Lebenshilfe mit viel Spaß beim St.-Quirin-Fest in Giesing

Das 22. St.-Quirin-Fest in Giesing war bei hochsommerlichen Wetter und heißen Temperaturen wieder gut besucht. Die vier Einrichtungen der Behindertenhilfe gestalteten nicht nur ein sommerliches Gartenfest, sie boten auf der Bühne bis in die Abendstunden hinein auch ein buntes Programm mit viel Musik. Auch die Lebenshilfe München engagierte sich wieder für die Feierlichkeiten.

Die „Quirin-Percussion-Band“ war mit Trommeln und Rhythmus eifrig bei der Sache. Auf der Bühne die Verantwortlichen des Festes aus den vier Behinderten-Einrichtungen.

„Roy: einfach gute Musik“ ist das Motto der Band, die mit rockigen Einlagen aus den 70er-, 80er-, und 90er-Jahren für gute Stimmung sorgte.

Zumba mit ‚Anai y Heri“ mit perfekter Körperbeherrschung und das richtige Gefühl für die Musik begeisterten das Publikum, das auf dem weitläufigen Gelände mit Freunden und Bekannten das Fest genoss.

 

 

 

Die Tiere ansehen, sie berühren oder auf ihnen reiten macht den Kindern und Jugendlichen viel Spaß. Kamele und Lamas sind dafür besonders gut geeignet und sind auch beim St.-Quirin-Fest in Giesing im Einsatz.

Es wird getanzt, flaniert, zugeschaut oder die Besucher stärken sich an einem der vielen Stände.

‚Hoch hinaus‘, am Seil gesichert, geht es auf dem Kletterturm. Kleine und große Athleten hangeln sich von Griff zu Griff.

 

 

Zum Tod von Helmuth Coqui

„Es bleibt uns nur, noch einmal DANKE zu sagen“

Am Samstag, den 29. Juni 2019 verstarb Helmuth Coqui.
Der Diplom-Ingenieur (geb. 1935) war verheiratet
und hatte drei Kinder.
Seit 1970 war er Mitglied in der SPD, von 1994 bis 1998 Mitglied im Bayerischen Landtag. Hier war er vor allem in den Ausschüssen für Bundes- und Europaangelegenheiten tätig sowie für Hochschule, Forschung und Kultur.

Ehrenamtlich engagierte sich Helmuth Coqui als Mitglied des Vorstands der Lebenshilfe München ab dem Jahr 1992.
Von 1995 bis 2001 war er Vorsitzender des Vorstands.
In seine Amtszeit fiel unter anderem der Aus- und Umbau des Gebäudes in der St.-Quirin-Straße. Hier wurden verschiedene Einrichtungen der Lebenshilfe München e.V. untergebracht sowie die Geschäftsstelle eingerichtet. Noch weitere wichtige Weichenstellungen hat die Lebenshilfe München Helmuth Coqui zu verdanken: Er unterstütze die Gründung der Stiftung Lebenshilfe München und brachte die Gründung der beiden GmbH „Kinder und Jugend“ sowie „Wohnen“ auf den Weg.

Außerdem war Helmuth Coqui Mitglied des Vorstands der Bundesvereinigung Lebenshilfe, des Landesverbandes der Lebenshilfe und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Bayern.

Im Jahr 2015 kandidierte er erneut für den Vorstand der Lebenshilfe München. Damals begründete er sein Engagement so: „Es interessiert mich einfach, hier noch einmal einzusteigen und mitzumachen.“
Als Vater einer Tochter, die schwer mehrfachbehindert ist, kannte er privat und auch von seiner früheren Mitarbeit im Vorstand die Herausforderungen dieser Tätigkeit und hatte „viele Ideen was man auf den Weg bringen könnte.“ Als großer Freund des L.I.E.S. besuchte er in dieser Zeit immer wieder die Redaktionssitzungen und sorgte mit seinen Anregungen für interessante Themen und Aspekte.

Im Jahr 2018 beendete Helmuth Coqui seine Mitarbeit im Vorstand, war aber dennoch bei allen wichtigen Veranstaltungen des Vereins dabei.

Viele Jahre lang hat Helmuth Coqui seine Ideen, sein Wissen und sein ganz persönliches Engagement der Lebenshilfe zur Verfügung gestellt. Dieser unermüdliche Einsatz verdient uneingeschränkt unseren Respekt!

Deshalb bleibt uns nur, noch einmal ‚DANKE‘ zu sagen.
Wir werden Helmuth Coqui ein ehrenvolles Andenken bewahren!

St. Quirin-Fest am 4. Juli

Am 4. Juli feiern die Behinderten-Einrichtungen in Giesing wieder ihr St. Quirinfest. Zum 22. Male präsentieren die gemeinnützigen Organisationen ab 15 Uhr wieder ein buntes Programm für Besucher, bei denen Menschen mit Behinderung im Blickpunkt stehen. Unterstützt wird dieses Fest von der Landeshauptstadt München, das zu einem echten Stadtteilfest in Giesing geworden ist. Zu den vier großen Einrichtungen, die das Event als Arbeitsgemeinschaft tragen, zählt auch die Lebenshilfe München.

Ein buntes Programm beim St. Quirin-Fest in München-Giesing

Die Wohneinrichtung am Willinger Weg nimmt Formen an

Im Sommer kann man fast täglich den Fortschritt auf der Baustelle beobachten. Alle sind gespannt auf die Fertigstellung des Rohbau und natürlich freuen sich Betreuer und die Bewohner, Menschen mit geistiger Behinderung, auf die Eröffnung der neuen-alten Einrichtung der Lebenshilfe München am Willinger Weg.

Die Lebenshilfe München geht den Weg ihrer Erneuerung konsequent weiter. Größtes Projekt ist derzeit der Neubau eines Wohngebäudes am Willinger Weg. Seit 1988 nutzte der Elternverein die alte Arztvilla aus den 30er-Jahren als Wohneinrichtung. Der Zustand des Gebäudes, die Anforderungen an ein barrierefreies Wohnen und neue gesetzliche Auflagen machten einen Neubau unumgänglich. Die Bewohner sind seit Januar 2018 in einem eigenen Stockwerk einer großen Senioreneinrichtung in Unterschleißheim (siehe Bericht) untergebracht. Wohnbereichsleiter René Pfeiffer freut sich, dass die Arbeiten für den Neubau gut in der Zeit liegen, trotz eines langen und schneereichen Winters.

Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München, im Gespräch mit einer Anwohnerin. Die Dame beklagt sich zwar über den andauernden Lärm der Baustelle, freut sich aber über die zügige und schnelle Arbeit, so dass bald ein Ende absehbar ist. Sie ist begeistert wie sauber das Umfeld der Baustelle von den Bauarbeitern gehalten wird, und wie nett und zuvorkommend alle auf der Baustelle sind. Insgesamt ist sie gegenüber dem Neubau sehr positiv eingestellt.

Die Lebenshilfe ging bei der gesamten Baumaßnahme behutsam vor, so dass sich selbst die Nachbarn darüber freuen. Zunächst entfernte man die unterschiedlichen Baustoffe im alten Gebäude vorschriftsmäßig und der Außenbereich wurde vorbereitet. Schützenswerte Bäume galt es zu sichern, selbst die Humuserde des großen Gartens wurde abgetragen und zwischengelagert. Nach dem Abriss des alten Hauses erfolgte der Aushub für den Keller. Jetzt stehen bereits die Wände für den ersten Stock und bis zum Herbst soll der Rohbau abgeschlossen sein. Damit erscheint eine ‚Wieder-Belebung‘ der Lebenshilfe-Wohneinrichtung am Willinger Weg im Jahr 2020 realistisch. Es entsteht eine große, moderne, helle und zeitgemäße Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. Die Einrichtung bietet dann 24 Wohnplätze, Gemeinschaftsräume und Platz für die Betreuer.

 

 

 

Junger Judo-Olympiasieger der Lebenshilfe-WG

(gsp) Samuel Dietz ist ein geborener Münchner (Pasing) und seit seinem dritten Lebensjahr ein aktiver Judoka. Seine Mutter förderte früh seine Begeisterung für Sport und Bewegung. Im März ist Samuel Dietz mit 19 Jahren bei den Special Olympics World Summer Games 2019 in Abu Dhabi Judo-Olympiasieger im Schwergewicht geworden. Samuel lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München, macht einen selbstsicheren Eindruck, von einer geistigen Behinderung ist ihm kaum etwas anzumerken.

Olympiasieger mit dem sanften Weg

Groß und durchtrainiert ist er, und erklärt den Judo-Kampfsport als ‚den sanften Weg‘. Es gehe dabei im Wesentlichen um ‚Werfen, Halten und Bodentechnik‘. „Das Würgen und Hebeln ist verboten“, erklärt er. 2016 war er bereits Deutscher Meister und 2018 schaffte er es in London als Vice-Europameister ganz nach oben. Bei seinem Kampf in Abu Dhabi hatte er es nicht leicht. Sein Gegner war um 30 Kilo schwerer. Dennoch konnte er den Kampf mit einem 2 : 1 für sich entscheiden.

Wunsch nach Arbeit und eigener Wohnung

Vom Bayerischen Meister im Judo hat Samuel Dietz es bis zum Judo-Olympiasieger und zugleich Weltmeister geschafft. Stolz präsentiert er seine Medaillen.  –  Foto: Gerd Spranger

Sein normales Training leistet er zweimal wöchentlich in seinem Verein in Pasing. In der Wettkampf-Vorbereitung trainierte er fünfmal in der Woche. Privat baut er im Krafttraining Muskeln auf und beim Joggen Kondition. „Entscheidend für den Erfolg sind aber auch Beweglichkeit und Schnelligkeit“, erklärt Samuel. Aktuell bewegen ihn zwei große Ziele. Er möchte mit einer eigenen Wohnung ein selbstbestimmtes Leben führen und er ist auf der Suche nach Arbeit. „Ich kann ‚gut mit anpacken‘ und einen 8-Stunden-Tag schaffe ich“, ist er überzeugt, nimmt es als sportliche Herausforderung. Selbst als Olympia-Weltmeister ist Samuel mit einer leichten geistigen Behinderung (Autismus) arbeitslos. Auch vor Diskriminierung ist dieser sanfte Riese nicht ganz sicher. „Wenn die Leute mein Handicap merken, machen sie mich auch gerne fertig“, erzählt er aus gemachten Erfahrungen.

Echte Lebenshilfe für Hilfe im Alltag

Was das selbständige Wohnen betrifft, so ist Samuel Dietz auf einem guten Weg, denn die Wohngemeinschaft (WG) der Lebenshilfe München an der Landsberger Straße wird nur ambulant betreut. „Es reicht in der Regel, wenn wir zweimal wöchentlich bei unseren Klienten sind, auch wenn wir regelmäßigen Kontakt zur WG halten“, erklärt Daniela Holzmann, die Leiterin des Ambulant Betreuten Wohnens. „Meist regeln wir dann anstehende Belange, im lebenspraktischen Bereich, mit den Behörden, sprechen uns mit den Betreuern ab, kümmern uns um medizinische Angelegenheiten. Sehr selten müssen wir Konflikte lösen, denn das Zusammenleben funktioniert sehr gut“, ergänzt sie. Acht Bewohner mit geistiger oder psychischen Einschränkungen leben hier auf zwei Etagen zusammen. Es gibt eine gemeinsame Küche, einen großen Gemeinschaftsraum, einen Garten mit Terrasse und Funktionsräume. Sonst hat jeder sein eigenes Zimmer und damit sein ganz privates Reich.

Die meisten Bewohner der WG streben längerfristig ein eigenständiges Leben mit einer eigenen Wohnung an. Für sie ist die WG ein guter Weg dorthin. „Die meist jungen Leute haben sich untereinander gut angefreundet und wir sind mit den Erfolgen sehr zufrieden“, bekräftigt Daniela Holzmann. Die WG der Lebenshilfe München an der Landsberger Straße besteht im vierten Jahr.

 

Ein Inklusives Familienfest in Giesing

Heiko Müller, Matthias Weber, Konstantin Nadler, Harald Haufler mit Scheck, daneben sieht man noch einen Teil von Monika Peterssen, Andrea Hartmann, Peter Kohlert, Ilka Klappstein, Gabriele Götz, Andrea Siemen, Harry Zipf und Peter Puhlmann.

Der Familienunterstützende Dienst der Lebenshilfe München lud zusammen mit der Frühförderstelle Giesing und in Kooperation mit dem Nachbarschaftstreff Giesing zu einem großen Familienfest ein. Bei herrlichem Wetter konnten sich die Kinder auf der Hüpfburg austoben und einen Kletterberg hinaufkraxeln. Viel Spaß machte den kleinen Besuchern auch das Kinderschminken, eine melkbare Ziege und der Besuch eines Clowns. Für die Angehörigen, Besucher und Nachbarn gab es Kuchen und Kaffee sowie viele Gespräche. Kontakte wurden geknüpft oder vertieft und zum Schluss waren sich alle einig: Es war ein gelungenes, fröhliches Familienfest!

Deutsche Bank hilft mit Social Day

Mitarbeiter der Deutschen Bank München engagierten sich bei ihrem „Social Day“, mit dem der Konzern ehrenamtliches Engagement seiner Mitarbeiter unterstützt, persönlich bei der Vorbereitung des Festes. Sie halfen beim Ausschank der Getränke, verteilten Essen, sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung und halfen auch nach dem Fest noch beim Abbau.

Gabriele Götz, Mitarbeiterin der Deutschen Bank München betonte: „Wir engagieren uns gerne wieder ehrenamtlich für die Einrichtung, da sie behinderten Menschen und deren Familien Hilfs- und Betreuungsangebote bietet. Bei der Lebenshilfe zählt jeder gleich viel und Werte wie Gleichberechtigung, Toleranz und Nächstenliebe werden hier täglich gelebt. Beim Sommerfest der Lebenshilfe können sich die Bürger über die Angebote der Einrichtung informieren, Menschen mit Behinderung und deren Familien verbringen einen entspannten Tag zusammen und die vielen Mitarbeiter können beim Fest auf ihre erfolgreiche Arbeit zurückblicken – da packen wir natürlich gerne an.“

Große Freude bereitete darüber hinaus noch eine Spende über 1000 €, die von den Mitarbeitern der Deutschen Bank überreicht wurde. Das Geld war eine Unterstützung für die Finanzierung des Festes und die dafür benötigten Anschaffungen.

Text: FuD

Ein herzliches Dankeschön für die großzügige Unterstützung!

Gastbeitrag: Wahlrecht für alle

Das Wahlrecht ist ein Meilenstein
für Menschen mit Behinderung

Erstmals dürfen 85.000 betreute Menschen mit Behinderung an der Europawahl teilnehmen. Möglich gemacht hat dies ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts im April 2019. Dieter Schroll, seit 1991 Geschäftsführer der Lebenshilfe Berchtesgadener Land, bezeichnet dies als einen Meilenstein und setzt es mit der Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) im Jahre 2008 gleich.

Dieter Schroll ist Geschäftsführer der Lebenshilfe BGL. Er hält das Wahlrecht für den nächsten Schritt in Richtung Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung. – Foto: Gerd Spranger

„Die BRK hat vor über zehn Jahren die Grundlage eines Umdenkens gelegt und führt nach und nach zu einem Paradigmenwechsel. Waren Menschen mit Behinderung noch vor zwei Jahren über die Sozialhilfe ‚versorgt‘, so haben sie heute nach dem Bundesteilhabegesetz (BTG) einen rechtlichen Anspruch darauf. Das ist ein wichtiger und wesentlicher Unterschied“, so der Lebenshilfe-Geschäftsführer.

Dieter Schroll spricht von einer Verschiebung der Vorzeichen im öffentlichen Raum und im gesellschaftlichen Umgang. „Heute reden wir offen darüber, dass nicht der einzelne Mensch behindert ist, sondern die Gesellschaft ihn behindert. Sie unternimmt nicht das Notwendige, um ihm eine Teilhabe zu ermöglichen. Das diskriminiert den Menschen. Es muss alles getan werden, um die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung und ihre volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern. Das wird vom BTG gefordert und gefördert.“

Schroll sieht viel Positives auf den Weg dorthin. „Barrierefrei“ etwa sei heute kein Fremdwort mehr. Die zunehmende Zahl von Senioren mit Einschränkungen habe dem auch Vorschub geleistet. „Wir erleben eine Normalisierung im gesellschaftlichen Miteinander, und das Recht zu Wählen ist ein ganz wichtiger Schritt dazu. Es ist ein selbstverständlicher Teil eines selbstbestimmten Lebens, auf das auch Menschen mit Behinderung ein Recht haben“, bekräftigt er abschließend. MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt, freut sich ebenso: „Endlich, der Durchbruch ist gelungen! Wir schaffen ein inklusives Wahlrecht für alle!“

Hier noch ein besonderer Tipp zur Wahl:

Das ZDF sendet pünktlich zur Europawahl den Bericht „Ich will wählen“ über einen Kurs zur Europawahl in leichter Sprache. Die Lebenshilfe hatte die Filmemacherin soweit möglich bei ihren Recherchen unterstützt.

https://www.zdf.de/gesellschaft/menschen-das-magazin/menschen—das-magazin-vom-25-mai-2019-100.html

Fabian freut sich auf die Europawahl

Fabian ist 26 und darf am 26. Mai zum ersten Mal wählen, es ist Europawahl. Er hat eine geistige Behinderung mit umfassender gesetzlicher Betreuung und war bislang vom Wahlrecht ausgeschlossen. Fabian zählt zu den 85.000 betreuten Menschen, für die das Bundesverfassungsrecht im April 2019 den Weg zur Wahl freigemacht hat. Er findet das gut. Er hat nicht verstanden, warum er nicht schon früher wählen durfte.

Fabian interessiert sich für Politik, schaut immer die Nachrichten an. Mit seiner Mutter und mit Freunden unterhält er sich auch darüber. Die Lebenshilfe plädiert „für ein friedliches und soziales Europa mit Zukunft: Teilhabe statt Ausgrenzung“. Das ist auch ein Ziel von Fabian. Er will nicht länger ausgegrenzt sein und setzt sich für Gleichberechtigung ein.

Die Lebenshilfe möchte darum, dass viele Menschen zur Wahl gehen. Es darf keine Ausgrenzung geben, auch keine gesellschaftliche Ausgrenzung. Fabian lebt in einer WG der Lebenshilfe im Münchner Westen, gemeinsam mit anderen jungen Erwachsenen mit und ohne Behinderung.

Die ganze Geschichte von Fabian ist hier zu lesen:
https://www.jetzt.de/politik/fabian-hat-eine-geistige-behinderung-und-waehlt-zum-ersten-mal

Blickpunkt Pflege beim Bezirk Oberbayern

Tag der offenen Tür im Bezirk Oberbayern
am 19. Mai 2019

Der inhaltliche Schwerpunkt „Blickpunkt Pflege“ wurde gewählt, weil die ambulante und stationäre Hilfe zur Pflege jetzt beim Bezirk Oberbayern in einer Hand sind. Die Besucher können sich an diesem Tag über die Aktivitäten und Serviceangebote der Sozialverwaltung informieren.

Es präsentieren sich die Kliniken des Bezirks Oberbayern mit neuen Entwicklungen auf dem Feld der Altersmedizin und ausgewählte Einrichtungsträger der freien Wohlfahrtspflege geben Einblicke in interessante Projekte der ambulanten und stationären Pflege geben.

Mit dabei ist auch die Lebenshilfe München, die ihr inklusives Wohnkonzept vorstellt: Zehn Erwachsene mit und ohne Behinderungen leben hier in einer Wohngemeinschaft zusammen. Sie unterstützen sich gegenseitig im Alltag, kochen abends gemeinsam in der WG-Küche und verbringen ihre Freizeit miteinander.

An ihrer mobilen Kaffeebar bereitet die Lebenshilfe Werkstatt GmbH Cappuccino, Espresso oder Cafe Crema aus hochwertigen Bohnen der hauseigenen Moccasola Kaffeerösterei zu. Wem der Kaffee geschmeckt hat, der kann gleich noch die Bohnen kaufen.

Das umfangreiche Programm an diesem Tag im Bezirk umfasst neben den Informations- und Aktionsständen auch Vorträge, eine Podiumsdiskussion mit dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer zum Thema „Pflege in den eigenen vier Wänden“, Kinderbetreuung und ein Konzert von CubaBoarisch 2.0 – Leo Meixner, den Nachfolgern der Cubaboarischen.

Wann: Sonntag, den 19. Mai 2019
Uhrzeit: 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Bezirk Oberbayern, Prinzregentenstr. 14, 80535 München

Einweihungsfest: „Wir feiern Inklusion“

Einweihungsfest in der ersten inklusiven
Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München

Mit einem fröhlichen Fest feierte die Lebenshilfe München am 12. April die Eröffnung der inklusiven Wohngemeinschaft in der Hermann-von-Sicherer Straße. Die Bewohner waren bereits ab Oktober letzten Jahres in das Wohnhaus mit Garten in Obersendling eingezogen (siehe Bericht). Inzwischen leben hier vier Studenten mit sechs Menschen mit Behinderung zusammen. Damit das Wohnprojekt gestartet werden konnte, entwickelte die Lebenshilfe München zunächst einmal gemeinsam mit dem Bezirk Oberbayern ein Konzept. Vorbild dafür waren die bereits existierenden Wohngemeinschaften des Vereins Gemeinsam Leben Lernen (GLL).

Viele Spender und Menschen helfen mit

Begrüßung von Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München und Andrea Siemen, Vorsitzende des Vorstands

Die Stadt München half mit einer Anschubfinanzierung über 50.000 Euro. Darüber hinaus beteiligte sich die Stiftung „München hilft“, die Halbauer Stiftung und die Sparda Bank München, zusammen mit anderen Spendern, großzügig an den notwendigen Umbaumaßnahmen. Selbst die Studenten die hier leben leisten ihren Teil. Sie haben sich bereit erklärt, ihre Mitbewohner mit Unterstützungsbedarf im Alltag zu begleiten und ihnen zur Seite zu stehen, falls sie Hilfe benötigen. Gemeinsam wird das tägliche Leben organisiert und dabei haben alle Mitbewohner das Recht mitzubestimmen, was in der WG passiert. Die Leitung des Hauses hat Sozialpädagogin Cindy Kirsch übernommen. Sie organisierte in den letzten Monaten mit großem Einsatz das Zusammenleben im Haus und ist als Ansprechpartnerin für alle Bewohner sowie für die Angehörigen der Menschen mit Behinderung da. Cindy Kirsch zieht ein positives Fazit aus den zurückliegenden Monaten: „Wir haben sogar schon ein WG-Motto gefunden. Es heißt: „Wir sind halt so…“ – erzählt sie lachend.

Auch Bereichsleiter René Pfeifer ist stolz und froh, dass das Projekt so gut gestartet ist. „Mit diesem Fest wollen wir die gelungene Inklusion feiern und den Studenten sowie den Angehörigen der Menschen mit Behinderung `Danke` dafür sagen, dass sie den Mut aufgebracht haben, sich auf diese neue Wohnform einzulassen.“

René Pfeifer (Mitte), Bereichsleiter Wohnen der Lebenshilfe München, bedankt sich, zusammen mit Daniela Holzmann (rechts), Leitung des Ambulant Betreuten Wohnens, bei Cindy Kirsch (links), Leitung Inklusiven WG in der Hermann-von-Sicherer-Straße.

Melanie Martlreiter, Vertreterin des Bezirks Oberbayern, hat das Entstehen der WG begleitet. In ihrer Rede betonte sie, dass sie es großartig finde, dass sich die Lebenshilfe an neue Projekte wage und sie überreichte den Bewohnern eine Orchidee, die das Haus schmücken soll. Melanie Martlreiter ist überzeugt: „Das hier ist wirkliche Inklusion!“

Auch die neue Vorsitzende des Vorstandes, Andrea Siemen, zeigte sich sehr zufrieden. Diese Einweihung sei ein schönes Highlight, gleich zu Beginn ihrer Amtszeit. Sie versprach: „Bei dieser WG soll es nicht bleiben. Wir sind schon dabei, noch weitere neue Projekte in Angriff zu nehmen!“

Damit Gäste und Bewohner auch wirklich gemeinsam feiern können, übernahm das Team des Integrationsbetriebes Balan Deli die Bewirtung mit Häppchen und Getränken. Für gute Stimmung sorgte die inklusive Band der OBA der Lebenshilfe München „Orchestra Extrange“.

 

The Orchestra Extrange – Inklusion unplugged

Im Rahmen des Stiftungsfrühlings lud die Stiftung Lebenshilfe München am 28. März 2019 zu einem entspannten Musikabend ein. „Inklusion unplugged“ war das Motto der Veranstaltung, zu der viele Fans und Freunde der inklusiven Band „The Orchestra Extrange“ gekommen waren.

unplugged – eben alles live und ohne Hilfsmittel bei „The Orchestra Extrange“.

Die 12 Musiker (sechs mit und sechs ohne Behinderung) üben regelmäßig zusammen im Musikraum der OBA der Lebenshilfe München. Zuvor werden die Songs von Mitgliedern der Band passend arrangiert, damit alle mitmachen können. Auf diese Weise konnte auch an diesem Abend wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm von Elvis bis Linkin Park, von den Beatles bis The Hives geboten werden. Die gemeinsame Begeisterung für die Musik und Respekt füreinander tragen die Gruppe. Das spürt man und so sprang auch an diesem Abend der Funke schon beim ersten Song über. Das Publikum sang, klatschte und tanzte mit! Nebenher wurden von den Mitarbeiter*innen der OBA Getränke und kleine Snacks gereicht. Ein wunderbarer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging!

Eine große Bitte hat „The Orchestra Extrange“: Der Musikraum ist in die Jahre gekommen. Uralte Eierkartons dämmen den Raum und die Ausstattung ist nicht gerade einladend. Deshalb wünscht sich die inklusive Band dringend Unterstützung bei der Renovierung!

Spendenkonto: Lebenshilfe München
HypoVereinsbank München
IBAN: DE 90 700 202 705 800 557 005
SWIFT-BIC: HYVEDEMMXXX

Foto: Lebenshilfe München / OBA

Andrea Siemen ist neue Vorsitzende des Vorstands

Am 26. März 2019 fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Lebenshilfe München statt. Im Rahmen der Versammlung wurde Andrea Siemen zur neuen Vorsitzenden des Vorstandes gewählt. Außerdem stellte sich der gesamte Vorstand zur Wahl. Dies war nötig geworden, weil seit der letzten Mitgliederversammlung im Oktober 2018 die Vorstände ihre Ämter nur geschäftsführend ausübten.

Andrea Siemen, die neue Vorstandsvorsitzende, mit Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München

Mit großer Mehrheit wurde Andrea Siemen zur neuen Vorsitzenden des Vorstandes der Lebenshilfe München gewählt. Die Volljuristin ist Jahrgang 1961 und Mutter von drei Kindern, ihr jüngster Sohn hat eine geistige Behinderung. Mitglied der Lebenshilfe München e.V. wurde Andrea Siemen nach einem Besuch bei der Angehörigenberatung im Jahr 2008. Kurz darauf stieg sie bei der L.I.E.S.-Redaktion ein, wo sie seither ehrenamtlich mitarbeitet. Seit 2015 ist Andrea Siemen darüber hinaus − ebenfalls ehrenamtlich − in der Angehörigenberatung tätig.

Ihre Ziele für das neue Amt
fasst die neue Vorstandsvorsitzende so zusammen

„Im Interesse der Menschen, die von der Lebenshilfe München begleitet und betreut werden, möchte ich die Reorganisation des Vereins durchführen, die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins stärken und die Lebenshilfe München in der Öffentlichkeit besser bekannt machen. Daneben gilt es natürlich, die aktuellen Projekte, zum Beispiel zum Thema „Wohnen“, umzusetzen.

In einem weiteren Wahlgang
wurde der gesamte Vorstand neu gewählt.

Der neue Vorstand: von links Andreas Ernst, Dr. Lothar Schrader, Petra Koch, Gudrun Oßmann, Friederike Stadler, Inge Oberst, Andrea Siemen, Peter Springmann

Ein anderer Tagesordnungspunkt war die Beschlussfassung zur Reorganisation des Vereins. Hierzu wurde eine Empfehlung vorgelegt, die der Vorstand seit der letzten Mitgliederversammlung erarbeitet hatte. Der Vorschlag, der in einer Infoveranstaltung am19. März 2019 gründlich erläutert worden war, wurde mit großer Mehrheit angenommen und wird jetzt vom neu gewählten Vorstand weiter bearbeitet.

Lebenshilfe ist, wo Lebenshilfe drauf steht

(gsp) Seit Februar leitet die neue Einrichtungsleitung, Sabine Griebel, Dipl. Sozalpädagogin (FH) bei der Lebenshilfe München Kinder und Jugend GmbH die Heilpädagogische Tagesstätte G in Unterhaching. 56 Kinder werden hier in sieben Kleingruppen im Alter von 6 bis 19 Jahren betreut und gefördert. Zuvor war Sabine Griebel bei der Lebenshilfe Miesbach als Einrichtungsleiterin der ‚Villa Kunterbunt‘ einer Heilpädagogische Tagesstätte & Integrative Kindertagesstätte.

Der neu gestaltete Pausen- und Freizeithof an der HPT in Unterhaching wird jetzt von großen Schirmen vor Sonne und Regen geschützt – Fotos: Gerd Spranger

Ihr Wechsel nach München hatte zunächst private Gründe, denn das tägliche Pendeln in das 50 Kilometer entfernte Hausham, auch bei guter Bahn-Anbindung, war auf Dauer doch zeit- und kraftraubend. Den Stellenwechsel begünstigte aber auch eine neue Initiative innerhalb der Lebenshilfen in Oberbayern, nämlich sich bei Personalsuche untereinander zu verständigen. Und „wo Lebenshilfe draufsteht, ist auch Lebenshilfe drin“, freut sich die Pädagogin.

„Das Beste im Kind wecken“

So hatte sie bisher kaum Anlauf-Schwierigkeiten in der HPT Unterhaching, arbeitet mit einem jungen und aufgeschlossenen Team. „Spaß im Team und an der Arbeit in der Gruppe“, sind ihr wichtig, denn auch nach 16 Jahren Berufserfahrung in leitender Position möchte Sabine Griebel immer noch etwas ändern, zum Guten ändern. „Und dazu haben wir in der HPT der Lebenshilfe immer die Möglichkeit. Wir wollen das Beste im Kind wecken, es fördern und lernen dabei gleichzeitig von den Kindern und Jugendlichen. Sie sehen nicht ängstlich in die Zukunft, sondern freuen sich auf jeden Tag. Dabei entwickeln sie ihre Stärken und lernen mit ihren Handicaps zu leben, es sind ganz besondere Kinder.“

Management und gute Organisation

Selbst lernen die Kinder sich spielerisch in der Gruppe zurecht zu finden, sich an die Situationen und ihr Lebensumfeld anzupassen. Sabine Griebel ist in ihrer ruhigen Art ein Mensch ‚der anpackt‘. Sie hat nebenberuflich mehrere Semester zum Master im Sozialmanagement studiert, „denn nur gemeinsam, innerhalb einer großen Organisation, können langfristig Projekte voran gebracht werden“, ist sie sich sicher.

Ihr Blick von außen mit der besonderen Erfahrung der inklusiven Betreuung von Kindern ist auch für die Lebenshilfe München wertvoll. So liegt gerade hier einer ihrer Schwerpunkte, Inklusion für die Kinder und Jugendlichen der HPT-G durch gemeinsame Projekte und Unternehmungen noch erlebbarer zu gestalten.

Inklusion ist kein Selbstläufer

‚Nach außen‘ geht es auch im Alltag der HPT Unterhaching. Ob auf Ausflügen in den Ort oder der näheren Umgebung, in den ‚Krautgarten‘ oder auf einen der Spielplätze. Direkt an der Tagesstätte entsteht aktuell ein neuer Garten mit Sportplatz.

„Immer mehr zeigt sich, dass der grundsätzliche Wille der Inklusion über den Weg hin zur Gesamtschule oder gar zum Gymnasium an seine Grenzen stößt. Wir erhalten immer mehr Anrufe von Eltern, die dringend einen Platz in einer Tagesstätte suchen“, verrät Esther Wagner, die neue Leiterin des Bereichs Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe München. Siehe Bericht

Aktuell wird vor dem Gebäude der Einrichtung der Lebenshilfe München, der HPT in Unterhaching, ein neues Freizeitgelände mit Sportmöglichkeiten geschaffen.

Stiftung der Lebenshilfe im Stiftungs-Frühling

Der MünchnerStiftungsFrühling bezeichnet sich selbst als eine der wichtigsten Städte-übergreifende Stiftungs-Veranstaltung in Deutschland. Seit Jahrhunderten sind Stiftungen die Basis für eine konstruktive gesellschaftliche Mitgestaltung. Wer stiftet, schafft Möglichkeiten und setzt damit den Keim für neue Wege, für Individualität und Selbstbestimmung, für Zukunft.

Der Münchner-Stiftungs-Frühling (MSF) möchte als Impulsgeber fungieren. Wo überall in München leisten Stiftungen einen Beitrag zu einer lebenswerten Gesellschaft? Die Stiftung der Lebenshilfe München ist einer dieser Organisationen und präsentiert sich im Rahmen des Münchner-Stiftungs-Frühling.

Ein eintägiger zentraler Auftakt wird in der BMW Welt – am 23. März von 19.30 bis 22.30 Uhr – gefeiert. Dort präsentieren sich die vielen Akteure, die in diesem Jahr mit unterschiedlichen Einzelveranstaltungen einladen. Die Stiftung der Lebenshilfe München veranstaltet einen Musikabend mit der OBA-Band ‚The Orchestra Extrange‚ und zwar am Donnerstag den 28. März ab 18.30 Uhr in der Geschäftsstelle des Elternvereins.

‚Inklusion unplugged‘ ist das Motto dieses Musikabends. Inklusiv wird es in vielerlei Hinsicht. Musiker mit und ohne Behinderung stehen zusammen auf der Bühne. Das Programm – dieses Mal unplugged – reicht von Elvis bis zu Linkin Park, von den Beatles bis zu den Red Hot Chilli Peppers.

Termin vormerken:

Donnerstag, 28. März ab 18.30 Uhr
Musikabend mit der OBA-Band ‚The Orchestra Extrange‘
St.-Quirin-Str. 13a in
81549 München
(Vortragssaal im 1.OG)