Leben und Wohnen gehören zusammen

Kleine IMPULSE 2. von drei Folgen / Kleine IMPULSE 2

Das direkte Wohnumfeld tägt viel zur Lebensqualität bei

München zählt zu den lebenswertesten Städten in Deutschland und Europa. Nahe den Alpen, links und rechts der Isar mit großen Freiflächen und Parks, sowie die City selbst mit ihren Flaniermeilen prägen das Lebensgefühl, das speziell bayerische Lebensgefühl. München ist aber auch hart umkämpft wenn es um den Wohnungsmarkt und die Mietpreise geht. Kaum erschwinglich und immer teuer, wie viele Münchner aus eigener leidvollen Erfahrung heraus wissen.

Leben und wohnen gehören zusammen und speziell für Menschen mit Behinderung ergeben sich damit noch ganz andere Herausforderungen. Auch das wird in dem neuen Münchner Familienbericht deutlich, aus dem wir in loser Folge berichten. Den Link dazu finden Sie am Ende des Beitrages.  

Der ‚Wohnraum‘ – unser engstes, privates, häusliches Umfeld – gestaltet sich je nach Wohnsituation sehr unterschiedlich. Gewünscht ist immer ein Höchstmaß an Freiheit und Unabhängigkeit. Dass es bis dorthin ein weiter Weg sein kann, erfahren junge Menschen mit und ohne Behinderung immer wieder. Für Menschen mit Behinderung ist dabei wichtig, in eine Gemeinschaft mit eingebunden zu sein.

„In der Stadt ein Haus wie ein Dorf“

Eine betroffene Mutter drückte es so aus: „Was ich mir am allermeisten wünsche, wäre, in der Stadt ein Haus wie ein kleines Dorf zu haben. Ein Haus, in dem auch andere Familien wie wir wohnen. Wo man weiß, da regt sich keiner auf, wenn morgens um sechs schon mit Töpfen geschlagen wird. Und wo man sich gegenseitig unterstützt.“ Darüber hinaus ist auch das direkte Umfeld von Bedeutung. Gibt es Geschäfte ‚um die Ecke‘, Ärzte, Apotheken, U- und S-Bahn? Für Menschen mit geistiger Behinderung wichtige Voraussetzungen ‚um zurecht zu kommen‘.

Ambulant als Alternative zu stationären Einrichtungen

Immer häufiger, so auch bei der Lebenshilfe München, erfolgt eine Begleitung ambulant. Das heißt, ein Betreuer/ eine Betreuerin kommt zwei- bis dreimal die Woche vorbei, bespricht und kümmert sich um die wichtigen Bedarfe. Sobald jemand auf einen Rollstuhl angewiesen ist, muss bauliche Barrierefreiheit herrschen. „Die Stadt München unterstützt seit mehr als 25 Jahren den Aufbau von Ambulant betreuten Wohngemeinschaften als Alternative zu stationären Einrichtungen“, heißt es.

Ein Mangel an barrierefreiem Wohnraum

„Ein Verzeichnis aller in der Landeshauptstadt München existierenden barrierefreien Wohnungen gibt es nicht, zumal viele in privater Hand und daher nicht erfasst sind“, erläutert der Münchner Familienbericht. Eine Münchner Studie zur Arbeits- und Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen von 2014 belegt den Mangel an barrierefreiem Wohnraum auf dem Münchner Wohnungsmarkt: Darin bezeichnen insgesamt ein Drittel (33 %) aller befragten Personen mit Schwerbehinderung ihre derzeitige Wohnung als nicht ausreichend barrierefrei oder behindertengerecht.

Weiter verbessert werden muss die Barrierefreiheit des öffentlichen Nahverkehrs für Menschen im Rollstuhl – und damit auch für Kinderwägen sowie Nutzerinnen und Nutzern von Rollatoren oder von Gehhilfen. Ebenso fehlen noch öffentliche Wickelräume, kostenfreie Windelmülltonnen und öffentliche Lifter-Boxen. Sie würden das Leben von Familien mit schwerbehinderten Angehörigen jeden Alters erleichtern.

Der Link zum Familienbericht:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Jugendamt/Familie/Familienbericht_2016.html

Hier geht es zu unserem ersten IMPULS-Beitrag:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/01/15/wer-ist-behindert/

Ein Kommentar zu “Leben und Wohnen gehören zusammen

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