Mit Sport den Kopf frei bekommen

Begeisterung ist bekanntlich ansteckend. Und Paul Oberhofer von der Lebenshilfe München lässt sich gerne davon anstecken und hat damit auch gute Erfahrungen gemacht. Er ist Leiter von drei Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München in der Hofbauern-, Packenreiter- und Schmädelstraße. Seit gut einem Jahr bietet er den den Bewohnern im Wohnstättenverbund West regelmäßige Abende zum gemeinsamen ‚Musizieren‚ an. Daneben gibt es zweiwöchentlich Treffen zur ‚künstlerischen Entfaltung‚. Dabei leiten Kunsttherapeutinnen die Bewohner und Bewohnerinnen an und es steht immer die Freude am Ausdruck, an einem ‚Aus-sich-Herausgehen‘ im Vordergrund.

Paul Oberhofer und Gisela Pointinger leiten die Gruppe bei den sportlichen Übungen an

Jetzt hat Oberhofer die Angebote um eine weitere Offerte ergänzt. Seit Juni lädt er 14-tätig zur gemeinsamen Bewegungsgruppe in einen großen Raum eines evangelischen Gemeindezentrums der Carolinenkirche in der Sarasatestraße ein. Meist sind es acht bis zwölf Teilnehmer aus den drei Einrichtungen, die sich dem leichten Training anschließen. „Dabei geht es nicht um ehrgeizigen Sport oder um Wettkampf“, erzählt er. „Es ist die Freude an der Bewegung, der Spaß am Mitmachen.“

Sich ganz auf die Übungen einlassen

Einzelne Teilnehmer entdecken – alles Menschen mit geistiger Behinderung – ganz neue Fähigkeiten in sich. „Es macht viel Spaß zu beobachten, wie freudig sich die Teilnehmer auf die Übungen einlassen. Einige haben ein perfektes Körperschema verinnerlicht“ so Oberhofer und „bringen ein ganz wunderbares, teilweise unerwartetes Gefühl für die Bewegungsabläufe mit, so dass ich immer wieder vollkommen erstaunt bin.“

Dabei ist das Training nicht schwer. Ein wenig Stretching, Bodengymnastik, Ballübungen und freies Bewegen vereinen sich zu einem runden Programm. Übungsleiterin Gisela Pointinger ist in ihrer Arbeit sehr erfahren. Sie arbeitet mit Sportgruppen für Menschen mit geistiger Behinderung. In den 15 Jahren ihrer Tätigkeit in der OBA des Löhe-Hauses an der Blutenburgstraße konnte sie viel positive Erfahrungen sammeln.

Gezielt anleiten und Hilfestellung geben

Die Bewegungsgruppe Wohnen West ist auf alle Fälle mit Spaß dabei, wenn auch zwischendurch mal Ermüdungserscheinungen auftreten. Gisela Pointinger hat immer wieder angeleitet und Paul Oberhofer, der das Training ebenfalls mitmachte und begleitete, ergänzte mit manchen Handgriffen, bis die Übungen gelangen. Denn ganz so einfach war es nicht immer. „Welche Hand noch heben und welchen Fuß dazu diagonal bewegen“, fragte sich mancher, bis die Lektion dann eingeübt war – und damit der Kopf frei.

Die Lebenshilfe-Stiftung und Spenden helfen

Wie die Musik- und die meisten Kunsttherapien ist auch dieses Angebot für die Teilnehmer kostenlos. „Ich will einfach, dass möglichst viele dabei sind, denn ich sehe, wie sehr das Training hilft, Blockaden und Spannungen zu lösen, neues Selbstvertrauen zu geben“, begründet Oberhofer sein Engagement. Basis für diese kostenlosen Einheiten sind Spenden, denn ‚ganz offiziell‘ zahlt dafür kein Leistungsträger. Einen Großteil der Kosten übernimmt die Lebenshilfe-Stiftung, oft aber gehen auch direkte Gelder an die Lebenshilfe München. „Spenden können auch zweckgebunden sein“, ergänzt Oberhofer.

„Eine inklusive Sportgruppe ist unser Ziel“

Noch einen Wunsch hat Oberhofer. Er will Vereine und Schulen in der näheren Umgebung ansprechen, um eine Inklusions-Gruppe ins Leben zu rufen, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam trainieren. „Dabei steht nicht der Sport, sondern die Freude an der Bewegung und das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund.“ Dann hofft er für die Einheiten auch eine richtige Turnhalle zu finden. „Das Ambiente ist dort anders, es gibt auch mehr Möglichkeiten und Bewegungsfreiheit, die etwa bei Ballspielen nötig ist.“

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5. Ayinger Vorwiesn mit Ministerpräsident a.D. Dr. Edmund Stoiber

Florian Hahn (MdB) vermeldet Rekord-Spenden für die gute Sache

Zum fünften Mal fand die Ayinger Vorwiesn auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Florian Hahn im schmucken Sixthof statt. „Es ist schon gute Tradition geworden, dass wir am Donnerstag vor dem Münchner Oktoberfest hier in Aying zusammenkommen und neben dem Vorwiesn-Anstich gemeinsam etwas für die gute Sachen tun wollen“, begrüßte Hahn die zahlreichen Gäste.

Ayinger Vorwiesn mit Florian Hahn und Edmund Stoiber / Foto: Claus Schunk

Ein besonderer Dank ging an die Hausherren, die Familie Inselkammer, die seit Beginn an Florian Hahn bei der Umsetzung dieses Veranstaltungsformats unterstützend begleitet habe. So war es wie ein Treffen unter Freunden als Ehrengast Dr. Edmund Stoiber über seinen besonderen Bezug zum Gastgeber Florian Hahn und zur Familie Inselkammer sprach.

Florian Hahn sei ihm als außergewöhnlich engagierter junger Mann in der Jungen-Union frühzeitig positiv aufgefallen. Und dem Hotel- und Gastronomiebetrieb der Familie Inselkammer verdanke er die Handynummer von Russlands Präsident Wladimir Putin, der nach einem Besuch in Aying auf internationalem Parkett von der dortigen Gastfreundlichkeit schwärmte.

Aying: MdL E. Weidenbusch, MdL K. Schreyer, MP a.D. Dr. E. Stoiber, MdB F. Hahn, LR Ch. Göbel. (Foto: Claus Schunk)

Nach einer energischen Rede Stoibers zur Zukunft Bayerns brachten sich die Gäste in Sachen „Wohltätigkeit“ nicht minder engagiert ein. 1000 Euro stiftete die Firma Behncke GmbH an diesem Abend an die Stiftung Schneekristalle von Ex-Skirennläuferin Michaela Gerg. Weitere 1000 Euro gingen an die Stiftung Lebenshilfe München, gesponsert von Privatmann Gerd Erke. Über Schecks in Höhe von 1250 Euro bzw. 1500 Euro durften sich die Unterhachinger Anton Schrobenhauser-Stiftung Kids-to-life und „Frohes Herz“ von den Volksmusikstars Marianne und Michael freuen. Beide Schecks sponserten herzpartie e.V. Mit 5000 Euro wurde erneut die Stiftung Lebenshilfe München bedacht, der Florian Hahn als Vorsitzender vorsteht, und sich ganz besonders über den hohen Betrag der Findelkind-Sozialstiftung des Ehepaars Schmucker freute.

Quelle: http://florian-hahn.de/2017/09/18/

Gemeinsam stark bei den Special Olympics

Viktor von Wackerbarth ist einer der glücklichen Gewinner bei den Special Olympics Landesspielen in Bayern.

Vom 12. bis 16. Juli gingen in Hof 1.100 Sportler mit und ohne geistige Behinderung bei den Special Olympics Landesspielen Bayern 2017 an den Start. Gemeinsam kämpften sie im sportlich fairen Wettbewerb in 13 Sportarten.

Die OBA der Lebenshilfe München besuchte die Spiele und feuerte ‚ihren‘ Sportler an. Es ist Viktor von Wackerbarth, der das Down-Syndrom hat und seit Sommer 2016 bei der Lebenshilfe München einen Bundesfreiwilligendienst leistet.

Er hat gelernt gut damit zu leben und weder in Schule noch Arbeit ist es ihm anzumerken. Mit seinem offenen und sympatischen Wesen gleicht er kleine Handicaps spielerisch aus. Auch bei den bayerischen Special Olympics gelang es ihm bestens. Viktor errang die Goldmedaille im Weitsprung und eine Bronzemedaille im Team-Staffellauf über 4 x 100 Meter.

Herzlichen GLÜCKWUNSCH!

Sommerzeit ist Ferienzeit

Eeeendlich Ferien! Die letzten Tage werde gezählt und dann heißt es ab in die Ferien, in den wohlverdienten Urlaub. Um die Ferientage mit möglichst viel Urlaub zu füllen, geht es mit der Offenen Behindertenarbeit (OBA) der Lebenshilfe München den Sommer über gleich sechs Mal auf Reisen. Für ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter eine Zeit voller Aktivitäten und Herausforderungen, voller Spaß und Erlebnisse. Die Reisen werden jeweils von einem Team aus Reiseleitern und Ehrenamtlichen begleitet.

Im Süden von Kreta den Sommer verlängern

Der Deutschen beliebtestes Reiseland ist Deutschland und hier ganz vorne der Norden mit Nord- und Ostsee und der Süden in Bayern mit den Alpen. Auch die Lebenshilfe München erschließt diese Ziele, etwa mit einer Sommerreise an Dänemarks Nordseeküste, wo ein großes Ferienhaus auf die Urlauber wartet. „Wir haben ein großes Ferienhaus. Von dort sind es nur wenige Meter bis zum Strand“, heißt es im Programm. Die bayerischen Alpen lernt man in Schliersee kennen. Rund um den sauberen Gebirgssee gibt es herrliche Spazierwege. Die Reisegruppe wohnt im Jugendhaus Josefstal. Das Haus hat einen großen Garten.

Auch Schwarzwald und Thüringen stehen auf dem Reiseprogramm der OBA, aber auch Luxus und Entspannung in Kroatien. Im Spätsommer ist sogar auf der griechischen Insel Kreta ein Hotel gebucht. Während bei uns langsam der Herbst einzieht, genießt man in Kreta bis Oktober hinein noch herrliche Sommertage. Das 4-Sterne-Haus liegt im Süden der Insel.

Alle Informationen zu den Reisen finden Sie unter:
www.lebenshilfe-muenchen.de/reisen-und-freizeit

Die Reisen sind meist sehr frühzeitig ausgebucht. Eine frühe Anmeldung empfiehlt sich darum. Beim Planen einer eigenen Reise hilft die OBA der Lebenshilfe München gerne.

Sie möchten gerne allein oder mit Freunden in Urlaub fahren?
Sie brauchen Hilfe bei der Planung oder auf der Reise?

  • Wir helfen Ihnen gerne bei der Vorbereitung
  • Wir suchen mit Ihnen ein Hotel/ Ferienwohnung und unterstützen Sie bei der Buchung
  • Wir ermöglichen die An- und Abreise
  • Wir suchen mit Ihnen zusammen Informationen über das Reiseziel
  • Wenn Sie möchten, suchen wir einen Begleiter, der Sie während der Reise unterstützt
  • Der Preis richtet sich nach dem Unterstützungsbedarf.
  • Melden Sie sich bei uns!
  • Wir helfen Ihnen weiter!

Rufen Sie uns einfach an. Sie erreichen und unter Telefon: 089 / 69 34 7 – 140

Menschen mit Behinderung liegen ihr am Herzen

Mit 20 Jahren hatte Sarah Höhendinger ihre erste intensivere Begegnung mit einem Menschen mit geistiger Behinderung. Im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) in Rosenheim betreute sie ein Jahr lang ein junges Mädchen. Dabei hat sie ihre anfängliche Scheu schnell überwunden und sich sehr gut mit der ganzen Familie angefreundet. Heute, neun Jahre später, ist Sarah Höhendinger fest bei der Lebenshilfe München angestellt. (gsp)

Erst ein FSJ, dann ein Studium

Nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit managt sie heute sowohl beim FUD (Familien-Unterstützender-Dienst) als auch bei der OBA (Offene Behindertenarbeit) Clubabende, Kurse, Ausflüge, bis hin zu Bewerbungs- und Beratungsgesprächen mit ehrenamtlichen Helfern, Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen. Eine vielseitige Aufgabe, die die 29-jährige Sozialpädagogin gerne und mit Elan angeht.

Verbindlichkeit ist etwas sehr Wichtiges

Sie war von Anfang an mit der Leitung eines Freizeit-Clubs betraut, der sich wöchentlich trifft, später kam noch ein Sport-Club dazu. „Ich merkte schnell, dass Verbindlichkeit ganz wichtig war. Nicht nur für uns Ehrenamtliche, sondern vor allem für die in der Gruppe betreuten Menschen. Für Sie ist das wöchentliche Treffen etwas ganz besonderes, denn für Menschen mit geistiger Behinderung ist es nicht immer einfach, Kontakte zu knüpfen, einen Freundeskreis aufzubauen.“

„Man merkt schnell die Leichtigkeit“

Ihr Engagement gilt den Menschen mit Behinderung. Sarah Höhendinger von der Lebenshilfe München

In dem Freizeitclub der OBA der Lebenshilfe München, den Sarah bis heute betreut, sind es 16 TeilnehmerInnen und acht ehrenamtliche BetreuerInnen, im Sportclub 12 TeilnehmerInnen und fünf ehrenamtliche BetreuerInnen. Sarah verstand es schnell, eigene Freunde für die Arbeit zu gewinnen. „Wenn man sich mal auf diese Arbeit einlässt, merkt man schnell die Leichtigkeit, die dahinter steckt. Wir machen ‚keine großen Sachen‘, sondern verbringen in erster Linie eine gute Zeit miteinander, verstehen uns, tauschen uns aus, unternehmen zusammen was.“
„Aktuell hat sich eine junge Frau unserem Sportclub angeschlossen,“ erzählt die Sozialpädagogin weiter. „Sie ist nur ein wenig eingeschränkt, doch in einer ’normalen‘ Sportgruppe, die in der Regel auf Leistung setzt, fand sie keinen Zugang. Heute freut sie sich bei uns zu sein. Ihr gefällt die gute und lockere Atmosphäre.“

Ausgezeichnet durch die Stadt München

Sarah Höhendinger hat über ihr Praxissemester während des Studiums und das anschließende ehrenamtliche Engagement zur Lebenshilfe München gefunden. 2015 wurde sie dafür sogar von der Stadt München ausgezeichnet. Sie hatte mehr als 300 Stunden im Jahr ehrenamtliche Hilfe geleistet. Sie hat viel gegeben, aber auch viel bekommen. „Dass ich heute wie selbstverständlich die Gruppen führen, Ausflüge organisieren und durchführen, Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann, ist in der langen Praxis begründet. Sie gibt neben dem Studium auch die nötige Sicherheit und das Gespür dafür.“

Ehrenamt mit Perspektive

Und das braucht sie auch, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Bedürfnissen zur Lebenshilfe München finden. „Beim FUD zum Beispiel fragen viele StudentInnen an, um stundenweise Kinder mit einer Behinderung zu betreuen und die Familien zu entlasten. Hier gibt es sogar eine Aufwandsentschädigung“, erzählt sie. Nachgefragt werde aber auch generell nach einer Betätigung im Ehrenamt, etwa wenn Menschen neu nach München übersiedeln. „Andere hingegen engagieren sich, um über ihre einseitige Berufstätigkeit hinaus etwas ‚Abwechslung und Farbe‘ im Alltag zu schaffen. Auch ist es immer ein sehr gutes Gefühl, etwas für andere tun zu können. Bei Menschen mit geistiger Behinderung ist das nicht schwer,“ weiß Sarah aus eigener Erfahrung.

Die richtigen Worte finden

Natürlich gilt es auch gemeinsam ‚kleine Krisen‘ zu meistern. „Menschen mit geistiger Behinderung können oft nicht gut in Worte fassen, was sie bedrückt. Sie fühlen es mehr und werden unruhig. Da helfen häufig schon ein paar Worte, ein ruhiges und klärendes Gespräch um Missstimmungen abzustellen.“

Mehr auf Menschen zugehen

Einen anderen Beruf kann Sarah sich heute nicht mehr vorstellen. „Ich bin genau in der Sparte angekommen, die mich erfüllt und Freude bereitet. Auch das Team hier, meine Kollegen und KollegInnen, stehen ganz hinter ihrem Job. Das merkt man und die Stimmung ist gut und inspirierend.“ Einen ganz persönlichen Wunsch hat Sarah noch beim Abschluss unseres Gespräches. „Geht mehr auf die Menschen zu, überwindet eure Scheu. Es wäre schön, wenn Menschen mit Behinderung einfach so in die Stadt fahren oder ein Kino, ein Theater in dem Wissen besuchen könnten, dass ihnen immer geholfen wird, ganz selbstverständlich.“

Der Pädagogische Fachdienst Wohnen der Lebenshilfe München unterstützt alle Wohneinrichtungen

Der Pädagogische Fachdienst der Lebenshilfe München. Von links: Esther Wolfram, Erich Wolf und Imke Krause.

Auf der Suche danach, was denn ein Pädagogischer Fachdienst bei der Lebenshilfe München Wohnen GmbH so macht, habe ich das direkte Gespräch mit den drei Fachverantwortlichen Erich Wolf, Imke Krause und Esther Wolfram gesucht. Alle drei engagieren sich seit vierzehn Jahren und länger für die Lebenshilfe München und waren bereits in verantwortlicher Leitungsposition. Sie kennen die Besonderheiten der Lebenshilfe in allen Facetten, wissen um das Zusammenspiel von Menschen mit Behinderung, Fachkräften, Ehrenamtlichen, Angehörigen und gesetzlichen Betreuern.

Der Pädagogische Fachdienst kann von allen Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München Wohnen GmbH angefragt werden. Benötigen die Teams zu bestimmten pädagogischen Themen Informationen und Hilfestellungen oder hat sich etwa das Verhalten von Bewohnern verändert, der Fachdienst hilft. Er ist auch gefragt, wenn Teams gemeinsam mit den Angehörigen Beratung brauchen, oder ein Bezugsbetreuer Hilfestellung bei der Förderplanung.

Von der Erstaufnahme bis zum Ehrenamt

Der Pädagogische Fachdienst berät Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige bei der Aufnahme und verwaltet die Warteliste. Er organisiert Gruppenveranstaltungen für die Bewohner, wie „Erste-Hilfe-Kurse“ oder „Heimbeiratsschulungen“ und unterstützt die Einrichtungen bei der Wahl neuer Bewohnervertreter. Zudem berät der Pädagogische Fachdienst ehrenamtliche Helfer und sucht für diese eine passgenaue Einsatzmöglichkeit.

Ohne eine gute EDV geht nichts

Was beim Pädagogischen Fachdienst an Bedeutung gewonnen hat, sind Vorgaben des Bezirks Oberbayern und der Heimaufsicht. Einer seiner Kernkompetenzen ist es, die Standards einer qualitativ hochwertigen Betreuungsplanung zu entwickeln und zu vermitteln. Dabei ist mit dem Qualitätsmanagement, dem EDV-Beauftragten und den Einrichtungsleitungen eine enge Kooperation für die Durchführungs-Dokumentation wichtig. „Für die Überarbeitung der Standards für die Förderplanung haben wir über Wochen und Monate eng mit unserem EDV-Beauftragten Anugyan Kirchner und dem Qualitätsbeauftragten Florian Mauch zusammengearbeitet. Ein herzlicher Dank an sie dafür“, ergänzt Imke Krause.

160 Menschen mit geistiger Behinderung

„Früher war der Pädagogische Fachdienst direkt in den größeren Einrichtungen angesiedelt. Heute ist er zentral in der Geschäftsstelle zu finden“, erklärt Erich Wolf. Das sei einerseits für die kleineren Wohneinrichtungen – bis zu 15 Bewohner – ein Vorteil, anderseits spricht einiges für eine externe Perspektive. „Entstehen Konflikte und verfestigen sich diese, hilft oft eine dritte Meinung weiter, der Blick von außen“, weiß Esther Wolfram. In den vollstationären Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München wohnen derzeit 160 erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung, die von 127 Mitarbeitern im Gruppendienst betreut werden, davon etwa 62% Fachkräften.

Wohnplatzanfrage und Belegungsmanagement

Ein weiterer Bereich des Pädagogischen Fachdienstes ist das Belegungsmanagement. Es beginnt mit einer Wohnplatzanfrage. In einem ersten Gespräch wird die persönliche Situation des Menschen mit Behinderung und seine Unterstützungsbedarfe und Wohnwünsche abgeklärt. Wie hoch ist der Hilfebedarf, welche Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten sind vorhanden und welches Betreuungsangebot wird benötigt. „Es findet sich nicht immer sofort ein freier Platz. Wir haben häufig lange Wartezeiten. Es ist darum sehr wichtig, sich rechtzeitig um einen Wohnplatz zu bemühen und nicht erst bei Tod des nahestehenden Angehörigen. Dann nämlich kommt es für die Betroffenen zum zweifachen Schock, wenn nicht sofort ein Platz bereit steht“ weiß Erich Wolf aus vielen Fällen seiner langjährigen Tätigkeit bei der Lebenshilfe München.

Der Pädagogische Fachdienst hält zudem den Kontakt mit den Freiwilligen-Agenturen, immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern zur Verwirklichung besonderer Wünsche der Bewohner im Freizeitbereich.

FASD die geheime Behinderung?

Hier geht es zu unserem ersten Bericht "FASD: eine Mauer des Schweigens"

1. Fortsetzung

Die große unbekannte Störung FASD – Fetale Alkoholspektrumsstörung‘ (fetal alcohol spectrum disorders) – bleibt häufig unerkannt, weil die Diagnose schwierig ist und selbst viele Mediziner FASD nicht erkennen. Zudem führt es leicht zu einer Stigmatisierung, wenn das eigene Kind durch einen Alkoholkonsum der Mutter unter einer Behinderung leiden muss. Und die zwei, drei Gläschen Alkohol während der Schwangerschaft können doch gar nicht so schlimm gewesen sein – oder doch?

Dabei ergibt eine aktuelle GEDA-Studie, dass der mütterliche Alkoholkonsum während der Schwangerschaft in Deutschland hoch ist. Demnach haben 20 Prozent einen moderaten Konsum und ganze acht Prozent bewegen sich im riskanten Spektrum. Die Referentin beim FASD-Fachtag der Lebenshilfe München, Dr. med. Dipl.-Psych. Mirjam Landgraf* setzt sich für eine verbesserte Diagnostik ein. „Sie ermöglicht eine frühe Förderung, geeignete Schul-, Arbeits- und Wohnformen, weniger säkundäre Erkrankungen und eine Entlastung der Eltern und Angehörigen.“ Selbst hat sie eine Leitlinie zur Diagnostik heraus gegeben (Link) und nennt für die Diagnose vier maßgebliche Bereiche: das Wachstum, äußere Merkmale im Gesicht, eine Schädigung des Zentralen Nervensystems (ZNS) und Hinweise auf einen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft.

Die Schädigung des ZNS kann sich mehrfach ausdrücken. Durch eine globale Intelligenzminderung, eine signifikante Entwicklungsverzögerung oder deutliche Deffizite in der Sprach-, Fein- und Grobmotorik. Gleiches gilt für die Graphomotorik, was selbst beim kindlichen Zeichnen eines Bildes erkennbar wird. Zudem können die räumlich visuelle Wahrnehmung eingeschränkt sein, die Lern- und Merkfähigkeit sowie exekutive Funktionen. Das meint, in Zusammenhängen zu denken, etwa bei Prozessabläufen, wie das Duschen oder Ankleiden. Dazu gehört es auch die Folgen eines Handelns über die eigentliche Tat hinaus einschätzen zu können. Weitere eingeschränkte Fertigkeiten sind die Rechenfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration sowie soziale Fähigkeiten und Verhalten.

Veerle Moubax

Es ist also ein ganzes Bündel, das zu Einschränkungen bei einem FASD führen kann. Dabei erlauben einzelne Defizite noch keinen Rückschluss und das macht eine Diagnose häufig schwer. Und hier beginnt ein Teufelskreis, merkt Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe an. „Ohne eine eindeutige ärztliche Diagnose gibt es kein Geld. Und ohne Geld gibt es keine Förderung des Kindes.“

Veerle Moubax von der Selbsthilfegruppe FASD Deutschland schilderte als betroffene Mutter eines Adoptivkindes sehr anschaulich ihre eigenen Erfahrungen. „Wir sind von den USA nach Deutschland gezogen und wussten damals noch nichts von der Schädigung. Bei der Adoption hieß es, die Entwicklungsverzögerungen würden sich schon geben, das Kind habe eben ein schwieriges Umfeld gehabt. Es wurde aber nichts leichter, im Gegenteil“, erzählt Veerle Moubax. Dazu kamen später noch Zweifel an der eigenen Fähigkeit als Mutter. Und doch war ich in einer Großfamilie aufgewachsen, wusste genau, dass ich es nicht schlecht mache.“ Doch gerade ihr gegenüber reagierte das Kind schnell aggressiv und Situationen eskalierten. „Erst später begriff ich, dass sich das Kind ‚ganz zuhause fühlte‘, sich fallen ließ und all seinem Frust und Stress abließ.“ Das half mir mit der Zeit sehr. Er war nach der Schule einfach am Ende seiner Kräfte, konnte nicht mehr mal was essen, schmiss seine Sachen in die Ecke oder irgendwo auf den Boden, und verschwand eine halbe Stunde im Zimmer, zum Chillen, zum sich Regenerieren.“

Heute könne der Sohn selbst ebenfalls gut mit seiner Einschränkung umgehen. So habe er zu seinem Vorgesetzten in der Arbeit schon häufiger gesagt, dass er eben nicht schneller arbeiten kann. Was bei anderen Menschen eine Ausflucht ist, ist bei ihm eine Tatsache, denn „mein Gehirn kann es nicht,“ fügt er hinzu. Und natürlich ist sein Arbeitgeber über dieses Handicup informiert.

In unserer nächsten Folge lesen Sie mehr über FASD, die ‚Fetale Alkoholspektrumsstörung‘ (fetal alcohol spectrum disorders).

 

Dr. med. Dipl.-Psych. Mirjam Landgraf. Kinder- und Jugendärztin, Diplom-Psychologin. Arbeitsschwerpunkte: Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen, leitet im integrierten Sozialpädiatrischen Zentrum am Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München die spezialisierte Ambulanz zu Fetalen Alkoholspektrumstörungen und Toxinexposition in der Schwangerschaft.

Lebenshilfe München geht neue Wege

In unserer ersten Folge verfolgten wir den Weg der Lebenshilfe München
von den 60er-Jahren bis in die 80er-Jahre. Im zweiten Teil
standen die 90er-Jahre im Mittelpunkt und mit dem dritten Teil gehen wir
ins nächste Millennium, also bis in das Jahr 2016.

In 50 Jahren viel geleistet und erreicht

Mit Stolz blickte der Elternverein ‚Lebenshilfe-München‚ bei seinem 50jährigen Jubiläum im Jahr 2010 auf viel Geleistetes zurück. In der Jubiläumsschrift war darum zu lesen: „„Es gilt den Bestand zu erhalten, zu verbessern und krisensicher zu machen.“ Das war angesichts von 25 Einrichtungen in Stadt und Landkreis München eine große Aufgabe. Betreut wurden täglich bereits 1500 Kinder und Jugendliche und deren Familien. In der Beratung der Lebenshilfe München jährlich viele hundert Fälle und auch die Frühförderung ist viel in den Familien, in Krankenhäusern und in Kindergärten beratend und helfend tätig.

Verein organisiert sich mit zwei neuen Gesellschaften

Modernisierung und Ausbau der neuen Geschäftsstelle in München/ Giesing war eine große Aufgabe für den Verein. 1997 wurde sie eröffnet.

Die Fülle an Diensten und Aufgaben verlangte aber nach neuen Strukturen. Bereits ab 1997 beschäftigte sich ein eigenes Gremium damit. Zehn Jahre später, 2007 war es dann soweit. Man trennte das laufende Geschäft aus den 10 Wohnstätten organisatorisch vom Verein. Der Besitz an den bestehenden alten Stadthäusern, Wohnungen und der modernen Einrichtung in Putzbrunn verblieb natürlich zu 100 Prozent beim Verein der Lebenshilfe München e.V. Die laufenden Verträge, Einnahmen, Ausgaben und der laufende Betrieb aber wurde in die Hände der „Lebenshilfe München Wohnen gGmbH“ gelegt. Das kleine ‚g‘ bei der GmbH steht für ihre Gemeinnützigkeit.

Transparenz und Strukturen sind wichtig für die Lebenshilfe

Ebenso wurden für die Tagesstätten, die Schule und die Frühforderung eine eigene Gesellschaft gegründet, die „Lebenshilfe München Kinder und Jugend gGmbH“. Ziel war es, den Vorstand des Vereins mit seinen Gremien zu entlasten, so dass er sich besser auf seine Kernthemen konzentrieren kann. Zudem gestaltete es sich steuerlich und wirtschaftlich zunehmend schwieriger, die einzelnen Bereiche alle unter dem Dach eines einzigen Vereins darzustellen. Und das ist für die Transparenz eines gemeinnützigen Vereins nicht nur gegenüber seinen Mitgliedern, auch gegenüber seinen Schützlingen und von Aufsichtsbehörden dringend geboten.

Leistungsvereinbarungen mit dem Bezirk Oberbayern

Auch beim Verein und bei der Lebenshilfe-Stiftung vollzog sich 2015 mit einer neuen Vorstandschaft ein Wandel. Von links: MdB Florian Hahn, Dr. Gertraud Burkert, Rainer Hölzgen und Stiftungs-Ratsvorsitzende Johanna Rumschöttel.

Formal also war der Wandel vollzogen. Eine klare Organisationsstruktur war und ist eine gute Grundlage für ein transparentes Wirtschaften. In der Praxis aber musste der Weg zwischen Vereinsvorstand, Geschäftsführer der GmbH’s sowie der Vorstandschaft und dem Kuratorium noch gefunden werden.

Einerseits nämlich sind die beiden Lebenshilfe GmbH’s zwar selbständig, anderseits aber dem Verein gegenüber verantwortlich. So waren etwa sämtliche Leistungsvereinbarungen, also wie viel Geld die Lebenshilfe für die Betreuung (meist) vom Bezirk erhält, noch unter der Ägide des Vereins ausgehandelt worden. Und gerade dieser Bereich war vom Gesetzgeber immer wieder von Änderungen geprägt, vermehrt seit der Einführung der sozialen Pflegeversicherung im Jahr 1995. Es folgten 2001 neue Maßgaben zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen, 2005 eine Reform der Sozialhilfe, 2012 das Familienpflegezeitgesetz, 2013 Neuerungen bei der sozialen Pflegeversicherung, 2015 das Pflegestärkungsgesetz und ganz aktuell das Bundesteilhabegesetz (BTG). – siehe Link

Modernisierung geht mit neuem Geschäftsführer weiter

Im Jahr 2012 dann verpflichtete die Lebenshilfe München den Dipl. Pädagogen und Univ. Sozialbetriebswirt Peter Puhlmann als Geschäftsführer. Er stammt nicht aus dem Umfeld der Lebenshilfe München und war zuvor Geschäftsführer eines großen privaten Betreibers von Senioren- und Therapiezentren in Bayern. Ihm war schnell klar, dass die im Kern vorhandenen Strukturen ausgebaut und vertieft werden müssen.

Ein völlig neuer Bereich tat sich mit der zunehmenden Überalterung der betreuten Menschen mit Behinderung auf. Sie waren in jungen Jahren, häufig schon seit 1960, Teil der „Lebenshilfe-Familie“ geworden. Was tun mit den Senioren unter den Menschen mit geistiger Behinderung, die jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden? Eine erste Senioren-Wohngruppe würde gegründet und eine TENE (Einrichtung einer Tagesstruktur für Erwachsene nach dem Erwerbsleben) gegründet.

Flexiblere Formen der Betreuung gefordert

Christian Kerler, Koordinater der Wohnen GmbH der Lebenshilfe München, vor dem neu bezogenen Komplex der zwei Wohngemeinschaften in der Landsberger Straße.

Das Thema ‚Wohnen‘ ist bei der Lebenshilfe München nicht abgeschlossen. Länger schon ist die Forderung ‚Ambulant vor Stationär‘ aktuell. Es ist darüber hinaus ein weiterer wichtiger Schritt für Menschen mit Behinderung in die Selbständigkeit. Auch für Menschen mit geistiger Behinderung muss die Möglichkeit bestehen, allein etwa in einem Appartement zu leben. Eine Unterstützung und Begleitung erfolgt dann ambulant. Das führte in den letzten Jahren etwa zu einem stetigen Ausbau des ‚Ambulanten Pflegedienstes‘ und des ‚Ambulant betreuten Wohnens‘ der Lebenshilfe München. – siehe Bericht

Eine Wohngemeinschaft mit neuen Strukturen

Selbständigkeit kann auch im Rahmen einer offenen Wohngemeinschaft (WG) erreicht werden, wie sie 2016 von der Lebenshilfe München in der Landsberger Straße eröffnet wurde. Im Gegensatz zu den bestehenden Wohngemeinschaften ist hier kein Betreuer fest in die WG integriert. Die Menschen wohnen hier selbständig für sich und viele von ihnen haben nicht mit einer geistigen Behinderung, sondern mit einer psychischen Beeinträchtigung zu tun. Ein Betreuer ist nur bei Bedarf vor Ort oder zeitweise etwa mit einer wöchentlichen ‚Sprechstunde‘, was vor allem in den ersten Monaten von Bedeutung ist. Damit nähert sich die Lebenshilfe München bereits den im neuen Bundesteilhabegesetz gestellten Forderungen.

Dieser Entwurf für die Lebenshilfe-Einrichtung in der Packenreiterstraße von den KAAN Architekten GmbH überzeugte die Juroren.

Dieser Entwurf für die Modernisierung der Lebenshilfe-Einrichtung in der Packenreiterstraße von den KAAN Architekten GmbH überzeugte die Juroren.

Die Entwicklung wird in diese Richtung weitergehen. Die Umbrüche aus den Vorgaben des neuen Bundesteilhabegesetzes (BTHG) treffen auch die Lebenshilfe München und werden zu einigen Veränderungen führen. Aktuell stehen für 2017 die Modernisierung bestehender Wohneinrichtungen, in den „Stadthäusern“ der Lebenshilfe München an. Bericht folgt.

Eine Übersicht über den Aufbau und die Struktur der Lebenshilfe München finden sie hier:
http://www.lebenshilfe-muenchen.de/Organigramm.pdf

Lebenshilfe München gewinnt an Bedeutung

In unserer ersten Folge  Lebenshilfe: Vom Elternverein
hin zu einem gemeinnützigen Wirtschaftsunternehmen – haben wir den Weg von den 60er-Jahren bis hinein in die 80er-Jahre verfolgt.
Im zweiten Teil gehen wir von den 90er-Jahren ‚in das Heute‘.

In den 90er-Jahren war die Lebenshilfe München bereits zu einer großen Organisation angewachsen. Von der Frühförderung, den Heilpädagogischen Tagesstätten (HPT), über die Werkstätten bis hin zu den Wohneinrichtungen, Beratungsdiensten und der Offenen Behindertenarbeit deckte der Elternverein die gesamte ‚Lebens-Wirklichkeit‘ von Menschen mit Behinderung ab. Er gab auch den Eltern Raum und Sicherheit im Streben nach einer bestmöglichen Förderung ihrer Kinder. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landkreis München entwickelte sich gut, man war ihr ein verlässlicher Partner in vielen sozialen Bereichen geworden.

Putzbrunn: Ein Neubau der alle Anforderungen erfüllt

Die Nachfrage nach betreuten Wohnplätzen für Menschen mit geistiger Behinderung war ungebrochen groß. Von 1992 an war der Elternverein neben dem laufenden Betrieb mit dem Bau des großen Wohnheimes in Putzbrunn beschäftigt. 1993 gab es für 34 Wohnplätze 160 Vormerkungen. Die Nachfrage war sehr hoch, auch die Kosten.

„Das Wohnheim Putzbrunn wird mit 6,4 Millionen DM Gesamtkosten abschließen.
Rund 1,4 Millionen müssen nachfinanziert werden“, heißt es damals
in einer Ausgabe des L.I.E.S. – Heftes.

1994 feierte man dann die Eröffnung der Wohneinrichtung in der Waldkolonie von Putzbrunn, im Landkreis München. Diese Einrichtung war in mehrerer Hinsicht für die Lebenshilfe München einzigartig. Sie war und ist bis heute mit 34 Betreuungsplätzen, verteilt auf vier Gruppen, die Modernste. Bis auf ein Doppelzimmer wohnen und leben die Menschen hier in Einzelzimmern und es steht ihnen die gesamte Infrastruktur mit allen Gemeinschaftsräumen offen. Es war auch der erste komplette Neubau der Lebenshilfe, so dass alle Erfordernisse einer behindertengerechten Einrichtung erfüllt werden konnten. Zudem eröffneten die Lebenshilfe-Werkstätten gleich nebenan eine weitere Zweigstelle, eine ideale Kombination zur Wohneinrichtung. Die Einrichtung wurde 2005 noch um ein weiteres Gebäude mit 18 Wohnplätzen erweitert.

Lebenshilfe München im Landkreis gut vertreten

Damit war die Lebenshilfe München, die seit 1960 den vollen Namen „Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. Stadt und Landkreis München“ trägt, im Landkreis München mit einer großen Wohneinrichtung, der Werkstatt, mit der HPT in Neuperlach und der Frühförderung in Feldkirchen gut vertreten. Stationäre Einrichtungen der Frühförderung mit Beratungs- und Therapieräumen haben sich in den 90er-Jahren in Feldkirchen, Sendling-Westpark und in Giesing etabliert.

Ein Leuchtturm-Projekt in der Stadt München

1993 stand bereits die Renovierung und der Ausbau der künftigen Zentrale in der St.-Quirin-Straße an, während man noch mit dem Neubau in Putzbrunn völlig ausgelastet war. Man hatte das alte Wohngebäude auf Basis einer Erbpacht (60 Jahre) von der Stiftung Eckersberg erwerben können. Dazu kam erschwerend, dass ein bestehender Pachtvertrag über die Anmietung des bis dahin genutzten Büros noch bis zum Jahr 2000 lief, so dass hier zusätzliche Kosten von 60.000 DM entstanden, war im LIES – Heft aus dem Jahr 1997 zu lesen.

320 Hauptamtliche und 100 Ehrenamtliche

Am 03. Juli 1997 war die offizielle Eröffnung und am 13. November 1997 hielt die Lebenshilfe München ihre erste Vorstandssitzung in dem neuen Vortragsraum der Zentrale der Lebenshilfe München in der St.-Quirin-Straße ab.

„1996 haben 320 Mitarbeiter und 100 Ehrenamtliche für die Einrichtungen und die Offene Behindertenarbeit sehr viel geleistet, hieß es in dem Geschäftsbericht.“

Zur Eröffnung lud damals der Vorsitzende Wolfgang Franz und die Festansprache hielt die langjährige Vorstandsvorsitzende Silvia Görres. Es war für den Elternverein ein wirklich großes ‚Leuchtturm-Projekt‘ in München-Giesing. Die aus dem Bestand der ehemaligen US-Kasernen übernommenen Wohngebäude wurden ausgebaut und modernisiert. Sie bieten Raum für die Offene Behindertenarbeit, für die Frühförderung, die Beratung, für eine Wohneinrichtung sowie für die zentrale Verwaltung, so dass jetzt alles ‚unter einem Dach‘ zusammen ist. Das erleichtert die Arbeit erheblich und es gibt jetzt auch für Eltern und Betroffene eine zentrale Anlaufstelle.

Lesen Sie im dritten Teil die Entwicklung der Lebenshilfe München bis in das Jahr 2016:
lebenshilfe-muenchen-geht-neue-wege/

Mehr Inklusion durch ein verbessertes Bundesteilhabegesetz

„Viele Erfolge, aber immer noch Handlungsbedarf“

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) wurde am 1. Dezember in zweiter und dritter Lesung im Bundestag beraten und am 16. Dezember im Bundesrat verabschiedet. Das ist für uns alle ein wichtiger Schritt hin zu mehr Inklusion für Menschen mit Behinderung, ist es doch die Fortschreibung der UN-Behindertenrechtskonvention. Wir, die Lebenshilfe München und die Lebenshilfen in Deutschland, haben uns sehr für Verbesserungen eingesetzt, um im Lebensalltag mehr zu erreichen. Das BTHG tritt in mehreren Schritten in Kraft und bringt Veränderungen in der Eingliederungshilfe sowohl für Menschen mit Behinderung als auch für die Lebenshilfen als Anbieter von Leistungen mit sich.

Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe MÜnchen

Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe MÜnchen

Der Landesverband Lebenshilfe Bayern bietet deshalb Betroffenen, Eltern und Angehörigen aus den Lebenshilfevereinen und Einrichtungen vor Ort die Möglichkeit, sich bei zwei zentralen Veranstaltungen zu informieren. Vom gestuften Ablauf des In-Kraft-Tretens über die systematische Einordnung bis zu den wesentlichen einzelnen Regelungen und deren Rechtsfolgen soll ein Überblick über das BTHG gegeben werden.  Weiterlesen

Wunsch-Erfüller spenden Weihnachtsfreuden

Große Freude über viele kleine Geschenke (v.l.): Karin Taupert, M.-A. Link, Klaus Taupert, Sabine Wolf, Ralph Taupert.

Große Freude über viele kleine Geschenke (v.l.): Karin Taupert, M.-A. Link, Klaus Taupert, Sabine Wolf, Ralph Taupert.

Für die Brüder Taupert (Klaus & Ralf) war ihr 40. Geburtstag Anlass für eine Zäsur. Es ging und geht ihren Familien gut und sie beschlossen auch für andere Menschen Gutes zu tun. So gründeten Sie eine Stiftung, um auch wirtschaftlich ins Handeln zu kommen. Das war vor acht Jahren.   Weiterlesen

Bitte helfen Sie mit!

Spendenkonto: IBAN: DE 69 700 205 00 000 78 77 900 / BIC: BFS WDE 33 MUE

Alina ist ein neugieriger Teenager. Wie die meisten ihrer Klassenkameraden
hatte die 15-Jährige einen schwierigen Start ins Leben.
Lange musste das Mädchen über eine Sonde ernährt werden,
aber heute kann sie – sorgfältig püriert – eigentlich alles essen.

Die Lebenshilfe München braucht eine neue Küche - bitte spenden Sie

Die Lebenshilfe München braucht eine neue Küche – bitte spenden Sie

Ihre Lieblingsmahlzeit: Schokopudding! Seit der ersten Klasse besucht Alina die Silvia-Görres-Schule und die angeschlossene Heilpädagogische Tagesstätte (HPT) der Lebenshilfe München in der Neuherbergstraße.

Das heißt: Morgens haben die Schülerinnen und Schüler Unterricht und nachmittags besuchen sie die Heilpädagogische Tagesstätte. Zum Tagesprogramm gehören also auch die Mahlzeiten. In den Küchen unserer Gruppenräume ist deshalb immer etwas los. Hier wird das Essen frisch zubereitet und darüber hinaus gehört es zum täglichen Förderprogramm, den Schülern den Umgang mit Lebensmitteln nahe zu bringen. Die Mitarbeiter beziehen ganz bewusst Kinder und Jugendliche mit schweren Behinderungen ein, wenn es darum geht, kleine Mahlzeiten zuzubereiten.

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Sie wissen: Es ist ein großer Schritt in Richtung Selbständigkeit, wenn Alina und ihre Freunde einen Schokopudding anrühren, Plätzchen backen oder Obstsalat zubereiten können. Unsere Küchen sind allerdings mehr als 30 Jahre alt. Die Möbel entsprechen keineswegs mehr den Anforderungen. Alle Holzteile, der Bodenbelag sowie die Fliesen müssen erneuert und Geräte ausgetauscht werden.  Weiterlesen

Spaß, Spiel und Sport beim Schwimmtraining der Lebenshilfe München

Die Wohngruppe der Lebenshilfe München in Giesing ist eine von elf Einrichtungen in Stadt und Landkreis München. Jede Gruppe ist individuell geprägt, den Rahmen stellt die Lebenshilfe und sie lebt häufig vom Engagement der Betreuer. In München-Giesing zählen zum Team von Einrichtungsleiterin Birgit Fleischmann Tatjana Jan und Harald Stinglwagner. Sie betreuen zwei Schwimmgruppen, die Harald Stinglwagner vor 15 Jahren als ‚Spätberufener‘ gegründet hat. Ihr Motto heißt: Spaß, Spiel und Sport und damit leisten sie einen aktiven Beitrag zur Inklusion.

Sein Weg führte ihn über die Bundeswehr und später vom TÜV-Prüfer hin zur Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung. „Für mich war die deutsche Wiedervereinigung eine Zäsur, und später mein Leben lang unter alte Autos zu schauen, war nicht mein Lebensweg. So entschied ich mich zu einem Wechsel in den sozialen Bereich, wo ich heute vor allem mit vielen netten Menschen zusammenarbeite.“ Harald ist dabei vorausschauend, und arbeitet ’nur‘ 32-Stunden die Woche, wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen. „Das erhält den nötigen Freiraum um zur Arbeit, die physisch und mental immer viel fordert, den nötigen Ausgleich zu schaffen.“   Weiterlesen

Amazon spendet Heimkino für Lebenshilfe München

Menschen mit geistiger Behinderung sind eingeschränkt, vor allem was ihre Freizeitmöglichkeiten betrifft. Sind sie in Betreuung, wie etwa bei der Lebenshilfe München, ist das zur freien Verfügung stehende Geld (Taschengeld) sparsam bemessen. Dabei gehen die meisten der Bewohner, ob in Putzbrunn oder in anderen Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München, ganztags arbeiten, meist in geförderten Werkstätten und das über viele Jahrzehnte. Die Eingliederung in den ’normalen Arbeitsmarkt‘ gelingt nur sehr selten, wenige Firmen sind offen dafür.

Einrichtungsleiterin Christine Wiesenthal-Moser von der Lebenshilfe München freut sich über die Spende von Amazon. Zum 'Gesamtpaket' gehören noch vier Boxen von Bose.

Einrichtungsleiterin Christine Wiesenthal-Moser von der Lebenshilfe München freut sich über die Spende von Amazon. Zum ‚Gesamtpaket‘ gehören noch vier Boxen von Bose.

So kam das Heimkino-Geschenk von Amazon für die Lebenshilfe-Wohneinrichtung in Putzbrunn doppelt gut an. Ein Sony BluRay 3D Player in Verbindung mit einer Bose Sondanlage schafft beste Voraussetzungen für Kinoerlebnis vom Feinsten.   Weiterlesen