Wochenend-Seminar für Papas

Lebenshilfe Bayern unterstützt Väter von Kindern mit Behinderungen

Familien mit behinderten oder chronisch kranken Kindern stehen alltäglich vor besonderen Herausforderungen. Mütter werden mit unterstützenden Angeboten oft gut erreicht, Väter eher nicht. Auch gibt es kaum etwas extra für sie. „Das ist mal was Neues, würd´ ich sagen …“ heißt denn auch das Wochenend-Seminar nur für Väter, das die Lebenshilfe Bayern in diesem Jahr erstmals anbietet.

Umgehen mit der besonderen Situation

Auf dem Programm stehen bei dem Seminar für Papas schnitzen, wandern, Kanufahren und miteinander reden. Die Väter sollen sich gemeinsam austauschen und Wege finden, wie sie mit ihrer besonderen Situation besser umgehen und wieder Kraft tanken können. Auch Einzelgespräche sind möglich. Das Seminar findet vom 12. bis 14. Juli 2019 in der Fränkischen Schweiz statt. Die Väter werden dabei von einem erfahrenen Experten begleitet. Der Sozialpädagoge und Familientherapeut Daniel Wilms ist Leiter der bayerischen Fachstelle „Väter von Kindern mit Behinderungen“.

Um Familien zu stärken, bietet das Fortbildungsinstitut der Lebenshilfe Bayern seit vielen Jahren besondere Kurse für Eltern und Angehörige an. Für Geschwisterkinder veranstaltet es zusätzlich Erlebnis- und Abenteuerwochen. Ausführliche Informationen zu allen Kursen gibt es unter http://www.lebenshilfe-bayern.de/fortbildungsinstitut.

Miteinander – Wir gestalten Teilhabe

Unter dem Motto „Miteinander – Wir gestalten Teilhabe“ setzt sich der Lebenshilfe-Landesverband Bayern seit über 55 Jahren als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen für die Anliegen und Interessen insbesondere von Menschen mit geistiger Behinderung und ihren Familien ein. Seit 2001 ist Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm die Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern.

Der Verband hat heute 160 rechtlich selbstständige Mitgliedsorganisationen, die gut 40.000 Menschen mit Behinderungen und deren Familien unterstützen, fördern und begleiten. Mit rund 900 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen hat die Lebenshilfe in Bayern ein umfassendes Netz kompetenter Hilfe aufgebaut. Die Lebenshilfe ist bundesweit aktiv als Elternverband und Selbsthilfe-Vereinigung, Fachverband und Trägerin von Einrichtungen der Behindertenhilfe. Sie ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig.

5000 Euro Spende für einen Lebenshilfe-Streichelzoo

(gsp) Große Unternehmen und Firmen engagieren sich heute global wie auch sozial.
Eine dieser ‚Global Player‘ ist das Logistikunternehmen Imperial-Logistics mit ihrem Hauptgeschäft in Afrika, zunehmend aber auch in Europa. Es betreibt
neben seiner deutschen Zentale in Duisburg auch in München/ Neufahrn eine Niederlassung, weltweit ist es an 170 Standorten vertreten. Die Nähe zur Region
gab auch den Ausschlag auf der Suche nach einem sozialem Engagement.
Die Wahl viel dabei auf die Lebenshilfe München.

5000 Euro für die Lebenshilfe München. Von Links: Christine Wiesenthal-Moser (AD), Julia Bader (FUD), Georg Hohenester (OBA), Margret Meyer-Brauns (Beratung), Gudrun Keinert (Schulbegleitung), Harry Zipf (OD), Srecko Mühling, Direktor der General-Cargo, von Imperial-Logistics, Christina Kistler, Assistant to Director und Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München. Foto: Gerd Spranger

Srecko Mühling und Christina Kistler von Imperial-Logistics betonen bei ihrem Besuch der Lebenshilfe-Zentrale in München, dass sie sich meistens langfristig in ihrem sozialen Engagement binden, wie etwa bei einem Kinderhospitz in Duisburg. Peter Puhlmann, Geschäftsführer und Stiftungsvorstand des Elternvereins nutzte die Gunst der Stunde, und führte die Besucher in ein laufendes Meeeting der ‚Offenen Dienste‘.

Die Leistungen der Lebenshilfe-Einrichtungen sind komplex und vielseitig. Hier ist besteht möglicherweise eine Parallele zwischen den Global-Player Imperial-Logistics und der im Kern als Elternverein bestehenden Sozialeinrichtung.

„Die Lebenshilfen in Deutschland entstanden vor 60 Jahren und wurden aus der Not geboren. Eltern mit einem behinderten Kind standen bis 1958 sehr alleine mit ihren Nöten und Sorgen. So entstanden Netzwerke und daraus Vereine. Dabei ist jeder der über 500 Elternvereine für sich selbst komplett selbständig,“ erklärt Peter Puhlmann die Struktur und führt weiter aus: „So gründeten sich die Werkstätten, Wohneinrichtungen und auch schulische Angebote.“ Dabei sei ‚die Beschulung‘ von Menschen mit geistiger Behinderung noch in den 60er-Jahren keine Selbstverständlichkeit gewesen. „Die Gründung der Förderschulen ist ganz sicher auch dem anhaltenden Druck der Eltern in der Öffentlichkeit, und damit auch den Lebenshilfen, zu verdanken“, bekräftigt Puhlmann.

Beratung ist auf allen Ebenen wichtig und nötig

So gilt etwa die Eltern- und Angehörigenberatung als eines der Kernanliegen der Lebenshilfe und allein jährlich 900 Beratungen in München sprechen für sich. Dabei ist die Angehörigenberatung mit Margret Meyer-Brauns und der ehrenamtlich tätigen Volljuristin Andrea Siemen nur an zwei Tagen der Woche besetzt. „Viele gesetzlich geregelte Ansprüche müssen wir häufig mit Widersprüchen gegen bestehende Bescheide durchsetzen,“ erzählt Meyer-Brauns. Die Erstberatung ist dabei immer kostenlos, „wie wollen keine Barrieren aufbauen“, erklärt sie. Die Lebenshilfe leitet hier zwar für viele Menschen einen großen Dienst, diese Leistungen aber sind finanziell mit maximal 80 Prozent abgedeckt. Es ist ein Engagement, dass die Lebenshilfe, und hier vor allem engagierte Mitarbeiter und Ehrenamtliche, einbringen.

Austausch am ‚Runden Tisch‘ über die Arbeit der Offenen Dienste der Lebenshilfe München. Foto: gsp

Dabei zählen Beratungen auf fast allen Ebenen zum ‚täglichen Brot‘, vom Familien-Unterstützenden Dienst, den Frühförderstellen und anderen Bereichen der Lebenshilfe München. Beim Familien-Unterstützenden Dienst etwa müssen ehrenamtliche Mitarbeiter und betroffene Familien zusammen zu finden. Auch bei der Ferien- und Samstagsbetreuung werden viele Angebote, Mitarbeiter und Dienste koordiniert. Insgesamt arbeiten bei den ‚Offenen Diensten‘ 400 Ehrenamtliche und es werden jährlich rund 40.000 Betreuungsstunden geleistet. Die Lebenshilfe München ist darüber hinaus noch in den Bereichen ‚Interdisziplinäre Frühförderung‘, ‚Kinder und Jugend‘ sowie im Bereich ‚Wohnen‘ tätig. „Angefangen bei Beratungen zur pränatalen Diagnostik bis hin zum Frühgeborenen und Kleinkind, über das Schulalter bis in die Werkstätten und vom Wohnen bis zur Senioren-WG begleitet die Lebenshilfe Menschen mit geistiger Behinderung ein Leben lang,“ fasst Geschäftsführer Peter Puhlmann zusammen. Er bedankte sich für die Spende von 5000 Euro von Imperial-Logistics, die zu 100 Prozent der Stiftung des Elternvereins zufließt.

Mit den Tieren auch Verantwortung übernehmen

Puhlmann erklärt auch das Projekt der Spende: „Wir wollen einen Streichelzoo für unsere betreuten Kinder und Erwachsenen errichten. Menschen mit geistiger Behinderung sind häufig nicht in der Lage sich auszudrücken. Beim Umgang mit Tieren aber gelingt das ganz gut, ob es das Versorgen, das Streicheln oder die Berührung von Tieren. Sie profitieren in Ihrem Alltag und ihrer Gefühlswert, etwa beim Reiten oder für ein Tier Verantwortung zu übernehmen. Es bereichert die Wahrnehmung und die Teilhabe am ganz normalen Leben.“

Srecko Mühling, Direktor der General-Cargo, von Imperial-Logistics bedankte sich für diesen lebhaften Einblick in die Arbeit der Lebenshilfe und schloss den Kreis zum eigenem Unternehmen mit einer kleinen Anekdote. „Beim Besuch eines BMW-Werks erzählte uns der Leiter, dass von jährlich 340.000 gefertigten Autos keine zwei völlig gleich seien. Das verdeutlicht vielleicht den Stellenwert einer guten Logistik, nämlich das richtige Produkt – das sich oft aus vielen Einzelteilen zusammen setzt – zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Hier sind wir weltweit eines der führenden Unternehmen.“

Hohe Lebensqualität und Engagement im Ehrenamt

13. Münchner FreiwilligenMesse am 27. Januar im Gasteig

Dass hohe Lebensqualität und Engagement im Ehrenamt gut zueinander passen, verdeutlicht die 13. Münchner FreiwilligenMesse am 27. Januar im Gasteig. 6000 Besucher werden erwartet und auch die Lebenshilfe München informiert an einem eigenen Stand über ihre Dienste. München ist mehr als Englischer Garten, Isarauen, Tierpark, Olympiapark oder eine pulsierende Innenstadt. München lebt von jedem Einzelnen und den vielen Organisationen, die ein lebenswertes Umfeld schaffen.

Auch 2019 ist die Lebenshilfe München wieder vor Ort auf der Münchner Feiwilligen-Messe im Gasteig.



„Wenn alle Bürgerinnen und Bürger „sich Zeit nehmenfür die Umwelt, sich Zeit nehmen für Andere, den und die Nächste“, dann können wir die bereits hohe Lebensqualität unserer Stadt nicht nur bewahren, sondern noch verbessern“, sagt Dr. Gerlinde Wouters, Leiterin von FöBE (Förderstelle für Bürgerschaftliches Engagement), die den Informationstag im Gasteig organisiert. 80 Aussteller haben sich angemeldet.

60 freiwillige Helfer lotsen die Besucher durch die drei Etagen des Gasteigs und beantworten Fragen, um einen informativen und spannenden Messebesuch zu gewährleisten. Außer der fachkundigen Beratung durch die Ausstellerinnen und Aussteller erwartet die Gäste ein attraktives Rahmenprogramm mit Live-Musik, interessanten Kurzvorträgen und Erfahrungsberichten von freiwillig Engagierten.

Der Eintritt zur Messe ist kostenlos, der Zugang ist barrierefrei.

27. Januar 2019, 10 bis 17 Uhr
Kultur- und Bildungszentrum Gasteig
Rosenheimer Straße 5, 81667 München
S-Bahn 1 – 8 und Trambahn Nr. 15/25
– Haltestelle Rosenheimer Platz –

Hier geht’s zum unserem Bericht vom Januar 2017:
ehrenamt-braucht-professionelle-begleitung/

Angehörige von Menschen mit Behinderung sind verunsichert

Interview mit Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München

Viele Angehörige von Menschen mit Behinderung sind verunsichert –
Sie sind zukünftig von neuen Gesetzgebungen betroffen

(gsp) In der Presse lesen wir immer wieder über das neue Bundesteilhabegesetz, und auch das seit Januar 2017 geltende Pflegestärkungsgesetz II ist immer wieder Thema. Es war ein langer Weg der großen Koalition, der Kassen und der Sozialverbände, im Schaffen von rechtlichen Grundlagen für betroffene Menschen, für Menschen mit einem Anspruch auf Hilfe und Leistungen. Auch die Dachorganisationen der Lebenshilfe haben sich in diesem Prozess über Jahre engagiert, bis heute. Die neuen Gesetze sollen zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen beitragen.

Speziell in München bietet die Lebenshilfe eine wöchentliche Beratung für Betroffene, für ihre Angehörigen oder ihren rechtlichen Betreuer und das seit 45 Jahren. Einmal im Jahr organisiert die Beratung der Lebenshilfe München ein Tagesseminar zum Sozialrecht mit Jürgen Greß. Das Seminar des erfahrenen Fachanwalts für Sozialrecht ist immer ausgebucht.

Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München / Foto: gsp

Die umfassende und kompakte Information zu den von der Gesetzgebung berührten Lebensbereichen nutzen immer viele Teilnehmer um sich fortzubilden. Darunter auch immer wieder Interessierte aus anderen Organisationen der Behindertenhilfe, wie auch Behörden, die mit der speziellen Thematik tagtäglich betraut sind.   Weiterlesen

Pränataldiagnostik: ein wichtiges Beratungsangebot der Lebenshilfe München

Mit der Einrichtung einer Beratungsstelle für junge Eltern, die ein Kind mit einer auffälligen Diagnose erwarten, hat die Lebenshilfe München bereits vor zehn Jahren ein klares Votum für das ungeborene Leben mit Behinderung abgegeben. Inzwischen nutzten zunehmend häufig werdende Eltern die Kompetenz dieser Einrichtung.

In ihren Gesprächen erlebt Ansprechpartnerin, Margret Meyer-Brauns, dass die vielfältigen und zunehmend präzisen Methoden der Pränataldiagnostik für schwangere Frauen eine große Herausforderung darstellen. Für sie ist die Sehnsucht nach einem gesunden Kind häufig vermischt mit der Hoffnung, schon vor der Geburt eventuelle Probleme zu erkennen und – wenn möglich – zu heilen. Diese positive Seite der Pränataldiagnostik kontrastiert dann damit, dass vielleicht doch eine genetische Besonderheit, eine mögliche Behinderung oder eine Krankheit in der Schwangerschaft gefunden wird. Dann stellen sich ganz wesentliche Fragen wie: „Schaffe ich das überhaupt?“ oder „Was sagt die Umgebung dazu, wenn ich das Kind dennoch zur Welt bringe?“   Weiterlesen

FASD die geheime Behinderung?

Hier geht es zu unserem ersten Bericht "FASD: eine Mauer des Schweigens"

1. Fortsetzung

Die große unbekannte Störung FASD – Fetale Alkoholspektrumsstörung‘ (fetal alcohol spectrum disorders) – bleibt häufig unerkannt, weil die Diagnose schwierig ist und selbst viele Mediziner FASD nicht erkennen. Zudem führt es leicht zu einer Stigmatisierung, wenn das eigene Kind durch einen Alkoholkonsum der Mutter unter einer Behinderung leiden muss. Und die zwei, drei Gläschen Alkohol während der Schwangerschaft können doch gar nicht so schlimm gewesen sein – oder doch?

Dabei ergibt eine aktuelle GEDA-Studie, dass der mütterliche Alkoholkonsum während der Schwangerschaft in Deutschland hoch ist. Demnach haben 20 Prozent einen moderaten Konsum und ganze acht Prozent bewegen sich im riskanten Spektrum. Die Referentin beim FASD-Fachtag der Lebenshilfe München, Dr. med. Dipl.-Psych. Mirjam Landgraf* setzt sich für eine verbesserte Diagnostik ein. „Sie ermöglicht eine frühe Förderung, geeignete Schul-, Arbeits- und Wohnformen, weniger säkundäre Erkrankungen und eine Entlastung der Eltern und Angehörigen.“ Selbst hat sie eine Leitlinie zur Diagnostik heraus gegeben (Link) und nennt für die Diagnose vier maßgebliche Bereiche: das Wachstum, äußere Merkmale im Gesicht, eine Schädigung des Zentralen Nervensystems (ZNS) und Hinweise auf einen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft.   Weiterlesen

Der Umgang mit Sehnsüchten …

… und zu wenig professionelle Hilfsangebote

Erfahrungen von Margret Meyer-Brauns,
von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München

Margret Meyer-Brauns berät seit fast zwei Jahrzehnten jährlich bis zu 500 Familien und ihre Angehörigen bei der Lebenshilfe München. Es geht häufig um Alltagsprobleme, um Fragen der Betreuung, Anträge und rechtliche Aspekte, aber auch immer häufiger um das Thema Sucht. Dabei wird nur selten direkt zum Thema Sucht angefragt. „In der Regel ist es so, dass der Wunsch den Betreuten in eine engmaschigere Betreuung zu geben der Anlass ist, uns zu kontaktieren. Und dann ergibt sich im Gespräch, oft auch erst im zweiten stattfindenden Aufsuchen unserer Beratungsstelle, das Thema Sucht“, erklärt Margret Meyer-Brauns.

Dabei wird das Thema von Geschwistern von Menschen mit Behinderung häufiger thematisiert als von den Eltern. Am häufigsten sind es von Adipositas Betroffene, Alkohol kommt an zweiter Stelle und danach der Zigaretten-Konsum, der Angehörigen zu schaffen macht. Beratungen zu anderen Suchtmittel – sei es Marihuana, Kokain, Medikamente, Computer, Kaufsucht – wurden bislang bei der Beratung der Lebenshilfe München nicht angefragt. Margret Meyer-Brauns vermutet dahinter den Mangel an Geld.    Weiterlesen

Ein Anspruch auf Zahlung

Seminar „Alles was Recht ist“ am 18. Oktober
Noch wenige Plätze frei – melden Sie sich an!

Viele Eltern und Betreuer von Menschen mit Behinderung haben lange für ihre Rechte kämpfen müssen, um Ansprüche gegenüber Sozialversicherungen und Behörden geltend zu machen. Ein langer und mühsamer Weg, der an den Kräften zehrt, in einer an sich schon angespannten Situation. Denn der/ die Betroffene brauchen Hilfe, Zeit und Zuwendung – und das häufig neben einem ausgefüllten Berufsalltag. Eine gute Beratung und Begleitung durch die Lebenshilfe München hilft.    Weiterlesen