Frühförderung München stellt sich vielen Aufgaben


Wichtig ist die frühe Förderung des Kindes“
Mit der neuen Bereichsleiterin Sabine Wolf im Gespräch

Vor 45 Jahren eröffnete die Lebenshilfe München mit der Frühförderung einen ganz neuen Bereich der Betreuung. „Kinder so früh wie möglich zu fördern“, war damals noch kein allgemein anerkannter Ansatz. Doch vor allem bei Menschen mit Behinderung sollte die Förderung früh beginnen. Die Lebenshilfe mit den betroffenen Eltern war hier Pionier und Wegbereiter. Die Psychologin Sabine Wolf ist seit August die neue Bereichsleiterin der Interdisziplinären Frühförderstellen, von denen die Lebenshilfe vier Einrichtungen in Stadt und Landkreis München betreibt, demnächst folgt die fünfte.

„Immer im engen Kontakt mit den Eltern“

Die langjährige Leiterin der Interdisziplinären Frühförderstellen der Lebenshilfe München, Maria-Anna Link, wird in den Ruhestand verabschiedet.

„Unser Hauptanliegen ist der direkte Kontakt zu den Familien. Wir arbeiten interdisziplinär, also eine Psychologin, Ergotherapeutin, Heilpädagogin und Logopädin zusammen, und stehen dabei immer im engen Kontakt und Bezug zu den Eltern. Es würde nur wenig helfen, das Kind in der Woche ein, zwei Stunden therapeutisch zu betreuen, wenn der Ansatz zuhause nicht fortgesetzt wird,“ erläutert Sabine Wolf. „Die Beratung und Anleitung im häuslichen Umfeld ist wesentlich für das Konzept der Frühförderung.“ Darum stehen je Einrichtung bis zu 13 Dienstfahrzeuge zur Verfügung und werden insgesamt von rund 80 Frühförderinnen genutzt.

Entwicklungsrückstände früh erkennen

„Häufig ist es nicht eindeutig, dass das Kind Hilfe braucht. Kinder entwickeln sich sehr unterschiedlich und sind deshalb schwer zu beurteilen. In manchen Fällen ist bereits früher ein Entwicklungsrückstand erkennbar. Diagnosen, etwa bei Autismus, sind erst nach gründlicher Beobachtung möglich und selbst hier braucht es geschulte Fachkräfte.“

Für die Eltern bleibt es eine schwierige Situation, sie sind von Natur aus um ihren Nachwuchs besorgt. „Vielleicht haben sie nur ein Gefühl, dass nicht alles so ist, wie es sein sollte. Wir sprechen von Entwicklungsschwierigkeiten. Dann beginnt die Suche, etwa in einem Sozialpädiatrischen Zentrum oder der Kinderarzt verweist mit der Empfehlung einer Förderung an uns. Die Entscheidung treffen die Eltern, es gibt keinen Zwang“, bekräftigt die Psychologin.

„Wir müssen uns in Geduld üben“

Auf die neue Bereichsleiterin der Lebenshilfe Frühförderstellen in München wartet viel Arbeit.

Ein anderer Weg in die Frühförderung führt häufig über die Kitas und Kindergärten. „Wir unterstützen auch hier direkt vor Ort und suchen den Kontakt zu den Eltern“, so Wolf. Das aber gestaltet sich bei der Berufstätigkeit beider Elternteile nicht einfach. Die Betreuung geht durch alle Gesellschaftsschichten. Bei Familien mit Migrationshintergrund sind zudem die Sprache bzw. die Sprachkompetenz und Kultur ein wichtiger Faktor.

Wir haben über die Jahre hinweg gelernt, damit gut umzugehen, und uns eint das Anliegen um die Gesundheit des Kindes“, weiß Sabine Wolf. „Wir müssen auf diesem Weg alle gemeinsam viel lernen. Es geht nicht immer alles was Eltern wünschen. Vergleiche mit gesunden Kindern sind häufig schwierig. Wir alle müssen immer wieder Geduld lernen. Auch das ist ein Grund für eine möglichst frühe Förderung, um keinen Entwicklungsschritt – wir sprechen auch von einem Entwicklungs-Fenster – zu verpassen. Immer mehr junge Eltern gehen offensiv und selbstbewusst mit der Situation um und das ist gut so.“

„Zusammenhänge verstehen und Konzepte anpassen“

Entscheidend sei der interdisziplinäre Ansatz. Zusammenhänge müssen verstanden und individuell der Person angepasst, sowie Konzepte und Hilfen erarbeitet werden. Die ‚Fälle‘ sind komplex und bei jedem Kind etwas anders gelagert. „Bei der Diagnose hilft uns der Blick der Kollegin oder des Kollegen aus den anderen Fachbereichen. Außerdem verhalten sich Kinder in verschiedenen Situation und gegenüber anderen Personen immer differenziert, erklärt die Bereichsleiterin der Lebenshilfe München. Letztlich soll das Kind soviel Selbständigkeit wie möglich erreichen. Dieses Anliegen zieht sich wie ein roter Faden bis hin in das Erwachsenenalter. „Auch für Menschen mit Behinderung ist heute ein weitgehend selbstbestimmtes Leben möglich. Dieser Anspruch wird zurecht eingefordert, etwa durch die UN-Behindertenrechtskonvention.“

Der von der Regierung verhängte Lockdown (16. März) und die damit verbunden Beschränkungen haben sich auch auf die Frühförderung ausgewirkt. „Wir konnten ab Mai wieder mit 40 Prozent Belegung arbeiten, erst ab August wieder zu 100 Prozent. Nicht alle Eltern sind mit der Situation gleich gut zurecht gekommen. Manchen fehlte ganz einfach das technische Equipment und andere haben sich nur schwer mit Video-Therapie anfreunden können. Wir sind mit unserer mobilen Arbeit zudem darauf angewiesen, in die Familien und in die Kindergärten hinein zu dürfen, was derzeit erschwert ist. Insgesamt aber fehlen diese Wochen, wir spüren das bei den Kindern.“

20 Jahre Erfahrung mit der Lebenshilfe München

Betreut werden bei der Frühförderung (FF) der Lebenshilfe München aktuell rund 600 Kinder, von Geburt bis zur Einschulung (sieben Jahre). Die neue Bereichsleiterin ist seit 20 Jahren bei der Lebenshilfe München, hat dort als Psychologin in der FF Giesing begonnen. Es ging dabei um die Beratung und Begleitung der Eltern, um die Diagnostik und Zusammenarbeit in einem interdisziplinären Team. 2005 wurde sie dann Leiterin der FF Giesing und sie war in der Einrichtung weiterhin als Psychologin aktiv. Von 2011 bis 2017 widmete sie sich der Frühchen-Nachsorge ‚Harlekin‘ in Verbindung mit der Kinderklinik Schwabing und Harlaching. In den letzten Jahren war sie stark in die Gremienarbeit auf Bezirks- und Landesebene eingebunden.

Bis heute fühlt sich Sabine Wolf mit ihrem Beruf auf das Innigste verbunden. „Ich mag den frühen Kontakt zu den Familien und die vielfältige Unterstützung, die wir in dieser sensiblen Zeit geben können. Immer wieder wird sorgfältig und wertschätzend eine nahe und unterstützende Beziehung zu Kind und Eltern aufgebaut, die bis zu sechs Jahre andauern kann. Dann heißt es immer wieder sich gut verabschieden und wieder trennen.“

Digitalisierung und Bundesteilhabegesetz

Vor Herausforderungen stelle zudem, „das Konzept zugunsten einer möglichst guten, fachlich und menschlich passenden Zusammenarbeit auszufüllen.“ Gleichzeitig gelte es, „die Grenzen des Konzepts, die Fragen nach Refinanzierung und Wirtschaftlichkeit im Auge haben.“ Als neue Bereichsleiterin der Interdisziplinären Frühförderstellen der Lebenshilfe München will sie den Prozess der Digitalisierung weiter voran treiben, ebenso wie die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes. Als Stichwort nennt sie ICF, die „International Classification of Functioning, Disability and Health“. Sie „dient fach- und länderübergreifend als einheitliche und standardisierte Sprache zur Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung und der relevanten Umgebungsfaktoren eines Menschen. Mit der ICF können die bio-psycho-sozialen Aspekte von Krankheitsfolgen unter Berücksichtigung der Kontextfaktoren systematisch erfasst werden“, heißt es in der Erläuterung.

Ein Dauerthema für die Lebenshilfe München ist die Ausweitung der Kapazitäten der Frühförderung, denn die Nachfrage steigt seit Jahren. „Im Frühsommer 2021 eröffnen wir in der Messestadt München Ost eine nächste Einrichtung“, freut sich Sabine Wolf.

Teilhabe ganz praktisch vermittelt

2020 greifen Neuerungen aus dem Bundes-Teilhabegesetz mit
bedeutsamen Änderungen in den Wohnstätten der Eingliederungshilfe

Die Bewohner-Vertreter der Lebenshilfe München informierten sich über die Neuerungen durch das Bundes-Teilhabegesetz. Aus allen Einrichtungen (München Land Süd, Stadt West und Stadt Mitte) trafen sich die Heimbeiräte und Bewohnersprecher in der Geschäftsstelle. Sie waren der Einladung von René Pfeifer gefolgt, der alle Bewohnervertreter der Wohnen GmbH über die anstehenden Änderungen ab dem 01. Januar 2020 informieren wollte.

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Gastbeitrag: Wahlrecht für alle

Das Wahlrecht ist ein Meilenstein
für Menschen mit Behinderung

Erstmals dürfen 85.000 betreute Menschen mit Behinderung an der Europawahl teilnehmen. Möglich gemacht hat dies ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts im April 2019. Dieter Schroll, seit 1991 Geschäftsführer der Lebenshilfe Berchtesgadener Land, bezeichnet dies als einen Meilenstein und setzt es mit der Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) im Jahre 2008 gleich. Weiterlesen

Eine inklusive Lebenshilfe-WG in Obersendling

Lesen Sie das Update zur WG vom Februar 2020

Die inklusive Lebenshilfe-Wohngemeinschaft ist erst wenige Wochen alt, man versteht sich aber bereits bestens. Bereichsleiter René Pfeifer (stehend), Einrichtungsleiterin Cindy Kirsch (r.) und Studentin Anna (l.) im Dialog mit ihren Mitbewohnern. – Foto: Gerd Spranger


(gsp) Das Interesse an der neuen inklusiven Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München in der Nähe vom Südpark in Obersendling ist groß, auch die damit verbundenen Erwartungen. Wie funktioniert es, wenn Studenten und Menschen mit geistiger Behinderung unter einem Dach leben? – in diesem Fall ein komplett renoviertes alleinstehendes Wohnhaus mit Garten, das von der Lebenshilfe München schon seit 35 Jahren genutzt wird. Selbst bei einer ganz normalen Wohngemeinschaft herrscht zeitweise Klärungsbedarf.  Weiterlesen

Angehörige von Menschen mit Behinderung sind verunsichert

Interview mit Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München

Viele Angehörige von Menschen mit Behinderung sind verunsichert –
Sie sind zukünftig von neuen Gesetzgebungen betroffen

(gsp) In der Presse lesen wir immer wieder über das neue Bundesteilhabegesetz, und auch das seit Januar 2017 geltende Pflegestärkungsgesetz II ist immer wieder Thema. Es war ein langer Weg der großen Koalition, der Kassen und der Sozialverbände, im Schaffen von rechtlichen Grundlagen für betroffene Menschen, für Menschen mit einem Anspruch auf Hilfe und Leistungen. Auch die Dachorganisationen der Lebenshilfe haben sich in diesem Prozess über Jahre engagiert, bis heute. Die neuen Gesetze sollen zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen beitragen.

Speziell in München bietet die Lebenshilfe eine wöchentliche Beratung für Betroffene, für ihre Angehörigen oder ihren rechtlichen Betreuer und das seit 45 Jahren. Einmal im Jahr organisiert die Beratung der Lebenshilfe München ein Tagesseminar zum Sozialrecht mit Jürgen Greß. Das Seminar des erfahrenen Fachanwalts für Sozialrecht ist immer ausgebucht.

Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München / Foto: gsp

Die umfassende und kompakte Information zu den von der Gesetzgebung berührten Lebensbereichen nutzen immer viele Teilnehmer um sich fortzubilden. Darunter auch immer wieder Interessierte aus anderen Organisationen der Behindertenhilfe, wie auch Behörden, die mit der speziellen Thematik tagtäglich betraut sind.   Weiterlesen

Lebenshilfe informiert zum BTHG – Neues Gesetz, neue Regeln

So sieht die neue Informations-Plattform der Lebenshilfe aus

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Lebenshilfe München informiert zum Bundesteilhabegesetz

Die Lebenshilfe informiert zum Bundesteilhabegesetz BGHG

Mit Inkrafttreten des neuen BTHG (Bundesteilhabegesetz) wird die „Pflegelandschaft“ in Deutschland verändert. Vieles wurde zum Guten hin verbessert, und dafür hat sich die Lebenshilfe und Sozialverbände intensiv eingesetzt. Jetzt stellt die Bundesvereinigung der Lebenshilfe auf ihrer Internetseite ausführliche Informationen zu den neuen Bestimmungen und Regeln zur Verfügung. Auch werden mehrere Seminare zu dem neuen Gesetz angeboten, zum Beispiel am 9. März in München (siehe Link).

Die Initiative der Lebenshilfe bleibt ihrem Anspruch nach ‚Teilhabe statt Ausgrenzung‘ treu. Die Lebenshilfe schreibt zu ihrer neuen Informations-Plattform:

„Noch haben wir nicht alle Ziele erreicht und noch ist an vielen Punkten nicht klar, wie sich die konkrete Umsetzung der neuen Gesetze für Menschen mit Behinderung auswirken wird. Mit einem Wort: BTHG und Co. bedürfen auch weiterhin unserer informierten und kritischen Begleitung.“

Fragen zum Bundes-Teilhabegesetz BTHG

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Was bedeutet das neue BTHG (Bundes-Teilhabe-Gesetz) für Menschen mit Behinderungen, ihre Familien, für Betreuer und Angehörige?

Das BTHG tritt in mehreren Schritten in Kraft und bringt Veränderungen in der Eingliederungshilfe sowohl für Menschen mit Behinderungen als auch für die Lebenshilfen als Anbieter von Leistungen mit sich.  Weiterlesen

Lebensfragen, Projekte und Wohnen

Die Lebenshilfe München engagiert sich in vielen Bereichen

Auch 2017 benennt die Lebenshilfe München wieder ‚unbequeme Themen‘, ruft zur Diskussion und Aufklärung auf. 2016 stand die ‚Pränatale Diagnostik‚ im Brennpunkt, 2017 wird es FASD sein. Es steht für Formen einer vorgeburtlichen Schädigungen durch Alkoholkonsum der Mütter und heißt wörtlich ‚Fetal Alcohol Spectrum Disorder‘, kurz FASD.

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„Es ist ein Thema das Augenmaß und Empathie verlangt“, bekräftigt Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München. „Nicht darüber zu sprechen wäre falsch, denn es ist eines der Dinge, bei denen wir aktiv dagegen steuern können. Bei Umwelteinflüssen, einem Gendefekt oder mangelnder Sauerstoffversorgung bei der Geburt können wir selbst nichts tun. Mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft aber ist eine häufige Ursache für angeborene Fehl-Entwicklungen , geistige Behinderungen, hirnorganische Beeinträchtigungen, Entwicklungsstörungen und extreme Verhaltensauffälligkeiten.“

BTHG und Mitwirkung von Fachkräften

Wenig Resonanz gibt es bei der Lebenshilfe bislang zum neuen Bundesteilhabegesetz. „Es ist noch in einer Übergangsphase und die Umsetzung wird erst in den nächsten zwei bis fünf Jahren konkret werden“, argumentiert Puhlmann. Froh ist man über eine mögliche Beteiligung von Fachkräften, wenn es um die Erstellung eines Gesamtplanes für den Förderbedarf bei Menschen mit Behinderung geht.  Weiterlesen

Mehr Inklusion durch ein verbessertes Bundesteilhabegesetz

„Viele Erfolge, aber immer noch Handlungsbedarf“

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) wurde am 1. Dezember in zweiter und dritter Lesung im Bundestag beraten und am 16. Dezember im Bundesrat verabschiedet. Das ist für uns alle ein wichtiger Schritt hin zu mehr Inklusion für Menschen mit Behinderung, ist es doch die Fortschreibung der UN-Behindertenrechtskonvention. Wir, die Lebenshilfe München und die Lebenshilfen in Deutschland, haben uns sehr für Verbesserungen eingesetzt, um im Lebensalltag mehr zu erreichen. Das BTHG tritt in mehreren Schritten in Kraft und bringt Veränderungen in der Eingliederungshilfe sowohl für Menschen mit Behinderung als auch für die Lebenshilfen als Anbieter von Leistungen mit sich.

Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe MÜnchen

Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe MÜnchen

Der Landesverband Lebenshilfe Bayern bietet deshalb Betroffenen, Eltern und Angehörigen aus den Lebenshilfevereinen und Einrichtungen vor Ort die Möglichkeit, sich bei zwei zentralen Veranstaltungen zu informieren. Vom gestuften Ablauf des In-Kraft-Tretens über die systematische Einordnung bis zu den wesentlichen einzelnen Regelungen und deren Rechtsfolgen soll ein Überblick über das BTHG gegeben werden.  Weiterlesen

Lebenshilfe setzt auf ein besseres Bundesteilhabegesetz

Lesen Sie dazu auch den Artikel vom 07. November:
Lebenshilfe demonstriert in Berlin

Die Lebenshilfe setzt auf wesentliche Änderungen bei dem
Bundesteilhabegesetz (BTHG) und Dritten Pflegestärkungsgesetz (PSG 3)

„Teilhabe statt Ausgrenzung“ – Unter diesem Motto haben am 7. Nov. 2016 über 7000 Menschen am Brandenburger Tor anlässlich der Anhörung zum Bundesteilhabegesetz demonstriert.

Lebenshilfe demonstriert in Berlin

Die Lebenshilfe demonstriert mit 7000 Menschen in Berlin

Bei diesen Punkten hofft die Bundesvereinigung der Lebenshilfe noch auf Verbesserungen des BTHG. „Es ist wahrscheinlich, dass dies die Punkte sind, zu denen aus den verschiedenen Fraktionen noch Änderungsanträge eingehen werden“, heißt es im jüngsten Newsletter:   Weiterlesen

Lebenshilfe demonstriert in Berlin

Forderung nach voller Teilhabe statt Ausgrenzung
Petition an den Bundestag übergeben

Die Lebenshilfe hat zu einer großen Demonstration in Berlin aufgerufen. Menschen mit Behinderung demonstrieren vor dem Brandenburger Tor für ihre Rechte. Aus allen 500 Orts- und Kreisvereinigungen haben sich über 4000 Teilnehmer angemeldet. Dabei ist die Anreise für Menschen mit Behinderung für die dreistündige Demo eine echte Herausforderung. Und doch demonstrierten dann weit mehr als 7000 Menschen in Berlin für ihre Rechte, für mehr Gleichstellung und Teilhabe statt Ausgrenzung – für ein gerechtes Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III und überreichten mehr als 150.000 Unterschriften.

“Diese 151.698 Unterschriften sind ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung – und für mehr Teilhabe“, sagte Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Die Unterschriften übergab sie um 14.30 Uhr an die Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Kerstin Griese (MdB) und den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses, Dr. Edgar Franke (MdB).   Weiterlesen

Seminar: neues zum Pflegestärkungssgesetz und Teilhabegesetz

Tagesseminar der Lebenshilfe München am 19.11.16

Mit Verabschiedung des neuen Bundesteilhabegesetz (BTHG) sind für Menschen mit Behinderung große Veränderungen zu erwarten. Das neue Gesetz wird die Leistungen für Menschen mit Behinderung regeln, die bislang im Sozialgesetzbuch (SGB IX und XII) festgeschrieben sind. Das neue BTHG soll noch im Dezember verabschiedet werden. Vereine, Verbände und soziale Träger, auch die Lebenshilfe, bemühen sich aktuell noch um Verbesserungen des Regierungsentwurfes.

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Darum wird das Tagesseminar der Lebenshilfe München (am 19. November) mit Spannung erwartet. Unter dem Titel „Alles was Recht ist“ geht der Referent Jürgen Greß (Fachanwalt für Sozialrecht) auf die Veränderungen des Pflegestärkungssgesetzes und des Teilhabegesetzes ein. Mitglieder der Lebenshilfe München (und Angehörige) zahlen 10 Euro, Nichtmitglieder 25 Euro. Getränke, Kaffee, Tee, Gebäck und ein kleiner Imbiss am Mittag stehen kostenlos zur Verfügung.   Weiterlesen

Das neue Bundesteilhabegesetz im Brennpunkt

ARD-Beitrag: Meilenstein oder große Enttäuschung?

Arbeitsministerin Andrea Nahles spricht von einem Meilenstein, viele Behinderte sehen das anders. Zum Hintergrund: Vor einem Jahr wurde ein erstes Rohkonzeptes für ein neues Bundesteilhabegesetz vorgelegt. Seitdem laufen die Diskussionen, Eingaben und Vorbereitungen auf Hochtouren, auch innerhalb der Verbände und Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderung, wie etwa der Lebenshilfe. Es soll ja Millionen von Menschen mit Behinderung in Deutschland geholfen werden, besser geholfen werden.

Das eigentliche Ziel ist die völlige Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft – Stichwort: Barrierefreiheit. Ebenso muss ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden.

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Der Gesetzgeber ist dabei in Zugzwang, denn bereits am 26. März 2009 ist in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Kraft getreten. Im September 2011 folgte dann ein nationaler Aktionsplan zur Umsetzung der Konvention, ein 10-Jahresplan mit 200 Vorhaben.   Weiterlesen

Lebenshilfe stellt Forderungen an das Bundesteilhabegesetz

Bundesteilhabegesetz muss Wahlmöglichkeiten erweitern und Selbstbestimmung stärken

Berlin. Das geplante Bundesteilhabegesetz soll echte Fortschritte für Menschen mit Behinderung und ihre Familien bringen. So lautete gestern die zentrale Forderung der Bundesvereinigung Lebenshilfe auf ihrem Parlamentarischen Abend in der Berliner Landesvertretung Nordrhein-Westfalens mit rund 200 interessierten Besuchern.

Von links: Gerhard John, stv. Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes Lebenshilfe Bayern – Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer und stv. Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe München – Dr. Jürgen Auer, Geschäftsführer des Landesverbandes Lebenshilfe Bayern. Foto: Bernd Lammel

Unter den hochrangigen Gästen waren Bundestagspräsident Norbert Lammert, Vizepräsident Johannes Singhammer, Bundesbehindertenbeauftragte Verena Bentele sowie die Parlamentarischen Staatssekretärinnen und Staatssekretäre Gabriele Lösekrug-Möller (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Caren Marks (Bundesfamilienministerium), Michael Meister (Bundesfinanzministerium) und Markus Grübel (Bundesverteidigungsministerium)Weiterlesen