„Selbstvertretung – na klar“

Von links: Selbstvertreter Sascha Ubrig von der Lebenshilfe Berlin, Tina Winter, Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, MdB, Selbstvertreterin Ramona Günther aus dem Bundesvorstand. – Foto rechts: Gemeinschaftliche Verabschiedung der Leipziger Erklärung mit Selbstvertreterin Ramona Günther (links) und Moderator Hubert Hüppe, ehemaliger Behindertenbeauftragter. 

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Familienkongress der Lebenshilfe in Berlin

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. veranstaltet mit ihren Partnern vom 06. bis 08. September im FEZ-Berlin einen Familienkongress. Am Freitag spricht die bekannte Soziologin Elisabeth Beck-Gernsheim über „Familien heute. Kontroversen, Konflikte, Kulturkämpfe“. Die Bundesvereinigung hat die Soziologin vorab interviewt, über die Rushhour des Lebens, über den trügerischen Glauben an Tests und über Väter, die optimistisch stimmen. Ihr klares Credo: „Wir brauchen vor allem politische Regelungen und Vereinbarungen.“

Der Kongress:
Wir machen Gesellschaft: Familienkongress der Lebenshilfe und ihrer Partner. 6.-8. September2013 im FEZ-Berlin. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung. Die Möglichkeit dazu, alle Programm- Infos, organisatorische Details und Material, wenn Sie Werbung für den Kongress machen möchten, gibt’s auf www.lebenshilfe-familienkongress.de .
Lesen Sie doch schon mal herein und schauen Sie vom 6. bis 8. September in Berlin vorbei!

Prof. Dr. Elisabeth Beck-Gernsheim

„Wir brauchen vor allem politische Regelungen und Vereinbarungen“

In den 1950er und 1960er Jahren gab es ein Leitbild von Familie: Mann und Frau, verheiratet, bis zum Tod zusammen, gemeinsame Kinder und möglichst mehrere. Das war allgemein akzeptiert und wurde auch von den meisten befolgt – was nicht heißt, dass es nicht untergründig und heimlich durchaus konkurrierende Lebensformen und Beziehungen gab, von Homosexualität bis zur versteckten Liebesaffäre bis zum unehelichen Kind.

Seit damals hat sich das Bild von Familie tiefgreifend gewandelt. Das kann man zum Beispiel erkennen, wenn man einmal in die Familienberichte der Bundesregierung schaut oder Fernsehsendungen und Presseberichte über den Zeitraum der letzten Jahrzehnte vergleicht. Heute versteht man als Familie nicht nur diejenigen, die Verlobung und Standesamt absolviert haben und einen Ehering vorweisen können. Stattdessen heißt es heute vielfach, Familie ist da, „wo Kinder sind“. Nach dieser Definition bilden offensichtlich auch Alleinerziehende mit Kindern eine Familie oder homosexuelle Partnerschaften mit Kindern, das finde ich vernünftig. Nicht einbegriffen wären dann allerdings Paare ohne Kinder – wo bleiben die?

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