Ausbildung bei der Lebenshilfe München

Mit 370 fest angestellten Mitarbeitern und 500 ehrenamtlichen Kräften ist die Lebenshilfe München auch ein Arbeitgeber und ebenso ein Ausbildungsbetrieb. Jetzt haben sich fünf Auszubildende für den Beruf des Heilerziehungspflegers (HeP) der ‚Lebenshilfe Wohnen GmbH‘ und ihre Mentoren (siehe Bericht) zu einem ersten Schüler- und Auszubildendentag getroffen, um Erwartungen, Ziele und Perspektiven miteinander abzustimmen. Mit dabei war auch Bereichsleiter René Pfeifer. Für ihn ist eine gut strukturierte und fachlich hochwertige Ausbildung wichtig und ein entscheidender Zukunftsfaktor.

„Nur so, wenn wir den jungen Menschen eine berufliche Perspektive und ein gutes Umfeld bieten, werden wir dem Fachkräftemangel der nächsten Jahre begegnen können. Deswegen ist es Ziel und Aufgabe der Lebenshilfe Wohnen GmbH ein verlässlicher Partner für die SchülerInnen und Schulen zu sein.“

Professionalisierung und Weiterbildung

Vor allem aber war das jüngste Treffen für die Auszubildenden selbst ein wichtiger Schritt, denn die Lebenshilfe Wohnen GmbH ist auf 10 Standorte in Stadt und Landkreis München verteilt, meist in kleinere Wohngruppen von 9 bis 16 Personen. So stehen die Auszubildenden untereinander häufig für längere Zeit nicht im persönlichen Kontakt mit ihren Azubi-Kollegen. Gemeinsamer Austausch aber hilft mit beruflichen Herausforderungen richtig umzugehen. Sie alle sind keine beruflichen Neueinsteiger, sondern haben bereits eine Ausbildung und/oder berufliche Praxis. Der Beruf des Heilerziehungspflegers ist eine Weiterqualifikation und mancher schafft anschließend noch ein Studium zum Heil- oder Sozialpädagogen.

Mentoren geben praktische Hilfen

Einen wichtigen Teil daran leisten auch die Mentoren. Das sind Kollegen mit einer Weiterbildung zum Mentor/ zur Mentorin. Sie haben den nötigen Abstand zur Ausbildung und wissen um die Besonderheiten, die dieser Beruf mit sich bringt, nämlich die Assistenz, Beratung, Begleitung, Pflege und Bildung von Menschen mit Beeinträchtigungen. Wie kaum ein anderer Beruf aber ist in der Heilerziehungspflege-Ausbildung über die Aneignung von Personal-, Fach- und Handlungskompetenzen hinaus, eine durchgängige Auseinandersetzung mit der eigenen Person sowie mit berufsethischen Fragestellungen unerlässlich.

Petra Loncar koordiniert die Ausbildung

Darum ist auch die Zusammenarbeit mit der Akademie Schönbrunn und der HeP-Schule in Wolfratshausen wichtiger Teil der neuen Initiative der Lebenshilfe München zur Optimierung der Ausbildung. Neue Ausbildungskoordinatorin ist die Pädagogin Petra Loncar. Sie koordiniert die Ausbildung im Betrieb, etwa auch zwischen Mentoren und Schülern und bleibt Ansprechpartner. Sie wird auch innerbetriebliche Veranstaltungen für die Auszubildenden organisieren und sicher auch einen nächsten Schüler- und Auszubildendentag, da der erste Schülertag von allen Beteiligten sehr positiv angenommen wurde.

Dialog statt Hierarchien

Ein wichtiger Part ist ebenso die Zusammenarbeit mit den Fachschulen für Heilerziehungspflege. „Hier kommen neue, fachlich moderne Impulse und insgesamt geht es immer um die Sicherung und Erhöhung der Ausbildungsqualität. Als Lebenshilfe München wollen wir darüber hinaus das Berufsbild des Heilerziehungspflegers stärker in die Öffentlichkeit und in die Regelschulen oder Gymnasien bringen“, erklärt René Pfeifer. Ein Thema des ersten Schüler- und Auszubildendentag war auch die Kommunikation innerhalb der Betreuungsteams und der Wohnen GmbH allgemein. „Es muss die Bereitschaft zum Dialog bleiben. Auszubildende müssen den Mut und das Selbstbewusstsein haben Sachverhalte aktiv anzusprechen, etwa wenn sie aus der Schule einen anderen, unter Umständen moderneren Wissensstand mitbringen“, ergänzt der Bereichsleiter. „Dies ist für uns ein wichtiger Faktor für Nachhaltigkeit. Das Konzept muss an die Einrichtung und Bewohner angepasst, also individuell sein, als auch modernen heilpädagogischen Erwartungen gerecht werden. Wir wollen als Wohnen GmbH die Betreuungs- und Assistenzsettings für alle Einrichtungen der Wohnen GmbH weiterentwickeln.“

Lesen Sie dazu auch:

„Modernisierung ist ein dynamischer Prozess“ – hier geht’s zum Link:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/12/06/modernisierung-ist-ein-dynamischer-prozess

„Heilerziehungspfleger schätzen die Mentorenausbildung“ – hier geht’s zum Link:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/11/13/heilerziehungspfleger-schaetzen-die-mentoren-ausbildung/

„Modernisierung ist ein dynamischer Prozess“

Bereichsleiter Wohnen René Pfeifer sieht viel Potential

René Pfeifer ist seit September 2017 verantwortlich für den Bereich Wohnen bei der Lebenshilfe München. Er betreut vier Einrichtungen (München West, München Mitte, München Süd und München Land). 220 Menschen mit Behinderung leben dort an 12 verschiedenen Standorten zusammen und werden von ca. 150 Mitarbeiter (Erziehern, Heilerziehungspflegern und Zweitkräften) betreut. Er will einerseits Strukturen flexibler, durchlässiger gestalten und anderseits auch in den Einrichtungen selbst klarere Verantwortlichkeiten schaffen. Das klingt gut, doch was meint der Magister der Pädagogik und Psychologie damit?

Besondere Lebens-Umstände in München

„Wir müssen in der Besetzung mit Fachpersonal die besonderen Umstände hier in München berücksichtigen. Es ist leider Realität, dass man mit einer Halbtagsstelle und selbst mit einer Beschäftigung auf 30-Stunden-Basis nur schwer sein Auskommen in der Metropole findet. Und das ist natürlich eine wichtige Voraussetzung für ein langfristiges berufliches Engagement bei der Lebenshilfe München, für eine gute fachliche und fördernde Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung.“

Flexibel über die Einrichtungen hinweg

René Pfeifer ist der neue Leiter für den Bereich Wohnen bei der Lebenshilfe München

Dabei sind die Zahl der Stellen und der Spielraum an zu leistenden Stunden im Betreuungs-Schlüssel eng gefasst. Dem Leistungserbringer – in dem Fall die Lebenshilfe München – bleibt so wenig Spielraum. Mit einer organisatorisch und stadtteilbezogen Zusammenlegung von Wohngruppen zu eigenen Organisations-Einheiten mit einer verantwortlichen Leitung für Mitte, West, Süd/Stadt und Süd/Land begann man bereits vor fünf Jahren. „So ist es jetzt möglich, dass eine Betreuerin/ ein Betreuer in mehreren Einrichtungen ein gewisses Kontingent an Stunden leistet, so dass er insgesamt flexibler einsetzbar ist. Er kann dann mehr Stunden im Rahmen der direkten Bewohner-Betreuung leisten“, erklärt René Pfeifer.  Weiterlesen

Heilerziehungspfleger schätzen die Mentoren-Ausbildung

Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger/in ist die klassische Berufsausbildung in der Betreuung und der Begleitung von Menschen mit Behinderung. In der Beschreibung des Berufsbildes heißt es: „Heilerziehungspfleger/innen sind für die pädagogische, lebenspraktische und pflegerische Unterstützung und Betreuung von Menschen mit Behinderung zuständig. Sie begleiten die zu Betreuenden stationär und ambulant bei der Bewältigung ihres Alltags.“

Ausbildung zum Heilerziehungspfleger bei der Lebenshilfe

So sind auch in den Einrichtungen der Lebenshilfe München viele Heilerziehungspfleger tätig und finden hier auch einen Ausbildungsplatz. Wie die Berufsbezeichnung bereits andeutet, greifen mehrere Disziplinen ineinander. Hinzu kommt noch der spezielle Umgang mit der ‚Klientel‘, bei der Lebenshilfe München sind dies Menschen mit einer geistigen und häufig auch mit einer körperlichen Behinderung. Sie verlangen einen ganz besonderen Umgang. Es gilt dem allgemeinen und besonderen Bedarf von Menschen mit geistiger Behinderung gerecht zu werden. Hier steht vor allem die Betreuung und Begleitung im Vordergrund. Es geht um Begleitung zur Teilhabe, Assistenz und Personenzentrierung.  Weiterlesen

Mehr für Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe München

Seit drei Jahren ist Sabine Refle neben ihrer Tätigkeit als Einrichtungsleiterin
der HPTG in Unterhaching auch Bereichskoordinatorin für Kinder und Jugend
bei der Lebenshilfe München. Das sind zwei Aufgaben, die eigentlich
ganz für sich beanspruchen. Dabei ist in dem großen Bereich Kinder und Jugend
bei der Lebenshilfe München noch viel Potential offen. So hat sich Sabine Refle mit Geschäftsführer Peter Puhlmann abgestimmt, sich vermehrt und ganz dem zu widmen.

Peter Puhlmann und Sabiine Refle bei einem Sommerfest in der HPT Unterhaching.

Peter Puhlmann: „Die Nachfrage für Beratung, Betreuung und Dienstleistungen der Lebenshilfe München wächst beständig. Das hat mit einem gestiegenen Bewusstsein der Gesellschaft, aber vor allem auch der Eltern zu tun, die eine größtmögliche Förderung ihrer Kinder nicht nur wünschen, sondern diese auch nachdrücklich verlangen. Auch ist die Zahl der Einwohner in Stadt und Land erheblich gewachsen.“

Das öffnet neue Räume und Möglichkeiten für die Lebenshilfe München. Es wird darüber nachgedacht, eine weitere Heilpädagogische und/oder schulvorbereitende Einrichtung zu eröffnen. „Es kann ja auch in die Richtung eines integrativen Kindergartens gehen,“ überlegt Sabine Refle. „Dabei könnte die ganz spezielle Ausrichtung des Elternvereins und seine über 55jährige Erfahrung mit einfließen. Die Lebenshilfe München hat hier die Chance ganz neue Wege zu beschreiten,“ ist sich Sabine Refle sicher.  Weiterlesen

Von der Verwahrung bis zur Selbstbestimmung

Christian Kerler kam 2014 zur Lebenshilfe München. Der erfahrene Pflegemanager hat
die letzten 22 Jahre für private Träger gearbeitet, war zunehmend für die Vorbereitung von Leistungsvereinbarungen mit dem Bezirk Oberbayern tätig und die letzten Jahre Koordinator der Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München. Im September geht er nach 43 Berufsjahren im „Sozialen Bereich“ in den Ruhestand, ist nur noch wenige Stunden in der Woche für den Elternverein aktiv. Wir haben mit ihm gesprochen:

Von links: Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann und Christian Kerler wünschen ‚dem Neuen‘ bei der Lebenshilfe München, René Pfeifer, in der Nachfolge von Christian Kerler viel Erfolg. Er koordiniert ab September den Bereich ‚Wohnen‘ bei der Lebenshilfe München. Foto: Gerd Spranger

Redaktion:
Herr Kerler, 43 Jahre in der Pflege und in der Betreuung von Menschen mit seelischen oder geistigen Einschränkungen , davon über 30 Jahre in leitender Funktion in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen und die letzten vier Jahre bei der Lebenshilfe München. Da hat man viel gesehen und erlebt.

Christian Kerler:
Ja natürlich. Die sozialpsychiatrischen Versorgung, die Altenpflege – die wir heute Seniorenbetreuung nennen – war allenfalls in den großen Bezirkskliniken, in den Altenheimen und im familiären Umfeld gegeben, ansonsten nahezu unbekannt. Elementar ist die Entwicklung im Bereich von psychisch kranken Menschen oder von Menschen mit geistiger Behinderung.  Weiterlesen