Neue Aufgaben für die Lebenshilfen

Fachtagung Wohnen am 26 Oktober

Zu einer Fachtagung, die sich dem Thema „Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und (stark) herausforderndem Verhalten“ widmet, treffen sich Vertreter (Vorstände, Geschäftsführer, Bereichs- und Einrichtungsleiter) der Lebenshilfen in Oberbayern am 26. Oktober in Benediktbeuern. In mehreren Treffen bei der Lebenshilfe München wurden die Inhalte vorbereitet und das Planungsteam verständigte sich über die Inhalte, Ausrichtung und Referenten für die Fachtagung.

Eine Intensiv-Pädagogische Betreuung

Das Vorbereitungsteam des Fachtages Wohnen im Besprechungsraum der Lebenshilfe München von rechts vorne: Barbara Dengler, Lars Heimke, Simon Haberkorn, Thomas Gania, René Pfeifer.

Neben Barbara Dengler und Sibylle Fuhlbrügge vom Lebenshilfe Landesverband Bayern, waren auch Thomas Gania (Lebenshilfe Weilheim), Simon Haberkorn (Lebenshilfe Berchtesgadener Land) und Lars Heimke (Lebenshilfe Starnberg) teil der Arbeitsgruppe. Für die Lebenshilfe München nahm Bereichsleiter Wohnen René Pfeifer an den Sitzungen teil. Pfeifer greift auf einen großen spezialisierten Wissens- und Erfahrungsschatz im Bereich intensivpädagogische Betreuung zurück und hat dieses Thema bereits bei der Lebenshilfe München Wohnen GmbH in Bewegung gebracht.

„Es gibt erste fachlich-konzeptionelle Überlegungen, die jedoch noch in den Anfängen sind. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich über alle Hierarchie-Ebenen der Wohnen GmbH hinweg mit dem Thema ‚Intensiv-Pädagogische Betreuung von Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen’“, informiert René Pfeifer. Die Fachtagung in Benediktbeuern will Impulse bei den Vertretern der Lebenshilfen setzen, um Konzepte für Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen zu entwickeln und zu implementieren.

Es gibt Bedarf an spezialisierten Wohnplätzen

René Pfeifer: „Auch und gerade für Menschen mit geistiger Behinderungen und herausfordernden Verhaltensweisen ist spezialisiertes Fachwissen notwendig. Dieser Personenkreis wird immer größer und der Bedarf im Großraum München an intensivpädagogischen Wohnplätzen ist immens hoch. Das zeigt die Struktur der Aufnahmeanfragen ganz eindeutig. Diesem Gesichtspunkt kommt eine noch größere Bedeutung zu, wenn man beachtet, dass die Lebenshilfe München ein derartiges Angebot derzeit gar nicht vorhält.“

PINO: das Netzwerk für Intensiv-Wohnen

Neben den Lebenshilfen in Oberbayern gibt es auch zusätzliche Arbeitsgruppen mit Vertretern des Kostenträgers, der Wissenschaft und den Leistungserbringern aus ganz Oberbayern. So soll noch in diesem Jahr ein oberbayerisches Netzwerk Intensivbetreuung entstehen. Im Projekt „Intensivwohnen Netzwerk Oberbayern“ (kurz PINO) wirkt die Lebenshilfe München als Netzwerkpartner mit. Der erste Vortrag der Fachtagung in Benediktbeuern steht unter dem Thema „Was brauchen Eltern von der Lebenshilfe?“. Referentin wird Hildegard Metzger sein. Was erwarten die Eltern von den Lebenshilfen und wie wird man ihnen gerecht?

Wichtig sind dabei „Die Versorgungssituation und Rahmenbedingungen in Oberbayern“, über die Betina Britze und Helmut Roth informieren. Die Fachvorträge beleuchten anschließend aus ganz unterschiedlichen Perspektiven sowohl von wissenschaftlicher Seite, wie auch aus dem Alltag heraus, was das Leben im Miteinander erschwert und zeigen Wege und Perspektiven auf.

Die Fachvorträge:

  • Menschen die uns und sich selbst herausfordern – Blick aus der Wissenschaft – Dr. Jan Glasenapp
  • Lebenshilfe für ALLE Menschen mit geistiger Beeinträchtigung? – Wir machen es vor! – Susanne Meffert
  • Blick in den Alltag – ungeschminkte Wahrheiten – Frauke Pfister

Im Anschluss an die Fachvorträge besteht die Möglichkeit in kleine Gruppen die Fachvorträge zu reflektieren und das Gehörte auf die eigene Lebenshilfe zu übertragen.

 

 

 

DEMENZ: Themenabend der Lebenshilfe am 17. Mai

„Die Anmeldung läuft gut, wir haben nur noch wenige Plätze frei“, informiert Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München. Bei ihr gehen viele Anfragen speziell zu diesem Thema ein, denn eine beginnende Demenz ist nicht leicht erkennbar und zudem kann sie bei Menschen mit Behinderung auch von anderen Beeinträchtigungen ‚überlagert‘ werden.

Darum wird etwa eine umfassende Untersuchung (Diagnostik) gefordert. Es muss klar sein, ob es sich wirklich um eine vorliegende Demenz, eine Depression oder eine andere (innere) Erkrankung handelt. Sie stellen sich mit verändertem Verhalten und Auffälligkeiten dar, die der Laie auf Grund des Alters des Betreuten, vielleicht als Demenz deutet. In mehreren Fachvorträgen gehen PD. Dr. med. Johannes Levin, Dr. Sandra Loosli und Elisabeth Wlasich (Mag. Rer.nat) und Dr. Georg Nübling darauf ein.   Weiterlesen

Lebenshilfe München profiliert sich als modernes Sozialunternehmen

Projekt „Unternehmensweite Softwarelösung“

Denkt man an den Auftrag der Lebenshilfe München, die Betreuung und Beratung von Menschen mit Behinderung, deren Angehörigen und gesetzlichen Vertretern, erwartet man kaum, dass auch hier die Notwendigkeit der Digitalisierung erforderlich geworden ist. Externe Anspruchsgruppen (z.B. Kostenträger, Heimaufsichten, Dachverbände, etc.) verändern ihre Anforderungen und die Lebenshilfe München muss sich diesen Veränderungen schnell und professionell anpassen.

Die ersten Lebenshilfe-Vereine in Deutschland haben sich vor über 55 Jahren gegründet und ihre Strukturen bis zum Jahr 1990 weitgehend ausgebaut und gefestigt. In München etwa hat man vor rund 10 Jahren begonnen zwei große Bereiche (Wohnen sowie Kinder & Jugend) in eigene gemeinnützige GmbHs zu wandeln, damit sich der Elternverein besser auf seine Kernaufgaben konzentrieren kann. Aber nicht nur das, sondern die Arbeit und Struktur mit rund 400 hauptamtlichen und nochmals so vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern – für weit über 1000 betreute Menschen mit geistiger Behinderung – verlangt Organisation, Struktur, Professionalität und die oben angesprochene Agilität.   Weiterlesen