Lebenshilfe München profiliert sich als modernes Sozialunternehmen

Projekt „Unternehmensweite Softwarelösung“

Denkt man an den Auftrag der Lebenshilfe München, die Betreuung und Beratung von Menschen mit Behinderung, deren Angehörigen und gesetzlichen Vertretern, erwartet man kaum, dass auch hier die Notwendigkeit der Digitalisierung erforderlich geworden ist. Externe Anspruchsgruppen (z.B. Kostenträger, Heimaufsichten, Dachverbände, etc.) verändern ihre Anforderungen und die Lebenshilfe München muss sich diesen Veränderungen schnell und professionell anpassen.

Die ersten Lebenshilfe-Vereine in Deutschland haben sich vor über 55 Jahren gegründet und ihre Strukturen bis zum Jahr 1990 weitgehend ausgebaut und gefestigt. In München etwa hat man vor rund 10 Jahren begonnen zwei große Bereiche (Wohnen sowie Kinder & Jugend) in eigene gemeinnützige GmbHs zu wandeln, damit sich der Elternverein besser auf seine Kernaufgaben konzentrieren kann. Aber nicht nur das, sondern die Arbeit und Struktur mit rund 400 hauptamtlichen und nochmals so vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern – für weit über 1000 betreute Menschen mit geistiger Behinderung – verlangt Organisation, Struktur, Professionalität und die oben angesprochene Agilität.  

Jede gute Planung braucht ein Konzept und Struktur. Sabine Stöckel und Florian Mauch arbeiten am Projekt „Unternehmensweite Softwarelösung“ bei der Lebenshilfe München

Die mehr als 20 Einrichtungen des Elternvereins sind dezentral in Stadt und Landkreis München aufgeteilt. Dazu zählen Einrichtungen der Frühförderung, eine Schule, Heilpädagogische Tagesstätten (HPT), zehn Wohnstätten und das ambulant betreute Wohnen. Aus allen Bereichen laufen heute die Daten zentral in der Geschäftsstelle in der St.-Quirin-Straße zusammen. Begonnen wurde mit der elektronischen Datenverarbeitung in den Einrichtungen der Wohnen GmbH vor rund acht Jahren. Aktuell folgen die Einrichtungen der Kinder und Jugend GmbH, wie Heilpädagogische Tagesstätten, Schule und Interdisziplinäre Frühförderstellen, sowie das in der Wohnen GmbH angesiedelte Ambulant betreute Wohnen. Ziel ist dabei, die doppelte Datenerfassung und Datenverwaltung zukünftig zu unterbinden und Schnittstellenprobleme zu vermeiden.

Die zentrale Erfassung der Daten hilft Unternehmensprozesse zu vereinheitlichen, Dienstleistungen zu optimieren und schafft Transparenz. Und die ist wichtig, denn es wird von den Kostenträgern gefordert, die nach klar definierten Vorgaben abrechnen. Aber auch nach innen, im Bereich des Controllings und Qualitätsmanagements, führt dieser Prozess zu Verbesserungen. Die Projektverantwortliche, Sabine Stöckel, erklärt:

„Eine gute digitale Vernetzung unabdingbar“

„Durch unsere dezentralen Einrichtungen sowie das gewachsene Portfolio ist eine gute Vernetzung durch digitale Datenübermittlung unabdingbar geworden. Die Dokumentation, Hilfeplanung und Abrechnung in einer integrierten, prozessgesteuerten Softwarelösung erhöht die Transparenz, fördert Synergien und ist damit die Basis für ein jederzeit aktuelles Controlling. Auswertungen und Analysen passen sich automatisch den aktuellen Ist-Daten an und machen so eine Planung in Echtzeit möglich. So wird etwa durch eine professionelle Förderplanung nicht nur die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Betreuung und Förderung geschaffen, sondern darüber hinaus, lässt sich daraus der tatsächliche Hilfebedarf und somit der Personalbedarf abbilden. Diese Dokumentation dient letztendlich als Basis der Refinanzierung durch die Kostenträger.

Mittel- und langfristig hilft eine gute Dokumentation und Datenerfassung bei der Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen und der damit verbundenen Zielerreichung (Evaluierung). Letztlich sollte das Hauptaugenmerk immer auf der Förderung des einzelnen Menschen mit Behinderung liegen.

Welche Tools passen in das System?

Bei diesem Prozess ist es enorm wichtig die Mitarbeiter einzubeziehen. „Mit welchen Teilen der Software wollen wir arbeiten, damit es für die Mitarbeiter möglichst unkompliziert wird? Das EDV-System ‚Micos‘ (vergleichbar SAP) bietet für die Sozialwirtschaft viele Tools und Bausteine an. Wir müssen es aber für unsere Zwecke passend machen und dabei steht häufig die Frage im Mittelpunkt, welche Bausteine des Systems wollen wir wie verwenden“, erklärt Florian Mauch, Qualitätsmanagementbeauftragter der Lebenshilfe München. „Für diese Projekte wurden und werden unterschiedliche Projektgruppen etabliert und eingebunden, so dass am Ende eine Lösung stehen wird, mit der alle zufrieden sind“, ergänzt er.

Jeder Betreuungsbedarf wird individuell ermittelt

Bei Menschen mit Behinderung ist die Arbeit darüber hinaus wesentlich komplexer, als ein Außenstehender vermuten mag. Die Förderung (und Finanzierung) ist nämlich nach so genannten Hilfebedarfsgruppen genau geregelt. Es wird genau eruiert welche Leistungen der oder die Betroffene selbst bewältigen kann, und wo Hilfe nötig ist. Dieser Prozess ist laufend für jeden der betreuten Menschen bei der Lebenshilfe München erforderlich. Allein das zeigt schon, wie wichtig eine gut überdachte und strukturierte Softwarelösung ist.

Und damit schließt sich der Kreis hin zu einer schlanken, gut organisierten Unternehmensstruktur. In der Zentralverwaltung laufen die gesamten Daten nun in einem einzigen System – Micos – zusammen. Das setzt voraus, dass die Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung, der Leistungsabrechnung sowie der Personalabteilung mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattet werden. Im ersten Schritt wurden die Finanzbuchhaltung und die Leistungsabrechnung auf die Arbeit im neuen System angepasst und die Mitarbeiter der jeweiligen Abteilungen wurden in der Anwendung geschult. Durch die Zusammenführung der Daten in einem System konnte auch die Kostenrechnung und das Controlling erfolgreich auf die neue Struktur angepasst werden.

All diese Prozesse in einem System zusammen zu fassen, ermöglicht ein effizienteres, reibungsfreies und transparentes Vorgehen und ist auch für ein soziales  Unternehmen Grundlage erfolgreich zu agieren. „Das große Ziel dieser Mammutaufgabe ist, möglichst wenig zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen in Verwaltungsarbeiten zu investieren. Die ohnehin sehr knappen Ressourcen sollen unseren Betreuten in vollem Umfang zur Verfügung stehen“, ergänzt Geschäftsführer Peter Puhlmann.

Lesen Sie dazu auch: „Der Pädagogische Fachdienst unterstützt“

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/06/19

 

Ein Kommentar zu “Lebenshilfe München profiliert sich als modernes Sozialunternehmen

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