Menschen mit geistiger Behinderung und die Demenz

D E M E N Z 
Themenabend am 17. Mai 2018 bei der Lebenshilfe München

2018 ist die Fachtagung der Lebenshilfe München der ‚Demenz‘ gewidmet. 2016 stand die ‚Pränatale Diagnostik und Behinderung‘ im Blickpunkt und 2017 das Thema FASD (‚Fetale Alkoholspektrumsstörung), der (Nicht-) Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft. Es waren immer Themen, die im öffentlichen Bewusstsein weitgehend ausgeblendet werden. Bei Demenz ist das anders, doch ist die Situation bei Menschen mit geistiger Behinderung eine andere.

Bei Menschen mit geistiger Behinderung ist eine Erkrankung an Demenz keine Ausnahme, sondern eher die Regel, vor allem bei Menschen mit Down-Syndrom. „Durch die Lokalisation eines der wichtigsten Alzheimer-Gene auf Chromosom 21 haben diese Menschen ein extrem hohes Risiko früh an der Alzheimer-Krankheit zu erkranken“, heißt es im Flyer zum Themenabend. Auch sind die Betroffenen mit 50 bis 55 Jahren deutlich jünger und der Verlauf intensiver mit dem Abbau von alltagspraktischen Fähigkeiten, Gedächtnisverlust, herausforderndes Verhalten, Aggression, Depression und Gangunsicherheit.

Geschäftsführer Peter Puhlmann von der Lebenshilfe München: „Dabei ist eine Demenz gerade im Anfangsstadium sehr schwer greifbar. Die Menschen überspielen ihre Schwächen und können sie eine gewisse Zeit vor ihrer Umwelt verbergen. Das gilt auch bei Menschen mit geistiger Behinderung.“  

Moderation: Margret Meyer-Brauns

Die Moderation und die Leitung des Themenabends hat Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung inne, die sie seit rund 15 Jahren leitet. Bis zu 800 Personen und ihre Familien suchen hier jedes Jahr Rat und Hilfe.

In drei Fachvorträgen wird die Problematik einer Demenz-Erkrankung bei Menschen mit geistiger Behinderung ausführlich behandelt. Es sprechen dazu vom Klinikum Großhadern (Spezialambulanz für kognitivee Beeinträchtigungen/ Gedächtnisstörungen bei Menschen mit Down-Syndrom):

PD. Dr. med. Johannes Levin
Sein Thema ist: Früh beginnende Alzheimer-Krankheit bei Menschen mit Down-Syndrom

Dr. Sandra Loosli und Elisabeth Wlasich (Mag. Rer.nat)
Ihr Thema ist: Neuropsychologische Untersuchung bei Menschen mit einem Down-Syndorm: Besonderheiten und Herausforderungen

Dr. Georg Nübling
Sein Thema ist: Studien zu Demenz bei Menschen mit einem Down-Syndrom am Standort München.

Die Lebenspraktische Seite erläutert René Pfeifer, Wohnbereichsleiter der Lebenshilfe München Wohnen GmbH. Ihm unterstehen die elf Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München in Stadt und Landkreis München. Seine Kollegin, Christine Wiesenthal-Moser ist Pflegedienstleiterin des ‚Ambulanten Dienstes der Lebenshilfe München‘. Der Ambulante Dienst betreut viele Menschen mit Behinderung, die in einem häuslichen Umfeld wohnen. Hier sind für eine optimale Versorgung vor allem Leistungsansprüche im Rahmen der Pflegeversicherung wichtig. Christine Wiesenthal-Moser stellt die wichtigsten Leistungen daraus vor.

Wichtig ist es, so das vorläufige Resümee zum Themenabend:
Den Betroffenen eine umfassende klinische Untersuchung anzubieten. Bisherige ambulante oder vollstationäre Wohn- und Arbeitsangebote sollten neuen Bedürfnissen angepasst werden.

Der Themenabend zeigt Antworten auf:
Welche Möglichkeiten der Diagnostik gibt es?
Was ist hilfreich bei der Veränderung des Wohn- und Arbeitsumfeldes?
Welche Unterstützungsangebote gibt es in der ambulanten Pflege?

Beginn der Veranstaltung ist um 18.30 Uhr

Anmeldung unter:

Telefon: 089 69347-130 oder Fax: 089 69347-132
E-Mail: veranstaltungen@lebenshilfe-muenchen.de

Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch nur mit vorheriger Anmeldung möglich.
Alle Informationen auf einen Blick finden Sie hier: Demenz_Flyer_2018.

Ein Auszug aus Wikipedia zu Demenz:

Eine Demenz ([deˈmɛnʦ], lateinisch dementia) ist ein psychiatrisches Syndrom, das bei verschiedenen degenerativen und nichtdegenerativen Erkrankungen des Gehirns auftritt. Der Begriff leitet sich ab von lat. demens ‚unvernünftig‘, ohne mens, das heißt‚ ohne Verstand, Denkkraft oder Besonnenheit seiend‘ und kann mit „Nachlassen der Verstandeskraft“ übersetzt werden.[1]

Demenz umfasst Defizite in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten und führt zu einer Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen. Vor allem sind das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache, die Motorik und bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen. Maßgeblich ist bei der Demenz der Verlust bereits erworbener Denkfähigkeiten im Unterschied zur angeborenen Minderbegabung.

Hier ist der Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Demenz

Ein Kommentar zu “Menschen mit geistiger Behinderung und die Demenz

  1. Pingback: DEMENZ: Themenabend der Lebenshilfe am 17. Mai | Lebenshilfe München

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