Einweihungsfest: „Wir feiern Inklusion“

Einweihungsfest in der ersten inklusiven
Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München

Mit einem fröhlichen Fest feierte die Lebenshilfe München am 12. April die Eröffnung der inklusiven Wohngemeinschaft in der Hermann-von-Sicherer Straße. Die Bewohner waren bereits ab Oktober letzten Jahres in das Wohnhaus mit Garten in Obersendling eingezogen (siehe Bericht). Inzwischen leben hier vier Studenten mit sechs Menschen mit Behinderung zusammen. Damit das Wohnprojekt gestartet werden konnte, entwickelte die Lebenshilfe München zunächst einmal gemeinsam mit dem Bezirk Oberbayern ein Konzept. Vorbild dafür waren die bereits existierenden Wohngemeinschaften des Vereins Gemeinsam Leben Lernen (GLL).

Viele Spender und Menschen helfen mit

Begrüßung von Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München und Andrea Siemen, Vorsitzende des Vorstands

Die Stadt München half mit einer Anschubfinanzierung über 50.000 Euro. Darüber hinaus beteiligte sich die Stiftung „München hilft“, die Halbauer Stiftung und die Sparda Bank München, zusammen mit anderen Spendern, großzügig an den notwendigen Umbaumaßnahmen. Selbst die Studenten die hier leben leisten ihren Teil. Sie haben sich bereit erklärt, ihre Mitbewohner mit Unterstützungsbedarf im Alltag zu begleiten und ihnen zur Seite zu stehen, falls sie Hilfe benötigen. Gemeinsam wird das tägliche Leben organisiert und dabei haben alle Mitbewohner das Recht mitzubestimmen, was in der WG passiert. Die Leitung des Hauses hat Sozialpädagogin Cindy Kirsch übernommen. Sie organisierte in den letzten Monaten mit großem Einsatz das Zusammenleben im Haus und ist als Ansprechpartnerin für alle Bewohner sowie für die Angehörigen der Menschen mit Behinderung da. Cindy Kirsch zieht ein positives Fazit aus den zurückliegenden Monaten: „Wir haben sogar schon ein WG-Motto gefunden. Es heißt: „Wir sind halt so…“ – erzählt sie lachend.

Auch Bereichsleiter René Pfeifer ist stolz und froh, dass das Projekt so gut gestartet ist. „Mit diesem Fest wollen wir die gelungene Inklusion feiern und den Studenten sowie den Angehörigen der Menschen mit Behinderung `Danke` dafür sagen, dass sie den Mut aufgebracht haben, sich auf diese neue Wohnform einzulassen.“

René Pfeifer (Mitte), Bereichsleiter Wohnen der Lebenshilfe München, bedankt sich, zusammen mit Daniela Holzmann (rechts), Leitung des Ambulant Betreuten Wohnens, bei Cindy Kirsch (links), Leitung Inklusiven WG in der Hermann-von-Sicherer-Straße.

Melanie Martlreiter, Vertreterin des Bezirks Oberbayern, hat das Entstehen der WG begleitet. In ihrer Rede betonte sie, dass sie es großartig finde, dass sich die Lebenshilfe an neue Projekte wage und sie überreichte den Bewohnern eine Orchidee, die das Haus schmücken soll. Melanie Martlreiter ist überzeugt: „Das hier ist wirkliche Inklusion!“

Auch die neue Vorsitzende des Vorstandes, Andrea Siemen, zeigte sich sehr zufrieden. Diese Einweihung sei ein schönes Highlight, gleich zu Beginn ihrer Amtszeit. Sie versprach: „Bei dieser WG soll es nicht bleiben. Wir sind schon dabei, noch weitere neue Projekte in Angriff zu nehmen!“

Damit Gäste und Bewohner auch wirklich gemeinsam feiern können, übernahm das Team des Integrationsbetriebes Balan Deli die Bewirtung mit Häppchen und Getränken. Für gute Stimmung sorgte die inklusive Band der OBA der Lebenshilfe München „Orchestra Extrange“.

 

Eine inklusive Lebenshilfe-WG in Obersendling

Die inklusive Lebenshilfe-Wohngemeinschaft ist erst wenige Wochen alt, man versteht sich aber bereits bestens. Bereichsleiter René Pfeifer (stehend), Einrichtungsleiterin Cindy Kirsch (r.) und Studentin Anna (l.) im Dialog mit ihren Mitbewohnern. – Foto: Gerd Spranger



(gsp) Das Interesse an der neuen inklusiven Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München in der Nähe vom Südpark in Obersendling ist groß, auch die damit verbundenen Erwartungen. Wie funktioniert es, wenn Studenten und Menschen mit geistiger Behinderung unter einem Dach leben? – in diesem Fall ein komplett renoviertes alleinstehendes Wohnhaus mit Garten, das von der Lebenshilfe München schon seit 35 Jahren genutzt wird. Selbst bei einer ganz normalen Wohngemeinschaft herrscht zeitweise Klärungsbedarf.  Weiterlesen