Ein Wechsel der Paradigmen bei der Pflegeversicherung

– Lebenshilfe München informiert in mehreren Seminaren –

Der Informationsabend der Lebenshilfe München am 27. Oktober zu den Änderungen bei der Pflegeversicherung durch das Pflegestärkungsgesetz II war komplett ausgebucht. Ein zweiter Termin ist bereist für den 15. November angesetzt, zu dem der Landesverband der Lebenshilfe Bayern ebenfalls in die St. Quirin Straße in München-Giesing einlädt. Das Thema ist brandaktuell, denn ab dem 01. Januar 2017 gelten für den Bezug von Leistungen aus der Pflegeversicherung völlig neue Bedingungen. Am 25. Januar gibt es einen weiteren Termin mit der Lebenshilfe München in Kooperation mit der AOK. 

pflege, gesetz, seminar, lebenshilfe, münchen

Seminar zum neuen Pflegestärkungsgesetz bei der Lebenshilfe München

Harry Zipf, Leiter der Offenen Dienste bei der Lebenshilfe München, verwies auf der Vorgeschichte der Pflegeversicherung: „Sie wurde 1995 für jeden Versicherten verbindlich eingeführt. Zwei Novellen hat sie bereits hinter sich, nämlich das Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz aus 2002 sowie das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz von 2012. Zum 1. Januar 2015 läutete das Pflegestärkungsgesetz I die Neuausrichtung der Pflegeunterstützung ein. Ab dem 1. Januar 2017 führt das Pflegestärkungsgesetz II einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff ein. Die bisherigen drei Pflegestufen werden durch fünf Pflegegrade ersetzt. Das aber wird noch nicht das Ende sein“, ist sich Harry Zipf sicher.

Die vergangenen Reformen waren vor allem dem steigenden Alter der Bevölkerung und dem Anstieg an demerziellen Beeinträchtigung geschuldet, die ursprünglich kaum von der Pflegeversicherung abgedeckt waren. Das neue Pflegestärkungsgesetz II ist jetzt ein völliger Paradigmenwechsel und definiert darum neu, was als Pflegebedürftig zu gelten hat. Jetzt steht die einfache Frage im Vordergrund, was kann der Mensch noch leisten, über welche Ressourcen verfügt er. Es werden die Aktivitäten und Fähigkeiten des pflegebedürftigen Menschen in allen Lebensbereichen betrachtet. Das wird auch der Situation von Menschen mit Behinderung gerechter.

Das Team der Lebenshilfe München von den Offenen Diensten, rechts Harry Zipf und daneben Sprecher und Rolf Scheu, Chef-Pflegegutachter des MDK Bayern.

Das Team der Lebenshilfe München von den Offenen Diensten, rechts Harry Zipf und daneben Sprecher Rolf Scheu, Chef-Pflegegutachter des MDK Bayern.

Dabei geht es nicht mehr um Minuten die für gewisse Hilfen und Tätigkeiten aufgewendet werden. „Weg von der Minutenzählerei, weg von der organ- oder körperbezogenen Einschränkung hin zu einer Betrachtung – wie selbstständig ist der Pflegebedürftige tatsächlich. Körperliche, geistige und psychische Beschränkungen werden zukünftig gleichermaßen betrachtet“, so Rolf Scheu, Chef-Pflegegutachter des MDK Bayern (Medizinischer Dienst der Kassen), der die neuen Bestimmungen bei dem Informationsabend der Lebenshilfe München erläuterte.

Vorweg stellte Rolf Scheu klar: „Es gilt ein umfassender Bestandsschutz. Niemand, der bereits Leistungen bezieht, wird durch das neue System schlechter gestellt.“ Es gilt ein umfassender Besitzstandsschutz, zeitlich unbefristet. Er entfällt nur dann, wenn später keine Pflegebedürftigkeit mehr vorliegen sollte. Die in fünf Pflegegrade aufgeteilte Erfassung der Pflegebedürftigkeit werden verschieden gewichtet. Es sind dies:

  • 10 % für Mobilität
  • 15 % für kognitive und kommunikative Fähigkeiten ,
  • 40 % für Selbstversorgung mit Ernährung und Körperpflege
  • 20 % Umgang mit krankheits-spezifischer und therapie-bedingten Anforderungen
  • 15 % Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

Die nächsten Seminare bei der Lebenshilfe München, St.-Quirin-Str. 13a in 81549 München zum Thema „Neuheiten bei der Pflegeversicherung“ finden statt am:

  • 15. November: Landesverband Bayern, siehe Link

http://www.lebenshilfe-bayern.de/aktuelles/aktuelle-meldung/news/lebenshilfe-bayern-laedt-zur-pflege-info-tour-2016/

  • 25. Januar, 18.30 Uhr: Lebenshilfe München in Kooperation mit der AOK

Anmeldung per Email: fud@lebenshilfe-muenchen

Weitere Links und Informationen zum Thema finden Sie hier:

Flyer des MDK: mdk-flyer

Info vom bvkm: bvkm_bundesverband

Ein interessiertes Publikum folgt den Ausfhrungen des MDK-Experten Rolf Scheul.

Ein interessiertes Publikum folgt den Ausfhrungen des MDK-Experten Rolf Scheu.

 

Text und Fotos: Gerd Spranger
www.pressespranger.de

Ein Kommentar zu “Ein Wechsel der Paradigmen bei der Pflegeversicherung

  1. Pingback: Fragen zum Bundes-Teilhabegesetz BTHG | Lebenshilfe München

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.