Petition an den Bayerischen Landtag

Lebenshilfe Bayern fordert Assistenz im Krankenhaus

Ein Krankenhaus-Aufenthalt ist für geistig und mehrfach behinderte Menschen meist sehr belastend. Sie brauchen dabei dringend eine Vertrauensperson, die ihnen zur Seite steht und zwischen ihnen und dem Klinik-Personal vermittelt. Das zeigt sich gerade in Zeiten von Corona deutlich. Deshalb fordert die Lebenshilfe Bayern schon lange eine Assistenz im Krankenhaus. Nun hat Landesvorsitzende Barbara Stamm dazu eine Petition an Landtagspräsidentin Ilse Aigner sowie an den Vorsitzenden des Landtagsausschusses für Gesundheit und Pflege, Bernhard Seidenath, übergeben.

Assistenz vermittelt und entlastet

„Es ist wirklich erschreckend und besorgniserregend, was uns Eltern und Angehörige über Krankenhaus-Aufenthalte berichten“, erklärt Stamm bei der Übergabe. Die meisten Krankenhäuser sind nicht oder kaum auf die stationäre Behandlung von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung eingestellt. Darum sei allein schon die Verständigung äußerst schwierig. Oft müssten die Kranken stundenlang warten und es gebe kaum Informationen zur nötigen Behandlung. Erfahrungen, die auch die stellvertretende Landesvorsitzende Hildegard Metzger und Vorstandsmitglied Monika Haslberger als Mütter behinderter Kinder bei der Übergabe bestätigen. Deshalb sei eine geschulte Assistenz dringend nötig. „Diese Vertrauensperson kann die Patientinnen und Patienten gezielt unterstützen, deren Versorgung verbessern, zwischen allen Beteiligten vermitteln und somit zusätzlich die Angehörigen und das Klinik-Personal entlasten,“ erläutert Stamm.

LVKM unterstützt Petition

Die Lebenshilfe Bayern bittet die Abgeordneten des Bayerischen Landtages deshalb, das Anliegen zu unterstützen und die Petition in den zuständigen Ausschüssen zu behandeln sowie eine Expertenanhörung zum Thema durchzuführen. Die Petition wird ebenfalls vom bayerischen Landesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (LVKM) unterstützt. Bei der Übergabe am 13. Mai 2020 im Münchner Maximilianeum war dessen Landesvorsitzende Konstanze Riedmüller mit dabei.

Über den Lebenshilfe-Landesverband Bayern

Unter dem Motto „Miteinander – Wir gestalten Teilhabe“ setzt sich der Lebenshilfe-Landesverband Bayern seit über 55 Jahren als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Der Verband hat heute 160 Mitglieds-Organisationen, die rund 40.000 Menschen mit Behinderungen unterstützen, fördern und begleiten. Mit etwa 900 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen hat die Lebenshilfe in Bayern ein umfassendes Netz kompetenter Hilfe aufgebaut. Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern ist seit 2001 Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm. Die Lebenshilfe ist bundesweit aktiv als Elternverband und Selbsthilfe-Vereinigung, als Fachverband und Trägerin von Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Hier geht’s zur Petition: LHB_Petition2020

Florian Hahn MdB vor Ort bei der Lebenshilfe in Putzbrunn

Was bedeutet die Corona-Krise für die Lebenshilfe München e.V. und die Menschen, die dort arbeiten oder betreut werden? Davon hat sich der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Stiftung Lebenshilfe München, Florian Hahn, vor Ort in Putzbrunn bei einem Gespräch mit Geschäftsführer Peter Puhlmann ein Bild gemacht.

Florian Hahn MdB, Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München, im Gespräch mit Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann.

Florian Hahn MdB, Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München, im Gespräch mit Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann.

Während die Werkstätten derzeit geschlossen sind, läuft der Betrieb in den Wohnstätten sehr gut weiter. „Es freut mich, dass die Wohnstätten bisher von Corona verschont geblieben sind – Gott sei Dank“, so Hahn. Viele andere Angebote wie die der Heilpädagogischen Tagesstätten könnten im Moment nicht voll geleistet werden – eine Belastung für diejenigen, die diese dringend wahrnehmen wollen würden, und natürlich für die Mitarbeiter, die nun meist in Kurzarbeit seien, betont der Stiftungsvorsitzende. Geschäftsführer Puhlmann lobte indes das Landratsamt München, dass die Lebenshilfe so hervorragend mit Schutzmaterialien ausgerüstet habe, obwohl allerseits Mangel daran herrsche.

„2020 wäre eigentlich auch ohne Corona ein besonderes Jahr für die Lebenshilfe München: Sie begeht ihr 60-jähriges Bestehen. Auch wenn ihren Einrichtungen mit ihren Mitarbeitern im Moment viel abverlangt wird, bin ich nicht zuletzt als Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München optimistisch, dass sie die Krise meistern wird!“, gibt sich Hahn positiv. Um auch künftig handlungsfähig zu sein, habe er übrigens veranlasst, dass die Stiftungsratssitzungen bis auf Weiteres per Videokonferenz stattfinden sollen.

Mehr zur aktuellen Situation in Putzbrunn
lesen Sie hier: https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2020/04/21/die-krise-meistern-auch-im-zusammenleben/

Die Krise meistern, auch im Zusammenleben

In der Wohneinrichtung der Lebenshilfe München in Putzbrunn leben 51 Menschen mit geistiger Behinderung zusammen, auch in der Corona-Krise. „Sechs Bewohner haben die Eltern zu sich nach Hause geholt. Sie sind wegen der ganzen Situation verunsichert“, informiert Einrichtungsleiterin Renate Bauer. In normalen Zeiten sind die Bewohner tagsüber in den Lebenshilfe-Werkstätten und Förderstätten beschäftigt, die in Putzbrunn gleich gegenüber der Einrichtung liegen. Es herrscht ein reger Austausch über Freunde und Bekannte, dem Sportverein und selbst in der TENE, eine Gruppe von älteren Menschen, zu der auch ‚Auswärtige‘ kommen. Nicht so in Zeiten des Virus Covid-19.

Menschen mit geistiger Behinderung
verstehen die Situation mitunter nicht

„Den Bewohnern fehlt mitunter auch das Verständnis, sie verstehen die Situation nicht“, erklärt Renate Bauer. „Scheiß Corona“ ist zu einem geflügelten Wort geworden und muss für vieles herhalten. Glücklicherweise verfügt die Lebenshilfe-Einrichtung in Putzbrunn über einen eigenen Garten und eine große Terrasse, so dass Spazierengehen immer möglich ist. Man gehe gut mit der Situation um, auch die MitarbeiterInnen, versichert die Einrichtungsleiterin, denn die Gefahr einer Übertragung und Ansteckung ist in der Corona-Krise immer präsent.“

Foto: Ein großes DANKE für alle Hilfe von Freunden, Nachbarn, und Angehörigen sagen die Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtung in Putzbrunn.

Die Anteilnahme ist groß – Viele wollen helfen

Freude herrscht über die große Anteilnahme von Angehörigen und einem großen Freundeskreis der Einrichtung. „Wir bekommen fast täglich Anfragen, ob man uns irgendwie helfen kann. Sehr gefreut haben wir uns über handgenähte Schutzmasken, die wir in der Einrichtung natürlich sehr gut gebrauchen können. Auch Kuchen werden vorbei gebracht und andere Kleinigkeiten.“ Renate Bauer sieht in der Größe der Einrichtung einen Vorteil. „Wir müssen jetzt ja rund um die Uhr betreuen. Das braucht Personalkapazitäten, auf die wir jetzt zurück greifen können. Andere Dienste entfallen, wie etwa die TENE oder Mitarbeiter die sonst anderweitig in die Tagesstruktur eingebunden sind.“

Seit 13 März gilt
ein Besuchsverbot

Zu Spannungen führe allmählich das bei der Lebenshilfe München Wohnen GmbH bereits seit 13. März bestehende Besuchsverbot, erläutert Renate Bauer. „Sechs Wochen sind eine lange Zeit. Sechs Wochen keine Familie, Freunde, Angehörige und Betreuer sehen. Zudem dürfen die Bewohner am Wochenende nicht heimfahren, was die Situation für uns als Einrichtung nicht erleichtert. Langsam macht sich Ungeduld bemerkbar. Es wird öffentlich von vorsichtigen Corona-Lockerungen, wie etwa die von Ladenöffnungen gesprochen, doch die Menschen mit Behinderung bleiben isoliert. Da wird das Besuchsverbot natürlich neu hinterfragt. Uns ist klar, dass dies für alle Eltern und auch für unsere BewohnerInnen eine immense Belastung ist, die Vermeidung eines Infektionsgeschehens hat aber höchste Priorität. “

Schutzmaßnahmen gelten auch in den Einrichtungen

Selbstverständlich gelten seit Wochen in der Lebenshilfe-Einrichtung in Putzbrunn die Schutzmaßnahmen. Häufiges Händewaschen, Abstand halten, geschütztes Niesen und Mundschutz tragen. Im Gemeinschaftsraum etwa wurde die Zahl der Sitzplätze halbiert und es essen nicht alle gemeinsam, sondern in zwei, drei Gruppen, man geht auf Abstand. Was die anderen Wohngruppen in den Lebenshilfe-Wohnen GmbH betrifft gibt René Pfeifer, Bereichsleiter Wohnen, ein optimistisches Bild:

„Im Moment, am 21. April 2020, haben wir eine stabile Personalsituation in allen Wohngemeinschaften und Wohnstätten. Bei Bedarf können wir auf Mitarbeiter aus anderen Bereichen zurückgreifen. Natürlich mussten wir im ‚Gemeinschaftlichen Wohnen‘ vieles umstellen und der speziellen Situation anpassen. Alle Werkstätten sind geschlossen und zusätzlich müssen die Ausgangsbeschränkungen strikt eingehalten werden. Es gilt nun neben der Prävention eines möglichen Ausbruchsgeschehens, einem ‚Corona-Lagerkoller‘ vorzubeugen. Im ambulant betreuten Einzelwohnen unterstützen wir vor allem telefonisch und können so gut helfen. Bei unseren betreuten Wohngemeinschaften sind die Mitarbeiter auch am Wochenende vor Ort, es herrscht immer Gesprächsbedarf.“

Alle Mitarbeiter 
leisten Großartiges!

„Die Situation rund um die Ausgangs- und Besuchsverbote wird nicht immer verstanden und sind für viele Bewohner logisch nicht nachzuvollziehen“, erklärt René Pfeifer und ergänzt: „Pädagogische Gespräche sind mehr denn je gefragt. Alle unsere Mitarbeiter vor Ort leisten derzeit großartige Arbeit. Dem verantwortungsvollen Engagement, dem hohen Maß an Professionalität und auch Mut, gilt es höchsten Respekt zu zollen. Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe in den Wohngemeinschaften und Wohnstätten.“

Der Einkaufsservice der OBA

Cheddarkäse oder Chester?

Hilfe mit dem Einkaufs-Service von FuD und OBA der Lebenshilfe München

Zum ersten Mal in meinem Leben gehöre ich zu einer Risikogruppe. Ich bin knapp 80, habe einen erheblichen Lungenschaden und bin nach zwei Rücken-OPs auf einen Rollator angewiesen. Vielleicht habe ich noch ein paar gute Jahre, aber wenn Corona mich erwischt, bedeutet das für mich sicher das Aus.

Ich lebe allein. An die Maßgabe: „Bleiben Sie zuhause“ würde ich mich sehr gern halten, aber allmählich leert sich der Kühlschrank. Es fehlt vor allem an Obst und Gemüse. Die Familie im Erdgeschoss hat angeboten, mir etwas mitzubringen, falls ich etwas brauche. Auch (jüngere) FreundInnen haben signalisiert, dass sie für mich Besorgungen machen würden. Doch ich zögere. Ich brauche eine Menge; damit möchte ich die Leute, die sich jetzt zwischen Home Office, Home Schooling und Babysitting aufreiben, nicht belasten. Weiterlesen

Helfen sie der Lebenshilfe mit Schutzmasken

Nähen Sie Schutzmasken für die Lebenshilfe München. Sie werden dringend benötigt!

Am Ende des Artikels finden Sie die Links zum Herstellen der einfachen Schutzmasken.


Es ist die zweite Woche, in der für Bayern eine vorläufige Ausgangsbeschränkung anlässlich der Corona-Pandemie in Kraft ist. Ministerpräsident Markus Söder hat die Beschränkungen aktuell bis zum 20. April verlängert. Viele von uns müssen sich also auf lange Tage und Wochen einstellen, die wir vorwiegend zuhause verbringen werden. Die Lebenshilfe München richtet nun einen Appell an die Bevölkerung. Helfen Sie mit, Schutzmasken zu spenden, die Vorräte gehen zu Ende und sie fehlen an ‚allen Ecken und Enden‘ für das betreuende Personal in den Wohneinrichtungen der Lebenshilfe. Weiterlesen

Lebenshilfe achtsam vor Coronavirus

Bundesvorsitzende MdB Ulla Schmidt fordert Achtsamkeit

Die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Gesundheitsministerin a.D., MdB Ulla Schmidt, plädiert den Schutz und die Versorgung von Menschen mit Behinderung sicherzustellen. Wir müssen auf Menschen mit Behinderung in besonderer Weise achten, vor allem in Zeiten der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19)“, erklärt sie.

Wegen Vorerkrankungen haben diese Menschen häufig ein erhöhtes Risiko schwer zu erkranken. In besonderen Zeiten wie aktuell, müssen Einrichtungen, Zuhause, Arbeit und Schulen besonders achtsam sein. „Den Schutz und die Versorgung sicherzustellen, ist unsere gemeinsame Aufgabe“, appelliert sie an alle Beteiligten und Betroffenen. Deshalb müsse auch bei Schließungen, zum Beispiel von Werkstätten und Schulen, die Finanzierung ebenso gesichert werden, wie für Unternehmen. Dazu gehört auch die Bezahlung von Assistenzkräften wie Schulhelfern.“  Weiterlesen

Radi-radi in der St.-Quirin-Straße!

Auf 60 Jahre Lebenshilfe München!

Einen wunderbaren, sonnigen Februartag nutzten die BewohnerInnen der Wohngruppen der St.-Quirin-Straße, zahlreiche weitere Gäste aus anderen Wohngruppen der Lebenshilfe München und auch aus dem ambulant betreuten Wohnformen um eine anständige Faschingssause steigen zu lassen. René Darchinger begleitete den Nachmittag gemeinsam mit seinem Ko-Moderator Florian Mauch. Alle wurden lautstark und herzlich begrüßt und der Plan für den Tag vorgestellt.  Weiterlesen

16 Monate inklusive WG der Lebenshilfe

Vor über einem Jahr wurde von der Lebenshilfe München in der Hermann-von-Sicherer Straße in München-Sendling eine inklusive Wohngemeinschaft (WG) eröffnet. Vier StudentInnen und sechs Menschen mit geistiger Behinderung leben gemeinsam in einem Stadthaus mit Garten zusammen. Die Redaktion hat nachgefragt, wie sich dieses Experiment bewährt hat und sich mit der Erziehungswissenschaftlerin und Einrichtungsleiterin Cindy Kirsch unterhalten.

Zum Abschied gab es ein großes Kuchenbuffet von Herrn Weinel, der sich auf diesem Wege für das gute Miteinander bedankt.

Redaktion: „Für die Lebenshilfe München ist diese Form des Zusammenlebens und der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung neu. Was waren die Voraussetzungen, wie hat man sich darauf vorbereitet?“

Cindy Kirsch:
„Wir haben zunächst geschaut, dass wir auf beide Seiten geeignete Kandidaten finden. Die Menschen mit geistiger Behinderung sollen zu einem selbständigen Leben fähig sein und die StudentInnen für die sich ihnen stellenden Herausforderungen. Weiterlesen

Behindertenbeirat stellt 12 Forderungen zur Inklusion in München

Im Rollstuhl: eine ganz andere Perspektive auf ganz alltägliche Situationen. – Fotos: Behindertenbeirat München

Der Behindertenbeirat und der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt München haben anlässlich der diesjährigen Kommunalwahl zwölf Forderungen zum Thema Inklusion von Menschen mit Behinderungen aufgestellt, die den Spitzenkandidat*innen der Parteien jetzt überreicht wurden. In seinen Forderungen thematisiert der Behindertenbeirat unter anderem die Barrierefreiheit städtischer Theater, Schwimmbäder und Hotels, die flächendeckende Einrichtung von „Toiletten für Alle“ in München, neue Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderungen und Schulsozialarbeit an allen Schulen. Weiterlesen

Tatü, Tata die Lebenshilfe ist da!

Am 25.01.2020 war ein ganz besonderer Tag für die inklusive Wohngemeinschaft (WG) der Lebenshilfe München. In Begleitung vom Wohntraining besuchten wir die ‚Feuerwache 2‘ in Sendling. Da die WG nicht weit von der Feuerwache entfernt ist, trafen wir uns alle bei uns an der WG in der Hermann von Sicherer Straße und starteten gemeinsam los. Alle waren ganz aufgeregt und gespannt darauf, was uns erwarten wird. Wir hatten große Hoffnung in einem echten Feuerwehrfahrzeug zu sitzen oder sogar die Rutsch-Stange ausprobieren zu dürfen.

Feuerwehr mit einer Stunde Sport am Tag

Zu Beginn wurden wir vom anwesenden Schichtleiter durch die Fahrzeughalle geführt, in der am Anfang leider fast keine Einsatzfahrzeuge standen. Der Leiter erklärte uns, dass die Feuerwehrmänner einen Übungseinsatz haben und deswegen mit den Fahrzeugen ausgerückt sind. Also gingen wir zunächst eine Runde durch die Wache. Wir hatten viele Fragen, die uns auch geduldig beantwortet wurden. Besonderes Interesse galt dem Arbeitsalltag eines Feuerwehrmannes. Wir fanden heraus, dass jeder Feuerwehrmann eine Stunde Sport am Tag machen muss. Er darf sich dabei aussuchen welche Sportart er macht.  Weiterlesen

„Das Ehrenamt ist eine anstrengende Entspannung“

Elisabeth Kluska (Bildmitte) engagiert sich 30 Jahre lang im Ehrenamt für die Lebenshilfe München. Links im Bild OBA-Leiter Harry Zipf.

 

2018 feierte die OBA (Offene Behindertenarbeit) der Lebenshilfe München ihr 40-jähriges Bestehen. Zum Angebot zählen auch sieben wöchentlich organisierte Freizeit-Clubs. Der ‚Dienstags-Club‘ ist einer von ihnen, der fast so alt wie die OBA selbst ist. Er widmet sich über all die Jahrzehnte hinweg wöchentlich Menschen mit geistiger Behinderung, unternimmt Ausflüge oder gestaltet Themenabende. Aktuell treffen sich sieben ehrenamtliche Betreuer und 15 Menschen mit Behinderung. Seit dreißig Jahren dabei ist Elisabeth Kluska, mit der sich die Redaktion unterhalten hat.

Redaktion: 30 Jahre im Ehrenamt für Menschen mit geistiger Behinderung bei der Lebenshilfe München ist eine lange Zeit. Was hat sich geändert?

Elisabeth Kluska: „Die jungen Menschen haben heute ein ganz anderes Selbstbewusstsein. Sie wissen vermehrt was sie wollen oder nicht. Sie haben konkretere Vorstellungen von ihrem Leben und Zukunftsperspektiven. Früher war das mehr eine Einbahnstraße. Der Alltag war mit der Arbeit in den Lebenshilfe-Werkstätten geregelt. Entweder wohnten sie bei den Eltern oder in einem Wohnheim.“

Redaktion: Das ist eine positive Entwicklung. Wie kommt es dazu?

Elisabeth Kluska: „Es hat ein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden, weg von der pädagogisch und von Fürsorge dominierten Sicht auf Behinderung hin zu einer partnerschaftlich geprägten Haltung und Mitbestimmung. Die Menschen mit Behinderungen sind damals viel später – oft erst im hohen Erwachsenenalter, als ihre Eltern die Versorgung nicht mehr geschafft haben oder selbst pflegebedürftig wurden bzw. gestorben sind – zu Hause ausgezogen und in ein Wohnheim gekommen. Das hat zu massiven Eingewöhnungs-Prozessen geführt, eine Ablösung vom Elternhaus, wie es für nicht behinderte Jugendliche und junge Erwachsene normal ist, gab es eher selten. Alternativen zum Wohnheim gab es ebenso wenig. Da hat sich die letzten Jahre viel hin zum Positiven bewegt. Die Erfolge davon sind heute zu sehen.“ Weiterlesen

Weihnachten auf leisen Sohlen mit Steelcase

Unbekannte Eindringlinge in Vortragssaal
der Lebenshilfe München in der St.-Quirin-Straße

Am 12.12.2019 fuhr nach Abenddämmerung ein dunkler VW-Bus vor den Wohngruppen der St.-Quirin-Straße mit beinahe unbekannten Personen vor. Die drei Insassen leerten in Windeseile das Fahrzeug und brachten den Inhalt ungesehen über den Aufzug in den großen Veranstaltungssaal der Lebenshilfe München. Leise wurden Pakete auf zwei großen Tischen im weihnachtlich geschmückten Saal angerichtet.

Nach dem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, wurde die erste der drei Wohngruppen in den Saal gebeten. Die BewohnerInnen wussten nicht, was passiert und blickten fragend in die Gesichter der Mitarbeiterinnen der Firma Steelcase, René Pfeifer dem Bereichsleiter Wohnen und Florian Mauch dem Einrichtungsleiter der Wohngruppen St.-Quirin-Straße. Lange mussten sie aber nicht im Dunklen tappen.  Weiterlesen

Ausflug zum Christkindlmarkt nach Salzburg

Gruppenfoto der Lebenshilfe-Wohngruppe vor dem Salzburger Dom auf dem Christkindlmarkt.

Gruppenfoto der Lebenshilfe-Wohngruppe vor dem Salzburger Dom auf dem Christkindlmarkt.

Am Adventssonntag machte sich die Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München zum Salzburger Christkindlmarkt auf. Wir nahmen den Meridian vom Münchner Hauptbahnhof, über Rosenheim nach Salzburg. Wir Studenten haben uns mit ‚unseren‘ Mitbewohnern bestens angefreundet. Es sind Menschen mit leichter geistiger Behinderung, die ihr Leben weitgehend selbständig gestalten und meistern. Bereits auf der Fahrt sahen wir viel: Berge, Kühe, Wiesen, den Chiemsee und sogar den ersten Schnee. In Salzburg angekommen, fuhren wir mit einem Stadtbus in die Altstadt. Die schönen weihnachtlichen Dekorationen und Lichter in der Altstadt faszinierten uns sehr und die Weihnachtsstimmung stieg immer mehr an.

Wir gingen zum Christkindlmarkt am Salzburger Dom, wo es wunderbar nach leckerem Essen roch. Da blieb das Magenknurren natürlich nicht aus. Also begann die Suche nach Leckereien. Von Pommes mit Ketchup, über Bratwurstsemmeln und gebrannten Mandeln, bis hin zu Schupfnudeln mit Sauerkraut war alles dabei. Gut gestärkt und zufrieden zogen wir von der Lebenshilfe Wohnen weiter. Besonders gefallen haben uns die Stände mit den wunderschönen weihnachtlichen Kuriositäten mit viel Handwerkskunst. Weiterlesen

„Darum ist es im Wald so schön…“

Diesmal lief es ziemlich rund: schönstes herbstliches Wetter, ein richtiger Reisebus nur für uns und gutgelaunte Kinder und Erwachsene! Unser Ausflug von der HPT der Lebenshilfe München zum Taubenberg hatte viel zu bieten. Gerade aus dem Bus gestiegen, gab es ein entlaufenes Schaf, das wir stoppen mussten: Eltern und Kinder stellten sich in den Weg, bis der Besitzer das Tier wieder auf die Weide gebracht hatte. Der Weg führte uns nun durch den Wald, mit einem Anstieg, der stellenweise richtig steil war und unserer Kondition einiges abverlangte.  Weiterlesen