Keine Benachteiligung von Menschen mit Behinderung

Zu wenig Personal für Schulbegleitung
Förderunterricht und Betreuung
Keine Benachteiligung von Menschen mit Behinderung

Peter Puhlmann im Gespräch mit MdL Kerstin Celina (l.) und MdL Clauda Köhler (r.).

Noch sind Schüler und Lehrkräfte in Bayern mitten in den Sommerferien. Doch herrscht bei vielen Eltern Unsicherheit, wie sich ein Regelbetrieb im neuen Schuljahr gestaltet. Es ist zu befürchten, dass es weiter zu massiven Einschränkungen kommt. Das gilt besonders für Menschen mit Behinderung. Darum fordern die beiden Landtagsabgeordneten (MdL) der Grünen, Claudia Köhler und Kerstin Celina, Menschen mit Behinderung kein zusätzliches Handicap aufzulegen.

Regelung der Kurzarbeit birgt Risiken

In einer ‚Telefonkonferenz haben Sie sich in der letzten Juliwoche mit dem Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, über die aktuelle Situation informiert. Dabei wurde deutlich, dass Personal für die Schulbegleitung zur Förderung und Betreuung von Menschen mit Behinderung in großer Zahl fehlen werde. Aktuelle Kurzarbeits-Regelungen könnten eine sichere Personal-Planung verhindern und so die finanziellen Risiken nicht abgedeckt sein. Schon jetzt würden aus Vorsichtsgründen nicht alle Betreuungsplätze angeboten. Die sozialpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, MdL Kerstin Celina, und die haushaltspolitische Sprecherin, MdL Claudia Köhler, befürchten darum eine Benachteiligung von Menschen mit Behinderung.

Mehr Sicherheit für die Planung

Sie argumentieren: „Kurzarbeits-Regelungen sind für unsere Unternehmenslandschaft gestrickt. Sie passen aber nicht zu sozialen Einrichtungen. Ihr Bedarf ist besonders in der Behindertenhilfe nicht konjunkturabhängig.“ Um nun für September die benötigten Schulweg-Begleitungen, Förderlehrkräfte und zusätzliches Betreuungs-Personal einstellen zu können, müssten die betreffenden sozialen Einrichtungen auf die Möglichkeit der Kurzarbeits-Verlängerung verzichten. Damit gehen sie aber ohne Planungssicherheit in ein existenzgefährdendes Risiko. Sie müssen die Fachkräfte auch in Pandemiezeiten dauerhaft ohne Kurzarbeit beschäftigen.

Inklusion kann man nicht abschalten

Peter Puhlmann erläutert die Hintergründe: „Inklusion ist ein andauernder Prozess. Man kann ihn nicht einfach nach Belieben ein- oder ausschalten. Genau in diese Situation aber werden die Schulbegleiter und damit der jeweilige Träger und Anbieter durch die Pandemie-Maßnahmen gestellt. Bei der Lebenshilfe München beschäftigten wir vergangenes Schuljahr 2019/20 etwa 60 Schulbegleiter sozialversicherungspflichtig. Ab September 2020 werden es wieder 50 sein, so dass alle Kinder, die letztes Jahr von uns betreut wurden, auch im neuen Schuljahr wieder versorgt werden. Die Nachfrage ist allerdings viel höher. Die finanziellen Aufwendungen erstattet der Kostenträger jedoch nur bei erbrachter Leistung. Wechselt der Schulbetrieb etwa wöchentlich vom Regelunterricht auf Homeschooling, bekommen wir nur fünfzig Prozent der Leistungen erstattet, bei gleichbleibenden Lohnkosten. Erschwerend wirkt sich in Einzelfällen noch die Situation der SchulbegleiterInnen selbst aus. Auch sie sind COVID-19 Zwängen ausgesetzt, etwa als alleinerziehende Elternteile, die, wegen des eingeschränkten Schulbetriebes, mit dem eigenen Kind ebenfalls zuhause bleiben müssen.

Der Freistaat Bayern muss liefern
Sonderfonds Corona-Pandemie

Die beiden Grünen-Politikerinnen fordern darum vom Freistaat Bayern eigene Lösungen. Konkret könnte dies aus finanziellen Mittel aus dem vorhandenen und anfänglich mit 20 Millionen Euro gefüllten Sonderfonds Corona-Pandemie erfolgen. „Das Signal, dass diese Mittel jetzt bereitgestellt werden und die Finanzierung über das gesamte Schuljahr sichergestellt ist, muss jetzt schnell kommen“, betont MdL Kerstin Celina die Dringlichkeit. „Es braucht dazu auch keinen Landtagsbeschluss“, so MdL Claudia Köhler, „die CSU-Sozialministerin muss lediglich ihren anteiligen Bedarf am Corona-Finanzierungsfonds anmelden.“

Neue Aufgaben für die Lebenshilfen

Fachtagung Wohnen am 26 Oktober

Zu einer Fachtagung, die sich dem Thema „Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und (stark) herausforderndem Verhalten“ widmet, treffen sich Vertreter (Vorstände, Geschäftsführer, Bereichs- und Einrichtungsleiter) der Lebenshilfen in Oberbayern am 26. Oktober in Benediktbeuern. In mehreren Treffen bei der Lebenshilfe München wurden die Inhalte vorbereitet und das Planungsteam verständigte sich über die Inhalte, Ausrichtung und Referenten für die Fachtagung.

Eine Intensiv-Pädagogische Betreuung

Das Vorbereitungsteam des Fachtages Wohnen im Besprechungsraum der Lebenshilfe München von rechts vorne: Barbara Dengler, Lars Heimke, Simon Haberkorn, Thomas Gania, René Pfeifer.

Neben Barbara Dengler und Sibylle Fuhlbrügge vom Lebenshilfe Landesverband Bayern, waren auch Thomas Gania (Lebenshilfe Weilheim), Simon Haberkorn (Lebenshilfe Berchtesgadener Land) und Lars Heimke (Lebenshilfe Starnberg) teil der Arbeitsgruppe. Für die Lebenshilfe München nahm Bereichsleiter Wohnen René Pfeifer an den Sitzungen teil. Pfeifer greift auf einen großen spezialisierten Wissens- und Erfahrungsschatz im Bereich intensivpädagogische Betreuung zurück und hat dieses Thema bereits bei der Lebenshilfe München Wohnen GmbH in Bewegung gebracht. Weiterlesen

DEMENZ: Themenabend der Lebenshilfe am 17. Mai

„Die Anmeldung läuft gut, wir haben nur noch wenige Plätze frei“, informiert Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München. Bei ihr gehen viele Anfragen speziell zu diesem Thema ein, denn eine beginnende Demenz ist nicht leicht erkennbar und zudem kann sie bei Menschen mit Behinderung auch von anderen Beeinträchtigungen ‚überlagert‘ werden.

Darum wird etwa eine umfassende Untersuchung (Diagnostik) gefordert. Es muss klar sein, ob es sich wirklich um eine vorliegende Demenz, eine Depression oder eine andere (innere) Erkrankung handelt. Sie stellen sich mit verändertem Verhalten und Auffälligkeiten dar, die der Laie auf Grund des Alters des Betreuten, vielleicht als Demenz deutet. In mehreren Fachvorträgen gehen PD. Dr. med. Johannes Levin, Dr. Sandra Loosli und Elisabeth Wlasich (Mag. Rer.nat) und Dr. Georg Nübling darauf ein.   Weiterlesen

Lebenshilfe München profiliert sich als modernes Sozialunternehmen

Projekt „Unternehmensweite Softwarelösung“

Denkt man an den Auftrag der Lebenshilfe München, die Betreuung und Beratung von Menschen mit Behinderung, deren Angehörigen und gesetzlichen Vertretern, erwartet man kaum, dass auch hier die Notwendigkeit der Digitalisierung erforderlich geworden ist. Externe Anspruchsgruppen (z.B. Kostenträger, Heimaufsichten, Dachverbände, etc.) verändern ihre Anforderungen und die Lebenshilfe München muss sich diesen Veränderungen schnell und professionell anpassen.

Die ersten Lebenshilfe-Vereine in Deutschland haben sich vor über 55 Jahren gegründet und ihre Strukturen bis zum Jahr 1990 weitgehend ausgebaut und gefestigt. In München etwa hat man vor rund 10 Jahren begonnen zwei große Bereiche (Wohnen sowie Kinder & Jugend) in eigene gemeinnützige GmbHs zu wandeln, damit sich der Elternverein besser auf seine Kernaufgaben konzentrieren kann. Aber nicht nur das, sondern die Arbeit und Struktur mit rund 400 hauptamtlichen und nochmals so vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern – für weit über 1000 betreute Menschen mit geistiger Behinderung – verlangt Organisation, Struktur, Professionalität und die oben angesprochene Agilität.   Weiterlesen