Neue Kleinbusse in Putzbrunn

Im Juni erhielt die Wohneinrichtung der Lebenshilfe München in Putzbrunn einen neuen zweiten Bus. Bei den Mitarbeitern und Bewohnern war die Freude groß. Zur Einweisung des neuen Fahrzeugs mit Hebebühne für Rollstuhlfahrer fanden sich darum auch gleich viele Interessierte aus beiden Häusern ein. Es wurde gefragt und probiert. Natürlich auch die Rollstuhltauglichkeit des neuen VW-Bus. Große Begeisterung fand bei allen die Klimaanlage und auch die komfortable Höhe des Fahrzeuges.

Bereits einige Wochen zuvor wurde ein anderer Bus in Putzbrunn durch einen neuen VW-Bus getauscht. Auch hier fanden Klimaanlage und der große Kofferraum großen Zuspruch. Er wird vor allem für Ausflüge und Einkäufe eingesetzt. Das Fahrverhalten und Komfort konnte hier schon bei diversen Ausflügen der Bewohner während der Urlaubswochen getestet werden.

Wir freuen uns über das neue gute Fahrgefühl und ich wünsche allen Mitarbeitern und Bewohnern allzeit gute Fahrt. Beide Busse sind Neun-Sitzer. Durch Herausnahme der Rückbank bietet er auch Platz für den Rollstuhl, und verfügt dann über sieben Plätze.

Renate Bauer

Ein eindrucksvolles Inklusions-Sportfestival

Sport verbindet, Sport macht Spaß und Sport öffnet Perspektiven. Das war am Wochenende eindrucksvoll auf dem Münchner Marienplatz beim ersten Inklusions-Sportfestival zu erleben. Bei Musik, Tanz, Klettern, Tischtennis, Fußball und anderen Sportarten waren es vor allem Menschen mit Behinderung, die ihr Können, ihre Geschicklichkeit und ihre Leidenschaft für Sport demonstrierten. Ein buntes und anregendes Sportfestival im Herzen der Landeshauptstadt, das ‚Lust auf Mehr‘ machte.

Eine prominent besetzte Bühne: mit Stadträtin Gabriele Neff in Vertretung des Oberbürgermeisters Dieter Reiter, Sportreferentin Beatrix Zurek, dem Behindertenbeauftragten der Stadt, Oswald Utz, Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber und Handballprofi Lucas Krzikalla. Foto: gsp

‚Lust auf Mehr‘ haben die meisten Menschen im sportlichen Bereich. Es ist aber eine Frage der Disziplin und Motivation ‚dabei zu bleiben‘. „Bei der OBA der Lebenshilfe München etwa gibt es eine eigene Sportgruppe mit zehn Mitgliedern“, erzählt Sarah Höhendinger. „Dazu haben wir noch sechs Ehrenamtliche die sich hier sportlich engagieren.“ Auch in der Lebenshilfe-Wohngruppe-West ist man sportlich mit wöchentlichem Training unterwegs.

„Der Schritt hin in die Vereine ist für Menschen mit geistiger Behinderung aber nicht einfach“, erklärt Georg Hohenester von der OBA. „Meist fehlt nach einem langen Arbeitstag die Kraft sich noch einmal aufzuraffen, anderseits ist es auch für die Vereine selbst nicht einfach.“ Schnell steht dabei die Frage nach der Haftung im Vordergrund, wenn ‚mal was passiert‘. „Wer ist verantwortlich, wie ist das spezielle Umfeld für Menschen mit Behinderung, gibt es einen Betreuer, nehmen sie regelmäßig ihre Medikamente?“

Großer Andrang am Infostand der Lebenshilfe München auf de Münchner Marienplatz.

Auch Oswald Utz, Behindertenbeauftragter der Stadt München und selbst im Rollstuhl sitzend, nennt Herausforderungen für den Weg hin zu mehr Sport. „Wie ist etwa der Anschluss an die Öffentlichen Verkehrsmittel, ist er barrierefrei? Wie komme ich im Vereinsheim mit den Treppen klar?“ waren zwei zentrale Fragen an das Publikum. Positive, ermutigende Beispiel aber waren überall auf dem Marienplatz in München zu sehen. Inklusion geht, kann gelingen, wenn alle mitmachen.

Etwa bei der IG Klettern (www.kletternmachspass.de), die mit ihrer Abteilung ‚Gipfelstürmer‘ ganz auf Inklusion und Integration setzt. „Erst vor wenigen Wochen war ich selbst das erste Mal mit einem blinden Menschen an der Wand,“ erzählt eine Mitarbeiterin am Infostand. „Ich war wirklich überrascht, mit wie viel Gefühl und Elan sie die Wand ertastet und nach oben geht. In der freien Natur braucht man Begleitung, denn man muss bei der Richtung helfen, um nicht in einer Sackgasse zu landen.“

Engagement, Ehrenamt und das nötige Stück Begeisterung bringen die Aktiven der Lebenshilfe München mit.

Ansteckend war auch der Eifer, mit dem im Rollstuhl Fußball gespielt wurde, die Tanzeinlagen auf der großen Showbühne, das schnelle Spiel beim Tischtennis oder Simulationen für das Publikum. Etwa mit Gewichten, Brille und Korsett in der Bewegung und Wahrnehmung eingeschränkt zu sein. Oder wie fühlt es sich an, blind über einen Hindernisparcour zu gehen, der verdichtet Alltagssituationen im Leben von blinden Menschen abbildet. Außergewöhnliche Erfahrungen für uns, für die alles so normal und selbstverständlich ist.

 

Dem Kraut beim Wachsen zusehen

Im Sommer beschenkt uns die Natur mit üppigen Grün, man kann dem Kraut fast beim Wachsen zusehen, wie etwa im Krautgarten von Unterhaching. Hier hat auch die HPT (Heilpädagogische Tagesstätte) der Lebenshilfe München zwei Beete in dem großen Gemeinschaftsgarten. Bei dem von Bündnis 90/ Die Grünen 2016 initiierten Projekt gibt es keine persönliche Parzellen. Alle arbeiten und ernten gemeinsam.

Gemeinsam geht’s auch im Garten leichter

Der ‚Krautgarten‘ wurde von Anfang an vom bürgerschaftlichen Engagement getragen. Zum Mitmachen eingeladen wurde etwa die Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) der Lebenshilfe München oder auch Geflüchtete (Asylbewerber), die in der Gemeinde Unterhaching gesellschaftlich unterstützt werden. Gemeinsam mit den Unterhachinger Naturfreunden wirken sie auf diesem Stück Land, das Marie Diepold der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Bereits 2016 fuhr man eine gute Ernte ein, hat die Fläche noch erweitert und die Blumenwiesen mit Bienenstöcken bereichert. Das Konzept geht auf und findet in der Bevölkerung guten Anklang. Durch das gemeinschaftliche Arbeiten etwa ist die regelmäßig Pflege – auch das Bewässern der Felder – sicher gestellt.

Ein Stück Natur erleben

Christiane Keim, Einrichtungsleiterin der HPT in Unterhaching, betont: „Wir unterstützen Eltern dabei, ihren Erziehungsauftrag bestmöglich zu erfüllen. Eine Kooperation wie beim ‚Projekt Krautgarten‘ bringt viele Vorteile mit sich und fördert die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen.“

Die pädagogischen Mitarbeiter der HPT besuchen mit den Kindern ihrer Gruppe abwechselnd den Krautgarten und gehen gemeinsam auf das Feld. Manche Eltern besuchen mit ihren Kindern auch darüber hinaus die Grünanlage, auf der ein kleines Gartenhäuschen mit den nötigen Gerätschaften steht. Für die Kinder und Jugendlichen ist es natürlich ein tolles Erlebnis, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen und bei der Ernte zu erleben, dass sich jede Mühe gelohnt hat.“

Hier gibt’s mehr Infos zum Krautgarten:
https://www.wochenanzeiger.de/article/205418.html

 

Samstag: Münchner Inklusionssportfestival Marienplatz

Am Samstag, 23. Juni 2018 beginnt um 11:00 Uhr auf dem Münchner Marienplatz das erste Münchner Inklusionssportfestival. „Lernen Sie vielseitige Sportarten kennen, staunen Sie bei den Vorführungen von Yoga, Basketball, Fußball, Handball oder bei den Vorführungen auf der großen Showbühne“, heißt es in der Ankündigung.

Dabei geht es nicht so sehr um ‚Show‘, denn im Blickpunkt steht immer der Mensch selbst. Was Menschen mit Behinderung aber zu leisten in der Lage sind, wird im sportlichen Bereich vor allem bei den Paralympics eindrucksvoll gezeigt. Im täglichen Leben, in der Begegnung von ‚Mensch zu Mensch‘, braucht es keine Spitzenleistungen sondern das ganz normale Maß an Spaß und Freude an der Bewegung, am Sport.

Sport, Spaß und Musik gehen gut zusammen, auch beim ersten Münchner Inklusionssportfestival am Marienplatz

So informieren am Marienplatz viele Vereine über ihre Arbeit, mit der Sie Menschen mit Behinderung begleiten und fördern, auch die Lebenshilfe München ist mit einem Stand vertreten. Workshops vertiefen einzelne Themen und helfen Kontakte zu knüpfen. Nutzen Sie ihren Besuch in München und lassen Sie sich inspirieren und unterhalten von einem vielfältigen, inklusiven Programm, durch das der Radio Arabella Moderator Uli Florl führt.

Das Festival ist vom Referat für Bildung und Sport in Kooperation mit zahlreichen Partnern und Institutionen organisiert. Im Sinne des gesellschaftspolitischen Ziels der Inklusion reiht sich die Veranstaltung in die Festivalserie des Münchner Sports ein. Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderungen präsentieren sich und ihre Sportarten im Herzen der Stadt. Neben Show-Wettkämpfen und Vorführungen geht es vor allem darum, sich zu informieren, auszutauschen, auszuprobieren und eventuell vorhandenen Barrieren abzubauen.

Der Eintritt sowie alle Sportangebote sind frei!

Weitere Infos finden Sie unter:

https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Bildung-und-Sport/Sport/sportveranstaltungen/inklusionssportfestival.html

Das Afterwork-Cocktail-Chillout-Concert

In netter Gesellschaft nach der Arbeit einen Cocktail genießen und dazu coole Musik hören – was kann es besseres geben? Die OBA hat am Donnerstag, den 7. Juni dazu in den Garten und auf die Terrasse der OBA eingeladen.

Die Musik kam nicht vom Band sondern von der Band. Es war der erste Auftritt der OBA-Band „The Orchestra Extrange“. Unter diesem Namen haben sich 13 Musikerinnen und Musiker zusammengetan, sie proben seit September 2017 zusammen und haben sich jetzt zum ersten Mal ins Rampenlicht gewagt. Es war eine Vorpremiere, ein ’sich ausprobieren‘, wie es sich anfühlt, vor Publikum zu spielen.

The Orchestra Extrange: eine außergewöhnliche Band

13 Musiker, das ist fast Orchesterstärke, das erklärt den ersten Teil des Namens. Extrange ist eine Wortschöpfung aus extraordinary and strange, was so viel heißt wie: ungewöhnlich und seltsam. Die Instrumentierung ist tatsächlich außergewöhnlich und seltsam. Ein Hackbrett spielt Hard Rock, eine Mundharmonika setzt Akzente.

Die Musiker sind Ehrenamtliche, Hauptamtliche und Teilnehmer der OBA. Im Vordergrund steht, wie immer bei der OBA, dass Leute mit gleichen Interessen zusammen etwas auf die Beine stellen. 13 Leute stehen auf einer Bühne, die Musik spielt die Hauptrolle, die Behinderungen spielen keine.

Musikraum muss renoviert werden

Aus Spendengeldern wurde ein E-Piano und ein Akustikverstärker angeschafft. Der Musikraum, in dem die Band probt, muss renoviert werden, dafür ist das Geld noch nicht beisammen. Dem Engagement der Bandmitglieder tut das keinen Abbruch.

Zurück zum Chillout-Konzert: Es war eine Zitterpartie, aber nur was das Wetter betraf. Dunkel Wolken und Donnergrummeln in der Ferne können aber eine Rockband nicht aufhalten und so konnte die Band ihr Programm fast bis zum Schluss durchziehen. Eine beeindruckende Playlist war da zu hören: Stücke von weltbekannten Bands wie den Beatles, Santana oder Linkin Park, aber auch Elvis und Bill Hayley. Das zahlreiche Publikum war vom ersten Augenblick begeistert dabei und die Stimmung war bestens.

Der nächste Auftritt kommt bestimmt

Von Lampenfieber war nichts zu spüren, die Band war nach dem Auftritt zufrieden, aber – wie es bei Künstlern halt so ist – auch selbstkritisch: das war ganz okay, aber wir können es noch besser! Denn das war nur der Anfang. Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Auftritt, auf das nächste Afterwork-Cocktail-Chillout-Concert.

Text & Foto: OBA Lebenshilfe München

Wer die OBA-Band unterstützen will, kann das mit einer Spende tun, um das Material und den Proberaum zu optimieren.

Spenden für den OBA-Proberaum bitte an:

Lebenshilfe München
Spendenkonto
HypoVereinsbank München
IBAN: DE 90 700 202 705 800 557 005
SWIFT-BIC: HYVEDEMMXXX

Förderzweck: Musikraum

Mehr Infos unter:
https://www.lebenshilfe-muenchen.de/musikraum-ausstattung/

 

Demenz bei Menschen mit geistiger Behinderung und bei Menschen mit Down-Syndrom

Siehe die Vorab-Meldung zum Themenabend

Themenabend der Lebenshilfe München war ausgebucht

Menschen mit geistiger Behinderung sehen sich Zeit ihres Lebens vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Dank zahlreicher Erfolge der vergangenen Jahrzehnte in verschiedenen Bereichen, führen sie oft ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben. Umso dramatischer ist, dass eben diese Menschen einem hohen Risiko ausgesetzt sind im fortgeschrittenen Alter, an einer Demenz zu erkranken. Dies gilt insbesondere für Menschen mit einem Down-Syndrom. Durch die Lokalisation eines der wichtigsten Alzheimer-Gene auf Chromosom 21 haben Menschen mit einem Down-Syndrom ein extrem hohes Risiko, früh von einer Alzheimer-Erkrankung betroffen zu sein.

Aufgrund der demografischen Entwicklung werden in Zukunft immer mehr Menschen mit Demenz in Einrichtungen der Behindertenhilfe und auch noch im elterlichen Haushalt – bei den betagten Eltern oder bei Geschwistern – betreut. Wichtig ist eine demenzielle Entwicklung zu erkennen, um eine umfassende klinische Untersuchung anzubieten. Die Lebenshilfe München als große Einrichtung der Behindertenhilfe, stellt sich der Herausforderung, den demenziell erkrankten Menschen und seine Angehörigen kompetent zu begleiten. „Wir müssen lernen, die an Demenz erkrankten Menschen in ihren Veränderungen, Nöten und Sorgen zu verstehen.“

Diagnostik und ärztlicher Rat

Welche Möglichkeiten der Diagnostik gibt es? Bei welcher Symptomatik sollte man fachärztlichen Rat in Anspruch nehmen. Was wird wie diagnostiziert? Warum macht eine frühe Diagnostik Sinn? Welche Besonderheiten und Herausforderungen müssen bei dem genannten Personenkreis berücksichtigt werden.

Zu diesen und weiteren Fragen referierte das Team aus der Spezialambulanz für kognitive Beeinträchtigungen bei Menschen mit Down-Syndrom im Klinikum Großhadern PD Dr. Levin, Dr. Sandra Loosli, Elisabeth Wlasich( Mag.re.nat) und Dr. Georg Nübling.

Auch das Wohn-Umfeld ändert sich

Was ist hilfreich bei der Veränderung des Wohnumfeldes. Geht es noch in der Werkstatt oder braucht es eine Tagesstruktur?  Wie unterstützen wir zur richtigen Zeit mit dem richtigen Angebot? Welche Unterstützungsangebote gibt es in der ambulanten Pflege, wenn der Betroffene noch im elterlichen Haushalt lebt? Diesen Themen widmete sich René Pfeifer (Bereichsleitung Wohnen GmbH Lebenshilfe München) und Christine Wiesenthal-Moser (Leitung Ambulanter Pflegedienst der Lebenshilfe München)

Der Themenabend was sehr gut besucht. Nicht alle Interessierte konnten teilnehmen, da die Veranstaltung schon vor Anmeldeschluss ausgebucht war. Mit Unterstützung des Ärzteteams aus Großhadern erwägt die Lebenshilfe München 2019 eine Wiederholung der Veranstaltung.

Auf diesem Wege nochmals ganz herzlichen Dank an die kompetenten und engagierten Referenten. Es war sehr beeindruckend, dass junge Mediziner, junge Wissenschaftler sich dem Personenkreis der Menschen mit geistiger Behinderung so empathisch und engagiert widmen.

Hierdurch bietet sich eine Chance, dass die gesundheitliche Versorgung dieser Menschen zum Gegenstand der gegenwärtigen und zukünftigen Forschung wird. So können wissenschaftlich anerkannte Standards erstellt werden, die diesem Thema dauerhafte Beachtung zu Teil werden lassen.

Margret Meyer-Brauns
Eltern- / Angehörigenberatung

 

Von Anfang an gemeinsam

Seit 1992 ist der 5. Mai europaweit ein Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Auch in München nutzt man seit über 20 Jahren den 5. Mai, um zentral auf dem Marienplatz auf die besondere Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen (siehe Link). Die Lebenshilfe München inszeniert darüber hinaus in Kooperation mit anderen Einrichtungen aus der Jugend- und Behindertenarbeit am 06. Mai ein eigenes Event.

Am 06. Mai heißt es in der Jugendkirche (Rogatekirche) in der Bad-Schachener-Straße 28 gemeinsam #reden #essen # Musik hören. Michael Ruoff und Harry Zipf von den Offenen Diensten der Lebenshilfe München möchten mit dieser Aktion gezielt junge Menschen ansprechen. „In Anlehnung an die ‚Aktion Mensch‘ mit ihrem Slogen „Inklusion von Anfang an“ haben wir das Motto „Von Anfang an gemeinsam“ gewählt. Wenn Menschen in jungen Jahren eine Beziehung zu Menschen mit Behinderung haben, dann ist Inklusion für sie ein Stück Normalität.“   Weiterlesen

Ein Salut für die Lebenshilfe München

(gsp) Ein Salutschuss der Böllerschützen ist eine Ehrenbezeugung zu besonderen Anlässen etwa ein Salut bei runden Geburtstagen oder bei kirchlichen Festen. Auch wenn die Bundeskanzlerin oder der Ministerpräsident zu Besuch im Festzelt der Gemeinde ist, schießen die Truderinger Böllerschützen ihren Salut. Mit einer Spende von 1000 Euro für die Interdisziplinäre Frühförderung München/ Feldkirchen haben sie jetzt einen Salut für die Lebenshilfe München gegeben.

Claudia Bihlmayer (l.) und Peter Puhlmann bedanken sich bei den ‚Original Truderinger Böllerschützen‘ für die Spende von 1000 Euro. Im Bild Christine Niedermeier vom Vorstand und Monika Fischer (r.) von der Stadtteilhilfe, die Teil des Vereins der Böllerschützen ist. – Foto: Volkmar Korsch

Beim Salut müssen alle im Gleichklang sein

„Ein Salutschuss ist dabei die schwerste Disziplin, denn alle müssen zur gleichen Zeit feuern“, erklärt Christine Niedermeier, die seit 1990, seit Gründung des Vereins, mit dabei ist. Seit 1993 darf sie selbst mit dem Handböller feuern und das ist nicht selbstverständlich. „Frauen blieben nämlich ursprünglich bei den Böllerschützen außen vor. Das haben wir kurzerhand in einer Mitgliederversammlung geändert“, und damit ist ‚die neue Zeit‘ auch bei den Böllerschützen angekommen, zumindest in München-Trudering.

10 Prozent werden gespendet

Ein aktives Vereinsleben mit 257 Mitgliedern weckte den Wunsch, sich auch gemeinnützig zu betätigen. Dazu gründete der Verein vor drei Jahren eine eigene Stadtteilhilfe, der Monika Fischer vorsteht. „Unsere Einnahmen erzielen wir bei Veranstaltungen, wie etwa unser Schlachtschüssel- oder Kesselfleischessen und aus Spenden. 10 Prozent unserer Einnahmen geben wir dann als Spende weiter, wie jetzt der Lebenshilfe München“, erzählt sie.

Das Spenden ist gar nicht so einfach

Dabei ist das Spenden gar nicht so einfach, wie die Böllerschützen erfahren mussten. „Als gemeinnütziger Verein kann man ’nicht einfach so‘ jemanden Bedürftigen Geld zukommen lassen. Die betreffende Person muss dazu anspruchsberechtigt sein und auch beim Bezug von Sozialleistungen ist das ein schwieriges Feld,“ erklärt der Kassier des Vereins, Michael Schmidt. So habe man die letzten Jahre in Senioreneinrichtungen und Kindergärten mit ‚Geschenkpaketen‘ geholfen und freut sich, jetzt auch was für die Lebenshilfe tun zu können.

Was leistet eine Frühförderung eigentlich?

Geschäftsführer Peter Puhlmann und Pädagogin Claudia Bihlmayer geben einen Einblick in die Arbeit der Frühförderung, die interessiert aufgenommen wird. Denn keiner der Schützen war bisher in der Einrichtung und hatte eine konkrete Vorstellung davon, was eine Frühförderung so leistet. Ganz allgemein aber, ist sich Einrichtungsleiterin Maria-Anna Link sicher, „ ist die inzwischen gesetzlich verankerte Aufgabe der Früherkennung und Frühförderung in der Gesellschaft angekommen.“

700 Münchner Familien wird geholfen

Dabei konzentriert sich die Arbeit nicht so sehr auf die Einrichtung, sondern bis zu 80 Prozent der Betreuung finden ‚außer Haus‘ statt, direkt bei den Eltern oder in Kindergärten. Dennoch ist die Frühfördereinrichtung der Lebenshilfe München in Feldkirchen gut besucht und ihre 36 Mitarbeiter stark gefordert. Insgesamt sind in und um München 100 MitarbeiterInnen der Lebenshilfe München für die Frühförderung unterwegs. Sie betreuen 700 Kinder und ihre Familien an vier Standorten, meist aber mobil in den Kindergärten oder direkt bei den Familien zuhause.

Eine Behinderung ist nicht immer gleich sichtbar

Claudia Bihlmayer gibt einen kurzen Einblick in die vielfältige Welt der Frühförderung. „Bei Bedarf betreuen wir von der Geburt an – vor allem bei Frühchen – bis in das Schulalter. Häufig aber merkt man erst mit zeitlicher Verzögerung, dass das Kind vermehrt Hilfe für eine gute Entwicklung braucht. Und die geschieht natürlich interdisziplinär, es wirken Ärzte, Pädagogen, Therapeuten und Psychologen zusammen – gemeinsam für das Wohl des Kindes. Dieser ganzheitliche Blick auf das Leben des Kindes ist es, der die Arbeit der Frühförderung so besonders und unerlässlich macht. Mit ihrer ganzheitlichen Hilfe verbessert Frühförderung nicht nur die gegenwärtige Situation eines Kindes, sie trägt insbesondere auch zu besseren Zukunftsperspektiven bei, zu einem Leben ohne Benachteiligung.“

Die Truderinger Böllerschützen sind gut vernetzt

Den Vorstand der Truderinger Böllerschützen freut es, dass ihre Spende an die Lebenshilfe München so einem direkten und praktischen Nutzen findet. Selbst ist der Verein mit etlichen Veranstaltungen und Kontakten von der Nordsee bis in die Alpen gut vernetzt und steht für gesellschaftliche Teilhabe. Ein Wunsch, der auch die Kinder der Frühförderung auf ihren Lebensweg begleitet. Volkmar Korsch, der ‚Mann für die Presse‘ bei den Original Truderinger Böllerschützen, sorgt mit seinen Berichten und einer kleinen Zeitung für die nötige Öffentlichkeitsarbeit.

Neues Wohnen bei der Lebenshilfe München

Viel Platz zum Kochen, Leben und Wohnen in der neuen Lebenshilfe-Einrichtung in Unterschleißheim. Text und Fotos: Gerd Spranger

So ein Wohnungswechsel hat es in sich. Bis alles verpackt und wieder seinen Platz findet, darüber können Wochen vergehen. Mancher hat vom letzten Umzug immer noch einen Karton im Keller stehen. Wenn aber gleich eine ganze Wohngruppe, wie jüngst bei der Lebenshilfe München, mit 10 Bewohnern umzieht, dann ist Organisationstalent gefragt. Darüber hinaus braucht es Zeit zum Einleben, um sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Fünf Wochen ist es jetzt her, dass die Wohngruppe vom Willinger Weg (Ramersdorf) in den Norden von München gezogen ist. Die Redaktion hat sich mit der Sozialpädagogin und Einrichtungsleiterin Birgit Fleischmann unterhalten und sie in Unterschleißheim besucht.

Eine Etage für die Lebenshilfe

Die Gruppe bewohnt einen eigenen Gebäudeteil eines großen Senioren-Wohnheimes (Haus am Valentinspark). Bei meinem Besuch werde ich am großen Empfang sofort freundlich begrüßt, und man schickt mich im Fahrstuhl hinauf in den vierten Stock, in die oberste Etage. Über einen breiten Gang und durch zwei große Glastüren gelange ich direkt zu der Wohngruppe, direkt in den großen Aufenthaltsraum mit offener Küche. Neugierige Blicke mustern mich, „wer ist das wohl, der da kommt?“.   Weiterlesen

Spenden für gezielte Förderung und Betreuung

Das Lebenshilfe Spendenheft nennt viele Anliegen

Viele Dinge sind geregelt in unserem Leben, auch in unserer Gesellschaft. So erfahren Menschen mit Behinderung auf breiter Ebene Unterstützung und die Lebenshilfe München ist dabei ein fester und wichtiger Begleiter für sie. Förderung fängt dabei schon sehr früh an, etwa bei einer Frühgeburt (Frühchen) durch die interdisziplinäre Frühförderung, während der Kindheit (HPT) über den Beruf (Werkstätten) bis hin zum Eintritt in das Rentenalter (TENE). Kurzum: die Lebenshilfe begleitet viele Menschen ein Leben lang, in Freizeit, Schule und Beruf.   Weiterlesen

Lebenshilfe: Manche Forderungen sind immer aktuell

Kleine Impulse – dritte Folge

Die letzten Wochen haben wir in Deutschland beim Ringen um die Bildung einer neuen großen Koalition viel über Politik gehört und gelesen. Nahezu alle Bereiche wurden diskutiert und doch bleiben einige Dinge unverrückbar. Etwa wenn es um Forderungen der UN-Behindertenkonvention geht, also um verbürgte Rechte für Menschen mit Behinderung.

In der dritten Folge unserer kleinen Serie zum neuen Münchner Familienbericht beleuchten wir das ‚Recht auf Bildung bzw. auf Arbeit und Beschäftigung‘. Hier leisten die Lebenshilfe-Werkstätten zwar hervorragende Arbeit, doch Menschen mit Behinderung auf den ‚Ersten Arbeitsmarkt‘ zu beschäftigen ist unverändert schwer. Den Link zum Münchner Familienbericht finden Sie am Ende des Beitrages.   Weiterlesen

Wer ist behindert?

Kleine IMPULSE 1. von drei Folgen / Kleine IMPULSE

Die Stadt München will ihre Familien fördern und sich gegen die Ausgrenzung von Menschen stellen. Ein weiterer Baustein zum erklärten Willen ist die neue Erhebung „Familienleben mit Handicap“. Sie hat in jahrelangen Studien und Erhebungen die Alltagssituation von Münchner Familien mit Kindern mit Behinderungen beleuchtet und knüpft an einen „Basisfamilienbericht“ aus dem Jahr 2011 an. Konkrete Handlungsanregungen aus der Erhebung sollen als Ausgangspunkt für vertiefende Stadtratsbeschlüsse dienen.

In einer losten Folge nehmen wir einige Themen des Münchner Familienberichts auf und möchten damit Impulse geben. Umfassend informiert die Erhebung „Familienleben mit Handicap“ auf 247 Seiten. Den Link dazu finden Sie am Ende des Beitrages.   Weiterlesen

30 Jahre Wohnheim am Willinger Weg der Lebenshilfe

Erinnerungen einer Zeitzeugin
– von Mathilde Stenner –

Das alte Wohnhaus der Lebenshilfe München am Willinger Weg wird in ein zeitgemäß modernes Zuhause verwandelt

Die Autorin war von ‚der ersten Stunde‘ an dabei, als 1988 in dem neuen Lebenshilfe-Wohnheim am Willinger Weg noch die letzten Handwerker arbeiteten. Als Pädagogin begleitete sie 30 Jahre lang das Wohnheim und seine Bewohner bis hin zum aktuellen Umzug nach Unterschleißheim. Für den Lebenshilfeblog hat sie einen kleinen Bericht geschrieben, ein Abschied-nehmen von dem alten Gebäude.   Weiterlesen

Geschenkte Freude ist doppelte Freude

100 bunte Pakete für die Frühförderung der Lebenshilfe

(gsp) Wir kennen ihn alle aus unseren Kindertagen, den Wunschzettel. Und welche Zeit eignet sich besser dafür als Weihnachten, zu der wir alle mit dem größten Geschenk bedacht worden sind. Viele solcher Wunschzettel hat jetzt die Stiftung „Kleine Hilfe“ gesammelt und sie an einem großen Weihnachtsbaum gehängt, auf dem Christkindlmarkt hinter dem Kulturzentrum von Trudering (München).

Die Wunschzettel wurden liebevoll gestaltet, mit kleinem Text und Foto und auch einen Hinweis auf das Kind oder die soziale Einrichtung, die sich über das Geschenk freut. Extra laminiert und mit einer bunten Schleife sind 320 dieser „Wunscherfüller“ in den großen Baum gehängt worden und in zwei Tagen waren alle Zettel weg, die Wunscherfüller unterwegs.   Weiterlesen