Mit verbesserter Ausbildung hin zu mehr Erfolg

Zu einem zweiten Schülerinnentag trafen sich jetzt Auszubildende, Einrichtungsleiter und Mentoren der Lebenshilfe München. Bereichsleiter der Wohnen GmbH, René Pfeifer, sprach schon beim ersten Treffen von der Bereitschaft zum Dialog. „Auszubildende müssen den Mut und das Selbstbewusstsein haben, Sachverhalte aktiv anzusprechen, etwa wenn sie aus der Schule einen anderen, unter Umständen moderneren Wissensstand mitbringen.“

Eine entspannte Runde und konspirative Gespräche fördern das Teambuilding bei der Lebenshilfe München. Bereichsleiter, Einrichtungsleiter, Mentoren und Auszubildende im Gespräch. Text & Foto: Gerd Spranger

„Ich arbeite gerne mit Menschen und freue mich, wenn ich die kleinen Fortschritte erlebe, die man immer wieder sehen kann,“ bekennt Candy. So wie ihr geht es vielen Menschen, die in Betreuungsberufen tätig sind. Candy aber arbeitet nicht in der Kranken- oder Altenpflege, sondern erlernt den Beruf der Heilerziehungspflegerin bei der Lebenshilfe München. Die meisten Bewohner bei der Lebenshilfe München sind Menschen mit geistiger Behinderung, und fast alle nehmen in den Werkstätten für behinderte Menschen am Arbeitsleben teil.

Betreuen heißt auch zu fördern

Bei einigen aber ist die Behinderung so ausgeprägt, dass sie sowohl körperlich wie auch geistig vermehrt auf begleitende Hilfe angewiesen sind. Der Beruf des Heilerziehungspflegers (HeP) umfasst alle Bereiche, und entsprechend vielfältig sind auch die gemachten Erfahrungen und die Ausbildung. Die HeP-Auszubildende Sarah etwa hat erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) durchlaufen, um persönlich Klarheit über ihren beruflichen Werdegang zu bekommen.

Keine Altersgruppe ist ausgenommen

Ihr gefällt bei der Ausbildung der Wechsel zwischen Theorie und Praxis, und der pädagogische Hintergrund der Ausbildung macht ihr Spaß. Candy etwa bekam von einem Bekannten den Tipp, sich bei der Lebenshilfe München für eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zu bewerben. Vorher hatte sie erste Erfahrungen beim Franziskuswerk in Schönbrunn gesammelt. Ihr gefällt es, mit so vielen verschiedenen Altersgruppen, von Kindern und Jugendlich bis hin zu Erwachsenen, zu arbeiten.

Das duale System der Ausbildung hat viele Vorteile

Nocolai wiederum sieht in der dualen Ausbildung von Schule und Betrieb viele Vorteile. „Die Schule nimmt die Angst, gibt dir das Wissen und Verständnis für den beruflichen Alltag. Das hilft im Umgang mit den Menschen.“ Er schätzt auch das Team, das Arbeitsumfeld, denn man wird in keiner Situation allein gelassen. Dafür sorgen auch eigens weiterqualifizierte Mentoren, wie etwa Simone. Ihre eigene Ausbildung zum HeP ist noch keine 10 Jahre her und ihr geht es nicht nur um einen besseren Stellenwert der Heilerziehungspflege, sie hofft, dass es für den/die Einzelne eine bessere Möglichkeit der Mitgestaltung der Ausbildung vor Ort geben wird.

Fünf neue Heilerziehungspfleger

So versteht es auch die Dipl. Sozialpädagogin (FH) Petra Loncar, die stv. Leiterin des Wohntrainings bei der Lebenshilfe München. Sie koordiniert die Ausbildung und es ist ihr wichtig, „miteinander im Gespräch zu bleiben. Auch der Austausch der Auzubildenden untereinander ist Teil dieses Prozesses. Im September starten weitere fünf HEP-Auszubildende bei der Lebenshilfe München. Die Ausbildung heute sichert die Fachkräfte von morgen.“

Ausbildung ist ein dynamischer Prozess

Für Bereichsleiter René Pfeifer ist Ausbildung ein dynamischer Prozess, der alle Beteiligten betrifft. Die Lebenshilfe München arbeitet mit den HeP -Schülern an einem neuen Ausbildungskonzept. Es soll die Begleitung der Auszubildenden systematisch verbessern und zu einer engeren Zusammenarbeit mit der Schule und den Ausbildungsstellen führen. Damit erhofft sich René Pfeiffer eine Sicherung und Erhöhung der Ausbildungsqualität, um moderne Impulse aus den Schulen in die Praxis zu integrieren.

Lesen Sie auch unseren ersten Artikel zum Thema:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/03/10/ausbildung-bei-der-lebenshilfe-muenchen/

30 Jahre Wohnheim am Willinger Weg der Lebenshilfe

Erinnerungen einer Zeitzeugin
– von Mathilde Stenner –

Das alte Wohnhaus der Lebenshilfe München am Willinger Weg wird in ein zeitgemäß modernes Zuhause verwandelt

Die Autorin war von ‚der ersten Stunde‘ an dabei, als 1988 in dem neuen Lebenshilfe-Wohnheim am Willinger Weg noch die letzten Handwerker arbeiteten. Als Pädagogin begleitete sie 30 Jahre lang das Wohnheim und seine Bewohner bis hin zum aktuellen Umzug nach Unterschleißheim. Für den Lebenshilfeblog hat sie einen kleinen Bericht geschrieben, ein Abschied-nehmen von dem alten Gebäude.   Weiterlesen

Spende von Infineon Technologies für Lebenshilfe

Timo Grassmann erhält für seinen achtjährigen Sohn durch den Familienunterstützenden Dienst (FUD) der Lebenshilfe München Unterstützung und Beratung und so nutzte er einen Award seines Arbeitgebers, die Infineon Technologies um den FUD eine Spende zukommen zu lassen.

Der Preis für den Award waren 1666 Euro, die er einem gemeinnützigen Verein seiner Wahl als Spende zukommen lassen konnte. Er entschied sich für die Lebenshilfe München, die sich seit über 55 Jahren für Menschen mit geistiger Behinderung in Stadt und Landkreis München einsetzt, sie fördert und betreut. Weitere Spenden wurden von der Infineon Technologies an ‚Ärzte ohne Grenzen‘ und an ‚SOS Kinderdorf‘ überreicht.   Weiterlesen

Ein selbstbestimmtes Leben führen

Menschen begleiten und fördern hin zu mehr Verantwortung

Christian Kerler ist Koordinator bei der Lebenshilfe München für den Bereich ‚Wohnen‘. Er freut sich über die geplante Modernisierung von drei alten Wohnhäusern des Elternvereins in München. „Es leben dort 40 Menschen mit geistiger Behinderung in stationärer Betreuung und das seit 30, 40 Jahren. Was damals ‚guter Standard‘ war, ist heute rückständig. Ich freue mich darum auf große helle Zimmer mit Dusche und WC, auf Barrierefreiheit und einer möglichen Betreuung rund um die Uhr. Wir können sie in einer Einrichtung mit 24 Plätzen anbieten. Das ist für die hier lebenden Menschen ein echter Gewinn.“  Weiterlesen

Kunst und Musik für Menschen mit geistiger Behinderung

Angebote der Lebenshilfe München in den Wohneinrichtungen
Nonverbal, ohne Worte, sich mit Musik und Kunst ausdrücken

(gsp) Sie sitzen in einer kleinen gemütlichen Runde zusammen und singen Adventslieder, Kinderlieder, einfache Stücke (Gstanzl) und Volkslieder. Die Stimmung könnte nicht besser sein in dem großen, gemütlich eingerichteten Raum. Mit kleinen Rhythmusinstrumenten wird das musikalische Tète-à-tète unterstützt, Musiktherapeut David Westphäling gibt die Melodie auf seiner Gitarre vor. Es sind fast alle Bewohner der Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München in der Packenreiterstraße zusammen. Niemand möchte das Singen und Musizieren mit David missen.

Kommunikation nonverbal für
Menschen mit geistiger Behinderung

Musiktherapie bei der Lebenshilfe München mit David Westphäling

Musiktherapie bei der Lebenshilfe München mit David Westphäling

Er ist seit September 14-tägig in der Wohneinrichtung und seit Juli in der Hofbauernstraße. Einen ersten Zugang zu Menschen mit Behinderung fand er während seines Zivildienstes und hat dann Sozialpädagogik und Musiktherapie studiert. Besonders schätzt er bei den Bewohnern der Lebenshilfe-Wohneinrichtung ihre Kreativität, Ehrlichkeit und ihren Humor. Jeder Mensch finde seinen ganz eigenen Zugang zur Musik, ob beim Trommeln, Singen, Zuhören oder über ein Instrument. David Westphäling will die Runde für seine Gruppe frei und offen halten. „Sie haben ihre eigene Entscheidungskompetenz, finden ihren eigenen Ausdruck der Kommunikation – nonverbal, ohne Worte, mit Musik.“

Es ist aber mehr als eine fröhliche Runde, denn es hilft Menschen mit geistiger Behinderung besonders, wenn sie auf diesem ‚leichten Weg‘ lernen, aus sich herauszugehen. Musik baut Stress ab, lässt einen selbst Gefühle wahrnehmen, die sonst eher verborgen bleiben. „Man lernt neue Seiten an sich kennen“, sagt der Volksmund.  Weiterlesen

Zeit, Kapital und Produkte für soziale Projekte

Salesforce unterstützt die Lebenshilfe München

Für einige Firmen ist es selbstverständlich, ihren wirtschaftlichen Erfolg auch mit sozialem Engagement zu verbinden. Salesforce, ansässig in San Francisco und mit deutschem Headquarter in München, pflegt diese Firmenkultur seit der Unternehmensgründung vor 16 Jahren und hat das sogenannte 1-1-1 Modell in der Gründungakte festgeschrieben: „Wir geben ein Prozent unseres Kapitals, ein Prozent unserer Produkte und ein Prozent unserer Zeit an gemeinnützige Organisationen weiter.“ Das bedeutet, dass jedem Salesforce-Mitarbeiter weltweit sechs Arbeitstage zur Freiwilligenarbeit zur Verfügung stehen; sei es, um bei örtlichen Tafeln Essen an Bedürftige und Obdachlose zu verteilen, Kindern Lesen oder Programmieren beizubringen, Schulen in Südostasien, Afrika oder Südamerika zu bauen, oder eben auch um Menschen mit geistiger Behinderung zu unterstützen, wie bei der Lebenshilfe München.    Weiterlesen