Demenz bei Menschen mit geistiger Behinderung und bei Menschen mit Down-Syndrom

Siehe die Vorab-Meldung zum Themenabend

Themenabend der Lebenshilfe München war ausgebucht

Menschen mit geistiger Behinderung sehen sich Zeit ihres Lebens vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Dank zahlreicher Erfolge der vergangenen Jahrzehnte in verschiedenen Bereichen, führen sie oft ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben. Umso dramatischer ist, dass eben diese Menschen einem hohen Risiko ausgesetzt sind im fortgeschrittenen Alter, an einer Demenz zu erkranken. Dies gilt insbesondere für Menschen mit einem Down-Syndrom. Durch die Lokalisation eines der wichtigsten Alzheimer-Gene auf Chromosom 21 haben Menschen mit einem Down-Syndrom ein extrem hohes Risiko, früh von einer Alzheimer-Erkrankung betroffen zu sein.  

Aufgrund der demografischen Entwicklung werden in Zukunft immer mehr Menschen mit Demenz in Einrichtungen der Behindertenhilfe und auch noch im elterlichen Haushalt – bei den betagten Eltern oder bei Geschwistern – betreut. Wichtig ist eine demenzielle Entwicklung zu erkennen, um eine umfassende klinische Untersuchung anzubieten. Die Lebenshilfe München als große Einrichtung der Behindertenhilfe, stellt sich der Herausforderung, den demenziell erkrankten Menschen und seine Angehörigen kompetent zu begleiten. „Wir müssen lernen, die an Demenz erkrankten Menschen in ihren Veränderungen, Nöten und Sorgen zu verstehen.“

Diagnostik und ärztlicher Rat

Welche Möglichkeiten der Diagnostik gibt es? Bei welcher Symptomatik sollte man fachärztlichen Rat in Anspruch nehmen. Was wird wie diagnostiziert? Warum macht eine frühe Diagnostik Sinn? Welche Besonderheiten und Herausforderungen müssen bei dem genannten Personenkreis berücksichtigt werden.

Zu diesen und weiteren Fragen referierte das Team aus der Spezialambulanz für kognitive Beeinträchtigungen bei Menschen mit Down-Syndrom im Klinikum Großhadern PD Dr. Levin, Dr. Sandra Loosli, Elisabeth Wlasich( Mag.re.nat) und Dr. Georg Nübling.

Auch das Wohn-Umfeld ändert sich

Was ist hilfreich bei der Veränderung des Wohnumfeldes. Geht es noch in der Werkstatt oder braucht es eine Tagesstruktur?  Wie unterstützen wir zur richtigen Zeit mit dem richtigen Angebot? Welche Unterstützungsangebote gibt es in der ambulanten Pflege, wenn der Betroffene noch im elterlichen Haushalt lebt? Diesen Themen widmete sich René Pfeifer (Bereichsleitung Wohnen GmbH Lebenshilfe München) und Christine Wiesenthal-Moser (Leitung Ambulanter Pflegedienst der Lebenshilfe München)

Der Themenabend was sehr gut besucht. Nicht alle Interessierte konnten teilnehmen, da die Veranstaltung schon vor Anmeldeschluss ausgebucht war. Mit Unterstützung des Ärzteteams aus Großhadern erwägt die Lebenshilfe München 2019 eine Wiederholung der Veranstaltung.

Auf diesem Wege nochmals ganz herzlichen Dank an die kompetenten und engagierten Referenten. Es war sehr beeindruckend, dass junge Mediziner, junge Wissenschaftler sich dem Personenkreis der Menschen mit geistiger Behinderung so empathisch und engagiert widmen.

Hierdurch bietet sich eine Chance, dass die gesundheitliche Versorgung dieser Menschen zum Gegenstand der gegenwärtigen und zukünftigen Forschung wird. So können wissenschaftlich anerkannte Standards erstellt werden, die diesem Thema dauerhafte Beachtung zu Teil werden lassen.

Margret Meyer-Brauns
Eltern- / Angehörigenberatung

 

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