Zu wenig Pflegefachkräfte und zu wenig Plätze

In der jüngsten Pressemitteilung des MDK Bayerns steht das erste Pflegeforum der BARMER Bayern und des MDK Bayerns mit 125 Teilnehmern aus Politik, Gesundheitswesen und Pflege im Blickpunkt. Es herrscht ein Mangel an Pflegefachkräften und es gebe zu wenig Plätze für junge Pflegebedürftige, heißt es. Bei junge Pflegebedürftige bis 60 Jahre würden etwa 4.000 teilstationäre und rund 3.400 Kurzzeitpflegeplätze fehlen.

Ende 2015 waren etwa 13,5 Prozent der knapp 2,9 Millionen Pflegebedürftigen jünger als 60 Jahre, also rund 386.000 Menschen in ganz Deutschland. Insgesamt haben sie andere Krankheitsbilder und leiden selten an Demenz oder den Folgen von Schlaganfällen. Nach der Analyse des Pflegereports haben 35 Prozent Lähmungen, 32 Prozent Intelligenzminderungen, 24 Prozent eine Epilepsie und 10 Prozent das Down-Syndrom. Demnach bewegt sich die Zahl der pflegebedürftigen Menschen mit einer geistigen Behinderung bei etwa 162.000 Menschen. 

Neben fehlenden Betreuungsplätzen für junge Pflegebedürftige unter 60 Jahren könnten sie häufig auch nicht so wohnen, wie sie es bevorzugten. Das zeigt der BARMER Pflegereport 2017. „Für junge Pflegebedürftige geht das Angebot an geeigneten Pflegeplätzen an deren Bedürfnissen vorbei“, erklärt Wöhler. „Wir müssen die Situation der jungen Pflegebedürftigen kurzfristig verbessern. Hier sind Politik, Pflegekassen und Leistungserbringer gleichermaßen gefordert“, sagt Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Bayern.

Einige Ergebnisse des BARMER Pflegereports 2017:

• Die Zahl der Pflegebedürftigen ist von 2,02 Millionen im Jahr 1999 um 51 Prozent auf 3,04 Millionen im Jahr 2015 angestiegen.

• Stellen in der Pflege: In der ambulanten Pflege hat sich die Zahl der Vollzeitstellen, wenn man Teil- und Vollzeitstellen zusammenrechnet, zwischen den Jahren 1999 und 2015 um 84 Prozent erhöht, von 125.400 auf 238.800 Personen. Im selben Zeitraum ist die Anzahl der Pflegebedürftigen, die sie versorgen, um 67 Prozent gestiegen, und zwar von 415.300 auf 692.300 Personen.

• Heimplätze: Im Jahr 2015 gab es 13.600 Pflegeheime in Deutschland mit insgesamt 928.900 Heimplätzen. Davon entfielen 877.100 Plätze auf die vollstationäre Pflege, 51.400 auf die Tagespflege und 400 Plätze auf die Nachtpflege.

• Eigenanteile: Der Gesamteigenanteil für Heimbewohner liegt im Durchschnitt bei monatlich 1.691 Euro. Dabei ist die Streuung beachtlich. Für ein Viertel der Einrichtungen liegt der Gesamteigenanteil unter 1.286 Euro, bei einem weiteren Viertel dagegen bei über 2.053 Euro und für ein Prozent der Einrichtungen sogar bei über 3.000 Euro. Auch auf Länderebene gibt es massive Unterschiede. So reicht der Gesamteigenanteil von 1.107 Euro in Sachsen-Anhalt bis hin zu 2.252 Euro in Nordrhein-Westfalen. In Bayern beträgt der Gesamteigenanteil 1.713 Euro.

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