Heilerziehungspfleger schätzen die Mentoren-Ausbildung

Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger/in ist die klassische Berufsausbildung in der Betreuung und der Begleitung von Menschen mit Behinderung. In der Beschreibung des Berufsbildes heißt es: „Heilerziehungspfleger/innen sind für die pädagogische, lebenspraktische und pflegerische Unterstützung und Betreuung von Menschen mit Behinderung zuständig. Sie begleiten die zu Betreuenden stationär und ambulant bei der Bewältigung ihres Alltags.“

Ausbildung zum Heilerziehungspfleger bei der Lebenshilfe

So sind auch in den Einrichtungen der Lebenshilfe München viele Heilerziehungspfleger tätig und finden hier auch einen Ausbildungsplatz. Wie die Berufsbezeichnung bereits andeutet, greifen mehrere Disziplinen ineinander. Hinzu kommt noch der spezielle Umgang mit der ‚Klientel‘, bei der Lebenshilfe München sind dies Menschen mit einer geistigen und häufig auch mit einer körperlichen Behinderung. Sie verlangen einen ganz besonderen Umgang. Es gilt dem allgemeinen und besonderen Bedarf von Menschen mit geistiger Behinderung gerecht zu werden. Hier steht vor allem die Betreuung und Begleitung im Vordergrund. Es geht um Begleitung zur Teilhabe, Assistenz und Personenzentrierung.

„Eine Investition von der alle profitieren“

Renate Bauer, Einrichtungsleiterin der Wohnstätte Putzbrunn: „Gerade deswegen ist es toll, wenn wir in den Einrichtungen die benötigten Plätze für die Auszubildenden zur Verfügung stellen. Es mag zunächst ein Mehraufwand sein, doch dieses ‚Investment‘ lohnt, wenn wir so Fachkräfte mit einem positiven Zugang zur Lebenshilfe gewinnen, zu Menschen mit geistiger Behinderung. Es macht nicht nur Spaß, sondern ist ein Gewinn für alle. Mit einer aktiven Ausbildung und deren Begleitung bleiben wir am ‚Ball des Geschehens‘, öffnen uns für Anregungen und Impulse.“

Eine Mentoren-Ausbildung für Heilerziehungspfleger

Um der Ausbildung besser gerecht zu werden, die angehenden Heilerziehungspfleger und Pflegerinnen besser auf den beruflichen Alltag vorbereiten zu können, durchlaufen jetzt zwei Mitarbeiter der Wohneinrichtung der Lebenshilfe in Putzbrunn eine eigene Mentorenausbildung. Selbst sind sie gelernte Heilerziehungspfleger, einige Jahre im Beruf und seit rund fünf Jahren bei der Lebenshilfe München.

„Wir decken das gesamte Lebensspektrum ab“

Simone Samla setzt auf einen besseren Stellenwert der Pflege im Bereich der Betreuung von Menschen mit Behinderung. Auch hofft sie, dass es für den/die Einzelne eine bessere Möglichkeit der Mitgestaltung der Ausbildung vor Ort geben wird. „Wir haben hier in Putzbrunn wirklich das gesamte Spektrum. Es reicht von jungen Erwachsenen, die gerade den Prozess der Abnabelung vom Elternhaus durchleben, bis hin zur Sterbebegleitung.“ Sie freut sich über die Möglichkeit dieser Zusatzqualifikation, die über zwei Jahre hinweg immer wieder in einem Seminartag Wissen vermittelt und Lerninhalte vertieft.

Für Lukas Bellinger ist es wichtig den angehenden Kollegen bei ihrem Weg in den Berufsalltag hinein gute Hilfestellungen zu geben. Dabei sind es häufig nicht junge Menschen, die nach der Schule in das Berufsleben wechseln, sondern oft auch Umschüler, Spätberufene oder Quereinsteiger, die sich für den Beruf des Heilerziehungspflegers entschieden haben.

Auch Umschüler, Spätberufene oder Quereinsteiger

„Fachkräfte sind gesucht und bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderung ‚bekommt man viel zurück‘, denn die Leute sind dankbar und bringen dies auch auf eine herzliche Weise zum Ausdruck. Das ist in unserer heutigen Zeit doch wohl eher die Ausnahme.“ Als herausfordernd empfindet Lukas den Schichtdienst, „doch der gehört einfach dazu und öffnet individuelle Freiräume.“

Simone Samla freut sich über die vielen guten Impulse, die sie bei der Mentoren-Ausbildung in Schönbrunn erhält. „Wir treffen viele Kollegen aus allen sozialen Bereichen. Manche von ihnen haben fast schon alle Module durchlaufen. Da ist der gegenseitige Austausch über gemachte Erfahrungen oder Situationen sehr befruchtend.“

Ziel der Mentoren-Ausbildung ist es, den oder die Mentee bei persönlichen oder beruflichen Entwicklungen zu unterstützen. Bereiche, die in Mentoring-Beziehungen thematisiert werden, reichen von Ausbildung, Karriere und Freizeit bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung.

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Mehr für Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe München

Seit drei Jahren ist Sabine Refle neben ihrer Tätigkeit als Einrichtungsleiterin
der HPTG in Unterhaching auch Bereichskoordinatorin für Kinder und Jugend
bei der Lebenshilfe München. Das sind zwei Aufgaben, die eigentlich
ganz für sich beanspruchen. Dabei ist in dem großen Bereich Kinder und Jugend
bei der Lebenshilfe München noch viel Potential offen. So hat sich Sabine Refle mit Geschäftsführer Peter Puhlmann abgestimmt, sich vermehrt und ganz dem zu widmen.

Peter Puhlmann und Sabiine Refle bei einem Sommerfest in der HPT Unterhaching.

Peter Puhlmann: „Die Nachfrage für Beratung, Betreuung und Dienstleistungen der Lebenshilfe München wächst beständig. Das hat mit einem gestiegenen Bewusstsein der Gesellschaft, aber vor allem auch der Eltern zu tun, die eine größtmögliche Förderung ihrer Kinder nicht nur wünschen, sondern diese auch nachdrücklich verlangen. Auch ist die Zahl der Einwohner in Stadt und Land erheblich gewachsen.“

Das öffnet neue Räume und Möglichkeiten für die Lebenshilfe München. Es wird darüber nachgedacht, eine weitere Heilpädagogische und/oder schulvorbereitende Einrichtung zu eröffnen. „Es kann ja auch in die Richtung eines integrativen Kindergartens gehen,“ überlegt Sabine Refle. „Dabei könnte die ganz spezielle Ausrichtung des Elternvereins und seine über 55jährige Erfahrung mit einfließen. Die Lebenshilfe München hat hier die Chance ganz neue Wege zu beschreiten,“ ist sich Sabine Refle sicher.

So ist es übliche Praxis und auch Gesetz, dass Kindergärten in der Regel mit hohen Gruppenstärken (bis zu 25 Kinder) und mit wenig Personal arbeiten müssen. Bei integrativen Kindergärten liegt die Sache etwas anders. Hier liegt der Betreuungsschlüssel bei 4,5 und nicht bei 7,5 (Kinder je Erzieher) wie bei einem Regelkindergarten. „Es zählt aber nicht nur der Personalschlüssel, sondern auch eine qualitative Betreuung,“ weiß Sabine Refle aus eigener Erfahrung.

Fachkräfte müssen ausgebildet werden

Und das ist wiederum ein Punkt, dem sich die engagierte Pädagogin intensiv widmen möchte. „Um auf Dauer gut ausgebildete Fachkräfte zu haben, muss ein Unternehmen in die Fortbildung, aber heute noch viel stärker in die Ausbildung seiner Mitarbeiter investieren. Dieser Punkt aber wird von den Kostenträgern häufig nicht berücksichtigt und es gibt daher keine finanziellen Ressourcen. Dafür wird bei den Verfügungszeiten, wie Zeiten für Elterngespräche, für Dokumentationen, Feste und Vorbereitungen gekürzt. So werden fachlich sehr notwendige Qualitätsinstrumente reduziert.

Das Ergebnis dabei ist klar. Es gibt immer weniger qualifizierte Fachkräfte und die sind vor allem bei Kindern und Jugendlichen wichtig. Verstärkt noch, wenn etwa eine Entwicklungsverzögerung oder einer emotionalen Einschränkung vorliegt. Eine gezielte und fachliche Förderung des Kindes sind entscheidend für dessen Zukunftsperspektiven. Das entscheidet sich mitunter an der Frage, ob es der betreffenden Person später einmal möglich sein wird, ein selbständiges Leben zu führen oder einen Beruf zu ergreifen.

Sabine Refle sieht in dem Bereich Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe München auf alle Fälle viel Entwicklungspotential und möchte sich ab dem Herbst verstärkt dieser Aufgabe widmen.

Wir wünschen Ihr viel Erfolg dabei!