Neuer Gesprächskreis der Lebenshilfe

Wie es bereits der Name des Elternvereins ausdrückt, gibt man Hilfe im Leben und das sehr oft gegenseitig. Es ist die Ur-Idee der Lebenshilfe, als sie sich in den 60er-Jahren gründete. Eltern waren zu jener Zeit völlig auf sich allein gestellt. Es gab keine staatlichen Beratungsstellen, weder Betreuungs- noch Schulangebote für Menschen mit Behinderung, dafür umso mehr Vorurteile ihnen gegenüber. Das hat sich in den letzten 50 Jahren zum Glück geändert und die Lebenshilfe-Vereine haben dazu in ganz Deutschland einen wesentlichen Beitrag geleistet. Geblieben ist aber der Bedarf nach Gesprächen, nach einem gegenseitigen Austausch gemachter Erfahrungen.

Henriette Wich ist eine jener Mütter, die einen Eltern-Gesprächskreis gründen möchte und hat sich mit ihrem Anliegen an die Lebenshilfe München gewandt. Beim FuD (Familien unterstützender Dienst) war man sich schnell einig, daraus ein betreutes Projekt zu machen. Die Sozialpädagogin Christina Mesarosch begleitet es, und für den 24. September ist ein erster Termin angesetzt.

„Was zählt ist der Austausch von Mensch zu Mensch“

„Es gibt keine Ziele oder hohen Erwartungen. Was zählt ist der Austausch von Mensch zu Mensch, von Eltern, die besondere Kinder betreuen. Durch die besondere Familiensituation ist immer die ganze Familie und ihr Umfeld betroffen, vom Lebenspartner bis hin zu den Geschwister-Kindern. Eltern und Betreuer sorgen sich neben der Arbeit um Besuche beim Arzt, um Therapien und Förderprogramme. Ein Ausstausch mit Eltern in der selben Situation kann helfen, andere Wege im Umgang mit Stress zu finden.“

Wachsende Anforderungen

Dabei betont Christina Mesarosch die besonderen Umstände im Großraum München. „Der finanzielle Druck wächst weiter. Viel zu hohe Mieten und hohe Lebenshaltungskosten zwingen beide Eltern in Vollzeit zu arbeiten, oft auch noch einen zweiten Job anzunehmen.“ Neben der Arbeit besteht ein hoher Anspruch an die Erziehung und Versorgung der Kinder, so dass nur noch sehr wenig Raum und Zeit für Erfüllung eigener Bedürfnisse bleibt. Sich zu diesen Belastungen konstruktiv und vertraulich austauschen zu können ermöglicht der neue Elternkreis.

Die Dipl. Sozialpädagogin (FH) weiß wovon sie spricht, ist seit sieben Jahren für die Lebenshilfe aktiv, hat selbst zwei Jobs und eine Zusatzausbildung zur Familientherapeutin. Das Ansinnen von Henriette Wich kommt nicht von ungefähr, und acht weitere Personen haben bereits echtes Interesse an dem Gesprächskreis gezeigt. „Es tut gut mit Menschen zu reden, die unsere Situation verstehen“, heißt es. „Ziel ist es, dass sich der Eltern-Gesprächskreis verselbstständigt, die Eltern hier gut zueinander finden. Es spricht auch nichts dagegen, dass auch mal die ein oder andere Expertin eingeladen wird.“

T E R M I N :

24. September, 19 Uhr bei der OBA
der Lebenshilfe München