Mehr Wohn- und Lebensqualität bei der Lebenshilfe

Johanna Gertz ist seit Januar bei der Lebenshilfe München und arbeitet eng mit René Pfeifer zusammen, er ist als Bereichsleiter Wohnen seit September beim Elternverein. Johanna Gertz unterstützt ihn dabei, ist Beauftragte für das Qualitätsmanagement. Zwei neue Gesichter bei der Lebenshilfe München, die ihr Wissen und besonderen Erfahrungen in den Elternverein einbringen. Damit wird der Modernisierungsprozess, den Geschäftsführer Peter Puhlmann vor fünf Jahren angestoßen hat, immer mehr zu einem Optimierungsprozess der Wohn- und Lebensqualität.

Zum Wohle der Bewohner arbeiten

Mehr Qualität erfordert Konzept und Planung. Johanna Gertz ist die neue QM-Managerin.

Das ist auch das besondere Anliegen von Johanna Gertz. „Ich will, dass die Prozesse schnell und spürbar bei den Bewohnern selbst ankommen. Das muss unser Focus sein.“ Aber auch Johanna muss umdenken, denn zuvor hat sie in einer kleinen Einrichtung, im direkten Kontakt mit schwerst-mehrfachbehinderten Kindern, gearbeitet und da ist jede kleine Handreichung eben eine unmittelbare Hilfe gewesen. Nach ihrem Studium des Gesundheits- und Sozialmanagements aber hat sie sich bewusst für eine größere Einrichtung entschieden. „Jetzt kann ich für 220 Bewohner und 150 Mitarbeiter was erreichen, und das gelingt mit einem kontinuierlich optimierten Qualitätsmanagement.“  

EDV als Grundlage des wirtschaftlichen Handelns

Ein Beispiel ist etwa die EDV. Der Bezirk Oberbayern ist Leistungsträger, fordert und verlangt berechtigterweise einen Nachweis über erbrachte Leistungen. Die Lebenshilfe wiederum, also die Betreuer und Einrichtungsleiter und Mitarbeiter, müssen diesen Nachweis erbringen. Was wurde wie, wann und in welcher Zeit geleistet – und der Bezirk prüft, ob es den Vorgaben entspricht.
„In den letzten Jahren wurde intensiv an einer Gesamtlösung für eine EDV basierte Dokumentation gearbeitet. Ziel ist es, Prozesse zu optimieren, sowie mehr Transparenz und Effizienz zu schaffen. Trotz knapper Ressourcen sollen die Bewohner so das Optimum an Assistenz und Betreuung erhalten“, erklärt Johanna Gertz – und damit mehr Wohn- und Lebensqualität.

Die Dokumentation und Erfassung der Prozesse

Und dieser Prozess geht weiter. In verschiedenen Projektgruppen arbeitet die Lebenshilfe aktiv an der Weiterentwicklung des Dokumentationssystems. Zeitgleich werden die schon neu entstandenen Systeme mit Leben gefüllt.
„Neben der Software ‚MICOS‘, welche wir mit ihren verschiedenen Elementen für die Dokumentation im Gruppendienst und auch in der Verwaltung nutzen, arbeiten wir mit dem Dokumentations-Lenkungssystem ‚Roxtra‘. Auf dieser Plattform können Dokumente abgelegt und für alle Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden, sowie von den QM Beauftragten überarbeitet werden. Hier finden sie Standards, Konzepte, Anträge und viele weitere Dokumente. Ziel ist es, alle Dokumente auf dieser Plattform darzustellen, und nicht mehr wie bisher auf den Servern. Derzeit arbeiten wir daran die Server aufzuräumen, bestehende Dokumente zu evaluieren und dann über Roxtra zur Verfügung zu stellen.“

Der aktuelle Hilfe- und Personalbedarf

Die EDV-Projektverantwortliche, Sabine Stöckel, erklärt: „Die Dokumentation, Hilfeplanung und Abrechnung in einer integrierten, prozessgesteuerten Softwarelösung erhöht die Transparenz, fördert Synergien und ist damit die Basis für ein jederzeit aktuelles Controlling. So wird etwa durch eine professionelle Förderplanung nicht nur die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Betreuung und Förderung geschaffen, sondern darüber hinaus, lässt sich daraus der tatsächliche Hilfebedarf und somit der Personalbedarf abbilden. Diese Dokumentation dient letztendlich als Basis der Refinanzierung durch die Kostenträger.“

Qualitätsmanagement zeitgemäß und mit System

Und doch sieht Johanna Gertz hier noch Potential. „In der Vergangenheit gab es umfassende Ausarbeitungen zum Qualitätsmanagementsystem, welche in Form der Checkliste und des LEWO gelebt wurden. Allerdings ist es schwierig diese dicken Handbücher immer auf aktuellstem Stand zu halten. Zudem habe ich Kontakt zum Herausgeber von LEWO aufgenommen, und erfahren, dass es nach der aktuellsten Version von 2002 keine weitere Ausarbeitung geben wird. Daher stehen wir vor der Herausforderung das bestehende System zu evaluieren, langfristige Ziele zu setzen und die guten Elemente herauszufiltern. Wir überarbeiten dann und nehmen sie in das neue System auf. Die veralteten Dokumente lassen wir hinter uns bzw. archivieren sie.“

Die Lebenshilfe München sieht die Zukunft in einer digitalen, zeitgemäß flexiblen und transparenten Dokumentation, welche sich in den erwähnten Programmen abbilden werden. Bestätigt sieht sich die Lebenshilfe durch die Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2015, welche die Erstellung von einem QM-Handbuch nicht mehr explizit fordert. „Mein Ziel ist es, dass die Mitarbeiter auf einfachem Weg an die Informationen und Dokumente gelangen die sie benötigen, um ihre Arbeit optimal durchführen zu können. Die Bewohner sollen die bestmögliche Qualität erhalten.“

Die Verantwortung ist zurück in die Gruppe

Ein weiterer Baustein in dem dynamischen Modernisierungsprozess der Lebenshilfe München ist die aktuelle Einsetzung der Gruppenleiter. „Damit ist die Verantwortung direkt in der Gruppe oder der kleinen Wohneinheit. Das ist wichtig, denn nur Betreuer die täglich vor Ort sind, nehmen Konfliktpotential wahr oder sind direkt ansprechbar wenn es die Situation erfordert.“ Aktuell sind die neuen Gruppenleiter der Lebenshilfe München auf Schulung. Auch das ist Ausdruck der neuen Dynamik bei der Lebenshilfe München. Als wichtigsten Schlüssel sieht sie dabei die Kommunikation. „Nur wenn sie offen und durchlässig ist, werden wir in unserer Arbeit erfolgreich sein. So gesehen ist ‚mehr Qualität‘ die Aufgabe und Anspruch an alle Beteiligten.“ Johanna Gertz will weitere Impulse setzen, doch noch ist sie dabei sich einen Überblick der Maßnahmen und Einrichtungen zu verschaffen. Es ist eine Herausforderung, die Beziehung zu Einrichtungsleitungen, Gruppenleitung, Betreuern, Eltern, Bewohnern und die Kommunikation nach innen zur Geschäftsleitung und den Kollegen zu bewältigen.

Wir wünschen der jungen Bachelor des Gesundheits- und Sozialmanagements weiterhin viel Erfolg und werden sie weiter bei ihrer Arbeit begleiten.

Hier der Link zum Projekt „Unternehmensweite Softwarelösung“:

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/09/26/lebenshilfe-muenchen-profiliert-sich-als-modernes-sozialunternehmen/

Der „Pädagogische Fachdienst“ der Lebenshilfe:

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/06/19/der-paedagogische-fachdienst-wohnen-der-lebenshilfe-muenchen-unterstuetzt-alle-wohneinrichtungen/

Ein Kommentar zu “Mehr Wohn- und Lebensqualität bei der Lebenshilfe

  1. Pingback: Neues Wohnen bei der Lebenshilfe München | Lebenshilfe München

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