Lebenshilfe München zeigt Wege aus der Krise

Ein DANK an alle, die Schutzmasken für die Lebenshilfe München gespendet haben!

Von der allgemeinen Entwicklung der Coronakrise sind die Lebenshilfe-Einrichtungen in ganz Deutschland besonders betroffen. In einer Allgemeinverfügung des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege hieß es bereits am 17. März:

„In allen Interdisziplinären Frühförderstellen findet keine Therapie, Förderung und Beratung für Kinder und deren Familien statt, die einen unmittelbaren persönlichen Kontakt erfordert. Leistungen, die in einer auf die Situation angepassten Form (z. B. telefonisch, per E-Mail oder durch Nutzung digitaler Medien) möglich sind, können weiter erbracht werden.“

Stark eingeschränkt wurden auch alle schulvorbereitende Einrichtungen, Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen und Heilpädagogische Tagesstätten.“ So hat sich auch die Lebenshilfe München entschlossen, ab dem ersten April viele Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, um Kündigungen zu vermeiden.

Täglich tagt der Krisenstab

Der Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, bleibt auch in der Krise zuversichtlich.

Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München, bekräftigt, dass man den Entwicklungen immer einige Tage voraus war und so auf neue Anordnungen schnell reagieren konnte. Zur Bewältigung der Herausforderungen ist seit Wochen ein eigener Krisenstab eingerichtet der sich täglich abstimmt und über die tagesaktuellen Entwicklungen in den Einrichtungen informiert.

„Das geschieht über eine Videokonferenz direkt aus dem eigenen Büro oder über Homeoffice. Der direkte Kontakt wird so vermieden.“ Der Krisenstab ist besetzt durch acht Bereichsleitungen (darunter der Pandemie-Beauftragte und die Hygiene-Beauftragte), durch den Geschäftsführer und die Vorstandsvorsitzende.

Eine eigene Quarantäne-Station

Die Quarantäne-Station der Lebenshilfe München

Selbst eine eigene Quarantäne-Station ist in der St. Quirin-Straße in der Geschäftsstelle in München-Giesing eingerichtet. Dies forderte eine staatliche Allgemeinverfügung zum Stationären Wohnen vom 03. April. „Unsere fünf FSJ-Kräfte (Freiwilliges Sozials Jahr) und Bufdis (Bundesfreiwilligendienst) konnten wir in ein Hostel ausquartieren, so dass die Einrichtung einer abgeschlossenen Station ermöglicht wurde“, erklärt Puhlmann und fügt hinzu: „Bislang haben wir innerhalb der Lebenshilfe München aber noch keinen einzigen Corona-Fall und wir hoffen das bleibt so.“

Alle von der Krise betroffen

Peter Puhlmann kommentiert die aktuelle Entwicklungen mit den Worten: „So sehr die internationale Vernetzung der Wirtschaft weltweit Wohlstand und Wachstum vorangebracht hat, so sehr wird uns jetzt deren Schattenseite klar. Es gibt kaum Branchen in Deutschland, die von der aktuellen Corona-Krise nicht betroffen sind.“

Den Alltag bewältigen

Lebenshilfe München: Kommunikation ‚aus der Ferne‘ mit Video-Konferenz in Zeiten des Corona-Virus

Die Lebenshilfe München arbeitet hart daran, aus der Krise mit einem blauen Auge herauszukommen. Bewohner wie auch Mitarbeiter müssen häufig Einsamkeit und Isolation von Familie und Freunden bewältigen, die vor allem das Leben in den Wohngruppen mit sich bringen. Peter Puhlmann sieht aber auch positive Seiten in der Krise. „Es spielen sich auch wundervolle Dinge im Miteinander der Menschen ab, die es so noch nie gab oder schon sehr lange nicht mehr gegeben hat. Stetig ist beispielsweise der Strom an selbst genähten Gesichtsmasken von freiwilligen Helfern.“

Lebenshilfe achtsam vor Coronavirus

Bundesvorsitzende MdB Ulla Schmidt fordert Achtsamkeit

Die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Gesundheitsministerin a.D., MdB Ulla Schmidt, plädiert den Schutz und die Versorgung von Menschen mit Behinderung sicherzustellen. Wir müssen auf Menschen mit Behinderung in besonderer Weise achten, vor allem in Zeiten der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19)“, erklärt sie.

Wegen Vorerkrankungen haben diese Menschen häufig ein erhöhtes Risiko schwer zu erkranken. In besonderen Zeiten wie aktuell, müssen Einrichtungen, Zuhause, Arbeit und Schulen besonders achtsam sein. „Den Schutz und die Versorgung sicherzustellen, ist unsere gemeinsame Aufgabe“, appelliert sie an alle Beteiligten und Betroffenen. Deshalb müsse auch bei Schließungen, zum Beispiel von Werkstätten und Schulen, die Finanzierung ebenso gesichert werden, wie für Unternehmen. Dazu gehört auch die Bezahlung von Assistenzkräften wie Schulhelfern.“  Weiterlesen