Münchner Freiwilligenmesse weist online den Weg zum Ehrenamt

Die Münchner Freiwilligen-Messe startet!

  • Um 16.00 Uhr startet sie am 22.01. im Münchner Rathaus
  • Die Homepage der Freiwilligen-Messe geht komplett online.
  • Bei „Jetzt Live“ können Sie live bei der Eröffnung dabei sein.

Die Münchner Freiwilligenmesse im Gasteig war immer gut besucht, wie unser Archivfoto aus dem Jahr 2016 zeigt. Foto: Gerd Spranger

Seit Jahren hat sich die „Münchner Freiwilligenmesse“ im Kultur- und Bildungszentrum Gasteig mit etwa 6000 Besuchern etabliert. Ehrenamt und Freiwilligkeit sind tragende Säulen in unserer Gesellschaft und gerade in München sind die Möglichkeiten dafür vielfältig. Dieses Jahr aber ist alles anders, die Münchner Freiwilligenmesse wird online abgehalten. Auch die Lebenshilfe München ist mit dabei und hat drei Termine für sich reserviert.

Ansprechbar bleiben

Die Entwicklung im Ehrenamt ist aufgrund der Corona-Einschränkungen unterschiedlich zu bewerten. Bei der OBA (Offene Behindertenarbeit) etwa fallen viele Termine weg, dennoch muss man ansprechbar und erreichbar bleiben, nach Alternativen suchen. Gerne wird auf Online-Möglichkeiten verwiesen, wie etwa jetzt bei der Freiwilligenmesse, doch nicht alle Menschen sind so zu erreichen. Die jüngere Generation ist in WhatsApp-Gruppen häufig gut vernetzt, kommunizieren über Video (Zoom), ältere Menschen ist dieser Weg meist verschlossen. Zudem benötigen Menschen mit geistiger Behinderung besondere Unterstützung. Gemeinsame Spaziergänge, Ausflüge und sportliche Aktivitäten sind online ebenfalls nicht zu machen.

„Die Leute wollen sich engagieren“

„Die Nachfrage für Engagement im Ehrenamt ist da,“ berichtet Özge Cetin vom FuD (Familienunterstüztender Dienst). „Studentinnen und Studenten etwa haben jetzt mehr Zeit zur Verfügung, weil feste Termine für Vorlesungen aktuell entfallen. Da öffnet sich manches Zeitfenster.“ Und ganz allgemein steigt das Bedürfnis nach persönlichen Kontakten und persönlicher Ansprache.

„Zu den Wohnheimen etwa vermitteln wir Ehrenamtliche für Einkaufsdienste oder zur Betreuung der Bewohner. Und auch wenn die Freizeitangebote still stehen, halten wir Kontakt zu unseren Ehrenamtlichen. Wir zählen weiterhin auf sie und zu gelegentlichen Aktivitäten, wie etwa unsere Plätzchen-Back-Aktion“, erzählt Özge Cetin. Und Harry Zipf, Leiter der OBA ergänzt: „Wenn sich neue Helfer für die OBA melden, was sie auch tun, versuchen wir sie so gut wie möglich einzubeziehen. Aktuell braucht es dabei noch etwas Geduld, bis wir wieder richtig durchstarten können, auch wenn viele gleich mitmachen möchten, etwa bei der Einzelbetreuung über den FUD.“

Wie sich Ehrenamt in Zeiten von Corona-Beschränkungen gestaltet und welche Möglichkeiten es bietet, darüber gibt die „Münchner Freiwilligenmesse“ im Kultur- und Bildungszentrum Gasteig Auskunft, sie startet am 22. Januar. Die neue Internetseite der Messe zeigt jeden Tag Online-Veranstaltungen der Messe-Aussteller. Es sind Live-Vorträge zu sehen und hören, ein ansprechendes kulturelles Rahmenprogramm und die Möglichkeit mit Ausstellern direkt ins Gespräch zu kommen.
Die Lebenshilfe München ist auf der Messe direkt zu erreichen am:

Montag  (27.01.)  von 15 bis 19 Uhr
Mittwoch (29.01) von 09 bis 13 Uhr
Freitag  (31.01.)  von 15 bis 19 Uhr

Die Schwerpunkte der Freiwilligenmesse gliedern sich in: Beratung, Gesundheit, Kinder und Jugend, Kultur, Migration, Senior*innen, Soziales, Umwelt und Tierschutz, Zivilcourage.

Der neue Lebenshilfe-Betriebsrat ist seit einem Jahr im Amt

Die Lebenshilfe München ist im Kern ein Elternverein, wie alle anderen 544 Lebenshilfe-Vereine in Deutschland. Es ist als eingetragener Verein für sich selbst organisiert und regional zuständig für die Stadt und den Landkreis München. Zum Verein zählen heute zwei gemeinnützige GmbH und an den Lebenshilfe-Werkstätten ist er zu 50 Prozent als Gesellschafter beteiligt. Rund 460 hauptamtliche und 500 ehrenamtliche Mitarbeiter sind bei ihm beschäftigt und er betreut über 20 Einrichtungen in Stadt und Land München.

Von links nach rechts: Elke Brand, Hanspeter Franz, Heiko Meyer, Esther Wolfram, Julia Konieczny, Harald Stinglwagner und Julia Knoll. Nicht auf dem Foto: Doris Scheffler, Benjamin Kiefer und Hilda Hofmeister. Foto: Christine Wengenmayer, auch sie ist Mitglied des Betriebsrates der Lebenshilfe München.

Ein fester Teil der Lebenshilfe München ist der Betriebsrat, der im April 2018 neu gewählt wurde. Wir haben uns mit dessen Vorsitzenden, Hanspeter Franz, unterhalten. Er ist seit rund 30 Jahren bei dem Elternverein, kennt die Strukturen und Zusammenhänge, und ist seit etwa 20 Jahren im Betriebsrat aktiv. Er legt großen Wert darauf, dass alle neun Mitglieder einander gleichgestellt und Beschlüsse immer gemeinsam und mit Mehrheit gefasst werden müssen. Weiterlesen