Behindertenbeirat stellt 12 Forderungen zur Inklusion in München

Im Rollstuhl: eine ganz andere Perspektive auf ganz alltägliche Situationen. – Fotos: Behindertenbeirat München

Der Behindertenbeirat und der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt München haben anlässlich der diesjährigen Kommunalwahl zwölf Forderungen zum Thema Inklusion von Menschen mit Behinderungen aufgestellt, die den Spitzenkandidat*innen der Parteien jetzt überreicht wurden. In seinen Forderungen thematisiert der Behindertenbeirat unter anderem die Barrierefreiheit städtischer Theater, Schwimmbäder und Hotels, die flächendeckende Einrichtung von „Toiletten für Alle“ in München, neue Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderungen und Schulsozialarbeit an allen Schulen.

Neben der Übergabe der Forderungen stand auch ein Sensibilisierungscheck für die Spitzenpolitiker*innen auf dem Programm. Unter fachkundiger Begleitung wurden vier kleine Beispiel-Erlebnisse aus dem Alltag von Menschen mit Behinderungen auf dem Münchner Marienplatz absolviert. So durften die Politiker*innen probieren, im Rollstuhl sitzend einen Kaffee zu kaufen, mit Augenbinde den Weg zur U-Bahn zu finden oder einen Text in leichte Sprache zu übersetzen. Der Behindertenbeirat erhofft sich durch die Sensibilisierung der Kommunalpolitiker*innen eine umfassende Berücksichtigung des Themas Inklusion in der kommenden Legislaturperiode und mahnt die zügige Umsetzung der zwölf Forderungen an.

Blind unterwegs – Orientierungsstreifen sind eine echte Hilfe

Vorstandsvorsitzende Nadja Rackwitz-Ziegler: „München wird inklusiv, das spüren wir auch an dem vor kurzem beschlossenen 2. Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Dennoch sehen wir im Behindertenbeirat täglich, mit welchen Barrieren die Bürger*innen in München noch zu kämpfen haben. Wir fordern die nächste Stadtspitze und den neu gewählten Stadtrat dazu auf, unsere Forderungen konsequent umzusetzen und Inklusion als Thema in das Regierungsprogramm bzw. die Koalitionsvereinbarungen aufzunehmen!“

Die Forderungen wurden persönlich entgegen genommen von Katrin Habenschaden (Grüne), Kristina Frank (CSU), Simone Burger (SPD), Jörg Hoffmann (FDP), Stephanie Dilba (MUT), Johann Altmann (Bayern Partei), Hans-Peter Mehling (Freie Wähler) und Patricia Koller (Die Linke). Persönlich anwesend waren auch Paul Bickelbacher (Grüne), Dagmar Föst-Reich (FDP), Alexandra Gassmann (CSU).

Mit dem Rollstuhl werden kleine Schwellen und enge Türen zu einem Hindernis.

Die zwölf Forderungen wurden in den Facharbeitskreisen und einer extra eingerichteten Arbeitsgruppe des Behindertenbeirats erarbeitet und anschließend von einem Karikaturisten visualisiert. Die gelungenen Zeichnungen sollen mit einem Augenzwinkern auf die Inhalte der Wahlforderungen aufmerksam machen und auf diese Weise bei den Politiker*innen im Gedächtnis hängen bleiben. Die Forderungen vom Behindertenbeirat und mehr Informationen finden Sie unter folgenden Link:

https://www.behindertenbeirat-muenchen.de/578-aktion-zur-kommunalwahl-2020-behindertenbeirat-der-landeshauptstadt-muenchen-uebergibt-forderungen-an-spitzenpolitiker-innen

Kammerspiele mit inklusivem Programm

Kammerspiele in München mit inklusivem Programm

München will sich immer mehr als barrierefreie Stadt verstanden wissen und hat bereits 1973 einen Behindertenbeirat – mit heute acht Arbeitskreisen – gegründet. ‚München wird inklusiv‘ ist mehr als nur ein Slogan. Er soll die uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am öffentlichen Leben ermöglichen und ist eine der Kernforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention.

Der inklusive Anspruch wird auch bei den Kammerspielen sichtbar, die im April gleich bei 12 Aufführungen besondere Leistungen für Menschen mit Behinderung bieten. Bei zwei Aufführungen wird eine Audio-Deskription eingesprochen, drei Mal wird in Gebärdensprache übersetzt, bei zwei Stücken gibt es deutsche statt englische Übertitel und an vier Terminen werden besonders viele Plätze mit guter Sicht für RollstuhlfahrerInnen zur Verfügung stehen, so der Veranstalter.  Weiterlesen