Spenden für gezielte Förderung und Betreuung

Das Lebenshilfe Spendenheft nennt viele Anliegen

Viele Dinge sind geregelt in unserem Leben, auch in unserer Gesellschaft. So erfahren Menschen mit Behinderung auf breiter Ebene Unterstützung und die Lebenshilfe München ist dabei ein fester und wichtiger Begleiter für sie. Förderung fängt dabei schon sehr früh an, etwa bei einer Frühgeburt (Frühchen) durch die interdisziplinäre Frühförderung, während der Kindheit (HPT) über den Beruf (Werkstätten) bis hin zum Eintritt in das Rentenalter (TENE). Kurzum: die Lebenshilfe begleitet viele Menschen ein Leben lang, in Freizeit, Schule und Beruf.

Zwei Säulen: Ehrenamt und Spenden

In München betreibt der Elternverein darüber hinaus noch elf Wohneinrichtungen. Überall ist die Förderung und Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung wichtigstes Ziel. Für ihre Arbeit ist die Lebenshilfe auf Unterstützung angewiesen, was viele Ehrenamtliche leisten, aber auch viele Spender des gemeinnützigen Vereins.

Ein eigenes Heft zeigt viele Bedarfe

Spendengelder sollen dabei nicht anonym ‚in irgendwelche Budgets verschwinden‘, sondern konkret und projektbezogen helfen. So hat die Lebenshilfe ein eigenes Heft aufgelegt, in dem viele große und kleine Wünsche (Bedarfe) aufgeführt sind, wo Unterstützung nötig ist. Ob es um die Förderung durch Therapeutisches Reiten, um Kunst- oder Musiktherapie oder um Urlaubs- und Freizeitangebote geht, viele Menschen mit Behinderung ist es nicht möglich dafür 60 oder 100 Euro aufzubringen. Der Lebenshilfe selbst stehen ‚für solche Initiativ-Programme‘ keine Gelder zur Verfügung. Hilfe und Unterstützung sind nötig. Das gilt für Wii-Sportkonsolen ebenso wie Hochbeete, ein Kleintiergehege oder Kostüme für ‚künstlerische Auftritte‘.

Viele Leistungen haben kein eigenes Budget

Die Einrichtungen selbst, von den fünf Frühförderungen in Stadt und Landkreis München, über Schule und HPT (Heilpädagogische Tagesstätten) bis hin zur OBA (Offene Behindertenarbeit) und den Wohnstätten sind viele Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände nötig. Etwa neue Küchen, die täglich und über Jahre einer intensiven Nutzung unterliegen, therapeutisches Material, Gartenmöbel oder die bauliche Schaffung von Barrierefreiheit. Dafür gibt es keine Budgets oder Fördermittel. Das muss der Elternverein selbst ’schultern‘.

Wege für schnelle Hilfen finden

Ganz neue Herausforderungen bringt etwa die Betreuung von Flüchtlingskindern mit sich. „Bürokratische Gründe lassen eine Genehmigung (einer Förderung) aber meist erst nach vier bis sechs Monaten zu – ein sehr langer Zeitraum im Leben eines Kleinkindes“, heißt es in dem Spendenheft der Lebenshilfe München. Aber auch die Dienste von Dolmetschern werden gebraucht oder Smartphones für die Mitarbeiter der Interdisziplinären Frühförderstellen, die häufig mobil und in ganz München unterwegs sind.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich für die Lebenshilfe München zu engagieren. Ob als Mitglied des Vereins, im Ehrenamt oder als Spender. Falls Sie Fragen zu den Spenden haben, wenden Sie sich bitte an den Spendenservice:

Mitglieder- und Spenderservice:
St.-Quirin-Straße 13a / 81549 München / Tel. 089-69347-109
oder Email: spenden@lebenshilfe-muenchen.de

Auch auf der Homepage der Lebenshilfe München
finden Sie umfassende Informationen über das Spenden:

http://www.lebenshilfe-muenchen.de/ihre-hilfe-zaehlt-mitglieder-und-spenderservice/

Natürlich können Sie uns auch wie bisher per Beleg oder Online-Banking eine Spende überweisen.
Bitte verwenden Sie dafür die folgenden Angaben:

Lebenshilfe München
Spendenkonto
HypoVereinsbank München
IBAN: DE 90 700 202 705 800 557 005
SWIFT-BIC: HYVEDEMMXXX

Lebenshilfe: Manche Forderungen sind immer aktuell

Kleine Impulse – dritte Folge

Die letzten Wochen haben wir in Deutschland beim Ringen um die Bildung einer neuen großen Koalition viel über Politik gehört und gelesen. Nahezu alle Bereiche wurden diskutiert und doch bleiben einige Dinge unverrückbar. Etwa wenn es um Forderungen der UN-Behindertenkonvention geht, also um verbürgte Rechte für Menschen mit Behinderung.

In der dritten Folge unserer kleinen Serie zum neuen Münchner Familienbericht beleuchten wir das ‚Recht auf Bildung bzw. auf Arbeit und Beschäftigung‘. Hier leisten die Lebenshilfe-Werkstätten zwar hervorragende Arbeit, doch Menschen mit Behinderung auf den ‚Ersten Arbeitsmarkt‘ zu beschäftigen ist unverändert schwer. Den Link zum Münchner Familienbericht finden Sie am Ende des Beitrages.

„Ich stehe immer unter Strom“

Zunächst beleuchtet die Erhebung die Situation der Eltern bis zum Abschluss der Schule. Schon hier sei es schwierig das eigene berufliche Fortkommen und einem erhöhten Betreuungsbedarf des Kindes gerecht zu werden. Eine Mutter erinnert sich an diese Zeit als ‚immer unter Strom stehend‘:

„Es durfte kein Stau sein, denn sonst hatte ich ein Problem. Wo gibt der Taxifahrer dann meine Tochter ab? Ich war also permanent im Stress. Ich musste morgens gucken, dass ich vor der Bahn über die Gleise komme, sonst hätte ich wieder zehn Minuten verloren und … es musste halt immer alles ‚wie am Schnürchen‘ laufen.“

Schwerer Übergang von Schule in den Beruf

Den Übergang in das Arbeits- und Berufsleben bezeichnet der Münchner Familienberich „als oft schwierig und langwierig.“ Es fehle allein schon an Informationen und praktischer Unterstützung, z.B. bei der Suche nach Praktikumsplätzen für einen jungen Menschen mit Förderbedarf. Betroffene fallen im Grenzbereich zwischen Lern- und geistiger Behinderung durch das Raster. Dabei gestalte sich die Unterstützung diesbezüglich durch den Integrationsfachdienst der Agentur für Arbeit als schwierig, meint ein betroffener Vater.

Inklusive Wege für den I. Arbeitsmarkt

Auf Seite 84 des Berichts heißt es: Jugendliche und junge Erwachsene –mit und ohne Behinderung – in Ausbildung, Studium und Beschäftigung zu bringen, und ihnen damit die aktive Teilhabe am Arbeitsleben und an der Gesellschaft zu ermöglichen, ist ein vordringliches gesellschaftliches sowie sozial- und wirtschaftspolitisches Ziel der Landeshauptstadt München. Ein Stichwort dabei ist: „b-wege – Inklusiv ausgerichtete Wege in den 1. Arbeitsmarkt.“

Ein eigenes Jahr der Vorbereitung

Wo immer möglich, soll bei b-wege künftig auch Jugendlichen mit Behinderungen anstatt der Laufbahn im zielgruppenspezifischen Werkstättenbereich ein Zugang zum ersten Arbeitsmarkt geöffnet oder der Besuch der Berufsschule (duale Ausbildung), eines Berufsvorbereitungsjahres oder einer weiterführenden Schule ermöglicht werden. b-wege ist Teil der im Juni 2015 vom Stadtrat beschlossenen Angebotsbündelung „JIBB – Junge Menschen in Bildung und Beruf“.

Lieber zahlen als sich zu engagieren?

Eigentlich ist die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung für Unternehmen ab 20 Beschäftigten keine freiwillige Sache. Sie sind gesetzlich verpflichtet, mindestens fünf Prozent Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Schwerbehinderung zu beschäftigen. Viele Unternehmer aber nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht wahr und zahlen lieber eine Ausgleichsabgabe – und so gib es ganz einfach ‚zu wenig Jobs‘ für Menschen mit Behinderung. Dabei ist die Situation für Menschen mit geistiger Behinderung nochmals erschwert.

Die Familien haben ein hohes Armutsrisiko

Der Münchner Familienbericht beleuchtet auch das Armutsrisiko der Haushalte von Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung und kommt zu dem Schluss: esliegt mehr als doppelt so hoch als bei Münchner Haushalten im Allgemeinen. Der erhöhte Aufwand in der Pflege von Menschen mit Schwerbehinderung führt bei 57 Prozent zu einer Verkürzung der Arbeitszeit, 36 Prozent haben sogar ganz zu arbeiten aufgehört, für 63 Prozent ist es schwer zuverlässige Pflege zu finden, für 66 Prozent sind Fahrten zu Ärzten, Therapeuten oder ins Krankenhaus eine hohe Belastung und ganze 43 Prozent haben kaum mehr Zeit für sich oder andere Familienangehörige.
(Quelle: Münchner Familienbericht auf Seite 92)

Mehr und eine bessere Förderung

Die Autoren der Studie sehen in dem Übergang von der Schule in das Berufsleben einen kritischen Punkt und fordern hier mehr Begleitung und Unterstützung. Eine zentrale Rolle spiele auch die Öffentlichkeitsarbeit. Potentielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen informiert und unterstützt werden, um Berührungsängste abzubauen. Sie müssen Kompetenzen bei der Beschäftigung von Jugendlichen mit Behinderungen entwickeln und Kooperationspartner aktiv einbinden.

Das sind nur einige Empfehlungen bei denen der Münchner Familienbericht Handlungsbedarf sieht. Weitere Schwerpunkte sind die Themen Bildung, Freizeit, Gesundheit sowie die Stärkung der Familien und Information und Begleitung.

Hier geht’s zum Münchner Familienbericht:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Jugendamt/Familie/Familienbericht

Hier geht’s zu unserem ersten IMPULS-Beitrag:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/01/15/wer-ist-behindert/

Hier geht’s zu unserem zweiten IMPULS-Beitrag:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/01/25/leben-und-wohnen-gehoeren-zusammen/

Leben und Wohnen gehören zusammen

Kleine IMPULSE 2. von drei Folgen / Kleine IMPULSE 2

Das direkte Wohnumfeld tägt viel zur Lebensqualität bei

München zählt zu den lebenswertesten Städten in Deutschland und Europa. Nahe den Alpen, links und rechts der Isar mit großen Freiflächen und Parks, sowie die City selbst mit ihren Flaniermeilen prägen das Lebensgefühl, das speziell bayerische Lebensgefühl. München ist aber auch hart umkämpft wenn es um den Wohnungsmarkt und die Mietpreise geht. Kaum erschwinglich und immer teuer, wie viele Münchner aus eigener leidvollen Erfahrung heraus wissen.

Leben und wohnen gehören zusammen und speziell für Menschen mit Behinderung ergeben sich damit noch ganz andere Herausforderungen. Auch das wird in dem neuen Münchner Familienbericht deutlich, aus dem wir in loser Folge berichten. Den Link dazu finden Sie am Ende des Beitrages.

Der ‚Wohnraum‘ – unser engstes, privates, häusliches Umfeld – gestaltet sich je nach Wohnsituation sehr unterschiedlich. Gewünscht ist immer ein Höchstmaß an Freiheit und Unabhängigkeit. Dass es bis dorthin ein weiter Weg sein kann, erfahren junge Menschen mit und ohne Behinderung immer wieder. Für Menschen mit Behinderung ist dabei wichtig, in eine Gemeinschaft mit eingebunden zu sein.

„In der Stadt ein Haus wie ein Dorf“

Eine betroffene Mutter drückte es so aus: „Was ich mir am allermeisten wünsche, wäre, in der Stadt ein Haus wie ein kleines Dorf zu haben. Ein Haus, in dem auch andere Familien wie wir wohnen. Wo man weiß, da regt sich keiner auf, wenn morgens um sechs schon mit Töpfen geschlagen wird. Und wo man sich gegenseitig unterstützt.“ Darüber hinaus ist auch das direkte Umfeld von Bedeutung. Gibt es Geschäfte ‚um die Ecke‘, Ärzte, Apotheken, U- und S-Bahn? Für Menschen mit geistiger Behinderung wichtige Voraussetzungen ‚um zurecht zu kommen‘.

Ambulant als Alternative zu stationären Einrichtungen

Immer häufiger, so auch bei der Lebenshilfe München, erfolgt eine Begleitung ambulant. Das heißt, ein Betreuer/ eine Betreuerin kommt zwei- bis dreimal die Woche vorbei, bespricht und kümmert sich um die wichtigen Bedarfe. Sobald jemand auf einen Rollstuhl angewiesen ist, muss bauliche Barrierefreiheit herrschen. „Die Stadt München unterstützt seit mehr als 25 Jahren den Aufbau von Ambulant betreuten Wohngemeinschaften als Alternative zu stationären Einrichtungen“, heißt es.

Ein Mangel an barrierefreiem Wohnraum

„Ein Verzeichnis aller in der Landeshauptstadt München existierenden barrierefreien Wohnungen gibt es nicht, zumal viele in privater Hand und daher nicht erfasst sind“, erläutert der Münchner Familienbericht. Eine Münchner Studie zur Arbeits- und Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen von 2014 belegt den Mangel an barrierefreiem Wohnraum auf dem Münchner Wohnungsmarkt: Darin bezeichnen insgesamt ein Drittel (33 %) aller befragten Personen mit Schwerbehinderung ihre derzeitige Wohnung als nicht ausreichend barrierefrei oder behindertengerecht.

Weiter verbessert werden muss die Barrierefreiheit des öffentlichen Nahverkehrs für Menschen im Rollstuhl – und damit auch für Kinderwägen sowie Nutzerinnen und Nutzern von Rollatoren oder von Gehhilfen. Ebenso fehlen noch öffentliche Wickelräume, kostenfreie Windelmülltonnen und öffentliche Lifter-Boxen. Sie würden das Leben von Familien mit schwerbehinderten Angehörigen jeden Alters erleichtern.

Der Link zum Familienbericht:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Jugendamt/Familie/Familienbericht_2016.html

Hier geht es zu unserem ersten IMPULS-Beitrag:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/01/15/wer-ist-behindert/

Florian der Thailandflieger

Unter seinen Freunden trägt er den Spitznamen ‚Der Thailandflieger‘.
Für sie ist eine so weite Flug- und Urlaubsreise etwas ganz Besonderes.
Florian und viele seiner Freunde nämlich sind Menschen mit geistiger Behinderung.
Sie brauchen Unterstützung durch einen Angehörigen oder einen Reisebegleiter.
Bei Florian ist es sein Vater, der ihn seit vielen Jahren mit nach Thailand nimmt.

Dieses Jahr waren sie mit der Eisenbahn, einer kleinen ‚Tschuk-Tschuk‘, unterwegs. Die Züge in Thailand werden von alten Dieselloks gezogen und fahren in einem eher gemächlichen Tempo. Für Florian eine ideale Reiseform, denn er liebt die Eisenbahn. Sein selbst gedrehter Videofilm hat so auch weniger die Landschaft, als den Zug selbst, das Rattern auf den Schienen und sonstige typische Zuggeräusche zum Inhalt. Und Insider schwören; „hier bekommt ihr das wirkliche Thailand geboten.“ Unterwegs steigen ‚fliegende Händler‘ zu und man bekommt allerlei Waren angeboten und gutes Essen.

Die alten Dieselloks lassen die Herzen von Eisenbahnfans höher Schlagen. Der Link zum Foto und viele Reisetipps: www.thailandsun.com/thailand-infos

Für ihn, der in einer Wohngruppe der Lebenshilfe München lebt, sind die zwei Wochen mit seinem Vater ein echter Höhepunkt im Jahr. Zudem sind sie mit einem außergewöhnlichen Urlaub in einem fremden Land mit fremder Kultur verbunden. Florian ist neugierig, nimmt alle Eindrücke mit großem Interesse auf. Bei dem Rückflug kam es diesmal ganz anders. Der Vater von Florian war für den Rückflug nämlich verhindert und die sonst mitfliegende Reisebegleitung war dieses Jahr nicht mit dabei. Für Florian begann damit das große Abenteuer den elfstündigen Rückflug ganz alleine zu bewältigen.

„Für Menschen mit geistiger Behinderung ist es schon eine große Herausforderung, über so eine lange Zeit ganz auf sich alleine gestellt zu sein,“ erklärt die Pädagogin und Einrichtungsleiterin Birgit Fleischmann von der Lebenshilfe München. „Der Flug von einem Kontinent in den anderen dauert ja immerhin 11 Stunden.“

Florian ist neugierig und mag Menschen

Berührungsängste mit anderen Menschen hingegen kennt Florian nicht. Er ist schnell im Gespräch und eher zu vertrauensselig, als von verklemmter Natur. Auch kennt er die langen Flüge schon aus den Vorjahren. Doch ganz allein auf sich gestellt zu fliegen war eine ganz neue Erfahrung für ihn. Seine Freude bei der Ankunft in München war dann auch entsprechend groß, Florian war ganz aufgeregt und auch ein wenig stolz alles geschafft zu haben, als er von seiner Familie abgeholt wurde.

Am Nachmittag ging es dann wieder zurück zu seiner Wohneinrichtung bei der Lebenshilfe München. Hier wartete dann gleich ein nächstes Abenteuer auf ihn. Mehr dazu lesen Sie in unserem nächsten Beitrag.

Übrigens, die OBA der Lebenshilfe München hilft Menschen mit Behinderung bei der Vorbereitung und Durchführung von Reisen. Lesen Sie mehr unter:
www.lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/11/30/mit-der-oba-muenche-auf-reise-gehen/

Wer ist behindert?

Kleine IMPULSE 1. von drei Folgen / Kleine IMPULSE

Die Stadt München will ihre Familien fördern und sich gegen die Ausgrenzung von Menschen stellen. Ein weiterer Baustein zum erklärten Willen ist die neue Erhebung „Familienleben mit Handicap“. Sie hat in jahrelangen Studien und Erhebungen die Alltagssituation von Münchner Familien mit Kindern mit Behinderungen beleuchtet und knüpft an einen „Basisfamilienbericht“ aus dem Jahr 2011 an. Konkrete Handlungsanregungen aus der Erhebung sollen als Ausgangspunkt für vertiefende Stadtratsbeschlüsse dienen.

In einer losten Folge nehmen wir einige Themen des Münchner Familienberichts auf und möchten damit Impulse geben. Umfassend informiert die Erhebung „Familienleben mit Handicap“ auf 247 Seiten. Den Link dazu finden Sie am Ende des Beitrages.

Klassische Bilder durchbrechen

Wenn wir von Menschen mit Behinderung sprechen oder hören, denken die Meisten wohl an das klassische Bild einer körperlichen oder geistigen Behinderung. Und diese Behinderung ist meistens angeboren. Dazu kommt eine weitere Gruppe von Personen, die nach einem Unfall bleibend geschädigt sind. Dieses Bild aber ist zu kurz gegriffen, denn zunehmend sind auch Senioren im Alltag eingeschränkt und immer mehr Menschen leiden an psychischen Beeinträchtigungen, die von einer Lernschwäche bis hin zu Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen – die aber nicht als behindert oder schwerbehindert anerkannt sind – reichen.

UN-Konvention ist wegweisend

Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto größer und komplexer wird das Bild. Der Münchner Bericht „Familienleben mit Handicap“ setzt darüber hinaus noch einen ganz anderen Impuls. Er verbindet die Familienfreundlichkeit der Landeshauptstadt München mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) über den Aktionsplan „München wird inklusiv“. Dabei sei die BRK von zentraler Bedeutung, „denn sie verdeutlicht, dass es nicht um Sonderrechte für Menschen mit Behinderungen geht. Sie können nicht zur Diskussion gestellt werden im Sinne von ‚Wie viel Inklusion will sich diese Gesellschaft leisten?“

Behindert werden oder sein?

Ein griffiger Slogen heißt darum, „der Mensch ist nicht behindert, er wird behindert“. Behindert von den Umständen, von dem Lebensumfeld, von äußeren Hürden (Barrierefreiheit) und von Ausgrenzung. 100 kleine und große Dinge des Alltags, wie es Betroffene täglich erleben. Dabei zeigen gerade Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung, wie Menschen über sich hinaus wachsen können, außergewöhnliches leisten.“

Inklusion verlangt nach Investition

So heißt es in der Münchner Studie: „Es ist auch die Schließung einer Förderschule längst noch kein Akt der Inklusion, wenn anschließend die Regelschule den Kindern mit und ohne Behinderungen nicht die Bedingungen für individuell erfolgreiches Lernen bietet. Inklusion heißt nicht, Menschen mit Behinderungen in ein ansonsten gleichbleibendes System des Bestehenden einzubinden.“ Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass „es normal ist, verschieden zu sein. Oft sind es die Lebensverhältnisse, die Menschen behindern und nicht ihre Einschränkungen. Eine Behinderung entsteht erst durch Benachteiligung.“

In München 148.000 Menschen mit Behinderung

Zum Jahresende 2015 ist in der Landeshauptstadt München bei 147.935 Menschen eine Behinderung anerkannt (GdB 30 bis 100). Dies entspricht einem Anteil von knapp 10 Prozent an der gesamten Münchner Bevölkerung. Diese Quote ist in den letzten Jahren leicht rückläufig. Anderseits wird eingeschränkt, dass Aufgrund der komplizierten Datenlage nicht exakt gesagt werden kann, wie viele Kinder mit Behinderungen in München leben. Es müsse nämlich jeweils sehr genau hingeschaut werden, was die Daten widerspiegeln. Ein Beispiel: Nicht alle jungen Menschen, die spezielle Förderung erhalten, tauchen in der Behindertenstrukturstatistik auf. Dort finden sich nur diejenigen, die auf Antrag einen Behindertenausweis erhalten haben. Umgekehrt bekommen nicht alle Kinder und Jugendlichen mit amtlichem Behindertenstatus eine Spezialförderung.

Der Link zum Familienbericht:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Jugendamt/Familie/Familienbericht_2016.html

Wohngruppe der Lebenshilfe zieht nach Unterschleißheim

Das Senioren- und Pflegezentrum ‚Haus am Valentinspark‘ in Unterschleißheim ist nur 200 Meter vom zentralen, schön angelegten Valentinspark entfernt. Der Bus hält direkt vor der Haustür und die S-Bahn fährt im 20-Minuten-Takt nach München. Ab 15. Januar ist es für 10 Bewohner der Lebenshilfewohngruppe vom Willinger Weg für ein bis zwei Jahre ein neues Zuhause.

Das Lebenshilfe-Wohnhaus am Willinger Weg wird abgerissen und neu gebaut. Es erfüllt nicht mehr die Vorgaben des Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqG). Die Gesamtsituation, insbesondere das ganz persönliche Umfeld der Bewohner, soll nachhaltig verbessert werden.

Sachzwänge, die für die betroffenen Bewohner, ihre Betreuer und Angehörigen nicht ohne Sorge aufgenommen werden. Umso mehr freut es Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann, mit dem Senioren- und Pflegezentrum ‚Haus am Valentinspark‘ eine gute Lösung gefunden zu haben. „Wir haben fast ein Jahr lang gesucht und zwei Lösungen schienen bereits zum Greifen nahe, sind aber im letzten Moment gescheitert. Das Seniorenzentrum in Unterschleißheim ist eine sehr gute Lösung, bietet allen Bewohnern helle, großzügige Zimmer und eine gut erreichbare Infrastruktur im Umfeld.“

Modernste Standards für Menschen mit Behinderung

Nicht zuletzt hat sich die Vorsitzende des Vorstandes des Elternvereins Lebenshilfe München e.V., Altlandrätin Johanna Rumschöttel, für diese Interimslösung eingesetzt und bei der Suche intensiv mitgewirkt. Bei einem Besuch der Wohngruppe mit ihren Angehörigen des Senioren- und Pflegezentrum ‚Haus am Valentinspark‘ in Unterschleißheim, hat man sich vor Ort von den guten Bedingungen überzeugt. Das Haus wurde 2011 eröffnet und bietet modernste Standards. Die Gruppe und ihre Betreuer verfügen über einen eigenen Gebäudebereich mit eigenen Gemeinschaftsräumen wie einen wunderschönen großen Wohn- und Essbereich

Im Dezember informierte die Lebenshilfe München in einem Elternabend die Betroffenen, teilte Sorgen, Nöte und Anliegen die so ein Wechsel mit sich bringt. Immerhin leben einige Bewohner bereits seit vielen Jahren in dieser Lebenshilfe-Wohneinrichtung. Ein Wechsel nach Unterschleißheim, und wenn es auch nur für zwei Jahre ist, stellt damit eine Herausforderung dar.

Am Willinger Weg wird dann ab Frühjahr Baubeginn sein, das alte Gebäude aus den 30er-Jahren wird abgerissen. Es entsteht eine große, moderne, helle und zeitgemäße Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. Die Einrichtung bietet dann 24 Wohnplätze, nebst Gemeinschaftsräumen und Platz für die Betreuer.

Lesen Sie mehr zum Entscheid des Architektenwettbewerbs:
www.lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/09/15/

 

Kinder sind unsere Zukunft

Seit jeher legt die Lebenshilfe ihren Focus stark auf das Wohl der Kinder, was allein schon an den vier Einrichtungen der Frühförderung in München deutlich wird. Im ganzen Leben gibt es keine bessere Zeitspanne, als in den ersten sechs Jahre die Entwicklung eines Menschen zu fördern. Bei Menschen mit Behinderung ist dieses Zeitfenster besonders wichtig. Was hier versäumt, kann in späteren Jahren meist nicht mehr aufgeholt werden.

„Vom anderen Ende her denken“

Die Lebenshilfe München will hier einen weiteren, konsequenten Schritt gehen, wie Sabine Refle erläutert. „Bislang erfolgt die Umsetzung eines integrativen Kindergartens meist, indem in einem Regelkindergarten zwei bis drei Kinder mit Behinderung aufgenommen und in die Gruppe integriert werden sollen. Wir überlegen aktuell, ob wir dieses Modell mehr im Sinne von Menschen mit Behinderung gestalten können.“

„Hilf mir es selbst zu tun“

Sabine Refle leitet die SVE’s und die HPT’s der Lebenshilfe München

Erfahrung und Fachpersonal hat die Lebenshilfe München dafür genug. Nicht nur in den Einrichtungen der Frühförderung, auch an der HPT, der SVE oder in der Silvia-Görres-Schule begleitet der Elternverein die Entwicklung von Kindern und hat über Jahrzehnte hinweg viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. „Ich glaube wir können von der Lebenshilfe her neue Ansätze und Ideen einbringen, die zu einer verbesserten Förderung beitragen. Wir sind Experten im Bereich der Unterstützung bei besonderen Bedarfen. Das Anliegen ist übrigens immer gleich und lässt sich umschreiben mit ‚hilf mir es selbst zu tun‘,“ bekräftigt Sabine Refle.

Inklusion bleibt eine Zukunftsaufgabe

Das Miteinander und Nebeneinander von Kindern mit und ohne Behinderung ist darüber hinaus auch eine Zukunftsaufgabe. Denn Kinder finden einen ganz eigenen Zugang zueinander, helfen und fördern sich auch gegenseitig, selbstverständlich, spielerisch. „Diese Erfahrungen prägen das ganze Leben und nehmen von Anfang an Berührungsängste. Wenn wir eine inklusive Gesellschaft wollen, dann sollten wir auch konsequent diesen Schritt gehen“, so Refle.

Auf die Sorgen der Eltern hören

Häufig melden sich bei der Lebenshilfe auch Eltern mit der Sorge zu Wort, dass ihre Kinder mit besonderem Förderbedarf in einer Regelgruppe ‚untergehen‘ würden. Das Augenmerk würde auf die starken, die begabten Kinder liegen. Sabine Refle: „Wir nehmen die Sorgen ernst, wollen aber auch keine Ressentiments schüren. Man muss aber auch ganz einfach wissen, wann Kinder mit besonderen Bedarfen ihre Grenzen erreichen, die Signale richtig deuten und entsprechend handeln. Das ist komplex und geht über einen ’normalen Kindergartenalltag‘ hinaus.“

Der Selbständigkeit den nötigen Raum geben

Mit dem Blick auf eine etwas ältere Gruppe, Jugendliche an der Schwelle des Erwachsen-Werdens, erkennt Sabine Refle ebenfalls noch Potential. „Das Bundes-Teilhabe-Gesetz macht hier gute Vorgaben in die richtige Richtung. Es stellt die Wünsche und Bedürfnisse des Einzelnen in den Mittelpunkt und gibt damit Möglichkeiten zu einem offenen Entwicklungsprozess. Etwa beim Wohnen, dem Wunsch nach Selbständigkeit. Auch in diesem Bereich ist die Lebenshilfe München ein Begleiter und Ansprechpartner.“

Die Lebenshilfe braucht Ihre Hilfe

Eins allerdings kann die Lebenshilfe nicht. Sie kann nicht die hohen Preise für Mieten und Lebenshaltung in München beeinflussen. „Sie kann aber auf die Politik und Stadt einwirken, dem entgegen zu wirken“, so Refle. Und die Lebenshilfe München schafft es, auch selbst als Akteur aufzutreten, wie beim jüngsten Neubauprojekt in Ramersdorf (Willinger Weg). 24 Wohneinheiten mit Gemeinschaftsräumen und Betreuung werden geschaffen. Hier ist die Lebenshilfe auf Unterstützung angewiesen. Allein kann sie ein großes Millionenprojekt nicht stemmen.

Helfen Sie mit!
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/12/04/helfen-sie-mit/

Helfen Sie mit!

Lebenshilfe von Anfang an!

Anna weiß genau was sie will: Sie möchte von Zuhause ausziehen,
wie ihre ältere Schwester, die schon seit zwei Jahren mit Freunden in einer WG lebt.

Auch die Eltern finden es völlig normal, dass junge Leute selbständig leben wollen. Ihre Tochter hat schließlich in der Schule viel gelernt. Sie kann recht gut Lesen und Schreiben, nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel und weiß wie man mit einem Handy umgeht. Außerdem ist sie geschickt im Umgang mit der Wäsche und sie hilft ihrer Mutter fast täglich beim Kochen. In der Werkstatt für Menschen mit Behinderung hat Anna gute Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden, der ihr gefällt. Alles läuft also bestens. Nur das Vorhaben, endlich nicht mehr bei den Eltern zu wohnen, musste erst einmal verschoben werden, weil sich einfach keine geeignete Wohneinrichtung findet.

Vielen jungen Menschen mit Behinderung geht es wie Anna. Sie möchten ein eigenes Leben führen, unabhängig von den Eltern sein. Ein guter Ansprechpartner ist in solchen Fällen die Lebenshilfe, die unterschiedliche Wohneinrichtungen in der Stadt und im Landkreis München anbietet. Doch die Häuser sind inzwischen alle in die Jahre gekommen und entsprechen nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben. Dazu kommt eine ständig steigende Nachfrage nach geeigneten Wohnplätzen.   Weiterlesen

Teilhabe und Gleichberechtigung

Es darf keinen Stillstand geben bei der UN-Konvention

Wie es mit der neuen Regierung weitergeht und ob sie in der Konstellation von mehreren Parteien gelingt, ist derzeit noch ungewiss. Doch darf es keinen Stillstand geben, wenn es um Menschenrechte geht, um die Rechte von Menschen mit Behinderung. Sowohl die Beauftragten der Staatsregierung, als auch die Lebenshilfe bezeichnen den Schutz vor Diskriminierung als noch lückenhaft. Selbst der UN-Fachausschuss sieht sich zum Handeln genötigt und entwirft eine Erläuterung zu Artikel 5 der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK). Und die ist eigentlich schon seit 2008 in Kraft.   Weiterlesen

Menschen mit Behinderung liegen ihr am Herzen

Mit 20 Jahren hatte Sarah Höhendinger ihre erste intensivere Begegnung mit einem Menschen mit geistiger Behinderung. Im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) in Rosenheim betreute sie ein Jahr lang ein junges Mädchen. Dabei hat sie ihre anfängliche Scheu schnell überwunden und sich sehr gut mit der ganzen Familie angefreundet. Heute, neun Jahre später, ist Sarah Höhendinger fest bei der Lebenshilfe München angestellt. (gsp)

Erst ein FSJ, dann ein Studium

Nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit managt sie heute sowohl beim FUD (Familien-Unterstützender-Dienst) als auch bei der OBA (Offene Behindertenarbeit) Clubabende, Kurse, Ausflüge, bis hin zu Bewerbungs- und Beratungsgesprächen mit ehrenamtlichen Helfern, Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen. Eine vielseitige Aufgabe, die die 29-jährige Sozialpädagogin gerne und mit Elan angeht.   Weiterlesen

Den Menschen mit Plan und Ziel helfen

Immer mehr berufen wir uns in einer Gesellschaft, die sich in allen Bereichen spezialisiert, auf „Ganzheitlichkeit“ sobald es uns selbst, den Menschen betrifft. Es sind alle Bereiche der Persönlichkeit betroffen, die motorische, geistige, psychische und soziale Entwicklung sowie unser Umfeld und unsere Gesundheit. Darum geht es auch immer wieder bei der Inklusion und Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung.

Ein Gesamtplan für den ganzen Menschen

Der Bezirk Oberbayern ist für die Lebenshilfen in seinem Regierungsbezirk der zuständige Kostenträger, so auch im Rahmen der Eingliederungshilfe. Er finanziert für Menschen mit Behinderungen ambulante, teilstationäre und/oder stationäre Hilfen. Er entscheidet letztlich, welche Leistungen in welcher Höhe und für was sie bezahlt werden oder nicht. Dabei greift nicht das „Prinzip Zufall“. Der Unterstützungsbedarf wird ganz genau im Detail erhoben. In einem ‚Gesamtplan‘ will man der individuellen Situation jedes einzelnen Menschen mit Behinderung gerecht werden. Und damit sind wir wieder bei der Ganzheitlichkeit des Menschen. Es soll möglichst jeder einzelne Aspekt berücksichtigt werden.   Weiterlesen

Die Offenen Dienste der Lebenshilfe München

Harry Zipf, seit über 20 Jahren für Menschen mit Behinderung engagiert

Die Jahre von 1975 bis 1980 waren Aufbruchjahre bei der Lebenshilfe München. Das Ringen um die gesellschaftliche Anerkennung und die Förderung von Menschen mit Behinderung hatte 15 Jahre nach Gründung des Elternvereins viel angestoßen und bewirkt.

So entstanden in München erste Einrichtungen der Frühförderung und die Lebenshilfe-Werkstätten (ab 1975), die erste Wohnstätte wurde in der Hofbauernstraße eingeweiht (1978) und auch die Offene Behindertenarbeit ist seit 1977/78 fester Bestandteil der Arbeit für Menschen mit geistiger Behinderung.

Inklusion schaffen und leben

Ziel war und ist bis heute natürlich die Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung, aber auch eine Entlastung von Eltern oder Betreuern. „Dabei ist wichtig“, ergänzt Harry Zipf, Leiter der OBA bei der Lebenshilfe München, „unserer Arbeit schafft Inklusion, also das Zusammenführen von Menschen mit und ohne Behinderung, auch wenn damals noch von Integration gesprochen wurde. Die Lebenshilfe war von Anfang an auf einem guten Weg, etwa mit der Gründung erster Freizeitclubs in Giesing, Haidhausen, Obermenzing.  Weiterlesen

Neue Wohnqualität bei der Lebenshilfe München

Längst ist die öffentliche Diskussion bei betreuten Wohnformen in vollem Gange. Auch der Gesetzgeber hat reagiert und eine ganze Reihe von Bestimmungen greifen in diesen persönlichen und sensiblen Bereich des Wohnens. Auch Menschen mit geistiger Behinderung sind häufig in betreuten Wohneinrichtungen, wie etwa bei der Lebenshilfe München, untergebracht.

Aktuell sind die Anforderungen durch das Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqG) hoch und reichen über eine Heimmindestbauverordnung (HMBV) hinaus. Ebenso greift das Pflegestärkungsgesetz seit 2015, in seiner dritten Novelle seit Januar 2017 verstärkt, und festigt die Position von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz.

Handlungsbedarf für die Einrichtungen

Für gemeinnützige Anbieter und Betreuer wie die Lebenshilfe München besteht, was die Wohnsituation betrifft, damit aktueller Handlungsbedarf. Viele Wohneinrichtungen bestehen seit 30 bis 40 Jahren und entsprechen nicht mehr den Anforderungen . Der Elternverein arbeitet darum seit Jahren intensiv an einer langfristigen Verbesserung der Wohnsituation in den Häusern. Eltern, Betreuer, Bewohner, Unterstützer und der Elternverein selbst, ringen um die beste Lösung. Nach Monaten intensiver Vorbereitung wurde 2016 ein Architektenwettbewerb mit entsprechenden Wünschen und Vorgaben ausgeschrieben und vor einigen Monaten auch entschieden.  Weiterlesen

„Mit und ohne Behinderung – Zusammen geht mehr!“

Freitag, 5. Mai 2017: Europaweiter Protesttag
für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
auf dem Karlsplatz (Stachus) in München von 16 bis 19 Uhr

Eltern eines chronisch kranken Kindes empfinden es oft als ein Spießrutenlaufen, wenn sie eine Schulbegleitung für ihr Kind genehmigt bekommen möchten. Hervorragend ausgebildete junge Menschen, die eine Behinderung haben, folgt auf die Ausbildung oft unfreiwillig die Früh-Rente. Oder die ärztliche Versorgung scheitert, weil man die Praxis mit einer Behinderung nicht besuchen kann.

Schule – Arbeit – Freizeit – Wohnen – Gesundheit

Diese drei Beispiele stehen für viele Menschen mit Behinderung. Sie werden im täglichen Leben von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen. Deshalb veranstalten sie am 5. Mai eine Protestkundgebung und setzen Schule, Arbeit, Freizeit, Wohnen und Gesundheit als fünf „Tatorte verhinderter Teilhabe“ in Szene.   Weiterlesen