Lebenshilfe-Wettbewerb: Teilhabe statt Ausgrenzung

Der Mensch: immer ein Denkender, ein Träumender – nie ein Vollkommener

Mit einem Wettbewerb will die Lebenshilfe auf ein gesellschaftliches Thema aufmerksam machen, das uns meist im Stillen, ganz unauffällig begegnet. Es ist die oft unbewusste Ausgrenzung von Menschen, dem man nur mit einem Bewusst-Werden begegnen kann. Ausgrenzung begegnet uns fast täglich, von der Kindheit an in den ganz unterschiedlichsten Formen. „Was bedeuten ‚Teilhabe‘ und ‚Ausgrenzung‘ eigentlich konkret? Im Alltag und auf der Straße, in der Politik oder auf dem Amt, in der Wohngruppe, am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft? Was bedeutet „Teilhabe statt Ausgrenzung“ für Sie?“, fragt die Lebenshilfe.

Seit einem Jahr hat die Lebenshilfe „Teilhabe statt Ausgrenzung“ sogar als Slogen neben ihrem Logo stehen und erhebt es damit zu einem der wichtigsten Themen im Elternverein. Jetzt soll ein eigener Wettbewerb helfen des Thema zu vertiefen und von vielen Seiten zu beleuchten. „Sie haben jetzt die Gelegenheit, es doch mal ganz plastisch zu machen. Immer-schon-Kreative und solche, die es werden wollen, Menschen mit und ohne Behinderung, einzeln oder im Team, Engagierte in und außerhalb der Lebenshilfe: Machen Sie mit beim neuen großen Amateur-Wettbewerb der Lebenshilfe!“ wird im aktuellen Newsletter aufgefordert.

Gefragt sind diesmal selbst erstellte räumliche Objekte zum Thema „Teilhabe statt Ausgrenzung“ – Skulpturen oder Installationen, Abstraktes oder Figürliches: alles, was drei Dimensionen hat und mit Fantasie, Leidenschaft und Mut zum Ausdruck (und zum Nicht-Perfekten) gestaltet wird. Die Plastiken können vom 1. Februar bis zum 30. April 2018 eingereicht werden.

Weitere Infos unter:

www.lebenshilfe.de/GanzPlastisch

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Gemeinsam stark bei den Special Olympics

Viktor von Wackerbarth ist einer der glücklichen Gewinner bei den Special Olympics Landesspielen in Bayern.

Vom 12. bis 16. Juli gingen in Hof 1.100 Sportler mit und ohne geistige Behinderung bei den Special Olympics Landesspielen Bayern 2017 an den Start. Gemeinsam kämpften sie im sportlich fairen Wettbewerb in 13 Sportarten.

Die OBA der Lebenshilfe München besuchte die Spiele und feuerte ‚ihren‘ Sportler an. Es ist Viktor von Wackerbarth, der das Down-Syndrom hat und seit Sommer 2016 bei der Lebenshilfe München einen Bundesfreiwilligendienst leistet.

Er hat gelernt gut damit zu leben und weder in Schule noch Arbeit ist es ihm anzumerken. Mit seinem offenen und sympatischen Wesen gleicht er kleine Handicaps spielerisch aus. Auch bei den bayerischen Special Olympics gelang es ihm bestens. Viktor errang die Goldmedaille im Weitsprung und eine Bronzemedaille im Team-Staffellauf über 4 x 100 Meter.

Herzlichen GLÜCKWUNSCH!

20 Jahre St.-Quirin-Fest in Giesing

In Giesing wurden vor über 20 Jahren das Gelände und die alten Gebäude der US-Streitkräfte saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. Es wurde zur neuen Heimat von vier großen Hilfsorganisationen, die sich der Förderung von Menschen mit Behinderung verpflichtet haben. Es sind dies ‚Die Brücke‘, die ‚Lebenshilfe München‘, das ‚Münchner Förderzentrum‘ und ‚Regens Wagner‘. Einmal jährlich richten sie ein großes Fest zwischen Chiemgau-, Traunsteiner-, und St. Quirin-Straße aus und öffnen ihre Türen für Besucher.

Gefeiert wird bis in die Nacht hinein, bis zur Feuershow ‚Magig in Motion‘ und gestartet wird am Nachmittag mit Kaffee, Kuchen, Brotzeiten und das große Grillen beginnt. Zum jährlichen St. Quirin-Fest zählt immer ein großes Show- und Unterhaltungsprogramm und ein verlässlicher Partner ist auch Barry Werkmeister, der durch das Programm führt.

Hier ein paar Fotos und Eindrücke vom Donnerstag, 07. Juli 2017: Fotos – Sarah Höhendinger

 

München wird inklusiv – Teilhabe für alle

München wird inklusiv, die Lebenshilfe ist dabei

N I C H T   V E R G E S S E N

T E R M I N : 1. J U L I

In München geht es weiter hin zu mehr Inklusion. Im Mittelpunkt stehen dabei Menschen mit Behinderung. Ihnen soll in allen Lebensbereichen der Weg hin zu einer echten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben offen sein. Im Rahmen der neuen Initiative „München wird inklusiv“ (siehe Link) wird jetzt eigens für Menschen mit kognitiver Einschränkung ein Workshop angeboten.
Termin ist der 1. Juli, doch Anmeldeschluss ist bereits
der 19. Juni.

Im OBA Löhe-Haus in der Blutenburgerstraße in München werden Ideen und Vorschläge gesucht, damit Menschen mit Behinderung besser mitmachen können. Eigens dafür ist ein eigenes Infoblatt in leichter Sprache ausgearbeitet, das Sie als pdf hier downloaden können: Einladung_Workshop_01-07-2017

I bin Minga (München)

„… I bin Minga“ (München)

Die Anmeldung zu dem Workshop kann auch direkt über die Lebenshilfe München erfolgen. Bitte aber nicht vergessen: Anmeldeschluss ist der 19. Juli.

Sommerfest der HPT Unterhaching bei ‚kids to life‘

Mit viel Glück hat die HTP der Lebenshilfe München in Unterhaching am Wochenende ihr Sommerfest bei strahlend schönem Wetter feiern können. Sie waren zu Gast auf dem Gelände der Stiftung ‚kids to life‘, die der Unternehmer Anton Schrobenhauser gründete. Auf weitläufigen Gelände nehmen jährlich über 3.000 bedürftige Kinder von über 23 Kinderheimen und anderen Einrichtungen an pädagogischen Workshops und Freizeitangeboten teil. „Seit 2003 durften wir schon über 30.000 junge Gäste begrüßen“ heißt es in der Pressemitteilung.

Christiane Keim, Einrichtungsleiterin der HPT in Unterhaching, freut sich über die gute Kooperation und die phantastische Möglichkeit das Gelände zu nutzen. „Wir können hier ein kleines Lagerfeuer für ‚Stockbrot‘ und zum Grillen entfachen. Die Kinder dürfen sich frei bewegen, an den Geräten spielen, beim Go-Kart-fahren, im Streichelzo oder an den Klettergerüsten. Ein idealer Platz für Kinder. Natürlich gibt es auch immer genügend zu essen, viele Eltern helfen mit.“

FASD und eine Mauer des Schweigens?

Lebenshilfe Fachtagung zum Fetalen Alkoholsyndrom in München

Von links: Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe München, Altlandrätin Johanna Rumschöttel, Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung, Dr. Mirjam Landgraf, Haunersches Kinderspital, LMU München – iSPZ Hauner und Veerle Moubax von der Selbsthilfegruppe FASD Deutschland und erste Vorsitzende bei AusSicht FASD e.V. Bayern.

Von links: Dr. Gisela Bolbecher und Dr. Heike Kramer vom Vorstand FASD-Netzwerk Nordbayern, Sabine Wolf von der Frühförderung der Lebenshilfe München, Dr. Franziska Gaese vom kbo-Isar-Amper-Klinikum München Ost und Prof. Dr. Klaus Hennicke, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.

Hinter dem Kürzel FASD steht viel an Leid, eine hohe Problematik, mannigfaltige Aspekte, Auswirkungen und Beziehungen. Das war allein schon der prominent besetzten Vortragsliste zum Fachtag ‚Fetales Alkoholsyndrom‘ bei der Lebenshilfe München zu entnehmen. Alkohol während der Schwangerschaft sollte eigentlich Tabu sein, doch „zwischen nichts und gar nichts, tun sich ganze Welten auf“, bringt es Dr. Gisela Bolbecher vom FASD-Netzwerk Nordbayern auf den Punkt.

Die Schädigungen des Gehirns sind irreversibel

‚Nichts‘ muss nämlich auch ’nichts‘ heißen, es gilt eine Null-Toleranz-Grenze gegenüber Alkohol während der Schwangerschaft. Das Embryo besitzt noch keinerlei ‚Abwehrmechanismen‘ gegenüber dem Alkohol, und er wirkt toxisch auf das Gehirn. Schädigungen sind irreversibel, nicht heilbar, auch nicht therapierbar im Sinne einer möglichen Besserung.

Keiner denkt an FASD

“Wir haben bei den Frühfördereinrichtungen der Lebenshilfe München – und wir betreuen jährlich immerhin 700 Kinder – noch keine einzigen gemeldeten Fall von FASD bekommen. Die Eltern melden sich mit allen nur denkbaren Nöten, Herausforderungen und Zweifeln was die gesunde Entwicklung ihres Kindes betrifft. Nicht aber aufgrund eines fetalen Alkoholsyndrom ihres Nachwuchses“, berichtet Sabine Wolf, Leiterin der Frühfördereinrichtung der Lebenshilfe München.

Was hat es mit dieser geheimnisvollen Schädigung auf sich? Warum ist sie in der Öffentlichkeit so wenig bekannt? Was verbirgt sich hinter der Mauer des Schweigens?

Lesen Sie mögliche Antworten und Analysen zu FASD demnächst im Blog der Lebenshilfe München.

Fotos: Gerd Spranger

 

„Mit und ohne Behinderung – Zusammen geht mehr!“

Freitag, 5. Mai 2017: Europaweiter Protesttag
für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
auf dem Karlsplatz (Stachus) in München von 16 bis 19 Uhr

Eltern eines chronisch kranken Kindes empfinden es oft als ein Spießrutenlaufen, wenn sie eine Schulbegleitung für ihr Kind genehmigt bekommen möchten. Hervorragend ausgebildete junge Menschen, die eine Behinderung haben, folgt auf die Ausbildung oft unfreiwillig die Früh-Rente. Oder die ärztliche Versorgung scheitert, weil man die Praxis mit einer Behinderung nicht besuchen kann.

Schule – Arbeit – Freizeit – Wohnen – Gesundheit

Diese drei Beispiele stehen für viele Menschen mit Behinderung. Sie werden im täglichen Leben von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen. Deshalb veranstalten sie am 5. Mai eine Protestkundgebung und setzen Schule, Arbeit, Freizeit, Wohnen und Gesundheit als fünf „Tatorte verhinderter Teilhabe“ in Szene.

Fünf Tatorte verhinderter Teilhabe

Politikerinnen und Politiker von den bayerischen Landtagsfraktionen werden einen Rundgang machen und dabei an den „Tatorten“ von Menschen mit Behinderung ins Kreuzverhör genommen: Wo werden sie Druck machen? Wann gibt es greifbare Ergebnisse?

Für Menschen mit Behinderung steht eines klar an oberster Stelle: Bayern muss schleunigst die „Tatorte verhinderter Teilhabe“ bereinigen und die UN-Behindertenrechtskonvention in allen Lebensbereichen wirksam umsetzen.

Jedes Jahr bietet der Protesttag ein großes Forum für Menschen mit Behinderung und nimmt Politiker in die Pflicht. Dieses Jahr zentral auf dem Stachus (Karlsplatz).

Auf der Veranstaltung kann jeder an den „Tatorten“ persönlich ins Gespräch kommen und mehr über die Situation von Menschen mit Behinderung in den Lebensbereichen Schule, Arbeit, Freizeit, Wohnen und Gesundheit erfahren.

Bühnenprogramm und Rundgang werden in Gebärdensprache simultan gedolmetscht. Namhafte Künstlerinnen und Künstler begleiten die Veranstaltung mit ihren Beiträgen. Der Eintritt ist frei.

Der 5. Mai ist der europaweite Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. In Bayern veranstaltet das „Aktionsbündnis 5. Mai“ unter Federführung der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. jedes Jahr eine Protestkundgebung.

Nähere Informationen zum Programm und zum Protesttag finden Sie unter
http://www.lag-selbsthilfe-bayern.de
oder auf der Facebookseite der Netzwerkfrauen Bayern.

Lebenshilfe München schult für den Notfall

 

Bei der Lebenshilfe München bereitet man die Bewohner auf Notfälle vor und schult in  ‚Erster Hilfe‘.

In elf Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München Wohnen GmbH leben Menschen mit geistiger Behinderung in Wohngemeinschaften zusammen. Die Bewohner bestreiten ihren Lebensalltag größten Teils selbständig. Dazu zählen alltägliche Dinge wie kochen, waschen, einkaufen sich kleiden, eben die 100 wichtigen ‚Kleinigkeiten‘. Im Zusammenleben und im Alltag kann es darüber hinaus immer wieder zu kleinen und größeren Notfällen kommen. Dann heißt es richtig zu handeln und kühlen Kopf zu bewahren.

Um dafür gerüstet zu sein, veranstaltet die Lebenshilfe München alle zwei Jahre zweitägige Erste Hilfe Kurse für ihre Bewohner. Ermöglicht wird dies durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung Lebenshilfe München. Die Kurse führt das Medical Rescue College Wolfratshausen durch, für 2017 hat man sogar zwei Gruppen bilden müssen, da das Interesse der Betreuten so hoch war und nur in Gruppen von maximal 15 Teilnehmern trainiert werden kann.

Was ist wichtig bei einem Notfall?

Was also tun, wenn jemand stürzt, sich eine Platzwunde am Kopf zuzieht oder vielleicht gar noch bewusstlos am Boden liegt? „Auf alle Fälle ruhigen Kopf bewahren“, raten die beiden Trainer Susanne und Peter Lanzner. „Die Notfallnummer 112 wählen“, weiß eine der Kursteilnehmer. Was aber kann man ganz praktisch tun, wie kann man den Verunglückten helfen?

Das galt es an diesen Tagen zu üben, den Bewohnern die Scheu vor direkter Hilfe zu nehmen. So lernten Sie zum Beispiel einen Kopfverband anzulegen oder auch einen Bewusstlosen in eine stabile Seitenlage zu bringen. Ebenso muss die Atmung überprüft werden, liegt jemand bewusstlos am Boden. Dafür gibt es gleich drei Möglichkeiten und man sollte sie alle anwenden. Nämlich ein sanfter Griff an den Hals, dann an Mund und Nase hören und fühlen, ob die Atmung noch aktiv ist.

Keine Angst vor Verbänden

Zum Kurs zählte das gesamte Programm der Erste-Hilfe-Maßnahmen bis hin zur Beatmung und Herzdruckmassage. Erich Wolf vom pädagogischen Fachdienst Wohnen engagiert sich immer wieder für diese Kurse. „Einfache Maßnahmen können Leben retten. Und unsere Bewohner sind immer wieder engagiert bei den Kursen, arbeiten mit und lernen viel dabei. Die Konzentrationsfähigkeit mag zwar vereinzelt nicht so ausgeprägt sein, doch die Kursleiter verstehen sich darauf in einfachen Worten, Beispielen und Übungen die Lerninhalte zu vermitteln.“

http://www.stiftung-lebenshilfe-muenchen.de/

Die erste (von zwei) Gruppen hat den Erste-Hilfe-Kurs bei der Lebenshilfe München abgeschlossen. Dafür gibt es dann auch eine Urkunde.

Heute ist Tischtennis-Tag in München

Unter dem Motto „Tischtennis – Gemeinsam – Erleben“ bietet der Bayerische Tischtennisverband am 6.April (Welt-Tischtennis-Tag) im Münchner Norden (Sporthalle Gymnasium München Nord; Knorrstraße 171, 80937 München) einen Tischtennis Nachmittag an.

Die Sporthalle ist weistesgehend barrierefrei (Aufzug vorhanden, sowie barrierefreie Toiletten und Umkleidekabinen). Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung können, unter der Leitung von qualifizierten Trainerinnen und Trainern, gemeinsam Tischtennis ausprobieren. Diese innovative Porjekt wird durch uns (Landeshauptstadt München) gefördert. Die OBA wird ebenfalls ein Kooperationspartner sein.

Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums München Nord sowie Kinder und Jugendliche aus München mit und ohne Behinderung. Geschwister und Freunde sind auch herzlich willkommen. Ziel ist es an diesem Tag die Sportart Tischtennis kennen zu lernens, Spaß an Bewegung und vor allem am Tischtennis zu vermitteln, Inklusion als selbstverständlich zu erachten und die Vernetzung von interessierten Kindern und Jugendlichen mit umliegenden Vereinen.

Ich kann die Sportart Tischtennis als Inklusionssport sehr empfehlen. Das miteinander (und natürlich auch das gegeneinander 😉 ) spielen ist unabhängig von Behinderungen immer möglich. Zudem können durch Regeländerungen Handicaps ausgeglichen werden. Also schaut vorbei und lasst euch überraschen 😉

Die Maßnahme beginnt um 13:30 Uhr und endet gegen 17:30 Uhr.

Ich würde mich freuen, wenn ihr diese Email an interessierte Einrichtungen, Familien, Kinder und Jugendliche weiterleiten würdet. Ich werde selbst vor Ort sein und freue mich vielleicht den ein oder anderen von euch zu sehen.

Herzliche Grüße / Katharina Schott

FASD Fachtagung der Lebenshilfe München – Alkohol schädigt

FASD-Fachtag am 6. Mai 2017 bei der Lebenshilfe München

Die Lebenshilfe München setzt sich auch 2017 wieder mit einem brisanten Thema auseinander. 2016 war der ‚Pränatalen Diagnostik‘ (siehe Link) eine Fachtagung gewidmet, 2017 wird es um die Schädigung des Kindes durch einen Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft gehen. Dafür steht das Kürzel FASD und bedeutet ‚Fetale Alkoholspektrumsstörung‘ (fetal alcohol spectrum disorders). Fetal, also den Fötus betreffend, das ungeborene Leben.

Betroffen 10.000 bis 26.000 Neugeborene jährlich

Es geht dabei nicht um Einzelfälle, sondern um jährlich etwa 10.000 Neugeborene in Deutschland, das sind rund 0,6 % aller Neugeborenen. Von diesen Kindern zeigen etwa 4.000 das Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms. Sie sind ein Leben lang körperlich und geistig schwerbehindert. „Die Dunkelziffer wird auf weitere etwa 11.000 bis 16.000 geschätzt, da davon ausgegangen wird, dass Kinder mit Auffälligkeiten im Sinne fetaler Alkoholeffekte oft nicht als solche diagnostiziert werden,“ schreibt dazu etwa Wikipedia.

FASD ist eine vermeidbare Behinderung

Es ist darum ein absolut begründetes Anliegen der Lebenshilfe München die öffentliche Diskussion zu diesem Thema anzustoßen. „FASD – eine vermeidbare Behinderung“ heißt es zur Einladung der Fachtagung am 06. Mai. Bei FASD nimmt das ungeborene Baby über die Nabelschnur den Alkohol auf und hat den gleichen Promillewert wie seine Mutter. Dadurch, dass die Leber des Embryos aber noch unfertig ist, kann sie nicht für den nötigen Abbau des Zellgiftes sorgen und ist somit den schädigenden Auswirkungen wesentlich länger und intensiver ausgesetzt.

Organe, Nerven und Psyche sind betroffen

In den ersten Monaten ist das Ungeborene im Mutterleib besonders empfindlich, weil sich in dieser Zeit die Organe ausbilden. So kann das Wachstum, die Organbildung und das zentrale Nervensystem durch ganz wenig Alkohol bereits geschädigt werden. Auch die Psyche ist betroffen, denn schon kleine Mengen des Gifts greifen in die Vorgänge des Gehirns ein und verändern somit seelische und intellektuelle Leistungen des Kindes.

Gefahren sind nicht ausreichend bekannt

„Die Gefahren von Alkohol für das ungeborene Leben sind sowohl in der Bevölkerung, als auch in der Fachwelt noch immer nicht ausreichend bekannt“, heißt es im aktuellen Newsletter der Lebenshilfe München. Grund dafür sei, dass bestimmte Fehlbildungen, Entwicklungs-Verzögerungen und auffällige Verhaltensweisen oft erst im Laufe der Zeit auffallen. Man sieht dem Neugeborenen äußerlich die Schädigung durch Alkohol nicht unbedingt an. Häufiger kommt die Diagnose FASD darum erst später durch eine Kombination der verschiedenen Probleme des Kindes zustande.

Späte Diagnose führt in schwierige Situationen

In der Lebenshilfe München werden betroffene Kinder bereits in der Frühförderung begleitet. Sie erhalten therapeutische Unterstützung, die sich dann in der Schule fortsetzt. Besonders schwierig ist der Weg jedoch für Jugendliche und Erwachsene mit FASD. Sie stehen als Grenzgänger häufig zwischen allen Stühlen und haben große Schwierigkeiten, ein geeignetes berufliches oder privates Umfeld zu finden, da nur sehr wenige Einrichtungen im ganzen Bundesgebiet auf diesen Personenkreis spezialisiert sind.

Medizinische und therapeutische Versorgung nötig

Es gibt also viele ungeklärte Fragen und gleichzeitig einen dringenden Handlungsbedarf im Zusammenhang mit der Behinderung FASD. Aus verschiedenen Blickwinkeln soll an diesem Tag dargestellt werden, wie es um die medizinische und therapeutische Versorgung von Menschen mit FASD steht. Unter der Schirmherrschaft von Emilia Müller, Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration werden an diesem Fachtag verschiedene Referenten sprechen.

Die Themen der Referate sind

Erfahrungen mit FASD
in der Angehörigenberatung
Margret Meyer-Brauns (Angehörigenberatung der Lebenshilfe München e.V.)

FASD Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen
Dr. Mirjam Landgraf (Oberärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Dipl. Psychologin, Ambulanz für Risikokinder mit Toxi-Exposition in der Schwangerschaft, iSPZ Hauner,
Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU München)

Familiärer Alltag mit FASD
Veerle Moubax (Selbsthilfegruppe FASD Deutschland, 1. Vorsitzende bei AusSicht FASD e.V. Bayern, Mutter eines Adoptivsohnes mit FASD)

FASD Prävention in der Schule
Dr. Gisela Bolbecher (Vorstand FASD-Netzwerk Nordbayern),
Dr. Heike Kramer (Vorstand FASD-Netzwerk Nordbayern, Vorstand Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. Erlangen)

FASD im therapeutischen Alltag der Lebenshilfe
Sabine Wolf (Leitung der Interdisziplinären Frühförderstelle Giesing der Lebenshilfe München)

Erwachsene Patienten mit FASD
Dr. Franziska Gaese (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin kbo-Isar-Amper-Klinikum München Ost, Psychiatrische Therapie für Menschen mit geistiger Behinderung)

Jugendhilfe – Eingliederungshilfe – Sozialhilfe.
FASD – Eine Herausforderung der Hilfesysteme. Wer ermöglicht wirkliche Teilhabe?
Prof. Dr. Klaus Hennicke (Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Familientherapeut, Diplomsoziologe)

Zielgruppe des Fachtages sind:
Gynäkologen, Pädiater, Hebammen, Schwangerschaftsberatungsstellen, Therapeuten, Pädagogen, Sozialpädagogen, Eltern, Pflege- und Adoptiveltern und andere Professionen, die sich mit dem Thema befassen

Der Fachtag FASD findet am 6. Mai 2017 von 9 Uhr bis 16 Uhr im Vortragssaal der Geschäftsstelle in der St.-Quirin-Str. 13a statt.

Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Anmeldungen bitte unter:
Tel.: 089 69347 – 102
Fax: 089 69347 – 160
E-Mail: fasd@lebenshilfe-muenchen.de

Weitere Informationen zu Anfahrt und Anmeldung finden Sie hier:
FASD-Info-Flyer-2017

Kammerspiele mit inklusivem Programm

Kammerspiele in München mit inklusivem Programm

München will sich immer mehr als barrierefreie Stadt verstanden wissen und hat bereits 1973 einen Behindertenbeirat – mit heute acht Arbeitskreisen – gegründet. ‚München wird inklusiv‘ ist mehr als nur ein Slogan. Er soll die uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am öffentlichen Leben ermöglichen und ist eine der Kernforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention.

Der inklusive Anspruch wird auch bei den Kammerspielen sichtbar, die im April gleich bei 12 Aufführungen besondere Leistungen für Menschen mit Behinderung bieten. Bei zwei Aufführungen wird eine Audio-Deskription eingesprochen, drei Mal wird in Gebärdensprache übersetzt, bei zwei Stücken gibt es deutsche statt englische Übertitel und an vier Terminen werden besonders viele Plätze mit guter Sicht für RollstuhlfahrerInnen zur Verfügung stehen, so der Veranstalter.

Das Programminfo entnehmen Sie bitte den eingestellten Links. Es wird gebeten, eine Woche vor der Vorstellung geeignete Plätze reservieren zu lassen unter der Telefonnummer: 089 /233 966 00 oder eine Email schreiben an: Theaterkasse@kammerspiele.de

Der Link zum Programminfo: – hier –
Der Link zum Behindertenbeirat: – hier –
München wird Inklusiv, Link: – hier –

TERMIN – HINWEIS
Mobilität für alle – Wie erreichbar ist die Innenstadt?
Fachtag am 24.03.2017 im Rathaus, Marienplatz.

Lesen Sie auch von der Kampagne „I bin Minga“
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/12/02/neue-kampagne-i-bin-minga/

 

Das barrierefreie April-Programm der Kammerspiele München

Lebenshilfe informiert zum BTHG – Neues Gesetz, neue Regeln

So sieht die neue Informations-Plattform der Lebenshilfe aus

Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Lebenshilfe München informiert zum Bundesteilhabegesetz

Die Lebenshilfe informiert zum Bundesteilhabegesetz BGHG

Mit Inkrafttreten des neuen BTHG (Bundesteilhabegesetz) wird die „Pflegelandschaft“ in Deutschland verändert. Vieles wurde zum Guten hin verbessert, und dafür hat sich die Lebenshilfe und Sozialverbände intensiv eingesetzt. Jetzt stellt die Bundesvereinigung der Lebenshilfe auf ihrer Internetseite ausführliche Informationen zu den neuen Bestimmungen und Regeln zur Verfügung. Auch werden mehrere Seminare zu dem neuen Gesetz angeboten, zum Beispiel am 9. März in München (siehe Link).

Die Initiative der Lebenshilfe bleibt ihrem Anspruch nach ‚Teilhabe statt Ausgrenzung‘ treu. Die Lebenshilfe schreibt zu ihrer neuen Informations-Plattform:

„Noch haben wir nicht alle Ziele erreicht und noch ist an vielen Punkten nicht klar, wie sich die konkrete Umsetzung der neuen Gesetze für Menschen mit Behinderung auswirken wird. Mit einem Wort: BTHG und Co. bedürfen auch weiterhin unserer informierten und kritischen Begleitung.“