Ein eindrucksvolles Inklusions-Sportfestival

Sport verbindet, Sport macht Spaß und Sport öffnet Perspektiven. Das war am Wochenende eindrucksvoll auf dem Münchner Marienplatz beim ersten Inklusions-Sportfestival zu erleben. Bei Musik, Tanz, Klettern, Tischtennis, Fußball und anderen Sportarten waren es vor allem Menschen mit Behinderung, die ihr Können, ihre Geschicklichkeit und ihre Leidenschaft für Sport demonstrierten. Ein buntes und anregendes Sportfestival im Herzen der Landeshauptstadt, das ‚Lust auf Mehr‘ machte.

Eine prominent besetzte Bühne: mit Stadträtin Gabriele Neff in Vertretung des Oberbürgermeisters Dieter Reiter, Sportreferentin Beatrix Zurek, dem Behindertenbeauftragten der Stadt, Oswald Utz, Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber und Handballprofi Lucas Krzikalla. Foto: gsp

‚Lust auf Mehr‘ haben die meisten Menschen im sportlichen Bereich. Es ist aber eine Frage der Disziplin und Motivation ‚dabei zu bleiben‘. „Bei der OBA der Lebenshilfe München etwa gibt es eine eigene Sportgruppe mit zehn Mitgliedern“, erzählt Sarah Höhendinger. „Dazu haben wir noch sechs Ehrenamtliche die sich hier sportlich engagieren.“ Auch in der Lebenshilfe-Wohngruppe-West ist man sportlich mit wöchentlichem Training unterwegs. 

„Der Schritt hin in die Vereine ist für Menschen mit geistiger Behinderung aber nicht einfach“, erklärt Georg Hohenester von der OBA. „Meist fehlt nach einem langen Arbeitstag die Kraft sich noch einmal aufzuraffen, anderseits ist es auch für die Vereine selbst nicht einfach.“ Schnell steht dabei die Frage nach der Haftung im Vordergrund, wenn ‚mal was passiert‘. „Wer ist verantwortlich, wie ist das spezielle Umfeld für Menschen mit Behinderung, gibt es einen Betreuer, nehmen sie regelmäßig ihre Medikamente?“

Großer Andrang am Infostand der Lebenshilfe München auf de Münchner Marienplatz.

Auch Oswald Utz, Behindertenbeauftragter der Stadt München und selbst im Rollstuhl sitzend, nennt Herausforderungen für den Weg hin zu mehr Sport. „Wie ist etwa der Anschluss an die Öffentlichen Verkehrsmittel, ist er barrierefrei? Wie komme ich im Vereinsheim mit den Treppen klar?“ waren zwei zentrale Fragen an das Publikum. Positive, ermutigende Beispiel aber waren überall auf dem Marienplatz in München zu sehen. Inklusion geht, kann gelingen, wenn alle mitmachen.

Etwa bei der IG Klettern (www.kletternmachspass.de), die mit ihrer Abteilung ‚Gipfelstürmer‘ ganz auf Inklusion und Integration setzt. „Erst vor wenigen Wochen war ich selbst das erste Mal mit einem blinden Menschen an der Wand,“ erzählt eine Mitarbeiterin am Infostand. „Ich war wirklich überrascht, mit wie viel Gefühl und Elan sie die Wand ertastet und nach oben geht. In der freien Natur braucht man Begleitung, denn man muss bei der Richtung helfen, um nicht in einer Sackgasse zu landen.“

Engagement, Ehrenamt und das nötige Stück Begeisterung bringen die Aktiven der Lebenshilfe München mit.

Ansteckend war auch der Eifer, mit dem im Rollstuhl Fußball gespielt wurde, die Tanzeinlagen auf der großen Showbühne, das schnelle Spiel beim Tischtennis oder Simulationen für das Publikum. Etwa mit Gewichten, Brille und Korsett in der Bewegung und Wahrnehmung eingeschränkt zu sein. Oder wie fühlt es sich an, blind über einen Hindernisparcour zu gehen, der verdichtet Alltagssituationen im Leben von blinden Menschen abbildet. Außergewöhnliche Erfahrungen für uns, für die alles so normal und selbstverständlich ist.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.