Gesundheits-Förderung in der Lebenshilfe ist Chefsache

Zu einem ersten Meeting für eine gezielte Gesundheitsförderung der Mitarbeiter trafen sich (von rechts): Wohnbereichsleiter René Pfeifer, Coachin Andrea Beese, Paul Oberhofer, Renate Bauer, Lisa Hasenberger und Julia Knoll. – Fotos: Gerd Spranger

Gesundheits-Förderung ist bei der Lebenshilfe München ein zentrales Thema. Geht es doch in der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung ganz besonders um dieses Anliegen, die Gesundheit und das Potential jedes Einzelnen zu fördern und zu entwickeln. Aktuell aber sind es die Mitarbeiter des Bereichs ‚Wohnen‘ selbst, wo nach Potential zur Verbesserung gesucht wird.

Gesunde Mitarbeiter sind ein wichtiger Faktor für ein erfolgreiches Unternehmen und das Engagement der Lebenshilfe München ist einzigartig. Nicht nur ein Seminar oder ein Workshop sollen verbessern, sondern über einen Zeitraum von sechs Monaten geht man zentralen Fragen und Anliegen in einer ganzen Veranstaltungsreihe auf den Grund. Aus der Gesundheitsförderung wird ein gezieltes betriebliches Gesundheitsmanagement.

Eigene Führungsebene soll gestalten

Angefangen wird bei den Führungskräften, denn seit fast zwei Jahren arbeitet der Elternverein in der Wohnen GmbH mit einer eigenen Führungsebene aus Einrichtungsleitern und Gruppenleitungen. Alle Fäden laufen bei der übergeordneten Bereichsleitung zusammen. Es war ein zentrales Anliegen von Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann, im Unternehmen der Lebenshilfe München die Unternehmensstruktur zu verbessern. Über den Elternverein hinaus umfasst die Organisation zwei GmbH’s und es werden 350 Mitarbeiter beschäftigt, ohne Werkstätten und Honorarkräfte. Zur ‚Wohnen GmbH‘ zählt ebenso das ‚Ambulant betreute Wohnen‘. Es nimmt einen immer größeren Raum innerhalb der Lebenshilfe München ein und soll in den nächsten Jahren mit innovativen Wohnangeboten weiter ausgebaut werden.

„Wir führen gesund“

Als Leitsatz erarbeitete man im ersten Sitzung des Steuerkreises Gesundheitsförderung das Motiv „Wir führen gesund“. Gefördert wird eine tragfähige Unternehmenskultur für „gesunde Mitarbeiter bis zum Rentenalter“ mit einem gezielten betrieblichen Gesundheitsmanagement. Begleitet und geführt werden die Einzelgespräche, Steuerkreise und Workshops von Andrea Beese, Beraterin und Organisationsentwicklerin im Auftrag der BGW. Die BGW ist die gesetzliche Unfallversicherung für nichtstaatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege.

Gesunde Mitarbeiter sind motiviert

Lisa Hasenberger ist die Jüngste im Team der Führungskräfte der Lebenshilfe München

Dabei geht es nicht in erster Linie um körperliche Gesundheit. Gesunde Mitarbeiter gehen motiviert und zufrieden ihrem Beruf nach, sind geistig und mental fit. Dafür ist ein gutes Betriebsklima entscheidend. Es bedingt einerseits ‚ernst genommen zu werden‘, sich als Mensch Kollegin und Kollege akzeptiert und geachtet zu wissen in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung. Anderseits aber auch Grenzen zu ziehen, um etwa eine Überbelastung rechtzeitig zu vermeiden. Bereichsleitung Wohnen René Pfeifer ergänzt: „Das ist ein Dreh- und Angelpunkt, vor allem wenn wir an die Generation 50-Plus denken.“

Richtige Fragen für gute Impulse

Unternehmens-Coachin Andrea Beese geht davon aus, „dass das Wissen da ist. Die richtige Umsetzung finden und den geeigneten Rahmen vorgeben, ist aber Aufgabe der Führungskräfte.“ Sie versteht sich vor allem als ‚Begleiterin‘, die mit den richtigen Fragen die Impulse für arbeitsnahe Lösungen gibt. Gezielt wollen die Führungskräfte bei den nächsten Treffen auf die besondere Situation der verschiedenen Wohngruppen, des Wohntrainings und des ambulant betreuten Wohnens eingehen. Hierzu finden drei ganztägige Führungskräfte-Workshops zum Thema „Gesundheitsfördernde Führung“ statt.

Auf besondere Bedarfe eingehen

Die Vielschichtigkeit der Wohnangebote der Lebenshilfe München ist der langen Geschichte des Elternvereins mit den ersten Wohneinrichtungen mit kleinen Gruppen bis 12 Personen in den 80er-Jahren und der besonderen Entwicklungen in Gesellschaft und Politik geschuldet. Jüngstes Beispiel dafür ist das Bundesteilhabegesetz. Es fördert nachdrücklich die Entwicklung hin zu mehr Selbständigkeit von Menschen mit Behinderung. Bei Menschen mit geistiger Behinderung muss darüber hinaus auf die besonderen Bedarfe eingegangen werden. Es ist der lange Weg von der Integration hin zur Inklusion, diesen kann die Lebenshilfe München Wohnen GmbH nur zusammen mit den Bewohnern und Mitarbeitern gehen. Eine gesunde Unternehmenskultur ist dabei unabdingbar, die Schaffung einer solchen das große Ziel des Projektes „Gesundheitsförderung in der Wohnen GmbH“.

So heißt es zunächst bei der Lebenshilfe Wohnen, die aktuelle Situation zu analysieren und davon ausgehend geeignete Maßnahmen auszuarbeiten. Ein Abschluss-Workshop und ein Nachhaltigkeits-Workshop sollen den Prozess dann im Sommer 2020 zu einem positiven Ende führen.

Ein Kommentar zu “Gesundheits-Förderung in der Lebenshilfe ist Chefsache

  1. Pingback: Führungskräfte-Workshop zum Gesundheitsmanagement | Lebenshilfe München

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