Neues Wohnen bei der Lebenshilfe München

Viel Platz zum Kochen, Leben und Wohnen in der neuen Lebenshilfe-Einrichtung in Unterschleißheim. Text und Fotos: Gerd Spranger

So ein Wohnungswechsel hat es in sich. Bis alles verpackt und wieder seinen Platz findet, darüber können Wochen vergehen. Mancher hat vom letzten Umzug immer noch einen Karton im Keller stehen. Wenn aber gleich eine ganze Wohngruppe, wie jüngst bei der Lebenshilfe München, mit 10 Bewohnern umzieht, dann ist Organisationstalent gefragt. Darüber hinaus braucht es Zeit zum Einleben, um sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Fünf Wochen ist es jetzt her, dass die Wohngruppe vom Willinger Weg (Ramersdorf) in den Norden von München gezogen ist. Die Redaktion hat sich mit der Sozialpädagogin und Einrichtungsleiterin Birgit Fleischmann unterhalten und sie in Unterschleißheim besucht.

Eine Etage für die Lebenshilfe

Die Gruppe bewohnt einen eigenen Gebäudeteil eines großen Senioren-Wohnheimes (Haus am Valentinspark). Bei meinem Besuch werde ich am großen Empfang sofort freundlich begrüßt, und man schickt mich im Fahrstuhl hinauf in den vierten Stock, in die oberste Etage. Über einen breiten Gang und durch zwei große Glastüren gelange ich direkt zu der Wohngruppe, direkt in den großen Aufenthaltsraum mit offener Küche. Neugierige Blicke mustern mich, „wer ist das wohl, der da kommt?“.   Weiterlesen

Mehr Wohn- und Lebensqualität bei der Lebenshilfe

Johanna Gertz ist seit Januar bei der Lebenshilfe München und arbeitet eng mit René Pfeifer zusammen, er ist als Bereichsleiter Wohnen seit September beim Elternverein. Johanna Gertz unterstützt ihn dabei, ist Beauftragte für das Qualitätsmanagement. Zwei neue Gesichter bei der Lebenshilfe München, die ihr Wissen und besonderen Erfahrungen in den Elternverein einbringen. Damit wird der Modernisierungsprozess, den Geschäftsführer Peter Puhlmann vor fünf Jahren angestoßen hat, immer mehr zu einem Optimierungsprozess der Wohn- und Lebensqualität.

Zum Wohle der Bewohner arbeiten

Mehr Qualität erfordert Konzept und Planung. Johanna Gertz ist die neue QM-Managerin.

Das ist auch das besondere Anliegen von Johanna Gertz. „Ich will, dass die Prozesse schnell und spürbar bei den Bewohnern selbst ankommen. Das muss unser Focus sein.“ Aber auch Johanna muss umdenken, denn zuvor hat sie in einer kleinen Einrichtung, im direkten Kontakt mit schwerst-mehrfachbehinderten Kindern, gearbeitet und da ist jede kleine Handreichung eben eine unmittelbare Hilfe gewesen. Nach ihrem Studium des Gesundheits- und Sozialmanagements aber hat sie sich bewusst für eine größere Einrichtung entschieden. „Jetzt kann ich für 220 Bewohner und 150 Mitarbeiter was erreichen, und das gelingt mit einem kontinuierlich optimierten Qualitätsmanagement.“   Weiterlesen

Den Menschen mit Plan und Ziel helfen

Immer mehr berufen wir uns in einer Gesellschaft, die sich in allen Bereichen spezialisiert, auf „Ganzheitlichkeit“ sobald es uns selbst, den Menschen betrifft. Es sind alle Bereiche der Persönlichkeit betroffen, die motorische, geistige, psychische und soziale Entwicklung sowie unser Umfeld und unsere Gesundheit. Darum geht es auch immer wieder bei der Inklusion und Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung.

Ein Gesamtplan für den ganzen Menschen

Der Bezirk Oberbayern ist für die Lebenshilfen in seinem Regierungsbezirk der zuständige Kostenträger, so auch im Rahmen der Eingliederungshilfe. Er finanziert für Menschen mit Behinderungen ambulante, teilstationäre und/oder stationäre Hilfen. Er entscheidet letztlich, welche Leistungen in welcher Höhe und für was sie bezahlt werden oder nicht. Dabei greift nicht das „Prinzip Zufall“. Der Unterstützungsbedarf wird ganz genau im Detail erhoben. In einem ‚Gesamtplan‘ will man der individuellen Situation jedes einzelnen Menschen mit Behinderung gerecht werden. Und damit sind wir wieder bei der Ganzheitlichkeit des Menschen. Es soll möglichst jeder einzelne Aspekt berücksichtigt werden.   Weiterlesen