60 Jahre Lebenshilfe und ein besonderes Geschenk

Freude über 60 Jahre Lebenshilfe und über das Wandbild Permanus. Von links: der Künstler Martin Blumöhr, Geschäftsführer und Vorstand der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, und Münchens Alt-Oberbürgermeister Christian Ude. Fotos: Gerd Spranger – mehr in der Galerie.

Ein besonderes Geschenkt machte sich die Lebenhilfe München zu ihrem 60. Geburtstag, auch wenn eigentlich schon der 62. anstehend ist, denn 1960 gründete sich der Verein mit zwölf Eltern. So aber konnte ebenso die Einweihung eines großen Wandgemäldes, das eine ganze vierstöckige Häuserwand ziert, gefeiert werden. „Permamus“ wurde es getauft, was zu deutsch mit „von Hand zu Hand“ übersetzt werden kann. Und es wirkten viele Hände mit, insgesamt 60 Menschen mit und ohne Behinderung, alt und jung, aus der Lebenshilfe und aus der Nachbarschaft. Zu einem großen Gesamtkunstwerk fügte es der Maler Martin Blumöhr zusammen und sprach bei der Einweihung immer wieder von einer Regenbogenblume, die er als ein Zeichen von Diversität verstanden wissen will.

Für gute Stimmung sorgte die OBA-Band mit Georg Hohenester auf dem Fest.

Auf alle Fälle ist das Permanus-Kunstwerk ein Zeichen des Miteinanders und der Inklusion und hat in München bereits viel Beachtung gefunden. Für den langjährigen Oberbürgermeister von München, Christian Ude, sind Wandgemälde auch immer Identität stiftend und bringen Farbe in häufig viel zu graue Städte, bekräftigte er bei seiner Festansprache. Lebenshilfe Vorstand und Geschäftsführer, Peter Puhlmann, konnte nicht nur ihn als Festredner begrüßen, sondern viele Vertreter der Stadt, des Bezirks und prominente Vertreter der Lebenshilfe. Mit Verweis auf Christian Ude, einen Förderer des Elternvereins, auf Dr. Gertraud Burkert und Christine Strobl, beide Bürgermeisterin a.D. der Stadt München und lange Jahre im Kuratorium der Lebenshilfe München vertreten, animierte er auch die amtierende Sozial-Bürgermeisterin, Verena Dietl, für ein Engagement im Kuratorium der Lebenshilfe, dem „sie gerne zustimmte“.

Die Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe München, Andrea Siemen, und die Sozial-Bürgermeisterin von München, Verena Dietl, schätzen die Symbolkraft und Farbenfreude des hohen Wandbildes ‚Permanus‘.

In ihrer Ansprache machte sie deutlich, dass so ein Kunstwerk zur Lebenshilfe München passe. 60 Jahre lang sei der Elternverein mit seinen vielen Engagements immer ein Vorbild gewesen und sei es bis heute. „Dabei immer getragen vom ehrenamtlichen Engagement, immer in der Mitte der Stadt bei den Menschen, über die Tageseinrichtungen (HPT), den Wohneinrichtungen mit modernen Konzepten, der Sonderschule und den Werkstätten. Es ist ein maßgeblicher Verdienst der Lebenshilfen, dass es Menschen mit geistiger Behinderung heute besser geht,“ so Bürgermeisterin Verena Dietl. Besonders liege ihr dabei die Schaffung von integrativen Wohngemeinschaften am Herzen, „wo Studenten und Menschen mit Unterstützungsbedarf gemeinsam zusammen leben. Wir brauchen mehr davon“, so Dietl. Zum Schluss verwies die dritte Bürgermeisterin noch auf das Engagement der Stadt München im Rahmen der UN-Behindertenrechtskonvention hin. „Wir arbeiten aktuell bereits an unserem dritten Aktionsplan zur Verbesserung von Infrastruktur und Lebensumständen.“

Peter Puhlmann bedankt sich bei Tatjana Viaplana und Harry Zipf für ihr Engagement bei der Gestaltung der 60-Jahrfeier der Lebenshilfe München.

Die Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe München, Andrea Siemen, stimmte dem zu und berichtete von Plänen zur Schaffung zweier neuer integrativer Wohngemeinschaften in München-Freiham und im Werksviertel. Das größte Projekt aber sei der Ausbau der Lebenshilfe-Wohneinrichtung in Putzbrunn mit einem neuen Gebäude und modernem Konzept. Sie erinnerte auch an die lange Geschichte des Elternvereins. „1960 waren es tatsächlich 12 Eltern, die den Verein gründeten. Im Blickpunkt dabei stand die Beratung, bis heute die Eltern- und Angehörigenberatung, denn es gab und gibt immer wieder rechtliche Fragen und Neuerungen zu Verordnungen, wie etwa zum neuen Pflegegesetz, zu klären. 1969 folgten die Heilpädagogischen Tagesstätten, 1972 die Lebenshilfe-Werkstätten, 1976 die interdisziplinäre Frühförderung, 1977 die OBA (Offene Behindertenarbeit), ab 1978 die Wohneinrichtungen. Stand in den ersten zwanzig Jahre die Entwicklung der Angebote im Vordergrund, so in den letzten 40 Jahren deren Erhalt, Ausbau und Weiterentwicklung. Aus dem Elternverein von einst ist heute eine moderne und leistungsfähige Organisation mit zwei GmbH geworden, ein großer Sozialverein mit mehr als 1000 Mitgliedern und 500 Beschäftigten.“

Ein „Großes Dankeschön“ gilt nicht nur allen Künstlern und Beteiligten, so Peter Puhlmann, sondern auch den Spendern, die eine Umsetzung des Wandgemäldes ermöglicht haben. Namentlich nannte er die C.H. Beck Stiftung, den Händler boesner, die Sparda-Bank, die Stadt München und den Bezirksausschuss 17 für Obergiesing und Fasangarten sowie einen einzelnen privaten Spender, der ebenfalls eine größere Summe beisteuerte.

Ein weiterer Bericht mit Stimmen zum Kunstwerk Permanus folgt.

Weitere Links zum Projekt Permanus:

https://www.tz.de/muenchen/stadt/neues-kunstprojekt-der-lebenshilfe-in-giesing-zr-90988555.html

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/kunstprojekt-permanus-es-strahlt-uns-an-1.5413331

https://www.kunstprojekt-permanus.de

Künstler danken Pflegekräften

Am Sonntag, 12. September von 11.00 bis 20.30 Uhr sagen KünstlerInnen mit einem Youtube-Event ein großes Dankeschön an die Menschen im Gesundheitswesen!

ART.CARE.LOVE

Unter dem Slogan „ART.CARE.LOVE“ gestalten sie 17 Live-Performances. Mit dabei sind: Mirja Boes, Kai Schumann, Janine Kunze, Johann von Bülow und die Lebenshilfe mit einem Beitrag um 12.00 Uhr. In zwölf Städten wie Köln, Berlin, München und Leipzig, sowie im Live-Stream bei YouTube über den Kanal marc.care.love gibt es im 30- oder 60-Minuten-Takt Lesungen, Konzerte und Comedy. Das vollständige Programm finden Sie unter: https://www.marccarelove.de/festival2021

Alle Veranstaltungen können von den Mitarbeiter*innen der ausrichtenden Einrichtung vor Ort besucht werden. Für die Öffentlichkeit steht live und kostenfrei ein Stream über youtube zur Verfügung. Die zentrale Moderation erfolgt im Clarenbachstift in Köln, mit dem Eröffnungs- und Finalblock, durch den Initatior Marc Bennerscheidt (@marc.care.love) in Kooperation mit der Pflege-Influecerin Jeannine Fasold (@einfach_jean).

Zielsetzung dieses Festivals ist die Würdigung und Sichtbarmachung der Arbeit der Menschen (Beschäftigte und Ehrenamtler) im Gesundheitswesen. Nachdem die Corona-Pandemie bisher in der Öffentlichkeit hauptsächlich Bilder von erschöpften Pfleger*innen und überlasteten Ärzt*innen erzeugte und vielerorts zu hören war, was alles schlecht läuft und geändert werden muss, legt Marc Bennerscheidt seinen Fokus im Projekt “marc.care.love” auf die gelingenden und menschlichen Seiten dieses Berufs. Ärzte, Pflegekräfte, TherapeutInnen, Rettungs- und Funktionskräfte arbeiten professionell, verantwortungsbewusst und mitfühlend – dafür gebührt Ihnen unser aller Dank.

Wir sagen DANKE am 12.09.
mit dem art.care.love Festival!

Klicken Sie sich auf YouTube ein unter:
https://www.youtube.com/channel/UCSL2ygm8S7HCY_u6f6zdBYA

Für eine Stunde ein echter Münchner Türmer sein

Jeder Mensch erlebt die besondere Stunde auf dem Dach des Gasteig München auf seine eigene, ganz besondere Art. Kein Tag gleicht dem anderen und jeder Sonnenauf- oder Untergang ist einzigartig. Fotos: Lebenshilfe München
Jeder Mensch erlebt die besondere Stunde auf dem Dach des Gasteig München auf seine eigene, ganz besondere Art. Kein Tag gleicht dem anderen und jeder Sonnenauf- oder Untergang ist einzigartig. Fotos: Lebenshilfe München

Die Natur erleben, die Stadt, das Morgenerwachen und den Sonnenuntergang. Inspirierende Erlebnisse die unser Herz berühren und uns einladen, sich mit uns selbst und der Umwelt auseinander zu setzen. Die Künstlerin Joanne Leighton hat im Gasteig München dafür ein besonderes Projekt ins Leben gerufen, den ‚Türmer München‘. Jeweils zum Sonnenaufgang und zum Sonnenuntergang erleben Menschen eine Stunde lang einen besonderen Moment über den Dächern von München, hoch über der Philharmonie und ganz nach dem mittelalterlichen Vorbild werden sie zu „Türmer“ Münchens!

Zum Teil des Projektes sind jetzt auch von der Lebenshilfe München begleitete Menschen mit geistiger Behinderung geworden. Sie teilten diese ganz besonderen Momente, wie auch über 700 Münchnerinnen und Münchner, die in der Zeit vom Dezember 2020 bis Dezember 2021 an dem Projekt teilnehmen. Die Künstlerin Joanne Lighthon inszeniert das Türmerprojekt seit zehn Jahren in verschiedenen Städten. Ihr ist es wichtig, die Kunst in den Öffentlichen Raum zu bringen und Menschen mit einzubeziehen.

Weitere Eindrücke von dem Projekt finden Sie auf
https://www.gasteig.de/veranstaltungen/tuermer-muenchen-deine-stunde-ueber-der-stadt-.html,v66856

Ein Interview mit der Künstlerin finden Sie unter:
https://www.gasteig.de/neuigkeiten-menschlich-und-sehr-poetisch-joanne-leighton-ueber-tuermer-muenchen-.html,k2,n433

UN-Behinderten-Rechtskonvention: München zieht Bilanz

Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, mit der dritten Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, Verena Dietl. Copyright: Michael Nagy / Presseamt München

Die Stadt München hat 2013 ein ganzes Maßnahmenpaket zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) beschlossen. 2019 wurden die Aktionspläne nochmals deutlich erweitert. Insgesamt sind bereits 47 der 81 Projekte und Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, davon 80 Prozent aus dem ersten Aktionsplan. Die Lebenshilfe München gestaltete diesen Prozess mit.

Jetzt zog das Sozialreferat München eine Bilanz. Bürgermeisterin Verena Dietl bekräftigt: „Um die Rechte und Freiheiten von Menschen mit Behinderungen zu sichern, arbeiten Stadtverwaltung, Behindertenbeirat und der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Hand in Hand. Wir haben bereits große Fortschritte erzielt. In Zukunft wollen wir noch weiter an diesem wichtigen Thema arbeiten und deshalb bis spätestens 2025 einen dritten Aktionsplan auflegen.“

Die beschlossenen Maßnahmen umfassen sehr unterschiedliche Handlungsfelder und betreffen beispielsweise Bildung, Arbeitswelt, Mobilität, Wohnen und Gewaltschutz. Auch neben den Projekten dieser beiden Aktionspläne entfalten die städtischen Referate viele Aktivitäten, um Barrierefreiheit und Inklusion zu forcieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Mädchen und Frauen mit Behinderung. Sie sind besonders von Diskriminierung und Übergriffen bedroht. Anfang 2021 wurden deswegen Beratungsstellen, Selbstbehauptungsangebote und Treffpunkte eingerichtet, um den Schutz zu verstärken. Der Stadtrat stellt dafür rund 430.000 Euro jährlich bereit.

Gegen jede Gewalt

Die Lebenshilfe München etwa hat sich früh im Bereich der Gewaltprävention eingebracht. Vorstand und Geschäftsführer Peter Puhlmann hat die ‚Selbstverpflichtung Gewaltprävention‘ zusammen mit Verena Dietl, 3. Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, am 24. Juni im alten Rathaus unterzeichnet. Peter Puhlmann bekräftigt, dass „die Selbstverpflichtung zur Gewaltprävention in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen im absoluten Sinne der Lebenshilfe München ist. Sie wurde gemeinsam mit der Landeshauptstadt München und Partnerorganisationen entwickelt und vorangetrieben. Wir sind stolz aktiv den Prozess mitgestaltet und unsere Expertise wertbringend eingebracht zu haben,“ bekräftigt er.

Auch bei anderen Bereichen war man beteiligt, etwa bei der Erstellung von Wahlunterlagen in leichter Sprache. „Ein besonderes Anliegen war uns ebenso eine unkomplizierte Beförderung von Menschen mit Behinderung in München, um so auch eine gesellschaftliche Teilhabe sicher zu stellen,“ führt Harry Zipf, Bereichsleiter der Offenen Dienste der Lebenshilfe München aus. Dafür bezuschusst die Landeshauptstadt jetzt mit 100.000 Euro jährlich den Umbau von Großraumtaxis zu Rollstuhltaxis. Die Maßnahme ist zunächst auf die Jahre 2020 bis 2022 beschränkt.

Gynäkologische Versorgungsstrukturen

Einen Durchbruch erreichte man in gemeinsamer Anstrengung ebenso bei der gynäkologische Versorgungsstrukturen für mobiliätsbehinderte Frauen. Das Gesundheitsreferat (GSR) der Stadt München setzte sich für die Schaffung einer Spezialpraxis ein. Ein erster Ansatz zwischen dem Städtischen Klinikum Schwabing und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) scheiterte. Die Stadt konnte jetzt aber mit der KVB eine Lösung herbeiführen. In der Bayerstraße, in Räumlichkeiten des GSR, sollen Sprechstunden „im Rahmen einer Bestellpraxis“ einmal wöchentlich angeboten werden. Dafür werden aktuell Toiletten und Praxisräume modernisiert. Nach Fertigstellung der Räumlichkeiten wird der Ambulante Pflegedienst der Lebenshilfe München mit Pflegepersonal die Sprechstunden unterstützen.

Die Sozialreferentin der Stadt München, Dorothee Schiwy, bekräftigt das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Partizipation wie alle anderen. „Inklusion und der Abbau jeglicher Barrieren bleibt eine Aufgabe, der sich das Sozialreferat in besonderem Maß verpflichtet fühlt.“ Weiter heißt es in der Bilanz der Stadt München zur UN-Behindertenrechtskonvention:

Psychiatrische Beschwerdestellen

„Menschen mit einer psychischen Erkrankung bzw. Beeinträchtigung erleben oft Situationen, in denen sie sich in ihren Grundrechten eingeschränkt und nicht ausreichend verstanden sehen. Vor diesem Hintergrund haben der Verein Münchner Psychiatrie-Erfahrene e.V. (MüPE), die Aktionsgemeinschaft der Angehörigen psychisch Kranker (ApK) und das Netzwerk Psychiatrie München e.V. zwei psychiatrische Beschwerdestellen gegründet, die ihr Beratungs- und Unterstützungsangebot unbürokratisch und niederschwellig durch Peers gestalten. Um diese unabhängigen, ehrenamtlich arbeitenden Beschwerdestellen zu stärken, werden drei geringfügig beschäftigte Verwaltungskräfte sowie eine juristische Fachberatung bezuschusst. Die Kosten liegen bei 37.000 Euro jährlich.

Den Link zum Artikel finden Sie hier:
https://ru.muenchen.de/2021/142/UN-Behindertenrechtskonvention-Bilanz-der-Muenchner-Massnahmen-97186

Familienbörse bleibt online

Am Freitag, 16. Juli, veranstaltete das Sozialreferat der Stadt München in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Oberbayern die erste Online-Familienbörse (Siehe Bericht). Jetzt sind die Beiträge online gestellt und können bis Ende August angesehen werden. Mit dabei war auch die Lebenshilfe München mit Sabine Wolf (Bereichsleitung Frühe Kindheit / Interdisziplinäre Frühförderung ) mit einem Beitrag über die Bedeutung und Zusammenhänge der Frühförderung und Julia Bader (FUD) berichtete über Aktivitäten aus dem Bereich Freizeitangebote und Assistenz.

Informieren Sie sich auf:
https://inklusive-familienboerse-muenchen.de

Folgende Themen finden Sie gut aufbereitet und präsentiert:

  • Jugendliche mit Behinderung in Zeiten von Corona
  • Frühe Förderung und Bildung
  • Beratungsmöglichkeiten für Familien mit und ohne Behinderung
  • Auf der Bühne, ein Mitmachworkshop
  • Übergang von der Schule in den Beruf
  • Freizeit (-Angebote) und Bildung
  • Übergang zum Selbstständigen Wohnen
Klicken Sie sich rein in:
https://inklusive-familienboerse-muenchen.de

Frühförderung weiter sehr gefragt

Lebenshilfe München eröffnet eigene Stelle
für „Interdisziplinäre Frühförderung“ in Riem

Der Bedarf nach Frühförderung, von den Neugeborenen bis hin zum 7. Lebensjahr, steigt im Coronajahr 2021 spürbar. Ganz allgemein, aber besonders hoch, ist die Nachfrage im Osten von München aus der Messestadt Riem bei der Lebenshilfe München. Sie ist neben Freiham der jüngste Stadtteil der Landeshauptstadt. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Elternverein, die Kinder- und Jugend GmbH der Lebenshilfe München nur wenige Kilometer entfernt in Feldkirchen seit vier Jahrzehnten eine interdisziplinäre Frühförderstelle betreibt. Hier erhalten Familien mit entwicklungsauffälligen und/oder behinderten Kindern ein individuell abgestimmtes Förderangebot. Die Familien und ihre Kleinen werden beratend, therapeutisch und pädagogisch betreut und begleitet.

Man reagierte bei der Lebenshilfe München bereits früh auf den Nachfragedruck. Seit drei Jahren engagiert man sich in der Messestadt, um eine eigene Frühförderung zu installieren und steht kurz vor der Eröffnung. Inzwischen erweiterte die Lebenshilfe in Feldkirchen ihr Angebot um ein drittes interdisziplinäres Team unter der Leitung von Janine Schöppen, die von Angelika Schrauth eng unterstützt wird. Die Gesamtleitung der Frühförderstellen, von denen die Lebenshilfe in Stadt und Landkreis fünf betreibt, obliegt der Pädagogin Sabine Wolf.

Förderung durch die Aktion Mensch

Gerade mal 22 Jahre jung ist die Messestadt München Riem. Aus dem Gelände des alten Münchner Airports wurde ein moderner Wohn- und Geschäftsbezirk rund um das ausgedehnte Gelände der Messe München.

Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, freut sich über eine Förderung durch die ‚Aktion Mensch‘ und bekräftigt: „Es ist uns gelungen, aufgrund einer nicht unerheblichen Förderung durch die Aktion Mensch, dieses Projekt der Interdisziplinären Frühförderung in der Messestadt München-Riem zu verwirklichen. Dennoch verbleibt ein sehr hoher Investitionsbeitrag bei der Lebenshilfe München, so dass wir auf jede weitere Spende angewiesen sind.“

Die angemieteten Räume in der Messestadt Riem sind bereits weitgehend ausgebaut und eingerichtet. 217 Quadratmeter stehen für Therapieräume, Bewegungsraum, Verwaltung, Leitung, Wartebereich, Teeküche, zwei Bürozimmer und fünf Stellplätze in der Tiefgarage zur Verfügung. Wichtig ist für die Einrichtung der Interdisziplinären Frühförderung der Lebenshilfe München ebenso ein eigener großer Kellerraum.

Einzelförderung oder Kleinstgruppen

„Dort können wir therapeutische Materialien auch als Leihgabe für die Eltern einlagern“, bekräftigt Sabine Wolf und erläutert: „Wir brauchen verschiedenste Spielmaterialien für unsere mobilen Einsätze. Damit die Eltern zuhause mit den Kindern über die Woche spielen und üben können, werden auch Materialien leihweise überlassen.“ Es ist geplant, etwa 70 Kinder in der Frühförderung Riem aufzunehmen. Dort erhalten die Kinder Einzelförderung oder Förderung in Kleinstgruppen von je 3 bis 6 Kindern. Je nach Bedarf erhalten die Kinder ein- bis zweimal wöchentlich Förderstunden.

Mangel an sozialen Lernsituationen

„Die Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen durch die Pandemie haben die Eltern mehrfach getroffen,“ erzählt Sabine Wolf. „Zum einen mussten sie selbst zuhause bleiben, die Eltern ihre Kontakte minimieren und auch die Geschwisterkinder sind über Monate hinweg nicht in den Kindergarten oder in die Schule gegangen. Das Risiko bei kleinen, anfälligen Kindern war und ist bei einer Infektion einfach hoch. Auch wir haben anfangs nur eingeschränkt arbeiten können und setzen bis heute aufwendige Hygienemaßnahmen um. Viele Kinder konnten über lange Zeit nicht in den Kindergarten gehen und so fehlten über die Monate viele soziale Lernsituationen.

Noch ist die Lebenshilfe bei der Ausgestaltung der neuen interdisziplinären Frühförderstelle in München Riem gefordert. Spenden für Therapieräume und für diagnostisches Material werden weiter benötigt. Spenden mit dem Vermerk „Verwendungszweck: Erstausstattung IFF-Messe“ sind herzlich willkommen. Das Spendenkonto finden Sie unter:

https://www.lebenshilfe-muenchen.de/ihre-hilfe-zaehlt-mitglieder-und-spenderservice/

Am 16. Juli startet die Familienbörse

Die Münchner Familienbörse im Rathaus ist eine immer gut besuchte und beliebte kleine Messe der persönlichen Begegnungen. 2021 werden die Begegnungen online stattfinden und Bürgermeisterin Verena Dietl wird mit Jugendamtsleiterin Esther Maffei am Freitag (16. Juli) um elf Uhr die erste Online-Familienbörse eröffnen. Es ist eine inklusive Plattform, die sich an Familien mit und ohne Behinderung wendet und viele Informationen zu unterstützenden Angeboten bietet.

Familienbörse München geht online

70 Aussteller, darunter die Lebenshilfe München, sind online erreichbar. Verena Dietl bekräftigt: Wir freuen uns, dass so viele engagierte Organisationen in München den Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung unterstützend helfen können. Gerade sie sind durch die Pandemie besonders hart getroffen und sind es teilweise noch heute. Inklusion hat in der Landeshauptstadt einen festen Platz, damit ein gemeinsames Miteinander und gegenseitige Hilfe auch im Alltag gelebt werden können.“

Themen wie Freizeit, Frühförderung, Beratung, Ausbildung und Beruf bis hin zum Übergang in ein selbständiges Wohnen, setzen Akzente. Die Teilnehmer können „im Chat“ ihre Fragen an die Fachleute richten. Eine barrierefreie Darstellung stehe zur Verfügung, so die Organisatoren.

Und hier geht’s zur Familienbörse:

https://inklusive-familienboerse-muenchen.de

Mit 66 Jahren da fängt das Leben an! Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran…

Man muss nicht 66 Jahre alt werden um aus der Werkstatt auszuscheiden. 11 Bewohner der Wohnstätte in Putzbrunn sind seit dem letzten Jahr, nach zum Teil 40 Jahren Arbeit in den wohlverdienten Ruhestand gegangen.

Die Jahre 2020/21 sind geprägt von Corona und so ist der Übergang von Arbeit zur Rente zum Teil sehr ruhig und fast unbemerkt von statten gegangen. Nun konnten wir endlich im Garten offiziell die Verabschiedung aus der Werkstatt und den neuen Status „Rentner“ feiern.

Bei Kaffee und selbstgebackenen Kuchen, mit vielen Geschenken aus Werkstatt und Wohnheim, tauschten schöne Erinnerungen und Episoden aus dem Arbeitsleben den Platz mit Zukunftsgedanken und Ideen für die nun gewonnene Freizeit.

Struktur für den Tag schaffen

Im Rahmen der Tagesstruktur konnten die Bewohner in den letzten Monaten schon Erfahrungen für den neuen Umgang mit Freizeit sammeln. Bisher war dies Corona- bedingt nur gruppenintern möglich. Die Aussicht, dass ab dem Sommer gruppenübergreifende Angebote stattfinden können, beflügelt sowohl Bewohner wie Mitarbeiter. Mit guter Laune und Aussicht auf Erleichterung der Corona-Einschränkungen kehrten die frischgebackenen Rentner mit ihren Betreuern in die Wohngruppen zurück um sich hier weiter feiern zu lassen.

Renate Bauer

„Freizeit erleben, Neues lernen, Leute treffen“

Begegnung, Abwechslung, Freude – es sind oft kleine Dinge, die das Leben reicher machen. In der Corona-Pandemie ist uns das besonders bewusst geworden. Die OBA der Lebenshilfe bringt mit ihrem Programm kleine Lichtblicke in den Alltag der Teilnehmer*innen. Klein im wahrsten Sinne des Wortes, da Treffen im Moment nur in kleinen Gruppen möglich sind. Auch online kann man sich begegnen, die Jugendgruppe der OBA trifft sich regelmäßig zur Zoom Jugendgruppe. Aber wir stellen immer wieder fest: Zoom-Treffen sind eine gute Notlösung, aber kein Ersatz. Außerdem haben nicht viele Menschen mit Behinderung die technische Ausstattung dafür.

Kleine Geschichten um Aktionen und Menschen sind auf der Instagram-Seite der OBA zu finden.

Das Programmheft „Freizeit erleben, Neues lernen, Leute treffen“ ist zum Zeichen, dass noch alles anders ist, diesmal in sonnigem Goldgelb statt in Blau gehalten. Die Angebote sind fast ausschließlich an der frischen Luft und die Gruppen sind klein. Für die Bewohner*innen im gemeinschaftlichen Wohnen gibt es ein eigenes Freizeitprogramm, so dass die Gruppen sich nicht mischen. Wir sind also noch weit entfernt vom Normalbetrieb, aber die kleinen Schritte, die die OBA wieder gehen kann machen allen viel Freude.

Auch für die Reisesaison musste mal wieder alles neu geplant werden. Die Reisen die von 2020 hoffnungsvoll auf 2021 verschoben wurden, können nicht im gewohnten Rahmen stattfinden. Aber die OBA versucht mit Micro-Reisen innerhalb von Süddeutschland Abwechslung in den Sommer zu bringen.

Für 2022 hofft die OBA auf die endgültige Rückkehr zur Normalität mit Reisen, Konzerten und vielen Festen. Wir werden es so genießen.

Text: OBA

Auf Instagram kann man das OBA-Leben mitverfolgen:

www.instagram.com/obamuclebenshilfe

Wohnen: Trotz Pandemie alle Ziele erreicht

René Pfeifer, Bereichsleiter Wohnen der Lebenshilfe München, berichtet, wie erfolgreich die Projekte im Jahr 2020 trotz aller Beschwernisse umgesetzt werden konnten.

Der Ort, an dem wir wohnen, gibt uns Kraft, er ist unser Zuhause, wo wir uns ausruhen und neu sortieren können. Für Menschen mit Behinderung ist dies besonders wichtig, da meist eine umfassende Organisation und Struktur hinter einem guten Zuhause stehen. Daran sind viele Menschen beteiligt. Ihre tägliche Arbeit ermöglicht erst einen normalen Alltag, in dem geduscht, gekocht, geplaudert oder auch gearbeitet werden kann. Besonders in diesem schwierigen Jahr, in dem wir alle viel Zeit zuhause verbracht haben, gilt den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe Wohnen GmbH unser außerordentlicher Dank und unsere Anerkennung.

Neben der Herausforderung, jeden Tag ein gutes Zuhause zu bieten, entwickelt die Lebenshilfe München ihr Angebot im Bereich Wohnen stetig weiter. Nur so können immer mehr Menschen aufgenommen werden und erhalten eine ambulante oder dauerhafte Betreuung in einer besonderen, gemeinschaftlichen Wohnform. Als Ende 2019 eine Strategie für den Bereich Wohnen der Lebenshilfe München für das Folgejahr beschlossen wurde, gab es daher hohe Ziele. Viel sollte im Jahr 2020 passieren. Dass die ambitionierten Pläne in einem Jahr der Pandemie parallel zu Infektionsschutz, Kontaktbeschränkung und Quarantäne umgesetzt werden sollten, wusste damals noch niemand. Die Bilanz: trotz der Schwierigkeiten wurden alle Ziele erreicht:

Weiterlesen

Durchbruch beim Impfen für pflegende Angehörige

Große Erleichtern gab es bei vielen Eltern von Menschen mit Behinderung, als sich ihnen eine Tür für eine schnelle Impfung öffnete. Grund war die neue Fassung der Corona-Impfverordnung vom 10. März 2021. Sie misst Angehörigen von pflegebedürftigen Kindern und Erwachsenen nun die höchste Priorität zu (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 ImpfVO). „Das ergibt sich nicht direkt aus dem Wortlaut, aber aus der Verordnungsbegründung“, erläutert Beate Bettenhausen von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München.

Sie hat in einem Rundschreiben (Text siehe unten) über den Familienunterstützenden Dienst (FuD) der Lebenshilfe Eltern, Angehörige und Betroffene informiert. Wie wichtig die Möglichkeit einer schnellen Impfung ist, erläutert sie jüngst in unserem Gespräch.

Weiterlesen

Zweite inklusive Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München

„Hier wird Inklusion gelebt“

Der gute Erfolg der im Herbst 2018 gegründeten ersten inklusiven Lebenshilfe-Wohngemeinschaft (WG) in der Herrmann-von-Sicherer Straße in München, machte Mut für eine zweite WG. Dazu renovierte der Elternverein die bislang als betreute Wohngruppe geführte Einrichtung in der Packenreiterstraße. Seit November leben dort sechs Menschen mit Behinderung und vier Studenten zusammen. Die Redaktion hat sich mit der Einrichtungsleiterin Natascha Münzer unterhalten. Sind inklusive Wohngemeinschaften jetzt ein Trend, was sind die Hintergründe und wie gestaltet sich das Zusammenleben?

Weiterlesen

Münchner Freiwilligenmesse weist online den Weg zum Ehrenamt

Die Münchner Freiwilligen-Messe startet!

  • Um 16.00 Uhr startet sie am 22.01. im Münchner Rathaus
  • Die Homepage der Freiwilligen-Messe geht komplett online.
  • Bei „Jetzt Live“ können Sie live bei der Eröffnung dabei sein.

Seit Jahren hat sich die „Münchner Freiwilligenmesse“ im Kultur- und Bildungszentrum Gasteig mit etwa 6000 Besuchern etabliert. Ehrenamt und Freiwilligkeit sind tragende Säulen in unserer Gesellschaft und gerade in München sind die Möglichkeiten dafür vielfältig. Dieses Jahr aber ist alles anders, die Münchner Freiwilligenmesse wird online abgehalten. Auch die Lebenshilfe München ist mit dabei und hat drei Termine für sich reserviert.

Weiterlesen

Tests und Impfungen bei der Lebenshilfe

Bei der Lebenshilfe München haben die Impfungen gegen SARS-CoV-2 am Sonntag den 10. Januar 2021 durch mobile Impfteams begonnen. Bereits die Hälfte der Bewohner in stationären Wohnstätten und die dort beschäftigten Mitarbeiter sind geimpft. Vorstand und Geschäftsführer Peter Puhlmann und René Pfeifer, Bereichsleiter Wohnen, freuen sich über den schnellen Start. Dennoch sind weiterhin Geduld und Vorsicht angebracht, denn der volle Impfschutz bestehe erst sieben Tage nach der zweiten Impfung. Und für die zweite Impfung ist eine Wartezeit von drei Wochen vorgesehen.

Weiterlesen