Bilder sprechen mehr als Worte

Das große Fest der Lebenshilfe München zur Feier des 60-Jährigen Jubiläums und des neuen Wandbildes Permanus, war auch ein Fest der vielen Begegnungen. Hier einige Fotos und Stimmungsbilder. Zum Ansehen der Galerie auf eins der Fotos klicken. Fotos: Gerd Spranger

60 Jahre Lebenshilfe und ein besonderes Geschenk

Freude über 60 Jahre Lebenshilfe und über das Wandbild Permanus. Von links: der Künstler Martin Blumöhr, Geschäftsführer und Vorstand der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, und Münchens Alt-Oberbürgermeister Christian Ude. Fotos: Gerd Spranger – mehr in der Galerie.

Ein besonderes Geschenkt machte sich die Lebenhilfe München zu ihrem 60. Geburtstag, auch wenn eigentlich schon der 62. anstehend ist, denn 1960 gründete sich der Verein mit zwölf Eltern. So aber konnte ebenso die Einweihung eines großen Wandgemäldes, das eine ganze vierstöckige Häuserwand ziert, gefeiert werden. „Permamus“ wurde es getauft, was zu deutsch mit „von Hand zu Hand“ übersetzt werden kann. Und es wirkten viele Hände mit, insgesamt 60 Menschen mit und ohne Behinderung, alt und jung, aus der Lebenshilfe und aus der Nachbarschaft. Zu einem großen Gesamtkunstwerk fügte es der Maler Martin Blumöhr zusammen und sprach bei der Einweihung immer wieder von einer Regenbogenblume, die er als ein Zeichen von Diversität verstanden wissen will.

Für gute Stimmung sorgte die OBA-Band mit Georg Hohenester auf dem Fest.

Auf alle Fälle ist das Permanus-Kunstwerk ein Zeichen des Miteinanders und der Inklusion und hat in München bereits viel Beachtung gefunden. Für den langjährigen Oberbürgermeister von München, Christian Ude, sind Wandgemälde auch immer Identität stiftend und bringen Farbe in häufig viel zu graue Städte, bekräftigte er bei seiner Festansprache. Lebenshilfe Vorstand und Geschäftsführer, Peter Puhlmann, konnte nicht nur ihn als Festredner begrüßen, sondern viele Vertreter der Stadt, des Bezirks und prominente Vertreter der Lebenshilfe. Mit Verweis auf Christian Ude, einen Förderer des Elternvereins, auf Dr. Gertraud Burkert und Christine Strobl, beide Bürgermeisterin a.D. der Stadt München und lange Jahre im Kuratorium der Lebenshilfe München vertreten, animierte er auch die amtierende Sozial-Bürgermeisterin, Verena Dietl, für ein Engagement im Kuratorium der Lebenshilfe, dem „sie gerne zustimmte“.

Die Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe München, Andrea Siemen, und die Sozial-Bürgermeisterin von München, Verena Dietl, schätzen die Symbolkraft und Farbenfreude des hohen Wandbildes ‚Permanus‘.

In ihrer Ansprache machte sie deutlich, dass so ein Kunstwerk zur Lebenshilfe München passe. 60 Jahre lang sei der Elternverein mit seinen vielen Engagements immer ein Vorbild gewesen und sei es bis heute. „Dabei immer getragen vom ehrenamtlichen Engagement, immer in der Mitte der Stadt bei den Menschen, über die Tageseinrichtungen (HPT), den Wohneinrichtungen mit modernen Konzepten, der Sonderschule und den Werkstätten. Es ist ein maßgeblicher Verdienst der Lebenshilfen, dass es Menschen mit geistiger Behinderung heute besser geht,“ so Bürgermeisterin Verena Dietl. Besonders liege ihr dabei die Schaffung von integrativen Wohngemeinschaften am Herzen, „wo Studenten und Menschen mit Unterstützungsbedarf gemeinsam zusammen leben. Wir brauchen mehr davon“, so Dietl. Zum Schluss verwies die dritte Bürgermeisterin noch auf das Engagement der Stadt München im Rahmen der UN-Behindertenrechtskonvention hin. „Wir arbeiten aktuell bereits an unserem dritten Aktionsplan zur Verbesserung von Infrastruktur und Lebensumständen.“

Peter Puhlmann bedankt sich bei Tatjana Viaplana und Harry Zipf für ihr Engagement bei der Gestaltung der 60-Jahrfeier der Lebenshilfe München.

Die Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe München, Andrea Siemen, stimmte dem zu und berichtete von Plänen zur Schaffung zweier neuer integrativer Wohngemeinschaften in München-Freiham und im Werksviertel. Das größte Projekt aber sei der Ausbau der Lebenshilfe-Wohneinrichtung in Putzbrunn mit einem neuen Gebäude und modernem Konzept. Sie erinnerte auch an die lange Geschichte des Elternvereins. „1960 waren es tatsächlich 12 Eltern, die den Verein gründeten. Im Blickpunkt dabei stand die Beratung, bis heute die Eltern- und Angehörigenberatung, denn es gab und gibt immer wieder rechtliche Fragen und Neuerungen zu Verordnungen, wie etwa zum neuen Pflegegesetz, zu klären. 1969 folgten die Heilpädagogischen Tagesstätten, 1972 die Lebenshilfe-Werkstätten, 1976 die interdisziplinäre Frühförderung, 1977 die OBA (Offene Behindertenarbeit), ab 1978 die Wohneinrichtungen. Stand in den ersten zwanzig Jahre die Entwicklung der Angebote im Vordergrund, so in den letzten 40 Jahren deren Erhalt, Ausbau und Weiterentwicklung. Aus dem Elternverein von einst ist heute eine moderne und leistungsfähige Organisation mit zwei GmbH geworden, ein großer Sozialverein mit mehr als 1000 Mitgliedern und 500 Beschäftigten.“

Ein „Großes Dankeschön“ gilt nicht nur allen Künstlern und Beteiligten, so Peter Puhlmann, sondern auch den Spendern, die eine Umsetzung des Wandgemäldes ermöglicht haben. Namentlich nannte er die C.H. Beck Stiftung, den Händler boesner, die Sparda-Bank, die Stadt München und den Bezirksausschuss 17 für Obergiesing und Fasangarten sowie einen einzelnen privaten Spender, der ebenfalls eine größere Summe beisteuerte.

Ein weiterer Bericht mit Stimmen zum Kunstwerk Permanus folgt.

Weitere Links zum Projekt Permanus:

https://www.tz.de/muenchen/stadt/neues-kunstprojekt-der-lebenshilfe-in-giesing-zr-90988555.html

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/kunstprojekt-permanus-es-strahlt-uns-an-1.5413331

https://www.kunstprojekt-permanus.de

Bessere medizinische Angebote

Online-Seminar am 29.09.2021:
Medizinische Angebote für Erwachsene mit Behinderung

Es bleibt ein Anliegen der Lebenshilfe München, sich für eine bessere medizinische Behandlungsqualität von PatientInnen mit und ohne Behinderung einzusetzen. Erfolgreich wurden in Deutschland bereits 50 ‚Medizinische Zentren für Erwachsene mit Behinderung‘ (MZEB) eingerichtet, eines davon ist das ‚kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost‘. Das MZEB stellt eine ambulante Ergänzung der bisher bestehenden Regelversorgung durch niedergelassene Ärzte für Patienten dar, die aufgrund der Art, Schwere oder Komplexität ihrer Behinderung eine besondere Diagnostik und Behandlung benötigen.

In den Zentren und Ambulanzen kümmern sich spezialisierte FachärztInnen und TherapeutInnen individuell um die medizinische Versorgung der Erwachsenen mit Behinderung. „Eine gute medizinische Versorgung bedeutet auch immer eine Verbesserung der Lebensqualität betroffener Menschen“, bekräftigt die Angehörigenberatung der Lebenshilfe München.

Das Seminar über die medizinischen Angebote für Erwachsene mit Behinderung soll Einblicke in die Arbeit und das Umfeld geben, sowie Hintergründe und Lösungsansätze aufzeigen. Sprechen werden Vertreter des kbo Isar Amper Klinkum München-Ost (Schwerpunkt Neurologie / Psychiatrie), der Stiftung ICP München (Schwerpunkt Orthopädie) und die Stiftung Pfennigparade (Schwerpunkt außerklinische Beatmung).

Die Organisation und Durchführung des Online-Seminars liegt bei Margret Meyer-Brauns von der Lebenshilfe München. Die Seminargebühr beträgt 25 Euro für Nichtmitglieder der Lebenshilfe München und 15 Euro für Mitglieder der Lebenshilfe München.

Termin der Online-Veranstaltung:
Mittwoch, 29. September 2021 von 16:30 bis 20:30 Uhr

Anmeldung unter:
veranstaltungen@lebenshilfe-muenchen.de

Weitere Informationen
und den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier:

https://www.lebenshilfe-muenchen.de/veranstaltungen/medizinische-angebote-fuer-erwachsene-mit-behinderung-in-muenchen-und-im-landkreis/

UN-Behinderten-Rechtskonvention: München zieht Bilanz

Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, mit der dritten Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, Verena Dietl. Copyright: Michael Nagy / Presseamt München

Die Stadt München hat 2013 ein ganzes Maßnahmenpaket zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) beschlossen. 2019 wurden die Aktionspläne nochmals deutlich erweitert. Insgesamt sind bereits 47 der 81 Projekte und Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, davon 80 Prozent aus dem ersten Aktionsplan. Die Lebenshilfe München gestaltete diesen Prozess mit.

Jetzt zog das Sozialreferat München eine Bilanz. Bürgermeisterin Verena Dietl bekräftigt: „Um die Rechte und Freiheiten von Menschen mit Behinderungen zu sichern, arbeiten Stadtverwaltung, Behindertenbeirat und der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Hand in Hand. Wir haben bereits große Fortschritte erzielt. In Zukunft wollen wir noch weiter an diesem wichtigen Thema arbeiten und deshalb bis spätestens 2025 einen dritten Aktionsplan auflegen.“

Die beschlossenen Maßnahmen umfassen sehr unterschiedliche Handlungsfelder und betreffen beispielsweise Bildung, Arbeitswelt, Mobilität, Wohnen und Gewaltschutz. Auch neben den Projekten dieser beiden Aktionspläne entfalten die städtischen Referate viele Aktivitäten, um Barrierefreiheit und Inklusion zu forcieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Mädchen und Frauen mit Behinderung. Sie sind besonders von Diskriminierung und Übergriffen bedroht. Anfang 2021 wurden deswegen Beratungsstellen, Selbstbehauptungsangebote und Treffpunkte eingerichtet, um den Schutz zu verstärken. Der Stadtrat stellt dafür rund 430.000 Euro jährlich bereit.

Gegen jede Gewalt

Die Lebenshilfe München etwa hat sich früh im Bereich der Gewaltprävention eingebracht. Vorstand und Geschäftsführer Peter Puhlmann hat die ‚Selbstverpflichtung Gewaltprävention‘ zusammen mit Verena Dietl, 3. Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, am 24. Juni im alten Rathaus unterzeichnet. Peter Puhlmann bekräftigt, dass „die Selbstverpflichtung zur Gewaltprävention in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen im absoluten Sinne der Lebenshilfe München ist. Sie wurde gemeinsam mit der Landeshauptstadt München und Partnerorganisationen entwickelt und vorangetrieben. Wir sind stolz aktiv den Prozess mitgestaltet und unsere Expertise wertbringend eingebracht zu haben,“ bekräftigt er.

Auch bei anderen Bereichen war man beteiligt, etwa bei der Erstellung von Wahlunterlagen in leichter Sprache. „Ein besonderes Anliegen war uns ebenso eine unkomplizierte Beförderung von Menschen mit Behinderung in München, um so auch eine gesellschaftliche Teilhabe sicher zu stellen,“ führt Harry Zipf, Bereichsleiter der Offenen Dienste der Lebenshilfe München aus. Dafür bezuschusst die Landeshauptstadt jetzt mit 100.000 Euro jährlich den Umbau von Großraumtaxis zu Rollstuhltaxis. Die Maßnahme ist zunächst auf die Jahre 2020 bis 2022 beschränkt.

Gynäkologische Versorgungsstrukturen

Einen Durchbruch erreichte man in gemeinsamer Anstrengung ebenso bei der gynäkologische Versorgungsstrukturen für mobiliätsbehinderte Frauen. Das Gesundheitsreferat (GSR) der Stadt München setzte sich für die Schaffung einer Spezialpraxis ein. Ein erster Ansatz zwischen dem Städtischen Klinikum Schwabing und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) scheiterte. Die Stadt konnte jetzt aber mit der KVB eine Lösung herbeiführen. In der Bayerstraße, in Räumlichkeiten des GSR, sollen Sprechstunden „im Rahmen einer Bestellpraxis“ einmal wöchentlich angeboten werden. Dafür werden aktuell Toiletten und Praxisräume modernisiert. Nach Fertigstellung der Räumlichkeiten wird der Ambulante Pflegedienst der Lebenshilfe München mit Pflegepersonal die Sprechstunden unterstützen.

Die Sozialreferentin der Stadt München, Dorothee Schiwy, bekräftigt das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Partizipation wie alle anderen. „Inklusion und der Abbau jeglicher Barrieren bleibt eine Aufgabe, der sich das Sozialreferat in besonderem Maß verpflichtet fühlt.“ Weiter heißt es in der Bilanz der Stadt München zur UN-Behindertenrechtskonvention:

Psychiatrische Beschwerdestellen

„Menschen mit einer psychischen Erkrankung bzw. Beeinträchtigung erleben oft Situationen, in denen sie sich in ihren Grundrechten eingeschränkt und nicht ausreichend verstanden sehen. Vor diesem Hintergrund haben der Verein Münchner Psychiatrie-Erfahrene e.V. (MüPE), die Aktionsgemeinschaft der Angehörigen psychisch Kranker (ApK) und das Netzwerk Psychiatrie München e.V. zwei psychiatrische Beschwerdestellen gegründet, die ihr Beratungs- und Unterstützungsangebot unbürokratisch und niederschwellig durch Peers gestalten. Um diese unabhängigen, ehrenamtlich arbeitenden Beschwerdestellen zu stärken, werden drei geringfügig beschäftigte Verwaltungskräfte sowie eine juristische Fachberatung bezuschusst. Die Kosten liegen bei 37.000 Euro jährlich.

Den Link zum Artikel finden Sie hier:
https://ru.muenchen.de/2021/142/UN-Behindertenrechtskonvention-Bilanz-der-Muenchner-Massnahmen-97186

Familienbörse bleibt online

Am Freitag, 16. Juli, veranstaltete das Sozialreferat der Stadt München in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Oberbayern die erste Online-Familienbörse (Siehe Bericht). Jetzt sind die Beiträge online gestellt und können bis Ende August angesehen werden. Mit dabei war auch die Lebenshilfe München mit Sabine Wolf (Bereichsleitung Frühe Kindheit / Interdisziplinäre Frühförderung ) mit einem Beitrag über die Bedeutung und Zusammenhänge der Frühförderung und Julia Bader (FUD) berichtete über Aktivitäten aus dem Bereich Freizeitangebote und Assistenz.

Informieren Sie sich auf:
https://inklusive-familienboerse-muenchen.de

Folgende Themen finden Sie gut aufbereitet und präsentiert:

  • Jugendliche mit Behinderung in Zeiten von Corona
  • Frühe Förderung und Bildung
  • Beratungsmöglichkeiten für Familien mit und ohne Behinderung
  • Auf der Bühne, ein Mitmachworkshop
  • Übergang von der Schule in den Beruf
  • Freizeit (-Angebote) und Bildung
  • Übergang zum Selbstständigen Wohnen
Klicken Sie sich rein in:
https://inklusive-familienboerse-muenchen.de

Frühförderung weiter sehr gefragt

Lebenshilfe München eröffnet eigene Stelle
für „Interdisziplinäre Frühförderung“ in Riem

Der Bedarf nach Frühförderung, von den Neugeborenen bis hin zum 7. Lebensjahr, steigt im Coronajahr 2021 spürbar. Ganz allgemein, aber besonders hoch, ist die Nachfrage im Osten von München aus der Messestadt Riem bei der Lebenshilfe München. Sie ist neben Freiham der jüngste Stadtteil der Landeshauptstadt. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Elternverein, die Kinder- und Jugend GmbH der Lebenshilfe München nur wenige Kilometer entfernt in Feldkirchen seit vier Jahrzehnten eine interdisziplinäre Frühförderstelle betreibt. Hier erhalten Familien mit entwicklungsauffälligen und/oder behinderten Kindern ein individuell abgestimmtes Förderangebot. Die Familien und ihre Kleinen werden beratend, therapeutisch und pädagogisch betreut und begleitet.

Man reagierte bei der Lebenshilfe München bereits früh auf den Nachfragedruck. Seit drei Jahren engagiert man sich in der Messestadt, um eine eigene Frühförderung zu installieren und steht kurz vor der Eröffnung. Inzwischen erweiterte die Lebenshilfe in Feldkirchen ihr Angebot um ein drittes interdisziplinäres Team unter der Leitung von Janine Schöppen, die von Angelika Schrauth eng unterstützt wird. Die Gesamtleitung der Frühförderstellen, von denen die Lebenshilfe in Stadt und Landkreis fünf betreibt, obliegt der Pädagogin Sabine Wolf.

Förderung durch die Aktion Mensch

Gerade mal 22 Jahre jung ist die Messestadt München Riem. Aus dem Gelände des alten Münchner Airports wurde ein moderner Wohn- und Geschäftsbezirk rund um das ausgedehnte Gelände der Messe München.

Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, freut sich über eine Förderung durch die ‚Aktion Mensch‘ und bekräftigt: „Es ist uns gelungen, aufgrund einer nicht unerheblichen Förderung durch die Aktion Mensch, dieses Projekt der Interdisziplinären Frühförderung in der Messestadt München-Riem zu verwirklichen. Dennoch verbleibt ein sehr hoher Investitionsbeitrag bei der Lebenshilfe München, so dass wir auf jede weitere Spende angewiesen sind.“

Die angemieteten Räume in der Messestadt Riem sind bereits weitgehend ausgebaut und eingerichtet. 217 Quadratmeter stehen für Therapieräume, Bewegungsraum, Verwaltung, Leitung, Wartebereich, Teeküche, zwei Bürozimmer und fünf Stellplätze in der Tiefgarage zur Verfügung. Wichtig ist für die Einrichtung der Interdisziplinären Frühförderung der Lebenshilfe München ebenso ein eigener großer Kellerraum.

Einzelförderung oder Kleinstgruppen

„Dort können wir therapeutische Materialien auch als Leihgabe für die Eltern einlagern“, bekräftigt Sabine Wolf und erläutert: „Wir brauchen verschiedenste Spielmaterialien für unsere mobilen Einsätze. Damit die Eltern zuhause mit den Kindern über die Woche spielen und üben können, werden auch Materialien leihweise überlassen.“ Es ist geplant, etwa 70 Kinder in der Frühförderung Riem aufzunehmen. Dort erhalten die Kinder Einzelförderung oder Förderung in Kleinstgruppen von je 3 bis 6 Kindern. Je nach Bedarf erhalten die Kinder ein- bis zweimal wöchentlich Förderstunden.

Mangel an sozialen Lernsituationen

„Die Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen durch die Pandemie haben die Eltern mehrfach getroffen,“ erzählt Sabine Wolf. „Zum einen mussten sie selbst zuhause bleiben, die Eltern ihre Kontakte minimieren und auch die Geschwisterkinder sind über Monate hinweg nicht in den Kindergarten oder in die Schule gegangen. Das Risiko bei kleinen, anfälligen Kindern war und ist bei einer Infektion einfach hoch. Auch wir haben anfangs nur eingeschränkt arbeiten können und setzen bis heute aufwendige Hygienemaßnahmen um. Viele Kinder konnten über lange Zeit nicht in den Kindergarten gehen und so fehlten über die Monate viele soziale Lernsituationen.

Noch ist die Lebenshilfe bei der Ausgestaltung der neuen interdisziplinären Frühförderstelle in München Riem gefordert. Spenden für Therapieräume und für diagnostisches Material werden weiter benötigt. Spenden mit dem Vermerk „Verwendungszweck: Erstausstattung IFF-Messe“ sind herzlich willkommen. Das Spendenkonto finden Sie unter:

https://www.lebenshilfe-muenchen.de/ihre-hilfe-zaehlt-mitglieder-und-spenderservice/

Lebenshilfe-Wohnen: das Konzept dem Leben anpassen

Putzbrunn III: versatil (wandlungs-, anpassungsfähig),
um Diversität (Unterschiedlichkeit) unter einem Dach
zu ermöglichen.

In der ersten Folge hat Peter Puhlmann, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, das pädagogische Konzept und Hintergründe zur geplanten neuen Wohneinrichtung der Lebenshilfe vorgestellt. Heute erläutert er die Zusammenhänge und baulichen Maßnahmen.

Putzbrunn III wird der Wohnort für Menschen mit Beeinträchtigungen unter dem Dach der Lebenshilfe München am Lebenshilfe Campus Putzbrunn sein, an welchem, durch die bauliche Konzeption, auf die verschiedenen Bedarfe in verschiedenen Lebensphasen fachlich reagiert werden kann. Eingesetzte digitale Assistenzsysteme werden in erster Linie den Mieter*innen das Leben erleichtern und mehr Sicherheit im sozialen aber auch technischen Sinne geben. Gleichzeitig fördern und unterstützen sie die Kommunikation mit Angehörigen, Dienstleistern und Freunden.

Wohnen den bestehenden Erfordernissen und Bedarfen anpassen

Vor einem Jahr hat die Lebenshilfe am Willinger Weg eine neue Wohneinrichtung mit einem modernen Konzept eröffnet, die in München viel Beachtung fand. Foto: Gerd Spranger

Diese Ausgestaltung der Immobilie soll es ermöglichen, dass die Mieter*innen, unabhängig von Unterstützungsbedarf und Alter, bedarfsgerecht und mit hoher Qualität leben und wohnen können. Um dieses Ziel zu erreichen, muss eine fachliche Durchlässigkeit innerhalb des Hauses erreicht werden. Das bedeutet, die Anzahl und Ausprägung von ausschließlich individual genutzten Appartements wird derart versatil sein, mehrere Appartements zu einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit zugehörigen Gemeinschaftsflächen zusammenzulegen bis dahin, dass diese Wohngemeinschaften auch als gemeinschaftliches Wohnen mit gepoolten Fachleistungen zusammengefasst und ausgelegt werden können – ganz nach den bestehenden Erfordernissen und Bedarfen. Der Pflegebereich im 1. OG könnte somit theoretisch auch über die darüberlegenden Stockwerke ausgedehnt werden, wenn dies in den nächsten Jahrzehnten notwendig werden sollte.

Das Wohnen ist ein Lebensmittelpunkt

Der Lebensbereich Wohnen stellt für viele Menschen mit Behinderung den Lebensmittelpunkt dar, der dem Erfüllen wichtiger Bedürfnisse dient. Es geht nicht nur darum, räumliche und materielle Standards herzustellen, die an die Wohnsituation von Menschen ohne Behinderung angepasst sind, sondern besonders wird im Fokus stehen, den Vorstellungen dieser, uns anvertrauter Menschen gerecht zu werden. Das Wohnkonzept sieht vor, dass jede*r dort lebende Mieter*in, unabhängig von Alter und Unterstützungsbedarf, Inklusion leben kann. Durch die Konzeption und die fachliche Ausrichtung des Assistenzkonzeptes kann jede*r Mieter*in auf die inklusionsfördernden Strukturen der Immobilie zugreifen.

Selbständiges Wohnen bis ins hohe Alter

Durch die mannigfaltige Charakteristik der insgesamt vier Etagen und somit einer hohen Versatilität der gesamten Immobilie ist es möglich, auf die verschiedenen Bedarfe adäquat zu reagieren. In Verbindung mit dem Erdgeschoss und der dort ansässigen Tagesstruktur und den Räumlichkeiten der Physiotherapie können maximale Synergieeffekte auch im Hinblick auf Inklusion erwirkt werden. Insgesamt ist ein durchlässiges Gesamtkonzept des selbständigen Wohnens bis ins hohe Alter umsetzbar.

Teilhabe und Freizeitstruktur

Das Zusammenleben und das Entwickeln gemeinsamer Interessen wirken sich auch auf die Freizeitgestaltung der Gemeinschaft aus. Gemeinsam geplante Ausflüge, Besuche von Veranstaltungen und Projekte verschaffen eine Identität, welche ebenfalls nachhaltige Teilhabe ermöglicht. Insgesamt sollen 55 Menschen einen bedürfnisgerechten und nachhaltigen Wohnort in Putzbrunn III finden. Dabei sind alle gesetzlichen Anforderungen an die bauliche Struktur eines solchen Hauses erfüllt. Alle Zimmer und Wohnungen werden barrierefrei errichtet. Darüber hinaus werden 50 Prozent davon die Anforderungen an rollstuhlgerechtes Wohnen nach DIN – 18040 erfüllen.

Das Erdgeschoss:
Tagesbetreuung und Tagesstruktur

Hier werden Räumlichkeiten für Tagesbetreuung und Tagestruktur (wie Zuverdienst / Förderstätte) sowie für Gemeinschaft und Begegnung geschaffen. Dabei sollen alle Mieter*innen des Hauses (vorwiegend der beiden oberen Geschosse) die Möglichkeit haben ihren Tag zu verbringen, sofern sie nicht oder nicht mehr einer Arbeit oder Beschäftigung außerhalb des Gebäudes nachgehen. Dieses Angebot kann selbstverständlich auch für Menschen mit Behinderung „außerhalb der Lebenshilfe“ genutzt werden.

Eine Praxis für Physiotherapie

Als zweite wichtige Säule entstehen im Erdgeschoß Räumlichkeiten für eine Physiotherapiepraxis. Die Leistungen der Physiotherapie sind für die angestrebte Mieterschaft des Hauses mitunter von großer Bedeutung. Den Mieter*innen ist es so möglich, auf kurzem Weg diese Leistungen abzurufen. Die Physiotherapiepraxis wird ein wichtiger Inklusionsfaktor im Rahmen des gesamten Projektes. Diese Praxis soll auch für Bürger*innen aus Putzbrunn und Umgebung zugänglich sein.

Das erste Obergeschoss
20 Zimmer für Senioren

Dort entstehen 20 Zimmer für Senioren, die bereits einen höheren Unterstützungsbedarf haben. Dieser Bedarf kann sowohl pflegerischer, als auch teilhabebedingter Natur sein. In den Räumlichkeiten des ersten Obergeschosses wird es eine ‚Rund-um-die-Uhr-Betreuung‘ durch pflegerische und auch pädagogische Fachkräfte geben. Alle gesetzlichen Auflagen und Anforderungen an „stationäre“ Einrichtungen nach Pflegewohnqualitätsgesetz werden erfüllt. In den Räumlichkeiten des ersten Obergeschosses soll auch eine Begleitung in der letzten Lebensphase möglich sein.

Zweites und drittes Obergeschoss:
35 Einzelappartements und 13 Wohnungen

In diesen beiden Etagen entstehen zunächst insgesamt 35 Einzelappartements: Im zweiten 22 und im dritten Obergeschoss 13 Wohnungen. Alle Appartements werden mit einem Bad und einer Küche ausgestattet. Somit ist es den Mietern einerseits möglich, selbständig und losgelöst von Gruppenstrukturen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen, andererseits können die Mieter auf die Assistenzdienste der Lebenshilfe zurückgreifen, um eventuelle Unterstützungsbedarfe zu kompensieren. Die im Gedanken der Versalität zu schaffenden weiteren Gemeinschaftsflächen ermöglichen die Bildung von ambulanten Wohngemeinschaften, sowie gemeinschaftlichem Wohnen in den unterschiedlichsten Facetten.

Offene Wohnformen einer neuen Häuslichkeit

Die neuen Wohn- und Bereuungsformen nach dem BTHG (Bundesteilhabegesetz) gewinnen an Dynamik und erlauben neue Entwicklungen, wie wir sie bisher noch nicht kannten. Putzbrunn III schafft nicht nur neue, gewünschte und benötigte offene Wohnformen einer neuen Häuslichkeit – also in Bezug auf Dienst- und Fachleistungen, sondern trägt dazu bei, den in einer nachhaltigen und wertsteigernden Form barrierefreien und sogar rollstuhlgerechten Wohnraum im Landkreis München durch die Lebenshilfe München zu schaffen.

Die versatilen Wohn- und Betreuungsformen sowie der damit einhergehende Quartiersgedanke werden langfristig weiter an Bedeutung gewinnen. Das Projekt Putzbrunn III wird spätestens mit seiner Fertigstellung zum Frühjahr 2024 ein leuchtendes Beispiel für die Zukunft des Wohnens sein – nicht nur für die Lebenshilfe München.

Peter Puhlmann
Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München
Dipl.Päd.Univ. und Sozialbetriebswirt (TWTAG FH M)

Die Zukunft des Wohnens für Erwachsene

Lebenshilfe München: „Zeit für neue Häuslichkeit“

Von Peter Puhlmann –

In den letzten Jahren sprach man von Innovation in Bezug auf ambulante Wohnformen, die aber ihren Erfolg meist nur in hoch selbständigen Wohn- und Betreuungsformen widerspiegelten. Der Kreis der Wohnenden war damit sehr eingeschränkt. Die Forderung nach offenen Wohnformen entspricht den Ansprüchen von Menschen mit geistiger Behinderung – aber insbesondere den Forderungen von Eltern junger Erwachsener mit geistiger Behinderung – die von frühester Kindheit an gefördert wurden und Teilhabe am Leben als etwas Grundsätzliches und Erreichbares ansehen. Es geht heute um die Zukunft des Wohnens für Erwachsene.

Gefördert vom ersten Lebensjahr an

Florian Hahn MdB, Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München, besucht mit Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann die Wohneinrichtung in Putzbrunn.

„Ich will, dass mein Sohn ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben führen kann, auf gar keinen Fall darf die hart erworbene Selbständigkeit meines Sohnes durch ein Behindertenwohnheim verlorengehen, wo ihm alles abgenommen wird. Alle Frühförderung, der Erfolg der Förderschule – alles in Kindheit und Jugend erreichte wäre umsonst gewesen“, so eine Mutter im Gespräch zum Thema, was sie sich ‚vom Wohnen‘ in der Lebenshilfe in Bezug auf Wohnangebote erwartet.

In den 1970er stand Wohnen ‚wie in der Familie‘ im Vordergrund. Kleine Wohnheime, in denen heilpädagogische Fachkräfte wie Eltern der Führsorgepflicht nachkamen. Dies umso mehr, je höher der Hilfegrad aber auch das Alter des/der Heimbewohners*in war. Wie das eigene Zuhause sollte auch das Zuhause der Lebenshilfe für immer sein.

Ansprüche an Lebens- und Wohnkonzepte

Hier wird deutlich, dass die Pluralisierung der Gesellschaft, der Ausdifferenzierung von Lebenslagen und Lebensstilen, die für die unterschiedlichen Lebensphasen mehr und mehr bestimmend werden, einem ständigen Wandel unterzogen sind. Sie soll den unterschiedlichsten Anspruchsgedanken gerecht werden. Diesem muss nun auch bei der Ausgestaltung von Wohnformen für Menschen mit geistiger Behinderung Rechnung getragen werden. Dieses Ziel will ich als Vorstand der Lebenshilfe München mit dem neuen Wohnkonzept an unserem Standort Putzbrunn erreichen.

Dem Grad der Behinderung angepasst

Es ist uns zwar in den letzten acht Jahren gelungen, eine Diversität der Bestandswohnformen zu erreichen, aber jeder unserer Wohnstandorte ist somit spezialisiert und nur bis zu einen bestimmten Grad fähig, sich auf individuelle Veränderungen von Bedürfnissen und Hilfegraden anzupassen. Wie sollen auch Gebäude aus den 1930’er oder 1960’er Jahren barrierefrei – gar Rollstuhlgerecht sein? Zum damaligen Zeitpunkt war dies noch keine bekannte Erforderlichkeit oder gar gesetzliche Vorgabe. So gesehen bietet die Lebenshilfe München ein diverses Wohnen in ganz München an: vom betreuten Einzelwohnen, über Wohnen bei Familien, ambulant betreuten Wohngemeinschaften, inklusiven Wohngemeinschaften zusammen mit Studenten*innen, Trainingswohnstätten zum realen Üben, bis hin zu gemeinschaftlichem Wohnen mit gepoolten Betreuungs- und Hilfeleistungen in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Die Spannweite reicht von erwachsen Menschen mit geistiger Behinderung mit geringer Fähigkeit zur Selbständigkeit bis hin zu Menschen mit Schwerst-Mehrfachbehinderungen [ehemals (voll-)stationäres Wohnen].

Grundsicherung und Fachleistungen

Nach wie vor fehlen geeignete Wohnplätze für Menschen mit geistiger Behinderung und hohem Pflegeaufwand wegen geriatrischer Diagnosen, meist sind es dem hohen Lebensalter geschuldete Einbußen. Es fehlen ebenso altersunabhängige verhaltensbedingte Intensiv-Betreuungsplätze. In diesem Zusammenhang sei auch der Hinweis an den Gesamtkontext erlaubt, dass der Gesetzgeber eben diese Diversität im Bundesteilhabegesetz (BTHG) sucht und umsetzt. Es wird hier ganz klar unterschieden zwischen Mietraum – also der Wohnung von der man Mieter ist aus Mitteln einer zustehenden Grundsicherung – und der davon unabhängigen Dienstleistung – die als Fachleistung nach SGB IX von Trägeren wie der Lebenshilfe München erbracht werden.

Im zweiten Teil des Beitrages stellen wir das neue Wohnprojekt der Lebenshilfe München, Putzbrunn III, vor. Es wurde bereits auf eine Strategiesitzung im Jahr 2013 angedacht.

Peter Puhlmann,
Vorstand & Geschäftsführer der Lebenshilfe München
Dipl.Päd.Univ. und Sozialbetriebswirt (TWTAG FH M)

Erfolgreich etablierte sich eine zweite Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München.
Hier geht’s zum Beitrag: https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2021/02/27/zweite-inklusive-wohngemeinschaft-der-lebenshilfe-muenchen

Viel Zustimmung fand 2020 die neue geschaffene Wohneinrichtung Willinger Weg.
Hier geht’s zum Beitrag: https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2020/11/26/viel-zustimmung-fuer-den-willinger-weg/

Geschafft: Assistenz im Krankenhaus

– Lebenshilfe begrüßt Beschluss zur Assistenz im Krankenhaus –

Endlich: Menschen mit Behinderungen sollen einen Rechtsanspruch auf Kostenübernahme für die Assistenz im Krankenhaus haben. Das hat der Bundestag beschlossen. „Eine gute Nachricht für alle Betroffenen und ihre Familien und ein erster Erfolg für unseren Einsatz auf Landes- und Bundesebene“, betont die Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Barbara Stamm, kurz nach dem Beschluss. Nun stehe noch die Zustimmung des Bundesrates aus.

Gesundheitliche Versorgung verbessern

Für viele erkrankte Menschen mit Unterstützungsbedarf sei es bei einem Klinik-Aufenthalt unabdingbar, in dieser belastenden Situation eine vertraute Begleitperson an der Seite zu haben. Diese könne oft als einzige zwischen den Erkrankten und dem Klinik-Personal vermitteln, erläutert Stamm. „Wir begrüßen deshalb grundsätzlich, dass die Kostenübernahme für die Assistenz im Krankenhaus nun geregelt wurde“, so Stamm weiter. Da die Kosten je nach Assistenzperson einmal durch die Krankenversicherung (Angehörige) und einmal durch die Eingliederungshilfe (Mitarbeitende von Einrichtungen) übernommen werden müssen, dürfe es aber künftig nicht zu einem Hin- und Herschieben der Zuständigkeit zwischen Krankenkassen und Bezirken kommen.

Auch müsse es zusätzlich noch weitere Schritte geben, um die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu verbessern. Wichtig sei etwa, die besonderen Bedarfe und Belange von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung künftig in medizinisch-pflegerischen Ausbildungen zu lehren. Ebenso müssten die Abläufe in Kliniken rund um Aufnahme, Behandlung und Entlassung zum Wohle der Menschen mit Behinderungen angepasst werden. „All das wird auch das Klinik-Personal entlasten. Und wir wissen, nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie, wie dringend nötig das ist“, betont Stamm.

Petition an den Bayerischen Landtag

Die ehemalige bayerische Landtagspräsidentin setzt sich seit langem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Behinderungen bei einem Aufenthalt im Krankenhaus ein. Im Mai 2020 übergab sie persönlich eine entsprechende Petition der Lebenshilfe Bayern an ihre Nachfolgerin in diesem Amt, Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Im Oktober 2020 wurde die Petition in einer gemeinsamen Sitzung der Landtagsausschüsse Gesundheit und Soziales behandelt. Diese sprachen sich dafür aus, das Anliegen von Bayern aus auf Bundesebene voranzubringen.

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Wandersteine und Glückssteine

Die Bewohner der Lebenshilfe Putzbrunn sowie die externen Senioren der TENE (Tageseinrichtung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben) begrüßen den Frühling und haben sich eine farbenfrohe Aktion einfallen lassen. Die Idee entsprang dem Trend der ‚Wandersteine‘, nur dass die Bewohner und externen Senioren keine Wandersteine dekorierten sondern ‚Glückssteine‘.

Mit Liebe bemalt sollen die Steine Glück bringen. Glück, das man gerne weiterreichen darf. Dann werden aus den Glückssteinen richtige Wandersteine. Fotos: Lebenshilfe München

Die Steine sammelten die Bewohner der Wohnstätte und die TENE-Besucher an verschiedenen Stellen in und um München und bemalten sie individuell per Hand. Dabei waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Fertig verziert, legten die Bewohner die Steine an verschiedene Stellen wie beispielsweise in Putzbrunn und Ottobrunn aus.

Die Senioren der TENE von der Lebenshilfe-Einrichtung in Putzbrunn, auf der Suche nach den richtigen Plätzen für die handbemalten Glückssteine. TENE steht für „Tageseinrichtung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben“.

Ziel dieser Aktion ist es, den Findern eine Freude zu bereiten und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Die schön verzierten Handschmeichler sollen den Findern Glück und Freude bringen.

Hast Du einen Stein gefunden – melde Dich!

Solltest du also ein Glückspilz sein und einen der bemalten Steine finden, dann kannst du den Stein wandern lassen oder ihn auch gerne als deinen neuen Glücksstein behalten. Besonders freuen würden sich die Bewohner und die externen Senioren von Putzbrunn, wenn du Ihnen mitteilst wo du den Stein gefunden hast, was dir besonders an ihm gefällt, wo du ihn gegebenenfalls wieder ausgesetzt hast oder wie er dir vielleicht schon Glück gebracht hat?

Hast du einen Stein gefunden, melde dich doch bitte:
E-Mail: TENE.Put@Lebenshilfe-Muenchen.de
Betreff: ‚Glücksstein‘

Jenny Maechler

Solche Glückssteine findet man auch an ganz ungewöhnlichen Orten.

Vor sieben Jahren wurde die TENE in Putzbrunn gegründet. Mehr lesen Sie hier:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/01/21/lebenshilfe-muenchen-mit-tagesbetreuung-fuer-senioren/

Durchbruch beim Impfen für pflegende Angehörige

Große Erleichtern gab es bei vielen Eltern von Menschen mit Behinderung, als sich ihnen eine Tür für eine schnelle Impfung öffnete. Grund war die neue Fassung der Corona-Impfverordnung vom 10. März 2021. Sie misst Angehörigen von pflegebedürftigen Kindern und Erwachsenen nun die höchste Priorität zu (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 ImpfVO). „Das ergibt sich nicht direkt aus dem Wortlaut, aber aus der Verordnungsbegründung“, erläutert Beate Bettenhausen von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München.

Sie hat in einem Rundschreiben (Text siehe unten) über den Familienunterstützenden Dienst (FuD) der Lebenshilfe Eltern, Angehörige und Betroffene informiert. Wie wichtig die Möglichkeit einer schnellen Impfung ist, erläutert sie jüngst in unserem Gespräch.

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Ein Bechstein-Flügel für die Lebenshilfe München

Bereits der Prägedruck des Flügels verrät aus welcher Zeit er stammt: „Pianoforte-Fabrik von C. Bechstein. Hoflieferant seiner Majestät des Kaisers und Königs, seiner königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preußen.“

Die Lebenshilfe München erhielt eine außergewöhnliche Spende, einen 140 Jahre alten Bechstein-Konzertflügel. Wie kam es zu so einer Spende, fragte man sich in der Redaktion und hat bei der Spenderin, Camilla Attenberger-Fino nachgefragt. „Der Flügel stammt von meiner Großmutter Carola Edle Fallot von Gemeiner“, erzählt sie. Sie war in Kirchheim bei München eine bekannte Klavierlehrerin und selbst erinnere ich mich noch an meine Kindheit, als sie bei besonderen Anlässen vorspielte.

Ihr Leben lang unterrichtete sie an der Musikschule, in der VHS oder begleitete selbst ein Kindertheater“, erinnert sich Camilla Attenberger-Fino. Bei ihr steht nun eine räumliche Änderung an und sie findet für den Flügel nicht mehr den richtigen Platz. „So haben wir in der Familie überlegt, was wir mit diesem Erbstück anfangen sollen. Dabei wurde uns klar, dass es Oma gefallen hätte, ihr Instrument aus dem Wohnzimmer wieder mitten in das Leben zu stellen. Es soll möglichst vielen Menschen eine Freude bereiten.“ 

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Zweite inklusive Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München

„Hier wird Inklusion gelebt“

Der gute Erfolg der im Herbst 2018 gegründeten ersten inklusiven Lebenshilfe-Wohngemeinschaft (WG) in der Herrmann-von-Sicherer Straße in München, machte Mut für eine zweite WG. Dazu renovierte der Elternverein die bislang als betreute Wohngruppe geführte Einrichtung in der Packenreiterstraße. Seit November leben dort sechs Menschen mit Behinderung und vier Studenten zusammen. Die Redaktion hat sich mit der Einrichtungsleiterin Natascha Münzer unterhalten. Sind inklusive Wohngemeinschaften jetzt ein Trend, was sind die Hintergründe und wie gestaltet sich das Zusammenleben?

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Unterstützung für den pädagogischen Fachdienst der Lebenshilfe

Fünf Jahre wurde daran gearbeitet und seit 13 Jahren ist sie auch in Deutschland geltendes Recht, die UN-Behindertenrechtskonvention. Eines ihrer zentralen Anliegen ist die Inklusion, die Einbindung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen. Ein Prozess der auch heute, 20 Jahre später, nicht abgeschlossen ist und immer wieder neue Herausforderungen setzt. Ein Mitgestalter und Förderer dieser Entwicklung sind die Lebenshilfen in Deutschland, und auch in München wird dieser Prozess aktiv vorangetrieben. In speziellen Wohngruppen wird ein möglichst selbständiges Leben trainiert, in Wohngemeinschaften wird es komplex umgesetzt und auch in betreuten Einrichtungen, wie etwa am Willinger Weg, geht man neue Wege.

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