Geschafft: Assistenz im Krankenhaus

– Lebenshilfe begrüßt Beschluss zur Assistenz im Krankenhaus –

Endlich: Menschen mit Behinderungen sollen einen Rechtsanspruch auf Kostenübernahme für die Assistenz im Krankenhaus haben. Das hat der Bundestag beschlossen. „Eine gute Nachricht für alle Betroffenen und ihre Familien und ein erster Erfolg für unseren Einsatz auf Landes- und Bundesebene“, betont die Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Barbara Stamm, kurz nach dem Beschluss. Nun stehe noch die Zustimmung des Bundesrates aus.

Gesundheitliche Versorgung verbessern

Für viele erkrankte Menschen mit Unterstützungsbedarf sei es bei einem Klinik-Aufenthalt unabdingbar, in dieser belastenden Situation eine vertraute Begleitperson an der Seite zu haben. Diese könne oft als einzige zwischen den Erkrankten und dem Klinik-Personal vermitteln, erläutert Stamm. „Wir begrüßen deshalb grundsätzlich, dass die Kostenübernahme für die Assistenz im Krankenhaus nun geregelt wurde“, so Stamm weiter. Da die Kosten je nach Assistenzperson einmal durch die Krankenversicherung (Angehörige) und einmal durch die Eingliederungshilfe (Mitarbeitende von Einrichtungen) übernommen werden müssen, dürfe es aber künftig nicht zu einem Hin- und Herschieben der Zuständigkeit zwischen Krankenkassen und Bezirken kommen.

Auch müsse es zusätzlich noch weitere Schritte geben, um die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu verbessern. Wichtig sei etwa, die besonderen Bedarfe und Belange von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung künftig in medizinisch-pflegerischen Ausbildungen zu lehren. Ebenso müssten die Abläufe in Kliniken rund um Aufnahme, Behandlung und Entlassung zum Wohle der Menschen mit Behinderungen angepasst werden. „All das wird auch das Klinik-Personal entlasten. Und wir wissen, nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie, wie dringend nötig das ist“, betont Stamm.

Petition an den Bayerischen Landtag

Die ehemalige bayerische Landtagspräsidentin setzt sich seit langem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Behinderungen bei einem Aufenthalt im Krankenhaus ein. Im Mai 2020 übergab sie persönlich eine entsprechende Petition der Lebenshilfe Bayern an ihre Nachfolgerin in diesem Amt, Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Im Oktober 2020 wurde die Petition in einer gemeinsamen Sitzung der Landtagsausschüsse Gesundheit und Soziales behandelt. Diese sprachen sich dafür aus, das Anliegen von Bayern aus auf Bundesebene voranzubringen.

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