Lebenshilfe ist, wo Lebenshilfe drauf steht

(gsp) Seit Februar leitet die neue Einrichtungsleitung, Sabine Griebel, Dipl. Sozalpädagogin (FH) bei der Lebenshilfe München Kinder und Jugend GmbH die Heilpädagogische Tagesstätte G in Unterhaching. 56 Kinder werden hier in sieben Kleingruppen im Alter von 6 bis 19 Jahren betreut und gefördert. Zuvor war Sabine Griebel bei der Lebenshilfe Miesbach als Einrichtungsleiterin der ‚Villa Kunterbunt‘ einer Heilpädagogische Tagesstätte & Integrative Kindertagesstätte.

Der neu gestaltete Pausen- und Freizeithof an der HPT in Unterhaching wird jetzt von großen Schirmen vor Sonne und Regen geschützt – Fotos: Gerd Spranger

Ihr Wechsel nach München hatte zunächst private Gründe, denn das tägliche Pendeln in das 50 Kilometer entfernte Hausham, auch bei guter Bahn-Anbindung, war auf Dauer doch zeit- und kraftraubend. Den Stellenwechsel begünstigte aber auch eine neue Initiative innerhalb der Lebenshilfen in Oberbayern, nämlich sich bei Personalsuche untereinander zu verständigen. Und „wo Lebenshilfe draufsteht, ist auch Lebenshilfe drin“, freut sich die Pädagogin.

„Das Beste im Kind wecken“

So hatte sie bisher kaum Anlauf-Schwierigkeiten in der HPT Unterhaching, arbeitet mit einem jungen und aufgeschlossenen Team. „Spaß im Team und an der Arbeit in der Gruppe“, sind ihr wichtig, denn auch nach 16 Jahren Berufserfahrung in leitender Position möchte Sabine Griebel immer noch etwas ändern, zum Guten ändern. „Und dazu haben wir in der HPT der Lebenshilfe immer die Möglichkeit. Wir wollen das Beste im Kind wecken, es fördern und lernen dabei gleichzeitig von den Kindern und Jugendlichen. Sie sehen nicht ängstlich in die Zukunft, sondern freuen sich auf jeden Tag. Dabei entwickeln sie ihre Stärken und lernen mit ihren Handicaps zu leben, es sind ganz besondere Kinder.“

Management und gute Organisation

Selbst lernen die Kinder sich spielerisch in der Gruppe zurecht zu finden, sich an die Situationen und ihr Lebensumfeld anzupassen. Sabine Griebel ist in ihrer ruhigen Art ein Mensch ‚der anpackt‘. Sie hat nebenberuflich mehrere Semester zum Master im Sozialmanagement studiert, „denn nur gemeinsam, innerhalb einer großen Organisation, können langfristig Projekte voran gebracht werden“, ist sie sich sicher.

Ihr Blick von außen mit der besonderen Erfahrung der inklusiven Betreuung von Kindern ist auch für die Lebenshilfe München wertvoll. So liegt gerade hier einer ihrer Schwerpunkte, Inklusion für die Kinder und Jugendlichen der HPT-G durch gemeinsame Projekte und Unternehmungen noch erlebbarer zu gestalten.

Inklusion ist kein Selbstläufer

‚Nach außen‘ geht es auch im Alltag der HPT Unterhaching. Ob auf Ausflügen in den Ort oder der näheren Umgebung, in den ‚Krautgarten‘ oder auf einen der Spielplätze. Direkt an der Tagesstätte entsteht aktuell ein neuer Garten mit Sportplatz.

„Immer mehr zeigt sich, dass der grundsätzliche Wille der Inklusion über den Weg hin zur Gesamtschule oder gar zum Gymnasium an seine Grenzen stößt. Wir erhalten immer mehr Anrufe von Eltern, die dringend einen Platz in einer Tagesstätte suchen“, verrät Esther Wagner, die neue Leiterin des Bereichs Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe München. Siehe Bericht

Aktuell wird vor dem Gebäude der Einrichtung der Lebenshilfe München, der HPT in Unterhaching, ein neues Freizeitgelände mit Sportmöglichkeiten geschaffen.

5000 Euro Spende für einen Lebenshilfe-Streichelzoo

(gsp) Große Unternehmen und Firmen engagieren sich heute global wie auch sozial.
Eine dieser ‚Global Player‘ ist das Logistikunternehmen Imperial-Logistics mit ihrem Hauptgeschäft in Afrika, zunehmend aber auch in Europa. Es betreibt
neben seiner deutschen Zentale in Duisburg auch in München/ Neufahrn eine Niederlassung, weltweit ist es an 170 Standorten vertreten. Die Nähe zur Region
gab auch den Ausschlag auf der Suche nach einem sozialem Engagement.
Die Wahl viel dabei auf die Lebenshilfe München.

5000 Euro für die Lebenshilfe München. Von Links: Christine Wiesenthal-Moser (AD), Julia Bader (FUD), Georg Hohenester (OBA), Margret Meyer-Brauns (Beratung), Gudrun Keinert (Schulbegleitung), Harry Zipf (OD), Srecko Mühling, Direktor der General-Cargo, von Imperial-Logistics, Christina Kistler, Assistant to Director und Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München. Foto: Gerd Spranger

Srecko Mühling und Christina Kistler von Imperial-Logistics betonen bei ihrem Besuch der Lebenshilfe-Zentrale in München, dass sie sich meistens langfristig in ihrem sozialen Engagement binden, wie etwa bei einem Kinderhospitz in Duisburg. Peter Puhlmann, Geschäftsführer und Stiftungsvorstand des Elternvereins nutzte die Gunst der Stunde, und führte die Besucher in ein laufendes Meeeting der ‚Offenen Dienste‘.

Die Leistungen der Lebenshilfe-Einrichtungen sind komplex und vielseitig. Hier ist besteht möglicherweise eine Parallele zwischen den Global-Player Imperial-Logistics und der im Kern als Elternverein bestehenden Sozialeinrichtung.

„Die Lebenshilfen in Deutschland entstanden vor 60 Jahren und wurden aus der Not geboren. Eltern mit einem behinderten Kind standen bis 1958 sehr alleine mit ihren Nöten und Sorgen. So entstanden Netzwerke und daraus Vereine. Dabei ist jeder der über 500 Elternvereine für sich selbst komplett selbständig,“ erklärt Peter Puhlmann die Struktur und führt weiter aus: „So gründeten sich die Werkstätten, Wohneinrichtungen und auch schulische Angebote.“ Dabei sei ‚die Beschulung‘ von Menschen mit geistiger Behinderung noch in den 60er-Jahren keine Selbstverständlichkeit gewesen. „Die Gründung der Förderschulen ist ganz sicher auch dem anhaltenden Druck der Eltern in der Öffentlichkeit, und damit auch den Lebenshilfen, zu verdanken“, bekräftigt Puhlmann.

Beratung ist auf allen Ebenen wichtig und nötig

So gilt etwa die Eltern- und Angehörigenberatung als eines der Kernanliegen der Lebenshilfe und allein jährlich 900 Beratungen in München sprechen für sich. Dabei ist die Angehörigenberatung mit Margret Meyer-Brauns und der ehrenamtlich tätigen Volljuristin Andrea Siemen nur an zwei Tagen der Woche besetzt. „Viele gesetzlich geregelte Ansprüche müssen wir häufig mit Widersprüchen gegen bestehende Bescheide durchsetzen,“ erzählt Meyer-Brauns. Die Erstberatung ist dabei immer kostenlos, „wie wollen keine Barrieren aufbauen“, erklärt sie. Die Lebenshilfe leitet hier zwar für viele Menschen einen großen Dienst, diese Leistungen aber sind finanziell mit maximal 80 Prozent abgedeckt. Es ist ein Engagement, dass die Lebenshilfe, und hier vor allem engagierte Mitarbeiter und Ehrenamtliche, einbringen.

Austausch am ‚Runden Tisch‘ über die Arbeit der Offenen Dienste der Lebenshilfe München. Foto: gsp

Dabei zählen Beratungen auf fast allen Ebenen zum ‚täglichen Brot‘, vom Familien-Unterstützenden Dienst, den Frühförderstellen und anderen Bereichen der Lebenshilfe München. Beim Familien-Unterstützenden Dienst etwa müssen ehrenamtliche Mitarbeiter und betroffene Familien zusammen zu finden. Auch bei der Ferien- und Samstagsbetreuung werden viele Angebote, Mitarbeiter und Dienste koordiniert. Insgesamt arbeiten bei den ‚Offenen Diensten‘ 400 Ehrenamtliche und es werden jährlich rund 40.000 Betreuungsstunden geleistet. Die Lebenshilfe München ist darüber hinaus noch in den Bereichen ‚Interdisziplinäre Frühförderung‘, ‚Kinder und Jugend‘ sowie im Bereich ‚Wohnen‘ tätig. „Angefangen bei Beratungen zur pränatalen Diagnostik bis hin zum Frühgeborenen und Kleinkind, über das Schulalter bis in die Werkstätten und vom Wohnen bis zur Senioren-WG begleitet die Lebenshilfe Menschen mit geistiger Behinderung ein Leben lang,“ fasst Geschäftsführer Peter Puhlmann zusammen. Er bedankte sich für die Spende von 5000 Euro von Imperial-Logistics, die zu 100 Prozent der Stiftung des Elternvereins zufließt.

Mit den Tieren auch Verantwortung übernehmen

Puhlmann erklärt auch das Projekt der Spende: „Wir wollen einen Streichelzoo für unsere betreuten Kinder und Erwachsenen errichten. Menschen mit geistiger Behinderung sind häufig nicht in der Lage sich auszudrücken. Beim Umgang mit Tieren aber gelingt das ganz gut, ob es das Versorgen, das Streicheln oder die Berührung von Tieren. Sie profitieren in Ihrem Alltag und ihrer Gefühlswert, etwa beim Reiten oder für ein Tier Verantwortung zu übernehmen. Es bereichert die Wahrnehmung und die Teilhabe am ganz normalen Leben.“

Srecko Mühling, Direktor der General-Cargo, von Imperial-Logistics bedankte sich für diesen lebhaften Einblick in die Arbeit der Lebenshilfe und schloss den Kreis zum eigenem Unternehmen mit einer kleinen Anekdote. „Beim Besuch eines BMW-Werks erzählte uns der Leiter, dass von jährlich 340.000 gefertigten Autos keine zwei völlig gleich seien. Das verdeutlicht vielleicht den Stellenwert einer guten Logistik, nämlich das richtige Produkt – das sich oft aus vielen Einzelteilen zusammen setzt – zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Hier sind wir weltweit eines der führenden Unternehmen.“

Die richtigen Strukturen für eine optimale Betreuung schaffen

Vor 40 Jahren erwarb der damals junge Elternverein „Lebenshilfe München“ die ersten Häuser zur Bildung von Wohngruppen. Die jungen aktiven Eltern wollten ihren Kindern ein möglichst selbständiges Leben in einem guten Umfeld mit begleitender Betreuung bieten. Damit war die Lebenshilfe ihrer Zeit weit voraus, und seitdem ist viel passiert. Die Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München sind seit etwa zehn Jahren in eine eigene „Wohnen GmbH“ zusammengefasst und auch deren Strukturen haben sich inzwischen in mehrfacher Hinsicht geändert.

Das Anliegen aber ist das Gleiche geblieben, den Menschen mit geistiger Behinderung ein gutes Zuhause zu geben, sie zu fördern und zu unterstützen, wenngleich früher viel mehr das Beschützen, Bevormunden und Versorgen im Mittelpunkt stand. „Heute fordern wir von unseren Bewohner mehr Selbsttätigkeit, fördern verstärkter sowie gezielter und trauen ihnen damit auch mehr zu“, erklärt Paul Oberhofer, der die drei Wohngruppen der Lebenshilfe „München Stadt West“ leitet. Auch das ist Teil einer neueren, vor etwa fünf Jahren geschaffenen Struktur, mehrere Wohnstätten zusammen zu legen. Jetzt geht die Lebenshilfe München einen nächsten Schritt, indem sie mit der Einführung von ‚Gruppenleitungen‘ wieder mehr Verantwortung in die Einrichtungen selbst zurückgibt.   Weiterlesen

Spaß, Spiel und Sport beim Schwimmtraining der Lebenshilfe München

Die Wohngruppe der Lebenshilfe München in Giesing ist eine von elf Einrichtungen in Stadt und Landkreis München. Jede Gruppe ist individuell geprägt, den Rahmen stellt die Lebenshilfe und sie lebt häufig vom Engagement der Betreuer. In München-Giesing zählen zum Team von Einrichtungsleiterin Birgit Fleischmann Tatjana Jan und Harald Stinglwagner. Sie betreuen zwei Schwimmgruppen, die Harald Stinglwagner vor 15 Jahren als ‚Spätberufener‘ gegründet hat. Ihr Motto heißt: Spaß, Spiel und Sport und damit leisten sie einen aktiven Beitrag zur Inklusion.

Sein Weg führte ihn über die Bundeswehr und später vom TÜV-Prüfer hin zur Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung. „Für mich war die deutsche Wiedervereinigung eine Zäsur, und später mein Leben lang unter alte Autos zu schauen, war nicht mein Lebensweg. So entschied ich mich zu einem Wechsel in den sozialen Bereich, wo ich heute vor allem mit vielen netten Menschen zusammenarbeite.“ Harald ist dabei vorausschauend, und arbeitet ’nur‘ 32-Stunden die Woche, wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen. „Das erhält den nötigen Freiraum um zur Arbeit, die physisch und mental immer viel fordert, den nötigen Ausgleich zu schaffen.“   Weiterlesen

Lebenshilfe: Hilfe für Familien und Menschen mit Behinderung

Seit über 55 Jahren ist die Lebenshilfe München für unzählige Menschen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sowie ihre Familien Anlaufstelle oder sogar Lebensmittelpunkt. In unseren 25 Einrichtungen betreuen wir Menschen aller Altersstufen, von frühgeborenen Säuglingen bis hin zu Menschen im Rentenalter. Dies ist Verantwortung und Herausforderung zugleich, die nur mit Hilfe eines dichten Netzwerkes erfüllt werden kann.

Hilfe! wir brauchen einen neuen Spielplatz

Zentrale Anlaufstelle ist die Geschäftsstelle in München/Giesing, in der St. Quirin Straße. Hier hat nicht nur die Verwaltung und Geschäftsführung der Lebenshilfe München ihren Sitz, sondern auch Wohneinrichtungen, der FUD (Familienunterstützender Dienst), die OBA (Offene Behindertenarbeit) und die Frühförderung.

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Beliebteste und pädagogisch wertvolle Einrichtung ist der Spielplatz. Kinder müssen sich austoben und dabei – ganz nebenbei – ihre Motorik trainieren und ihr Sozialverhalten üben. Das gilt im stärkeren Maße noch für Menschen mit Behinderung, und wenn sie auch zu den ganz Kleinen zählen. Der Spielplatz aber ist in weiten Teilen gesperrt. Nach fünfzehn Jahren sind durch die intensive Nutzung und Witterungseinflüsse Teile des Spielplatzes nicht mehr sicher, die Geräte entsprechen nicht mehr den Sicherheitsstandards. Die Erneuerung und Instandsetzung des Spielplatzes ist dringend notwendig, die Gelder hierfür müssen die Frühförderstelle und der FUD selbst aufbringen. Angemessene, TÜV-geprüfte Spielgeräte kosten 28.000 Euro.   Weiterlesen

Lebenshilfe München: Programm auch während der Ferien

-   F U D  Familien-Unterstützender-Dienst   -

Tolle Veranstaltungen und große Nachfrage

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Ferien sind lang, für Eltern sehr lang, und wenn der Nachwuchs noch Betreuung braucht, sind sie zu lang. Darum bietet die Lebenshilfe München seit 1999 eine Ferienbetreuung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung an. Das Angebot hat sich mittlerweile rumgesprochen. Auch 2013 war in den fünf Ferienwochen im August und September wieder viel geboten.    Weiterlesen