Ilse Achilles als Vorsitzende des Angehörigen-Beirats verabschiedet

Im Namen des Vorstands bedankte sich dessen Vorsitzende Andrea Siemen bei Ilse Achilles mit Blumen und einer Flasche Riesling der Lebenshilfe München

Mit Blumen und herzlichen Dankesworten wurde Ilse Achilles bedacht, als sie Mitte Juli ihre letzte Sitzung des Angehörigen-Beirats Wohnen leitete. Aus gesundheitlichen Gründen legte sie den Vorsitz dieses Gremiums nieder. Gegründet wurde der Angehörigenbeirat 2008. Er gab für Eltern und Geschwistern von BewohnerInnen der Lebenshilfe-Wohneinrichtungen Gelegenheit zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Ebenso pflegte er den Kontakt zu Vorstand, Geschäftsführer und zum Bereichsleiter Wohnen der Lebenshilfe München.

Sich selbst einen Eindruck verschaffen

2010 übernahm Ilse Achilles den Vorsitz. In ihrer Amtszeit besuchten die Mitglieder des Angehörigen-Beirats die meisten der elf Wohneinrichtungen der Lebenshilfe, um sich von den Gegebenheiten dort ein eigenes Bild zu machen. Es gab außerdem einen Besuch bei der Lebenshilfe Ingolstadt. Der Angehörigen-Beirat der Einrichtung Herzogsägmühle war zu Gast in München, schaute sich Putzbrunn 1 und 2 und die Werkstatt an.

Themen die den Alltag bestimmen

Helgard Richter übergab einen Strauß des Angehörigenbeirat der Lebenshilfe München

Häufig waren die Beiratssitzungen von Themen wie die anstehenden Bau- und Sanierungsmaßnahmen, um Klagen über Personalmangel, die medizinische Versorgung, die Wäsche und das Freizeitangebot bestimmt. Einiges konnte verbessert werden. Die OBA-Veranstaltungen zum Beispiel sind hervorragend organisiert, aber nicht alle BewohnerInnen waren in der Lage, die Treffpunkte allein mit dem Taxi zu erreichen. Die OBA gibt nun in ihren Broschüren genaue Ziele für Taxis an. Dort nehmen OBA-MitarbeiterInnen die TeilnehmerInnen direkt in Empfang.

Es fehlen noch viele Einrichtungen

Ilse Achilles betonte, die Möglichkeiten des Angehörigen-Beirats Wohnen seien noch lange nicht ausgeschöpft. Leider fehlen die Angehörigen einiger Wohneinrichtungen. Nicht vertreten sind zurzeit der Willinger Weg (z.Z. Unterschleißheim), St. Quirin-, Schmaedel- und Packenreiterstraße sowie Kiem-Pauli-Weg, Hermann-von-Sicherer-Straße, Gottfried Böhm-Ring, Berliner und Landsberger Straße. Deshalb kann der Angehörigenbeirat nur einen eingeschränkten Blick auf alle Lebensräume der Lebenshilfe haben.

Andreas Görres führt die Geschäfte.

Das sollte sich ändern, hofft Ilse Achilles. Die nächsten Angehörigen-Beirats-Wahlen finden im nächsten Jahr statt. Wer Lust und Zeit hat, mitzuarbeiten, ist herzlich eingeladen, an einer der nächsten Sitzungen teilzunehmen, um sich ein Bild von der Arbeit des Gremiums zu machen. Ilse Achilles bleibt Mitglied im Angehörigen-Beirat. Wer den Vorsitz übernehmen wird, entscheidet sich spätestens bei der Wahl 2019. Als Interims-Lösung führt Andreas Görres die Geschäfte. Die scheidende Vorsitzende dankte allen Mitgliedern des Beirats, dem Vorstand, dem Geschäftsführer und dem Bereichsleiter Wohnen für die gute Zusammenarbeit: „Sie alle hatten immer ein offenes Ohr für uns und kamen uns entgegen, wo immer es möglich war.“

Lebenshilfe mit viel Spaß beim St.-Quirin-Fest in Giesing

Das 22. St.-Quirin-Fest in Giesing war bei hochsommerlichen Wetter und heißen Temperaturen wieder gut besucht. Die vier Einrichtungen der Behindertenhilfe gestalteten nicht nur ein sommerliches Gartenfest, sie boten auf der Bühne bis in die Abendstunden hinein auch ein buntes Programm mit viel Musik. Auch die Lebenshilfe München engagierte sich wieder für die Feierlichkeiten.

Die „Quirin-Percussion-Band“ war mit Trommeln und Rhythmus eifrig bei der Sache. Auf der Bühne die Verantwortlichen des Festes aus den vier Behinderten-Einrichtungen.

„Roy: einfach gute Musik“ ist das Motto der Band, die mit rockigen Einlagen aus den 70er-, 80er-, und 90er-Jahren für gute Stimmung sorgte.

Zumba mit ‚Anai y Heri“ mit perfekter Körperbeherrschung und das richtige Gefühl für die Musik begeisterten das Publikum, das auf dem weitläufigen Gelände mit Freunden und Bekannten das Fest genoss.

 

 

 

Die Tiere ansehen, sie berühren oder auf ihnen reiten macht den Kindern und Jugendlichen viel Spaß. Kamele und Lamas sind dafür besonders gut geeignet und sind auch beim St.-Quirin-Fest in Giesing im Einsatz.

Es wird getanzt, flaniert, zugeschaut oder die Besucher stärken sich an einem der vielen Stände.

‚Hoch hinaus‘, am Seil gesichert, geht es auf dem Kletterturm. Kleine und große Athleten hangeln sich von Griff zu Griff.

 

 

Die Wohneinrichtung am Willinger Weg nimmt Formen an

Im Sommer kann man fast täglich den Fortschritt auf der Baustelle beobachten. Alle sind gespannt auf die Fertigstellung des Rohbau und natürlich freuen sich Betreuer und die Bewohner, Menschen mit geistiger Behinderung, auf die Eröffnung der neuen-alten Einrichtung der Lebenshilfe München am Willinger Weg.

Die Lebenshilfe München geht den Weg ihrer Erneuerung konsequent weiter. Größtes Projekt ist derzeit der Neubau eines Wohngebäudes am Willinger Weg. Seit 1988 nutzte der Elternverein die alte Arztvilla aus den 30er-Jahren als Wohneinrichtung. Der Zustand des Gebäudes, die Anforderungen an ein barrierefreies Wohnen und neue gesetzliche Auflagen machten einen Neubau unumgänglich. Die Bewohner sind seit Januar 2018 in einem eigenen Stockwerk einer großen Senioreneinrichtung in Unterschleißheim (siehe Bericht) untergebracht. Wohnbereichsleiter René Pfeiffer freut sich, dass die Arbeiten für den Neubau gut in der Zeit liegen, trotz eines langen und schneereichen Winters.

Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München, im Gespräch mit einer Anwohnerin. Die Dame beklagt sich zwar über den andauernden Lärm der Baustelle, freut sich aber über die zügige und schnelle Arbeit, so dass bald ein Ende absehbar ist. Sie ist begeistert wie sauber das Umfeld der Baustelle von den Bauarbeitern gehalten wird, und wie nett und zuvorkommend alle auf der Baustelle sind. Insgesamt ist sie gegenüber dem Neubau sehr positiv eingestellt.

Die Lebenshilfe ging bei der gesamten Baumaßnahme behutsam vor, so dass sich selbst die Nachbarn darüber freuen. Zunächst entfernte man die unterschiedlichen Baustoffe im alten Gebäude vorschriftsmäßig und der Außenbereich wurde vorbereitet. Schützenswerte Bäume galt es zu sichern, selbst die Humuserde des großen Gartens wurde abgetragen und zwischengelagert. Nach dem Abriss des alten Hauses erfolgte der Aushub für den Keller. Jetzt stehen bereits die Wände für den ersten Stock und bis zum Herbst soll der Rohbau abgeschlossen sein. Damit erscheint eine ‚Wieder-Belebung‘ der Lebenshilfe-Wohneinrichtung am Willinger Weg im Jahr 2020 realistisch. Es entsteht eine große, moderne, helle und zeitgemäße Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. Die Einrichtung bietet dann 24 Wohnplätze, Gemeinschaftsräume und Platz für die Betreuer.

 

 

 

Junger Judo-Olympiasieger der Lebenshilfe-WG

(gsp) Samuel Dietz ist ein geborener Münchner (Pasing) und seit seinem dritten Lebensjahr ein aktiver Judoka. Seine Mutter förderte früh seine Begeisterung für Sport und Bewegung. Im März ist Samuel Dietz mit 19 Jahren bei den Special Olympics World Summer Games 2019 in Abu Dhabi Judo-Olympiasieger im Schwergewicht geworden. Samuel lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München, macht einen selbstsicheren Eindruck, von einer geistigen Behinderung ist ihm kaum etwas anzumerken.

Olympiasieger mit dem sanften Weg

Groß und durchtrainiert ist er, und erklärt den Judo-Kampfsport als ‚den sanften Weg‘. Es gehe dabei im Wesentlichen um ‚Werfen, Halten und Bodentechnik‘. „Das Würgen und Hebeln ist verboten“, erklärt er. 2016 war er bereits Deutscher Meister und 2018 schaffte er es in London als Vice-Europameister ganz nach oben. Bei seinem Kampf in Abu Dhabi hatte er es nicht leicht. Sein Gegner war um 30 Kilo schwerer. Dennoch konnte er den Kampf mit einem 2 : 1 für sich entscheiden.

Wunsch nach Arbeit und eigener Wohnung

Vom Bayerischen Meister im Judo hat Samuel Dietz es bis zum Judo-Olympiasieger und zugleich Weltmeister geschafft. Stolz präsentiert er seine Medaillen.  –  Foto: Gerd Spranger

Sein normales Training leistet er zweimal wöchentlich in seinem Verein in Pasing. In der Wettkampf-Vorbereitung trainierte er fünfmal in der Woche. Privat baut er im Krafttraining Muskeln auf und beim Joggen Kondition. „Entscheidend für den Erfolg sind aber auch Beweglichkeit und Schnelligkeit“, erklärt Samuel. Aktuell bewegen ihn zwei große Ziele. Er möchte mit einer eigenen Wohnung ein selbstbestimmtes Leben führen und er ist auf der Suche nach Arbeit. „Ich kann ‚gut mit anpacken‘ und einen 8-Stunden-Tag schaffe ich“, ist er überzeugt, nimmt es als sportliche Herausforderung. Selbst als Olympia-Weltmeister ist Samuel mit einer leichten geistigen Behinderung (Autismus) arbeitslos. Auch vor Diskriminierung ist dieser sanfte Riese nicht ganz sicher. „Wenn die Leute mein Handicap merken, machen sie mich auch gerne fertig“, erzählt er aus gemachten Erfahrungen.

Echte Lebenshilfe für Hilfe im Alltag

Was das selbständige Wohnen betrifft, so ist Samuel Dietz auf einem guten Weg, denn die Wohngemeinschaft (WG) der Lebenshilfe München an der Landsberger Straße wird nur ambulant betreut. „Es reicht in der Regel, wenn wir zweimal wöchentlich bei unseren Klienten sind, auch wenn wir regelmäßigen Kontakt zur WG halten“, erklärt Daniela Holzmann, die Leiterin des Ambulant Betreuten Wohnens. „Meist regeln wir dann anstehende Belange, im lebenspraktischen Bereich, mit den Behörden, sprechen uns mit den Betreuern ab, kümmern uns um medizinische Angelegenheiten. Sehr selten müssen wir Konflikte lösen, denn das Zusammenleben funktioniert sehr gut“, ergänzt sie. Acht Bewohner mit geistiger oder psychischen Einschränkungen leben hier auf zwei Etagen zusammen. Es gibt eine gemeinsame Küche, einen großen Gemeinschaftsraum, einen Garten mit Terrasse und Funktionsräume. Sonst hat jeder sein eigenes Zimmer und damit sein ganz privates Reich.

Die meisten Bewohner der WG streben längerfristig ein eigenständiges Leben mit einer eigenen Wohnung an. Für sie ist die WG ein guter Weg dorthin. „Die meist jungen Leute haben sich untereinander gut angefreundet und wir sind mit den Erfolgen sehr zufrieden“, bekräftigt Daniela Holzmann. Die WG der Lebenshilfe München an der Landsberger Straße besteht im vierten Jahr.

 

Ein Inklusives Familienfest in Giesing

Heiko Müller, Matthias Weber, Konstantin Nadler, Harald Haufler mit Scheck, daneben sieht man noch einen Teil von Monika Peterssen, Andrea Hartmann, Peter Kohlert, Ilka Klappstein, Gabriele Götz, Andrea Siemen, Harry Zipf und Peter Puhlmann.

Der Familienunterstützende Dienst der Lebenshilfe München lud zusammen mit der Frühförderstelle Giesing und in Kooperation mit dem Nachbarschaftstreff Giesing zu einem großen Familienfest ein. Bei herrlichem Wetter konnten sich die Kinder auf der Hüpfburg austoben und einen Kletterberg hinaufkraxeln. Viel Spaß machte den kleinen Besuchern auch das Kinderschminken, eine melkbare Ziege und der Besuch eines Clowns. Für die Angehörigen, Besucher und Nachbarn gab es Kuchen und Kaffee sowie viele Gespräche. Kontakte wurden geknüpft oder vertieft und zum Schluss waren sich alle einig: Es war ein gelungenes, fröhliches Familienfest!

Deutsche Bank hilft mit Social Day

Mitarbeiter der Deutschen Bank München engagierten sich bei ihrem „Social Day“, mit dem der Konzern ehrenamtliches Engagement seiner Mitarbeiter unterstützt, persönlich bei der Vorbereitung des Festes. Sie halfen beim Ausschank der Getränke, verteilten Essen, sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung und halfen auch nach dem Fest noch beim Abbau.

Gabriele Götz, Mitarbeiterin der Deutschen Bank München betonte: „Wir engagieren uns gerne wieder ehrenamtlich für die Einrichtung, da sie behinderten Menschen und deren Familien Hilfs- und Betreuungsangebote bietet. Bei der Lebenshilfe zählt jeder gleich viel und Werte wie Gleichberechtigung, Toleranz und Nächstenliebe werden hier täglich gelebt. Beim Sommerfest der Lebenshilfe können sich die Bürger über die Angebote der Einrichtung informieren, Menschen mit Behinderung und deren Familien verbringen einen entspannten Tag zusammen und die vielen Mitarbeiter können beim Fest auf ihre erfolgreiche Arbeit zurückblicken – da packen wir natürlich gerne an.“

Große Freude bereitete darüber hinaus noch eine Spende über 1000 €, die von den Mitarbeitern der Deutschen Bank überreicht wurde. Das Geld war eine Unterstützung für die Finanzierung des Festes und die dafür benötigten Anschaffungen.

Text: FuD

Ein herzliches Dankeschön für die großzügige Unterstützung!

Blickpunkt Pflege beim Bezirk Oberbayern

Tag der offenen Tür im Bezirk Oberbayern
am 19. Mai 2019

Der inhaltliche Schwerpunkt „Blickpunkt Pflege“ wurde gewählt, weil die ambulante und stationäre Hilfe zur Pflege jetzt beim Bezirk Oberbayern in einer Hand sind. Die Besucher können sich an diesem Tag über die Aktivitäten und Serviceangebote der Sozialverwaltung informieren.

Es präsentieren sich die Kliniken des Bezirks Oberbayern mit neuen Entwicklungen auf dem Feld der Altersmedizin und ausgewählte Einrichtungsträger der freien Wohlfahrtspflege geben Einblicke in interessante Projekte der ambulanten und stationären Pflege geben.

Mit dabei ist auch die Lebenshilfe München, die ihr inklusives Wohnkonzept vorstellt: Zehn Erwachsene mit und ohne Behinderungen leben hier in einer Wohngemeinschaft zusammen. Sie unterstützen sich gegenseitig im Alltag, kochen abends gemeinsam in der WG-Küche und verbringen ihre Freizeit miteinander.

An ihrer mobilen Kaffeebar bereitet die Lebenshilfe Werkstatt GmbH Cappuccino, Espresso oder Cafe Crema aus hochwertigen Bohnen der hauseigenen Moccasola Kaffeerösterei zu. Wem der Kaffee geschmeckt hat, der kann gleich noch die Bohnen kaufen.

Das umfangreiche Programm an diesem Tag im Bezirk umfasst neben den Informations- und Aktionsständen auch Vorträge, eine Podiumsdiskussion mit dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer zum Thema „Pflege in den eigenen vier Wänden“, Kinderbetreuung und ein Konzert von CubaBoarisch 2.0 – Leo Meixner, den Nachfolgern der Cubaboarischen.

Wann: Sonntag, den 19. Mai 2019
Uhrzeit: 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Bezirk Oberbayern, Prinzregentenstr. 14, 80535 München

Einweihungsfest: „Wir feiern Inklusion“

Einweihungsfest in der ersten inklusiven
Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München

Mit einem fröhlichen Fest feierte die Lebenshilfe München am 12. April die Eröffnung der inklusiven Wohngemeinschaft in der Hermann-von-Sicherer Straße. Die Bewohner waren bereits ab Oktober letzten Jahres in das Wohnhaus mit Garten in Obersendling eingezogen (siehe Bericht). Inzwischen leben hier vier Studenten mit sechs Menschen mit Behinderung zusammen. Damit das Wohnprojekt gestartet werden konnte, entwickelte die Lebenshilfe München zunächst einmal gemeinsam mit dem Bezirk Oberbayern ein Konzept. Vorbild dafür waren die bereits existierenden Wohngemeinschaften des Vereins Gemeinsam Leben Lernen (GLL).

Viele Spender und Menschen helfen mit

Begrüßung von Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München und Andrea Siemen, Vorsitzende des Vorstands

Die Stadt München half mit einer Anschubfinanzierung über 50.000 Euro. Darüber hinaus beteiligte sich die Stiftung „München hilft“, die Halbauer Stiftung und die Sparda Bank München, zusammen mit anderen Spendern, großzügig an den notwendigen Umbaumaßnahmen. Selbst die Studenten die hier leben leisten ihren Teil. Sie haben sich bereit erklärt, ihre Mitbewohner mit Unterstützungsbedarf im Alltag zu begleiten und ihnen zur Seite zu stehen, falls sie Hilfe benötigen. Gemeinsam wird das tägliche Leben organisiert und dabei haben alle Mitbewohner das Recht mitzubestimmen, was in der WG passiert. Die Leitung des Hauses hat Sozialpädagogin Cindy Kirsch übernommen. Sie organisierte in den letzten Monaten mit großem Einsatz das Zusammenleben im Haus und ist als Ansprechpartnerin für alle Bewohner sowie für die Angehörigen der Menschen mit Behinderung da. Cindy Kirsch zieht ein positives Fazit aus den zurückliegenden Monaten: „Wir haben sogar schon ein WG-Motto gefunden. Es heißt: „Wir sind halt so…“ – erzählt sie lachend.

Auch Bereichsleiter René Pfeifer ist stolz und froh, dass das Projekt so gut gestartet ist. „Mit diesem Fest wollen wir die gelungene Inklusion feiern und den Studenten sowie den Angehörigen der Menschen mit Behinderung `Danke` dafür sagen, dass sie den Mut aufgebracht haben, sich auf diese neue Wohnform einzulassen.“

René Pfeifer (Mitte), Bereichsleiter Wohnen der Lebenshilfe München, bedankt sich, zusammen mit Daniela Holzmann (rechts), Leitung des Ambulant Betreuten Wohnens, bei Cindy Kirsch (links), Leitung Inklusiven WG in der Hermann-von-Sicherer-Straße.

Melanie Martlreiter, Vertreterin des Bezirks Oberbayern, hat das Entstehen der WG begleitet. In ihrer Rede betonte sie, dass sie es großartig finde, dass sich die Lebenshilfe an neue Projekte wage und sie überreichte den Bewohnern eine Orchidee, die das Haus schmücken soll. Melanie Martlreiter ist überzeugt: „Das hier ist wirkliche Inklusion!“

Auch die neue Vorsitzende des Vorstandes, Andrea Siemen, zeigte sich sehr zufrieden. Diese Einweihung sei ein schönes Highlight, gleich zu Beginn ihrer Amtszeit. Sie versprach: „Bei dieser WG soll es nicht bleiben. Wir sind schon dabei, noch weitere neue Projekte in Angriff zu nehmen!“

Damit Gäste und Bewohner auch wirklich gemeinsam feiern können, übernahm das Team des Integrationsbetriebes Balan Deli die Bewirtung mit Häppchen und Getränken. Für gute Stimmung sorgte die inklusive Band der OBA der Lebenshilfe München „Orchestra Extrange“.

 

The Orchestra Extrange – Inklusion unplugged

Im Rahmen des Stiftungsfrühlings lud die Stiftung Lebenshilfe München am 28. März 2019 zu einem entspannten Musikabend ein. „Inklusion unplugged“ war das Motto der Veranstaltung, zu der viele Fans und Freunde der inklusiven Band „The Orchestra Extrange“ gekommen waren.

unplugged – eben alles live und ohne Hilfsmittel bei „The Orchestra Extrange“.

Die 12 Musiker (sechs mit und sechs ohne Behinderung) üben regelmäßig zusammen im Musikraum der OBA der Lebenshilfe München. Zuvor werden die Songs von Mitgliedern der Band passend arrangiert, damit alle mitmachen können. Auf diese Weise konnte auch an diesem Abend wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm von Elvis bis Linkin Park, von den Beatles bis The Hives geboten werden. Die gemeinsame Begeisterung für die Musik und Respekt füreinander tragen die Gruppe. Das spürt man und so sprang auch an diesem Abend der Funke schon beim ersten Song über. Das Publikum sang, klatschte und tanzte mit! Nebenher wurden von den Mitarbeiter*innen der OBA Getränke und kleine Snacks gereicht. Ein wunderbarer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging!

Eine große Bitte hat „The Orchestra Extrange“: Der Musikraum ist in die Jahre gekommen. Uralte Eierkartons dämmen den Raum und die Ausstattung ist nicht gerade einladend. Deshalb wünscht sich die inklusive Band dringend Unterstützung bei der Renovierung!

Spendenkonto: Lebenshilfe München
HypoVereinsbank München
IBAN: DE 90 700 202 705 800 557 005
SWIFT-BIC: HYVEDEMMXXX

Foto: Lebenshilfe München / OBA

Der neue Lebenshilfe-Betriebsrat ist seit einem Jahr im Amt

Die Lebenshilfe München ist im Kern ein Elternverein, wie alle anderen 544 Lebenshilfe-Vereine in Deutschland. Es ist als eingetragener Verein für sich selbst organisiert und regional zuständig für die Stadt und den Landkreis München. Zum Verein zählen heute zwei gemeinnützige GmbH und an den Lebenshilfe-Werkstätten ist er zu 50 Prozent als Gesellschafter beteiligt. Rund 460 hauptamtliche und 500 ehrenamtliche Mitarbeiter sind bei ihm beschäftigt und er betreut über 20 Einrichtungen in Stadt und Land München.

Von links nach rechts: Elke Brand, Hanspeter Franz, Heiko Meyer, Esther Wolfram, Julia Konieczny, Harald Stinglwagner und Julia Knoll. Nicht auf dem Foto: Doris Scheffler, Benjamin Kiefer und Hilda Hofmeister. Foto: Christine Wengenmayer, auch sie ist Mitglied des Betriebsrates der Lebenshilfe München.

Ein fester Teil der Lebenshilfe München ist der Betriebsrat, der im April 2018 neu gewählt wurde. Wir haben uns mit dessen Vorsitzenden, Hanspeter Franz, unterhalten. Er ist seit rund 30 Jahren bei dem Elternverein, kennt die Strukturen und Zusammenhänge, und ist seit etwa 20 Jahren im Betriebsrat aktiv. Er legt großen Wert darauf, dass alle neun Mitglieder einander gleichgestellt und Beschlüsse immer gemeinsam und mit Mehrheit gefasst werden müssen.

Für die fünf neu gewählten Mitglieder des Gremiums gab es eine erste ausführliche Schulung von einer Woche, um sie mit den Grundlagen des Betriebsverfassungsgesetzes betraut zu machen. Auf zwei KollegInnen kommen zusätzlich der besondere Bereich Arbeitssicherheit und die betriebliche Gesundheitsförderung zu.

Geteilte Arbeitszeiten und volle Dienstpläne

Ein klassisches Feld für den Betriebsrat ist eine Mitwirkung bei der Vereinbarungen der Arbeitszeiten und die Gestaltung der Dienstpläne. „Das ist natürlich durch gesetzliche Vorgaben geregelt, doch es geht um das Detail, um die Umsetzung“, erläutert Hanspeter Franz. Dabei sind das Umfeld und die Rahmenbedingungen eine Herausforderung. „Der Trend ging die letzten fünf Jahre weg von der Teilzeitstelle hin zur Vollzeitstelle, was letztlich auch den hohen Mieten und Lebenshaltungskosten in und um München geschuldet ist“, erklärt er. Hinzu kommen wechselnde Dienste, etwa am Vormittag drei und am Nachmittag sechs Stunden, aber auch nachts und an den Wochenenden. „Rechnet man die Anfahrtszeiten bei geteilten Schichten hoch, dann werden schnell Grenzen aufgezeigt, besonders im persönlichen Bereich.“

Es gibt keine stillen Reserven

Grenzen werden ebenso erreicht und zeitweise überschritten, wenn etwa bei einer Grippewelle gleich drei Mitarbeiter in einer Einrichtung ausfallen. „Da helfen dann die schönsten Dienstpläne nichts, denn eine ’stille Reserve‘ gibt es nicht. Dies trifft im besonderen auf unseren Kinder- und Jugendbereich zu. Jede Stelle ist vom Bezirk genauestens vorgegeben. Krankheitsausfälle sind dabei pauschal mit eingerechnet, aber im konkreten Fall muss dies dann vor Ort von den anwesenden KollegInnen aufgefangen werden, es müssen Gruppen zusammengelegt werden, Fachdienste übernehmen den Gruppendienst, …“, kommentiert Hanspeter. Und bei der Lebenshilfe München ist die Ausrichtung und Leistung in den Bereichen Interdisziplinäre Frühförderung, Wohnen, HPT (Heilpädagogische Tagesstätten), Offene Behindertenarbeit oder der Ambulante Dienst sehr unterschiedlich geprägt.

Zusätzlich sind sie auf insgesamt 20 Standorte in der Stadt und im Landkreis München verteilt. Mit der besonderen Herausforderungen einer angespannten Personalsituation ist also jeder Standort für sich konfrontiert. Hanspeter Franz spannt den Bogen noch weiter indem er betont, dass „im sozialen Bereich immer mehr gespart wurde und die Anforderungen, die Leistungsverdichtung wie auch die steigende Pflicht zur Dokumentation, zu einer weiteren Verschärfung beigetragen hat, und das in allen sozialen Einrichtungen.“ Dabei verlangen Menschen mit geistiger Behinderung oder auch Senioren menschliche Hinwendung und Fürsorge, die nicht in Minuten gerechnet werden können.

Vertrauen ist die wichtigste Grundlage

Ein Spannungsfeld in dem sich Mitarbeiter, Betriebsrat und Arbeitgeber gleichermaßen bewegen. Gegenseitiges Vertrauen ist darum eine wichtige Grundlage für die Arbeit, „auch wenn wir in der Sache manchmal hart diskutieren müssen und gleichzeitig lernen aufeinander zu zugehen.“ Eine der wichtigen Aufgaben des Betriebsrates ist darauf zu schauen, dass die geltenden Regelungen (Gesetze, Betriebsvereinbarungen, …) auch eingehalten werden.

Vor allem aber ist der Betriebsrat für die Mitarbeiter, die Kolleginnen und Kollegen zuständig, hier hat er die klare gesetzliche Aufgabe die Interessen der Belegschaft zu vertreten. „Meist wird das persönliche Gespräch gesucht und das ist immer vertrauensvoll. Wir gehen auch in die Einrichtungen, um uns mit ganzen Teams zusammen zu setzen. Das ist aber organisatorisch – jeder hat seinen Dienstplan/Dienstablauf – nicht einfach.“

Die richtige Basis für den Erfolg legen

Zur abschließenden Frage nach den Erfordernissen eines unternehmerischen Handelns wird der Vorsitzende des Betriebsrates der Lebenshilfe München noch einmal deutlich: „In Deutschland hat noch nie ein Unternehmen aufgrund eines falschen Agierens des Betriebsrates eine Insolvenz hinnehmen müssen.“ Er lässt dabei offen, welche Ebene der Hierarchie dabei die Verantwortung trägt. Grundsätzlich ist Hanspeter Franz kein Freund von starren Hierarchien in Unternehmen. „Die beste Voraussetzung für Erfolg ist ein positives Miteinander, bei dem man aufeinander hört und sich gegenseitig fördert. Die KollegInnen vor Ort wissen am besten über die von ihnen betreuten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen und Ihren Arbeitsbereich Bescheid“.

Zur Lebenshilfe zählen

Die Lebenshilfe betreut Menschen von der Geburt weg bis ins hohe Seniorenalter hinein. Zu ihr gehören die Bereiche ‚Kinder und Jugend‘ mit der ‚Interdisziplinären Frühförderung‘ und den ‚HPT‘ (Heilpädagogische Tagesstätten), die ‚Offene Behindertenarbeit‘ (OBA) und die Wohneinrichtungen. In der Münchner Geschäftsstelle ist zudem noch eine eigene Beratung für Eltern und Angehörige etabliert. Teil der OBA ist der ‚Familienunterstützende Dienst‘ (FuD) und der Ambulante Pflegedienst. Ein junger, aber stark wachsender Zweig, ist die Betreuung von Senioren (TENE) und die Einrichtung von speziellen Wohngruppen für die besonderen Bedürfnisse ‚der Ruheständler‘ unter den Menschen mit geistiger Behinderung.

Andrea Siemen ist neue Vorsitzende des Vorstands

Am 26. März 2019 fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Lebenshilfe München statt. Im Rahmen der Versammlung wurde Andrea Siemen zur neuen Vorsitzenden des Vorstandes gewählt. Außerdem stellte sich der gesamte Vorstand zur Wahl. Dies war nötig geworden, weil seit der letzten Mitgliederversammlung im Oktober 2018 die Vorstände ihre Ämter nur geschäftsführend ausübten.

Andrea Siemen, die neue Vorstandsvorsitzende, mit Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München

Mit großer Mehrheit wurde Andrea Siemen zur neuen Vorsitzenden des Vorstandes der Lebenshilfe München gewählt. Die Volljuristin ist Jahrgang 1961 und Mutter von drei Kindern, ihr jüngster Sohn hat eine geistige Behinderung. Mitglied der Lebenshilfe München e.V. wurde Andrea Siemen nach einem Besuch bei der Angehörigenberatung im Jahr 2008. Kurz darauf stieg sie bei der L.I.E.S.-Redaktion ein, wo sie seither ehrenamtlich mitarbeitet. Seit 2015 ist Andrea Siemen darüber hinaus − ebenfalls ehrenamtlich − in der Angehörigenberatung tätig.

Ihre Ziele für das neue Amt
fasst die neue Vorstandsvorsitzende so zusammen

„Im Interesse der Menschen, die von der Lebenshilfe München begleitet und betreut werden, möchte ich die Reorganisation des Vereins durchführen, die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins stärken und die Lebenshilfe München in der Öffentlichkeit besser bekannt machen. Daneben gilt es natürlich, die aktuellen Projekte, zum Beispiel zum Thema „Wohnen“, umzusetzen.

In einem weiteren Wahlgang
wurde der gesamte Vorstand neu gewählt.

Der neue Vorstand: von links Andreas Ernst, Dr. Lothar Schrader, Petra Koch, Gudrun Oßmann, Friederike Stadler, Inge Oberst, Andrea Siemen, Peter Springmann

Ein anderer Tagesordnungspunkt war die Beschlussfassung zur Reorganisation des Vereins. Hierzu wurde eine Empfehlung vorgelegt, die der Vorstand seit der letzten Mitgliederversammlung erarbeitet hatte. Der Vorschlag, der in einer Infoveranstaltung am19. März 2019 gründlich erläutert worden war, wurde mit großer Mehrheit angenommen und wird jetzt vom neu gewählten Vorstand weiter bearbeitet.

Lebenshilfe ist, wo Lebenshilfe drauf steht

(gsp) Seit Februar leitet die neue Einrichtungsleitung, Sabine Griebel, Dipl. Sozalpädagogin (FH) bei der Lebenshilfe München Kinder und Jugend GmbH die Heilpädagogische Tagesstätte G in Unterhaching. 56 Kinder werden hier in sieben Kleingruppen im Alter von 6 bis 19 Jahren betreut und gefördert. Zuvor war Sabine Griebel bei der Lebenshilfe Miesbach als Einrichtungsleiterin der ‚Villa Kunterbunt‘ einer Heilpädagogische Tagesstätte & Integrative Kindertagesstätte.

Der neu gestaltete Pausen- und Freizeithof an der HPT in Unterhaching wird jetzt von großen Schirmen vor Sonne und Regen geschützt – Fotos: Gerd Spranger

Ihr Wechsel nach München hatte zunächst private Gründe, denn das tägliche Pendeln in das 50 Kilometer entfernte Hausham, auch bei guter Bahn-Anbindung, war auf Dauer doch zeit- und kraftraubend. Den Stellenwechsel begünstigte aber auch eine neue Initiative innerhalb der Lebenshilfen in Oberbayern, nämlich sich bei Personalsuche untereinander zu verständigen. Und „wo Lebenshilfe draufsteht, ist auch Lebenshilfe drin“, freut sich die Pädagogin.

„Das Beste im Kind wecken“

So hatte sie bisher kaum Anlauf-Schwierigkeiten in der HPT Unterhaching, arbeitet mit einem jungen und aufgeschlossenen Team. „Spaß im Team und an der Arbeit in der Gruppe“, sind ihr wichtig, denn auch nach 16 Jahren Berufserfahrung in leitender Position möchte Sabine Griebel immer noch etwas ändern, zum Guten ändern. „Und dazu haben wir in der HPT der Lebenshilfe immer die Möglichkeit. Wir wollen das Beste im Kind wecken, es fördern und lernen dabei gleichzeitig von den Kindern und Jugendlichen. Sie sehen nicht ängstlich in die Zukunft, sondern freuen sich auf jeden Tag. Dabei entwickeln sie ihre Stärken und lernen mit ihren Handicaps zu leben, es sind ganz besondere Kinder.“

Management und gute Organisation

Selbst lernen die Kinder sich spielerisch in der Gruppe zurecht zu finden, sich an die Situationen und ihr Lebensumfeld anzupassen. Sabine Griebel ist in ihrer ruhigen Art ein Mensch ‚der anpackt‘. Sie hat nebenberuflich mehrere Semester zum Master im Sozialmanagement studiert, „denn nur gemeinsam, innerhalb einer großen Organisation, können langfristig Projekte voran gebracht werden“, ist sie sich sicher.

Ihr Blick von außen mit der besonderen Erfahrung der inklusiven Betreuung von Kindern ist auch für die Lebenshilfe München wertvoll. So liegt gerade hier einer ihrer Schwerpunkte, Inklusion für die Kinder und Jugendlichen der HPT-G durch gemeinsame Projekte und Unternehmungen noch erlebbarer zu gestalten.

Inklusion ist kein Selbstläufer

‚Nach außen‘ geht es auch im Alltag der HPT Unterhaching. Ob auf Ausflügen in den Ort oder der näheren Umgebung, in den ‚Krautgarten‘ oder auf einen der Spielplätze. Direkt an der Tagesstätte entsteht aktuell ein neuer Garten mit Sportplatz.

„Immer mehr zeigt sich, dass der grundsätzliche Wille der Inklusion über den Weg hin zur Gesamtschule oder gar zum Gymnasium an seine Grenzen stößt. Wir erhalten immer mehr Anrufe von Eltern, die dringend einen Platz in einer Tagesstätte suchen“, verrät Esther Wagner, die neue Leiterin des Bereichs Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe München. Siehe Bericht

Aktuell wird vor dem Gebäude der Einrichtung der Lebenshilfe München, der HPT in Unterhaching, ein neues Freizeitgelände mit Sportmöglichkeiten geschaffen.

Neue Bereichsleiterin für Kinder und Jugend

(gsp) Geht es um soziale Berufe, die Pflege oder das Management in diesem Bereich, macht Esther Wagner so leicht keiner was vor. Seit August 2018 ist sie die neue Bereichsleiterin für ‚Kinder und Jugend‘ bei der Lebenshilfe München. Zuletzt war sie Pflegedirektorin und Qualitätsmanagerin in einer großen psychiatrischen Klinik. Als staatlich geprüfte Heilerziehungspflegerin studierte sie nach einigen Jahren Berufsleben Pflegemanagement und fasste so auch Fuß im psychiatrischen Bereich.

Die Eltern reden mit

Und dennoch ist es für die erfahrene Führungskraft „Neuland“, von einer eher wirtschaftlich orientierten Leitungsebene, hin zum Elternverein. „Bei der Lebenshilfe haben die Eltern immer noch ‚ein Wörtchen‘ mitzureden, selbst bei der „Lebenshilfe München Kinder und Jugend GmbH“, die ja eigentlich eine eigene Gesellschaft ist, aber doch zu 100 Prozent zum Elternverein gehört.

Überzeugungsarbeit leisten

Für Esther Wagner heißt das im Kontakt mit den Eltern Überzeugungsarbeit zu leisten und gemeinsam einen gangbaren Weg zu finden. Es beginnt bereits bei der Information der Eltern über geänderte Anforderungen an Betreuung und Förderung der behinderten Kinder und Jugendlichen, denn der Bezirk Oberbayern – in der Regel der Kostenträger – macht hier die Vorgaben. Viel zu lesen war davon etwa in der langjährigen Diskussion und Gestaltung des Pflegestärkungsgesetzes, dessen Vorgaben jetzt schrittweise umgesetzt werden (siehe Link).

Geänderte Anforderungen

Mit den geänderten Anforderungen aber steigt wiederum der Bedarf an pädagogischen Fachkräften. „War es vor zehn Jahren in einer kleineren Gruppe ausreichend, wenn eine ausgebildete Pädagogin mit einer Zweitkraft und einer Hilfskraft die Kinder betreute, sind heute für diese Betreuungsarbeit zwei pädagogische Fachkräfte und eine halbe Hilfskraft vorgesehen. Dabei ist gut ausgebildetes Personal vor allem in München auf dem Arbeitsmarkt kaum zu finden. Die Meisten suchen eine Vollzeit-Anstellung und sind mit 25 oder 30 Stunden nicht zufrieden, denn der wirtschaftliche Druck ist gewachsen.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für Esther Wagner der intensive Austausch mit den Einrichtungsleitungen der HPT’s in Unterhaching und der Neuherbergstraße im Norden von München. Das Verständnis wecken, eine Sache von mehreren Seiten zu betrachten und kontrovers zu diskutieren und so Weiterentwicklung zu ermöglichen ist ihr dabei genauso wichtig, wie die beidseitige Kommunikation auf Augenhöhe.

Inklusion trifft auf Realität

Eng wird es auch an anderer Stelle, wenn Inklusion auf Realität trifft. „Viele behinderte Kinder kommen aus den Regelschulen zurück, die Anfragen der Eltern häufen sich. Inklusion ist zweifelsfrei der beste Weg einer Integration. Doch bei gestrafften Lehrplänen und Personalmangel bleibt zu wenig Zeit für Menschen mit geistiger Behinderung, auch wenn es nur leichte Einschränkungen sind.“ Esther Wagner geht noch einen Schritt weiter und vergleicht mit anderen Ländern. „Skandinavien, Holland, England und Frankreich sind hier weiter als Deutschland. Vielleicht herrscht einfach ein anderer Umgang mit Menschen mit Behinderung. Er ist natürlicher, selbstverständlicher, was eine Frage der Mentalität sein könnte.“

Chip, Stick und Co bei der Lebenshilfe

Am 20. März erscheint die neue L.I.E.S.-Ausgabe

Schwerpunktthema: Chip, Stick & Co.

„Chip, Stick & Co.“ sind in diesem L.I.E.S. die Hauptakteure. Sie stehen symbolisch für unsere moderne Welt, die inzwischen in fast allen Bereichen digitalisiert ist. Manche mögen das bedauern, aber kaum einer kann sich der Entwicklung entziehen. Im Redaktions-Team diskutieren wir kontrovers über die verschiedenen Sichtweisen und entschieden das Thema positiv anzupacken.

Titelfoto: © Sabine Schwab  –  Die junge Frau auf dem Titel heißt Laura. Sie ist 25Jahre alt und lebt mit dem Rhett-Syndrom. Den Knopf, den sie hier drückt, nennt man „Sprechende Taste“. Sie benutzt das Gerät seit ihrer Kindheit und kann sich auf diese Weise ganz gut verständigen. Noch andere Möglichkeiten, sich auszu- drücken, hat Laura wenn sie ihr anderes Kommunikationsgerät nutzt. Es heißt TOBI I und funktioniert mit Augensteuerung. Gerade für Menschen mit schwerer Behinderung, die nicht sprechen, sind technische Hilfsmittel besonders wichtig, um am Leben in der Gemeinschaft teilzuhaben.

Digitalisierung hat für Menschen mit Behinderung viele Fortschritte gebracht. Ganz wichtig dabei: die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. So wurden in den letzten Jahren zahlreiche Möglichkeiten entwickelt, auf elektronischen Wegen zu kommunizieren. Viele, die sich sonst nicht äußern könnten, nutzen inzwischen Geräte, die ihnen helfen sich verständlich zu machen. Teilhaben bedeutet aber auch informiert zu sein. So sind die sozialen Netzwerke wie Whatsapp und Facebook – aber auch barrierefreie Informationsportale wie CABito – Varianten, um sich selbständig auf dem Laufenden zu halten, Freundschaften zu pflegen, dabei sein, teilhaben.

Dazu kommen Hilfsmittel für Menschen mit körperlichen Behinderungen. Hier kann der intelligente Einsatz von kleinsten Computern und elektronischen Steuerungssystemen die individuelle Beweglichkeit fördern und damit den Weg für ein selbstbestimmtes Leben ebnen. Ein entscheidender Beitrag zur Teilhabe am aktiven Leben, ein Kernanliegen der Lebenshilfe München.

Passend zum Schwerpunkt wurden für die Leser mit Lernschwierigkeiten im „Blick•punkt Leichte Sprache“ ein paar wichtige Regeln zur Nutzung von sozialen Netzwerken formuliert. Dass hier Gefahren lauern, muss immer wieder klar und deutlich gesagt werden!

In eine ganz andere Welt entführt uns der Text „Sieben Mal hinfallen, acht Mal aufstehen“ im Panorama-Teil. Hier stellt der irische Bestsellerautor David Mitchell einen jungen Mann vor. Naoki Higashida lebt in Japan und hat eine Form des non-verbalen Autismus. Mit Hilfe einer Alphabettafel oder einer Computertastatur schreibt er mühselig Satz für Satz und lässt uns teilhaben an seinen Gedanken, seiner Umwelt, seinen Fragen.

Lesenswert, informativ und aktuell sind auch die anderen Bücher in dieser L.I.E.S.-Ausgabe. Mit dabei ist ein Bildband, den die Lebenshilfe Seelze herausgegeben hat. Wunderschöne Fotos und Mut machende Lebensgeschichten von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Behinderung und ihren Familien sind darin zu finden.

 

5000 Euro Spende für einen Lebenshilfe-Streichelzoo

(gsp) Große Unternehmen und Firmen engagieren sich heute global wie auch sozial.
Eine dieser ‚Global Player‘ ist das Logistikunternehmen Imperial-Logistics mit ihrem Hauptgeschäft in Afrika, zunehmend aber auch in Europa. Es betreibt
neben seiner deutschen Zentale in Duisburg auch in München/ Neufahrn eine Niederlassung, weltweit ist es an 170 Standorten vertreten. Die Nähe zur Region
gab auch den Ausschlag auf der Suche nach einem sozialem Engagement.
Die Wahl viel dabei auf die Lebenshilfe München.

5000 Euro für die Lebenshilfe München. Von Links: Christine Wiesenthal-Moser (AD), Julia Bader (FUD), Georg Hohenester (OBA), Margret Meyer-Brauns (Beratung), Gudrun Keinert (Schulbegleitung), Harry Zipf (OD), Srecko Mühling, Direktor der General-Cargo, von Imperial-Logistics, Christina Kistler, Assistant to Director und Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München. Foto: Gerd Spranger

Srecko Mühling und Christina Kistler von Imperial-Logistics betonen bei ihrem Besuch der Lebenshilfe-Zentrale in München, dass sie sich meistens langfristig in ihrem sozialen Engagement binden, wie etwa bei einem Kinderhospitz in Duisburg. Peter Puhlmann, Geschäftsführer und Stiftungsvorstand des Elternvereins nutzte die Gunst der Stunde, und führte die Besucher in ein laufendes Meeeting der ‚Offenen Dienste‘.

Die Leistungen der Lebenshilfe-Einrichtungen sind komplex und vielseitig. Hier ist besteht möglicherweise eine Parallele zwischen den Global-Player Imperial-Logistics und der im Kern als Elternverein bestehenden Sozialeinrichtung.

„Die Lebenshilfen in Deutschland entstanden vor 60 Jahren und wurden aus der Not geboren. Eltern mit einem behinderten Kind standen bis 1958 sehr alleine mit ihren Nöten und Sorgen. So entstanden Netzwerke und daraus Vereine. Dabei ist jeder der über 500 Elternvereine für sich selbst komplett selbständig,“ erklärt Peter Puhlmann die Struktur und führt weiter aus: „So gründeten sich die Werkstätten, Wohneinrichtungen und auch schulische Angebote.“ Dabei sei ‚die Beschulung‘ von Menschen mit geistiger Behinderung noch in den 60er-Jahren keine Selbstverständlichkeit gewesen. „Die Gründung der Förderschulen ist ganz sicher auch dem anhaltenden Druck der Eltern in der Öffentlichkeit, und damit auch den Lebenshilfen, zu verdanken“, bekräftigt Puhlmann.

Beratung ist auf allen Ebenen wichtig und nötig

So gilt etwa die Eltern- und Angehörigenberatung als eines der Kernanliegen der Lebenshilfe und allein jährlich 900 Beratungen in München sprechen für sich. Dabei ist die Angehörigenberatung mit Margret Meyer-Brauns und der ehrenamtlich tätigen Volljuristin Andrea Siemen nur an zwei Tagen der Woche besetzt. „Viele gesetzlich geregelte Ansprüche müssen wir häufig mit Widersprüchen gegen bestehende Bescheide durchsetzen,“ erzählt Meyer-Brauns. Die Erstberatung ist dabei immer kostenlos, „wie wollen keine Barrieren aufbauen“, erklärt sie. Die Lebenshilfe leitet hier zwar für viele Menschen einen großen Dienst, diese Leistungen aber sind finanziell mit maximal 80 Prozent abgedeckt. Es ist ein Engagement, dass die Lebenshilfe, und hier vor allem engagierte Mitarbeiter und Ehrenamtliche, einbringen.

Austausch am ‚Runden Tisch‘ über die Arbeit der Offenen Dienste der Lebenshilfe München. Foto: gsp

Dabei zählen Beratungen auf fast allen Ebenen zum ‚täglichen Brot‘, vom Familien-Unterstützenden Dienst, den Frühförderstellen und anderen Bereichen der Lebenshilfe München. Beim Familien-Unterstützenden Dienst etwa müssen ehrenamtliche Mitarbeiter und betroffene Familien zusammen zu finden. Auch bei der Ferien- und Samstagsbetreuung werden viele Angebote, Mitarbeiter und Dienste koordiniert. Insgesamt arbeiten bei den ‚Offenen Diensten‘ 400 Ehrenamtliche und es werden jährlich rund 40.000 Betreuungsstunden geleistet. Die Lebenshilfe München ist darüber hinaus noch in den Bereichen ‚Interdisziplinäre Frühförderung‘, ‚Kinder und Jugend‘ sowie im Bereich ‚Wohnen‘ tätig. „Angefangen bei Beratungen zur pränatalen Diagnostik bis hin zum Frühgeborenen und Kleinkind, über das Schulalter bis in die Werkstätten und vom Wohnen bis zur Senioren-WG begleitet die Lebenshilfe Menschen mit geistiger Behinderung ein Leben lang,“ fasst Geschäftsführer Peter Puhlmann zusammen. Er bedankte sich für die Spende von 5000 Euro von Imperial-Logistics, die zu 100 Prozent der Stiftung des Elternvereins zufließt.

Mit den Tieren auch Verantwortung übernehmen

Puhlmann erklärt auch das Projekt der Spende: „Wir wollen einen Streichelzoo für unsere betreuten Kinder und Erwachsenen errichten. Menschen mit geistiger Behinderung sind häufig nicht in der Lage sich auszudrücken. Beim Umgang mit Tieren aber gelingt das ganz gut, ob es das Versorgen, das Streicheln oder die Berührung von Tieren. Sie profitieren in Ihrem Alltag und ihrer Gefühlswert, etwa beim Reiten oder für ein Tier Verantwortung zu übernehmen. Es bereichert die Wahrnehmung und die Teilhabe am ganz normalen Leben.“

Srecko Mühling, Direktor der General-Cargo, von Imperial-Logistics bedankte sich für diesen lebhaften Einblick in die Arbeit der Lebenshilfe und schloss den Kreis zum eigenem Unternehmen mit einer kleinen Anekdote. „Beim Besuch eines BMW-Werks erzählte uns der Leiter, dass von jährlich 340.000 gefertigten Autos keine zwei völlig gleich seien. Das verdeutlicht vielleicht den Stellenwert einer guten Logistik, nämlich das richtige Produkt – das sich oft aus vielen Einzelteilen zusammen setzt – zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Hier sind wir weltweit eines der führenden Unternehmen.“