Lebenshilfe Werkstatt München: Der Weg zurück zum Normalbetrieb

Von einem Normalbetrieb oder Regelbetrieb ist die Lebenshilfe Werkstatt noch weit entfernt. Die bayerische Staatsregierung hat das Betretungsverbot für Werkstätten und Förderstätten mit Ausnahmen bis einschließlich 30.6. 2020 verlängert. Der Neustart der Werkstatt ist ein vorsichtiger.

Sie hat man in München den Betrieb schrittweise wieder aufgenommen und wird ihn nach und nach weiter ausweiten. Aktuell sind erst 40 Prozent der Mitarbeiter mit Behinderung im Haus. Das erleichtert die gebotene Einhaltung von Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen, steht aber auch im engen Zusammenhang mit den nachfolgenden Voraussetzungen.

  • Die Betreuten dürfen an keiner Grunderkrankung leiden.
  • Die notwendigen Hygiene- sowie Abstandsregeln müssen unter Zuhilfenahme der üblichen Unterstützungsleistung eingehalten werden.
  • Der Ausschluss von Personen, die einer Risikogruppe angehören, besteht unverändert fort. Alle anderen Personenkreise, die die Werkstatt wieder betreten dürfen, werden rechtzeitig vom Sozialpädagogischen Fachdienst der Werkstätten informiert.
  • In den Lebenshilfe-Förderstätten wird weiterhin eine Betreuung in Notgruppen angeboten, wenn die Betreuung daheim nicht sichergestellt ist.
  • Die Betreuung von Personen, die in besonderen Wohnformen leben, soll ebenfalls aufgehoben werden, allerdings ist noch kein Termin fixiert. Die Wohnstätten planen individuell.

Über Termine der weiteren schrittweisen Wiedereröffnung informiert die Lebenshilfe Werkstatt weiterhin auf der Homepage www.lhw-muc.de, über Facebook und unter der Telefonnummer 089 71008-85.

Auch Werkstätten für Menschen mit Behinderung öffnen wieder

Aus dem Newsletter
der Bundesvereinigung Lebenshilfe vom 28. Mai 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Tagen und Wochen gab es viele Berichte über die Arbeit im Homeoffice oder die Auswirkungen der Corona-Krise auf Kinder und Jugendliche, die nicht wie gewohnt ihre Kita oder Schule besuchen können. Wie aber geht es aktuell Menschen mit Behinderung, die nicht oder nur tageweise ihre Werkstätten besuchen können?

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Mehr als 310.000 Menschen arbeiten in Werkstätten. Jedoch ist seit März in vielen Werkstätten der Betrieb auf ein notwendiges Minimum reduziert worden. Was diese Situation für die beschäftigten Menschen mit Behinderung und deren Angehörige bedeutet, darüber berichtete die ARD vergangene Woche in den Tagesthemen am Beispiel der Lebenshilfe Seelze bei Hannover.

Trotz engem Kontakt zwischen Werkstatt und Beschäftigten fehlen vielen Menschen eine geregelte Tagesstruktur, eine regelmäßige Tätigkeit und der Austausch mit ihren Kolleg*innen.

Nun hat die Wiedereröffnung der Werkstätten begonnen. Sie gestaltet sich bundesweit unterschiedlich, da jedes Bundesland eigene Vorgaben für Öffnungskonzepte der Werkstätten vorhält: Während in Baden-Württemberg oder Berlin nur maximal 25 bis 35 % aller Werkstattbeschäftigten zeitgleich unter Einhaltung des Abstandsgebots und der notwendigen Hygieneregeln in der Werkstatt anwesend sein dürfen, gilt in Hamburg das Betretungsverbot noch bis zum 30.06.2020.

Aktuell ist die schrittweise Wiedereröffnung der Werkstätten für alle eine große Herausforderung: Zwischen dem Wunsch, zurückzukehren zur Normalität, zur Arbeit und regelmäßigen sozialen Kontakten einerseits und einem verantwortungsvollen Umgang mit erhöhter Ansteckungsgefahr andererseits, liegt eine schwierige Gratwanderung.

Mit freundlichen Grüßen – starten Sie gesund in den Juni!

Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust / Bundesgeschäftsführerin

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Gelungene Modernisierung der Hauptwerkstatt der Lebenshilfe Werkstatt

Am 29. November 2019 eröffnete nach zweijähriger Modernisierungszeit wieder die Hauptwerkstatt der Lebenshilfe-Werkstatt in der Scharnitzstraße. Nach über 40 Jahren Nutzung war das Werkstattgebäude in die Jahre gekommen. Infrastruktur, Elektrik und Leitungen entsprachen nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Als zertifizierter Zulieferer der Automobilindustrie muss die Lebenshilfe Werkstatt den Ansprüchen der Kunden an moderne Produktionsumgebungen Rechnung tragen. Wichtig war auch der Erhalt des Standorts mitten im Sozialraum von München-Sendling.

20 Millionen Investition und viele Förderer

Die Band KREATIV LABOR der Stiftung Pfennigparade begleitete den Festakt musikalisch. – Fotos: Marc Müller

Bei einer Gesamtinvestition von 20 Millionen Euro (Brutto), wäre es ohne Fördergelder nicht gegangen. Vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, dem Hauptförderer, mit einer Zuwendung von 8,4 Mill. Euro bedacht, ergänzt durch Zuschüsse vom Bezirk Oberbayern, der Bundesagentur für Arbeit, der Bayerischen Landesstiftung, der Aktion Mensch und der Heidehof Stiftung konnte am 21. August 2017 der Baubeginn erfolgen. In dieser Zeit wurden alle Werkstätten sowie die Verwaltung in Provisorien ausgelagert. Weiterlesen