Glückliche Hühner bei der Lebenshilfe in Putzbrunn

Mit Spannung wurde das seit Wochen angekündigte Projekt „Hühnerstall“ erwartet. Die Bewohner der Lebenshilfe-Wohnstätte wie auch die Teilnehmer in der TENE-Gruppe (Tageseinrichtung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben) freuen sich über die neuen Bewohner auf dem Gelände. Ein großes Freilaufgelände wurde eingezäunt und ein richtiger Stall gebaut. Nun also war es so weit, das langersehnte Federvieh konnte einziehen. Mit einem großen Hallo wurden sie von den TENE-Teilnehmern begrüßt, die die Tiere werktags betreuen. Zuerst musste aber der neue Stall noch fertig hergerichtet werden. Alle haben interessiert und engagiert mitgeholfen. Futtersäcke aus dem Auto holen und in den vorbereiteten Tonnen mischen, Hühnertränke zusammenbauen und auffüllen, die Nester mit Stroh auslegen, auf dem Boden Späne ausbringen- und dann war es soweit:

Die Hühner ziehen ein – jedes einzelne Huhn wurde begrüßt, gestreichelt und zum Teil berochen. Insgesamt sind zwölf Hennen und ein Hahn eingezogen. Es ist ein bunt gemischtes Volk…. Laken, Vorwerk, Sussex, Druffler-Hauben, Grünleger, Maran und ein Zwerggockel, der schon gleich den Namen Andi erhält. Es wird noch ein bisserl dauern, bis Eier abgetragen werden können. Da sind alle, auch die Mitarbeiter schon neugierig. Zu Ostern muss dann nicht groß gefärbt werden, denn so bunt wie das Volk ist, werden auch die Eier sein: Weiß, Weiß-Gelblich, Grün, Braun und ein tiefes Rotbraun.

Zunächst durften die Hühner ihr neues Haus inspizieren und wagten sich unter vielen neugierigen Blicken bereits nach zwei Stunden in das neue Gehege. Unter den vielen Sträuchern wurde es gleich heimelig, wenn es auch noch einige Tag dauerte, bis sie sich auch in die äußeren Ecken ihres großen Freigeheges vorwagten.

Natürlich nahmen auch die Bewohner der Förderstätte die „Neuen“ in Augenschein und testete sofort die Haltbarkeit des neuen Zauns. Das hat übrigens auch der Gockel; schon nach einer Stunde war er draußen unterwegs. Das Gras und die Fläche außerhalb ist natürlich, wie bei Kindern, immer schöner als zu Hause. Unter großem Hallo und Gelächter wurde er dann mehrfach zu seinem Volk zurückbegleitet.

Nun kam langsam der Abend und unsere Förderstätten- und Werkstattgänger kamen nach Hause. Unter großem Gelächter der Bewohner haben dann die Mitarbeiter das neue Volk zu Bett gebracht. Diese Prozedur hat sich dann am Dienstagabend fortgesetzt. Seit Mittwoch gehen sie nun schon alleine nach Hause.

Renate Bauer

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KlAWOtte spendet für die Lebenshilfe

Die Lebenshilfe-Gruppe freut sich über einen schönen Ausflug an den Chiemsee

KlAWOtte ist ein Second-Hand-Laden in Putzbrunn, der immer wieder Gelder für einen guten Zweck sammelt. Diesmal gingen 300 Euro an die TENE-Einrichtung der Lebenshilfe München in Putzbrunn. Einrichtungsleiterin Renate Bauer freut sich darüber und nutzt die Spende für einen Gruppenausflug an den Chiemsee. „Es ist schön, wenn wir dann auch mal so richtig – wie alle anderen auch – in einen Biergarten gehen können und für jeden eine Brotzeit bestellen dürfen. Das ist für alle ein tolles Gefühl. Sonst machen wir halt irgendwo ein Picknick im Grünen. Das geht auch, ist aber nicht dasselbe.“ In der TENE treffen sich täglich ‚Erwachsene nach dem Erwerbsleben‘. Es wird ihnen hier eine Tagesstruktur und persönliche Betreuung geboten.

Renate Bauer dankt der Leiterin der Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und sendet einen kleinen Reisebericht:

Liebe Frau Konrads,

mit diesem Brief und der folgenden Erzählung danken wir nochmals sehr herzlich für Ihre großzügige Spende an die Tene Putzbrunn. Wir unternahmen einen Ausflug zum Chiemsee. Zuerst dachten wir schon, wir müssten im Regen mit dem Schiff fahren, aber unterwegs riss der Himmel auf, die Sonne verwöhnte uns und wir hatten einen wunderbaren Tag am Chiemsee.

Am Hafen angekommen freuten wir uns auf die Überfahrt. Ein kleines, kühles Lüftchen umwehte unsere Nasen, der See glitzerte, als das Schiff „Joseph“ uns zuerst zur Herren- und dann zur Fraueninsel brachte. Zu Fuß umrundeten wir die Fraueninsel, dabei haben wir die örtlichen Handwerker, die Töpferei, die Schnitzerei – bei der wir tatsächlich jemanden beim Schnitzen beobachten konnten -, gesehen, sowie mannsgroße blühende Sonnenblumen. Eine Aquarellmalerin stellte an der Promenade ihre Bilder aus. Und die Fischer verkauften die frisch geangelten und geräucherten Fische aus ihren Häusern heraus. Zu guter Letzt kehrten wir beim Klosterwirt ein und ließen uns hier von der sehr netten Bedienung und einem angenehmen Ambiente erfreuen. Zurück ging es wieder per Schiff, dieses Mal mit der „Irmingard“.

Bei der Ankunft am Priener Steg ließ der Himmel es doch nochmal regnen – es waren große, warme Sommertropfen – in denen wir lachend zu den Autos zurückgingen. Voller Eindrücke fuhren wir wieder nach Hause.

Viele liebe Grüße von der Tene Putzbrunn.

Mehr für Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe München

Seit drei Jahren ist Sabine Refle neben ihrer Tätigkeit als Einrichtungsleiterin
der HPTG in Unterhaching auch Bereichskoordinatorin für Kinder und Jugend
bei der Lebenshilfe München. Das sind zwei Aufgaben, die eigentlich
ganz für sich beanspruchen. Dabei ist in dem großen Bereich Kinder und Jugend
bei der Lebenshilfe München noch viel Potential offen. So hat sich Sabine Refle mit Geschäftsführer Peter Puhlmann abgestimmt, sich vermehrt und ganz dem zu widmen.

Peter Puhlmann und Sabiine Refle bei einem Sommerfest in der HPT Unterhaching.

Peter Puhlmann: „Die Nachfrage für Beratung, Betreuung und Dienstleistungen der Lebenshilfe München wächst beständig. Das hat mit einem gestiegenen Bewusstsein der Gesellschaft, aber vor allem auch der Eltern zu tun, die eine größtmögliche Förderung ihrer Kinder nicht nur wünschen, sondern diese auch nachdrücklich verlangen. Auch ist die Zahl der Einwohner in Stadt und Land erheblich gewachsen.“

Das öffnet neue Räume und Möglichkeiten für die Lebenshilfe München. Es wird darüber nachgedacht, eine weitere Heilpädagogische und/oder schulvorbereitende Einrichtung zu eröffnen. „Es kann ja auch in die Richtung eines integrativen Kindergartens gehen,“ überlegt Sabine Refle. „Dabei könnte die ganz spezielle Ausrichtung des Elternvereins und seine über 55jährige Erfahrung mit einfließen. Die Lebenshilfe München hat hier die Chance ganz neue Wege zu beschreiten,“ ist sich Sabine Refle sicher.

So ist es übliche Praxis und auch Gesetz, dass Kindergärten in der Regel mit hohen Gruppenstärken (bis zu 25 Kinder) und mit wenig Personal arbeiten müssen. Bei integrativen Kindergärten liegt die Sache etwas anders. Hier liegt der Betreuungsschlüssel bei 4,5 und nicht bei 7,5 (Kinder je Erzieher) wie bei einem Regelkindergarten. „Es zählt aber nicht nur der Personalschlüssel, sondern auch eine qualitative Betreuung,“ weiß Sabine Refle aus eigener Erfahrung.

Fachkräfte müssen ausgebildet werden

Und das ist wiederum ein Punkt, dem sich die engagierte Pädagogin intensiv widmen möchte. „Um auf Dauer gut ausgebildete Fachkräfte zu haben, muss ein Unternehmen in die Fortbildung, aber heute noch viel stärker in die Ausbildung seiner Mitarbeiter investieren. Dieser Punkt aber wird von den Kostenträgern häufig nicht berücksichtigt und es gibt daher keine finanziellen Ressourcen. Dafür wird bei den Verfügungszeiten, wie Zeiten für Elterngespräche, für Dokumentationen, Feste und Vorbereitungen gekürzt. So werden fachlich sehr notwendige Qualitätsinstrumente reduziert.

Das Ergebnis dabei ist klar. Es gibt immer weniger qualifizierte Fachkräfte und die sind vor allem bei Kindern und Jugendlichen wichtig. Verstärkt noch, wenn etwa eine Entwicklungsverzögerung oder einer emotionalen Einschränkung vorliegt. Eine gezielte und fachliche Förderung des Kindes sind entscheidend für dessen Zukunftsperspektiven. Das entscheidet sich mitunter an der Frage, ob es der betreffenden Person später einmal möglich sein wird, ein selbständiges Leben zu führen oder einen Beruf zu ergreifen.

Sabine Refle sieht in dem Bereich Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe München auf alle Fälle viel Entwicklungspotential und möchte sich ab dem Herbst verstärkt dieser Aufgabe widmen.

Wir wünschen Ihr viel Erfolg dabei!

Von der Verwahrung bis zur Selbstbestimmung

Christian Kerler kam 2014 zur Lebenshilfe München. Der erfahrene Pflegemanager hat
die letzten 22 Jahre für private Träger gearbeitet, war zunehmend für die Vorbereitung von Leistungsvereinbarungen mit dem Bezirk Oberbayern tätig und die letzten Jahre Koordinator der Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München. Im September geht er nach 43 Berufsjahren im „Sozialen Bereich“ in den Ruhestand, ist nur noch wenige Stunden in der Woche für den Elternverein aktiv. Wir haben mit ihm gesprochen:

Von links: Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann und Christian Kerler wünschen ‚dem Neuen‘ bei der Lebenshilfe München, René Pfeifer, in der Nachfolge von Christian Kerler viel Erfolg. Er koordiniert ab September den Bereich ‚Wohnen‘ bei der Lebenshilfe München. Foto: Gerd Spranger

Redaktion:
Herr Kerler, 43 Jahre in der Pflege und in der Betreuung von Menschen mit seelischen oder geistigen Einschränkungen , davon über 30 Jahre in leitender Funktion in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen und die letzten vier Jahre bei der Lebenshilfe München. Da hat man viel gesehen und erlebt.

Christian Kerler:
Ja natürlich. Die sozialpsychiatrischen Versorgung, die Altenpflege – die wir heute Seniorenbetreuung nennen – war allenfalls in den großen Bezirkskliniken, in den Altenheimen und im familiären Umfeld gegeben, ansonsten nahezu unbekannt. Elementar ist die Entwicklung im Bereich von psychisch kranken Menschen oder von Menschen mit geistiger Behinderung.

Redaktion: Wie meinen Sie das?

Christian Kerler:
Ich habe meine Ausbildung in den 70er-Jahren abgeschlossen. Es gab damals eine gewisse Aufbruchsstimmung, ausgelöst durch die Psychiatrie-Enquete (1975). Es war ein mühsamer und über viele Jahre langer Weg. Heute können wir psychisch erkrankten Menschen und Menschen mit geistiger Behinderung eine personenzentrierte Versorgung anbieten. Die massive Ausgrenzung oder gar das Weggesperrtsein ist institutionelle Vergangenheit. In den Köpfen vieler Menschen ist dennoch die Inklusion noch nicht wirklich angekommen.
Es erfolgte in den letzten Jahren auch die Erweiterung im Bereich der Rehabilitation, wie die RPK`s und der Ausbau der Komplementäreinrichtungen. Die Lebenshilfe war zu dieser Zeit schon sehr vorbildlich, ja, ihrer Zeit voraus. Mit eigenen Werkstätten und Wohneinrichtungen hat man die jungen Menschen gefördert und ihnen ein Zuhause gegeben.

Redaktion: Ja, in der Tat. Ist dieser Prozess der Integration und Annahme heute abgeschlossen?

Christian Kerler:
Nein, keinesfalls. Ich fürchte, der Prozess wird nie abgeschlossen sein. Er kommt in immer neuen Wellen auf uns zu. Vor etwa 20 Jahren hat man noch von Integration gesprochen. Man war bemüht, Menschen die in die Gesellschaft ‚außen stehen‘, in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. ‚Teilhabe‘ ist das bis heute richtige Stichwort dazu. Seit einigen Jahren sprechen wir von ‚Inklusion‘. Jeder Mensch ist dabei, gehört mit dazu. Ausgrenzung ist immer der falsche Weg.

Redaktion: Dann haben wir also doch viel erreicht.

Christian Kerler:
Ja natürlich. Aber der Gesetzgeber und vor allem die Gesellschaft haben ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen. Es heißt ‚Selbstbestimmung‘. Das ist gerade für Menschen mit geistiger Behinderung nicht einfach. Wirklich selbst bestimmen kann in der Regel nur ein Mensch, der sich völlig über die Folgen seines Tuns bewusst ist, eine Voraussetzung die nicht immer gegeben ist. Doch arbeiten wir in der Behindertenhilfe oft unter den Aspekt „fördern und fordern“ möglichst nahe an dieses Ideal heran. Wir helfen Menschen langsam an ein selbstbestimmtes Leben heran zu führen – soweit es individuell möglich ist.

Redaktion: Wie lautet das Fazit Ihrer beruflichen Laufbahn?

Christian Kerler:
Rückblickend kann ich sagen, jede Veränderung war ein Gewinn für die Betroffenen und wenn es auch nur zum Teil kleine Schritte waren. Diese Tätigkeit machte mir immer wieder Spaß und ich bin froh, dass ich diese Zeit erleben durfte.

Redaktion:
Her Kerler, wir wünschen Ihnen ‚Alles Gute‘ auf ihren weiteren Weg. Wie ich hörte, bleiben Sie der Lebenshilfe ja noch für einige Zeit erhalten und haben sich für ihren ‚Unruhestand‘ auch schon einiges vorgenommen.

Der Umzug der HPT in Unterhaching muss noch warten

Etwas ratlos und verloren steht Sabine Refle in den noch nicht fertiggestellten Räumen, wo alles noch so ’nach Baustelle‘ aussieht.

Bei der Heilpädagogischen Tagesstätte der Lebenshilfe in Unterhaching stehen große Veränderungen an. Der lang ersehnte Umzug in die vom Landkreis München komplett renovierten Räume steht an. Es ist Teil des Gesamtprojektes der Hachinger Talschule, die 2016 in einen großen Neubau, gleich neben dem alten Gebäude, zog. Die Einrichtungen der HPT/G und HPT/E indessen zogen im Oktober 2016 in das alte Gebäude, damit das Bestehende eine Komplettsanierung erhält.

Nun endlich, zehn Monate später, sollte es wieder zurück gehen ‚in die alte Heimat‘ in ‚ihre‘ alt-neuen Räume, in denen sich die Kinder seit Jahren wohl fühlen. Leider aber wird daraus nichts. Überall ist noch Baustelle, Dreck und Schmutz, die Handwerker sind noch nicht fertig. Die alten Gebäude aber sollen die nächsten zwei Wochen unbedingt abgerissen werden, so dass die Lebenshilfe München mit der HPT keine Räume mehr hat. „Ganz so schlimm ist es aber nicht,“ lenkt Einrichtungsleiterin Sabine Refle ein. „Wir müssen alle unsere Einrichtung und auch das Büro einstweilen zwischenlagern, und dafür sind glücklicherweise wenigstens einige Räume fertig gestellt.“

Alle freuen sich auf mehr Platz, Ruhe und Gleichmaß

Die Zeit in beengten Räumen, in denen sich verschiedene Gruppen einige Gemeinschaftsräume teilen mussten ist damit ebenfalls vorbei. „Das hört sich nicht weiter schlimm an, doch bei Kinder und Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten, mit geistiger Behinderung oder mit Bedarf für eine besondere Förderung (emotionale Entwicklung) kann es schwierig werden. Für sie ist ein ruhiges Gleichmaß, sich an feste Strukturen und Abläufe orientieren zu können, ganz wichtig,“ erklärt Sabine Refle. Darüber hinaus waren auch die Erzieher, Pädagogen und Betreuer immer wieder vor neue Situationen und Herausforderungen gestellt. Die neuen, großzügigen Räumlichkeiten werden wieder bessere Bedingungen für alle setzen.

Für das Einrichtung der 42 Räume bleibt nur ein Tag Zeit. Eigentlich hätte der Bau am 09. August bezugsfertig sein sollen.

Der ‚große Stress‘ bleibt dann für den 11. September. In nur einem Tag nämlich müssen dann alle Räume (12 Gruppenräume und 30 Funktionsräume) komplett eingerichtet werden, denn am 12. September ist Schulanfang und damit beginnt auch wieder die Betreuung der Kinder und Jugendlichen in der Heilpädagogischen Tagesstätte und der Schulvorbereitenden Einrichtung der Lebenshilfe München in Unterhaching.

„Die Kinder und Jugendlichen freuen sich schon jetzt ‚ganz riesig‘ darauf. Sie haben den Fortgang der Bauarbeiten nämlich eifrig verfolgt. Eine echte Bereicherung wird auch der erweiterte Spielplatz und Freizeitbereich sein. Die letzten Monate haben wir hier doch immer etwas improvisieren müssen und sind in die nähere Umgebung, etwa in den Wald, in das Schwimmbad oder an einen Weiher ausgewichen,“ erzählt Sabine Refle. Während der Ferien nutzen viele übrigens das besondere Ferienangebot der Lebenshilfe München über die Offenen Dienste, denn Sommerzeit ist Ferienzeit!

Das Freizeitgelände wurde vergrößert und neu sind auch die Reifenschaukel und große Geräteschuppen.

Lesen Sie auch vom bevorstehenden Umzug im Oktober 2016:

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/09/27/

Sich gemeinsam großen Aufgaben stellen

Lebenshilfe München zu Gast in dem Integrationsbetrieb BalanDeli in der Balanstraße 73 in München. Text & Fotos: Gerd Spranger

Sommer, Ferien und Genuss im Freien. Ob in einem schattigen Biergarten oder einem gepflegten Gastgarten. Man genießt die Zeit im Freien, auch in München. Und man braucht nicht lange zu suchen, in München gibt es auch abseits vom Englischen Garten und der Touristenmeile zwischen Stachus und Marienplatz schöne Innenhöfe und modern angelegte Plätze. Etwa in der Balanstraße, wo die großen Gebäudekomplexe des einstigen Siemens-Standortes mit neuem Leben erfüllt sind. Der Mittelstand ist hier heimisch geworden.

Die Leiter der einzelnen Geschäftsbereiche der Lebenshilfe München trafen sich hier zu einem zwanglosen Austausch im Café-Restaurant BalanDeli. Das Lokal wurde nicht zufällig gewählt, es ist ein Integrationsbetrieb, der aus der integrativen Montessori-Schule hervorgegangen ist. Und das Café-Restaurant BalanDeli scheint gute Geschäfte zu machen. Alle Tische auf der Gartenterrasse waren reserviert, ausgebucht. Service und Essen waren hervorragend. Die neueste Ausgabe des L.I.E.S – Journals der Lebenshilfe München stellt den Betrieb ausführlich vor.

Das Treffen ‚im kleinen Kreis‘ gab auch Gelegenheit einen ‚Neuen‘ bei der Lebenshilfe München zu begrüßen, der aber längst allen bekannt ist. René Pfeifer hat nämlich 2016 über mehrere Wochen hinweg Deeskalations-Kurse gehalten und das Personal geschult, auf schwierige Situationen vorbereitet. Geschäftsführer Peter Puhlmann bekräftigte: „es ist natürlich am Besten, solche Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen und rechtzeitig mit einer Deeskalation vorzubeugen.“

Ab 1. September fängt Renè Pfeifer bei der Lebenshilfe München an. Er ist Nachfolger von Christian Kerler, der sich nach über 40 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet (Bericht folgt). Als Koordinator des Bereiches ‚Wohnen‘ ist Pfeifer dann für alle Wohneinrichtungen der Lebenshilfe in Stadt und Land München zuständig.

Mit Fortbildung gute Voraussetzungen schaffen. Lesen Sie mehr:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/07/12/

Soziales Engagement für den Lebenshilfe-Garten

20 junge Mitarbeiter des Unternehmens Ratioform Verpackung GmbH haben geholfen die Außenanlagen der Lebenshilfe Frühförderung in Feldkirchen bei München wieder herzurichten. Mit Rechen, Spaten, Schaufel und Heckenschere rückten sie dem Gelände, in dem zentral die alte Villa der Frühförderung steht, auf den Grund. Nicht jeder der Ratioform-Mitarbeiter brachte Erfahrung in der Gartenarbeit mit. Beruflich arbeiten sie in den Abteilungen ‚Online-Business-Intelligence‘, ‚Produktkommunikation‘ oder im ‚Operational Excellence‘.

Mitarbeiter von ratioform engagieren sich bei der Lebenshilfe München

Maria-Anna Link, Koordinatorin der interdisziplinären Frühförderungen der Lebenshilfe München und Einrichtungsleiterin in Feldkirchen, freut sich über den neu gestalteten Garten, über die vielen fleißigen Hände. „Wir arbeiten bei der Frühförderung interdisziplinär, so dass für die Förderung des Kindes Experten aus ganz verschiedenen Fachbereichen zusammenwirken. Und auch der große Garten ist ein wichtiges Element. Es geht um das Wahrnehmen mit allen Sinnen. Das Sehen, Riechen und Fühlen hat in freier Natur nochmals eine ganz andere Dimension.“ In den nächsten Wochen soll noch ein großes Trampolin folgen.

An ihrem Sozialen Tag arbeiten Beschäftigte für gemeinnützige Zwecke und werden von ihren Arbeitgebern dafür freigestellt. Corporate Volunteering (CV) heißt der in den 80er-Jahren in Großbritannien und den USA entstandene Trend. Auch das junge Unternehmen Ratioform praktiziert es und leistet so einen ganz eigenen Beitrag zum Allgemeinwohl.

Die Hecken und Büsche an den Rändern wurden beschnitten, der Sandkasten ausgehoben und neu befüllt, der Rasen gemäht und von Unkraut befreit und als ganz neue „Errungenschaft“ ein kleines Stück des Gartens mit unterschiedlichen Materialien ausgelegt. Eine ‚Schlange‘, über die man barfußlaufend die Beschaffenheit der verschiedenen Untergründe erspüren, erfahren kann. Auch die Mitarbeiter von Rationform freuten sich an dem Miteinander in entspannter Atmosphäre. Draußen in freier Natur zu sein, etwas ‚voran zu bringen‘, mit den eigenen Händen zu arbeiten und damit einem guten Zweck zu dienen war ein gutes Gefühl für sie. Auch das Wetter meinte es gut und hat bis 15 Uhr gehalten, bevor wieder Regen einsetzte.

Freude beim Team von Ratioform über die gelungene bunte Schlange zum Erspüren der Untergründe

Gestärkt hat man sich zwischendurch mit heißen Kaffee und die Brotzeit haben die jungen Leute selbst mitgebracht. Sie arbeiten seit einigen Monaten und bis zu acht Jahre bei dem aufstrebenden Unternehmen Ratioform. Die Ratioform Verpackungen GmbH ist Deutschlands Marktführer im Handel mit Verpackungen für Versand, Lager und Büro. Über 300 Mitarbeiter sorgen dafür, dass viele tausend Artikel zum sofortigen Versand bereitstehen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Pliening bei München und ist mit seiner B2B Multi-Channel Vertriebsstrategie an sieben weiteren Standorten in Deutschland und an vier europäischen Standorten tätig: in Wien, Barcelona, Mailand, Regensdorf in der Schweiz.

Ratioform beliefert europaweit insgesamt mehr als 150.000 Kunden aus unterschiedlichsten Branchen, verfügt über 100.000 Quadratmeter Lagerfläche und setzt jährlich rund 90 Millionen Euro um. Neben dem breiten und tiefen Sortiment an Artikeln unterstützt ratioform Unternehmen vor allem mit maßgeschneiderten Verpackungslösungen und bei der Optimierung von Verpackungsprozessen.

Ratioform wurde 1979 gegründet und ist als Packaging Solution Group (PSG) Teil des Geschäftsbereichs Takkt Europe der Takkt AG, dem führenden B2B Spezialversandhandel für Geschäftsausstattung mit Sitz in Stuttgart und rund drei Millionen Kunden in 25 Ländern.

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Spende von Infineon Technologies für Lebenshilfe

Timo Grassmann erhält für seinen achtjährigen Sohn durch den Familienunterstützenden Dienst (FUD) der Lebenshilfe München Unterstützung und Beratung und so nutzte er einen Award seines Arbeitgebers, die Infineon Technologies um den FUD eine Spende zukommen zu lassen.

Der Preis für den Award waren 1666 Euro, die er einem gemeinnützigen Verein seiner Wahl als Spende zukommen lassen konnte. Er entschied sich für die Lebenshilfe München, die sich seit über 55 Jahren für Menschen mit geistiger Behinderung in Stadt und Landkreis München einsetzt, sie fördert und betreut. Weitere Spenden wurden von der Infineon Technologies an ‚Ärzte ohne Grenzen‘ und an ‚SOS Kinderdorf‘ überreicht.

 

In der Bildmitte zu sehen Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann, Timo Grassmann und Harry Zipf von den Offenen Diensten sowie weitere Mitarbeiter von Infineon.

Sommerzeit ist Ferienzeit

Eeeendlich Ferien! Die letzten Tage werde gezählt und dann heißt es ab in die Ferien, in den wohlverdienten Urlaub. Um die Ferientage mit möglichst viel Urlaub zu füllen, geht es mit der Offenen Behindertenarbeit (OBA) der Lebenshilfe München den Sommer über gleich sechs Mal auf Reisen. Für ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter eine Zeit voller Aktivitäten und Herausforderungen, voller Spaß und Erlebnisse. Die Reisen werden jeweils von einem Team aus Reiseleitern und Ehrenamtlichen begleitet.

Im Süden von Kreta den Sommer verlängern

Der Deutschen beliebtestes Reiseland ist Deutschland und hier ganz vorne der Norden mit Nord- und Ostsee und der Süden in Bayern mit den Alpen. Auch die Lebenshilfe München erschließt diese Ziele, etwa mit einer Sommerreise an Dänemarks Nordseeküste, wo ein großes Ferienhaus auf die Urlauber wartet. „Wir haben ein großes Ferienhaus. Von dort sind es nur wenige Meter bis zum Strand“, heißt es im Programm. Die bayerischen Alpen lernt man in Schliersee kennen. Rund um den sauberen Gebirgssee gibt es herrliche Spazierwege. Die Reisegruppe wohnt im Jugendhaus Josefstal. Das Haus hat einen großen Garten.

Auch Schwarzwald und Thüringen stehen auf dem Reiseprogramm der OBA, aber auch Luxus und Entspannung in Kroatien. Im Spätsommer ist sogar auf der griechischen Insel Kreta ein Hotel gebucht. Während bei uns langsam der Herbst einzieht, genießt man in Kreta bis Oktober hinein noch herrliche Sommertage. Das 4-Sterne-Haus liegt im Süden der Insel.

Alle Informationen zu den Reisen finden Sie unter:
www.lebenshilfe-muenchen.de/reisen-und-freizeit

Die Reisen sind meist sehr frühzeitig ausgebucht. Eine frühe Anmeldung empfiehlt sich darum. Beim Planen einer eigenen Reise hilft die OBA der Lebenshilfe München gerne.

Sie möchten gerne allein oder mit Freunden in Urlaub fahren?
Sie brauchen Hilfe bei der Planung oder auf der Reise?

  • Wir helfen Ihnen gerne bei der Vorbereitung
  • Wir suchen mit Ihnen ein Hotel/ Ferienwohnung und unterstützen Sie bei der Buchung
  • Wir ermöglichen die An- und Abreise
  • Wir suchen mit Ihnen zusammen Informationen über das Reiseziel
  • Wenn Sie möchten, suchen wir einen Begleiter, der Sie während der Reise unterstützt
  • Der Preis richtet sich nach dem Unterstützungsbedarf.
  • Melden Sie sich bei uns!
  • Wir helfen Ihnen weiter!

Rufen Sie uns einfach an. Sie erreichen und unter Telefon: 089 / 69 34 7 – 140

Menschen mit Behinderung liegen ihr am Herzen

Mit 20 Jahren hatte Sarah Höhendinger ihre erste intensivere Begegnung mit einem Menschen mit geistiger Behinderung. Im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) in Rosenheim betreute sie ein Jahr lang ein junges Mädchen. Dabei hat sie ihre anfängliche Scheu schnell überwunden und sich sehr gut mit der ganzen Familie angefreundet. Heute, neun Jahre später, ist Sarah Höhendinger fest bei der Lebenshilfe München angestellt. (gsp)

Erst ein FSJ, dann ein Studium

Nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit managt sie heute sowohl beim FUD (Familien-Unterstützender-Dienst) als auch bei der OBA (Offene Behindertenarbeit) Clubabende, Kurse, Ausflüge, bis hin zu Bewerbungs- und Beratungsgesprächen mit ehrenamtlichen Helfern, Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen. Eine vielseitige Aufgabe, die die 29-jährige Sozialpädagogin gerne und mit Elan angeht.

Verbindlichkeit ist etwas sehr Wichtiges

Sie war von Anfang an mit der Leitung eines Freizeit-Clubs betraut, der sich wöchentlich trifft, später kam noch ein Sport-Club dazu. „Ich merkte schnell, dass Verbindlichkeit ganz wichtig war. Nicht nur für uns Ehrenamtliche, sondern vor allem für die in der Gruppe betreuten Menschen. Für Sie ist das wöchentliche Treffen etwas ganz besonderes, denn für Menschen mit geistiger Behinderung ist es nicht immer einfach, Kontakte zu knüpfen, einen Freundeskreis aufzubauen.“

„Man merkt schnell die Leichtigkeit“

Ihr Engagement gilt den Menschen mit Behinderung. Sarah Höhendinger von der Lebenshilfe München

In dem Freizeitclub der OBA der Lebenshilfe München, den Sarah bis heute betreut, sind es 16 TeilnehmerInnen und acht ehrenamtliche BetreuerInnen, im Sportclub 12 TeilnehmerInnen und fünf ehrenamtliche BetreuerInnen. Sarah verstand es schnell, eigene Freunde für die Arbeit zu gewinnen. „Wenn man sich mal auf diese Arbeit einlässt, merkt man schnell die Leichtigkeit, die dahinter steckt. Wir machen ‚keine großen Sachen‘, sondern verbringen in erster Linie eine gute Zeit miteinander, verstehen uns, tauschen uns aus, unternehmen zusammen was.“
„Aktuell hat sich eine junge Frau unserem Sportclub angeschlossen,“ erzählt die Sozialpädagogin weiter. „Sie ist nur ein wenig eingeschränkt, doch in einer ’normalen‘ Sportgruppe, die in der Regel auf Leistung setzt, fand sie keinen Zugang. Heute freut sie sich bei uns zu sein. Ihr gefällt die gute und lockere Atmosphäre.“

Ausgezeichnet durch die Stadt München

Sarah Höhendinger hat über ihr Praxissemester während des Studiums und das anschließende ehrenamtliche Engagement zur Lebenshilfe München gefunden. 2015 wurde sie dafür sogar von der Stadt München ausgezeichnet. Sie hatte mehr als 300 Stunden im Jahr ehrenamtliche Hilfe geleistet. Sie hat viel gegeben, aber auch viel bekommen. „Dass ich heute wie selbstverständlich die Gruppen führen, Ausflüge organisieren und durchführen, Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann, ist in der langen Praxis begründet. Sie gibt neben dem Studium auch die nötige Sicherheit und das Gespür dafür.“

Ehrenamt mit Perspektive

Und das braucht sie auch, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Bedürfnissen zur Lebenshilfe München finden. „Beim FUD zum Beispiel fragen viele StudentInnen an, um stundenweise Kinder mit einer Behinderung zu betreuen und die Familien zu entlasten. Hier gibt es sogar eine Aufwandsentschädigung“, erzählt sie. Nachgefragt werde aber auch generell nach einer Betätigung im Ehrenamt, etwa wenn Menschen neu nach München übersiedeln. „Andere hingegen engagieren sich, um über ihre einseitige Berufstätigkeit hinaus etwas ‚Abwechslung und Farbe‘ im Alltag zu schaffen. Auch ist es immer ein sehr gutes Gefühl, etwas für andere tun zu können. Bei Menschen mit geistiger Behinderung ist das nicht schwer,“ weiß Sarah aus eigener Erfahrung.

Die richtigen Worte finden

Natürlich gilt es auch gemeinsam ‚kleine Krisen‘ zu meistern. „Menschen mit geistiger Behinderung können oft nicht gut in Worte fassen, was sie bedrückt. Sie fühlen es mehr und werden unruhig. Da helfen häufig schon ein paar Worte, ein ruhiges und klärendes Gespräch um Missstimmungen abzustellen.“

Mehr auf Menschen zugehen

Einen anderen Beruf kann Sarah sich heute nicht mehr vorstellen. „Ich bin genau in der Sparte angekommen, die mich erfüllt und Freude bereitet. Auch das Team hier, meine Kollegen und KollegInnen, stehen ganz hinter ihrem Job. Das merkt man und die Stimmung ist gut und inspirierend.“ Einen ganz persönlichen Wunsch hat Sarah noch beim Abschluss unseres Gespräches. „Geht mehr auf die Menschen zu, überwindet eure Scheu. Es wäre schön, wenn Menschen mit Behinderung einfach so in die Stadt fahren oder ein Kino, ein Theater in dem Wissen besuchen könnten, dass ihnen immer geholfen wird, ganz selbstverständlich.“

Den Menschen mit Plan und Ziel helfen

Immer mehr berufen wir uns in einer Gesellschaft, die sich in allen Bereichen spezialisiert, auf „Ganzheitlichkeit“ sobald es uns selbst, den Menschen betrifft. Es sind alle Bereiche der Persönlichkeit betroffen, die motorische, geistige, psychische und soziale Entwicklung sowie unser Umfeld und unsere Gesundheit. Darum geht es auch immer wieder bei der Inklusion und Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung.

Ein Gesamtplan für den ganzen Menschen

Der Bezirk Oberbayern ist für die Lebenshilfen in seinem Regierungsbezirk der zuständige Kostenträger, so auch im Rahmen der Eingliederungshilfe. Er finanziert für Menschen mit Behinderungen ambulante, teilstationäre und/oder stationäre Hilfen. Er entscheidet letztlich, welche Leistungen in welcher Höhe und für was sie bezahlt werden oder nicht. Dabei greift nicht das „Prinzip Zufall“. Der Unterstützungsbedarf wird ganz genau im Detail erhoben. In einem ‚Gesamtplan‘ will man der individuellen Situation jedes einzelnen Menschen mit Behinderung gerecht werden. Und damit sind wir wieder bei der Ganzheitlichkeit des Menschen. Es soll möglichst jeder einzelne Aspekt berücksichtigt werden.

Vom Arztbericht bis zum Werkstattbogen

Das Verfahren zum Gesamtplan setzt sich darum aus mehreren Bereichen zusammen. Es sind der Arztbericht, der Sozialbericht und ergänzend dazu der Hilfeplan und drei Entwicklungsbögen – der HEB-A-Bogen (3 Monate nach Aufnahme), der HEB-B-Bogen (zur Kostenübernahmeverlängerung) und der HEB-C-Bogen (als Entlassungsbericht) sowie der Berichtsbogen aus der Werkstatt bzw. aus der Förderstätte.

Mit 34 Aktivitäten der Persönlichkeit auf der Spur

Mit dem Bewertungsbogen wird anhand von 34 Aktivitäten zu einer bestimmten Hilfebedarfsgruppe zugeordnet. Dazu zählen etwa: Umgang mit der Behinderung, Teilhabemöglichkeiten in der Arbeit und Freizeit, Selbstversorgung und Wohnen, Aufbau und Pflege von sozialen Beziehungen des Menschen mit geistiger Behinderung. Es gibt insgesamt 5 Hilfebedarfsgruppen. Darüber hinaus prüft der Bezirk Oberbayern die sonstigen sozialhilferechtlichen Voraussetzungen. – siehe Link.

Lebenshilfe in der Pflicht

Leistungserbringer wie die Lebenshilfe München müssen sich diesen Vorgaben – bei ihren zehn Wohneinrichtungen in Stadt und Landkreis München – stellen und darin sind die Geschäftsführung, das Qualitätsmanagement, die Leiter, die Fach- und Zweitkräfte der Einrichtungen und auch der Pädagogische Fachdienst involviert. Dies bedeutet einen zeitlichen Aufwand für jeden Bewohner und das wird zunächst nicht immer mit Begeisterung von den Bezugsbetreuern aufgenommen. „Dadurch fehlt uns Zeit für den persönlichen Umgang mit den Bewohnern“ ist häufig zu hören, denn es gilt, jährlich einen Bewertungsbogen (Erhebung des aktuellen Hilfebedarfs eines Menschen mit Behinderung), eine Förderplanung und rechtzeitig vor Ablauf der Kostenübernahme einen HEB-Bogen zu erstellen – je Bewohner, und zusätzlich zur Gruppen- und Betreuungsarbeit.

Schulungen helfen weiter

Die Fachkräfte werden durch Schulungen und bei der Erstellung von besonders schwierigen Bewertungsbögen, Förderplänen und HEB-Berichten vom Pädagogischen Fachdienst und EDV-Beauftragten unterstützt. „Der Mensch mit Behinderung ist in diesem Prozess der Hauptakteur. Seine Wünsche und Ressourcen sind Ausgangspunkt einer guten Planung von Unterstützungsleistungen angepasst an seinem individuellen Hilfebedarf“ erklärt Imke Krause.

Die Vorgaben des Bezirks werden ergänzt mit den besonderen Werten und Erfahrungen der Lebenshilfe München, die in den letzten mehr als 50 Jahren gesammelt wurden. Zusätzlich werden Besonderheiten der einzelnen Einrichtungen berücksichtigt, wie zum Beispiel beim Wohntraining. Ziel aller Bemühungen soll es sein, die Lebensqualität und die gesellschaftliche Teilhabe jedes Einzelnen zu steigern.

Gemeinsame Ziele finden

„Eine Zielvereinbarung mit Menschen mit geistiger Behinderung zu treffen, ist komplexer als mancher denken mag. Viele neigen nämlich dazu nur das zu sagen, was man gerne hören möchte, oder zumindest was sie glauben, dass wir hören wollen. Menschen mit geistiger Behinderung fällt es häufig schwer, eigene Wünsche deutlich zu machen, vor allem bei jenen, die nicht oder nur sehr wenig sprechen können. Darüber hinaus leben sie sehr stark im ‚Hier und im Jetzt‘ und können schwer abschätzen, welche Folgen ihre Entscheidungen in den nächsten Monaten oder Jahren mit sich bringt“ erklärt Esther Wolfram.

Lebensqualität und die gesellschaftliche Teilhabe

Eine gute Förderplanung hilft dem Menschen mit Behinderung bei der Umsetzung seiner Ziele. Entsprechend seinem Hilfebedarf werden unter Berücksichtigung seiner Ressourcen und Wünsche passgenaue Unterstützungsleistungen geplant und umgesetzt. Immer wieder wird zusammen mit dem Bewohner und in den Teams reflektiert, ob die Unterstützungsleistung noch zielführend ist oder neuen Unterstützungsbedarfen angepasst werden muss. Haben sich neue Ziele ergeben, die für den Menschen mit Behinderung wichtig sind? Der Förderplan als laufendes Arbeitsinstrument der Fachkräfte ist somit ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtplanverfahrens.

Link:

http://www.bezirk-oberbayern.de/Soziales/Erwachsene-mit-Behinderungen/Gesamtplanverfahren

Der Pädagogische Fachdienst Wohnen der Lebenshilfe München unterstützt alle Wohneinrichtungen

Der Pädagogische Fachdienst der Lebenshilfe München. Von links: Esther Wolfram, Erich Wolf und Imke Krause.

Auf der Suche danach, was denn ein Pädagogischer Fachdienst bei der Lebenshilfe München Wohnen GmbH so macht, habe ich das direkte Gespräch mit den drei Fachverantwortlichen Erich Wolf, Imke Krause und Esther Wolfram gesucht. Alle drei engagieren sich seit vierzehn Jahren und länger für die Lebenshilfe München und waren bereits in verantwortlicher Leitungsposition. Sie kennen die Besonderheiten der Lebenshilfe in allen Facetten, wissen um das Zusammenspiel von Menschen mit Behinderung, Fachkräften, Ehrenamtlichen, Angehörigen und gesetzlichen Betreuern.

Der Pädagogische Fachdienst kann von allen Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München Wohnen GmbH angefragt werden. Benötigen die Teams zu bestimmten pädagogischen Themen Informationen und Hilfestellungen oder hat sich etwa das Verhalten von Bewohnern verändert, der Fachdienst hilft. Er ist auch gefragt, wenn Teams gemeinsam mit den Angehörigen Beratung brauchen, oder ein Bezugsbetreuer Hilfestellung bei der Förderplanung.

Von der Erstaufnahme bis zum Ehrenamt

Der Pädagogische Fachdienst berät Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige bei der Aufnahme und verwaltet die Warteliste. Er organisiert Gruppenveranstaltungen für die Bewohner, wie „Erste-Hilfe-Kurse“ oder „Heimbeiratsschulungen“ und unterstützt die Einrichtungen bei der Wahl neuer Bewohnervertreter. Zudem berät der Pädagogische Fachdienst ehrenamtliche Helfer und sucht für diese eine passgenaue Einsatzmöglichkeit.

Ohne eine gute EDV geht nichts

Was beim Pädagogischen Fachdienst an Bedeutung gewonnen hat, sind Vorgaben des Bezirks Oberbayern und der Heimaufsicht. Einer seiner Kernkompetenzen ist es, die Standards einer qualitativ hochwertigen Betreuungsplanung zu entwickeln und zu vermitteln. Dabei ist mit dem Qualitätsmanagement, dem EDV-Beauftragten und den Einrichtungsleitungen eine enge Kooperation für die Durchführungs-Dokumentation wichtig. „Für die Überarbeitung der Standards für die Förderplanung haben wir über Wochen und Monate eng mit unserem EDV-Beauftragten Anugyan Kirchner und dem Qualitätsbeauftragten Florian Mauch zusammengearbeitet. Ein herzlicher Dank an sie dafür“, ergänzt Imke Krause.

160 Menschen mit geistiger Behinderung

„Früher war der Pädagogische Fachdienst direkt in den größeren Einrichtungen angesiedelt. Heute ist er zentral in der Geschäftsstelle zu finden“, erklärt Erich Wolf. Das sei einerseits für die kleineren Wohneinrichtungen – bis zu 15 Bewohner – ein Vorteil, anderseits spricht einiges für eine externe Perspektive. „Entstehen Konflikte und verfestigen sich diese, hilft oft eine dritte Meinung weiter, der Blick von außen“, weiß Esther Wolfram. In den vollstationären Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München wohnen derzeit 160 erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung, die von 127 Mitarbeitern im Gruppendienst betreut werden, davon etwa 62% Fachkräften.

Wohnplatzanfrage und Belegungsmanagement

Ein weiterer Bereich des Pädagogischen Fachdienstes ist das Belegungsmanagement. Es beginnt mit einer Wohnplatzanfrage. In einem ersten Gespräch wird die persönliche Situation des Menschen mit Behinderung und seine Unterstützungsbedarfe und Wohnwünsche abgeklärt. Wie hoch ist der Hilfebedarf, welche Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten sind vorhanden und welches Betreuungsangebot wird benötigt. „Es findet sich nicht immer sofort ein freier Platz. Wir haben häufig lange Wartezeiten. Es ist darum sehr wichtig, sich rechtzeitig um einen Wohnplatz zu bemühen und nicht erst bei Tod des nahestehenden Angehörigen. Dann nämlich kommt es für die Betroffenen zum zweifachen Schock, wenn nicht sofort ein Platz bereit steht“ weiß Erich Wolf aus vielen Fällen seiner langjährigen Tätigkeit bei der Lebenshilfe München.

Der Pädagogische Fachdienst hält zudem den Kontakt mit den Freiwilligen-Agenturen, immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern zur Verwirklichung besonderer Wünsche der Bewohner im Freizeitbereich.

Die Offenen Dienste der Lebenshilfe München

Harry Zipf, seit über 20 Jahren für Menschen mit Behinderung engagiert

 

Die Jahre von 1975 bis 1980 waren Aufbruchjahre bei der Lebenshilfe München. Das Ringen um die gesellschaftliche Anerkennung und die Förderung von Menschen mit Behinderung hatte 15 Jahre nach Gründung des Elternvereins viel angestoßen und bewirkt.

So entstanden in München erste Einrichtungen der Frühförderung und die Lebenshilfe-Werkstätten (ab 1975), die erste Wohnstätte wurde in der Hofbauernstraße eingeweiht (1978) und auch die Offene Behindertenarbeit ist seit 1977/78 fester Bestandteil der Arbeit für Menschen mit geistiger Behinderung.

Inklusion schaffen und leben

Ziel war und ist bis heute natürlich die Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung, aber auch eine Entlastung von Eltern oder Betreuern. „Dabei ist wichtig“, ergänzt Harry Zipf, Leiter der OBA bei der Lebenshilfe München, „unserer Arbeit schafft Inklusion, also das Zusammenführen von Menschen mit und ohne Behinderung, auch wenn damals noch von Integration gesprochen wurde. Die Lebenshilfe war von Anfang an auf einem guten Weg, etwa mit der Gründung erster Freizeitclubs in Giesing, Haidhausen, Obermenzing.

Unverzichtbar: Ferien- und Freizeitangebote

In einem Rückblick zum 10jährigen Jubiläum der Offenen Behindertenarbeit (OBA) in München betont man neben dem Spaß bei gemeinsamer Freizeit von Behinderten und Nichtbehinderten die „gegenseitige Anregung zu sinnvoller und selbständiger Freizeitgestaltung.“ Zunehmend entwickelten sich die Freizeitangebote und vor allem auch mehrtägige Ferienangebote.

FuD mit persönlicher Betreuung

Ein zweiter, ebenso wichtiger Zweig bei den Offenen Diensten der Lebenshilfe München bildete sich mit der Gründung des „Familienunterstützenden Dienstes“ (FuD) ab 1989 heraus. Schnell arbeitete hier ein Team von drei hauptamtlichen Teilzeitkräften und vielen ehrenamtlichen Helfern zusammen. Eltern, Betreuern und Menschen mit Behinderung soll geholfen werden. In einem persönlichen Gespräch wird der Bedarf erhoben, die Möglichkeiten definiert, das persönliche Umfeld des Betroffenen eingeschätzt, um dann direkt vor Ort helfen zu können.

Organisation, Schulung und Feingefühl

Heute sind beim FuD über 350 und in der OBA nochmals 100 Ehrenamtliche tätig. „Das bedeutet eine ganze Menge an Organisation, Schulung und zwischenmenschlichem Feingefühl, damit jeder seinen für ihn passenden Platz ausfüllen kann“, erklärt Zipf. Das Team an Hauptamtlichen ist bei der FuD und bei der OBA auf je fünf Teilzeitkräfte gewachsen. In der Ferienbetreuung wird um weitere 4 Teilzeitkräfte ergänzt.

Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Der große Erfolg der ersten 20 Jahre der OBA ist es, mehr Präsenz in der Öffentlichkeit zu zeigen – jenen Prozess mit anzustoßen, der sowohl in der UN-Konvention von 2008, wie auch unter dem Schlagwort Inklusion zu verstehen ist. Es geht um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft und am gesellschaftlichen Leben. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen.

Leistungsträger sind Stadt, Landkreis und der Bezirk

Harry Zipf ist seit 1997 bei der Lebenshilfe München und erinnert sich noch gut an die Einführung der Pflegeversicherung und ihrer Reformen, die ja bis heute andauern (Link). „So wurden die Betreuungsleistungen, etwa bei eingeschränkter Alltagskompetenz, von jährlich 460 Euro auf monatlich bis zu 125 Euro erhöht. Verbesserungen wurde in vielen Bereichen realisiert.

I bin Minga (München)

Es geht bei allen Leistungen und Verbesserungen immer um Geld und die Zuständigkeiten von Kostenträgern. Die Stadt München hat hier sehr früh sehr viel geleistet. Heute sind viele Bereiche auf dem Bezirk Oberbayern übertragen. Die Stadt und auch der Landkreis München aber ’sind bis heute dran‘, wie etwa mit dem Aktionsplan „München wird Inklusiv“ (Link), der aktuell eine Neuauflage mit viel Bürgerbeteiligung erfährt.

Singles unter doppelter Belastung

München nimmt nicht nur eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der UN-Konvention ein, sie hat auch strukturelle Herausforderungen. Im Gegensatz zum ländlichen Raum wohnen hier prozentual deutlich mehr Singles und nur sehr selten ist Familie im Sinne von Großfamilie ‚verfügbar‘. Für Alleinerziehende, die einen Menschen mit Behinderung begleiten, ist es doppelt schwer. Sie haben keinen Lebenspartner und eine familiäre Struktur ist nicht vorhanden bzw. nicht vor Ort. „Umso dringender brauchen wir hier die Angebote der OBA und des FuD, um für nötige Pausen und Auszeiten zu sorgen, einem Burnout vorzubeugen. Nicht zu vergessen sind lange Ferienzeiten, die sich mit beruflichen Urlaubsansprüchen nicht decken. Auch bei Krankheit oder gar einem Krankenhausaufenthalt ist immer wieder Unterstützung nötig,“ erklärt Harry Zipf.

Inklusion braucht Zeit und Struktur

Als positives Beispiel nennt Zipf den Mobilitätsservice der Stadt München und wünscht sich noch eine Ausweitung auf Abendstunden und Wochenenden. Selbst engagiert er sich im Behindertenbeirat der Stadt München und im Landkreis München. Die Stadt ihrerseits hat neben dem Behindertenbeirat mit Oswald Utz zudem noch einen sehr engagierten und mitunter kritischen Behindertenbeauftragten. Der erste Aktionsplan der Stadt, „München wird inklusiv“ ist mit seinen 35 Maßnahmen noch nicht abgeschlossen. „Inklusion braucht Zeit und Struktur und das geht nicht von heute auf morgen“, weiß Harry Zipf aus seiner 20jährigen Berufserfahrung bei der Lebenshilfe München.

Einrichtung für Kurzzeitwohnen für Kinder und Jugendliche

Er wünscht sich für München noch eine Einrichtung Kurzzeitwohnen für Kinder und Jugendliche. „Nur so können wir auf anstehende Probleme und sich zuspitzende Situationen auch reagieren. Hilfe muss häufig sofort geleistet werden und nicht erst Monate später.“ Begrüßen würde der engagierte Pädagoge auch einen Assistenz-Service für Menschen mit Behinderung. „Das könnte wie eine Kontaktbörse aufgebaut sein. Dabei müssten ‚Anbieter‘ geschult und registriert sein, um Sicherheit zu schaffen. Eine Aufwandsentschädigung wäre dabei sicher hilfreich.“

 

Neue Wohnqualität bei der Lebenshilfe München

Längst ist die öffentliche Diskussion bei betreuten Wohnformen in vollem Gange. Auch der Gesetzgeber hat reagiert und eine ganze Reihe von Bestimmungen greifen in diesen persönlichen und sensiblen Bereich des Wohnens. Auch Menschen mit geistiger Behinderung sind häufig in betreuten Wohneinrichtungen, wie etwa bei der Lebenshilfe München, untergebracht.

Aktuell sind die Anforderungen durch das Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqG) hoch und reichen über eine Heimmindestbauverordnung (HMBV) hinaus. Ebenso greift das Pflegestärkungsgesetz seit 2015, in seiner dritten Novelle seit Januar 2017 verstärkt, und festigt die Position von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz.

Handlungsbedarf für die Einrichtungen

Für gemeinnützige Anbieter und Betreuer wie die Lebenshilfe München besteht, was die Wohnsituation betrifft, damit aktueller Handlungsbedarf. Viele Wohneinrichtungen bestehen seit 30 bis 40 Jahren und entsprechen nicht mehr den Anforderungen . Der Elternverein arbeitet darum seit Jahren intensiv an einer langfristigen Verbesserung der Wohnsituation in den Häusern. Eltern, Betreuer, Bewohner, Unterstützer und der Elternverein selbst, ringen um die beste Lösung. Nach Monaten intensiver Vorbereitung wurde 2016 ein Architektenwettbewerb mit entsprechenden Wünschen und Vorgaben ausgeschrieben und vor einigen Monaten auch entschieden.

Platz für die Zukunft geben

Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann: „Wir haben uns bei drei Häusern für einen Neubau entschieden, denn bei den alten Häusern würde so und so ‚kein Stein auf dem anderen‘ bleiben. Die alten Bausubstanzen und Wohnungszuschnitte sind zu weit von den aktuellen zeitgemäßen Standards und Forderungen entfernt. Wir handeln damit auch im Sinne unserer Bewohner, ihnen nämlich für die nächsten Jahrzehnte eine gesicherte Wohnung und damit ein gefestigtes Umfeld zu bieten.“

Flexibilität für mehr Selbstbestimmung

Zudem wird bei den Wohn- und Betreuungsformen mehr Flexibilität geschaffen, von der Selbstbestimmung bis hin zu einer 24-Stunden-Betreuung. „Wir bieten schon heute offene Wohnformen im Rahmen einer Wohngemeinschaft, eine Betreuung unserer Senioren, ambulant betreutes Wohnen bis hin zu der klassischen Form im betreuten Wohnen,“ erklärt Christian Kerler, Koordinator Wohnen bei der Lebenshilfe München. Damit wird der Weg für eine grundlegende Forderung nach mehr Selbstbestimmung für Menschen mit geistiger Behinderung geebnet.

Neue Wohnqualität am Willinger Weg

Für die Neubauten zeigt sich Geschäftsführer Peter Puhlmann zuversichtlich und hofft, nachdem die bekannten Bedenken aus dem näheren räumlichen Umfeld im Rahmen des Bauvorbescheides besprochen wurden, nun eine zügige Umsetzung zu erreichen. Mit dem ersten Bauprojekt soll die Wohneinrichtung am Willinger Weg erneuert werden. Die Lebenshilfe München bietet hier dann 24 moderne Wohnplätze für Menschen mit geistiger Behinderung. Zur Infrastruktur zählen auch Gemeinschafts- und Therapieräume sowie ein Bereich für die Betreuer. Damit ist der Fortbestand der Einrichtung für die nächsten Jahrzehnte gesichert. Die Einrichtung am Willinger Weg bietet für Menschen mit geistiger Behinderung eine zentrumsnahe Wohneinrichtung mit guter Infrastruktur in erreichbarer Nähe und guter Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz.

Enge Abstimmung mit der Heimaufsicht

Aktuell bereitet das Büro der Architekten Kaan GmbH die Feinplanung zur Abstimmung der Projektsteuerung vor. Sie erfolgt durch die Fachplaner Hitzler Ingenieure. Parallel dazu ist die Lebenshilfe München im Kontakt mit der Heimaufsicht für eine enge Abstimmung des Projektes. Damit könnte 2018 die Erteilung der Baugenehmigung durch die LBK (Lokal-Bau-Kommission) erfolgen und 2019 die Fertigstellung und Bezug des neuen Wohnhauses am Willinger Weg in München.

Seit mehr als 30 Jahren leben Menschen mit geistiger Behinderung am Willinger Weg zusammen, gehen gemeinsam in die Arbeit und sind eine enge Lebensgemeinschaft. Lesen Sie mehr – hier: https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2013/07/17/menschen-mit-behinderung-seit-30-jahren-in-lebensgemeinschaft/