Ein selbstbestimmtes Leben führen

Menschen begleiten und fördern hin zu mehr Verantwortung

Christian Kerler ist Koordinator bei der Lebenshilfe München für den Bereich ‚Wohnen‘. Er freut sich über die geplante Modernisierung von drei alten Wohnhäusern des Elternvereins in München. „Es leben dort 40 Menschen mit geistiger Behinderung in stationärer Betreuung und das seit 30, 40 Jahren. Was damals ‚guter Standard‘ war, ist heute rückständig. Ich freue mich darum auf große helle Zimmer mit Dusche und WC, auf Barrierefreiheit und einer möglichen Betreuung rund um die Uhr. Wir können sie in einer Einrichtung mit 24 Plätzen anbieten. Das ist für die hier lebenden Menschen ein echter Gewinn.“ 

Mehr Selbstbestimmung für Menschen mit geistiger Behinderung

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„Wohnen“ ist für die Lebenshilfe München nicht nur ein wirtschaftliches Thema. Es geht um das zentrale Recht auf Selbstbestimmung, das vor allem für Menschen mit geistiger Behinderung sehr individuelle Lösungen verlangt. „Schon für einen gesunden Menschen ist dieses Recht häufig eine Herausforderung, vermehrt für Bürger aus ’schwierigen Verhältnissen‘, oder auch für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Freiheit ist immer an Verantwortung gebunden“, bekräftigt Kerler.

Diese Erfahrung machen aktuell viele Bewohner der Lebenshilfe-Wohneinrichtung etwa am Gottfried-Böhm-Ring oder in der Landsberger Straße. Hier wurde von einer festen (stationären) Betreuung auf eine ambulante umgestellt und in der Landsberger Straße zwei Wohngemeinschaften etabliert. „Die Menschen lernen zusammen zu leben, ihre Interessen zu wahren, Grenzen zu ziehen, Kompromisse zu schließen – sich ganz einfach zusammenraufen, wie man in Bayern so sagt,“ erklärt Christian Kerler. Ein Unterschied bestünde allein schon darin, dass mancher Bewohner ‚Heimerfahrung‘ hat, und daran gewöhnt ist, sich an gewisse Regeln zu halten oder nicht. Die Lebenshilfe München begleitet und fördert diesen Prozess. Das Ziel dabei ist klar, nämlich dem Einzelnen ein weitgehend selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen.

Sich das Leben trauen, über sich selbst hinauswachsen

Auch für die Fachkräfte im ‚Ambulanten Dienst‚ ist diese Form der Betreuung mit mehr Freiheit verbunden. Es gilt dann sich selbst gut organisieren zu können und flexibler zu sein. Auch flexibel im Umgang mit den Menschen, denn jeder einzelne wohnt in seinem eigenen speziellen Umfeld. Christian Kerler: „Natürlich gibt es die Ängstlichen, jene die sich nicht trauen oder die verunsichert sind. Das akzeptieren wir und begleiten diese Menschen. Warum aber sollte man sich nicht trauen, die Möglichkeit zu einem eigenständigen Leben zu ergreifen? Auch hier begleiten wir die Bewohner und halten gleichzeitig den Weg zurück gerne offen, und das in unterschiedlichen Betreuungsformen wie z.B. ins Trainigswohnen, in eine WG oder auch Vollstationär.

Es ist ein wesentlicher Teil der Arbeit der Lebenshilfe München. Menschen mehr in die Gesellschaft zu führen, Inklusion zu etwas Selbstverständlichem werden zu lassen. Dabei gilt es auch Angebote vor Ort, vor der Haustüre zu nutzen. Kontakte zu knüpfen, sich Vereinen oder Gruppen anzuschließen, oder aber die Angebote der OBA (Offene Behindertenarbeit) zu nutzen, wie sie etwa auch die Lebenshilfe München anbietet. „Manche wachsen über sich hinaus, was aber nur geht, wenn sie dazu auch die Möglichkeiten haben“, ergänzt Christian Kerler.

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Ein Kommentar zu “Ein selbstbestimmtes Leben führen

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