„Modernisierung ist ein dynamischer Prozess“

Bereichsleiter Wohnen René Pfeifer sieht viel Potential

René Pfeifer ist seit September 2017 verantwortlich für den Bereich Wohnen bei der Lebenshilfe München. Er betreut vier Einrichtungen (München West, München Mitte, München Süd und München Land). 220 Menschen mit Behinderung leben dort an 12 verschiedenen Standorten zusammen und werden von ca. 150 Mitarbeiter (Erziehern, Heilerziehungspflegern und Zweitkräften) betreut. Er will einerseits Strukturen flexibler, durchlässiger gestalten und anderseits auch in den Einrichtungen selbst klarere Verantwortlichkeiten schaffen. Das klingt gut, doch was meint der Magister der Pädagogik und Psychologie damit?

Besondere Lebens-Umstände in München

„Wir müssen in der Besetzung mit Fachpersonal die besonderen Umstände hier in München berücksichtigen. Es ist leider Realität, dass man mit einer Halbtagsstelle und selbst mit einer Beschäftigung auf 30-Stunden-Basis nur schwer sein Auskommen in der Metropole findet. Und das ist natürlich eine wichtige Voraussetzung für ein langfristiges berufliches Engagement bei der Lebenshilfe München, für eine gute fachliche und fördernde Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung.“

Flexibel über die Einrichtungen hinweg

René Pfeifer ist der neue Leiter für den Bereich Wohnen bei der Lebenshilfe München

Dabei sind die Zahl der Stellen und der Spielraum an zu leistenden Stunden im Betreuungs-Schlüssel eng gefasst. Dem Leistungserbringer – in dem Fall die Lebenshilfe München – bleibt so wenig Spielraum. Mit einer organisatorisch und stadtteilbezogen Zusammenlegung von Wohngruppen zu eigenen Organisations-Einheiten mit einer verantwortlichen Leitung für Mitte, West, Süd/Stadt und Süd/Land begann man bereits vor fünf Jahren. „So ist es jetzt möglich, dass eine Betreuerin/ ein Betreuer in mehreren Einrichtungen ein gewisses Kontingent an Stunden leistet, so dass er insgesamt flexibler einsetzbar ist. Er kann dann mehr Stunden im Rahmen der direkten Bewohner-Betreuung leisten“, erklärt René Pfeifer. 

Gemeinsame Projekte bei der Ausbildung

Diesen Effekt möchte der Bereichsleiter Wohnen auch bei der Ausbildung von Fachkräften und den Ausbildungsbetreuern, den Mentoren, erreichen. „Das hat früher, in den Anfangsjahren der Lebenshilfe-Einrichtungen häufig von alleine funktioniert, die Strukturen sind langsam gewachsen,. Wir möchten daran wieder anknüpfen und zum Beispiel gemeinsame Projekte gestalten, in denen kleine Schülergruppen der Heilerziehungspflege über die Einrichtungen hinweg zusammen arbeiten. Das verbindet, schafft Motivation, Perspektiven und Identifikation mit der Lebenshilfe München.“

Verantwortlichkeiten schaffen

Auch in den größeren Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München sieht Pfeifer Handlungsbedarf. „Es kann und sollte neben den Einrichtungsleitern jeweils für einzelne Gruppen einen Verantwortlichen geben. Damit laufen die Fäden viel engmaschiger zusammen. Der Einzelne aus der Gruppe hat auch immer gleich einen Ansprechpartner und muss nicht warten, bis ‚mal wer‘ für ihn Zeit findet. Das hilft gleichzeitig der Einrichtungsleitung und insgesamt gestaltet sich damit der Prozess des Miteinanders viel dynamischer“, ist er sich sicher. Es gibt also noch viel Abstimmungs- und Handlungsbedarf aus Sicht des Bereichsleiters für das Wohnen.

Die Lebenshilfe muss dynamisch bleiben

Zusätzlich ist Pfeifer als Trainer für Deeskalations-Management ausgebildet und bringt damit beste Voraussetzungen mit. Geschäftsführer Peter Puhlmann jedenfalls freut sich über so viel Engagement und Initiative. Hat er selbst vor fünf Jahren doch den Modernisierungsprozess bei der Lebenshilfe München angestoßen. Und er betont immer wieder: „Wir sind damit niemals fertig. Das Leben ist dynamisch, die gesellschaftlichen Veränderungen und auch eine große Organisation wie die Lebenshilfe München muss es sein und bleiben.“

3 Kommentare zu “„Modernisierung ist ein dynamischer Prozess“

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