Lebenshilfe München geht neue Wege

In unserer ersten Folge verfolgten wir den Weg der Lebenshilfe München
von den 60er-Jahren bis in die 80er-Jahre. Im zweiten Teil
standen die 90er-Jahre im Mittelpunkt und mit dem dritten Teil gehen wir
ins nächste Millennium, also bis in das Jahr 2016.

In 50 Jahren viel geleistet und erreicht

Mit Stolz blickte der Elternverein ‚Lebenshilfe-München‚ bei seinem 50jährigen Jubiläum im Jahr 2010 auf viel Geleistetes zurück. In der Jubiläumsschrift war darum zu lesen: „„Es gilt den Bestand zu erhalten, zu verbessern und krisensicher zu machen.“ Das war angesichts von 25 Einrichtungen in Stadt und Landkreis München eine große Aufgabe. Betreut wurden täglich bereits 1500 Kinder und Jugendliche und deren Familien. In der Beratung der Lebenshilfe München jährlich viele hundert Fälle und auch die Frühförderung ist viel in den Familien, in Krankenhäusern und in Kindergärten beratend und helfend tätig.

Verein organisiert sich mit zwei neuen Gesellschaften

Modernisierung und Ausbau der neuen Geschäftsstelle in München/ Giesing war eine große Aufgabe für den Verein. 1997 wurde sie eröffnet.

Die Fülle an Diensten und Aufgaben verlangte aber nach neuen Strukturen. Bereits ab 1997 beschäftigte sich ein eigenes Gremium damit. Zehn Jahre später, 2007 war es dann soweit. Man trennte das laufende Geschäft aus den 10 Wohnstätten organisatorisch vom Verein. Der Besitz an den bestehenden alten Stadthäusern, Wohnungen und der modernen Einrichtung in Putzbrunn verblieb natürlich zu 100 Prozent beim Verein der Lebenshilfe München e.V. Die laufenden Verträge, Einnahmen, Ausgaben und der laufende Betrieb aber wurde in die Hände der „Lebenshilfe München Wohnen gGmbH“ gelegt. Das kleine ‚g‘ bei der GmbH steht für ihre Gemeinnützigkeit.  

Transparenz und Strukturen sind wichtig für die Lebenshilfe

Ebenso wurden für die Tagesstätten, die Schule und die Frühforderung eine eigene Gesellschaft gegründet, die „Lebenshilfe München Kinder und Jugend gGmbH“. Ziel war es, den Vorstand des Vereins mit seinen Gremien zu entlasten, so dass er sich besser auf seine Kernthemen konzentrieren kann. Zudem gestaltete es sich steuerlich und wirtschaftlich zunehmend schwieriger, die einzelnen Bereiche alle unter dem Dach eines einzigen Vereins darzustellen. Und das ist für die Transparenz eines gemeinnützigen Vereins nicht nur gegenüber seinen Mitgliedern, auch gegenüber seinen Schützlingen und von Aufsichtsbehörden dringend geboten.

Leistungsvereinbarungen mit dem Bezirk Oberbayern

Auch beim Verein und bei der Lebenshilfe-Stiftung vollzog sich 2015 mit einer neuen Vorstandschaft ein Wandel. Von links: MdB Florian Hahn, Dr. Gertraud Burkert, Rainer Hölzgen und Stiftungs-Ratsvorsitzende Johanna Rumschöttel.

Formal also war der Wandel vollzogen. Eine klare Organisationsstruktur war und ist eine gute Grundlage für ein transparentes Wirtschaften. In der Praxis aber musste der Weg zwischen Vereinsvorstand, Geschäftsführer der GmbH’s sowie der Vorstandschaft und dem Kuratorium noch gefunden werden.

Einerseits nämlich sind die beiden Lebenshilfe GmbH’s zwar selbständig, anderseits aber dem Verein gegenüber verantwortlich. So waren etwa sämtliche Leistungsvereinbarungen, also wie viel Geld die Lebenshilfe für die Betreuung (meist) vom Bezirk erhält, noch unter der Ägide des Vereins ausgehandelt worden. Und gerade dieser Bereich war vom Gesetzgeber immer wieder von Änderungen geprägt, vermehrt seit der Einführung der sozialen Pflegeversicherung im Jahr 1995. Es folgten 2001 neue Maßgaben zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen, 2005 eine Reform der Sozialhilfe, 2012 das Familienpflegezeitgesetz, 2013 Neuerungen bei der sozialen Pflegeversicherung, 2015 das Pflegestärkungsgesetz und ganz aktuell das Bundesteilhabegesetz (BTG). – siehe Link

Modernisierung geht mit neuem Geschäftsführer weiter

Im Jahr 2012 dann verpflichtete die Lebenshilfe München den Dipl. Pädagogen und Univ. Sozialbetriebswirt Peter Puhlmann als Geschäftsführer. Er stammt nicht aus dem Umfeld der Lebenshilfe München und war zuvor Geschäftsführer eines großen privaten Betreibers von Senioren- und Therapiezentren in Bayern. Ihm war schnell klar, dass die im Kern vorhandenen Strukturen ausgebaut und vertieft werden müssen.

Ein völlig neuer Bereich tat sich mit der zunehmenden Überalterung der betreuten Menschen mit Behinderung auf. Sie waren in jungen Jahren, häufig schon seit 1960, Teil der „Lebenshilfe-Familie“ geworden. Was tun mit den Senioren unter den Menschen mit geistiger Behinderung, die jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden? Eine erste Senioren-Wohngruppe würde gegründet und eine TENE (Einrichtung einer Tagesstruktur für Erwachsene nach dem Erwerbsleben) gegründet.

Flexiblere Formen der Betreuung gefordert

Christian Kerler, Koordinater der Wohnen GmbH der Lebenshilfe München, vor dem neu bezogenen Komplex der zwei Wohngemeinschaften in der Landsberger Straße.

Das Thema ‚Wohnen‘ ist bei der Lebenshilfe München nicht abgeschlossen. Länger schon ist die Forderung ‚Ambulant vor Stationär‘ aktuell. Es ist darüber hinaus ein weiterer wichtiger Schritt für Menschen mit Behinderung in die Selbständigkeit. Auch für Menschen mit geistiger Behinderung muss die Möglichkeit bestehen, allein etwa in einem Appartement zu leben. Eine Unterstützung und Begleitung erfolgt dann ambulant. Das führte in den letzten Jahren etwa zu einem stetigen Ausbau des ‚Ambulanten Pflegedienstes‘ und des ‚Ambulant betreuten Wohnens‘ der Lebenshilfe München. – siehe Bericht

Eine Wohngemeinschaft mit neuen Strukturen

Selbständigkeit kann auch im Rahmen einer offenen Wohngemeinschaft (WG) erreicht werden, wie sie 2016 von der Lebenshilfe München in der Landsberger Straße eröffnet wurde. Im Gegensatz zu den bestehenden Wohngemeinschaften ist hier kein Betreuer fest in die WG integriert. Die Menschen wohnen hier selbständig für sich und viele von ihnen haben nicht mit einer geistigen Behinderung, sondern mit einer psychischen Beeinträchtigung zu tun. Ein Betreuer ist nur bei Bedarf vor Ort oder zeitweise etwa mit einer wöchentlichen ‚Sprechstunde‘, was vor allem in den ersten Monaten von Bedeutung ist. Damit nähert sich die Lebenshilfe München bereits den im neuen Bundesteilhabegesetz gestellten Forderungen.

Dieser Entwurf für die Lebenshilfe-Einrichtung in der Packenreiterstraße von den KAAN Architekten GmbH überzeugte die Juroren.

Dieser Entwurf für die Modernisierung der Lebenshilfe-Einrichtung in der Packenreiterstraße von den KAAN Architekten GmbH überzeugte die Juroren.

Die Entwicklung wird in diese Richtung weitergehen. Die Umbrüche aus den Vorgaben des neuen Bundesteilhabegesetzes (BTHG) treffen auch die Lebenshilfe München und werden zu einigen Veränderungen führen. Aktuell stehen für 2017 die Modernisierung bestehender Wohneinrichtungen, in den „Stadthäusern“ der Lebenshilfe München an. Bericht folgt.

Eine Übersicht über den Aufbau und die Struktur der Lebenshilfe München finden sie hier:
http://www.lebenshilfe-muenchen.de/Organigramm.pdf

2 Kommentare zu “Lebenshilfe München geht neue Wege

  1. Pingback: Gesundheits-Förderung in der Lebenshilfe ist Chefsache | Lebenshilfe München

  2. Pingback: Lebenshilfe München gewinnt an Bedeutung | Lebenshilfe München

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