Mit 66 Jahren da fängt das Leben an! Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran…

Man muss nicht 66 Jahre alt werden um aus der Werkstatt auszuscheiden. 11 Bewohner der Wohnstätte in Putzbrunn sind seit dem letzten Jahr, nach zum Teil 40 Jahren Arbeit in den wohlverdienten Ruhestand gegangen.

Die Jahre 2020/21 sind geprägt von Corona und so ist der Übergang von Arbeit zur Rente zum Teil sehr ruhig und fast unbemerkt von statten gegangen. Nun konnten wir endlich im Garten offiziell die Verabschiedung aus der Werkstatt und den neuen Status „Rentner“ feiern.

Bei Kaffee und selbstgebackenen Kuchen, mit vielen Geschenken aus Werkstatt und Wohnheim, tauschten schöne Erinnerungen und Episoden aus dem Arbeitsleben den Platz mit Zukunftsgedanken und Ideen für die nun gewonnene Freizeit.

Struktur für den Tag schaffen

Im Rahmen der Tagesstruktur konnten die Bewohner in den letzten Monaten schon Erfahrungen für den neuen Umgang mit Freizeit sammeln. Bisher war dies Corona- bedingt nur gruppenintern möglich. Die Aussicht, dass ab dem Sommer gruppenübergreifende Angebote stattfinden können, beflügelt sowohl Bewohner wie Mitarbeiter. Mit guter Laune und Aussicht auf Erleichterung der Corona-Einschränkungen kehrten die frischgebackenen Rentner mit ihren Betreuern in die Wohngruppen zurück um sich hier weiter feiern zu lassen.

Renate Bauer

„Freizeit erleben, Neues lernen, Leute treffen“

Begegnung, Abwechslung, Freude – es sind oft kleine Dinge, die das Leben reicher machen. In der Corona-Pandemie ist uns das besonders bewusst geworden. Die OBA der Lebenshilfe bringt mit ihrem Programm kleine Lichtblicke in den Alltag der Teilnehmer*innen. Klein im wahrsten Sinne des Wortes, da Treffen im Moment nur in kleinen Gruppen möglich sind. Auch online kann man sich begegnen, die Jugendgruppe der OBA trifft sich regelmäßig zur Zoom Jugendgruppe. Aber wir stellen immer wieder fest: Zoom-Treffen sind eine gute Notlösung, aber kein Ersatz. Außerdem haben nicht viele Menschen mit Behinderung die technische Ausstattung dafür.

Kleine Geschichten um Aktionen und Menschen sind auf der Instagram-Seite der OBA zu finden.

Das Programmheft „Freizeit erleben, Neues lernen, Leute treffen“ ist zum Zeichen, dass noch alles anders ist, diesmal in sonnigem Goldgelb statt in Blau gehalten. Die Angebote sind fast ausschließlich an der frischen Luft und die Gruppen sind klein. Für die Bewohner*innen im gemeinschaftlichen Wohnen gibt es ein eigenes Freizeitprogramm, so dass die Gruppen sich nicht mischen. Wir sind also noch weit entfernt vom Normalbetrieb, aber die kleinen Schritte, die die OBA wieder gehen kann machen allen viel Freude.

Auch für die Reisesaison musste mal wieder alles neu geplant werden. Die Reisen die von 2020 hoffnungsvoll auf 2021 verschoben wurden, können nicht im gewohnten Rahmen stattfinden. Aber die OBA versucht mit Micro-Reisen innerhalb von Süddeutschland Abwechslung in den Sommer zu bringen.

Für 2022 hofft die OBA auf die endgültige Rückkehr zur Normalität mit Reisen, Konzerten und vielen Festen. Wir werden es so genießen.

Text: OBA

Auf Instagram kann man das OBA-Leben mitverfolgen:

www.instagram.com/obamuclebenshilfe

„Alles was Recht ist“

§ “Alles was Recht ist“ Online-Seminar §

Das bewährte Rechts-Seminar der Lebenshilfe München (Angehörigenberatung) findet in diesem Jahr Corona-bedingt in digitaler Form statt. Der Fachanwalt für Sozialrecht Jürgen Greß referiert über wichtige Neuerungen im Sozialrecht. Wie immer sind die Leistungen der Pflegeversicherung und weitere Themen wie Schwerbehindertenausweis, Grundsicherung, rechtliche Betreuung und das Behindertentestament (Vererben zugunsten von Menschen mit Behinderung) auf unserer Agenda.

Das Seminar findet in zwei Blöcken

am 16. April von 16-18 Uhr und
am 17. April von 10-12 Uhr statt.

Die verbindliche Anmeldung ist unter:
veranstaltungen
@lebenshilfe-muenchen.de
möglich.

Die Teilnahmegebühr beträgt
15 € für Mitglieder der Lebenshilfe München und 25 € für Nicht-Mitglieder.

„Wir sehen positiv in die Zukunft, sind mutig und planen ab Juli 2021 Präsenz-Veranstaltungen.

T H E M E N des Online-Seminars:

  • Leistungen der Pflegeversicherung
  • Landespflegegeld
  • Vergünstigungen durch den Schwerbehindertenausweis, Neuerungen 2021
  • Informationen zur Grundsicherung und Kindergeld
  • Praktische Hinweise für die Antragstellung und Durchsetzung von Sozialleistungen
  • Vermögens- und Einkommens-Freibeträge bei Sozialhilfeleistungen,
  • Zuzahlungen der Eltern
  • Rechtliche Betreuung / Vollmacht – Eltern und Geschwister als rechtliche Betreuer
  • Das Behindertentestament – Vererben zugunsten von Menschen mit Behinderung

Wohnen: Trotz Pandemie alle Ziele erreicht

René Pfeifer, Bereichsleiter Wohnen der Lebenshilfe München, berichtet, wie erfolgreich die Projekte im Jahr 2020 trotz aller Beschwernisse umgesetzt werden konnten.

Der Ort, an dem wir wohnen, gibt uns Kraft, er ist unser Zuhause, wo wir uns ausruhen und neu sortieren können. Für Menschen mit Behinderung ist dies besonders wichtig, da meist eine umfassende Organisation und Struktur hinter einem guten Zuhause stehen. Daran sind viele Menschen beteiligt. Ihre tägliche Arbeit ermöglicht erst einen normalen Alltag, in dem geduscht, gekocht, geplaudert oder auch gearbeitet werden kann. Besonders in diesem schwierigen Jahr, in dem wir alle viel Zeit zuhause verbracht haben, gilt den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe Wohnen GmbH unser außerordentlicher Dank und unsere Anerkennung.

Neben der Herausforderung, jeden Tag ein gutes Zuhause zu bieten, entwickelt die Lebenshilfe München ihr Angebot im Bereich Wohnen stetig weiter. Nur so können immer mehr Menschen aufgenommen werden und erhalten eine ambulante oder dauerhafte Betreuung in einer besonderen, gemeinschaftlichen Wohnform. Als Ende 2019 eine Strategie für den Bereich Wohnen der Lebenshilfe München für das Folgejahr beschlossen wurde, gab es daher hohe Ziele. Viel sollte im Jahr 2020 passieren. Dass die ambitionierten Pläne in einem Jahr der Pandemie parallel zu Infektionsschutz, Kontaktbeschränkung und Quarantäne umgesetzt werden sollten, wusste damals noch niemand. Die Bilanz: trotz der Schwierigkeiten wurden alle Ziele erreicht:

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Durchbruch beim Impfen für pflegende Angehörige

Große Erleichtern gab es bei vielen Eltern von Menschen mit Behinderung, als sich ihnen eine Tür für eine schnelle Impfung öffnete. Grund war die neue Fassung der Corona-Impfverordnung vom 10. März 2021. Sie misst Angehörigen von pflegebedürftigen Kindern und Erwachsenen nun die höchste Priorität zu (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 ImpfVO). „Das ergibt sich nicht direkt aus dem Wortlaut, aber aus der Verordnungsbegründung“, erläutert Beate Bettenhausen von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München.

Sie hat in einem Rundschreiben (Text siehe unten) über den Familienunterstützenden Dienst (FuD) der Lebenshilfe Eltern, Angehörige und Betroffene informiert. Wie wichtig die Möglichkeit einer schnellen Impfung ist, erläutert sie jüngst in unserem Gespräch.

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Ein Bechstein-Flügel für die Lebenshilfe München

Bereits der Prägedruck des Flügels verrät aus welcher Zeit er stammt: „Pianoforte-Fabrik von C. Bechstein. Hoflieferant seiner Majestät des Kaisers und Königs, seiner königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preußen.“

Die Lebenshilfe München erhielt eine außergewöhnliche Spende, einen 140 Jahre alten Bechstein-Konzertflügel. Wie kam es zu so einer Spende, fragte man sich in der Redaktion und hat bei der Spenderin, Camilla Attenberger-Fino nachgefragt. „Der Flügel stammt von meiner Großmutter Carola Edle Fallot von Gemeiner“, erzählt sie. Sie war in Kirchheim bei München eine bekannte Klavierlehrerin und selbst erinnere ich mich noch an meine Kindheit, als sie bei besonderen Anlässen vorspielte.

Ihr Leben lang unterrichtete sie an der Musikschule, in der VHS oder begleitete selbst ein Kindertheater“, erinnert sich Camilla Attenberger-Fino. Bei ihr steht nun eine räumliche Änderung an und sie findet für den Flügel nicht mehr den richtigen Platz. „So haben wir in der Familie überlegt, was wir mit diesem Erbstück anfangen sollen. Dabei wurde uns klar, dass es Oma gefallen hätte, ihr Instrument aus dem Wohnzimmer wieder mitten in das Leben zu stellen. Es soll möglichst vielen Menschen eine Freude bereiten.“ 

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Zweite inklusive Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München

„Hier wird Inklusion gelebt“

Der gute Erfolg der im Herbst 2018 gegründeten ersten inklusiven Lebenshilfe-Wohngemeinschaft (WG) in der Herrmann-von-Sicherer Straße in München, machte Mut für eine zweite WG. Dazu renovierte der Elternverein die bislang als betreute Wohngruppe geführte Einrichtung in der Packenreiterstraße. Seit November leben dort sechs Menschen mit Behinderung und vier Studenten zusammen. Die Redaktion hat sich mit der Einrichtungsleiterin Natascha Münzer unterhalten. Sind inklusive Wohngemeinschaften jetzt ein Trend, was sind die Hintergründe und wie gestaltet sich das Zusammenleben?

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Unterstützung für den pädagogischen Fachdienst der Lebenshilfe

Fünf Jahre wurde daran gearbeitet und seit 13 Jahren ist sie auch in Deutschland geltendes Recht, die UN-Behindertenrechtskonvention. Eines ihrer zentralen Anliegen ist die Inklusion, die Einbindung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen. Ein Prozess der auch heute, 20 Jahre später, nicht abgeschlossen ist und immer wieder neue Herausforderungen setzt. Ein Mitgestalter und Förderer dieser Entwicklung sind die Lebenshilfen in Deutschland, und auch in München wird dieser Prozess aktiv vorangetrieben. In speziellen Wohngruppen wird ein möglichst selbständiges Leben trainiert, in Wohngemeinschaften wird es komplex umgesetzt und auch in betreuten Einrichtungen, wie etwa am Willinger Weg, geht man neue Wege.

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Wer hat den besten Spruch?!

Seit Jahrzehnten bemüht sich die Landeshauptstadt München für Menschen mit Behinderung lebensfreundlicher zu gestalten. Betroffen sind alle Lebensbereiche, vom Wohnen über den Öffentlichen Nahverkehr bis hin zur Barrierefreiheit von öffentlichen Einrichtungen. Ein Prozess, für den auf vielen Ebenen gearbeitet wird. Für ein vertieftes Bewusstsein der Anliegen in der Öffentlichkeit sorgen immer wieder Aktionen, Kampagnen und öffentliche Auftritte. Für die jüngste Mitmach-Aktion „ausnahmslos barrierelos“, ist man auf der Suche nach den besten Sprüchen.

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Zukunftsplanung zum Lebensende: Was will ich?

Niemand redet gerne über seinen eigenen Tod, und dennoch bereiten wir uns darauf vor, wollen die Dinge in unserem Sinne regeln. Neben der finanziellen Vorsorge halten selbst junge Menschen in ‚Patientenverfügungen‘ etwa fest, was sie im Falle eines Unfalles oder einer fortschreitenden Krankheit wünschen. Es sind schwierige Fragen, ob etwa lebensverlängernde Maßnahmen ergriffen werden sollen, in welchen Umfang und über welchen Zeitraum. Ebenso sind heute Palliativstationen in den Kliniken, zur Begleitung auf dem letzten Lebensweg, fest in den Kliniken und Senioreneinrichtungen installiert.

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Neue Leitung des Ambulanten Dienstes der Lebenshilfe

Seit Januar ist Markus Lunk der neue Leiter des ambulanten Pflegedienstes der Lebenshilfe München. Er freut sich sehr, in dem kleinen sympathischen Team neuen Herausforderung zu begegnen. Erfahrungen als Pflegedienstleiter sammelte er die letzten sechs Jahren in zwei Rehakliniken. Sein persönlicher Wunsch war es, mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten, ihnen zu helfen. Zunächst ist das kleine dreiköpfige Team im Süden von München aktiv.  

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Tests und Impfungen bei der Lebenshilfe

Bei der Lebenshilfe München haben die Impfungen gegen SARS-CoV-2 am Sonntag den 10. Januar 2021 durch mobile Impfteams begonnen. Bereits die Hälfte der Bewohner in stationären Wohnstätten und die dort beschäftigten Mitarbeiter sind geimpft. Vorstand und Geschäftsführer Peter Puhlmann und René Pfeifer, Bereichsleiter Wohnen, freuen sich über den schnellen Start. Dennoch sind weiterhin Geduld und Vorsicht angebracht, denn der volle Impfschutz bestehe erst sieben Tage nach der zweiten Impfung. Und für die zweite Impfung ist eine Wartezeit von drei Wochen vorgesehen.

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Lebenshilfeblog wächst weiter

Der Blog der Lebenshilfe München erscheint jetzt seit neun Jahren und die Zahl der Zugriffe wächst weiter. Jährlich 60 bis 80 Beiträge sind über die Jahre hinweg eine Konstante in der Kommunikation des Elternvereins. Das Streben nach Inklusion und die tägliche Arbeit und Förderung von Menschen mit Behinderung gestaltet sich in der Lebenshilfe München vielfältig.

Je nach dem Grad der Behinderung, dem persönlichen Umfeld und dem Alter leisten deren Mitarbeiter vielfältige Hilfen in unterschiedlicher Form. Es gibt Angebote für die ‚Frühförderung‘ bis zur Betreuung der ‚Ruheständler‘, für ‚Ambulante Dienste‘ bis hin zur ‚Offenen Behindertenarbeit‘ (OBA), Dienstleistungen der ‚Angehörigenberatung‘ bis zu den ‚Heilpädagogischen Tagesstätten‘ (HPT), für das ‚Wohnen‘ bis hin zu den ‚Werkstätten‘. Die angebotenen Hilfen sind immer speziell und individuell am Menschen orientiert. Wir geben im Lebenshilfeblog kleine Einblicke und hoffen, auch Sie mit dem einen oder anderen Beitrag erreichen zu dürfen.

Auch 2020 erzielte der Blog mit 26.000 Aufrufen wieder eine Steigerung von zehn Prozent und wurde nicht nur ‚angeklickt‘, sondern auch gelesen. Jeder Leser besuchte im Schnitt zwei bis drei Seiten. Schreiben Sie uns oder nutzen Sie die Kommentarfunktion zu den Beiträgen.

Wir freuen uns und wünschen Ihnen weiterhin „Viel Gesundheit und Freude mit dem Blog der Lebenshilfe München.“

Auf ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2021 !!!

Warum muss es so schwierig sein?

Ein Beitrag der L.I.E.S. -.Redaktion

Der Kampf mit der Bürokratie von Nadja Lindenbeck-Menzel ist noch nicht zu Ende. Lesen Sie hier die Fortsetzung der Geschichte:

Mein Sohn (mit Down-Syndrom) wurde im Mai 2020 volljährig. Ich habe Ihnen versprochen, Sie darüber auf dem Laufenden zu halten, wie es mit dem bürokratischen Kampf und seinem Anspruch auf Grundsicherung (§ 41 SGB XII) weitergeht. Wie Sie bereits wissen, wurde mir von der zuständigen Sachbearbeiterin Frau X mehrmals telefonisch die falsche Auskunft erteilt, mein Sohn habe keinen Anspruch auf Grundsicherung. Weiterlesen