Mobilität – der lange Weg zur Barrierefreiheit

Aus dem neuen Magazin L.I.E.S

Die Sommerferien stehen vor der Tür und viele Familien machen sich jetzt auf den Weg. Sie fahren ans Meer, in die Berge, zu den Großeltern oder einfach an einen Badesee in der Nähe. Wer einen Angehörigen mit Behinderung hat, muss solche Touren meistens genau planen. Denn auch wenn das Kind oder der Erwachsene nicht im Rollstuhl sitzt, sind bei solchen Unternehmungen immer wieder Hürden zu bewältigen, die ein starkes Nervenkostüm und Erfindungsgabe erfordern. Barrierefreiheit ist das Zauberwort und man muss leider feststellen, dass unsere Umwelt eben noch lange nicht entsprechend gestaltet ist. Selbst wenn es Aufzüge gibt, funktionieren sie häufig nicht.

Freundliche Unterstützung, wie sie zum Beispiel die Bahn anbietet, steht oft nur auf dem Papier, und selbst wenn alles funktioniert, kann es sein, dass das Kind mit Behinderung so gar nicht reisefreudig ist – wie Friederike Stadler das anschaulich in ihrem Beitrag (S. 31) beschreibt. 

Die Vorschriften und Gesetzesgrundlagen für Barrierefreiheit sind durchaus vorhanden, aber Vieles ist nicht umgesetzt. So ist von den Verantwortlichen weiterhin in fast allen Bereichen Kreativität gefordert und der unbedingte Wille, das Leben von allen Menschen mit Behinderung wirklich leichter zu machen!

Glücklicherweise haben wir auch positive Beispiele gefunden. So gibt es in Köln eine Gruppe von Jugendlichen, die Rampen aus Lego baut (S.25). Auch die Geschichte von Nathalie (S. 23), die sich mit ihrem Handy in der Tasche so sicher fühlt, dass sie problemlos quer durch München fährt, ist erfreulich und macht Mut.

Foto-Projekt im Panorama-Teil

Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen die schönen Bilder eines Fotoprojekts, die wir im Panorama-Teil zeigen. Die Fotografin Saskia Pavek hat dafür Menschen mit Behinderung vor ihre Kamera geholt und sie ihre Träume darstellen lassen. Herausgekommen ist eine wunderbare Sammlung. Die Fotos wurden dann in einer Ausstellung anlässlich der 50-Jahr-Feierlichkeiten der Lebenshilfe Landsberg in unterschiedlichen Räumlichkeiten gezeigt.

Ein weiteres Projekt für alle, die gerne Musik machen, ist das „Soundforum“. Eine Gruppe von Designern, Musikern, Instrumentenbauern und Programmierern hat im Rahmen eines EUCREA Designworkshops Ideen entwickelt, wie bekannte Instrumente verändert, erweitert oder ganz neu erfunden werden können. Diese so genannten „Accessible Instruments“ sollen Musik für jeden zugänglich machen.

Noch ein letzter Hinweis: Verpassen Sie nicht, das Landespflegegeld zu beantragen! Wer es bekommt und wo man den Antrag stellt, erfahren Sie auf Seite 73.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.