Lebenshilfe ist, wo Lebenshilfe drauf steht

(gsp) Seit Februar leitet die neue Einrichtungsleitung, Sabine Griebel, Dipl. Sozalpädagogin (FH) bei der Lebenshilfe München Kinder und Jugend GmbH die Heilpädagogische Tagesstätte G in Unterhaching. 56 Kinder werden hier in sieben Kleingruppen im Alter von 6 bis 19 Jahren betreut und gefördert. Zuvor war Sabine Griebel bei der Lebenshilfe Miesbach als Einrichtungsleiterin der ‚Villa Kunterbunt‘ einer Heilpädagogische Tagesstätte & Integrative Kindertagesstätte.

Der neu gestaltete Pausen- und Freizeithof an der HPT in Unterhaching wird jetzt von großen Schirmen vor Sonne und Regen geschützt – Fotos: Gerd Spranger

Ihr Wechsel nach München hatte zunächst private Gründe, denn das tägliche Pendeln in das 50 Kilometer entfernte Hausham, auch bei guter Bahn-Anbindung, war auf Dauer doch zeit- und kraftraubend. Den Stellenwechsel begünstigte aber auch eine neue Initiative innerhalb der Lebenshilfen in Oberbayern, nämlich sich bei Personalsuche untereinander zu verständigen. Und „wo Lebenshilfe draufsteht, ist auch Lebenshilfe drin“, freut sich die Pädagogin.

„Das Beste im Kind wecken“

So hatte sie bisher kaum Anlauf-Schwierigkeiten in der HPT Unterhaching, arbeitet mit einem jungen und aufgeschlossenen Team. „Spaß im Team und an der Arbeit in der Gruppe“, sind ihr wichtig, denn auch nach 16 Jahren Berufserfahrung in leitender Position möchte Sabine Griebel immer noch etwas ändern, zum Guten ändern. „Und dazu haben wir in der HPT der Lebenshilfe immer die Möglichkeit. Wir wollen das Beste im Kind wecken, es fördern und lernen dabei gleichzeitig von den Kindern und Jugendlichen. Sie sehen nicht ängstlich in die Zukunft, sondern freuen sich auf jeden Tag. Dabei entwickeln sie ihre Stärken und lernen mit ihren Handicaps zu leben, es sind ganz besondere Kinder.“

Management und gute Organisation

Selbst lernen die Kinder sich spielerisch in der Gruppe zurecht zu finden, sich an die Situationen und ihr Lebensumfeld anzupassen. Sabine Griebel ist in ihrer ruhigen Art ein Mensch ‚der anpackt‘. Sie hat nebenberuflich mehrere Semester zum Master im Sozialmanagement studiert, „denn nur gemeinsam, innerhalb einer großen Organisation, können langfristig Projekte voran gebracht werden“, ist sie sich sicher.

Ihr Blick von außen mit der besonderen Erfahrung der inklusiven Betreuung von Kindern ist auch für die Lebenshilfe München wertvoll. So liegt gerade hier einer ihrer Schwerpunkte, Inklusion für die Kinder und Jugendlichen der HPT-G durch gemeinsame Projekte und Unternehmungen noch erlebbarer zu gestalten.

Inklusion ist kein Selbstläufer

‚Nach außen‘ geht es auch im Alltag der HPT Unterhaching. Ob auf Ausflügen in den Ort oder der näheren Umgebung, in den ‚Krautgarten‘ oder auf einen der Spielplätze. Direkt an der Tagesstätte entsteht aktuell ein neuer Garten mit Sportplatz.

„Immer mehr zeigt sich, dass der grundsätzliche Wille der Inklusion über den Weg hin zur Gesamtschule oder gar zum Gymnasium an seine Grenzen stößt. Wir erhalten immer mehr Anrufe von Eltern, die dringend einen Platz in einer Tagesstätte suchen“, verrät Esther Wagner, die neue Leiterin des Bereichs Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe München. Siehe Bericht

Aktuell wird vor dem Gebäude der Einrichtung der Lebenshilfe München, der HPT in Unterhaching, ein neues Freizeitgelände mit Sportmöglichkeiten geschaffen.

Stiftung der Lebenshilfe im Stiftungs-Frühling

Der MünchnerStiftungsFrühling bezeichnet sich selbst als eine der wichtigsten Städte-übergreifende Stiftungs-Veranstaltung in Deutschland. Seit Jahrhunderten sind Stiftungen die Basis für eine konstruktive gesellschaftliche Mitgestaltung. Wer stiftet, schafft Möglichkeiten und setzt damit den Keim für neue Wege, für Individualität und Selbstbestimmung, für Zukunft.

Der Münchner-Stiftungs-Frühling (MSF) möchte als Impulsgeber fungieren. Wo überall in München leisten Stiftungen einen Beitrag zu einer lebenswerten Gesellschaft? Die Stiftung der Lebenshilfe München ist einer dieser Organisationen und präsentiert sich im Rahmen des Münchner-Stiftungs-Frühling.

Ein eintägiger zentraler Auftakt wird in der BMW Welt – am 23. März von 19.30 bis 22.30 Uhr – gefeiert. Dort präsentieren sich die vielen Akteure, die in diesem Jahr mit unterschiedlichen Einzelveranstaltungen einladen. Die Stiftung der Lebenshilfe München veranstaltet einen Musikabend mit der OBA-Band ‚The Orchestra Extrange‚ und zwar am Donnerstag den 28. März ab 18.30 Uhr in der Geschäftsstelle des Elternvereins.

‚Inklusion unplugged‘ ist das Motto dieses Musikabends. Inklusiv wird es in vielerlei Hinsicht. Musiker mit und ohne Behinderung stehen zusammen auf der Bühne. Das Programm – dieses Mal unplugged – reicht von Elvis bis zu Linkin Park, von den Beatles bis zu den Red Hot Chilli Peppers.

Termin vormerken:

Donnerstag, 28. März ab 18.30 Uhr
Musikabend mit der OBA-Band ‚The Orchestra Extrange‘
St.-Quirin-Str. 13a in
81549 München
(Vortragssaal im 1.OG)

Neue Bereichsleiterin für Kinder und Jugend

(gsp) Geht es um soziale Berufe, die Pflege oder das Management in diesem Bereich, macht Esther Wagner so leicht keiner was vor. Seit August 2018 ist sie die neue Bereichsleiterin für ‚Kinder und Jugend‘ bei der Lebenshilfe München. Zuletzt war sie Pflegedirektorin und Qualitätsmanagerin in einer großen psychiatrischen Klinik. Als staatlich geprüfte Heilerziehungspflegerin studierte sie nach einigen Jahren Berufsleben Pflegemanagement und fasste so auch Fuß im psychiatrischen Bereich.

Die Eltern reden mit

Und dennoch ist es für die erfahrene Führungskraft „Neuland“, von einer eher wirtschaftlich orientierten Leitungsebene, hin zum Elternverein. „Bei der Lebenshilfe haben die Eltern immer noch ‚ein Wörtchen‘ mitzureden, selbst bei der „Lebenshilfe München Kinder und Jugend GmbH“, die ja eigentlich eine eigene Gesellschaft ist, aber doch zu 100 Prozent zum Elternverein gehört.

Überzeugungsarbeit leisten

Für Esther Wagner heißt das im Kontakt mit den Eltern Überzeugungsarbeit zu leisten und gemeinsam einen gangbaren Weg zu finden. Es beginnt bereits bei der Information der Eltern über geänderte Anforderungen an Betreuung und Förderung der behinderten Kinder und Jugendlichen, denn der Bezirk Oberbayern – in der Regel der Kostenträger – macht hier die Vorgaben. Viel zu lesen war davon etwa in der langjährigen Diskussion und Gestaltung des Pflegestärkungsgesetzes, dessen Vorgaben jetzt schrittweise umgesetzt werden (siehe Link).

Geänderte Anforderungen

Mit den geänderten Anforderungen aber steigt wiederum der Bedarf an pädagogischen Fachkräften. „War es vor zehn Jahren in einer kleineren Gruppe ausreichend, wenn eine ausgebildete Pädagogin mit einer Zweitkraft und einer Hilfskraft die Kinder betreute, sind heute für diese Betreuungsarbeit zwei pädagogische Fachkräfte und eine halbe Hilfskraft vorgesehen. Dabei ist gut ausgebildetes Personal vor allem in München auf dem Arbeitsmarkt kaum zu finden. Die Meisten suchen eine Vollzeit-Anstellung und sind mit 25 oder 30 Stunden nicht zufrieden, denn der wirtschaftliche Druck ist gewachsen.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für Esther Wagner der intensive Austausch mit den Einrichtungsleitungen der HPT’s in Unterhaching und der Neuherbergstraße im Norden von München. Das Verständnis wecken, eine Sache von mehreren Seiten zu betrachten und kontrovers zu diskutieren und so Weiterentwicklung zu ermöglichen ist ihr dabei genauso wichtig, wie die beidseitige Kommunikation auf Augenhöhe.

Inklusion trifft auf Realität

Eng wird es auch an anderer Stelle, wenn Inklusion auf Realität trifft. „Viele behinderte Kinder kommen aus den Regelschulen zurück, die Anfragen der Eltern häufen sich. Inklusion ist zweifelsfrei der beste Weg einer Integration. Doch bei gestrafften Lehrplänen und Personalmangel bleibt zu wenig Zeit für Menschen mit geistiger Behinderung, auch wenn es nur leichte Einschränkungen sind.“ Esther Wagner geht noch einen Schritt weiter und vergleicht mit anderen Ländern. „Skandinavien, Holland, England und Frankreich sind hier weiter als Deutschland. Vielleicht herrscht einfach ein anderer Umgang mit Menschen mit Behinderung. Er ist natürlicher, selbstverständlicher, was eine Frage der Mentalität sein könnte.“

Termin: Geschwister-Kinder im Focus

Noch Plätze frei: Veranstaltung „Geschwister-Kinder“
am 30. März

In einer Familie den Bedürfnissen aller gerecht zu werden, kann ein Balanceakt sein – besonders, wenn ein Kind eine Behinderung oder chronische Erkrankung hat. Deshalb stehen an dem Infotag die Geschwister im Fokus. ‚Geschwister-Kinder‘ sind jene Kinder, die häufig hinten an stehen wenn es um Zuwendung und Aufmerksamkeit geht, denn ihre Schwester/ ihr Bruder sind eingeschränkt, behindert oder krank. So gilt die Aufmerksamkeit der Eltern dem ’schwachen Glied‘ der Familie – zwangsläufig. Arztbesuche, Therapiestunden, Nachhilfe, besondere Förderung braucht eben ‚jenes andere Kind‘ – und nicht das Geschwister-Kind.

Unter dieser Situation leiden nicht nur die Geschwister, sondern auch die Eltern, denen dieser Mangel an Zuwendung gegenüber ‚dem anderen Kind‘ oft bewusst ist, oder auch verdrängt wird. Sie sehen keine andere Möglichkeit.

Aus dieser Situation heraus entstehen Konflikte, häufig unverarbeitet, und führen langfristig zu massiven Problemen. Die Sozialen Träger zeigen Wege aus dieser Krise, aus diesem Konflikt. Auch die Lebenshilfe München unterstützt die Veranstaltung Geschwister-Kinder.

DIE SOZIALEN TRÄGER

Lebenshilfe München – Pfennigparade – Piff – BIB – Stiftung Irmengard Hof – KONA

TERMIN

Samstag, 30. März / 14 bis 18 Uhr
Clubräume der Pfennigparade
Barlachstraße 28 / 80804 München

Um Anmeldung wird gebeten unter: info@pfiff-franziskuswerk.de

Hier geht’s zur Einladung Geschwister im Fokus Infotag 30.03.2019

Chip, Stick und Co bei der Lebenshilfe

Am 20. März erscheint die neue L.I.E.S.-Ausgabe

Schwerpunktthema: Chip, Stick & Co.

„Chip, Stick & Co.“ sind in diesem L.I.E.S. die Hauptakteure. Sie stehen symbolisch für unsere moderne Welt, die inzwischen in fast allen Bereichen digitalisiert ist. Manche mögen das bedauern, aber kaum einer kann sich der Entwicklung entziehen. Im Redaktions-Team diskutieren wir kontrovers über die verschiedenen Sichtweisen und entschieden das Thema positiv anzupacken.

Titelfoto: © Sabine Schwab  –  Die junge Frau auf dem Titel heißt Laura. Sie ist 25Jahre alt und lebt mit dem Rhett-Syndrom. Den Knopf, den sie hier drückt, nennt man „Sprechende Taste“. Sie benutzt das Gerät seit ihrer Kindheit und kann sich auf diese Weise ganz gut verständigen. Noch andere Möglichkeiten, sich auszu- drücken, hat Laura wenn sie ihr anderes Kommunikationsgerät nutzt. Es heißt TOBI I und funktioniert mit Augensteuerung. Gerade für Menschen mit schwerer Behinderung, die nicht sprechen, sind technische Hilfsmittel besonders wichtig, um am Leben in der Gemeinschaft teilzuhaben.

Digitalisierung hat für Menschen mit Behinderung viele Fortschritte gebracht. Ganz wichtig dabei: die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. So wurden in den letzten Jahren zahlreiche Möglichkeiten entwickelt, auf elektronischen Wegen zu kommunizieren. Viele, die sich sonst nicht äußern könnten, nutzen inzwischen Geräte, die ihnen helfen sich verständlich zu machen. Teilhaben bedeutet aber auch informiert zu sein. So sind die sozialen Netzwerke wie Whatsapp und Facebook – aber auch barrierefreie Informationsportale wie CABito – Varianten, um sich selbständig auf dem Laufenden zu halten, Freundschaften zu pflegen, dabei sein, teilhaben.

Dazu kommen Hilfsmittel für Menschen mit körperlichen Behinderungen. Hier kann der intelligente Einsatz von kleinsten Computern und elektronischen Steuerungssystemen die individuelle Beweglichkeit fördern und damit den Weg für ein selbstbestimmtes Leben ebnen. Ein entscheidender Beitrag zur Teilhabe am aktiven Leben, ein Kernanliegen der Lebenshilfe München.

Passend zum Schwerpunkt wurden für die Leser mit Lernschwierigkeiten im „Blick•punkt Leichte Sprache“ ein paar wichtige Regeln zur Nutzung von sozialen Netzwerken formuliert. Dass hier Gefahren lauern, muss immer wieder klar und deutlich gesagt werden!

In eine ganz andere Welt entführt uns der Text „Sieben Mal hinfallen, acht Mal aufstehen“ im Panorama-Teil. Hier stellt der irische Bestsellerautor David Mitchell einen jungen Mann vor. Naoki Higashida lebt in Japan und hat eine Form des non-verbalen Autismus. Mit Hilfe einer Alphabettafel oder einer Computertastatur schreibt er mühselig Satz für Satz und lässt uns teilhaben an seinen Gedanken, seiner Umwelt, seinen Fragen.

Lesenswert, informativ und aktuell sind auch die anderen Bücher in dieser L.I.E.S.-Ausgabe. Mit dabei ist ein Bildband, den die Lebenshilfe Seelze herausgegeben hat. Wunderschöne Fotos und Mut machende Lebensgeschichten von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Behinderung und ihren Familien sind darin zu finden.

 

5000 Euro Spende für einen Lebenshilfe-Streichelzoo

(gsp) Große Unternehmen und Firmen engagieren sich heute global wie auch sozial.
Eine dieser ‚Global Player‘ ist das Logistikunternehmen Imperial-Logistics mit ihrem Hauptgeschäft in Afrika, zunehmend aber auch in Europa. Es betreibt
neben seiner deutschen Zentale in Duisburg auch in München/ Neufahrn eine Niederlassung, weltweit ist es an 170 Standorten vertreten. Die Nähe zur Region
gab auch den Ausschlag auf der Suche nach einem sozialem Engagement.
Die Wahl viel dabei auf die Lebenshilfe München.

5000 Euro für die Lebenshilfe München. Von Links: Christine Wiesenthal-Moser (AD), Julia Bader (FUD), Georg Hohenester (OBA), Margret Meyer-Brauns (Beratung), Gudrun Keinert (Schulbegleitung), Harry Zipf (OD), Srecko Mühling, Direktor der General-Cargo, von Imperial-Logistics, Christina Kistler, Assistant to Director und Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München. Foto: Gerd Spranger

Srecko Mühling und Christina Kistler von Imperial-Logistics betonen bei ihrem Besuch der Lebenshilfe-Zentrale in München, dass sie sich meistens langfristig in ihrem sozialen Engagement binden, wie etwa bei einem Kinderhospitz in Duisburg. Peter Puhlmann, Geschäftsführer und Stiftungsvorstand des Elternvereins nutzte die Gunst der Stunde, und führte die Besucher in ein laufendes Meeeting der ‚Offenen Dienste‘.

Die Leistungen der Lebenshilfe-Einrichtungen sind komplex und vielseitig. Hier ist besteht möglicherweise eine Parallele zwischen den Global-Player Imperial-Logistics und der im Kern als Elternverein bestehenden Sozialeinrichtung.

„Die Lebenshilfen in Deutschland entstanden vor 60 Jahren und wurden aus der Not geboren. Eltern mit einem behinderten Kind standen bis 1958 sehr alleine mit ihren Nöten und Sorgen. So entstanden Netzwerke und daraus Vereine. Dabei ist jeder der über 500 Elternvereine für sich selbst komplett selbständig,“ erklärt Peter Puhlmann die Struktur und führt weiter aus: „So gründeten sich die Werkstätten, Wohneinrichtungen und auch schulische Angebote.“ Dabei sei ‚die Beschulung‘ von Menschen mit geistiger Behinderung noch in den 60er-Jahren keine Selbstverständlichkeit gewesen. „Die Gründung der Förderschulen ist ganz sicher auch dem anhaltenden Druck der Eltern in der Öffentlichkeit, und damit auch den Lebenshilfen, zu verdanken“, bekräftigt Puhlmann.

Beratung ist auf allen Ebenen wichtig und nötig

So gilt etwa die Eltern- und Angehörigenberatung als eines der Kernanliegen der Lebenshilfe und allein jährlich 900 Beratungen in München sprechen für sich. Dabei ist die Angehörigenberatung mit Margret Meyer-Brauns und der ehrenamtlich tätigen Volljuristin Andrea Siemen nur an zwei Tagen der Woche besetzt. „Viele gesetzlich geregelte Ansprüche müssen wir häufig mit Widersprüchen gegen bestehende Bescheide durchsetzen,“ erzählt Meyer-Brauns. Die Erstberatung ist dabei immer kostenlos, „wie wollen keine Barrieren aufbauen“, erklärt sie. Die Lebenshilfe leitet hier zwar für viele Menschen einen großen Dienst, diese Leistungen aber sind finanziell mit maximal 80 Prozent abgedeckt. Es ist ein Engagement, dass die Lebenshilfe, und hier vor allem engagierte Mitarbeiter und Ehrenamtliche, einbringen.

Austausch am ‚Runden Tisch‘ über die Arbeit der Offenen Dienste der Lebenshilfe München. Foto: gsp

Dabei zählen Beratungen auf fast allen Ebenen zum ‚täglichen Brot‘, vom Familien-Unterstützenden Dienst, den Frühförderstellen und anderen Bereichen der Lebenshilfe München. Beim Familien-Unterstützenden Dienst etwa müssen ehrenamtliche Mitarbeiter und betroffene Familien zusammen zu finden. Auch bei der Ferien- und Samstagsbetreuung werden viele Angebote, Mitarbeiter und Dienste koordiniert. Insgesamt arbeiten bei den ‚Offenen Diensten‘ 400 Ehrenamtliche und es werden jährlich rund 40.000 Betreuungsstunden geleistet. Die Lebenshilfe München ist darüber hinaus noch in den Bereichen ‚Interdisziplinäre Frühförderung‘, ‚Kinder und Jugend‘ sowie im Bereich ‚Wohnen‘ tätig. „Angefangen bei Beratungen zur pränatalen Diagnostik bis hin zum Frühgeborenen und Kleinkind, über das Schulalter bis in die Werkstätten und vom Wohnen bis zur Senioren-WG begleitet die Lebenshilfe Menschen mit geistiger Behinderung ein Leben lang,“ fasst Geschäftsführer Peter Puhlmann zusammen. Er bedankte sich für die Spende von 5000 Euro von Imperial-Logistics, die zu 100 Prozent der Stiftung des Elternvereins zufließt.

Mit den Tieren auch Verantwortung übernehmen

Puhlmann erklärt auch das Projekt der Spende: „Wir wollen einen Streichelzoo für unsere betreuten Kinder und Erwachsenen errichten. Menschen mit geistiger Behinderung sind häufig nicht in der Lage sich auszudrücken. Beim Umgang mit Tieren aber gelingt das ganz gut, ob es das Versorgen, das Streicheln oder die Berührung von Tieren. Sie profitieren in Ihrem Alltag und ihrer Gefühlswert, etwa beim Reiten oder für ein Tier Verantwortung zu übernehmen. Es bereichert die Wahrnehmung und die Teilhabe am ganz normalen Leben.“

Srecko Mühling, Direktor der General-Cargo, von Imperial-Logistics bedankte sich für diesen lebhaften Einblick in die Arbeit der Lebenshilfe und schloss den Kreis zum eigenem Unternehmen mit einer kleinen Anekdote. „Beim Besuch eines BMW-Werks erzählte uns der Leiter, dass von jährlich 340.000 gefertigten Autos keine zwei völlig gleich seien. Das verdeutlicht vielleicht den Stellenwert einer guten Logistik, nämlich das richtige Produkt – das sich oft aus vielen Einzelteilen zusammen setzt – zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Hier sind wir weltweit eines der führenden Unternehmen.“

Inklusion bedeutet teilnehmen können

Aktuell urteilte des Bundesverfassungs-Gericht: 
Es darf keine Wahlausschlüsse geben! Lesen Sie mehr in Wahl-Aus-Schluss

Leichte Sprache ebnet den Weg

Immer wieder begegnen uns im Alltag befremdliche Situationen, wie wenig viele Menschen auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung eingehen. Etwa wird eine hohe Stufe am Eingang zu einer Arztpraxis belassen, weil sich Anwohner von einer kleinen Rampe für Rollstuhlfahrer stören. Aber selbst bei Wahlen ist es keine Selbstverständlichkeit (siehe Bericht), dass Menschen mit geistiger Behinderung an ihnen teilnehmen können. Die OBA-München (Offene Behindertenarbeit – evangelisch in der Region München) hat es anlässlich der Bezirkstagswahl im September 2018 vorgemacht, was Inklusion hier bedeutet und eigens ein Heft in Leichter Sprache herausgegeben.

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Am Anfang steht das Bemühen, in einfachen und verständlichen Sätzen (Leichte Sprache) die Zusammenhänge der ‚großen Politik‘ deutlich zu machen. Zunächst werden schwierige Wörter erklärt, um dann darauf einzugehen was politische Parteien eigentlich sind. Die OBA führt ganz behutsam an die Thematik heran und formuliert auch eigene Fragen – im Sinne von Menschen mit Behinderung, mit denen sie die Politiker konfrontiert. Im Grunde sind sich auch alle Parteien einig, dass das Recht auf Wählen ein Grundrecht ist und es keine Wahlausschlüsse geben darf. Doch leider sieht dann die politische Realität ganz anders aus, denn geändert wurde daran bislang nichts.

Wer die Antworten der Politik lesen möchte, muss das Heft downloaden,
hier ist der Link:
https://www.muenchen-evangelisch.de/oba-brosch-re-leichter-sprache-zu-den-landtags-und-bezirkstagswahlen

Das sind die vorgelegten Fragen der OBA:

OBA Frage: Selbst-bestimmung

Menschen mit Lern·schwierigkeiten möchten selbst·bestimmt leben.
Ohne Bevor·mundung und Gewalt.
Wir haben eine Idee: Es soll ausgebildete Ansprech·personen
mit Behinderung geben. Dort wo Menschen mit Lern·schwierigkeiten
zusammen·leben oder arbeiten.
Die Ansprech∙personen können helfen, Probleme zu lösen.
Zum Beispiel: Frauen·beauftragte mit Lern∙schwierigkeiten.
Unterstützen Sie unsere Idee?

OBA Frage: Selbst-Behauptung

Man braucht gute Bildungs·angebote im Bereich Selbst·behauptung.
Zum Beispiel: Selbst·behauptungs·kurse.
Welche Vorschläge haben Sie dazu?

OBA Frage: Betreuung

Wir fordern: Das Betreu·ungs·recht muss besser werden.
Menschen mit Lern·schwierigkeiten werden immer wieder
durch gesetz·liche Betreu·ung bevor·mundet.
Das heißt: Sie können etwas nicht selbst entscheiden.
Der Betreuer entscheidet für sie.
Werden Sie etwas tun,
damit das Betreu·ungs·recht besser wird?

OBA Frage: Politik

Nicht alle Menschen mit Lern·schwierigkeiten dürfen wählen. Sie dürfen nicht wählen: wenn sie eine gesetz·liche Betreu·ung für alle Angelegenheiten haben. In der UN-Behinderten·rechts·konvention ( erklären wir auf Seite 3 ) steht aber: Menschen mit Behinderung haben die gleichen Rechte wie Menschen ohne Behinderung. Auch in der Politik. Wann ändert Bayern das? Damit alle Menschen wählen können?

OBA Frage: Sich selbst vertreten

Menschen mit Lern·schwierigkeiten müssen sich selbst vertreten können. Auch in der Politik. Damit sie überall mit·machen können. Und ihre Wünsche und Interessen sagen können. Gibt es in Ihrer Partei eine Arbeits·gruppe für das Thema: Menschen mit Behinderung? Können auch Menschen mit Lern·schwierigkeiten mit·machen?

OBA Frage: Leichte Sprache

Leichte Sprache ist wichtig. Damit Menschen mit Lern·schwierigkeiten
mit∙machen und mit∙reden können. Jeder muss seine Rechte und
Ansprüche wissen. Damit man sie auch nutzen kann.
Wann gibt es in Bayern mehr Informationen in Leichter Sprache?
Zum Beispiel: Formulare, Bescheide, Gesetzes·texte.

OBA Frage: Armut

Besonders viele Menschen mit Behinderung haben zu wenig Geld.
Viele Menschen mit Lern∙schwierigkeiten
können nur in einer Werk·statt für Menschen mit Behinderung arbeiten.
Sie verdienen sehr wenig Geld.
Zu wenig Geld ist ein Hindernis.
Manche Menschen sparen am Essen, um ein Hobby zu haben.
Was wollen Sie gegen diese Armut tun?

OBA Frage: Arbeit

Menschen mit Lern·schwierigkeiten haben meist keine Ausbildung.
Denn für viele Ausbildungen braucht man einen bestimmten Schul·abschluss.
Die meisten Menschen mit Lern·schwierigkeiten
sind in einer Werk·statt für Menschen mit Behinderung.
Dazu sagt man kurz: WfbM.
Nur wenige kommen da heraus und
finden andere Arbeits·plätze.
Wir wollen auch Möglichkeiten haben, weiter zu lernen.
Wie wollen Sie die Unternehmen mehr
in die Pflicht nehmen und darin unterstützen,
auch Arbeits·plätze für Menschen mit Lern·schwierigkeiten anzubieten?

OBA Frage: Werkstätten (WfbM)

Wie können Werk∙stätten für Menschen mit Behinderung
besser für den Arbeits·markt ausbilden und vorbereiten?

OBA Frage: Bildung

Wie können Sie Bildungs·einrichtungen wie Volks·hoch·schulen
dazu bringen: mehr Bildungs·angebote für Menschen
mit Lern·schwierigkeiten anzubieten?

OBA Frage: Bildungs-Urlaub

Was sagen Sie zu einem gesetz∙lichen Anspruch auf Bildungs·urlaub? Im Gesetz soll stehen: Ein Arbeit∙nehmer bekommt bezahlten Urlaub für Weiter∙bildungen. Es gibt nur in Bayern und Sachsen kein Gesetz dafür.

OBA Frage: Wohnen

Menschen mit Behinderung brauchen Wohnungen, die bezahl·bar und barriere·frei ( erklären wir auf Seite 3 ) sind. Sie möchten vor allem eine eigene Wohnung. Oder in kleinen Wohn·gemein·schaften wohnen. In den Stadt·vierteln. Die Mieten werden aber immer höher. Wie wollen Sie das stoppen?

Es darf keinen Wahl-Aus-Schluss geben

Aktuell urteilt das Bundesverfassungs-Gericht:

Wahlrechts-Ausschlüsse sind gegen die Verfassung, gegen die Menschenrechte!
Lesen Sie mehr im aktuellen Newsletter der Lebenshilfe. Hier ist der Link:

http://newsletter.lebenshilfe-aktiv.de/weblication/grid5/apps/newsletter

Am 26. Mai ist Europa-Wahl



Jürgen Dusel ist Jurist und von der Bundesregierung beauftragt, sich um die Belange von Menschen mit Behinderung zu kümmern. In dieser Woche war ein großer Artikel von ihm in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. Er will, dass sich auch Menschen mit Behinderung an Wahlen beteiligen können. Als nächste Wahl steht am 26. Mai die Europa-Wahl an. In Deutschland werden 96 Menschen für das Europäische Parlament gewählt.

Die Lebenshilfe möchte, dass alle Menschen wählen dürfen. Bei einer Wahl des Europäischen Parlamentes genauso wie bei einer Bundeswahl oder einer Länderwahl. Das Wahlrecht muss für alle gelten, auch für Menschen mit Behinderung. Die Fraktionen des Deutschen Bundestags diskutieren nun erneut darüber. Schon von 2009 bis 2013 hat sich die Lebenshilfe intensiv für eine Änderung des Wahlrechtes eingesetzt. Noch aber gibt es einen Wahlausschluss. Wenn aber nicht alle wählen dürfen – dann ist mit der Wahl-Aus-Schluss.

Widerspruch zur UN-Behinderten-Rechtskonvention

„Ausgeschlossen zu sein vom Wahlrecht kommt einem Entzug der Bürgerrechte gleich,“ sagt Jürgen Dusel. Auch stehen die Wahlrechts-Ausschlüsse in einem direkten Widerspruch zur UN-Behinderten-Rechtskonvention. Und auch Deutschland hat sich vor zehn Jahren diesem Abkommen rechtlich verpflichtet. Bei ihrer Zusammenarbeit waren sich die Regierungsparteien noch einig, diesen Wahl-Aus-Schluss zu beenden. Jürgen Dusel meint, dass es sich die Union nun wieder anders überlegt hat. Anstatt diesen Wahlausschluss einfach zu beenden, soll nun eine sehr schwierige Rechtslage geschaffen werden. Das ist der Fall, wenn Richterinnen oder Richter in jedem einzelnen Fall eine Entscheidung treffen müssen, ob der Mensch mit Behinderung auch wählen darf oder kann.

Experten meinen, dass Menschen mit Betreuung nicht ohne fremden Einfluss ihre Wahl treffen würden. „Diese Menschen“ wären doch gar nicht in der Lage, ausgewogene Wahlentscheidungen zu treffen. Wer aber ist nicht von irgend jemanden beeinflusst? Wer kann von sich behaupten völlig frei seine Wahlentscheidung zu treffen? Wo sind die Grenzen, wer steckt sie ab? Jürgen Dusel kommt zu dem Schluss, dass „allein die Annahme, dass bei der Stimmabgabe die abstrakte Gefahr besteht, eine Assistenzkraft könnte unrechtmäßig handeln, nicht die Vorenthaltung eines zentralen demokratischen Grundrechts rechtfertigt.“

Mehr dazu lesen Sie im Artikel der Süddeutschen Zeitung „Wer darf wählen – und wer nicht?“ – Hier ist der Link dazu:

https://www.sueddeutsche.de/politik/aussenansicht-wer-darf-waehlen-und-wer-nicht-1.4325099

Ein Riesen-Flatscreen-TV für die Lebenshilfe München

Einen riesigen modernen Flachbildfernseher bekam die Wohnen GmbH der Lebenshilfe München von der Firma Multimon GmbH aus Kirchheim gespendet. Ursprünglich war das große Flatscreen-TV-Gerät der Gewinn einerTombola. Multimon-Geschäftsführer Edward Skube entschied sich für die Spende an die Lebenshilfe. Dort wird er bei besonderen Anlässen in den verschiedenen Wohnstätten zum Einsatz kommen „und langfristig wohl in der neu entstehenden Einrichtung am Willinger Weg“, überlegt Wohn-Bereichsleiter René Pfeifer.

Zur Übergabe der Spende traf man sich bei der Frühförderung der Lebenshilfe München in Feldkirchen. Auf dem Bild zu sehen (von links): Wohnbereichsleiter Renè Pfeifer, Maria-Anna Link, Bereichsleiterin der Interdisziplinären Frühförderung, Multimon-Verwaltungsleiterin Anja Schmid und Multimon-Geschäftsführer Edward Skube.

Die MULTIMON Gruppe ist seit 1982 auf dem europäischen Brandschutzmarkt vertreten. Ein effektives Brandschutzkonzept ist der wichtigste Schritt für maximale Sicherheit. Von der Planung über die Installation bis hin zur Inbetriebnahme liefern wir alles aus einer Hand.

Wir bieten unseren Kunden neben individuellen Brandschutzanlagen auch regelmäßige Wartungen an um die Funktionsfähigkeit der Brandschutzanlagen zu gewährleisten. Von unserem Hauptsitz in 85551 Kirchheim b. München und weiteren Standorten in ganz Deutschland betreuen wir unsere Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen.

Wenn Sie mehr erfahren möchten, besuchen Sie uns im Internet unter www.multimon.info

Ein wunderbares Leben als Autistin

Unser Lese-Tipp:

Denise Linke beschreibt in diesem wunderbaren Artikel wie es ist, etwas zu beschreiben, das man selbst gar nicht kennt. Sie versucht damit eigentlich das für Sie bzw. das für uns Unmögliche zu erklären, in Worte zu fassen. Sie möchte ihr Leben nicht anders haben, hat aber dennoch viel Ausgrenzung und Zurückweisung erfahren.

Sie erklärt aber auch, warum das Wort ‚Grünschnabel‘ für sie selbst so eine wundersame Bedeutung hat oder warum ein Small-Talk für sie gar nicht so einfach ist. Das Wichtigste aber: Sie ist mit sich selbst und ihrem Leben ganz zufrieden.

Lesen Sie mehr von Denise in dem Focus-Artikel (Link) oder bestellen Sie ihr Buch auf Amazon (Link).

Link zum Focus-Artikel:
https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/autismus-und-adhs-denise-ueber-ihr-wunderbares-leben-als-autistin_id_10223629.html

Link zu ihrem Buch „Nicht normal, aber das richtig gut“ bei Amazon:
https://www.amazon.de

 

 

Hohe Lebensqualität und Engagement im Ehrenamt

13. Münchner FreiwilligenMesse am 27. Januar im Gasteig

Dass hohe Lebensqualität und Engagement im Ehrenamt gut zueinander passen, verdeutlicht die 13. Münchner FreiwilligenMesse am 27. Januar im Gasteig. 6000 Besucher werden erwartet und auch die Lebenshilfe München informiert an einem eigenen Stand über ihre Dienste. München ist mehr als Englischer Garten, Isarauen, Tierpark, Olympiapark oder eine pulsierende Innenstadt. München lebt von jedem Einzelnen und den vielen Organisationen, die ein lebenswertes Umfeld schaffen.

Auch 2019 ist die Lebenshilfe München wieder vor Ort auf der Münchner Feiwilligen-Messe im Gasteig.



„Wenn alle Bürgerinnen und Bürger „sich Zeit nehmenfür die Umwelt, sich Zeit nehmen für Andere, den und die Nächste“, dann können wir die bereits hohe Lebensqualität unserer Stadt nicht nur bewahren, sondern noch verbessern“, sagt Dr. Gerlinde Wouters, Leiterin von FöBE (Förderstelle für Bürgerschaftliches Engagement), die den Informationstag im Gasteig organisiert. 80 Aussteller haben sich angemeldet.

60 freiwillige Helfer lotsen die Besucher durch die drei Etagen des Gasteigs und beantworten Fragen, um einen informativen und spannenden Messebesuch zu gewährleisten. Außer der fachkundigen Beratung durch die Ausstellerinnen und Aussteller erwartet die Gäste ein attraktives Rahmenprogramm mit Live-Musik, interessanten Kurzvorträgen und Erfahrungsberichten von freiwillig Engagierten.

Der Eintritt zur Messe ist kostenlos, der Zugang ist barrierefrei.

27. Januar 2019, 10 bis 17 Uhr
Kultur- und Bildungszentrum Gasteig
Rosenheimer Straße 5, 81667 München
S-Bahn 1 – 8 und Trambahn Nr. 15/25
– Haltestelle Rosenheimer Platz –

Hier geht’s zum unserem Bericht vom Januar 2017:
ehrenamt-braucht-professionelle-begleitung/

Zwischenspiel: ein inklusives Atelierprojekt

Es ist ein Zwischenspiel mit wechselnden Orten und Teilnehmern. Und der Titel passt gut für eine Ausstellung, bei der Inklusion, verschieden Techniken und Stile zum Tragen kommen. Zu sehen ist die Ausstellung erstmals ab 21. Januar im „Neuen Rathaus“ Marienplatz im 2. Stock, gleich vor dem Büro des Oberbürgermeisters mit der Zimmer-Nummer 293.



Ein Zwischenspiel hat irgendwie nie einen richtigen Anfang und hört irgendwie auch nie auf, es bleibt ein Zwischenspiel, kehrt aber immer wieder. So war auch der FUD (Familien-Unterstützender-Dienst) der Lebenshilfe München im Rahmen der Ferienbetreuung ab und an einmal mit den Kindern im Atelier, hat zugeschaut und mitgemacht.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von bildnerischen Arbeiten, die im Rahmen der bisherigen Atelier-Stationen des inklusiven Ortswechsel-Projekts entstanden sind. ‚Zwischenspiel‘ vermittelt einen Eindruck der vielfältigen Techniken und Stile, mit denen die Teilnehmer*innen sich experimentiert im offenen Atelier ausgedrückt haben. Darüber hinaus werden die Arbeiten von Texten und Fotografien begleitet. Sie dokumentieren die verschiedenen Veranstaltungsorte, Arbeitsprozesse und Begegnungen.

Ausstellungs-Beginn ist der 21. Januar
und gezeigt wird sie bis zum 15. Juni jeweils
Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr und
Freitag von 8 bis 12:30 Uhr

WO? – im Neuen Rathaus, Marienplatz, 2. Stock, vor dem
Büro des Oberbürgermeisters (Zimmer 293)

Zu erreichen über
MVV: S-/U-Bahn-Haltestelle Marienplatz

KONTAKT und weitere Informaitonen:
atelier.ortswechsel@gmail.com
http://www.facebook.com/atelier.ortswechsel

Der Eintritt ist kostenlos / Der Zugang ist barrierefrei möglich.

Plakat-Aktion: Was ist Inklusion?

Seit gestern sind in U- und S-Bahnen in München Plakate zum Thema Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu sehen. Fünf unterschiedliche Foto-Motive zeigen Menschen mit und ohne Behinderungen, die zusammen unterschiedliche Situationen im Alltag erleben. Unterlegt werden die Motive mit korrespondieren Texten wie beispielsweise „Zusammen genießen. Das ist Inklusion.“ oder „Zusammen lachen. Das ist Inklusion.“

Sozialreferentin Dorothee Schiwy: „Bewusstseinsbildung ist ein wichtiger Schritt zum Abbau von Barrieren. Gelebte Inklusion kann nur funktionieren, wenn alle bereit sind, sich dafür einzusetzen – von den Entscheidungsträgerinnen und -trägern bis hin zu den Bürgerinnen und Bürgern. In puncto Inklusion gibt es noch viel zu tun. Zwar hat sich die Stadt schon vor Jahren auf den Weg gemacht, doch das Ende dieses Weges ist noch lange nicht erreicht. Deshalb arbeiten wir intensiv daran, dass München Schritt für Schritt inklusiver wird.“

Die auf den Plakaten abgebildeten Fotos stammen von Münchner Bürgerinnen und Bürgern. Entstanden sind die Aufnahmen im Rahmen eines Wettbewerbs, den das Koordinierungsbüro zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Auftrag des Sozialreferats 2016 ausgelobt hatte.

Weitere Informationen unter: www.muenchen-wird-inklusiv.de/

Ein Neuanfang der Wohneinrichtung der Lebenshilfe München am Willinger Weg

Im Januar zogen die zehn Bewohner, Menschen mit geistiger Behinderung, aus ihrem langjährigen Wohnhaus am Willinger Weg nach Unterschleißheim, sind dort großzügig, in hellen Räumen mit viel Platz untergebracht. Jetzt, im Dezember, haben die Abbrucharbeiten der alten Villa aus den 30er-Jahren begonnen, um einem Gebäude Platz zu machen, dass die Anforderungen des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes erfüllt. Für die Lebenshilfe München, als Eigentümer und Betreiber der Einrichtung, ist es ein langer Prozess, der jetzt endlich seinen Gang nimmt.



Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann erinnert sich. „Für uns war zunächst klar, dass dieses Haus in keiner Weise die Vorgaben eines behinderten gerechten Wohnens erfüllt. Wir waren also gezwungen etwas zu unternehmen. Im Jahr 2014 führte ich einige Gespräche mit dem Bezirksausschuss (BA) 16 Ramersdorf-Perlach. Der Ausschuss stimmte unseren Plänen nach intensiven Gesprächen, auch mit den Anwohnern, letztlich zu. Mein besonderer Dank geht dabei an Rechtsanwalt und BA-Bauexperte Wolfgang Thalmeir (CSU).“

2019 startet der Rohbau am Willinger Weg

Im Herbst 2016 konnte dann über einen Architektenwettbewerb über die Ausgestaltung des Neubaus entschieden werden, und im März 2019 soll dann der Rohbau starten.

Zunächst aber wurden im Dezember die unterschiedlichen Baustoffe im alten Gebäude vorschriftsmäßig entfernt, sortiert und entsorgt. Auch der Außenbereich wird vorbereitet und schützenswerte Bäume gesichert. Selbst die Humuserde des großen Gartens wird abgetragen und sicher gelagert, um sie vor Kontaminierung zu schützen.

Diese Arbeiten sollen bis zu den Weihnachtstagen abgeschlossen sein. Nach den Feiertagen steht dann der Abriss des alten Hauses an, so dass Ende Januar 2019 das Gelände für den Neubau entsprechend vorbereitet und gesichert werden kann, um den Aushub für den Keller zu starten. In der Zwischenzeit laufen die Gespräche mit den Firmen, die sich um die Errichtung des Rohbaus beworben haben. Ab 21. März 2019 wird die dann beauftragte Firma voraussichtlich mit dem geplanten Neubau starten können.

Ein DANK an alle Beteiligten

Für die Lebenshilfe München ist es ein wichtiger Schritt nach Jahren der Vorbereitung und ein großes Weihnachtsgeschenk. Geschäftsführer Peter Puhlmann bedankt sich bei allen Beteiligten, bei den Bewohnern und Betreuern, bei den Anwohnern und Nachbarn, bei den Architekten und Baufirmen und allen, die zu einem guten Gelingen der neuen Einrichtung am Willinger Weg mitwirken, zum Wohle von Menschen mit geistiger Behinderung.