Lebensfragen, Projekte und Wohnen

Die Lebenshilfe München engagiert sich in vielen Bereichen

Auch 2017 benennt die Lebenshilfe München wieder ‚unbequeme Themen‘, ruft zur Diskussion und Aufklärung auf. 2016 stand die ‚Pränatale Diagnostik‚ im Brennpunkt, 2017 wird es FASD sein. Es steht für Formen einer vorgeburtlichen Schädigungen durch Alkoholkonsum der Mütter und heißt wörtlich ‚Fetal Alcohol Spectrum Disorder‘, kurz FASD.

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„Es ist ein Thema das Augenmaß und Empathie verlangt“, bekräftigt Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München. „Nicht darüber zu sprechen wäre falsch, denn es ist eines der Dinge, bei denen wir aktiv dagegen steuern können. Bei Umwelteinflüssen, einem Gendefekt oder mangelnder Sauerstoffversorgung bei der Geburt können wir selbst nichts tun. Mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft aber ist eine häufige Ursache für angeborene Fehl-Entwicklungen , geistige Behinderungen, hirnorganische Beeinträchtigungen, Entwicklungsstörungen und extreme Verhaltensauffälligkeiten.“

BTHG und Mitwirkung von Fachkräften

Wenig Resonanz gibt es bei der Lebenshilfe bislang zum neuen Bundesteilhabegesetz. „Es ist noch in einer Übergangsphase und die Umsetzung wird erst in den nächsten zwei bis fünf Jahren konkret werden“, argumentiert Puhlmann. Froh ist man über eine mögliche Beteiligung von Fachkräften, wenn es um die Erstellung eines Gesamtplanes für den Förderbedarf bei Menschen mit Behinderung geht. 

„Das haben wir durchgesetzt“, freut sich Peter Puhlmann. „Ursprünglich sollte nach den ersten Gesetzentwürfen ein Einbindung von Trägern nicht erfolgen. Das aber hätte bei Menschen mit geistiger Behinderung zu massiven Benachteiligungen führen können, war die Befürchtung der Lebenshilfe. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass jeder Betreuer über das Sozialhilferecht gut und umfassend informiert ist.“

Wohnen bei der Lebenshilfe im Umbruch

Das ganz große Thema der Lebenshilfe München wird in den nächsten Jahren, neben der Anpassung an das BTHG, der Ausbau und die Modernisierung dreier Wohneinrichtungen in der Stadt München sein (siehe Bericht). Derzeit aber liegen die Architektenpläne bei der Heimaufsicht und solange es von dieser Seite noch keine Stellungsnahme gibt, ruhen die Vorhaben. Ob es schon 2017 zum Baubeginn kommt, ist noch unsicher. „Zuerst müssen die fertigen Pläne und Bauunterlagen erstellt und genehmigt werden, sowie ein genauer Kosten- und Finanzierungsplan. Das wird sicher noch Zeit in Anspruch nehmen.“

„Wohnen“ ist bei der Lebenshilfe München eines der ganz großen Tätigkeitsfelder. In den 70er bis 90er Jahren schuf man kleine Wohneinheiten für 8 bis 16 Personen, um Menschen mit geistiger Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Auch waren und sind die hier lebenden Menschen nahezu alle berufstätig, haben aber in einer betreuten Einrichtung immer noch einen geschützten Rahmen. Hier ist ein Wandel im Gange.

Ein mutiger Schritt für Menschen mit Behinderung

Seit fünf Jahren gibt es ein gesellschaftliches und politisches Umdenken und auch die Lebenshilfe München begleitet diesen Prozess. Eine verstärkte ambulante Betreuung, begrenzt auf einige Wochenstunden, soll dabei ein selbständiges Wohnen begleiten. Das ist für viele Menschen mit Behinderung ein mutiger Schritt, den auch nicht alle schaffen. Die Lebenshilfe München bereitet dazu in einem Training für selbständiges Wohnen vor. Und wechselt jemand aus einer betreuten Einrichtung, so begleitet sie ihn. So hat sich der ambulante Bereich innerhalb der Lebenshilfe die letzten Jahre verdoppelt.

Neu ist ebenso eine offene Wohngemeinschaft in der Landsberger Straße. Auch hier wird nur ambulant betreut und die Bewohner müssen lernen miteinander auszukommen, wie es eben typisch ist für eine Wohngemeinschaft oder in einer großen Familie. Ebenso gut entwickelt sich die TENE (Tagesstruktur für Erwachsene nach dem Erwerbsleben). Mit einem kleinen Tierpark will man 2017 in Putzbrunn starten. Tiere schenken nicht nur viel Freude, sie stärken auch das Verantwortungsgefühl und sind für alt und jung eine gute Therapie und ein gern gepflegtes Hobby.

Mehr zum Thema ‚Wohnen‘ lesen sie in einer unserer nächsten Reportagen im Gespräch mit Christian Kerler. Er ist der Koordinator aller zehn Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München.

2 Kommentare zu “Lebensfragen, Projekte und Wohnen

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