Der Einkaufsservice der OBA

Cheddarkäse oder Chester?

Hilfe mit dem Einkaufs-Service von FuD und OBA der Lebenshilfe München

Zum ersten Mal in meinem Leben gehöre ich zu einer Risikogruppe. Ich bin knapp 80, habe einen erheblichen Lungenschaden und bin nach zwei Rücken-OPs auf einen Rollator angewiesen. Vielleicht habe ich noch ein paar gute Jahre, aber wenn Corona mich erwischt, bedeutet das für mich sicher das Aus.

Ich lebe allein. An die Maßgabe: „Bleiben Sie zuhause“ würde ich mich sehr gern halten, aber allmählich leert sich der Kühlschrank. Es fehlt vor allem an Obst und Gemüse. Die Familie im Erdgeschoss hat angeboten, mir etwas mitzubringen, falls ich etwas brauche. Auch (jüngere) FreundInnen haben signalisiert, dass sie für mich Besorgungen machen würden. Doch ich zögere. Ich brauche eine Menge; damit möchte ich die Leute, die sich jetzt zwischen Home Office, Home Schooling und Babysitting aufreiben, nicht belasten.

Ehrenamtliche Einkaufsdienste

Ich beschließe, mich um den Lieferservice eines Supermarktes in der Nachbarschaft zu kümmern. Da erreicht mich, gerade rechtzeitig, eine Email von der OBA. Die ehrenamtlichen HelferInnen bieten Einkaufsdienste an. Super-Idee! Die segensreichen Freizeit- und Reiseangebote der OBA sind mir durch meinen Sohn, der häufig daran teilnimmt, wohl bekannt. Also melde ich mich.

Abends ruft mich Franziska S. an. Sie ist Mitarbeiterin beim FuD. Wir vereinbaren, dass ich eine Liste mit meinen Einkaufswünschen schreibe und sie ihr per Handy übermittele. „Wie viel können Sie tragen?“ frage ich vorsichtshalber. „Sind Sie zu Fuß oder mit dem Rad oder Auto unterwegs?“ Franziska beruhigt mich. Sie wohnt in der Nähe, sie wird das Auto nehmen und tragen kann sie viel. Also schreibe ich auf: Tomaten, Gurke, Zucchini, Kartoffeln, Salat, Paprika, Eier, Chesterkäse…. Und einen Strauß Tulpen für die Psyche! Die Liste wird ziemlich lang.

Wie machen wir das mit dem Bezahlen? „Entweder lege ich es aus und Sie überweisen die Summe. Oder Sie geben mir das Geld, wenn ich Ihnen die Einkäufe bringe.“, sagt Franziska. Barzahlung ist mir lieber, also vereinbaren wir das so.

Einkauf wird bis an die Tür geliefert

Franziska ruft aus dem Supermarkt an: „Chesterkäse kann ich hier nicht finden. Aber es gibt Cheddar. Meinen Sie den?“ Ja, richtig, den meine ich, hatte bloß den Namen verwechselt. Wenig später klingelt noch einmal das Handy. Rund 55 Euro hat Franziska für den Einkauf bezahlt. Ich lege das Geld in einen Umschlag. Die Übergabe geht schnell. Franziska lädt vor meiner Tür diverse Tüten ab, ich reiche ihr den Umschlag. „Was bekommen Sie für Ihren Service?“ frage ich. „Von Ihnen nichts“, antwortet sie. Ich merke mir das, denn Spenden sind bei der Lebenshilfe immer willkommen.

Mittlerweile ist der Kühlschrank wieder ziemlich leer. Also werde ich bei Franziska oder bei der OBA (Frau Barbato 089-69347 130) anrufen und um einen neuerlichen Einkaufs-Hillfsdienst bitten. Einfacher, angenehmer und zuverlässiger geht’s wirklich nicht.

Ilse Achilles

Unser Archivfoto zeigt die Vorsitzende des Vorstandes der Lebenshilfe München, Andrea Siemen (r.), die sich bei Ilse Achilles (l.) bedankt, die viele Jahre als Vorsitzende des Angehörigen-Beirates den Elternverein aktiv unterstützte.

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