„Alles was Recht ist“

§ “Alles was Recht ist“ Online-Seminar §

Das bewährte Rechts-Seminar der Lebenshilfe München (Angehörigenberatung) findet in diesem Jahr Corona-bedingt in digitaler Form statt. Der Fachanwalt für Sozialrecht Jürgen Greß referiert über wichtige Neuerungen im Sozialrecht. Wie immer sind die Leistungen der Pflegeversicherung und weitere Themen wie Schwerbehindertenausweis, Grundsicherung, rechtliche Betreuung und das Behindertentestament (Vererben zugunsten von Menschen mit Behinderung) auf unserer Agenda.

Das Seminar findet in zwei Blöcken

am 16. April von 16-18 Uhr und
am 17. April von 10-12 Uhr statt.

Die verbindliche Anmeldung ist unter:
veranstaltungen
@lebenshilfe-muenchen.de
möglich.

Die Teilnahmegebühr beträgt
15 € für Mitglieder der Lebenshilfe München und 25 € für Nicht-Mitglieder.

„Wir sehen positiv in die Zukunft, sind mutig und planen ab Juli 2021 Präsenz-Veranstaltungen.

T H E M E N des Online-Seminars:

  • Leistungen der Pflegeversicherung
  • Landespflegegeld
  • Vergünstigungen durch den Schwerbehindertenausweis, Neuerungen 2021
  • Informationen zur Grundsicherung und Kindergeld
  • Praktische Hinweise für die Antragstellung und Durchsetzung von Sozialleistungen
  • Vermögens- und Einkommens-Freibeträge bei Sozialhilfeleistungen,
  • Zuzahlungen der Eltern
  • Rechtliche Betreuung / Vollmacht – Eltern und Geschwister als rechtliche Betreuer
  • Das Behindertentestament – Vererben zugunsten von Menschen mit Behinderung

Wohnen: Trotz Pandemie alle Ziele erreicht

René Pfeifer, Bereichsleiter Wohnen der Lebenshilfe München, berichtet, wie erfolgreich die Projekte im Jahr 2020 trotz aller Beschwernisse umgesetzt werden konnten.

Der Ort, an dem wir wohnen, gibt uns Kraft, er ist unser Zuhause, wo wir uns ausruhen und neu sortieren können. Für Menschen mit Behinderung ist dies besonders wichtig, da meist eine umfassende Organisation und Struktur hinter einem guten Zuhause stehen. Daran sind viele Menschen beteiligt. Ihre tägliche Arbeit ermöglicht erst einen normalen Alltag, in dem geduscht, gekocht, geplaudert oder auch gearbeitet werden kann. Besonders in diesem schwierigen Jahr, in dem wir alle viel Zeit zuhause verbracht haben, gilt den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe Wohnen GmbH unser außerordentlicher Dank und unsere Anerkennung.

Neben der Herausforderung, jeden Tag ein gutes Zuhause zu bieten, entwickelt die Lebenshilfe München ihr Angebot im Bereich Wohnen stetig weiter. Nur so können immer mehr Menschen aufgenommen werden und erhalten eine ambulante oder dauerhafte Betreuung in einer besonderen, gemeinschaftlichen Wohnform. Als Ende 2019 eine Strategie für den Bereich Wohnen der Lebenshilfe München für das Folgejahr beschlossen wurde, gab es daher hohe Ziele. Viel sollte im Jahr 2020 passieren. Dass die ambitionierten Pläne in einem Jahr der Pandemie parallel zu Infektionsschutz, Kontaktbeschränkung und Quarantäne umgesetzt werden sollten, wusste damals noch niemand. Die Bilanz: trotz der Schwierigkeiten wurden alle Ziele erreicht:

Willinger Weg

Die Lebenshilfe München arbeitet an einer langfristigen Strategie, um nachhaltige, schöne, moderne und vielfältige Wohnangebote zur Verfügung zu stellen. Eine der größten Herausforderungen ist dabei die Umgestaltung von bereits bestehender Bausubstanz in neuen Wohnraum, der auch den Anforderungen des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes entspricht. Dies war beispielsweise der Fall im Willinger Weg – eine Mammutaufgabe an finanzieller Leistung, Planung und Umsetzung.

Ein gemütliches Miteinander pflegen und ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen in der Lebenshilfe-Wohngemeinschaft München am Willinger Weg.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der alten Villa aus den 30er Jahren mussten vorübergehend ausziehen, das gesamte Gebäude wurde abgerissen und durch einen wohl durchdachten, modernen Neubau ersetzt. Seit Mitte Juli 2020 leben nun wieder 24 Menschen in drei Wohngruppen im Willinger Weg, viele von ihnen kehrten nach einer Übergangszeit in Unterschleißheim hierher zurück.

Unterschleißheim

Die Wohneinheiten in Unterschleißheim bleiben der Lebenshilfe dennoch erhalten. Auch dies gehört zu den Erfolgsgeschichten des Jahres 2020. Ein langfristiger Mietvertrag wurde ausgehandelt. Wie im Willinger Weg verfügt jedes Zimmer über ein eigenes Bad, die Räume sind hell und groß, eine gute Betreuungsdichte sowie eine dauerhafte Nachtbetreuung sind gewährleistet. Die 16 Bewohnerinnen und Bewohner fühlen sich hier wohl.

Die Wohngruppe in Unterschleißheim bleibt der Lebenshilfe München erhalten. Helle Räume und moderne Ausstattung zeichnet sie aus.

Putzbrunn III

Für das dritte und dann modernste Gebäude in Putzbrunn schreitet die Planung voran. Alle wichtigen Termine konnten stattfinden und im Spätsommer gab es zudem positives Feedback von Seiten der Regierung.

Zu der bereits bestehenden WG in der Herrmann-von-Sicherer-Str. kam dieses Jahr eine weitere inklusive WG der Lebenshilfe hinzu: das Haus in der Packenreiterstraße wurde dazu nach dem Auszug der Bewohnerinnen und Bewohner Mitte Juli komplett renoviert. Anfang November konnte es dann bereits neu bezogen werden. Inzwischen ist die WG komplett belegt, sechs Menschen mit Behinderung leben hier mit vier Studierenden in einem Haus mit Garten. Aktuell sind zudem zwei weitere inklusive WGs in Planung, eine in Gräfelfing und eine in Freiham. Darüber hinaus konnte die Lebenshilfe München Eltern bei der eigenständigen Gründung einer inklusiven WG in München-Oberwiesenfeld beraten und unterstützen. Die dortigen Bewohner mit Behinderung werden vom ambulanten Dienst betreut.

Insgesamt entwickelt die Lebenshilfe München ihr Leistungsangebot im ambulant betreuten Wohnen stetig weiter. So war die Aufnahme der 50sten leistungsberechtigten Person ein weiterer Meilenstein bei diesem Vorhaben.

Wohntraining

Lisa Hasenberger leitet mit Maske, Laptop und Ablage das Wohntraining.

Auch aus dem seit 2014 angebotenen Wohntraining gibt es Positives zu berichten. Das modular aufgebaute Leistungsangebot kann maximal fünf Jahre lang in Anspruch genommen werden und soll den Übergang zum ambulanten Wohnen begleiten. Nach Abschluss des Trainings können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entscheiden, ob sie eigenständig leben, in eine WG oder doch in eine betreute Wohngruppe wollen. Beinahe die Hälfte der 20 Männer und Frauen aus dem Wohntraining hat sich dieses Jahr für eine ambulante Wohnform entschieden. Im Rahmen des zweiten Moduls wurden gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geeignete und gewünschte Wohnräume gesucht und gefunden. Darunter auch die inklusive WG in der Packenreiterstraße oder die ambulant betreuten Wohngemeinschaften in der Landsberger Straße. So konnten im Jahr 2020 acht Menschen mit Behinderungen aus dem Wohntraining ausziehen und in eine weniger eng betreute Wohnform wechseln.

Bürokratie und Netzwerke

Auch bei der bürokratischen Unterstützung von Eltern und im Ausbau von Netzwerken im Bereich Wohnen geht es weiter: So greift seit dem 1. Januar 2020 die dritte Reformstufe des Bundesteilhabegesetztes. Dabei werden die Leistungen im gemeinschaftlichen Wohnen in existenzsichernde Leistungen (etwa Lebensunterhalt und Unterkunft) und Fachleistungen (Leistungen der Teilhabe und Wiedereingliederung) getrennt. Die Lebenshilfe München versucht hier, eine Mehrbelastung für Eltern zu vermeiden, indem die Unterbringung der Menschen mit Behinderung so organisiert ist, dass dennoch eine zentrale Abrechnung der Leistungen möglich ist. An ihrem Angebot für intensiv betreutes Wohnen arbeitet die Lebenshilfe unter anderem durch ihre Teilnahme am Projekt PINO (Projekt Intensivwohnen Netzwerk Oberbayern) der LMU. Dabei geht es um die Lebensqualität in Intensivwohngruppen für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung und herausfordernden Verhaltensweisen.

Abschließend kann gesagt werden, dass 2020 ein sehr erfolgreiches Jahr für den Bereich Wohnen war. René Pfeifer spricht dazu nochmal einen außerordentlichen Dank an alle Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen und Leitungen der Wohnen GmbH aus: „Ohne eine vertrauensvolle und von hohem Engagement geprägte Zusammenarbeit, wäre die Entwicklung in 2020 nicht möglich gewesen.“

Tatjana Viaplana

 

Durchbruch beim Impfen für pflegende Angehörige

Große Erleichtern gab es bei vielen Eltern von Menschen mit Behinderung, als sich ihnen eine Tür für eine schnelle Impfung öffnete. Grund war die neue Fassung der Corona-Impfverordnung vom 10. März 2021. Sie misst Angehörigen von pflegebedürftigen Kindern und Erwachsenen nun die höchste Priorität zu (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 ImpfVO). „Das ergibt sich nicht direkt aus dem Wortlaut, aber aus der Verordnungsbegründung“, erläutert Beate Bettenhausen von der Angehörigenberatung der Lebenshilfe München.

Sie hat in einem Rundschreiben (Text siehe unten) über den Familienunterstützenden Dienst (FuD) der Lebenshilfe Eltern, Angehörige und Betroffene informiert. Wie wichtig die Möglichkeit einer schnellen Impfung ist, erläutert sie jüngst in unserem Gespräch.

„Ein Ausweg aus der Isolation“

„Den Eltern, Angehörigen und Betreuern ist die besondere Gefährdung von Menschen mit Behinderung bewusst, sie sind eine Risikogruppe. Darum verzichten viele freiwillig auf entlastende Dienste und begeben sich weitgehend in Selbstisolation, um das Wohl ihrer Lieben nicht zu gefährden. Sie sind in Sorge zu erkranken und als Pflegeperson auszufallen. Gehen Kinder ihrem normalen Alltagsleben nach, kommen sie in den Kontakt mit Busfahrern, Lehrern und anderen Mitmenschen. Zu Hause besteht dieses Risiko nicht, wohl aber könnten sich Eltern oder Betreuer infizieren und sie haben in der Pflege und Betreuung einen engen Kontakt zu ihren Angehörigen mit Behinderung. Die Impfung ist für Sie ein wichtiger Schutz und bietet einen Ausweg aus der Isolation. Darum war die Neuerung der Corona-Impfverordnung wie ein Befreiungsschlag.“ Viele Eltern nutzten diese Möglichkeit bereits und konnten sich die letzten Wochen in München und den umliegenden Gemeinden impfen lassen.

Hier der Wortlaut der Lebenshilfe-Information:

„Die neue Fassung der Corona-Impfverordnung vom 10. März 2021 ordnet die pflegenden Angehörigen von pflegebedürftigen Kindern und Erwachsenen nun in die höchste Priorität ein (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 ImpfVO). Das ergibt sich nicht direkt aus dem Wortlaut der Verordnung, aber aus der Regierungsbegründung. Dort heißt es auf Seite 25: „Unter den Begriff ambulante Dienste fallen nunmehr auch pflegende Angehörige.“ Die Begründung der Verordnung sagt hier also eindeutig, dass im Rahmen der Auslegung auch pflegende Angehörige unter den Personenkreis des § 2 Abs. 1 Nr. 3 der Corona-Impfverordnung zu fassen sind.“

Weiter wird empfohlen:

„Bei der Online-Registrierung unter https://impfzentren.bayern müssen pflegende Angehörige wie folgt vorgehen, um in die höchste Priorität zugeordnet zu werden:

1. Formular „Ich arbeite in einer Pflege- oder medizinischen Einrichtung“ auswählen.
2. Unterpunkt „ambulanter Pflegedienst“, pflegende Angehörige ankreuzen.
3. Registrierung abschließen.

Bei einer telefonischen Registrierung sollten diese Angaben unbedingt mündlich durchgegeben werden.

Die Berechtigung wird vor Ort im Impfzentrum überprüft. Zum Impftermin sollten daher die folgenden Nachweise in Kopie oder im Original mitgenommen werden: der Bescheid der Pflegekasse über den zuerkannten Pflegegrad sowie Personalausweis und Schwerbehindertenausweis des Angehörigen sowie ggf. Betreuer-Ausweis.

Dieser Hinweis verhilft hoffentlich den pflegenden Eltern und Angehörigen, die sich gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2 impfen lassen wollen, zu einem baldigen Termin.

Mit besten Grüßen / Beate Bettenhausen
Angehörigenberatung der Lebenshilfe München

Kontakt:
Fon: (0 89) 69 34 7-1 17 – Fax: (0 89) 69 34 7-1 82
beratung@lebenshilfe-muenchen.de und unter www.lebenshilfe-muenchen.de

Ein Bechstein-Flügel für die Lebenshilfe München

Bereits der Prägedruck des Flügels verrät aus welcher Zeit er stammt: „Pianoforte-Febrik von C. Beschstein. Hoflieferant seiner Majestät des Kaisers und Königs, seiner königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preußen.“

Bereits der Prägedruck des Flügels verrät aus welcher Zeit er stammt: „Pianoforte-Fabrik von C. Bechstein. Hoflieferant seiner Majestät des Kaisers und Königs, seiner königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preußen.“

Die Lebenshilfe München erhielt eine außergewöhnliche Spende, einen 140 Jahre alten Bechstein-Konzertflügel. Wie kam es zu so einer Spende, fragte man sich in der Redaktion und hat bei der Spenderin, Camilla Attenberger-Fino nachgefragt. „Der Flügel stammt von meiner Großmutter Carola Edle Fallot von Gemeiner“, erzählt sie. Sie war in Kirchheim bei München eine bekannte Klavierlehrerin und selbst erinnere ich mich noch an meine Kindheit, als sie bei besonderen Anlässen vorspielte. Ihr Leben lang unterrichtete sie an der Musikschule, in der VHS oder begleitete selbst ein Kindertheater“, erinnert sich Camilla Attenberger-Fino. Bei ihr steht nun eine räumliche Änderung an und sie findet für den Flügel nicht mehr den richtigen Platz. „So haben wir in der Familie überlegt, was wir mit diesem Erbstück anfangen sollen. Dabei wurde uns klar, dass es Oma gefallen hätte, ihr Instrument aus dem Wohnzimmer wieder mitten in das Leben zu stellen. Es soll möglichst vielen Menschen eine Freude bereiten.“ 

Mit Abstand und in kleinen Gruppen wird der Bechstein-Flügel bespielt.

Bei der Lebenshilfe München wird er die nächsten Jahrzehnte Menschen mit geistiger Behinderung ein schönes Stück Lebensfreude schenken. Musik ist nicht nur international und fesselt Menschen über Generationen hinweg, Musik spricht auf einer tiefen Ebene unsere Gefühle und Emotionen an und kann Freude und eine positive Lebensstimmung schenken. Nun verfügt die Lebenshilfe München zwar über keinen eigenen Konzertsaal, aber einen großen Gemeinschaftssaal in der Wohneinrichtung Putzbrunn. Dort hat der 140 Jahre alte Bechstein-Konzertflügel nun eine neue Heimat gefunden. Auf seine ersten Konzerte wird er bedingt durch die Corona-Beschränkungen zwar noch warten müssen, doch im kleinen Rahmen wird er wieder zu hören sein.

Der 140 Jahre alte Bechstein-Konzertflügel erhält einen Ehrenplatz

Peter Puhlmann, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München: „Der Flügel erhält im Foyer unserer neuen Einrichtung Putzbrunn III einen Ehrenplatz. Es freut und ehrt uns, dass die Familie Attenberger-Fino an die Lebenshilfe gedacht hat.“ Lebenshilfe-Einrichtungsleiterin in Putzbrunn, Renate Bauer weiß, dass Musik bei ihren Bewohnern immer gut ankommt und die Stimmung hebt. 14tägig ist mit Stefan Bartmann darum ein eigener Musikpädagoge verpflichtet, der jetzt auch mit dem neuen Flügel arbeitet und bereits 20 Bewohner für das Instrument begeistern konnte. Sie würden am liebsten gleich Musikunterricht nehmen, um selbst einige Akkorde spielen zu können.

Peter Puhlmann freut sich über den schönen Bechsteinflügel, der eine lange Geschichte hinter sich hat und jetzt bei der Lebenshilfe München ein neues Zuhause fand.

Stefan Bartmann wundert es nicht, dass der Funke so schnell überspringt. „Menschen mit motorischer Beeinträchtigung kommen bei Musik ‚in Schwingung‘, bewegen sich ‚im Flow‘, sind ergriffen von der Musik. Sie dockt direkt an unseren Emotionen an, vermittelt das Gefühl dabei und verstanden zu sein. Musik weckt Assoziationen und Erinnerungen in uns, manchmal fließen dabei sogar ein paar Tränen.“ Stefan Bartmann spielte 20 Jahre in einem großen Orchester, unterrichtet Musik und arbeitet seit drei Jahren als Musiktherapeut. Er selbst fühlt sich von der Arbeit in Putzbrunn beschenkt. „Die hier lebenden Bewohner sind freundlich und offen, leben weitgehend selbständig, und in der Gruppe entsteht eine Dynamik, ein gemeinsames Wir-Gefühl.“

Fast ihr ganzes Leben lang war der Bechstein-Flügel im Besitz von Carola Edle Fallot von Gemeiner. „Sie war in Kirchheim bei München eine bekannte Klavierlehrerin und sie unterrichtete ihr Leben lang an der Musikschule, in der VHS oder begleitete selbst ein Kindertheater“, erinnert sich ihr Enkelin Camilla Attenberger-Fino.

Zweite inklusive Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München

„Hier wird Inklusion gelebt“

Der gute Erfolg der im Herbst 2018 gegründeten ersten inklusiven Lebenshilfe-Wohngemeinschaft (WG) in der Herrmann-von-Sicherer Straße in München, machte Mut für eine zweite WG. Dazu renovierte der Elternverein die bislang als betreute Wohngruppe geführte Einrichtung in der Packenreiterstraße. Seit November leben dort sechs Menschen mit Behinderung und vier Studenten zusammen. Die Redaktion hat sich mit der Einrichtungsleiterin Natascha Münzer unterhalten. Sind inklusive Wohngemeinschaften jetzt ein Trend, was sind die Hintergründe und wie gestaltet sich das Zusammenleben?  

Ein selbst bestimmtes Leben ermöglichen

Die neue inklusive Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München in der Packenreiterstraße.

Die studierte Sonderpädagogin definiert als eine der vordringlichen Ziele in der Förderung von Menschen mit Behinderung, ihnen ein möglichst selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen. „Mit einer inklusiven WG kommen wir diesem Ziel sehr nahe. Ein gewisser Betreuungsbedarf bleibt, im Vordergrund steht jedoch ein Miteinander auf Augenhöhe. Viele Mitbewohner mit Assistenzbedarf sind bereits in ihrer Autonomie fortgeschritten, werden aber weiterhin in diesem Bereich gefördert je nach Bedarf.“ So ist in der WG die Hälfte der Bewohner aus einer Lebenshilfe-Wohngruppe, in der auf die Selbständigkeit vorbereitet wird. Ein Prozess der mitunter bis zu zwei Jahre in Anspruch nimmt.

Studenten sind Freunde und Unterstützer

„Es geht aber um mehr“, erklärt Natascha Münzer. „Hier wird echte Inklusion im Miteinander von Studenten und unseren Klienten gelebt. Und das ist ein erklärtes gesellschaftspolitisches Ziel, das auch in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert ist.“ Die Studenten sind Mitbewohner und Ansprechpartner, nicht aber Betreuer im klassischen Sinne. Sie fungieren vielmehr als Unterstützer. Das WG-Leben orientiert sich an dem Miteinander von nicht betreuten WGs. Für die fachliche Betreuung sind eigene Betreuungskräfte täglich von 16 bis 21 Uhr und ganztags am Wochenende vor Ort.

Die Dienste sind gut geregelt

Natascha Münzer stellt die einzige Fachkraft, ihr Team wird noch von zwei externen dualen Studenten der sozialen Arbeit verstärkt. Die dort lebenden Studenten haben Präsenzzeiten; im Wechsel jeweils einen Nachmittag unter der Woche, ein Wochenende im Monat sowie die dazugehörige Nachtbereitschaft, falls kleine Hilfestellungen nötig sind. Auch morgens sind sie zuständig, etwa beim gemeinsamen Gestalten des Frühstücks, bis die Bewohner dann das Haus verlassen und ihrer beruflichen Tätigkeit, meist in den Lebenshilfe-Werkstätten, nachgehen. Das Miteinander wird gestaltet durch die Mitbewohner mit Unterstützungsbedarf, der Präsenz der Studenten und die fachliche Begleitung der Betreuer.

Corona hat manches auf den Kopf gestellt

„In den Beschränkungen durch Corona wurde der Zeitplan etwas auf den Kopf gestellt, wir haben uns intern anders organisieren müssen. Mit Abschluss der Impfungen sollte aber im März wieder mehr Normalität in den Alltag einkehren“, hofft Natascha Münzer. Für alle waren die ersten Monate von der Eingewöhnung an die neue Umgebung und die neuen Lebensumstände geprägt. Ein Bewohner habe immer noch gelegentlich mit Heimweh zu kämpfen, „es ist für ihn das erste Mal ganz von Zuhause weg zu sein“, erzählt sie.

Gemeinsam etwas unternehmen

Wie auch in der Hermann-von-Sicherer-Straße funktioniert das Miteinander in der Packenreiterstraße gut. „Die Studenten fühlen sich wohl, sind sehr engagiert, herzlich und verantwortungsbewusst“, bescheinigt die Sonderpädagogin. Für die Studenten ist es ein Glück in guter Lage und mit S-Bahn-Anbindung in München eine Wohnung zu finden. Sie zahlen keine Miete, lediglich für das Essen – wie alle anderen auch – 130 Euro in die Haushaltskasse. „Wenn die Studenten nicht gerade in einer akuten Lernphase sind, unternehmen sie auch außerhalb ihrer festen Präsenzzeiten etwas zusammen mit ihren Mitbewohnern oder verbringen Zeit in den Gemeinschaftsräumen“, freut sich die Einrichtungsleiterin der inklusiven Lebenshilfe Wohngemeinschaft.

Vom Sonderschullehramt zur Lebenshilfe

Eigentlich wollte Natascha Münzer für das Sonderschullehramt studieren. Ihr Weg führte sie dann aber zur Lebenshilfe München. „Im Studium haben wir das Verhalten von Menschen sehr vertieft und viel über die emotionale Entwicklung gelernt. Unter dem Strich steht ein wertschätzendes und annehmendes Wertebild, wie ich es auch von zuhause her kenne. Das motiviert mich in der Arbeit bis heute und es ist schön, es jeden Tag erleben zu dürfen.“

Fachgespräche von Vertrauen getragen

Es ist ihre erste Station als Einrichtungsleiterin. Umso wichtiger ist es für sie, dass ihr vom ‚Ambulant Betreuten Wohnen‘ mit Daniela Holzmann eine erfahrende Fachkraft zur Seite steht und ebenso mit René Pfeifer, der Lebenshilfe-Bereichsleiter Wohnen. „Wir pflegen ein sehr gutes Arbeitsverhältnis, arbeiten im Team zusammen und unsere Fachgespräche sind von Vertrauen geprägt“, freut sich Natascha Münzer.

Unterstützung für den pädagogischen Fachdienst der Lebenshilfe

Die Lebenshilfe ist ein Inklusions-Treiber

Fünf Jahre wurde daran gearbeitet und seit 13 Jahren ist sie auch in Deutschland geltendes Recht, die UN-Behindertenrechtskonvention. Eines ihrer zentralen Anliegen ist die Inklusion, die Einbindung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen. Ein Prozess der auch heute, 20 Jahre später, nicht abgeschlossen ist und immer wieder neue Herausforderungen setzt. Ein Mitgestalter und Förderer dieser Entwicklung sind die Lebenshilfen in Deutschland, und auch in München wird dieser Prozess aktiv vorangetrieben. In speziellen Wohngruppen wird ein möglichst selbständiges Leben trainiert, in Wohngemeinschaften wird es komplex umgesetzt und auch in betreuten Einrichtungen, wie etwa am Willinger Weg, geht man neue Wege.

Damit der Prozess weitergeführt und parallel dazu immer auch das Feedback der Betroffenen maßgebend ist, hat sich ein Team aus Geschäftsführung, Bereichsleitern, Einrichtungsleitern und Vertretern der Bewohner gebildet. Hier gibt es mit Sabrina Kupka jetzt Verstärkung. Die Heilerziehungspflegerin mit abgeschlossenem Studium für „Management Sozialer Innovationen“, unterstützt jetzt als pädagogischer Fachdienst im Willinger Weg und in der St. Quirin-Straße. Sie ist seit Jugend auf mit dem Elternverein verbunden, hat in der Lebenshilfe Biberach ihre Ausbildung durchlaufen, wechselte dann aber zur Stiftung Pfennigparade, ein Sozialunternehmen für die aktive Rehabilitierung von Menschen mit Behinderungen. Dort leistete sie ein Praktikum, arbeitete als Werkstudentin und absolvierte ihr Studium. Danach blieb sie zwei Jahre als Wohnbereichsleitung bei der Pfennigparade.

„Die Dinge für Menschen mit Behinderung
hin zum Besseren zu bewegen“

Seit erstem Oktober ist sie wieder zur Lebenshilfe zurückgekehrt und freut sich neues Wissen und Erfahrungen einbringen zu können. Begleitend zu ihrer Arbeit studiert die 29jährige bereits wieder, möchte ihr Studium noch mit einem Masterabschluss krönen. „Letztlich geht es immer darum, die Dinge für Menschen mit Behinderung zum Besseren hin zu bewegen. Das ist einerseits ein gesellschaftlicher Prozess, beginnt aber immer mit dem direkten Lebensumfeld der Betroffenen und reicht hinein bis in den beruflichen und privaten Bereich.“

Vor allem München habe viel zu bieten. Es gibt viele Gruppen und Initiativen bürgerschaftlichen Engagements. Auch im Umfeld der Lebenshilfe-Wohneinrichtung am Willinger Weg und in der St.-Quirin-Straße. „Inklusion heißt Ressourcen zu nutzen, ob in der Nachbarschaft, bei Initiativen oder in Vereinen.“ Allerdings sind diese Möglichkeiten aufgrund der Corona-Beschränkungen stärker denn je eingeschränkt, selbst der Besuch der Lebenshilfe-Werkstätten ist für die Meisten seit vielen Monaten nicht mehr möglich, da für Wohneinrichtungen noch strengere Bedingungen gelten.

„Jeder Mensch hat seine ganz eigene Prägung“

Umso mehr ist die Arbeit in den Einrichtungen wichtig. „Und hier merkt man schnell, dass jeder Mensch seine eigene Prägung und Gemütslage hat und die wechselt täglich mehrfach“, erzählt Sabrina Kupka. „Man weiß darum nie wirklich, was einem am nächsten Tag in der Arbeit erwartet, aber das macht es auch spannend“ Hoffnung machen ihr aktuell die Impfungen innerhalb der Lebenshilfe-Einrichtungen. Das gäbe auch für den Besuch der Werkstatt wieder gute Perspektiven und ist für die Bewohner ein echter Hoffnungsschimmer. Insgesamt müsse man den Gruppen ein wirklich gutes Zeugnis ausstellen. „Sie ziehen all die Einschränkungen konsequent durch und beweisen viel Willensstärke. Mit Empathie und Einfühlung meistern wir dann auch schwierige Phasen“, ist sich die Heilerziehungspflegerin und Bachelor of Arts sicher.

Wer hat den besten Spruch?!

Seit Jahrzehnten bemüht sich die Landeshauptstadt München für Menschen mit Behinderung lebensfreundlicher zu gestalten. Betroffen sind alle Lebensbereiche, vom Wohnen über den Öffentlichen Nahverkehr bis hin zur Barrierefreiheit von öffentlichen Einrichtungen. Ein Prozess, für den auf vielen Ebenen gearbeitet wird. Für ein vertieftes Bewusstsein der Anliegen in der Öffentlichkeit sorgen immer wieder Aktionen, Kampagnen und öffentliche Auftritte. Für die jüngste Mitmach-Aktion „ausnahmslos barrierelos“, ist man auf der Suche nach den besten Sprüchen.

Das Koordinierungsbüro zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in München (www.muenchen-wird-inklusiv.de) will das Thema Barrierefreiheit thematisieren. Das Sozialreferat der Landeshauptstadt München hat dafür eine eigene Webseite bereitgestellt. „Schick uns deinen Spruch: Was ist ein barrierefreies Leben?“ fordert es zur Teilnahme auf. Welche Barrieren müssen verschwinden, damit jeder von uns an allen Bereichen des Lebens teilhaben kann? Was braucht es, damit auch Menschen mit Behinderungen ihren Alltag ohne fremde Hilfe gestalten können?

„Senden Sie ihren Spruch zum Thema ‚barrierefreies Leben‘ ein“, wird aufgefordert. Weiter heißt es: „Ausgewählte Sprüche werden im Sommer öffentlichkeitswirksam auf Plakaten und Postkarten präsentiert und in einem hochwertigen Notizbuch veröffentlicht. Mit etwas Glück kannst du das Notizbuch dann gewinnen.“
Einsendeschluss ist der 14. März 2021.

Einige Beispiele, wie so ein Spruch aussehen könnte:

  • „Barrierefreiheit bedeutet für mich,
    auch mit Down-Syndrom eine Regelschule besuchen zu können.“
  • „Kinder sollen gemeinsam auf inklusiv gestalteten Spielplätzen spielen können.“
  • „Ein barrierefreies Leben heißt,
    dass Menschen in leichter Sprache mit mir sprechen.“

Wer bei der Aktion mitmachen möchte, muss sich auf der Internetseite informieren. Hier gibt es alle Formulare und Angaben, auch wenn jemand seinen Spruch lieber mit der Post versendet. Dazu noch einige Informationen darüber, „was noch unbedingt zu beachten ist“.

Die Adresse:

Wer noch unsicher ist und weitere Fragen hat, findet hier Hilfe:

Email an: inklusion.soz@muenchen.de
Telefonisch ist das Koordinierungsbüro zur Umsetzung
der UN-BRK erreichbar unter 089 / 233 – 21983.

Neue Leitung des Ambulanten Dienstes der Lebenshilfe

Seit Januar ist Markus Lunk der neue Leiter des ambulanten Pflegedienstes der Lebenshilfe München. Er freut sich sehr, in dem kleinen sympathischen Team neuen Herausforderung zu begegnen. Erfahrungen als Pflegedienstleiter sammelte er die letzten sechs Jahren in zwei Rehakliniken. Sein persönlicher Wunsch war es, mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten, ihnen zu helfen. Zunächst ist das kleine dreiköpfige Team im Süden von München aktiv.  

„Immer noch versorgen viele Eltern ihre längst erwachsenen Kinder zuhause. Mit den Jahren aber steigen die Anforderungen und hier ist Unterstützung nötig“, erklärt Harry Zipf, Leiter der Offenen Dienste. Für Markus Lunk ist die ambulante Tätigkeit neu. „In stationären Pflegeeinrichtungen ist alles geregelt, die ganze Infrastruktur steht und bei Engpässen hilft Personal aus anderen Abteilungen aus. Die ambulante Pflege stellt nochmals eigene Anforderungen. Man ist alleine vor Ort und verantwortlich für „seinen“ Pflegebedürftigen. Dafür aber ist meist ein familiäres Umfeld vorhanden oder aber – in einigen Fällen – betreuen wir auch Singles. Doch gehen wir immer in das private Umfeld. Manchmal begleiten wir die Menschen, wie etwa beim Besuch eines Arztes.“

„Die Einschränkungen und besonderen Anforderungen an die Hygiene (AHA-Regeln) erfordert natürlich zusätzliche Maßnahmen, darauf aber sind die Menschen mittlerweile gut eingestellt“, erzählt der Pflegedienstleister. Allerdings komme es immer wieder zu besonderen Situationen. Markus Lunk erzählt von einem Arztbesuch. „Im Wartezimmer setzt der von uns Begleitete auf einmal seine Maske ab. Auf Nachfrage erklärt er, dass er erst gestern negativ auf Corona getestet wurde und damit keine Gefahr für andere mehr darstelle. Es ist dann nicht immer ganz einfach, Zusammenhänge und Notwendigkeiten zu erklären.“

Beim ambulanten Pflegedienst der Lebenshilfe München sind es die persönliche Nähe und häufig die ‚kleinen Hilfen‘, die den Unterschied ausmachen. Zudem fühlen sich die Menschen in ihrem eigenen persönlichen Umfeld einfach wohler. Es ist ein zentrales Anliegen der Lebenshilfen, Menschen nach dem Wunsch zur Selbständigkeit, wie etwa ein Leben in der eigenen Wohnung, zu unterstützen.

Schnelltests und Impfungen bei der Lebenshilfe

Bei der Lebenshilfe München haben die Impfungen gegen SARS-CoV-2 am Sonntag den 10. Januar 2021 durch mobile Impfteams begonnen. Bereits die Hälfte der Bewohner in stationären Wohnstätten und die dort beschäftigten Mitarbeiter sind geimpft. Vorstand und Geschäftsführer Peter Puhlmann und René Pfeifer, Bereichsleiter Wohnen, freuen sich über den schnellen Start. Dennoch sind weiterhin Geduld und Vorsicht angebracht, denn der volle Impfschutz bestehe erst sieben Tage nach der zweiten Impfung. Und für die zweite Impfung ist eine Wartezeit von drei Wochen vorgesehen. Weiterlesen

Lebenshilfeblog wächst weiter

Der Blog der Lebenshilfe München erscheint jetzt seit neun Jahren und die Zahl der Zugriffe wächst weiter. Jährlich 60 bis 80 Beiträge sind über die Jahre hinweg eine Konstante in der Kommunikation des Elternvereins. Das Streben nach Inklusion und die tägliche Arbeit und Förderung von Menschen mit Behinderung gestaltet sich in der Lebenshilfe München vielfältig.

Je nach dem Grad der Behinderung, dem persönlichen Umfeld und dem Alter leisten deren Mitarbeiter vielfältige Hilfen in unterschiedlicher Form. Es gibt Angebote für die ‚Frühförderung‘ bis zur Betreuung der ‚Ruheständler‘, für ‚Ambulante Dienste‘ bis hin zur ‚Offenen Behindertenarbeit‘ (OBA), Dienstleistungen der ‚Angehörigenberatung‘ bis zu den ‚Heilpädagogischen Tagesstätten‘ (HPT), für das ‚Wohnen‘ bis hin zu den ‚Werkstätten‘. Die angebotenen Hilfen sind immer speziell und individuell am Menschen orientiert. Wir geben im Lebenshilfeblog kleine Einblicke und hoffen, auch Sie mit dem einen oder anderen Beitrag erreichen zu dürfen.

Auch 2020 erzielte der Blog mit 26.000 Aufrufen wieder eine Steigerung von zehn Prozent und wurde nicht nur ‚angeklickt‘, sondern auch gelesen. Jeder Leser besuchte im Schnitt zwei bis drei Seiten. Schreiben Sie uns oder nutzen Sie die Kommentarfunktion zu den Beiträgen.

Wir freuen uns und wünschen Ihnen weiterhin „Viel Gesundheit und Freude mit dem Blog der Lebenshilfe München.“

Auf ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2021 !!!

Warum muss es so schwierig sein?

Ein Beitrag der L.I.E.S. -.Redaktion

Der Kampf mit der Bürokratie von Nadja Lindenbeck-Menzel ist noch nicht zu Ende. Lesen Sie hier die Fortsetzung der Geschichte:

Mein Sohn (mit Down-Syndrom) wurde im Mai 2020 volljährig. Ich habe Ihnen versprochen, Sie darüber auf dem Laufenden zu halten, wie es mit dem bürokratischen Kampf und seinem Anspruch auf Grundsicherung (§ 41 SGB XII) weitergeht. Wie Sie bereits wissen, wurde mir von der zuständigen Sachbearbeiterin Frau X mehrmals telefonisch die falsche Auskunft erteilt, mein Sohn habe keinen Anspruch auf Grundsicherung. Weiterlesen

Die Weihnachts-Bäckerei der OBA

Das gemeinsame Plätzchenbacken ist eigentlich ein fester Bestandteil des vorweihnachtlichen OBA-Kalenders. Dieses Jahr war es coronabedingt nicht möglich zum gemeinsamen Backen in der OBA der Lebenshilfe München zusammen zu kommen. Das hat den Ehrgeiz des OBA-Teams geweckt. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner im gemeinschaftlichen Wohnen der Lebenshilfe sollte zu Weihnachten ein Päckchen mit selbstgebackenen Plätzchen aus der OBA bekommen. Weiterlesen

Der Kampf um seine Rechte

Ein Beitrag der L.I.E.S.-REDAKTION

Langwierige Kämpfe mit Behörden sind leider allzu oft
Alltag für Familien, die Angehörige mit Behinderung haben

– Warum muss es so schwierig sein? –

Grundsicherung für meinen Sohn zum 18. Geburtstag

Mein Sohn (mit Down-Syndrom) wird 18 Jahre alt und ich habe eine lange Liste mit Dingen, die ich jetzt beachten muss. Den Betreuer-Ausweis habe ich bekommen, auf meiner Liste geht es weiter mit Grundsicherung. Ich selber arbeite in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und habe hin und wieder schon einzelne Puzzelstücke über die Rechte und Ansprüche mitbekommen, wenn das Kind 18 Jahre alt wird. Aber wirklich genaue Aussagen hat mir niemand geben können und natürlich habe ich auch selbst versucht, darüber im Internet zu recherchieren. Aber dann dachte ich mir, wer kann es besser wissen als die Mitarbeiter der zuständigen Behörde. Ich rief also beim zuständigen Sozialbürgerhaus an und erklärte die Sachlage. Weiterlesen

Das OBA-Planungstreffen mal anders

Üblicherweise sind die Treffen der Ehrenamtlichen mit dem Team der OBA sehr gesellige Angelegenheiten bei der Lebenshilfe München. Es gibt ein Buffet, es wird zusammen gelacht und gegessen und man hat sich viel zu erzählen. Üblicherweise wird bei diesen Gelegenheiten auch das Programm für das nächste blaue Heft geplant. Das letzte Planungstreffen dieser Art hat vor genau einem Jahr stattgefunden. Höchste Zeit, dass sich alle mal wiedersehen! Weiterlesen