagung in Benediktbeuern steht unter dem Thema „Was brauchen Eltern von der Lebenshilfe?“. Referentin wird Hildegard Metzger sein. Was erwarten die Eltern von den Lebenshilfen und wie wird man ihnen gerecht?

Wichtig sind dabei „Die Versorgungssituation und Rahmenbedingungen in Oberbayern“, über die Betina Britze und Helmut Roth informieren. Die Fachvorträge beleuchten anschließend aus ganz unterschiedlichen Perspektiven sowohl von wissenschaftlicher Seite, wie auch aus dem Alltag heraus, was das Leben im Miteinander erschwert und zeigen Wege und Perspektiven auf.

Die Fachvorträge:

  • Menschen die uns und sich selbst herausfordern – Blick aus der Wissenschaft – Dr. Jan Glasenapp
  • Lebenshilfe für ALLE Menschen mit geistiger Beeinträchtigung? – Wir machen es vor! – Susanne Meffert
  • Blick in den Alltag – ungeschminkte Wahrheiten – Frauke Pfister

Im Anschluss an die Fachvorträge besteht die Möglichkeit in kleine Gruppen die Fachvorträge zu reflektieren und das Gehörte auf die eigene Lebenshilfe zu übertragen.

 

 

 

Auf der Wies’n in Putzbrunn

Wiesnzeit in München – kleines Oktoberfest in Putzbrunn.

Noch bis zum 06. Oktober läuft in München die große ‚Wiesn‘ 2019. Pünktlich zum Auftakt feierten die Bewohner und Mitarbeiter der Lebenshilfe München in Putzbrunn 2019 bereits im dritten Jahr ihr eigenes kleines Oktoberfest. Die Freude darüber ist groß, denn eigentlich würden sie alle gerne mal auf die ‚große Wiesn‘ gehen, doch das sprengt das kleine Taschengeld-Budget und auch die Begleitung wird bei den Menschenmassen ein großes Problem. So also feiert man in Putzbrunn im große Garten und macht sein eigenes Fass auf.

Bereits am Morgen wurde mit viel Liebe und Engagement hergerichtet. Die Gaudi kam dabei nicht zu kurz und fleißig dekorierten Bewwohner und Betreuer den Garten, schafften Wiesn-Stimmung. Im Marktstand gab es Magenbrot, Brause und Lebkuchenherzen und etwas deftiger frische Fischsemmeln. Der Duft von Steckerlfisch und Bratwurst durchzog schon bald den Garten und ließ so manchem das Wasser im Mund zusammen laufen. Beste Kost für ein kleines Budget.

Fesch mit Dirndl und Lederhosen gekleidet amüsierten sich alle auf dem Gelände und übten sich beim imaginären Kettenkarusell fahren sowie beim Büchsenwerfen und Teufelsrad. Die gemütliche Putzbrunner Wiesn war auch heuer wieder ein großes Event und gefiel nicht nur den Bewohnern. Auch 2020 wird es in Putzbrunn wieder ein kleines und persönliches Oktoberfest geben, eben die Putzbrunner ‚Wiesn‘.

Fotos: Privat / Lebenshilfe

Gesundheits-Förderung in der Lebenshilfe ist Chefsache

Zu einem ersten Meeting für eine gezielte Gesundheitsförderung der Mitarbeiter trafen sich (von rechts): Wohnbereichsleiter René Pfeifer, Coachin Andrea Beese, Paul Oberhofer, Renate Bauer, Lisa Hasenberger und Julia Knoll. – Fotos: Gerd Spranger

Gesundheits-Förderung ist bei der Lebenshilfe München ein zentrales Thema. Geht es doch in der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung ganz besonders um dieses Anliegen, die Gesundheit und das Potential jedes Einzelnen zu fördern und zu entwickeln. Aktuell aber sind es die Mitarbeiter des Bereichs ‚Wohnen‘ selbst, wo nach Potential zur Verbesserung gesucht wird. Gesunde Mitarbeiter sind ein wichtiger Faktor für ein erfolgreiches Unternehmen und das Engagement der Lebenshilfe München ist einzigartig. Nicht nur ein Seminar oder ein Workshop sollen verbessern, sondern über einen Zeitraum von sechs Monaten geht man zentralen Fragen und Anliegen in einer ganzen Veranstaltungsreihe auf den Grund. Aus der Gesundheitsförderung wird ein gezieltes betriebliches Gesundheitsmanagement.

Eigene Führungsebene soll gestalten

Angefangen wird bei den Führungskräften, denn seit fast zwei Jahren arbeitet der Elternverein in der Wohnen GmbH mit einer eigenen Führungsebene aus Einrichtungsleitern und Gruppenleitungen. Alle Fäden laufen bei der übergeordneten Bereichsleitung zusammen. Es war ein zentrales Anliegen von Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann, im Unternehmen der Lebenshilfe München die Unternehmensstruktur zu verbessern. Über den Elternverein hinaus umfasst die Organisation zwei GmbH’s und es werden 350 Mitarbeiter beschäftigt, ohne Werkstätten und Honorarkräfte. Zur ‚Wohnen GmbH‘ zählt ebenso das ‚Ambulant betreute Wohnen‘. Es nimmt einen immer größeren Raum innerhalb der Lebenshilfe München ein und soll in den nächsten Jahren mit innovativen Wohnangeboten weiter ausgebaut werden.

„Wir führen gesund“

Als Leitsatz erarbeitete man im ersten Sitzung des Steuerkreises Gesundheitsförderung das Motiv „Wir führen gesund“. Gefördert wird eine tragfähige Unternehmenskultur für „gesunde Mitarbeiter bis zum Rentenalter“ mit einem gezielten betrieblichen Gesundheitsmanagement. Begleitet und geführt werden die Einzelgespräche, Steuerkreise und Workshops von Andrea Beese, Beraterin und Organisationsentwicklerin im Auftrag der BGW. Die BGW ist die gesetzliche Unfallversicherung für nichtstaatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege.

Gesunde Mitarbeiter sind motiviert

Lisa Hasenberger ist die Jüngste im Team der Führungskräfte der Lebenshilfe München

Dabei geht es nicht in erster Linie um körperliche Gesundheit. Gesunde Mitarbeiter gehen motiviert und zufrieden ihrem Beruf nach, sind geistig und mental fit. Dafür ist ein gutes Betriebsklima entscheidend. Es bedingt einerseits ‚ernst genommen zu werden‘, sich als Mensch Kollegin und Kollege akzeptiert und geachtet zu wissen in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung. Anderseits aber auch Grenzen zu ziehen, um etwa eine Überbelastung rechtzeitig zu vermeiden. Bereichsleitung Wohnen René Pfeifer ergänzt: „Das ist ein Dreh- und Angelpunkt, vor allem wenn wir an die Generation 50-Plus denken.“

Richtige Fragen für gute Impulse

Unternehmens-Coachin Andrea Beese geht davon aus, „dass das Wissen da ist. Die richtige Umsetzung finden und den geeigneten Rahmen vorgeben, ist aber Aufgabe der Führungskräfte.“ Sie versteht sich vor allem als ‚Begleiterin‘, die mit den richtigen Fragen die Impulse für arbeitsnahe Lösungen gibt. Gezielt wollen die Führungskräfte bei den nächsten Treffen auf die besondere Situation der verschiedenen Wohngruppen, des Wohntrainings und des ambulant betreuten Wohnens eingehen. Hierzu finden drei ganztägige Führungskräfte-Workshops zum Thema „Gesundheitsfördernde Führung“ statt.

Auf besondere Bedarfe eingehen

Die Vielschichtigkeit der Wohnangebote der Lebenshilfe München ist der langen Geschichte des Elternvereins mit den ersten Wohneinrichtungen mit kleinen Gruppen bis 12 Personen in den 80er-Jahren und der besonderen Entwicklungen in Gesellschaft und Politik geschuldet. Jüngstes Beispiel dafür ist das Bundesteilhabegesetz. Es fördert nachdrücklich die Entwicklung hin zu mehr Selbständigkeit von Menschen mit Behinderung. Bei Menschen mit geistiger Behinderung muss darüber hinaus auf die besonderen Bedarfe eingegangen werden. Es ist der lange Weg von der Integration hin zur Inklusion, diesen kann die Lebenshilfe München Wohnen GmbH nur zusammen mit den Bewohnern und Mitarbeitern gehen. Eine gesunde Unternehmenskultur ist dabei unabdingbar, die Schaffung einer solchen das große Ziel des Projektes „Gesundheitsförderung in der Wohnen GmbH“.

So heißt es zunächst bei der Lebenshilfe Wohnen, die aktuelle Situation zu analysieren und davon ausgehend geeignete Maßnahmen auszuarbeiten. Ein Abschluss-Workshop und ein Nachhaltigkeits-Workshop sollen den Prozess dann im Sommer 2020 zu einem positiven Ende führen.

Von der Ergotherapeutin zur Heilerziehungspflegerin

Die junge Ergotherapeutin Lisa Hasenberger war in ihrem Beruf bereits sehr erfolgreich. Bei ihrer Arbeit geht und ging es darum, dem Menschen eine bessere Handlungsfähigkeit im Alltag zu ermöglichen und mehr gesellschaftliche Teilhabe. Insgesamt soll eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden. Lisa Hasenberger aber wollte mehr, sich als Fachkraft weiterqualifizieren und bei der Lebenshilfe München eine weitere Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin durchlaufen. Im Sommer hat sie mit Bestnote und Auszeichnung abgeschlossen. Viel Beachtung fand ihre Facharbeit, in der sie sich mit der dialektischen Verhaltenstherapie auseinandersetzte.

Renè Pfeifer, Bereichsleiter ‚Wohnen‘ der Lebenshilfe München, gratuliert Lisa Hasenberger zu ihrem Abschluss mit Auszeichnung.

Beide Ausbildungen sieht sie als ideale Ergänzung zueinander, bei der ein praktischer Bezug nie zu kurz kommt. „Man erlebt unmittelbar und zeitnah, was zuvor, manchmal auch erst später, an theoretischem Grundwissen vermittelt wird. Das macht es so spannend. Dabei sind wir als Mensch ja immer individuelle Persönlichkeiten und Situationen unterscheiden sich immer wieder. Im Zentrum unseres Handelns als Heilerziehungspfleger steht immer der Mensch und unser Anliegen, ihn in seinen Stärken zu fördern.“

Bei der Lebenshilfe München hat die 28-Jährige dafür ein gutes Umfeld gefunden. Auch während ihrer Ausbildung standen ihr erfahrene KollegInnen zur Seite und ein offener Umgang ermöglichte eine gute Atmosphäre, „auch zu den Chefs hin“, bekräftigt sie.

Viele gute Ansätze im Wohntraining der Lebenshilfe

Es war letztlich auch diese Offenheit, die Lisa Hasenberger in ihrem Entschluss bestärkte, ihre Karriere bei der Lebenshilfe München fortzusetzen. Sie führt jetzt die Wohngruppen des Wohntrainings der Lebenshilfe München. Hier wohnen in zwei betreuten Wohngruppen und kleinen Appartements Menschen mit geistiger Behinderung zusammen. Sie sollen durch ein gezieltes Training auf ein weitgehend eigenständiges und selbständiges Leben vorbereitet werden. Heilerziehungspflegerin Lisa hat da bereits einige Vorstellungen und auch von den Bewohnern wurden viele Wünsche an sie heran getragen.

Wir werden in einem der nächsten Beiträge darüber berichten.

Lesen Sie auch unsern Artikel aus dem Jahr 2016, dem Anfang des gezielten Wohntrainings bei der Lebenshilfe München:

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/03/08/menschen-mit-behinderung-auf-das-leben-vorbereiten/

„Selbstvertretung – na klar“

Von links: Selbstvertreter Sascha Ubrig von der Lebenshilfe Berlin, Tina Winter, Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, MdB, Selbstvertreterin Ramona Günther aus dem Bundesvorstand. – Foto rechts: Gemeinschaftliche Verabschiedung der Leipziger Erklärung mit Selbstvertreterin Ramona Günther (links) und Moderator Hubert Hüppe, ehemaliger Behindertenbeauftragter.

„Selbstvertretung – na klar“
Der Selbstvertreter-Kongress 2019

Vom 29. bis 31. August 2019 fand in Leipzig, in den Hallen der Universität, der große Selbstvertreter-Kongress der Lebenshilfe statt. Selbstvertretung heißt: Menschen mit geistiger Beeinträchtigung reden und bestimmen mit – in der Lebenshilfe und in der Gesellschaft. Mehr als 700 Teilnehmer aus ganz Deutschland waren zum Kongress gekommen. Unter ihnen auch eine Gruppe der OBA der Lebenshilfe München.

Großer Andrang bei der Eröffnung des Selbstvertreter-Kongresses der Lebenshilfe – Alle Bilder: © Lebenshilfe/C. Doeller & B. Proschak

Ein Eltern- und Selbstvertreter-Verband

Ulla Schmidt, Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe eröffnete den Kongress gemeinsam mit Tina Winter, Sascha Ubrig und Ramona Günther aus dem Bundesvorstand der Lebenshilfe. Sie erinnerte in ihrer Begrüßungsrede daran, dass Eltern behinderter Kinder die Lebenshilfe vor mehr als 60 Jahren gegründet und gemeinsam mit Fachleuten aufgebaut haben. 12.000 der bundesweit 123.000 Mitglieder sind heute Menschen mit Beeinträchtigung. Die Bundesvorsitzende wünschte sich, dass sich noch viel mehr von ihnen in der Lebenshilfe engagieren – vor Ort, in den Ländern und auf Bundesebene: „Die Lebenshilfe braucht Sie“, rief Ulla Schmidt den Kongress-Teilnehmern zu. „Damit aus einem Eltern-Verband mehr und mehr auch ein Selbstvertreter-Verband wird.“

„Was ist den Menschen wichtig?“

Kongress-Teilnehmer der OBA der Lebenshilfe München

In mehr als 30 Arbeitsgruppen wurde dann über Selbstvertretung gesprochen, gemeinsam geforscht und diskutiert. Dabei standen Fragen wie „Was ist den Menschen wichtig?“ oder „Wobei brauchen sie Hilfe?“ und „Welche Wünsche haben sie?“ im Mittelpunkt. In vielen Arbeitsgruppen konnte man sich auch kreativ dem Thema nähern. So gab es zum Beispiel die Gelegenheit, sich an einem Kongress-Film zu beteiligen, ein Kongress-Lied zu erarbeiten, im Theaterspiel seine Stärken zu entdecken oder auch bei einem Drum-Circle mitzumachen.

Die Vielfalt der entsprechenden Arbeitsgruppen zeigte: Es gibt eine Menge Möglichkeiten, sich als Selbstvertreter einzubringen und wem bisher dazu der Mut fehlte, konnte sein Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten durch zahlreiche Angebote stärken.

Leipziger Erklärung für Selbstvertreter

Zum Abschluss wurden die wichtigsten Themen und Forderungen des Kongresses in der so genannten „Leipziger Erklärung für Selbstvertreter“ in Leichter Sprache zusammengefasst. Der Text kann im Internet heruntergeladen werden unter: http://www.lebenshilfe.de/selbstvertretung/kongress/leipziger-erklaerung/

Den ersten Entwurf des Rates behinderter Menschen hatten die Teilnehmer ausführlich diskutiert, ergänzt und eine Redaktionsgruppe unter Moderation des ehemaligen Behindertenbeauftragten Hubert Hüppe hatte die Endfassung erstellt. Ramona Günther bekräftigte die Forderungen nach Raum und Unterstützung der Selbstvertretung in der Lebenshilfe nach:

  • Barrierefreiheit
  • Teilhabe in der Politik
  • Gemeinsamer Bildung

Wer mehr zum Thema „Selbstvertretung“ lesen möchte, findet das auf der Homepage der Bundesvereinigung unter: www.lebenshilfe.de/selbstvertretung/.

Rückblick auf das Schuljahr 2018/2019 in der HPT-G unter neuer Leitung

Zufrieden können die Bereichsleitung Esther Wagner und die Einrichtungsleitung Sabine Griebel der Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT-G) der Lebenshilfe München in Unterhaching, auf ihr erstes gemeinsames Schuljahr 2018/2019 zurückblicken. Auch wenn es zu Beginn erst einmal darum ging, Vertrauen im Kollegium aufzubauen, gleichzeitig mehrere neue Mitarbeiter*innen einzuarbeiten, Eltern kennen zu lernen, einen Grundstein für eine offene, tragfähige Kommunikation zu legen sowie für Beschäftigte und Kinder verlässliche Strukturen zu schaffen, ist es kontinuierlich gelungen, Verbesserungen zu etablieren.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg“ sind sich beide Leitungen einig. In der HPT-G werden 56 Kinder und Jugendliche in derzeit 6 Gruppen heilpädagogisch gefördert und betreut. Die 7. Gruppe konnte aufgrund von Personalengpässen (allgemeiner Fachkräftemangel in München) nur teilweise geöffnet werden. „Trotz dieser Umstände war es uns wichtig, alle 56 Kinder und Jugendlichen bestmöglich zu fördern und zu betreuen, damit die Eltern im Alltag zumindest unter der Woche Entlastung erfahren“, betonen Esther Wagner und Sabine Griebel.

Nachgelegt – Zuwachs an heilpädagogischen und medizinischen Therapeuten

Ein weiterer positiver Schritt ist uns mit der Einstellung von weiteren Therapeuten gelungen. Auch wenn es länger gedauert hat und sich zu Schuljahresbeginn 2018/2019 die Möglichkeit Therapeuten zu finden, zunächst völlig anders dargestellt hatte.

Nachgehört – der offene Austausch mit den Eltern steht bei uns an erster Stelle

Ganz oben auf der Agenda stehen zum einen der Austausch mit den Eltern. Wir pflegen darum eine Kultur der Transparenz. Die Eltern werden über alle Veränderungen im Vorfeld informiert und Rückmeldungen sind uns jederzeit willkommen. Offen ist bei Sabine Griebel auch immer die Tür zum Büro, eine indirekte Aufforderung zum Gespräch. Zum anderen die Durchführung von gemeinsamen Aktivitäten mit Eltern und Kindern. So können wir im vergangenen Schuljahr auf einige Veranstaltungen und Feste zurückblicken, die einen ungezwungenen Austausch ermöglichten.

Unterstützt und begleitet wird Sabine Griebel dabei von der Bereichsleiterin der Kinder und Jugend GmbH der Lebenshilfe München, Esther Wagner. Beide Mitarbeiterinnen tauschen sich intensiv aus und stimmen sich über einzelne Schritte ab, so dass gemeinsam weitere Fortschritte erzielt werden können.

Nachgehakt – die Meinung der Eltern, Kinder und Jugendlichen ist uns wichtig

Die ersten Früchte dieser Teamarbeit machten sich schon in diesem Schuljahr 2018/2019 bemerkbar. Die Eltern spüren, dass die Atmosphäre offener ist, ihre kleinen und großen Anliegen mehr Gehör finden. Zwei Mütter, deren Kinder schon mehrere Jahre in der HPT-G sind, bestätigen dies unisono in einem Telefoninterview. Besonders freut sie, dass nun bald der eigene Snoezelen-Raum zum Entspannen eingerichtet ist, dass man sich deutlich besser informiert fühlt und Strukturen etabliert werden, die den Kindern und Jugendlichen zusätzlich Sicherheit und Orientierung geben.

Auch im Gespräch mit zwei Jugendlichen wird deutlich, dass ihnen die vielen Aktivitäten gut gefallen, sie sich in ihren Gruppen wohlfühlen, von den Betreuern verstanden fühlen und es nie langweilig wird.

Nachgesorgt – Mitarbeiterentwicklung als wichtiges Instrument zur Professionalisierung unserer Arbeit

„Klar ist, dass noch längst nicht alles optimal läuft, aber wir arbeiten daran“, so die beiden Leitungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Teamentwicklung, an der intensiv gearbeitet wird. So finden jeden zweiten Freitag, neben den wöchentlich stattfindenden Teambesprechungen, Teamintervisionen statt, in denen pädagogische Probleme besprochen und im Rahmen der kollegialen Beratung gemeinsam Lösungen gefunden werden. „Dies ist besonders hilfreich für die neuen Mitarbeiter*innen, schneller an Sicherheit im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen zu gewinnen“, ist sich Sabine Griebel sicher.

Nachgedacht – Neue Wege der Mitarbeitergewinnung

Ein weiterer Meilenstein liegt in der Mitarbeitergewinnung. Auch wenn derzeit der Arbeitsmarkt wie leer gefegt scheint, lässt sich die Lebenshilfe auch hier etwas Neues einfallen. So werden z.B. in den S- und U-Bahnhöfen Giselastraße, Isartor und Lehel demnächst die Stellengesuche auf den Großleinwänden erscheinen und hoffentlich den ein oder anderen dazu bewegen, sich bei uns zu bewerben.

Bereits im Juni und nun auch zum Jahresende werden darüber hinaus Radiospots von „Radio Energy“ darauf aufmerksam machen, dass das Arbeiten bei der Lebenshilfe München ein persönlicher Gewinn für den Einzelnen sein kann.

Nachbesprochen – „Alles wird gut!“

Insgesamt sind sich beide Leitungen, Frau Wagner und Frau Griebel, sehr sicher, dass im neuen Schuljahr die in 2018/2019 geschaffene Basis dazu beitragen wird, eine noch optimalere therapeutische und pädagogisch Förderung der Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten.

Esther Wagner

 

Ein Sommerfest bei ‚Kids to Life‘

Zum Abschluss des Schuljahres feierte die SVE/HPT Unterhaching ein Sommerfest, mit der Verabschiedung der Schulkinder auf dem Kids to Life Gelände in Unterhaching. Bei bestem Sommerwetter freuten sich schon alle auf die Feier und das anschließende Grillen.

Nach dem alle Eltern eingetroffen waren und sich alle herzlich begrüßt hatten, stellten die Kinder ihr kleines Programm vor. Die angehenden Schulkinder hatten jeweils ein T Shirt mit der Aufschrift „Schulkind 2019“ bekommen und waren so sofort zu erkennen. Weiterlesen

Fünftes Grillfest mit den Lions in Putzbrunn

Im Juni, vor der großen Sommerhitze, feierten die Mitglieder des Lions Club Aschheim-Ismaning nun im fünften Jahr ein großes Grillfest vor der Wohnstätte in Putzbrunn mit den Bewohnern von Putzbrunn I und II, sowie den Mitarbeitern der Lebenshilfe München. Sie hatten für sechzig Personen Grillfleisch und Würste im Gepäck, damit auch bestimmt jeder satt werden sollte. Tatkräftig halfen alle bei dem Aufstellen der Biertische und –bänke und richteten ein Buffet mit Beilagen und Salate. Gemeinsam organisierten alle Beteiligten in kürzester Zeit alles Notwendige, um das 5. Grillfest in Putzbrunn pünktlich zu begehen und zu einem vollen Erfolg werden zu lassen.

Zum fünften Mal richtet der Lions-Club Aschheim-Ismaning das sommerliche Grillfest bei der Lebenshilfe in Putzbrunn aus.

Über die kulinarischen Grillschmankerl hinaus brachte der Lions Club Aschheim-Ismaning eigens einen Clown mit. Viele Bewohner bekamen gar nicht genug davon und das Stimmungsbarometer ging steil nach oben. Drei Stunden später waren alle Töpfe und Tiegel restlos leer gegessen und die vergnügten Bewohner zogen zufrieden und satt in ihre Wohnstätten zurück. Weiterlesen

St. Quirin-Fest am 4. Juli

Am 4. Juli feiern die Behinderten-Einrichtungen in Giesing wieder ihr St. Quirinfest. Zum 22. Male präsentieren die gemeinnützigen Organisationen ab 15 Uhr wieder ein buntes Programm für Besucher, bei denen Menschen mit Behinderung im Blickpunkt stehen. Unterstützt wird dieses Fest von der Landeshauptstadt München, das zu einem echten Stadtteilfest in Giesing geworden ist. Zu den vier großen Einrichtungen, die das Event als Arbeitsgemeinschaft tragen, zählt auch die Lebenshilfe München. Weiterlesen

Die Wohneinrichtung am Willinger Weg nimmt Formen an

Im Sommer kann man fast täglich den Fortschritt auf der Baustelle beobachten. Alle sind gespannt auf die Fertigstellung des Rohbau und natürlich freuen sich Betreuer und die Bewohner, Menschen mit geistiger Behinderung, auf die Eröffnung der neuen-alten Einrichtung der Lebenshilfe München am Willinger Weg.

Die Lebenshilfe München geht den Weg ihrer Erneuerung konsequent weiter. Größtes Projekt ist derzeit der Neubau eines Wohngebäudes am Willinger Weg. Seit 1988 nutzte der Elternverein die alte Arztvilla aus den 30er-Jahren als Wohneinrichtung. Der Zustand des Gebäudes, die Anforderungen an ein barrierefreies Wohnen und neue gesetzliche Auflagen machten einen Neubau unumgänglich. Die Bewohner sind seit Januar 2018 in einem eigenen Stockwerk einer großen Senioreneinrichtung in Unterschleißheim (siehe Bericht) untergebracht. Wohnbereichsleiter René Pfeiffer freut sich, dass die Arbeiten für den Neubau gut in der Zeit liegen, trotz eines langen und schneereichen Winters.  Weiterlesen

Ein Inklusives Familienfest in Giesing

Heiko Müller, Matthias Weber, Konstantin Nadler, Harald Haufler mit Scheck, daneben sieht man noch einen Teil von Monika Peterssen, Andrea Hartmann, Peter Kohlert, Ilka Klappstein, Gabriele Götz, Andrea Siemen, Harry Zipf und Peter Puhlmann.

Der Familienunterstützende Dienst der Lebenshilfe München lud zusammen mit der Frühförderstelle Giesing und in Kooperation mit dem Nachbarschaftstreff Giesing zu einem großen Familienfest ein. Bei herrlichem Wetter konnten sich die Kinder auf der Hüpfburg austoben und einen Kletterberg hinaufkraxeln. Viel Spaß machte den kleinen Besuchern auch das Kinderschminken, eine melkbare Ziege und der Besuch eines Clowns. Für die Angehörigen, Besucher und Nachbarn gab es Kuchen und Kaffee sowie viele Gespräche. Kontakte wurden geknüpft oder vertieft und zum Schluss waren sich alle einig: Es war ein gelungenes, fröhliches Familienfest! Weiterlesen

Fabian freut sich auf die Europawahl

Fabian ist 26 und darf am 26. Mai zum ersten Mal wählen, es ist Europawahl. Er hat eine geistige Behinderung mit umfassender gesetzlicher Betreuung und war bislang vom Wahlrecht ausgeschlossen. Fabian zählt zu den 85.000 betreuten Menschen, für die das Bundesverfassungsrecht im April 2019 den Weg zur Wahl freigemacht hat. Er findet das gut. Er hat nicht verstanden, warum er nicht schon früher wählen durfte. Weiterlesen