Lebenshilfe auf dem Tollwood-Festival

„Wir, alle“ … gehören dazu
Winterfestival vom 23. November bis 31. Dezember

Am Donnerstag startet das Tollwood-Winterfestival auf der Theresienwiese, zu dem 600.000 Besucher erwartet werden. Teil der Tollwood-Philosophie ist es, dass Kultur für alle da sein soll: Darum sind mehr als 70 Prozent aller Veranstaltungen bei freiem Eintritt zugänglich. Tollwood ist ein nicht subventioniertes, privatwirtschaftlich finanziertes Festival. Es will ein Repräsentant für das bunte München und das breite Spektrum der Münchner Gesellschaft sein. So lautet das Motto in diesem Winter „Wir, alle”. Denn „Wir, alle” gestalten die Gesellschaft, in der wir leben.

Die Lebenshilfe München ist mit dabei

Auch die Lebenshilfe München und viele Vereine, die sich zu einem großen Teil ehrenamtlich für die Gesellschaft engagieren, zählen dazu. Viele von Ihnen, auch die Lebenshilfe München, waren aufgefordert, ein Eingangs-Kunstwerk zum Motto „Wir alle“ künstlerisch zu gestalten. Der Veranstalter hat dazu 150 „2D-Holz-Menschen“ zur Verfügung gestellt. Sechs davon hat die Lebenshilfe München künstlerisch gestaltet. Beteiligt haben sich Einrichtungen der Frühförderung, die Offene Behindertenarbeit und Heilpädagogische Tagesstätten sowie eine Wohnstätte der Lebenshilfe München.

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Impressionen von der Wahl

Die alte und zugleich auch neue Vorsitzende des Vorstandes der Lebenshilfe München, Altlandrätin Johanna Rumschöttel, begleitet den Verein jetzt im vierten Jahr. Wie berichtet, verweist sie auf eine Zeit vieler Umbrüche, innen und außen. Darum ist und war es nötig,  „dass wir viele Dinge und Entscheidungen unter neuen Vorzeichen nochmal auf den Prüfstand stellen mussten und es auch weiterhin müssen“, erklärte Johanna Rumschöttel.

Lebenshilfe: Johanna Rumschöttel wiedergewählt

Am 10. Oktober 2017 fand die Mitgliederversammlung des Vereins Lebenshilfe München statt. Wichtigster Tagesordnungspunkt in diesem Jahr: die Neuwahl des Vorstandsvorsitzenden. Johanna Rumschöttel, Altlandrätin und seit drei Jahren Vorsitzende des Vorstands der Lebenshilfe München, stellte bei der Begrüßung der Mitglieder zunächst einmal fest: „Als ich das Amt der Vorsitzenden übernommen habe, war mir bewusst, dass einiges an großen Aufgaben ansteht, aber einiges ist noch dazu gekommen.“ So hat im Verlauf des letzten Jahres das neue Bundesteilhabegesetz und dessen Auswirkung auf die künftige Ausrichtung der Einrichtungen und die Vorhaben des Vereins den Vorstand intensiv beschäftigt.

Es ist eine Zeit vieler Umbrüche, innen und außen, in der wir viele Dinge und Entscheidungen unter neuen Vorzeichen nochmal auf den Prüfstand stellen mussten und weiterhin müssen“, erklärte Johanna Rumschöttel.

Geschäftsführer Peter Puhlmann und die wieder gewählte Vorsitzende des Vorstandes, Altlandrätin Johanna Rumschöttel

Im Rückblick auf das Jahr 2016 hob die Vorstandsvorsitzende einige Ereignisse besonders hervor. Dazu gehörten die Fachtage „Pränatale Diagnostik“ und 2017 „Fetales Alkohol Syndrom“. Zahlreiche Fachleute und Mitglieder besuchten die beiden Veranstaltungen. Außerdem konnte ein Architekturwettbewerb für die Neu- bzw. Umbauten einiger Wohnstätten der Lebenshilfe München abgeschlossen werden. Der Ausbau des Ambulant betreuten Wohnens mit der Eröffnung der Wohngruppen in der Landsberger Straße war ein weiterer wichtiger Schritt, um erwachsenen Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung Wohnmöglichkeiten anbieten zu können. Schließlich wurde die Neukonzeption des L.I.E.S.-Heftes in die Wege geleitet. Es erscheint jetzt in Farbe und enthält Seiten in Leichter Sprache.

Dankbar erwähnte Johanna Rumschöttel das Benefizkonzert des Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr im Bürgerhaus Putzbrunn für die Stiftung Lebenshilfe München und das Benefizkonzert der BMW Niederlassung München, dessen Erlös in dem vergangenen Jahr der Silvia-Görres-Schule mit angeschlossener Tagesstätte zugute kam. Als persönliche Ziele für die nächsten Jahre nannte die Vorstandsvorsitzende, die Interessen der geistig- und mehrfach Behinderten bei aller Euphorie für die Inklusion, nicht unter die Räder kommen zu lassen. Auch auf die Themenfelder „Wohnen im Alter“ und „Autismus“ sollte – ihrer Ansicht nach – besonderes Gewicht gelegt werden.

„Die nächsten drei Jahre werden Herausforderungen bereithalten, die ich jetzt noch nicht sehen kann, diesen werde ich mich aber gerne, mit Ihrer Unterstützung, stellen“ – mit diesen Worten bewarb sich Altlandrätin Johanna Rumschöttel erneut für den Vorsitz des Vorstandes und wurde auch von der Mehrheit der Mitglieder im Amt bestätigt.

Schließlich folgte der Bericht des Schatzmeisters, Helmuth Coqui, der die Zahlen des letzten Jahres erläuterte und bestätigte, dass die Lebenshilfe München die finanziellen Hürden der nächsten Zeit „im Griff“ habe. Geschäftsführer Peter Puhlmann (Lebenshilfe Verein, Kinder und Jugend GmbH, Wohnen GmbH) hob in seinem Vortrag die vielen Kooperationen hervor, die vor allem die Angehörigenberatung in den letzten Jahren zustande gebracht habe. Gut vernetzt mit Kliniken, Ärzten und speziellen Beratungsstellen, ist die Lebenshilfe zu einer Art Drehscheibe geworden, die Angehörigen und Menschen mit Behinderung kompetente Hilfen und Vernetzungen anbieten kann.

Geschäftsführer Andreas Jehn (Lebenshilfe Werkstatt GmbH) stellte zwei neue Projekte vor: Einmal ein neues T-Shirt, das entworfen wurde, weil jetzt die Menschen mit Behinderung in der Werkstatt offiziell „Mitarbeiter“ heißen und darauf sehr stolz sind. Ein anderes wichtiges Vorhaben war die neue Kaffeerösterei. Sie hat inzwischen ihren Betrieb aufgenommen. „Mocca Sola“ heißt die Marke, die man ab sofort in der Werkstatt kaufen und natürlich auch probieren kann.

Nein heißt Nein

Die Sprache ist eindeutig, bei einem klaren Nein weiß jeder was gemeint ist – oder? Bei starken, selbstbewussten Menschen funktioniert das in der Regel ja, doch selbst hier nicht immer. Was tun, wenn sich andere Menschen über ein deutliches ‚NEIN‘ einfach hinwegsetzen? Was tun, wenn persönliche Scham einfach verletzt wird, wenn sich Menschen nicht zu helfen oder zu wehren wissen?

Die Lebenshilfe München veranstaltet zusammen mit dem Verein Wildwasser München e.V. einen Kurs für Mädchen und Frauen von 14 bis 20 Jahren zur Stärkung der eigenen Persönlichkeit. „In diesem Kurs üben wir, wie wir uns wehren können. Mit Worten und mit unserem Körper. Wir üben uns zu verteidigen, mit Schlagen und mit Schreien“, heißt es in der Einladung.

Der Kurs ‚Nein heißt Nein‘ ist am Samstag den 25. November
und Sonntag, den 26. November.
Er dauert von 10 bis 16 Uhr und kostet 15 Euro.

Gesprochen wird im Kurs über unangenehme Erlebnisse. „Wir überlegen: was kann ich tun, damit etwas Un-angenehmes aufhört. Wir sprechen über Sexualität: wie geht das? Was ist Liebe, wie entsteht ein Baby?“

A N M E L D U N G :

St. Quirin-Straße 13
81549 München
Telefon: 089/ 69347-140

5. Ayinger Vorwiesn mit Ministerpräsident a.D. Dr. Edmund Stoiber

Florian Hahn (MdB) vermeldet Rekord-Spenden für die gute Sache

Zum fünften Mal fand die Ayinger Vorwiesn auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Florian Hahn im schmucken Sixthof statt. „Es ist schon gute Tradition geworden, dass wir am Donnerstag vor dem Münchner Oktoberfest hier in Aying zusammenkommen und neben dem Vorwiesn-Anstich gemeinsam etwas für die gute Sachen tun wollen“, begrüßte Hahn die zahlreichen Gäste.

Ayinger Vorwiesn mit Florian Hahn und Edmund Stoiber / Foto: Claus Schunk

Ein besonderer Dank ging an die Hausherren, die Familie Inselkammer, die seit Beginn an Florian Hahn bei der Umsetzung dieses Veranstaltungsformats unterstützend begleitet habe. So war es wie ein Treffen unter Freunden als Ehrengast Dr. Edmund Stoiber über seinen besonderen Bezug zum Gastgeber Florian Hahn und zur Familie Inselkammer sprach.

Florian Hahn sei ihm als außergewöhnlich engagierter junger Mann in der Jungen-Union frühzeitig positiv aufgefallen. Und dem Hotel- und Gastronomiebetrieb der Familie Inselkammer verdanke er die Handynummer von Russlands Präsident Wladimir Putin, der nach einem Besuch in Aying auf internationalem Parkett von der dortigen Gastfreundlichkeit schwärmte.

Aying: MdL E. Weidenbusch, MdL K. Schreyer, MP a.D. Dr. E. Stoiber, MdB F. Hahn, LR Ch. Göbel. (Foto: Claus Schunk)

Nach einer energischen Rede Stoibers zur Zukunft Bayerns brachten sich die Gäste in Sachen „Wohltätigkeit“ nicht minder engagiert ein. 1000 Euro stiftete die Firma Behncke GmbH an diesem Abend an die Stiftung Schneekristalle von Ex-Skirennläuferin Michaela Gerg. Weitere 1000 Euro gingen an die Stiftung Lebenshilfe München, gesponsert von Privatmann Gerd Erke. Über Schecks in Höhe von 1250 Euro bzw. 1500 Euro durften sich die Unterhachinger Anton Schrobenhauser-Stiftung Kids-to-life und „Frohes Herz“ von den Volksmusikstars Marianne und Michael freuen. Beide Schecks sponserten herzpartie e.V. Mit 5000 Euro wurde erneut die Stiftung Lebenshilfe München bedacht, der Florian Hahn als Vorsitzender vorsteht, und sich ganz besonders über den hohen Betrag der Findelkind-Sozialstiftung des Ehepaars Schmucker freute.

Quelle: http://florian-hahn.de/2017/09/18/

Lebenshilfe-Wettbewerb: Teilhabe statt Ausgrenzung

Der Mensch: immer ein Denkender, ein Träumender – nie ein Vollkommener

Mit einem Wettbewerb will die Lebenshilfe auf ein gesellschaftliches Thema aufmerksam machen, das uns meist im Stillen, ganz unauffällig begegnet. Es ist die oft unbewusste Ausgrenzung von Menschen, dem man nur mit einem Bewusst-Werden begegnen kann. Ausgrenzung begegnet uns fast täglich, von der Kindheit an in den ganz unterschiedlichsten Formen. „Was bedeuten ‚Teilhabe‘ und ‚Ausgrenzung‘ eigentlich konkret? Im Alltag und auf der Straße, in der Politik oder auf dem Amt, in der Wohngruppe, am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft? Was bedeutet „Teilhabe statt Ausgrenzung“ für Sie?“, fragt die Lebenshilfe.

Seit einem Jahr hat die Lebenshilfe „Teilhabe statt Ausgrenzung“ sogar als Slogen neben ihrem Logo stehen und erhebt es damit zu einem der wichtigsten Themen im Elternverein. Jetzt soll ein eigener Wettbewerb helfen des Thema zu vertiefen und von vielen Seiten zu beleuchten. „Sie haben jetzt die Gelegenheit, es doch mal ganz plastisch zu machen. Immer-schon-Kreative und solche, die es werden wollen, Menschen mit und ohne Behinderung, einzeln oder im Team, Engagierte in und außerhalb der Lebenshilfe: Machen Sie mit beim neuen großen Amateur-Wettbewerb der Lebenshilfe!“ wird im aktuellen Newsletter aufgefordert.

Gefragt sind diesmal selbst erstellte räumliche Objekte zum Thema „Teilhabe statt Ausgrenzung“ – Skulpturen oder Installationen, Abstraktes oder Figürliches: alles, was drei Dimensionen hat und mit Fantasie, Leidenschaft und Mut zum Ausdruck (und zum Nicht-Perfekten) gestaltet wird. Die Plastiken können vom 1. Februar bis zum 30. April 2018 eingereicht werden.

Weitere Infos unter:

www.lebenshilfe.de/GanzPlastisch

Gemeinsam stark bei den Special Olympics

Viktor von Wackerbarth ist einer der glücklichen Gewinner bei den Special Olympics Landesspielen in Bayern.

Vom 12. bis 16. Juli gingen in Hof 1.100 Sportler mit und ohne geistige Behinderung bei den Special Olympics Landesspielen Bayern 2017 an den Start. Gemeinsam kämpften sie im sportlich fairen Wettbewerb in 13 Sportarten.

Die OBA der Lebenshilfe München besuchte die Spiele und feuerte ‚ihren‘ Sportler an. Es ist Viktor von Wackerbarth, der das Down-Syndrom hat und seit Sommer 2016 bei der Lebenshilfe München einen Bundesfreiwilligendienst leistet.

Er hat gelernt gut damit zu leben und weder in Schule noch Arbeit ist es ihm anzumerken. Mit seinem offenen und sympatischen Wesen gleicht er kleine Handicaps spielerisch aus. Auch bei den bayerischen Special Olympics gelang es ihm bestens. Viktor errang die Goldmedaille im Weitsprung und eine Bronzemedaille im Team-Staffellauf über 4 x 100 Meter.

Herzlichen GLÜCKWUNSCH!

20 Jahre St.-Quirin-Fest in Giesing

In Giesing wurden vor über 20 Jahren das Gelände und die alten Gebäude der US-Streitkräfte saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. Es wurde zur neuen Heimat von vier großen Hilfsorganisationen, die sich der Förderung von Menschen mit Behinderung verpflichtet haben. Es sind dies ‚Die Brücke‘, die ‚Lebenshilfe München‘, das ‚Münchner Förderzentrum‘ und ‚Regens Wagner‘. Einmal jährlich richten sie ein großes Fest zwischen Chiemgau-, Traunsteiner-, und St. Quirin-Straße aus und öffnen ihre Türen für Besucher.

Gefeiert wird bis in die Nacht hinein, bis zur Feuershow ‚Magig in Motion‘ und gestartet wird am Nachmittag mit Kaffee, Kuchen, Brotzeiten und das große Grillen beginnt. Zum jährlichen St. Quirin-Fest zählt immer ein großes Show- und Unterhaltungsprogramm und ein verlässlicher Partner ist auch Barry Werkmeister, der durch das Programm führt.

Hier ein paar Fotos und Eindrücke vom Donnerstag, 07. Juli 2017: Fotos – Sarah Höhendinger

 

München wird inklusiv – Teilhabe für alle

München wird inklusiv, die Lebenshilfe ist dabei

N I C H T   V E R G E S S E N

T E R M I N : 1. J U L I

In München geht es weiter hin zu mehr Inklusion. Im Mittelpunkt stehen dabei Menschen mit Behinderung. Ihnen soll in allen Lebensbereichen der Weg hin zu einer echten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben offen sein. Im Rahmen der neuen Initiative „München wird inklusiv“ (siehe Link) wird jetzt eigens für Menschen mit kognitiver Einschränkung ein Workshop angeboten.
Termin ist der 1. Juli, doch Anmeldeschluss ist bereits
der 19. Juni.

Im OBA Löhe-Haus in der Blutenburgerstraße in München werden Ideen und Vorschläge gesucht, damit Menschen mit Behinderung besser mitmachen können. Eigens dafür ist ein eigenes Infoblatt in leichter Sprache ausgearbeitet, das Sie als pdf hier downloaden können: Einladung_Workshop_01-07-2017

I bin Minga (München)

„… I bin Minga“ (München)

Die Anmeldung zu dem Workshop kann auch direkt über die Lebenshilfe München erfolgen. Bitte aber nicht vergessen: Anmeldeschluss ist der 19. Juli.

Sommerfest der HPT Unterhaching bei ‚kids to life‘

Mit viel Glück hat die HTP der Lebenshilfe München in Unterhaching am Wochenende ihr Sommerfest bei strahlend schönem Wetter feiern können. Sie waren zu Gast auf dem Gelände der Stiftung ‚kids to life‘, die der Unternehmer Anton Schrobenhauser gründete. Auf weitläufigen Gelände nehmen jährlich über 3.000 bedürftige Kinder von über 23 Kinderheimen und anderen Einrichtungen an pädagogischen Workshops und Freizeitangeboten teil. „Seit 2003 durften wir schon über 30.000 junge Gäste begrüßen“ heißt es in der Pressemitteilung.

Christiane Keim, Einrichtungsleiterin der HPT in Unterhaching, freut sich über die gute Kooperation und die phantastische Möglichkeit das Gelände zu nutzen. „Wir können hier ein kleines Lagerfeuer für ‚Stockbrot‘ und zum Grillen entfachen. Die Kinder dürfen sich frei bewegen, an den Geräten spielen, beim Go-Kart-fahren, im Streichelzo oder an den Klettergerüsten. Ein idealer Platz für Kinder. Natürlich gibt es auch immer genügend zu essen, viele Eltern helfen mit.“

FASD und eine Mauer des Schweigens?

Lebenshilfe Fachtagung zum Fetalen Alkoholsyndrom in München

Von links: Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe München, Altlandrätin Johanna Rumschöttel, Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung, Dr. Mirjam Landgraf, Haunersches Kinderspital, LMU München – iSPZ Hauner und Veerle Moubax von der Selbsthilfegruppe FASD Deutschland und erste Vorsitzende bei AusSicht FASD e.V. Bayern.

Von links: Dr. Gisela Bolbecher und Dr. Heike Kramer vom Vorstand FASD-Netzwerk Nordbayern, Sabine Wolf von der Frühförderung der Lebenshilfe München, Dr. Franziska Gaese vom kbo-Isar-Amper-Klinikum München Ost und Prof. Dr. Klaus Hennicke, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.

Hinter dem Kürzel FASD steht viel an Leid, eine hohe Problematik, mannigfaltige Aspekte, Auswirkungen und Beziehungen. Das war allein schon der prominent besetzten Vortragsliste zum Fachtag ‚Fetales Alkoholsyndrom‘ bei der Lebenshilfe München zu entnehmen. Alkohol während der Schwangerschaft sollte eigentlich Tabu sein, doch „zwischen nichts und gar nichts, tun sich ganze Welten auf“, bringt es Dr. Gisela Bolbecher vom FASD-Netzwerk Nordbayern auf den Punkt.

Die Schädigungen des Gehirns sind irreversibel

‚Nichts‘ muss nämlich auch ’nichts‘ heißen, es gilt eine Null-Toleranz-Grenze gegenüber Alkohol während der Schwangerschaft. Das Embryo besitzt noch keinerlei ‚Abwehrmechanismen‘ gegenüber dem Alkohol, und er wirkt toxisch auf das Gehirn. Schädigungen sind irreversibel, nicht heilbar, auch nicht therapierbar im Sinne einer möglichen Besserung.

Keiner denkt an FASD

“Wir haben bei den Frühfördereinrichtungen der Lebenshilfe München – und wir betreuen jährlich immerhin 700 Kinder – noch keine einzigen gemeldeten Fall von FASD bekommen. Die Eltern melden sich mit allen nur denkbaren Nöten, Herausforderungen und Zweifeln was die gesunde Entwicklung ihres Kindes betrifft. Nicht aber aufgrund eines fetalen Alkoholsyndrom ihres Nachwuchses“, berichtet Sabine Wolf, Leiterin der Frühfördereinrichtung der Lebenshilfe München.

Was hat es mit dieser geheimnisvollen Schädigung auf sich? Warum ist sie in der Öffentlichkeit so wenig bekannt? Was verbirgt sich hinter der Mauer des Schweigens?

Lesen Sie mögliche Antworten und Analysen zu FASD demnächst im Blog der Lebenshilfe München.

Fotos: Gerd Spranger

 

„Mit und ohne Behinderung – Zusammen geht mehr!“

Freitag, 5. Mai 2017: Europaweiter Protesttag
für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
auf dem Karlsplatz (Stachus) in München von 16 bis 19 Uhr

Eltern eines chronisch kranken Kindes empfinden es oft als ein Spießrutenlaufen, wenn sie eine Schulbegleitung für ihr Kind genehmigt bekommen möchten. Hervorragend ausgebildete junge Menschen, die eine Behinderung haben, folgt auf die Ausbildung oft unfreiwillig die Früh-Rente. Oder die ärztliche Versorgung scheitert, weil man die Praxis mit einer Behinderung nicht besuchen kann.

Schule – Arbeit – Freizeit – Wohnen – Gesundheit

Diese drei Beispiele stehen für viele Menschen mit Behinderung. Sie werden im täglichen Leben von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen. Deshalb veranstalten sie am 5. Mai eine Protestkundgebung und setzen Schule, Arbeit, Freizeit, Wohnen und Gesundheit als fünf „Tatorte verhinderter Teilhabe“ in Szene.

Fünf Tatorte verhinderter Teilhabe

Politikerinnen und Politiker von den bayerischen Landtagsfraktionen werden einen Rundgang machen und dabei an den „Tatorten“ von Menschen mit Behinderung ins Kreuzverhör genommen: Wo werden sie Druck machen? Wann gibt es greifbare Ergebnisse?

Für Menschen mit Behinderung steht eines klar an oberster Stelle: Bayern muss schleunigst die „Tatorte verhinderter Teilhabe“ bereinigen und die UN-Behindertenrechtskonvention in allen Lebensbereichen wirksam umsetzen.

Jedes Jahr bietet der Protesttag ein großes Forum für Menschen mit Behinderung und nimmt Politiker in die Pflicht. Dieses Jahr zentral auf dem Stachus (Karlsplatz).

Auf der Veranstaltung kann jeder an den „Tatorten“ persönlich ins Gespräch kommen und mehr über die Situation von Menschen mit Behinderung in den Lebensbereichen Schule, Arbeit, Freizeit, Wohnen und Gesundheit erfahren.

Bühnenprogramm und Rundgang werden in Gebärdensprache simultan gedolmetscht. Namhafte Künstlerinnen und Künstler begleiten die Veranstaltung mit ihren Beiträgen. Der Eintritt ist frei.

Der 5. Mai ist der europaweite Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. In Bayern veranstaltet das „Aktionsbündnis 5. Mai“ unter Federführung der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. jedes Jahr eine Protestkundgebung.

Nähere Informationen zum Programm und zum Protesttag finden Sie unter
http://www.lag-selbsthilfe-bayern.de
oder auf der Facebookseite der Netzwerkfrauen Bayern.

Lebenshilfe München schult für den Notfall

 

Bei der Lebenshilfe München bereitet man die Bewohner auf Notfälle vor und schult in  ‚Erster Hilfe‘.

In elf Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München Wohnen GmbH leben Menschen mit geistiger Behinderung in Wohngemeinschaften zusammen. Die Bewohner bestreiten ihren Lebensalltag größten Teils selbständig. Dazu zählen alltägliche Dinge wie kochen, waschen, einkaufen sich kleiden, eben die 100 wichtigen ‚Kleinigkeiten‘. Im Zusammenleben und im Alltag kann es darüber hinaus immer wieder zu kleinen und größeren Notfällen kommen. Dann heißt es richtig zu handeln und kühlen Kopf zu bewahren.

Um dafür gerüstet zu sein, veranstaltet die Lebenshilfe München alle zwei Jahre zweitägige Erste Hilfe Kurse für ihre Bewohner. Ermöglicht wird dies durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung Lebenshilfe München. Die Kurse führt das Medical Rescue College Wolfratshausen durch, für 2017 hat man sogar zwei Gruppen bilden müssen, da das Interesse der Betreuten so hoch war und nur in Gruppen von maximal 15 Teilnehmern trainiert werden kann.

Was ist wichtig bei einem Notfall?

Was also tun, wenn jemand stürzt, sich eine Platzwunde am Kopf zuzieht oder vielleicht gar noch bewusstlos am Boden liegt? „Auf alle Fälle ruhigen Kopf bewahren“, raten die beiden Trainer Susanne und Peter Lanzner. „Die Notfallnummer 112 wählen“, weiß eine der Kursteilnehmer. Was aber kann man ganz praktisch tun, wie kann man den Verunglückten helfen?

Das galt es an diesen Tagen zu üben, den Bewohnern die Scheu vor direkter Hilfe zu nehmen. So lernten Sie zum Beispiel einen Kopfverband anzulegen oder auch einen Bewusstlosen in eine stabile Seitenlage zu bringen. Ebenso muss die Atmung überprüft werden, liegt jemand bewusstlos am Boden. Dafür gibt es gleich drei Möglichkeiten und man sollte sie alle anwenden. Nämlich ein sanfter Griff an den Hals, dann an Mund und Nase hören und fühlen, ob die Atmung noch aktiv ist.

Keine Angst vor Verbänden

Zum Kurs zählte das gesamte Programm der Erste-Hilfe-Maßnahmen bis hin zur Beatmung und Herzdruckmassage. Erich Wolf vom pädagogischen Fachdienst Wohnen engagiert sich immer wieder für diese Kurse. „Einfache Maßnahmen können Leben retten. Und unsere Bewohner sind immer wieder engagiert bei den Kursen, arbeiten mit und lernen viel dabei. Die Konzentrationsfähigkeit mag zwar vereinzelt nicht so ausgeprägt sein, doch die Kursleiter verstehen sich darauf in einfachen Worten, Beispielen und Übungen die Lerninhalte zu vermitteln.“

http://www.stiftung-lebenshilfe-muenchen.de/

Die erste (von zwei) Gruppen hat den Erste-Hilfe-Kurs bei der Lebenshilfe München abgeschlossen. Dafür gibt es dann auch eine Urkunde.