Kampagne: „Zeit für OBAbayern“

Bei der am 20. September gestarteten Kampagne „Zeit für OBAbayern“ haben sich sechs große Organisationen der Behindertenarbeit in München zusammengeschlossen, auch die Lebenshilfe München. Sie wollen ein Zeichen setzen, nachdem über Monate hinweg das gesellschaftliche Leben insgesamt, und besonders bei den Einrichtungen der Offenen Behindertenarbeit, in weiten Bereichen zum Erliegen kam. Ein Anliegen, dass Bezirkstagspräsident Josef Mederer gerne unterstützt und als Schirmherr der Aktion auftritt. Er bekräftigt die Rolle der OBA in Oberbayern, um das Grundanliegen der Inklusion, die Teilhabe der Menschen mit Behinderung am öffentlichen Leben, weiter voran zu bringen.

Entstanden sind sechs ausdrucksstarke „Postkarten“ die mit einfachen Slogans und in guter Inszenierung jeweils einen anderen Schwerpunkt der Offenen Behindertenarbeit (OBA) hervorheben. „Es ist Zeit“ setzt dabei immer den Startschuss, denn für Inklusion und Teilhabe ist immer die richtige Zeit. Menschen mit Behinderung brauchen für die Führung eines selbständigen, eigenverantwortlichen Lebens aber häufig Unterstützung. 13.000 von ihnen werden von den 69 OBA-Einrichtungen in Bayern gefördert.

Die Teilhabe-Chancen
von Menschen mit Behinderung fördern

OBA-Leiter der Lebenshilfe München, Harry Zipf, betont das Grundanliegen Bayerns, nämlich das Bekenntnis zur UN-Behindertenrechtskonvention. „Sie hat das Ziel, die Teilhabe-Chancen von Menschen mit Behinderung jeden Alters weiter zu verbessern. Insbesondere soll eine möglichst selbstbestimmte, selbstständige und unabhängige Lebensführung in einem selbst gewählten persönlichen Umfeld gewährleistet sein.“ Dabei tragen die Dienste der Offenen Behindertenarbeit (OBA) diesem Prinzip in beispielhafter Form Rechnung, bekräftigt er. „Sie unterstützen den in der UN-Behindertenrechtskonvention niedergelegten Gedanken der Inklusion in idealer Weise. Ohne die finanzielle Unterstützung durch den Bezirk Oberbayern und dem Land Bayern wäre dies nicht möglich.“

Unterschiedlich definieren die Postkarten der aktuellen Kampagne „Zeit für OBAbayern“ einzelne Lebensbereiche wie etwa: KULTUR bereichert unser Leben als Schaffende oder Konsumierende. SPORTliche Aktivitäten geben uns neue Kraft und lassen uns Herausforderungen überwinden. KOCHEN hält Leib und Seele zusammen und stärkt unsere Gemeinschaft. KUNST lässt uns uns selbst erleben und die Welt neu entdecken. OBAndl braucht Raum und Gelegenheit und letztlich ist auch für PARTY und Stimmung immer die richtige Zeit für magische Momente mit der OBA.

„Die OBA ist mit ihren Angeboten ein Motor der Inklusion. Die Postkartenaktion zeigt, was bei der OBA alles möglich ist und wie vielfältig sie ist. Die Angebote sind für Jung bis Alt, von Kreativ bis Sportlich – so vielfältig wie die Gesellschaft selbst“, sagte Bezirkstagspräsident Josef Mederer. „Mit ihren Freizeit-, Bildungs- und Sportaktivitäten sowie ihren Beratungsangeboten schaffen die Dienste Raum für die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderungen und zur Teilhabe am sozialen Leben.“ Mederer machte deutlich, dass die OBA-Dienste eine wesentliche Basis für die Umsetzung von Art. 19 UN-BRK seien. „Ohne OBA gäbe es bei der Teilhabe einen großen Rückschritt“, sagte Mederer. „Ich bin froh, dass wir dank der hervorragenden Arbeit der OBA in Sachen Inklusion vorankommen.“

Die Kampagne gestalteten folgende Münchner Organisationen:

BiB e.V. – Offene Hilfen der Caritas – Gemeinsam Leben lernen e.V. – Lebenshilfe München OBA – Offene Behindertenarbeit evangelisch – Soziale Rehabilitation der Evangelischen Jugend München

Zu finden ist die OBA-Kampagne auf Instagram unter:

www.instagram.com/zeitfuerobabayern/
mit dem Hashtag #ZeitfürOBAbayern oder unter:
https://www.instagram.com/obamuclebenshilfe/

Was sagen Politiker zur Situation von Menschen mit Behinderung

Hier geht es zu unserem I. Teil: Wir fragen – Politiker antworten

Wie eng der Bezirk Oberbayern bei seinen Entscheidungen mit Menschen mit Behinderung verbunden ist, zeigte sich in den Statements und Wortmeldungen der Lebenshilfe-Veranstaltung „Wir fragen, Politiker antworten“ der OBA am 21. Juli. Alle Politiker gaben ein kurzes Statement. Hier ein kleiner Auszug:

Peter Puhlmann mit Julia Bader (links) von der OBA, die den Abend meisterhaft organisierte, und Monika Dollinger vom Bayerischen Rundfunk. Sie moderierte die Beiträge. Text & Fotos: Gerd Spranger

Josef Loy (CSU) will die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung verbessern. Er betont: „Dafür brauchen wir den richtigen Rahmen, die richtigen Voraussetzungen. Es muss Menschen mit Behinderung möglich sein, in allen Lebenssituationen mitmachen (teilhaben) zu können.“ Hilfen sollen dabei nicht nach dem Prinzip Gießkanne – also überall etwas – sondern auf den einzelnen Menschen angepasst werden.

Er bedanke sich bei den Zuhörern für ihren Mut und ihre offenen Worte.

Helga Hügenell (SPD) sieht in offenen und neuen Wohnformen, etwa wenn Studenten mit Menschen mit Behinderung zusammen leben, einen guten Weg der Inklusion. „Auch bringt das Bundesteilhabegesetzt (BTG) deutliche Verbesserungen, etwa wenn es ermöglicht, mehr Geld für sich selbst zu behalten“, bekräftigt sie. Wünschenswerte sei auch, das Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt bessere Chancen erhalten.   Weiterlesen

Politik trifft auf Menschen mit Behinderung

Sie gaben ein persönliches Bekenntnis für eine Förderung von Menschen mit Behinderung ab. Von links nach rechts: Josef Loy (CSU), Helga Hügenell (SPD), Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Rainer Schneider (FWG), Petra Tuttas (Die Grünen), Gräfin von Baudissin-Schmid (FDP). / Text & Fotos: Gerd Spranger

„Wir fragen, Politiker antworten“, war das Motto zu dem die OBA der Lebenshilfe München am Samstag 21. Juli eingeladen hatte. Dabei ging es nicht um die Politik im allgemeinen, sondern um sehr konkrete, sehr persönliche Politik. Eingeladen waren nämlich Politiker aus dem Bezirkstag, der sich am 14. Oktober zur Wiederwahl stellt. Der Bezirk Oberbayern ist jene Behörde, von der die Lebenshilfe München, wie auch andere soziale Einrichtungen, einen Großteil ihrer Gelder erhalten. Der Bezirk entscheidet darüber, wie viel für welche Leistungen bezahlt wird, „in enger Absprache und Abstimmung mit den Trägern (also etwa der Lebenshilfe München)“, betont Bezirkstagspräsident Josef Mederer. „Darauf lege ich großen Wert“, ergänzt er.

Geschäftsführer der Lebenshilfe München (l.), Peter Puhlmann, im Gespräch mit Bezirkstagspräsident Josef Mederer

Hauptsächlich haben die Verantwortlichen beim Bezirk aber mit den Geschäftsführern, Vorsitzenden und Fachbereichsleitern zu tun, kaum mit jenen Menschen selbst, über die entschieden wird. Somit wäre auch das Motto des Abends ‚Politik trifft auf Menschen mit Behinderung‘ sehr passend gewesen. Das zumindest haben alle geladenen Politiker betont. Es war für sie ein ganz besonderes Erlebnis, selbst mit Menschen mit Behinderung im Dialog zu sein. „Es wäre schön, so etwas zu wiederholen, gerne auch in einem größeren Rahmen“, bekräftigen sie zum Schluss der Veranstaltung.   Weiterlesen

„Arbeiten wie alle anderen Menschen auch“

Bezirk Oberbayern verleiht Inklusionspreis 2014

„Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen ist ein Gewinn für die gesamte Belegschaft eines Betriebes. Dieses Signal gelebter Inklusion wirkt breit in die Gesellschaft hinein.“ Mit diesen Worten würdigte Bezirkstagspräsident Josef Mederer die Preisträger des Inklusionspreises 2014. Gewinner der beiden vom Bezirk Oberbayern vergebenen Preise sind der Einzelhandelskaufmann Daniel Schermelleh aus Allershausen und die VerbaVoice GmbH aus München.    Weiterlesen